Windräder vernichten Vögel oder fügen ihnen schwere Verletzungen zu

Die zunehmende Anzahl von Windrädern bedroht nach Ansicht von Naturschützern zunehmend den Vogelbestand in Deutschland. „Wenn das Land Brandenburg die Zahl der Windräder wie geplant verdoppelt, droht dem Rotmilan hier das Aus“, warnte der Leiter der Berliner Wildvogelstation des Naturschutzbundes Deutschland, André Hallau, gegenüber der Tageszeitungn “Die Welt”. Vogel

Deutschlandweit gehöre diese bedrohte Vogelart „absolut und auf den Brutbestand bezogen zu den häufigsten Kollisionsopfern an Windenergieanlagen“, heißt es von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten. Seit 2002 hat der Verband 2.585 Kollisionen von Vögeln mit Windkraftanlagen registriert. „Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Zufallsfunde. Die Zahl der tatsächlich verunglückten Tiere ist deutlich höher. Zu den am stärksten betroffenen Arten zählen die Greifvögel.“

Der baden-württembergische Landesjagdverband warnte am Montag, auch der vom Aussterben bedrohte Auerhahn leide unter der zunehmenden Zahl von Windrädern. Insgesamt sei der Bestand in dem Bundesland seit 2012 um 23 Prozent auf 243 Tiere geschrumpft. Daneben sei auch die Erschließung für den Tourismus ein Problem.

In der brandenburgischen Prignitz waren in der vergangenen Woche innerhalb von wenigen Tagen zwei Störche durch Windräder getötet worden. Einem Tier war der Schnabel abgerissen worden, dem anderen wurden die Beine zerfetzt. Beide Störche erlagen laut Märkischer Allgemeinen ihren Verletzungen.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Dreiste Schamlosigkeit von Staats wegen

Der kath. Publizist Dr. Alexander Kissler leitet das Kulturressort des Monatsmagazins CICERO; er schreibt in idea.de u.a. Folgendes über die “zunehmende Schamlosigkeit in der deutschen Öffentlichkeit”:

Wer sich in diesen Tagen einer deutschen Großstadt nähert, wird am Bahnhof von einem moralischen Imperativ empfangen: „Mach’s mit!“.  – Die Aufforderung ergeht von Plakatwänden herab an alle – Kinder und Greise, Frauen und Männer. Scannen0008 - Kopie

Mitmachen soll die Welt beim gummibewehrten Geschlechtsverkehr. Möglichst oft, gerne mit wechselnden Partnern gleichen oder anderen Geschlechts, immer aber mit Präservativ.

FOTO: Sittenlose staatliche Kondomwerbung schon in den 90er Jahren

So will es die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln). Die Plakatgesichter strahlen und fordern den horizontalen Nachvollzug.

Auf dem Weg aus dem Bahnhof kommt der Reisende an Tafeln eines Lieferservices vorbei. Pizza wird angepriesen mit den Worten „Heute wirst Du flachbelegt!“, ein Nudelgericht mit „Isch will mit dir Penne!“.

Im Hotelzimmer läuft vielleicht nichtsahnend die FKK-Show von RTL, „Adam sucht Eva“, in der nackte Kandidaten sich über das Gewicht der männlichen primären und der weiblichen sekundären Geschlechtsorgane austauschen.

Wird Schamlosigkeit zum Normalverhalten?

Schamlosigkeit ist das von Politik wie Medien verordnete Normalverhalten. Natürlich, es gab Zeiten, in denen Schindluder getrieben wurde mit der Tugend der Scham, Zeiten, in denen ein Moralregime Schamhaftigkeit einklagte und Unterordnung meinte. Scannen0005

Und es gibt heute Kulturen, die zwischen Mann und Frau eine so scharfe Grenze ziehen, dass die eine sich verhüllen und der andere befehlen muss. In den westlichen Gesellschaften aber regiert die Schamlosigkeit ohne Rücksicht auf Verluste – und die Verluste können enorm sein.

Scham ist Frucht des Sündenfalls und insofern eine anthropologische Konstante. Scham resultiert aber auch aus der menschenfreundlichen Einsicht, dass wir nicht allein sind. Dass da immer jemand ist, in dessen Augen wir uns spiegeln. Wer sich schämt, dem ist es nicht egal, welches Bild er durch sein Tun und Reden erzeugt.

In der Scham erscheint uns blitzhaft, wer wir sind und wer wir zu sein hoffen – so der Philosoph Bernard Williams. Der Schamlose kennt nur sich.

Quelle: http://www.idea.de/thema-des-tages/artikel/publizist-deutschland-wird-immer-schamloser-83388.html

Fotos: KOMM-MIT-Verlag

 


Jeffrey B. Satinover: Von der 68er Bewegung zur Kulturrevolution des Heidentums

Jüdischer Experte verteidigt sexualkonservative Werte

Der amerikanisch-jüdische Schriftsteller Prof. Dr. Jeffrey Burke Satinover ist sowohl Natur- wie Geisteswissenschaftler (Physik, Mathematik, Neurologie, Psychiatrie, Philosophie, Psychologie etc).COLLAGE-BLUSP2

Er steht dem Christentum ausgesprochen freundlich gegenüber und betont die enorme sittliche und religiöse Verwandtschaft mit dem jüdischen Glauben.

Zugleich ist der Psychoanalytiker ein Experte für C. G. Jung, mit dem er sich teils durchaus kritisch auseinandersetzt; Prof. Satinover war langjähriger Präsident der C.-G.-Jung-Foundation in New York. Er ist Medizinischer Direktor am Temenos- Institute in Connecticut (USA). 

In seinen Veröffentlichungen befaßt sich der Autor u.a. auch mit dem Aufkommen der Homosexuellen-BewegunEdith-Breburdag und der Anpassung einer breiten politischen Elite an die Forderungen der aktiven Schwulenszene.

Entgegen der weitverbreiteten Auffassung, wonach gleichgeschlechtliche Neigungen angeboren seien, vertritt er die Meinung (auch aus seiner therapeutischen Erfahrung heraus), daß eine homosexuelle Orientierung durchaus veränderbar sei. Dies begründet er ausführlich in seinem Buch “Homosexuality and the Politics of Truth” (Homosexualität und die Politik der Wahrheit).

BILD: Moderne Darstellung, die verdeutlicht: Mann und Frau ergänzen sich in ihrer Verbundenheit (Foto: Dr. Edith Breburda)

In diesem wichtigen Punkt stimmt er mit dem Wiener Psychologen Alfred Adler überein, der seiner jüdischen Herkunft wegen in der NS-Zeit aus Österreich geflohen war.

Dr. Adler sieht die Ursache für homosexuelles Verhalten in einem entwicklungsbedingten Mangel an seelischer und charakterlicher Reife. Eine Veränderung dieses Defizits sei zwar nicht leicht, aber sehr wohl möglich, erklärte der bekannte Psychologe in seinen Büchern, zB. in seinem Werk “Das Problem der  Homosexualität”.

In einem seiner religionsphilosophischen Grundsatzartikel befaßt sich Prof. Satinover mit dem Aufkommen eines neuen Paganismus (Heidentum), der zu einer verhängnisvollen Verdrängung der klassisch-bürgerlichen und christlich-jüdischen Kulturwerte führt:

Warum eine veränderte Beurteilung der Homosexualität?

“Eine zentrale Frage blieb bisher unbeantwortet: Wie konnte es kommen, daß unsere Kultur die von uns allen so lange geteilte Überzeugung, homosexuelles Verhalten sei nicht erstrebenswert, aufgegeben hat? polskaweb

Die veränderte Sicht bezüglich Homosexualität ist allerdings nur Teil einer umfassenderen Veränderung, die unser grundlegendes Verständnis von Sexualität und Familie betrifft. Und das wiederum ist nur Teil von noch einschneidenderen Veränderungen in unserem Menschen- und Weltbild. 

Es scheint, als habe dieser grundlegende Wandel in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren stattgefunden. Doch das ist eine Illusion. Tiefgreifende Veränderungen sind in der westlichen Gesellschaft seit deutlich mehr als nur drei Jahrzehnten am Keimen und Aufgehen gewesen.

Die 68er Revolte und der Abschied von jüdisch-christlicher Kultur

Durch die 1968er Revolution, in deren Zentrum eine radikal veränderte Sicht von Sexualität stand, drangen die Veränderungen nur zum ersten Mal ins Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit.

Wir können die dramatischen Veränderungen in bezug auf unsere Haltung zur  Sexualität nur verstehen, wenn wir den gesamthistorischen Zusammenhang begreifen. Es hat schon vor Jahrhunderten begonnen. Die Veränderungen in unserer Einstellung zur Sexualität sind nur ein Symptom für viel bedeutsamere Veränderungen auf einer geistlichen Ebene, die alle Bereiche unseres Lebens betreffen. afc127c26a

Genauer gesagt: Vier Jahrhunderte eines wachsenden Religions-Skeptizismus an den Hochschulen und eines enormen technischen Fortschritts, die den jüdisch-christlichen Glauben als unbedeutend erscheinen ließen, haben unsere Kultur für alternative Spiritualitäten empfänglich gemacht.

Nicht das materialistische, sondern das pagane Weltbild siegte

Eine Zeitlang sah es aus, als ob ein materialistisches Weltbild siegen würde. Während wir uns auf dem Kissen des Wohlstands ausruhten und sicher fühlten, schien es, als könnten wir unser Verlangen nach dem Geist, nach Sinn und Bedeutung des menschlichen Lebens als wehmütigen Traum einer kollektiven Kindheit, abtun.

In Wirklichkeit folgte auf die geistliche Dürre kein Gefühl reifen Wohlseins,  sondern ein heftiger, neuer Durst nach Spiritualität – nach irgendeinem Geist, der den Durst löschen könnte. Der daraus hervorbrechende heutige Zeitgeist ist deshalb nicht jener Skeptizismus, der alle Religion verunglimpft, sondern ein immer schon dagewesener religiöser Geist, der aber dem ethischen Monotheismus des christlichen und orthodox-jüdischen Glaubens diametral entgegensteht. davidstern (2)

Die Glaubenssätze dieser neuen Religion, seien sie nun bewußt formuliert oder nur still im Hintergrund wirksam, bestimmen mehr und mehr unsere öffentliche Moral und unsere Moralvorstellungen. Dabei ist die Religion nicht wirklich neu, auch ihre Lehre ist nicht neu. Vielmehr geht es um das Wiederaufleben von Paganismus [Heidentum] und ihre Lehre heißt Gnostizismus. Worum es bei diesen alten Begriffen geht, möchte ich in diesem Aufsatz erläutern.

Heidentum ist keine Anti-Religion, sondern Ersatz-Religion

Der Neopaganismus ist nicht einfach ein Herabsetzen von Religion. Er ist auch nicht einfach die Religion des wissenschaftlich-ideologischen Humanismus, obwohl der Humanismus ein sichtbarer und wichtiger Aspekt dabei ist.

Ihre Anhänger sehen im Neo-Paganismus auch nicht nur eine sinnvolle Antwort auf die Sinnkrise, die das materialistische, naturwissenschaftlich ausgerichtete Weltbild ausgelöst hat, sondern eine bessere als die jüdische oder christliche Antwort.

Die neopaganistische Spiritualität erscheint attraktiver, weil sie nur geringe moralische Anforderungen an den Einzelnen stellt. Sie ist „toleranter“ gegenüber menschlichen Unterschieden, offener für „Vielfalt“ und „alternative Lebensformen“.  Mit den Worten von Joseph Campbell: „Tu, was dich glücklich macht.“

Die Kehrseite ist: Paganistische Spiritualität  hat nur eine mangelhafte Vorstellung vom Wesen des Bösen. Sie kann deshalb nicht unterscheiden zwischen zielgerichtetem Willen und Getriebensein oder Zwang, zwischen einem bewußt gewählten Ziel und einem unbewußten, instinktiven Antrieb.”

Fortsetzung des Aufsatzes hier: http://www.dijg.de/index.php?id=1290


Linksanarchistische Kinderläden der 68er: Revolutionäre “Befreiung” durch Kindersex

Von Felizitas Küble

Jene Eltern aus der 68er Bewegung, die es mit der “sexuellen Revolution” besonders ernst meinten, schickten ihre Sprößlinge gerne in sog. “Kinderläden”. Es handelte sich um linksalternative und antiautoritäre Kindergärten und Horte, die Ende der 1960er Jahre in Umlauf kamen und die in jenem Spektrum bis Mitte der 1970er Jahre weit verbreitet waren.

In der aktuellen Debatte um den pädokriminellen Sumpf insbesondere in der grün-alternativen Szene Berlins wird meist vergessen (oder bewußt ignoriert?), daß jene skandalösen Ferkeleien ihre ideologische und praktische Vorgeschichte hatten, die eng mit der 68er “Kulturrevolution” verknüpft ist, besonders mit den Kinderläden, auf welche die Anarcho-Bewegung seinerzeit besonders stolz war.  

Das RECHT hilft der JUGEND

Das RECHT hilft der JUGEND

Dieser strukturell eindeutige Zusammenhang zeigt sich anschaulich z.B. am grünen Europa-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit, der als “Erzieher” in einem Frankfurter antiautoritären Kindergarten zugange war und selber in einem Buch ungeniert schildert, wie die Kleinen ihm den Hosenlatz geöffnet hätten etc.

Wie das Nachrichtenmagazin “FOCUS” (Nr. 22/2013) berichtet, betrachtet der Berliner Soziologe Alexander Schuller die damaligen “Grenzüberschreitungen” durchaus nicht als “Randerscheinung”, sondern vielmehr als Bestandteil einer weitverbreiteten ultralinken Denkströmung.

Der Wissenschaftler hat jene Zeit aber nicht nur aus der abstrakten Analyse im Blickfeld, zumal seine eigenen beiden Söhne einen Kinderladen in Berlin-Dahlem besuchten. Wenn jemand so wie er selber damals gegen eine absichtliche Aufstachelung “kindlicher” Sexualität argumentierte, habe man in diesem Milieu über solche Eltern vielfach die Nase gerümpft: “Ja, die leben halt noch ein bisschen hinter dem Mond.”

Zerstörung der Familie und bürgerlicher “Tabus”

Insgesamt ging es in der “Sexualpolitik” der 68er Bewegung darum, bürgerliche Normen nicht nur zu hinterfragen, sondern aktiv und provokativ zu zerstören. Die gezielte Förderung von “Kindersex” schien hierfür ein besonders geeignetes Mittel, um eine Gesellschaft zu errichten, in der keine bürgerlichen “Tabus” mehr gelten – und in welcher die Familie weitgehend durch Kommunen ersetzt wird.
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Besonders “fortschrittlich” fanden es damals linksanarchistische Eltern, ihren Nachwuchs beim Sexualakt zuschauen zu lassen. Juristisch betrachtet ist dies eine strafbare Mißbrauchs-Handlung, auch wenn das jenen schamlosen Vätern und Müttern in ihrem Revoluzzerwahn wohl nicht bewußt war.

Antibürgerliche 68er-Bücher wie z.B. „Alle Macht den Kindern“ forderten Eltern dazu auf, ihre Kinder schon früh mit sexuellen Erfahrungen bekannt zu machen: „Vor allem geht es nicht darum, daß die Kleinen zuschauen. Sie sollen mitmachen”, hieß es dort sogar.  

Starker Einfluß des 68er Sexologen Wilhelm Reich

Diese perversen Tendenzen waren ideologisch vor allem auf Wilhelm Reich zurückzuführen, einen beliebten, vielgelesenen Vordenker der 68er, der nicht zuletzt durch sein Buch “Die sexuelle Revolution” Aufsehen in studentischen Kreisen erregte.

Dieser marxistische “Freudianer” plädierte systematisch dafür, die vermeintlich “kindliche Sexualität” nicht nur zu bejahen, sondern tatkräftig zu fördern. Er kritisierte vor allem die bürgerliche Familie, weil sie durch die “sexuelle Unterdrückung der Kinder” gleichsam seelische Krüppel hervorbringe.

Daher war man bestrebt, die Eltern-Kind-Bindung aufzubrechen, um so eine “bessere” Gesellschaft zu schaffen. Das Kinderladenkollektiv in Berlin-Charlottenburg widmete diesem Ansinnen bereits 1969 eine Publikation unter dem vielsagenden Titel “Für die Befreiung der kindlichen Sexualität”.

“Verführt” von einem sechsjährigen Mädchen…

Solche linksrevoluzzerischen Verirrungen wurden in den 70er Jahren munter fortgesetzt, z.B. in Daniel Cohn Bendits Frankfurter Szene-Zeitung „Pflasterstrand“:
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„Letztes Jahr hat mich ein 6-jähriges Genossenmädchen verführt“, heißt es 1978 in den „Gedanken eines Sauriers“: „Es war eines der schönsten und sprachlosesten Erlebnisse, die ich je hatte…und es ist jetzt auch nicht wichtig, ein Traktat über das für und wider von Päderastie zu schreiben.“ 

(Quelle und weitere Infos hierzu: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cohn-bendits-paedophile-aeusserungen-danys-phantasien-und-traeume-12164560.html)

Die Berliner Schriftstellerin Sophie Dannenberg lebte einst selbst in einem Kinderladen; vieles daran fand sie sehr lustig und kreativ, doch sie stellt im Rückblick kritisch fest: “Manche von uns wurden sexuell missbraucht”:

“Sie haben ihre revolutionäre Pflicht getan”

Natürlich verhielten sich linksalternative Eltern nicht deshalb so, weil sie krankhaft “pädophil” waren, sondern “sie taten es, weil sie Sex mit Kindern für fortschrittlich hielten, weil sie dachten, dass Scham und Hemmung bourgeois (bürgerlich) seien und weil es entsprechende Texte von Wilhelm Reich und Fotobücher von Will McBride gab, wo missbrauchte Kinder fröhlich in die Kamera lachten. (…) Im Grunde haben sie nur ihre revolutionäre Pflicht getan.  t_go.php

FOTO: Elternprotest in Stuttgart gegen eine Frühsexualisierung in den Schulen

Als ich einmal auf Übernachtungsbesuch in einer dieser Kinderladenfamilien war, ermunterte die Mutter uns Kinder, einen Geschlechtsakt zu vollziehen. Mein Spielkamerad und ich diskutierten diese Möglichkeit eine Weile, weil wir glaubten, dass ich statt eines Kindes eine Puppe gebären würde. Das schien uns dann aber zu kompliziert.

Einer meiner Freunde sollte zu Hause seine nackte Mutter untersuchen und steckte ihr schließlich einen Stift in die Scheide. Seine Mutter schilderte das detailreich auf dem Elternabend, als Beweis für die kindliche Sexualität.”

(Zitat-Quelle: http://www.cicero.de/salon/sophie-dannenberg-kind-68er-wir-waren-gluecklich-und-einige-von-uns-wurden-sexuell-missbraucht/54468/seite/2)

In den 80er Jahren nahmen vor allem die Grünen derart absonderliche “Anliegen” unter ihre Fittiche: Mehrere grüne Landesverbände und die Bundestagsfraktion der Grünen forderten sogar Straffreiheit für Sex von Erwachsenen mit Kindern.

Frühsexualisierung ist das “Muster der Pädophilen”

Dieser Irrwahn war freilich nichts anderes als die zu Ende gedachte Kinderladenbewegung, denn der Mißbrauch benötigt als “Vorfeld” eine Frühsexualisierung der Kleinen: dies begünstigt pädosexuelle Übergriffe.

Daß Frühsexualisierung das “Muster der Pädophilen” schlechthin sei, erklärt auch der Wiener Psychiater Dr. Raphael Bonelli laut einem Bericht in “Kath.net” vom 29.5.2015:

Sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige würden häufig damit beginnen, “dass der Täter beim betroffenen Kind zuerst dessen Aufklärung fördert und in ihm ein außergewöhnliches, nicht altersadäquates Interesse an Sexualität weckt”, berichtet der Professor aus seinen Therapie-Erfahrungen. Pädokriminelle Täter würden ihre Opfer gerne erst zu Sexspielchen mit sich selbst und Gleichaltrigen anleiten, bevor es zum geplanten Übergriff komme.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Zunehmende Vergewaltigungen durch frauenfeindliche Mentalität in Indien

Von Dr. med. Edith BreburdaDr. Breburda

Als eine 23-jährige Medizinstudentin aus Indien am 16. Dezember 2012 in einem Bus in Delhi vergewaltigt wurde, war die Welt erschüttert. Viele Jugendliche versammelten sich auf den Straßen und forderten Gerechtigkeit für Frauen, die Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Die Regierung musste strengere Gesetze versprechen.
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Zwei Jahre später gehen die Vergewaltigungen scheinbar unbekümmert weiter. Laut einer Statistik von 2013 des Nationalen Strafregister-Büros werden in Indien jeden Tag durchschnittlich 93 Frauen vergewaltigt. Die Zahl der Frauen, die eine Anzeige erstatteten, nahm zu. Proteste dagegen schienen nutzlos zu sein. 
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Die Ursache sehen Experten darin, dass Mädchen in Indien eine untergeordnete Rolls spielen. Sie werden meist abgetrieben  – und wenn sie es schaffen, geboren zu werden und durch ihre Kindheit zu kommen, werden sie immer in Gefahr sein, von Männern missbraucht zu werden.
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Nirgendwo sind sie vor sexuellen Übergriffen sicher, nicht einmal zuhause. Man sagt ihnen, sie dürften sich nicht beschweren und sollten stillhalten, andernfalls würden sie nur Schande über ihre Familien bringen.Tanzende Ind 2
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Der Filmproduzent Leslee Udwin macht in seinem Dokumentarfilm India’s Daughter auf diese Gegebenheiten aufmerksam. Der Film berichtet über die Vergewaltigung und Ermordung der 23 Jahren alten Studentin in Delhi. Er wurde vom BBC gedreht und sollte am Internationalen Tag der Frauen, am 8. März 2015, in den Kinos anlaufen.
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Als die Film-Produzenten bekannt gaben, dass sie einen der Täter im Gefängnis interviewt haben, wurde der Streifen in Indien am 4. März von der Regierung verboten. In England wurde er dennoch gezeigt. Auch wurde er auf YouTube aufgeladen, bis am 5 März die indische Regierung auch YouTube blockierte. Der kontroverse Film sorgte für großes Aufsehen. Aber warum?
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Im Interview zeigte Mukesh Singh, einer der fünf Vergewaltiger, keinerlei Reue oder Einsicht. Er deutete darauf hin, dass die junge Frau nicht getötet worden wäre, wenn sie eingewilligt hätte. Auch der Anwalt der Attackierten äußerte sich im Film. Er sagt: “Es gibt in unserer Gesellschaft keinen Platz für ein freundschaftliches Verhältnis von Männern und Frauen…Da ist kein Platz für Frauen”.
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“Gibt es ein besseres Statement über die moralische Benachteiligung von Frauen?”, fragt Ritu Sharma in einem Artikel über India’s Culture of Rape vom 11. März 2015.
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“Neulich”, fährt sie fort, “sprach ich mit einer alten Frau aus Haryana. Sie sagte mir: es ist das normale Schicksal eines jeden Mädchens, vergewaltigt zu werden. Eltern müssen sehr auf ihre Tochter aufpassen, bis sie endlich verheiratet ist. Sie können nicht dauernd hinter ihr herlaufen. So ist es viel besser, einen Jungen zu haben. Der ist pflegeleichter.”
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Shabnam Hashmi, eine Frauen Aktivistin aus Delhi, erklärt sich die Situation so: Nachrichten_Kopfbalken_1 - Kopie
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“In der patriarchalen Gesellschaft von Indien werden Jungen viel mehr Freiheiten eingeräumt. Sie werden dazu erzogen, die Freiheiten von Frauen zu kontrollieren. Zuerst die ihrer Schwestern und dann ihrer Ehefrauen. Eine männerdominante Gesellschaft gibt Frauen vor, wie sie sich zu verhalten haben. Wie sie sich in der Öffentlichkeit kleiden und wann sie zu Hause sein müssen.
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Leider haben wir vergessen, die Jungen zu erziehen, wie sie sich in der Gesellschaft von Mädchen verhalten sollen. Es würde sicher einen Unterschied machen, wenn sie  wüssten, dass es sich gehört, einer Frau Respekt zu zollen.
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In den meisten Familien nehmen Jungen eine gehobene Stellung ein. Sie denken, es gehört zum guten Geschmack, eine Frau zu necken und sich ihr gegenüber verächtlich zu  zeigen. Es ist die Mentalität in unserer Gesellschaft, die einen Mann dazu erzieht, eine Frau zu kontrollieren. Wir machen uns keine Gedanken über ihre Sicherheit…
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Männer meinen, sie hätten keine Pflichten oder Verantwortungen gegenüber einer Frau. Wenn Männer aufhören würden, in einer Frau eine sexuelle Ware zu sehen, die sie, wann immer es ihnen gefällt, benutzen können, dann müssten Frauen auch keine Angst mehr haben missbraucht zu werden.”
HMK-Foto.
Der Prämierminister von Indien, Narendra Modi, setzte sich erst im Januar 2015 dafür ein, Mädchen eine Ausbildung zukommen zu lassen. Derartig Programme werden missglücken, solange Mädchen sich nicht frei und in einem sichereren Umfeld bewegen können.  Ist es so verwunderlich, dass viele lieber einen Sohn, als eine Tochter haben?
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“Warum sollen wir  Töchter haben, wenn sie oft ein solch brutales Ende finden?”, sagte eine ärgerliche Frau, die gegen Vergewaltigung demonstrierte.
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Es ist fast eine Ironie, weil in Indien so viele weibliche Gottheiten verehrt werden. Die lebenden Frauen werden hingegen geringschätzig behandelt.
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Wir können die Notwendigkeit bejahen, dass es in Indien strengere Gesetzte geben muss, um Vergewaltigungen strenger zu bestrafen. Nur muss man in den Familien anfangen, die Mentalität zu ändern. Die Mädchen der Gesellschaft müssen ihre Rechte kennen, damit sie zuversichtliche junge Frauen werden. Die Söhne sollten die Würde der Frau anerkennen. Das wäre der erste Schritt. Ein kleiner Anfang. Nur so könnte man Müttern und Töchtern helfen. 
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Ein Anfang wäre der Dokumentar-Film von Udwin gewesen, der leider verboten wurde. Er hätte eine ehrliche Diskussion über männliches Verhalten gegenüber Frauen angefacht.
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Innenminister Rajnath Singh sagte im Parlament: “Die Kommentare des Vergewaltigers im Film waren sehr abfällig und bildeten einen Affront gegen die Würde der Frau.” – Was er nicht erwähnte war, dass diese Haltung allgegenwärtig in Indien vorherrscht. 
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Ein Polizeisprecher von Delhi ging einen Schritt weiter. Seiner Meinung nach hat der Film fragwürdige Inhalte, die eine Störung der öffentlichen Ordnung bewirken könnten.
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Sind aber nicht Empörung und Verurteilung die einzigen logischen Antworten, um verachteten Frauen in Indien zu helfen, fragt Ritu Sharma in seinem Artikel: India’s Sons must learn to respect India’s daughters vom 6. März 2015 (UCANews, ASIA’s most trusted independent Catholic news Source (http://www.ucanews.com/news/indias-sons-must-learn-to-respect-indias-daughters/73121).
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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INFOs über ihr jüngstes bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/
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Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Alarm um die zunehmende Pornosucht, ihre Ursachen und Auswirkungen

Von Christa MevesMeves

Erfahrung im Hinblick auf das Verhalten von Menschen gilt heute nicht mehr als Wissenschaft. Wer nur durch Beobachtung zu psychologischen und pädagogischen Erkenntnissen kommt, muss auf Faktenwissenschaft – am besten auf dem Boden von Hirnforschung  – warten.

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin liefert nun eine solche Aussage. Mit einer Studie werden dort die bedenklichen Folgen der Nutzung von Pornografie bestätigt.

Man ließ 64 Männer zwischen 21 und 45 Jahren pornografisches Material anschauen, während sie der Magnetresonanztomographie (MRT) ausgesetzt waren und untersuchte so die Hirnstruktur der Probanden sowie deren Hirnaktivitäten.

Zuvor hatte man sie gefragt, wie oft und wie lange sie jeweils Pornos anschauen. In einem Bericht des Instituts heißt es:

“Die Auswertung der Ergebnisse zeigte einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Stunden, die die Probanden in der Woche mit pornografischem Material verbringe, und der Größe der grauen Substanz im Gehirn.

Im Ergebnis zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Pornografiekonsum und der Größe des StriatumDSC03312as, einer Hirnregion, die zum Belohnungszentrum des Gehirns gehört. Das heißt: Je mehr sich die Probanden mit Pornografie beschäftigten, desto kleiner war das Volumen ihres Striatums.”

FOTO: Eltern-Demonstration in Stuttgart gegen die Frühsexualisierung der Kinder

Die maßgebliche Wissenschaftlerin, Simone Kühn, kommentiert das so:

“Das könnte bedeuten, dass der regelmäßige Konsum von Pornografie das Belohnungssystem gewissermaßen ‘ausleiert’. Deswegen nehmen wir an, dass Probanden mit hohem Konsum immer stärkere Anreize benötigen, um das gleiche Belohnungsniveau zu erreichen.”

Eine solche Forschung ist von höchstem Belang; denn – so bilanziert eine Studie von Professor Jakob Pastötter, gemeinsam mit seinem Kollegen von der City-Universität London, an der 56.000 Männer und Frauen teilgenommen hatten:

Der Konsum von Pornografie bei Männern ist erschreckend hoch. Von diesen Männern schauen sich täglich oder wöchentlich 60 Prozent einen Porno an, bei Frauen sind es weniger als 12 Prozent.

Besonders erschreckt ein bedeutsames Detail den Professor, den Präsidenten der deutschen Gesellschaft für sexualwissenschaftliche Sozialforschung mit Sitz in Düsseldorf: “Mehr als jeder Zehnte von den 16 – 19-jährigen Jugendlichen gab an, schon im Alter von 10 Jahren Sexfilme angeschaut zu haben.”

Deutschland an der Spitze der Porno-Aufrufe im Internet

Darüber hinaus weiß das evangelische Wochenmagazin “IDEA-Spektrum” (Nr. 45/2014) mit einer Grafik zu berichten: Deutschland habe im Vergleich mit neun anderen technizistischen Staaten bei den Webseit-Aufrufen, die zu Pornoseiten führen, mit 12,47 Prozent weltweit den höchsten Anteil.

Das sind beunruhigende Berichte, wobei seit ca. 25 Jahren allein mithilfe des Internet eine verstärkte Möglichkeit besteht, Zugang zur Pornonutzung zu bekommen.

Und von allergrößter Relevanz im Hinblick auf die Aufklärung der Bevölkerung ist besonders jener neue Ansatz im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung; denn deren Feststellung, dass die Möglichkeit zum Kick durch häufigen Gebrauch “ausleiere”, gibt damit einen Hinweis auf die große Gefahr, die mit häufiger Pornonutzung verbunden ist:

Ihre Untersuchung ist ein bedeutsamer Hinweis auf die Anbahnung zur PORNOSUCHT.

Die Nutzer können das beschreiben – so habe ich als langjährige Gutachterin beim Jugendgericht in Erfahrung bringen können: Hier spult sich ein Vorgang wie bei jeder anderen Sucht ab.

Entstehung der Pornosucht und ihre Folgen

Besonders ersichtlich ist die Entstehung von Sucht bei der Anbahnung zur Alkoholabhängigkeit. Der Nutzer wird gedrängt, nach immer stärkeren Anreizen auf die Suche zu gehen, was seine Gedankenwelt in zunehmendem Maße fesselt. Auf der Suche nach Lust wird die Willensfreiheit in einem sich steigernden Maße eingeschränkt, so dass schließlich sogar die Gefahr entsteht, in der Realität Kinder als Objekte der sexuellen Befriedigung zu missbrauchen.

Dass es heute eine Kinderschänderindustrie gibt, die von Millionen von Männern in Anspruch genommen wird, ist eine höchst alarmierende Gegebenheit. Seit dem Skandal um den Bundestagsabgeordneten Edaty ist dem Parlament hierzulande offenbar bewusst geworden, dass hier dringlicher Handlungsbedarf besteht.

Allerdings ist das mit kleinen Änderungen im Gesetz, wie in den letzten Tagen geschehen, nicht einfach getan. Von großer Dringlichkeit ist die Einsicht, dass mit der sogenannten “Befreiung zur Sexualität” seit ca. 50 Jahren weltweit ein Rubikon überschritten worden ist.

Von der praktischen Berufserfahrung her habe ich schon damals mit einer Vielzahl von Publikationen vor der Entfesselung des zweitgrößten Lebenstriebes und den seelisch zerstörerischen Folgen zu warnen begonnen. Als letztes noch einmal mit den Taschenbüchern “Wer Wind sät” und gemeinsam mit Professor Thomas Schirrmacher unter dem Titel “Ausverkaufte Würde – der Pornoboom und seine psychologischen Folgen”.

Aber selbst das Aufplatzen der Eiterbeule durch den belgischen Verbrecher Dutroux führte nicht zu nachhaltigen Aktivitäten der Regierungen und der Aufklärung der Bevölkerung über das Wesen der Sexualsucht.

Kann es in später Stunde noch Hilfe geben gegen diese Form der Selbstvernichtung einer blühenden Gesellschaft?

Nun gehen junge verantwortungsbewusste Eltern z.B. in  Stuttgart auf die Straße – immerhin! Aber unumgänglich wäre eine Bemühung der Mächtigen um eine Vereinbarung gegen diesen Seelenkrieg. Er müsste auf einem Gipfeltreffen Hauptthema sein.

Christa Meves ist Erziehungs-Expertin und Bestseller-Autorin zu pädagogischen und psychologischen Themen


G. Wyneken, G. Becker & Co.: Herkunft, Hintergrund und verschwiegene Schattenseiten der “Reformpädagogik”

PRESSEMELDUNG der Betroffenen-Initiative “NetzwerkB”:

In Berlin treffen sich Bildungshistoriker, um über die Reformpädagogik nach der Odenwaldschule zu räsonieren. Weder über Missbrauch noch über Wyneken noch über Nähe wird geredet. IMG_1061

Unter dem Titel “Reformpädagogik und Reformpädagogik-Rezeption in neuer Sicht” findet eine Tagung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) in Berlin am Mittwoch/Donnerstag, 10./11. Dezember 2014, statt.

NetzwerkB hat bei der Leitung und Organisation der Tagung mit Schreiben vom 29. November 2014 wie folgt nachgefragt:

“Teilen Sie uns bitte mit, wer zum Thema “pädagogischer Eros und Reformpädagogik” sowie zur “Geschichte der Odenwaldschule und Missbrauch” sprechen wird. Gibt es dazu ein Forum?” 

Eine Antwort hat NetzwerkB bis heute nicht erhalten.

“Die Tagung des Dr. Jekyll”

Von Christian Füller

Die Reformpädagogik ist von jeher eine Pädagogik der schönen Rede. Die wohl größte Tradition, welche die Zunft entwickelt hat, ist die der horriblen Beschreibung der herrschenden Schule – der Presse, Anstalt, Paukschule und welche Begriffe da immer erfunden wurden.

Dieser Karikatur der schwarzen Staats-Pädagogik stellen Reformpädagogen gerne die rosaroten Schilderungen ihrer achtsamen Schulen entgegen, die  –  angeblich  –  kein Kind beschämen.

Dabei ist es so, dass die Schönrederei vielleicht einen ganz anderen Zweck hat: Sie soll etwas Dunkles und Unheimliches verdecken.

G. Wyneken, Ahnherr der deutschen Reformpädagogik

Nehmen wir Gustav Wyneken, einen der wichtigen Ahnherrn der deutschen Reformpädagogik genau wie der demokratischen Schule. IMG_4228

Er gaukelte der reformpädagogischen Gemeinde viele Jahre lang vor, er sei ein Schulreformer und pädagogischer Demokrat. In Wahrheit verfolgte er wohl ganz andere Ziele  –  sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Szene wusste davon, immerhin wurde Wyneken rechtskräftig verurteilt.

Aber die Bildungshistoriker erzählen beinahe seit 90 Jahren von Wyneken nur die Geschichte des guten Dr. Jekyll, der Schüler als Demokraten auf Augenhöhe sieht. Und sie verschweigen konsequent den Mr. Hyde in Wyneken, der rücksichtlos über Kinder hinwegtrampelte.

Fast mutet es an wie die Spezialität deutscher Bildungsreformer – sie sind großartige Schönredner. Die Indizien für Verherrlichung reichen von heute bis weit in die Vergangenheit.(…)

Gerold Becker, vielverehrter Leiter der Odenwaldschule

Der unumstrittene Held der schönen Rede auf die Reformpädagogik war Gerold Becker. In der Szene galt der (evangelische) Theologe, der viele Jahre die berühmte Odenwaldschule Oberhambach leitete, als ein kleiner Messias.

„Niemand konnte die Reformpädagogik so schön erklären wie Gerold Becker“, pflegten die Pädagogen zu schwärmen, die sich in den elitären Kreisen der AG Schulreform versammelten.  DSC00254

Dass Becker reformpädagogische Märchen erzählt hat, war freilich nicht das größte Verbrechen des Gerold Becker, wie heute jeder weiß. 2010 wurde bekannt, dass er in seiner Amtszeit an der Odenwaldschule ein gruseliges System sexuellen Missbrauchs eingerichtet hat.

Sechs pädosexuelle Lehrer suchten sich gezielt die hübschesten (und wehrlosesten) Jungen von 11 bis 14 Jahren, um sie in ihre Wohnungen zu lotsen. Ein Untersuchungsbericht nennt 125 Opfer, allein Gerold Becker, der Schulleiter, habe demnach 86 Jungen schwer missbraucht, auch durch Vergewaltigung. Auf dem Nachttisch Beckers soll stets griffbereit eine Dose Vaseline gestanden haben.

Die deutschen Edel-Reformpädagogen wussten zwar reihenweise, „dass der Gerold auf kleine Jungs stand“, aber sie kapierten angeblich nicht, was das bedeutet.

Die Odenwaldschule hat diese Verbrechen zugelassen. Erst jetzt, im Jahr 2014, wird eine offizielle Untersuchungskommission gebildet, die dem Verrat an den Schülern und den Verbindungen bis in die höchsten Kreise nachgehen will. Gerold Becker war von 1972 an Schulleiter, 1985 musste er die Schule verlassen.

Früher Sündenfall der Reformpädagogik

Dabei liegt der eigentliche Sündenfall der Reformpädagogik viel früher, nämlich im Jahr 1919. Da steht einer der wichtigsten deutschen Schulreformer vor Gericht. Die Episode erklärt beides, die Brutalität und die Verlogenheit einer Pädagogik, die die „Nähe zum Kind“ stets als Idee und Handlungsleitung begriffen hat.

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

Der Mann heißt Gustav Wyneken, er ist promovierter Theologe, Philosoph und Leiter der so genannten „Freien Schulgemeinde Wickersdorf“. Er wird beschuldigt, zwei Schüler sexuell missbraucht zu haben.

Bei einer Klassenfahrt bat er seine Lieblinge zu sich ins Hotelzimmer, befahl ihnen, sich auszuziehen und zu ihm ins Bett zu steigen. Dort hatte er vorsichtshalber schon ein Handtuch untergelegt.

BILD: Die extreme Fortsetzung der “Reformpädagogik” erfolgte in der 68er-Sexwelle: siehe hierzu dieses Info-Buch unseres Autors Mathias von Gersdorff (ein Stück davon gibt es gratis bei uns)

Um es vorwegzunehmen, Wyneken wurde bestraft, das Urteil in einer zweiten Verhandlung bestätigt. Das Gericht verurteilte den Bürger Wyneken rechtskräftig zu eineinhalb Jahren Gefängnis wegen Unzucht mit Schutzbefohlenen.

Nicht Unzucht, sondern etwas “Weihevolles” 

Die kriminelle Energie des rastlosen Schulreformers ist erstaunlich – aber mehr noch seine Chuzpe. Wyneken entschuldigte sich nicht, sondern er verfasste für den Prozess ein Pamphlet mit dem bezeichnenden Namen „Eros“.

Schulen seien erst dann wirklich gut, heißt es darin, wenn die Schüler dort nackt lernen und ihrer Körper erkunden könnten. In dem Fall mit den beiden Schülern, der zur Verhandlung stehe, sei es nicht „um irgendwelche Drüsensekrete“ gegangen, sondern um etwas Höheres, Weihevolles.

Wyneken schrieb: „Wir reden hier von einer Form der Liebe in jenem Sinn, den wir durch den griechischen Begriff des Eros vorläufig einmal kennzeichnen.“ 

Man muss kurz innehalten. Ein Schulleiter, der mit zwei Schülern Schenkelverkehr nach griechischem Vorbild betrieben hatte, rechtfertigt seine Handlung als pädagogische Glanztat. Mehr noch, er bastelt daraus eine neue Pädagogik für neue, am besten nackte Menschen.

Wynekens Ruf blieb dennoch ungebrochen

Das für die Reformpädagogik Bemerkenswerte ist nun dies: In die Geschichte ging Gustav Wyneken nicht etwa als Sexualverbrecher ein. Wynekens Ruf blieb ungetrübt, sein Verbrechen wurde von den Pädagogen einfach verschwiegen.

Stattdessen feiern ihn Bildungshistoriker, Betprofessoren der Reformpädagogik und die Gemeinde der Schulreformer – bis heute! – als einen der wichtigsten ihrer Zunft, als den eloquentesten und radikalsten.

Wyneken habe die demokratische Schule, bei der Schüler und Lehrer sich auf Augenhöhe begegneten, erst erfunden. Der Päderast als Heilsbringer des neuen Lernens.(…)

Der Ort des pädagogischen Eros Wyneken war zentral für die Reformpädagogik der Landerziehungsheime. Seine Idee der Kameradschaft, einer gemischten Lehrer-Schüler-WG, wird als „Internatsfamilie“ in die Odenwaldschule importiert, wo sie ab den 1960er Jahren zu der beschriebenen Missbrauchs-Katastrophe führt.

Weil pädokriminelle Lehrer die Familie genau als das begriffen, was Wyneken mit ihr bezweckt hatte: der ideale Ort des pädagogischen Eros, sprich des sexuellen Missbrauchs zu sein. Konsequenzen haben die Landerziehungsheime bisher daraus nicht gezogen.

Missbrauch konzeptionell in Reformpädagogik enthalten

Wenn man diese Vorgeschichte kennt, wundert man sich nicht mehr, mit welchem Nachdruck Reformpädagogen bis zum heutigen Tage sexuelle Gewalt als „pädagogischen Eros“ rechtfertigen. Nicht jeder Reformpädagoge ist deswegen ein Päderast. Aber die Zunft sollte nach mehreren schweren Unfällen ihrer „Nähe zum Kind“ langsam nachdenken, auf welch` fragwürdigen Fundamenten sie errichtet wurde.

Sie hat mit dem bewussten Einreißen der emotionalen Schranken zwischen Lehrer und Schüler dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Aber sie verleugnet seit 100 Jahren, dass zu ihren Besten fanatische Päderasten zählen.

Sexualisierte Gewalt ist konzeptionell in die reformpädagogische Ideologie eingebaut – u.a. deswegen, weil die Lernreformer asymetrische Machtverhältnisse zu Schülern als angeblich gleichberechtigte tarnen.

Eine solche Pädagogik kann nicht beanspruchen, die Alternative zu einem herrschenden Schulsystem zu formulieren.

Quelle und vollständiger Text hier: http://netzwerkb.org/2014/12/07/die-tagung-des-dr-jekyll/

Weiterführende Infos zur erwähnten Tagung: http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2014/12/ProgrammTagungReformpaedagogik20140712webx.pdf http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2014/12/Bibliothek-für-Bildungsgeschichtliche-Forschung_28.11.2014.pdf

HINWEIS: Unser eigener Artikel zur “Reformpädagogik” und Odenwaldschule, vor über vier Jahren veröffentlicht: http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/2010/07/gerold-becker-ist-tot-doch-die-linke.html


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