Flache Scheibe oder Erdkugel? – Das Mittelalter und die Naturwissenschaften

Von Dr. Eduard Werner

Der Australier Jim Jefferies arbeitet mit einer Parabel, um religiöse Menschen als dümmlich darzustellen. In seinem Fortschrittszug lässt er im ersten Waggon die klugen Wissenschaftler fahren, während er den religiösen Menschen, die geistig minderbemittelt sind, im dritten Waggon klägliche Bremsversuche unterstellt.  

Es ist schon eine alte Methode der Verächtlichmachung, weil Bilder nachhaltiger wirken als langatmige Texte.

BILD: Planetarium im Gasometer von Oberhausen

In der Zeit der Aufklärung unterstellten beispielsweise Kirchenfeinde den mittelalterlichen Menschen, sie hätten sich die Erde als Scheibe vorgestellt, von der man ins Nichts hinunter fallen konnte. In Wirklichkeit gibt es keinen einzigen Beleg dafür, dass die Menschen im Mittelalter so ungebildet gewesen wären.

Andererseits gibt es sehr viele Belege dafür, dass im Mittelalter die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde allgemein verbreitet war. Das bezeugt schon der Reichsapfel, das Wappen des mittelalterlichen Kaiserreichs. Auf der Weltkugel thront das Kreuz zum Zeichen, dass Christus der Herr der Welt ist.

Auch auf zahlreichen Darstellungen des Jesuskindes ist die Erde in Kugelgestalt zu sehen. Das Bild von der Erde als Scheibe war also frei erfunden, um die Religiösität des Mittelalters lächerlich zu machen.

In Wahrheit geht die kulturelle Entwicklung auf der Erde auf religiöse Menschen zurück. Der geistige Frühling Europas im ersten Jahrtausend ist ohne das neue christliche Arbeitsethos und ohne die Kulturtechniken der Benediktiner nicht denkbar. Und im 19. und 20. Jahrhundert sind die Christen mit Pater Gregor Mendel und dem Begründer der Urknalltheorie, dem Priester Georges Lemaitre, deutlich vertreten.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags des Historikers Dr. E. Werner hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=8515

Stephan Kolassa fügt dort in einem Kommentar ergänzend hinzu: 
Konkret zum Vorwurf, im Mittelalter habe man sich die Erde als Scheibe vorgestellt: Thomas von Aquin erwähnt beiläufig in Quaestio 1, Articulus 1, Ad 2, dass der Astronom ja beweise, dass die Erde rund („rotundus“) sei. Und das ist hier nicht einmal der Kernpunkt der Diskussion, sondern nur ein Beispiel. Offenbar war die Kugelgestalt der Erde im 13. Jh. dermassen akzeptiert, dass man darüber nicht einmal argumentieren musste. Lateinischer Text beispielsweise hier: http://www.corpusthomisticum.org/sth1001.html

Weiterer Text aus RELILEX hierzu:
„Der Reichsapfel war eine Kugel mit einem Kreuz darauf und gehörte zu den Symbolen der Herrschaft eines Kaisers, die ihm bei seiner Krönung als sogenannte „Insignien“ überreicht wurden. Später wurde dieses Symbol auch bei Königskrönungen verwandt. Seit der Antike wird die Kugel als Zeichen für die Welt genutzt. Die Kugelgestalt der Erde war seit Beginn unserer Zeitrechnung bekannt (auch wenn das heute dem Mittelalter manchmal nicht mehr zugetraut wird).“
(Quelle: http://relilex.de/reichsapfel/)

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Erdbestattung: Zeugnis des Glaubens für die Würde des menschlichen Leibes

Von Felizitas Küble

Am 25. Oktober 2016 veröffentlichte der Vatikan die Instruktion der Glaubenskongregation „Ad resurgendum cum Christo“ (= Zur Auferstehung mit Christus) über die Beerdigung der Verstorbenen und die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung.

Die römische Anweisung wurde am 15. August 2016 von Kurienkardinal Gerhard Müller unterzeichnet. Der Präfekt der Glaubenskongregation wählte für diese Instruktion, welche die Erdbestattung mit Nachdruck empfiehlt und theologisch begründet, sicher nicht ohne tieferen Sinn als Datum das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele.

Geht es doch hier wie da  –  beim Assumpta-Dogma sowie bei der Bevorzugung der Erdbestattung  –   um die Hochschätzung des menschlichen Leibes über den Tod hinaus.

Eingangs verweist das vatikanische Dokument auf die frühere Instruktion „Piam et constantem“ vom 5. Juli 1963. Darin findet sich der Aufruf, dass „die Gewohnheit, den Leichnam der verstorbenen Gläubigen zu beerdigen, heilig gehalten werde“.

Die Feuerbestattung wurde jedoch zugleich erstmalig unter bestimmten Bedingungen erlaubt, sofern sie nämlich nicht „aus Ablehnung der christlichen Dogmen, aus sektiererischer Gesinnung oder aus Hass gegen die katholische Religion und Kirche“ praktiziert werde. Zuvor war folgender Passus des Kirchenrechts gültig: „Einem Gläubigen, der die Verbrennung seines Leichnams anordnet, wird das kirchliche Begräbnis zur Strafe entzogen.“

Der Anlass für die jetzige Instruktion ist wohl vor allem die Tatsache, dass sich – so heißt es dort eingangs – „die Feuerbestattung in nicht wenigen Ländern stark ausgebreitet“ habe. Auch in Deutschland steigt die Einäscherung kontinuierlich an. Waren es in Westdeutschland vor der Wiedervereinigung lediglich 7,5% aller Verstorbenen, die verbrannt wurden, so stieg dieser Anteil bereits 1999 auf 31,8% mit weiter wachsender Tendenz nach oben. In den neuen Bundesländern werden schon seit langem 70 – 75% der Toten eingeäschert. Auch auf kirchlichen Friedhöfen fällt die wachsende Anzahl der Urnen-„Gräber“ und Kolumbarien auf.

 Die Instruktion der Glaubenskongregation sieht diese Entwicklung zweifellos mit „brennender“ Sorge  – und sie begründet ihren Warnruf damit, dass sie die „lehrmäßigen und pastoralen Gründe“ darlegen wolle, welche „für die Bevorzugung der Beerdigung“ (also die Erdbestattung) sprechen. Zugleich gehe es darum, so Kardinal Müller weiter, „Normen für die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung zu erlassen“.

Nach einigen grundsätzlichen Ausführungen über Tod und Auferstehung Christi sowie die Bedeutung der Taufe heißt es weiter: „Durch den Tod wird die Seele vom Leib getrennt; in der Auferstehung aber wird Gott unserem verwandelten Leib das unvergängliche Leben geben, indem er ihn wieder mit unserer Seele vereint.“

Warum dem Leib auch nach dem Tod Hochachtung gebührt

Auf dieser Grundlage schärft die Instruktion ein („empfiehlt die Kirche nachdrücklich“), den Leichnam des Verstorbenen „gemäß ältester christlicher Tradition auf dem Friedhof oder an einem anderen heiligen Ort zu beerdigen“.

Die Kirche senke „voll Hoffnung auf die Auferstehung in Herrlichkeit“ die „sterblichen Überreste“ der Gläubigen in die Erde. Der „Glaube an die Auferstehung des Fleisches“ solle auch auf diese Weise „bekräftigt“ werden. Zugleich wolle die Kirche dadurch „die hohe Würde des menschlichen Leibes“ ins Licht stellen, dem „Ehrfurcht und Achtung“ gebühre, denn durch die Taufe sei der menschliche Körper „Tempel des Heiligen Geistes geworden“.

Außerdem fördert die traditionelle christliche Erdbestattung, so heißt es weiter, „das Andenken und das Gebet für die Verstorbenen durch die Angehörigen und die ganze christliche Gemeinschaft, wie auch die Verehrung der Märtyrer und der Heiligen.“

Eben deshalb könne die Kirche keine Feuerbestattung erlauben, wenn derselben eine irrgeistige Motivation zugrunde liege:

„Sie kann deshalb nicht Haltungen oder Riten erlauben, die falsche Auffassungen über den Tod beinhalten, etwa wenn er als endgültige Vernichtung der Person, als Moment ihrer Verschmelzung mit der Mutter Natur oder dem Universum, als Etappe im Prozess der Reinkarnation oder als endgültige Befreiung aus dem „Gefängnis“ des Leibes verstanden wird.“

Freilich berührt die Einäscherung des Leichnams nicht die menschliche Seele, wie die Instruktion klarstellt  –   und sie „hindert die Allmacht Gottes nicht daran, den Leib aufzuerwecken“.  –  Gleichwohl gilt: „Die Kirche bevorzugt weiterhin die Beerdigung des Leichnams, die eine größere Wertschätzung für die Verstorbenen zeigt.“

Da es in den letzten Jahrzehnten verstärkt zu befremdlichen Bestattungs-Praktiken gekommen ist, erklärt die Instruktion, dass „die Aufbewahrung der Asche im Wohnraum nicht gestattet“ ist  – davon kann nur bei „schwerwiegenden Umständen“ abgesehen werden, die im Einvernehmen mit dem Ortbischof zu klären sind.

Zudem wird auch die See- oder Luftbestattung untersagt:

„Um jegliche Zweideutigkeit pantheistischer, naturalistischer oder nihilistischer Färbung zu vermeiden, ist es nicht gestattet, die Asche in der Luft, auf dem Land oder im Wasser oder auf andere Weise auszustreuen oder sie in Erinnerungsgegenständen, Schmuckstücken oder anderen Objekten aufzubewahren.“

Fest steht jedenfalls, so heißt es abschließend:

„Falls sich der Verstorbene offenkundig aus Gründen, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen, für die Feuerbestattung und das Ausstreuen der Asche in der Natur entschieden hat, ist das kirchliche Begräbnis nach Maßgabe des Rechts zu verweigern.“

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Glaubenskongregation mit dieser überfälligen Instruktion einige Stühle geraderückt und den Vorzug der herkömmlichen Beerdigung betont und begründet.

„Staub bist Du und zum Staub kehrst Du zurück“

Bisweilen hört man auch in katholischen Kreisen den Einwand, die Bibel selbst   – aber auch die Aschermittwochsliturgie  – spreche doch davon, dass der Mensch „Staub“ sei und dass er „zum Staub zurückkehrt“. 

Sicher trifft dies grundsätzlich zu, doch der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Leichnam  –  in der Erde vergraben –  durch den natürlichen Lauf der Dinge „zu Staub wird“, im Falle der Leichenverbrennung aber aktiv eingegriffen und der menschliche Körper absichtlich vernichtet wird. Hier geschieht also das „zu Staub werden“ willkürlich durch des Menschen eigene Hand  –  und dies meist „befeuert“ von Gründen der Kostenersparnis. Der Trend zum „Billig-Begräbnis“ (also Urne statt Sarg) scheint daher kaum aufzuhalten.

Nicht allein die Leichenverbrennung als solche ist deutlich preiswerter als die traditionelle Beerdigung, auch die Grabpflege gestaltet sich einfacher (sofern die Asche sich überhaupt noch in einem Urnen-„Grab“ befindet und nicht in einem Kolumbarium an der Friedhofswand, was den „Aufwand“ noch weiter verringert). Überdies ist bei der Einäscherung auch eine sog. „anonyme Bestattung“ möglich. Dabei wird die Urne in einem Massengrab beigesetzt, so dass überhaupt keine Grabpflegekosten für die Angehörigen entstehen.

In einer Wegwerf-Gesellschaft (die ungeborene Kinder bereits millionenfach tödlich „entsorgt“ hat) verschwindet zunehmend auch der Respekt vor dem Leichnam der  Verstorbenen. So wie es eine christlich-humane „Kultur des Lebens“ gibt, die das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod schützt und damit Abtreibung und Euthanasie verbietet, so gibt es auch eine „Kultur des Todes“, die den menschlichen Leibes bewusst hochschätzt, zumal er einst zur Auferstehung berufen ist.

Was ist uns die christliche Trauerkultur wert?

Hier stellt sich die jedoch die prinzipielle Frage: Was sind uns die Verstorbenen „wert“? Sind sie uns zwar noch „lieb“, dürfen aber auf keinen Fall „teuer“ werden? Welche Bedeutung hat hier noch eine wirklich christliche und humane Trauerkultur? Ist der Grundsatz vergessen, dass die Würde des menschlichen Leibes den Tod überlebt?

Im Judentum (und übrigens auch im Islam) ist die Leichenverbrennung nach wie vor strikt untersagt. Das Alte Testament kennt durchgehend eine strenge Pflicht zur Erdbestattung (vgl. 5 Mo 21,23) und betrachtet es als große Tugend, die Verstorbenen zu begraben (vgl. Buch Tobit). Die Verbrennung eines Leichnams wurde im Alten Bund als drastische Verschärfung der Todesstrafe angesehen und kam nur selten zur Anwendung (Gen 28,24; Jos 7,15).  –  Auch das Neue Testament geht von der Selbstverständlichkeit der Erdbestattung aus. Beim Begräbnis Christi betont Johannes ausdrücklich, dass es nach jüdischer Sitte ablief (Joh 19,39 f).

Die jüdisch-christliche Erdbestattung war in jener Zeit keineswegs selbstverständlich, denn im Heidentum praktizierte man vielfach die Einäscherung der Leichen. Dies wurde teils mit der Angst begründet, die Seele des Toten könne andernfalls in den Leichnam zurückkehren, teils auch mit der Abwertung des Leibes als „Gefängnis der Seele“ (gnostischer Dualismus). Auch die römischen Kaiser wurden nach ihrem Tod öffentlich auf einem Scheiterhaufen verbrannt, wobei man von der mythologischen Vorstellung ausging, dass die kultisch verehrten Herrscher dabei gleichsam „wie ein Phönix aus der Asche steigen“ und ihrer Himmelfahrt und Vergöttlichung entgegenstreben.

Derartige teils leibfeindliche, teils abergläubische Ideologien hat das Christentum stets abgelehnt. Die Sitte der Erdbestattung wurde infolge der etappenweisen Christianisierung der Germanen im frühen Mittelalter allmählich auch staatliches Recht. Im Edikt von Paderborn verbot Karl der Große im Jahre 785 n. Chr. jede Feuerbestattung, um dieser alten Unsitte bei manchen Neuchristen ein Ende zu bereiten.

Katakomben: Erschütterndes Zeugnis der frühen Christen

Immerhin würdigt die Heilige Schrift den Leib des Gläubigen als Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 6,19) und versteht die Auferweckung am Jüngsten Tag ausdrücklich als eine Auferstehung des Leibes bzw. – noch deutlicher formuliert  – des „Fleisches“, wobei der Körper in seiner verklärten Daseinsweise nicht mehr an die irdischen Naturgesetze gebunden sein wird (vgl. 1 Kor 15,35). Durch die Verwandlung des sterblichen Leibes in die Unsterblichkeit des ewigen Lebens steigert sich die Glückseligkeit der Menschenseele im Himmel, denn sie wird wieder mit ihrem eigenen Leib vereinigt und so zur „Ganzheit“ des Menschseins vollendet.

Sollten nicht gerade wir Christen ein klares Signal für eine wahrhaft menschenwürdige „Trauerkultur“ setzen, auch und gerade inmitten einer wachsenden neuheidnischen Umgebung?

Bedenken wir auch das Zeugnis der frühen Kirche in der damaligen heidnischen Umgebung:

Während der römischen Verfolgung scheuten die Christen keine Mühe, um ihre Verstorbenen in selbstgebauten, unterirdischen Katakomben würdevoll zu bestatten, was durchaus auch ein gefährliches Unterfangen war. Eine Einäscherung wäre für sie gerade in dieser bedrängten Lage viel einfacher gewesen. Damals war die Leichenverbrennung  – zumal in der römischen Hauptstadt –  gang und gäbe, weshalb keine Friedhöfe existierten. Es gab lediglich Grabmäler, die sich sehr vermögende,  hochstehende Personen leisten konnten.

Die Katakomben sind der steinernde, die Zeiten überdauernde Beweis dafür, wie wichtig den damaligen Gläubigen die Erbestattung war, unter welchem Aufwand, unglaublichen Mühen und Opfern sie inmitten von Bedrängnis und Verfolgung unter der Erde würdige Grabstätten für ihre Verstorbenen errichtet haben. Diese Einsatzbereitschaft war heldenhaft und ist vorbildlich auch für unsere Zeit – gerade für sie!

Gewiss beruht unsere Auferstehungshoffnung nicht auf einer bestimmten Weise der Bestattung, sondern auf den Verheißungen Gottes. Doch der christliche Jenseitsglaube stärkt sehr wohl unseren Sinn für die besondere Würde des menschlichen Leibes; eine Würde, die uns etwas wert sein sollte –  über den Tod hinaus!

Dieser Artikel unserer Autorin Felizitas Küble (Mail: felizitas.kueble@web.de, Tel. 0251-616768) wurde in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 11 – 12/2016) veröffentlicht und hier um ein paar Zeilen ergänzt.

 


Mehrfache Mentalitätsveränderungen führten zu einer egozentrischen Single-Gesellschaft

Von Christa Meves

Eine neue Studie verdient Beachtung. Sie dokumentiert drei Phasen der mentalen Veränderung der Menschen hierzulande seit 1945 bis heute.

Während in der Nachkriegszeit von 1945 – 1968 die Mentalität der Menschen vor allem vom Aufbruch aus dem Inferno geprägt war, entstand ab 1965 im Westen – so weiß heute jedermann – eine schlagartig veränderte Lebenseinstellung. Jetzt begann – von den Medien einhellig unterstützt – ein links-liberaler Vorrang in der Lebensweise – eine Art „Locker vom Hocker“-Mentalität zu dominieren.

Im neuen Jahrhundert ist der Trend nun neu bestimmt von einer wirtschaftlich orientierten Europäisierung und von dem Durchbruch der Technik hinein in jedermanns Alltagsleben. Die dadurch jeweils gefärbten mentalen Veränderungen scheinen in einem ersten Ansatz durch die bereits erwähnte Studie im Auftrag einer Wirtschaftsfirma ins Visier genommen worden zu sein: Sie veranlasste eine Forschungsgruppe, die mentalen Veränderungen in zeitlich unterschiedenen Gruppierungen zu erkunden, um daraus Schlüsse für wirtschaftliche Optimierungen herauszufinden.

Ihre Ergebnisse sind aber auch psychologisch relevant und von interessanter Eindeutigkeit. Diese Digitalagenturgruppe Syzygy machte es sich also zur Aufgabe, die vorherrschende Lebenseinstellung eben bei den besagten drei Gruppen von je 1000 Personen in den drei jüngsten Zeitabschnitten zu untersuchen.

Sie verglich das Verhalten der 53 – 79-Jährigen – das sind die in die Nachkriegszeit Hineingeborenen – mit einer zweiten Gruppe der 37 – 52-Jährigen. Das sind in der BRD jene mit der im Westen ab 1965 einsetzenden 68er Kulturrevolution. Diese beiden Gruppierungen verglichen sie dann darüber hinaus und vorrangig mit den Jüngsten, den 19 – 36-Jährigen, also den ab 1981-1991 Geborenen.

Eindrucksvoll ist das Ergebnis der Untersucher: 

Während in der Nachkriegszeit offenbar die alten gesellschaftlichen Strukturen dominierten, erbrachte der Trend ab 1969 im Westen durch die revolutionäre, extrem liberalistische Veränderung einen Trend zur sog. antiautoritären Erziehung.

Aus diesen bald aufeinander folgenden Wechselbädern der beiden vergangenen Phasen hat sich nun – laut Studie – vor allem in der jüngsten Generation durch das Vorherrschen der neuen Technik im Verhalten der 19 bis 36-Jährigen eine erstaunliche weitere Veränderung ergeben.

Verstärkter Trend in Richtung Narzissmus

Diesen widmet die Studie vorrangig Aufmerksamkeit; denn im Gegensatz zu den Älteren zeigt sich in der jüngsten Generation hierzulande die Mentalität einer unverblümt offerierten, gesteigerten Ichhaftigkeit. Zitat: „Die Millennial-Generation in Deutschland dreht sich gerne um sich selbst und beansprucht für sich nur die besten Produkte und Dienstleistungen. Somit ist die ‚Generation Narzissmus‘ eine echte Herausforderung für Unternehmen, die sie als Konsumenten gewinnen wollen.“

Egozentrizität scheint hier also zu dominieren. Die Untersucher fassen sie unter dem Begriff „Narzissmus“ zusammen und verstehen darunter eine individualistische Dominanz mit einer besonderen Vorliebe für die eigenen Belange mit einer vorrangigen Nutzung nun nicht mehr allein des Fernsehers und dessen Krimi-Serien, sondern alles Digitalen, das ihnen vom Jugendalter ab mehrheitlich zur Verfügung gestellt wurde, dem Workman, dem Discman zunächst, dem Handy, dem PC in voller Wucht und in jüngster Zeit dann dem Smartphone.

Wie die Hirnforscher nun bereits längst gewarnt haben, verändert dieser Vorrang einer allein auf sich selbst bezogenen Beschäftigungsmöglichkeit anscheinend geradezu den Charakter zugunsten einer Abschottung und geistigen Verarmung. Auch die Forscher dieser Studie meinen nun, im Hinblick auf das Interesse für die Personen der Außenwelt geradezu einen Schwund feststellen zu können: Die jungen Menschen bleiben in zunehmendem Maß auf sich selbst bezogen.

Wachsende Gleichgültigkeit plus Selbstüberheblichkeit

Die Untersucher meinen zu konstatieren, dass so der Verlust einer nach außen gewandten Emotionalität stattfinde. Sie beschreiben eine selbstbezogene Gleichgültigkeit ihrer Probanden und sprechen von einem daraus resultierenden überheblichen Selbstbewusstsein, das sich in gespielter Nüchternheit „an Fakten hält“.  

Die Forscher betonen aber auch eine wie selbstverständliche Anspruchshaltung der jungen Menschen mit einer eher oberflächlichen Nutzung der Marktangebote. Aber sie meinen ebenfalls, eine überzogene Darstellungsbereitschaft per Super-Outfit bei öffentlicher Artikulation feststellen zu können. Gleichzeitig scheint sich den Untersuchern ein verringertes Interesse an spektakulären Ereignissen der Öffentlichkeit zu zeigen. Selbst dem dort so hoch gepolten Sexuellen mag die junge Mannschaft keine Neugier mehr abzugewinnen.

Die Motivation der Untersucher schließt die Frage nach den Ursachen dieser eklatanten Charakterveränderung der jungen Menschen aus; denn ihr Auftrag bezieht sich vorrangig auf das Konsumverhalten der jungen Menschen. Diese mag durch die Dominanz der Technik in jedem der jungen Köpfe mitverursacht worden sein; aber das kann allein die neue Mentalität nicht hervorgebracht haben.

Nimmt man dieses Verhalten pädagogisch, so lässt sich nicht die Frage ausschalten, wie es zu dieser erheblichen Einstellungsänderung hat kommen können, und wie dem zu begegnen sei.

Vernachlässigung brachte eine Single-Generation hervor

Die veränderte Erziehungsweise dieser jungen Generation, das viel größere Sich-selbst-Überlassen-sein bei meist beiden im Arbeitsprozess stehenden Elternteilen, die unzureichende Bindung an eine duale Bezugsperson im Kleinkindalter, der dadurch hervorgerufene Trend zur Kollektivierung von der frühen Kindheit ab, die Notwendigkeit, sich selbst zu behaupten bei einem uneingeschränkten Erlaubtsein von allem und jedem – so fürchteten praktisch arbeitende Psychotherapeuten schon durch das gesamte damalige Erziehungsklima ab 1969 hindurch – würde (wie Fritz Riemann das bereits prognostizierte) eine Gesellschaft von Singles produzieren.

Das scheint jetzt in der Tat Wirklichkeit zu werden. Denn sogar die Anziehung auf das andere Geschlecht scheint sich jenseits der Pubertät nicht etwa zu verstärken, sondern als eher überdrüssig uninteressant einzuschränken.

Der Wille zum Heiraten und damit zur Familienbildung wird dadurch offensichtlich bereits gemindert. „In mein Privatleben passen andere Menschen einfach nicht hinein. Sie stören nur“, sagte jüngst ein gut verdienender 25-Jähriger zu mir.

Dennoch: Nach meiner Beobachtung scheinen die bedrückenden Ergebnisse dieser Studie mit der Beschreibung einer sich konstituierenden Gesellschaft von Einsiedlern nicht das letzte Wort zu haben.

Wie viele lebendige, hoch motivierte und interessierte Kinder habe ich allein auf den Tagungen unseres Vereins „Verantwortung für die Familie“ kennengelernt – als die Erziehungsergebnisse liebevoll bemühter Eltern, die zäh und unermüdlich dem schädlichen Nesthocker-Zeitgeist widerstanden! Das mag eine kleine, aber für die Zukunft wertvolle Gruppierung sein.

Aber darüber hinaus hat sich allgemein in den letzten Jahren bei erstaunlich vielen jungen Menschen – wie ein Aufbäumen der Befindlichkeit gegen die seelische Verengung – nun eine erstaunliche Freude an großen Events mit einem christlichen Hintergrund entwickelt. Und dieses wird von mehreren christlichen Sendern, von Radio Horeb bis zu Hope Chanel, EWTN und Bibel-TV in gezieltem Ausmaß dokumentiert und propagiert

Auf diese Weise scheint sich die geminderte Emotionalität Bahn brechen zu wollen. Das sollte doch Hoffnung sein auf eine Reanimierung seelischer Vielfalt und damit auf eine Zukunft mit mehr seelischer Gesundheit und auf neu angeregte kultivierte Glaubensfülle, denn ohne diese wird’s beim „Haschen nach Wind“ bleiben.


Ausstellung über Hexenverfolgung in Ravensburg und dem Bodenseeraum

Auch in der oberschwäbischen Metropole und heutigen Kreisstadt Ravensburg wurden in der frühen Neuzeit unschuldige Frauen als Hexen hingerichtet. (Es handelt sich beim systematischen Hexenmord  –  entgegen weitverbreiteten Vorstellung  –  keineswegs vorrangig um ein Phänomen des Mittealters, sondern der beginnenden Neuzeit.)

Eine Ausstellung in Ravensburg befaßt sich unter Leitung des Kurators Prof. Dr. Andreas Schmauder konkret mit dem Hexenwahn im Bodenseeraum und südlichen Oberschwaben, wozu die die freie Reichsstadt Ravensburg gehörte – und zwar bezogen auf Vorgänge im Jahre 1484.

Der bekannte Inquisitor Heinrich Kramer (genannt „Insistoris“), späterer Verfasser des berüchtigten „Hexenhammers“, kam persönlich in die Stadt, um die Hexenverfolgung einzuleiten.

Hintergrund der Pogromstimmung waren Mißernten aufgrund von Hagel, Unwettern und Überschwemmungen. Wurden bei der Pest im Mittelalter vor allem Juden als Sündenböcke ausfindig gemacht, so traf es in späterer Zeit die „Hexen“, denen man Teufelspakt und Schadenszauber unterstellte. 1484 forderte Insistoris die Bürger von Ravensburg auf, ihm Bewohner zu nennen, die jener Teufelsbuhlschaft verdächtig sein könnten.

Sechs Frauen wurden denunziert und im Kerker inhaftiert. Vier von ihnen wurden wieder freigelassen, zwei jedoch „gestanden“ unter tagelanger Folter die Anschuldigungen. Das Stadtgericht in Ravensburg verurteilte die beiden Frauen Agnes Bader und Anna Mindelheimer unter großer „Anteilnahme“ (Schaulust) der Bürgerschaft zum Feuertod. Nach einem ähnlichen Verfahren wurden weitere 46 Opfer im Bodenseeraum gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Es war wohl kein Zufall, daß es sich bei den beiden Hingerichteten um ledige Frauen handelte, bei denen, die freikommen konnten, jedoch um verheiratete, denen ihre angesehenen, in der Stadt solide verwurzelten Familien zu Hilfe kamen, indem sie für die Tugendhaftigkeit der Angeschuldigten bürgten. Zudem stand eines der ledigen Opfer im Verdacht eines unehelichen Verhältnisses, die andere arbeitete in der Badestube, was anscheinend einen zweifelhaften Ruf begünstigte.

Insgesamt hatten   – nicht nur in Ravensburg  –  verheiratete Frauen eher eine Chance, dem Hexentribunal zu entkommen. Allerdings konnte es woanders auch geschehen, daß Angehörige, die für sie eintraten, selber als Verdächtige auf dem Scheiterhaufen landeten.

Etwa 75 bis 80% der Opfer dieses Wahnes waren Frauen, in der früheren Neuzeit stärker als im Mittelalter, wo das Augenmerk auch auf den „Zauberern“ bzw. Hexenmeistern lag. Wie Prof. Andreas Schmauder erläutert, rechnet die Geschichtswissenschaft für die europäische Hexenverfolgung vom 15. bis 18. Jahrhundert mit 40.000 bis 60.000 Todesopfern, davon ca. 25.000 auf dem Gebiet des „Hl. Römischen Reiches deutscher Nation“.

Weitere Infos zur Ausstellung: http://www.museum-humpis-quartier.de/mhq/museumswelten/sonderausstellungen.php


Karfreitagsessen im Münsterland: STRUWEN

Im Münsterland und dem Niederrhein gibt es derzeit nicht nur in den Familien, traditionell den Struwen, auch „Struven“ oder „Strüvken“ genannt. In Münster beispielsweise werden diese Hefepfannkuchen oft am Karfreitag-Mittag im Pfarrgemeindehaus angeboten. Das Kirchenvolk trifft sich dort und trinkt Kaffee dazu. Die Struwen enthalten meist Rosinen, manchmal auch Äpfelstückchen.

Diese Speise, die sehr satt macht, ist in der westfälischen Gegend nachweisbar schon fast tausend Jahre alt und war vor allem in Klöstern sehr verbreitet.

Die ca. 2 cm dicken und 8 bis 10 cm breiten Fladen werden in reichlich heißem Öl von beiden Seiten „gebraten“, ähnlich wie Reibekuchen. Die Zubereitungszeit beträgt etwa eine halbe Stunde.

Zutaten für 12 bis 15 Stück:  
500 g Mehl
3/8 l Milch
40 g Hefe
2 Eier
2 Eßlöffel Zucker
1/2 Teelöffel Salz
250 g Rosinen
Öl zum Ausbacken
Zimt und Zucker oder Apfelmus

Zubereitung: Aus Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Eiern und Salz einen Hefeteig herstellen. Die Hefe mit etwas lauwarmer Milch aufgehen lassen. Das Mehl in eine Schüssel mit allen  Zutaten einschließlich der aufgegangenen Hefe und mit der weiteren lauwarmen Milch anrühren. Möglichst 1 Stunde abwarten, mindestens jedoch 20 Min. Danach Rosinen oder Apfelstückchen unterheben. Mit einem Eßlöffel kleinere Portionen des Teiges in viel heißem Öl in einer Pfanne ausbacken. Mit Zimt und Zucker bestreuen oder mit Apfelmus bzw. Kompott servieren. Da die Struwen schnell anbrennen, sollte die Temperatur beim Backen nicht allzu hoch sein.

 

 

 


Patriotismus statt Nationalismus: Stolz und Scham gehören zusammen

Von Dr. David Berger

Es sind immer seltener die „Linken“ und immer öfter die Konservativen und „Rechten“, die die Themen der gesellschaftlichen Debatte in Europa setzen. Das ist nicht verwunderlich, verbindet man „links“ doch seit geraumer Zeit vor allem mit Denkverboten und den angeschlossenen Institutionen der Gesinnungspolizei, auf keinen Fall jedoch mit einem herrschaftsfreien, fairen gesellschaftlichen Diskurs. pressefotoberger11

Hinzu kommt, dass die Rechte immer näher an den „normalen“ Menschen war als die linken, letztlich weltfremden und nicht von gesundem Menschenverstand und Empirie, sondern von Dogmen getriebene Linke.

Dass Geist und Freiheit eher „rechts“ stehen, bemerkte bereits in den 80ern ein Denker wie Claus Leggewie und neuerdings hat angesichts der Meinungsfreiheit Nicolaus Fest ebenfalls in einem luziden, unbedingt lesenswerten Essay erneut darauf hingewiesen. Ob die politische Klugheit dann gebietet, den Weg der Mitte zu gehen, ist eine ganz andere Frage.

Aufgrund dieses provokativen Potentials konservativen Denkens in einer Welt der verordneten Mediokrität war es absehbar, dass der Streit um die Gedenkkultur der Deutschen aufkommen musste.

Zunächst ist es völlig korrekt: Eine persönliche Schuld gibt es bei jenen, denen die „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) vergönnt war, tatsächlich nicht. Auch gegen eine Kollektivschuld im Sinne einer „Solidarschuld“ haben sich schon 1945 kluge Köpfe, wie etwa der britisch-jüdische Verleger Victor Gollancz, ausgesprochen. Und das zu einem Zeitpunkt und unter Bedingungen, die alles andere hätten verständlich erscheinen lassen.

Das heißt, es ist geradezu „unsinnig, jeden einzelnen Deutschen der Naziverbrechen für schuldig zu halten– aus dem einfachen Grund seiner Zugehörigkeit zur deutschen Nation“ (Benjamin Sagalowitz, 1950). berlin

Etwas anderes freilich ist es, von „Versagen“ und damit auch „Schuld“ in historischen Zusammenhängen zu sprechen. 

Ich bin in den Bundesrepublik Deutschland 1968 geboren. Ich habe dieses Land in meiner Kindheit und Jugend als meine Heimat, die mir alle Entfaltungschancen gab, schätzen gelernt. Je mehr ich mich mit der Geschichte und Gegenwart des Abendlandes beschäftigt habe, ist auch in mir die Freude daran gewachsen, von dieser Kultur und Geschichte geprägt zu sein. Von jenem in den letzten Jahren auf einmal zum „Nazibegriff“ herabgewürdigten Abendland, in dem Menschen deutscher Sprache eine wichtige Rolle gespielt haben.

Und es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz, Kind des Abendlandes zu sein. Jenes Abendlandes, das im Mittelmeerrraum in der Antike geboren, aus dem Denken großer Geister wie Sokrates, Platon und Aristoteles hervor wuchs, vom Rechtsdenken und den strategischen Leistungen der Römer geprägt wurde. Ein Erbe, das nach dem Untergang der Antike von der katholischen Kirche und ihren Geistesgrößen – wie einem Thomas von Aquin – bereichert wurde. Und ganz entscheidend auch durch den Einfluss der immerhin fast ein Jahrtausend prägenden Tradition des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ (962 – 1806) – weiter getragen wurde.

Ein stets in einem lebendigen Traditionsprozess modifiziertes Erbe, das zunächst die Geburt der Universität und eines echten Wissenschaftsverständnisses, dann durch heftige Kämpfe (von dem Investiturstreit angefangen bis hin zur immer noch nicht ganz abgeschlossenen Kampf für die trennung von Thron und Altar) hindurch Aufklärung und Säkularisierung ermöglichte. Radio Vatikan

Dieser Stolz und diese Freude ist jedoch immer verbunden mit dem Wissen um die tiefen Schatten, die neben diesen Lichtsäulen der Geschichte stehen.

Das Wissen auch darum, dass der Untergang der Monarchien im Zusammenhang des ersten Weltkrieges eigentlich mehr Demokratie hätte ermöglichen sollen, aber stattdessen Diktaturen in ganz Europa und damit dem Zweiten Weltkrieg den Weg bereitet hat. Das traurige Wissen darum, dass die Kirchen in Europa mehr oder weniger wissend und willig dessen Entwicklung hin zu den Menschenrechten vorbereiteten, gleichzeitig aber auch den Antisemitismus ideologisch unterfütterten.

So steht neben all dem Stolz auch immer die tiefe Scham über die Unheilsjahre in Deutschland und die damit verbundenen Verbrechen der Nationalsozialisten, zumal an den Juden, aber unter anderem auch an Homosexuellen, Katholiken, dem Adel und den Zeugen Jehovas – und an den angegriffenen Völkern der eigenen deutschen BevölkeScannen0005rung.

Wer diese Geschichte näher betrachtet, sieht wie das Böse und die damit verbundene Schuld in seiner enormen Macht ungeheuer strake Verflechtungen und Netzwerke bildet, die eine Dimension erreichen, in der kaum jemand mehr komplett unschuldig bleiben kann.

Die Scham eines Abendländers auch darüber, dass man Osteuropa die Schande des Kommunismus angetan hat – mit all seinen Verbrechen, seinen Gulags und vielen anderen Widerwärtigkeiten, die (wie man am langen Arm der Stasi sieht) bis in unsere heutige Zeit fortwirken. 

Der Mensch  –  so eine der tiefen Weisheiten der „philosophia perennis“  –  verändert sich in seiner Natur nicht. Die conditio humana bleibt immer dieselbe. In den Menschen, die im Dritten Reich lebten, quälten und mordeten, gequält und ermordet wurden, floss das gleiche Blut wie in jene, die heute lebten oder vor Jahrhunderten. Wir sind nicht weniger anfällig als sie für das Böse.

Und immer wieder ist es das mysterium iniquitatis, das undurchdringliche Geheimnis des Bösen, dem der Mensch sich zuneigt in einer fast nihilistischen Ponderation, die ihm neben dem Streben nach dem Glück und damit dem Guten und der Tugend innewohnt. Der Psychologe Carl G. Jung hat dieses Zusammen von dunklen und hellen Archetypen gar als konstitutionell für den ganzen Menschen und daher auch seine psychische Gesundheit gedeutet.berlin-440x292

Mir geht es in diesem Sinne darum, dass ich ebenso selbstbewusst wie ich mich als Abendländer fühle und die Deutschlandhymne singe, die Deutschlandfahne mit Freude sehe und sage, dass ich Deutscher bin, mich schäme für das, was da Menschen Menschen, Europäer Europäern, Deutsche Deutschen angetan haben.

Nur beides, Größe und Niederung, Stolz und Scham zusammen ist für mich – als Menschen, der immer wieder zum Bösen neigt und doch von Verzeihung und Gnade lebt – glaubwürdig. Nur ein Körper mit Narben ist wirklich echt und daher schön.

Für mich ist diese Selbsterkenntnis des einzelnen, der nach Aristoteles zoon politicon (gesellschaftliches Lebewesen) ist, auch die Basis für ein umfassenders Denken. Das einen falschen Nationalismus von einem erfreulichen Stolz auf das eigenen Vaterland, die Heimat unterscheiden kann.

Wer echten Nationalstolz bei den Deutschen wiedergewinnen will, auch um der von Antifa & Co tatsächlich schamlos instrumentalisierten Nazikeule etwas entgegen zu setzen, aber gleichzeitig die dunklen Stellen unserer Geschichte ausblenden und verstecken möchte, wird erbärmlich scheitern.

Statt die Feinde unserer offenen Gesellschaft und Demokratie zu bekämpfen, füttert er sie wider Willen. Und nimmt die Gefahr in Kauf, dass der neue Faschismus, getarnt als Antifaschismus – erneut mit ähnlichen Opfergruppen – wieder Oberwasser gewinnen könnte. Nie wieder!

Den vollständigen Artikel von Dr. Berger lesen Sie hier: https://philosophia-perennis.com/2017/01/29/nationalstolz/


Deutschsprachige, christlich inspirierte Popmusik von Dennis Maaßen

Dennis Maaßen ist Familienvater und christlich geprägter Künstler und Musiker mit Leib und Seele. Er trat als Sänger und Songwriter mit deutschsprachiger Popmusik in den letzten Jahren als Vorband von Silbermond, Matt Redman, Martin Smith usw. auf, sang bei diversen Albumproduktionen (u.a. „Feiert Jesus!“) und tourt als Solo-Act oder mit Band seit 2013 durch Deutschland. cover

Nach seinen erfolgreichen Alben „maaßlos geliebt“ (2013) und „Wozu wir sind“ (2014) erschien 2016 sein drittes Studioalbum „Von dir zu mir“. Zu seiner neuesten Veröffentlichung sagt er selbst:

„Dieses Album  ist ein musikalisches Sammelsurium von Gedanken, Geschichten und Themen, die mir in den letzten Jahren überaus wichtig geworden sind.

Es sind wohl die persönlichsten und ehrlichsten Songs, die ich je geschrieben habe, da sie den Hörer mit auf eine Reise durch Geist und Herz nehmen, Facetten meiner Persönlichkeit offenbaren und neben meinem persönlichen Glauben auch sozialkritische Themen betonen und von der Liebe in meinem Leben inspiriert sind.“

Die eingängigen Melodien und poetischen Texte machen „Von dir zu mir“ zu einem Album, das gute Gedanken anstößt und fasziniert.

Weitere Infos: http://www.dennis-maassen.de
www.facebook.com/DennisMaassen
www.youtube.com/maasslosgeliebt