Alarm um die zunehmende Pornosucht, ihre Ursachen und Auswirkungen

Von Christa MevesMeves

Erfahrung im Hinblick auf das Verhalten von Menschen gilt heute nicht mehr als Wissenschaft. Wer nur durch Beobachtung zu psychologischen und pädagogischen Erkenntnissen kommt, muss auf Faktenwissenschaft – am besten auf dem Boden von Hirnforschung  – warten.

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin liefert nun eine solche Aussage. Mit einer Studie werden dort die bedenklichen Folgen der Nutzung von Pornografie bestätigt.

Man ließ 64 Männer zwischen 21 und 45 Jahren pornografisches Material anschauen, während sie der Magnetresonanztomographie (MRT) ausgesetzt waren und untersuchte so die Hirnstruktur der Probanden sowie deren Hirnaktivitäten.

Zuvor hatte man sie gefragt, wie oft und wie lange sie jeweils Pornos anschauen. In einem Bericht des Instituts heißt es:

“Die Auswertung der Ergebnisse zeigte einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Stunden, die die Probanden in der Woche mit pornografischem Material verbringe, und der Größe der grauen Substanz im Gehirn.

Im Ergebnis zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Pornografiekonsum und der Größe des StriatumDSC03312as, einer Hirnregion, die zum Belohnungszentrum des Gehirns gehört. Das heißt: Je mehr sich die Probanden mit Pornografie beschäftigten, desto kleiner war das Volumen ihres Striatums.”

FOTO: Eltern-Demonstration in Stuttgart gegen die Frühsexualisierung der Kinder

Die maßgebliche Wissenschaftlerin, Simone Kühn, kommentiert das so:

“Das könnte bedeuten, dass der regelmäßige Konsum von Pornografie das Belohnungssystem gewissermaßen ‘ausleiert’. Deswegen nehmen wir an, dass Probanden mit hohem Konsum immer stärkere Anreize benötigen, um das gleiche Belohnungsniveau zu erreichen.”

Eine solche Forschung ist von höchstem Belang; denn – so bilanziert eine Studie von Professor Jakob Pastötter, gemeinsam mit seinem Kollegen von der City-Universität London, an der 56.000 Männer und Frauen teilgenommen hatten:

Der Konsum von Pornografie bei Männern ist erschreckend hoch. Von diesen Männern schauen sich täglich oder wöchentlich 60 Prozent einen Porno an, bei Frauen sind es weniger als 12 Prozent.

Besonders erschreckt ein bedeutsames Detail den Professor, den Präsidenten der deutschen Gesellschaft für sexualwissenschaftliche Sozialforschung mit Sitz in Düsseldorf: “Mehr als jeder Zehnte von den 16 – 19-jährigen Jugendlichen gab an, schon im Alter von 10 Jahren Sexfilme angeschaut zu haben.”

Deutschland an der Spitze der Porno-Aufrufe im Internet

Darüber hinaus weiß das evangelische Wochenmagazin “IDEA-Spektrum” (Nr. 45/2014) mit einer Grafik zu berichten: Deutschland habe im Vergleich mit neun anderen technizistischen Staaten bei den Webseit-Aufrufen, die zu Pornoseiten führen, mit 12,47 Prozent weltweit den höchsten Anteil.

Das sind beunruhigende Berichte, wobei seit ca. 25 Jahren allein mithilfe des Internet eine verstärkte Möglichkeit besteht, Zugang zur Pornonutzung zu bekommen.

Und von allergrößter Relevanz im Hinblick auf die Aufklärung der Bevölkerung ist besonders jener neue Ansatz im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung; denn deren Feststellung, dass die Möglichkeit zum Kick durch häufigen Gebrauch “ausleiere”, gibt damit einen Hinweis auf die große Gefahr, die mit häufiger Pornonutzung verbunden ist:

Ihre Untersuchung ist ein bedeutsamer Hinweis auf die Anbahnung zur PORNOSUCHT.

Die Nutzer können das beschreiben – so habe ich als langjährige Gutachterin beim Jugendgericht in Erfahrung bringen können: Hier spult sich ein Vorgang wie bei jeder anderen Sucht ab.

Entstehung der Pornosucht und ihre Folgen

Besonders ersichtlich ist die Entstehung von Sucht bei der Anbahnung zur Alkoholabhängigkeit. Der Nutzer wird gedrängt, nach immer stärkeren Anreizen auf die Suche zu gehen, was seine Gedankenwelt in zunehmendem Maße fesselt. Auf der Suche nach Lust wird die Willensfreiheit in einem sich steigernden Maße eingeschränkt, so dass schließlich sogar die Gefahr entsteht, in der Realität Kinder als Objekte der sexuellen Befriedigung zu missbrauchen.

Dass es heute eine Kinderschänderindustrie gibt, die von Millionen von Männern in Anspruch genommen wird, ist eine höchst alarmierende Gegebenheit. Seit dem Skandal um den Bundestagsabgeordneten Edaty ist dem Parlament hierzulande offenbar bewusst geworden, dass hier dringlicher Handlungsbedarf besteht.

Allerdings ist das mit kleinen Änderungen im Gesetz, wie in den letzten Tagen geschehen, nicht einfach getan. Von großer Dringlichkeit ist die Einsicht, dass mit der sogenannten “Befreiung zur Sexualität” seit ca. 50 Jahren weltweit ein Rubikon überschritten worden ist.

Von der praktischen Berufserfahrung her habe ich schon damals mit einer Vielzahl von Publikationen vor der Entfesselung des zweitgrößten Lebenstriebes und den seelisch zerstörerischen Folgen zu warnen begonnen. Als letztes noch einmal mit den Taschenbüchern “Wer Wind sät” und gemeinsam mit Professor Thomas Schirrmacher unter dem Titel “Ausverkaufte Würde – der Pornoboom und seine psychologischen Folgen”.

Aber selbst das Aufplatzen der Eiterbeule durch den belgischen Verbrecher Dutroux führte nicht zu nachhaltigen Aktivitäten der Regierungen und der Aufklärung der Bevölkerung über das Wesen der Sexualsucht.

Kann es in später Stunde noch Hilfe geben gegen diese Form der Selbstvernichtung einer blühenden Gesellschaft?

Nun gehen junge verantwortungsbewusste Eltern z.B. in  Stuttgart auf die Straße – immerhin! Aber unumgänglich wäre eine Bemühung der Mächtigen um eine Vereinbarung gegen diesen Seelenkrieg. Er müsste auf einem Gipfeltreffen Hauptthema sein.

Christa Meves ist Erziehungs-Expertin und Bestseller-Autorin zu pädagogischen und psychologischen Themen


G. Wyneken, G. Becker & Co.: Herkunft, Hintergrund und verschwiegene Schattenseiten der “Reformpädagogik”

PRESSEMELDUNG der Betroffenen-Initiative “NetzwerkB”:

In Berlin treffen sich Bildungshistoriker, um über die Reformpädagogik nach der Odenwaldschule zu räsonieren. Weder über Missbrauch noch über Wyneken noch über Nähe wird geredet. IMG_1061

Unter dem Titel “Reformpädagogik und Reformpädagogik-Rezeption in neuer Sicht” findet eine Tagung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) in Berlin am Mittwoch/Donnerstag, 10./11. Dezember 2014, statt.

NetzwerkB hat bei der Leitung und Organisation der Tagung mit Schreiben vom 29. November 2014 wie folgt nachgefragt:

“Teilen Sie uns bitte mit, wer zum Thema “pädagogischer Eros und Reformpädagogik” sowie zur “Geschichte der Odenwaldschule und Missbrauch” sprechen wird. Gibt es dazu ein Forum?” 

Eine Antwort hat NetzwerkB bis heute nicht erhalten.

“Die Tagung des Dr. Jekyll”

Von Christian Füller

Die Reformpädagogik ist von jeher eine Pädagogik der schönen Rede. Die wohl größte Tradition, welche die Zunft entwickelt hat, ist die der horriblen Beschreibung der herrschenden Schule – der Presse, Anstalt, Paukschule und welche Begriffe da immer erfunden wurden.

Dieser Karikatur der schwarzen Staats-Pädagogik stellen Reformpädagogen gerne die rosaroten Schilderungen ihrer achtsamen Schulen entgegen, die  –  angeblich  –  kein Kind beschämen.

Dabei ist es so, dass die Schönrederei vielleicht einen ganz anderen Zweck hat: Sie soll etwas Dunkles und Unheimliches verdecken.

G. Wyneken, Ahnherr der deutschen Reformpädagogik

Nehmen wir Gustav Wyneken, einen der wichtigen Ahnherrn der deutschen Reformpädagogik genau wie der demokratischen Schule. IMG_4228

Er gaukelte der reformpädagogischen Gemeinde viele Jahre lang vor, er sei ein Schulreformer und pädagogischer Demokrat. In Wahrheit verfolgte er wohl ganz andere Ziele  –  sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Szene wusste davon, immerhin wurde Wyneken rechtskräftig verurteilt.

Aber die Bildungshistoriker erzählen beinahe seit 90 Jahren von Wyneken nur die Geschichte des guten Dr. Jekyll, der Schüler als Demokraten auf Augenhöhe sieht. Und sie verschweigen konsequent den Mr. Hyde in Wyneken, der rücksichtlos über Kinder hinwegtrampelte.

Fast mutet es an wie die Spezialität deutscher Bildungsreformer – sie sind großartige Schönredner. Die Indizien für Verherrlichung reichen von heute bis weit in die Vergangenheit.(…)

Gerold Becker, vielverehrter Leiter der Odenwaldschule

Der unumstrittene Held der schönen Rede auf die Reformpädagogik war Gerold Becker. In der Szene galt der (evangelische) Theologe, der viele Jahre die berühmte Odenwaldschule Oberhambach leitete, als ein kleiner Messias.

„Niemand konnte die Reformpädagogik so schön erklären wie Gerold Becker“, pflegten die Pädagogen zu schwärmen, die sich in den elitären Kreisen der AG Schulreform versammelten.  DSC00254

Dass Becker reformpädagogische Märchen erzählt hat, war freilich nicht das größte Verbrechen des Gerold Becker, wie heute jeder weiß. 2010 wurde bekannt, dass er in seiner Amtszeit an der Odenwaldschule ein gruseliges System sexuellen Missbrauchs eingerichtet hat.

Sechs pädosexuelle Lehrer suchten sich gezielt die hübschesten (und wehrlosesten) Jungen von 11 bis 14 Jahren, um sie in ihre Wohnungen zu lotsen. Ein Untersuchungsbericht nennt 125 Opfer, allein Gerold Becker, der Schulleiter, habe demnach 86 Jungen schwer missbraucht, auch durch Vergewaltigung. Auf dem Nachttisch Beckers soll stets griffbereit eine Dose Vaseline gestanden haben.

Die deutschen Edel-Reformpädagogen wussten zwar reihenweise, „dass der Gerold auf kleine Jungs stand“, aber sie kapierten angeblich nicht, was das bedeutet.

Die Odenwaldschule hat diese Verbrechen zugelassen. Erst jetzt, im Jahr 2014, wird eine offizielle Untersuchungskommission gebildet, die dem Verrat an den Schülern und den Verbindungen bis in die höchsten Kreise nachgehen will. Gerold Becker war von 1972 an Schulleiter, 1985 musste er die Schule verlassen.

Früher Sündenfall der Reformpädagogik

Dabei liegt der eigentliche Sündenfall der Reformpädagogik viel früher, nämlich im Jahr 1919. Da steht einer der wichtigsten deutschen Schulreformer vor Gericht. Die Episode erklärt beides, die Brutalität und die Verlogenheit einer Pädagogik, die die „Nähe zum Kind“ stets als Idee und Handlungsleitung begriffen hat.

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

Der Mann heißt Gustav Wyneken, er ist promovierter Theologe, Philosoph und Leiter der so genannten „Freien Schulgemeinde Wickersdorf“. Er wird beschuldigt, zwei Schüler sexuell missbraucht zu haben.

Bei einer Klassenfahrt bat er seine Lieblinge zu sich ins Hotelzimmer, befahl ihnen, sich auszuziehen und zu ihm ins Bett zu steigen. Dort hatte er vorsichtshalber schon ein Handtuch untergelegt.

BILD: Die extreme Fortsetzung der “Reformpädagogik” erfolgte in der 68er-Sexwelle: siehe hierzu dieses Info-Buch unseres Autors Mathias von Gersdorff (ein Stück davon gibt es gratis bei uns)

Um es vorwegzunehmen, Wyneken wurde bestraft, das Urteil in einer zweiten Verhandlung bestätigt. Das Gericht verurteilte den Bürger Wyneken rechtskräftig zu eineinhalb Jahren Gefängnis wegen Unzucht mit Schutzbefohlenen.

Nicht Unzucht, sondern etwas “Weihevolles” 

Die kriminelle Energie des rastlosen Schulreformers ist erstaunlich – aber mehr noch seine Chuzpe. Wyneken entschuldigte sich nicht, sondern er verfasste für den Prozess ein Pamphlet mit dem bezeichnenden Namen „Eros“.

Schulen seien erst dann wirklich gut, heißt es darin, wenn die Schüler dort nackt lernen und ihrer Körper erkunden könnten. In dem Fall mit den beiden Schülern, der zur Verhandlung stehe, sei es nicht „um irgendwelche Drüsensekrete“ gegangen, sondern um etwas Höheres, Weihevolles.

Wyneken schrieb: „Wir reden hier von einer Form der Liebe in jenem Sinn, den wir durch den griechischen Begriff des Eros vorläufig einmal kennzeichnen.“ 

Man muss kurz innehalten. Ein Schulleiter, der mit zwei Schülern Schenkelverkehr nach griechischem Vorbild betrieben hatte, rechtfertigt seine Handlung als pädagogische Glanztat. Mehr noch, er bastelt daraus eine neue Pädagogik für neue, am besten nackte Menschen.

Wynekens Ruf blieb dennoch ungebrochen

Das für die Reformpädagogik Bemerkenswerte ist nun dies: In die Geschichte ging Gustav Wyneken nicht etwa als Sexualverbrecher ein. Wynekens Ruf blieb ungetrübt, sein Verbrechen wurde von den Pädagogen einfach verschwiegen.

Stattdessen feiern ihn Bildungshistoriker, Betprofessoren der Reformpädagogik und die Gemeinde der Schulreformer – bis heute! – als einen der wichtigsten ihrer Zunft, als den eloquentesten und radikalsten.

Wyneken habe die demokratische Schule, bei der Schüler und Lehrer sich auf Augenhöhe begegneten, erst erfunden. Der Päderast als Heilsbringer des neuen Lernens.(…)

Der Ort des pädagogischen Eros Wyneken war zentral für die Reformpädagogik der Landerziehungsheime. Seine Idee der Kameradschaft, einer gemischten Lehrer-Schüler-WG, wird als „Internatsfamilie“ in die Odenwaldschule importiert, wo sie ab den 1960er Jahren zu der beschriebenen Missbrauchs-Katastrophe führt.

Weil pädokriminelle Lehrer die Familie genau als das begriffen, was Wyneken mit ihr bezweckt hatte: der ideale Ort des pädagogischen Eros, sprich des sexuellen Missbrauchs zu sein. Konsequenzen haben die Landerziehungsheime bisher daraus nicht gezogen.

Missbrauch konzeptionell in Reformpädagogik enthalten

Wenn man diese Vorgeschichte kennt, wundert man sich nicht mehr, mit welchem Nachdruck Reformpädagogen bis zum heutigen Tage sexuelle Gewalt als „pädagogischen Eros“ rechtfertigen. Nicht jeder Reformpädagoge ist deswegen ein Päderast. Aber die Zunft sollte nach mehreren schweren Unfällen ihrer „Nähe zum Kind“ langsam nachdenken, auf welch` fragwürdigen Fundamenten sie errichtet wurde.

Sie hat mit dem bewussten Einreißen der emotionalen Schranken zwischen Lehrer und Schüler dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Aber sie verleugnet seit 100 Jahren, dass zu ihren Besten fanatische Päderasten zählen.

Sexualisierte Gewalt ist konzeptionell in die reformpädagogische Ideologie eingebaut – u.a. deswegen, weil die Lernreformer asymetrische Machtverhältnisse zu Schülern als angeblich gleichberechtigte tarnen.

Eine solche Pädagogik kann nicht beanspruchen, die Alternative zu einem herrschenden Schulsystem zu formulieren.

Quelle und vollständiger Text hier: http://netzwerkb.org/2014/12/07/die-tagung-des-dr-jekyll/

Weiterführende Infos zur erwähnten Tagung: http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2014/12/ProgrammTagungReformpaedagogik20140712webx.pdf http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2014/12/Bibliothek-für-Bildungsgeschichtliche-Forschung_28.11.2014.pdf

HINWEIS: Unser eigener Artikel zur “Reformpädagogik” und Odenwaldschule, vor über vier Jahren veröffentlicht: http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/2010/07/gerold-becker-ist-tot-doch-die-linke.html


Rebellion in Südafrika: Afrikaner wollten 1914 nicht auf Deutsche schießen

Von Hans Bernd Ulrich

Nein, das ist keine aktuelle Schlagzeile. Das Ganze geschah vor genau einhundert Jahren, in den ersten Tagen des Weltkrieges, im fernen Südafrika, das damals noch Bestandteil des britischen Weltreiches war. 

Die Rebellion wurde niedergeschlagen, es gab Tote und Todesurteile. Südafrika zog dann an der Seite Englands in den Weltkrieg. Seine Soldaten kämpften und starben in Afrika, Flandern und Frankreich. Über tausendzweihundert Afrikaner starben allein auf den Schlachtfeldern Europas; nur jeder fünfte überlebte.General Beyers

Im September 1914 gab es einen Mann, der das alles noch verhindern wollte: General Christian Frederik Beyers (siehe Foto), Oberkommandierender der südafrikanischen Streitkräfte. 

Er sah nämlich absolut keine Veranlassung, an der Seite Englands gegen Deutschland, dem er sich freundschaftlich verbunden fühlte, in den Krieg zu ziehen.

Gerade mal zwölf Jahre zuvor hatten die Briten die Buren, Nachfahren zumeist holländischer Einwanderer  im südlichen Afrika, in einem grausam geführten Krieg besiegt. Fast dreißigtausend Frauen und Kinder  waren unter elenden Bedingungen in den „Concentration Camps“, zu Deutsch: „Konzentrationslager“ umgekommen. Verständlich, daß die besiegten Buren keine großen Elan zeigten, nun umgekehrt für England Leib und Leben zu riskieren.

Aber  England hatte die Südafrikanische Regierung  mit der Aussicht auf Kriegsbeute geködert, nämlich mit der  Herrschaft über die damals noch deutsche Kolonie Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Als Mann von Ehre, wie man damals zu sagen pflegte, nahm General Beyers seinen Abschied und trat mit einem  Brief an die Südafrikanische Regierung an die Öffentlichkeit.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://hansberndulrich.wordpress.com/2014/11/16/rebellion-afrikaner-wollen-nicht-auf-deutsche-schiesen/


Freundschaft erfahren im Trubel der Zeit

Von Pfarrer Dr. Franz Weidemann

Freundschaft… ein Wort, das jeder von uns kennt, das jeder oftmals gehört hat und das jeder so oft wie möglich hören möchte. Doch existiert Freundschaft noch?  – Sind wir, durchs Leben eilend, überhaupt in der Lage, sie zu definieren? Pfarrer Dr. Franz Weidemann

Freilich, wir treffen Bekannte, wir haben verschiedene berufliche Kontakte, wir unterhalten und amüsieren uns, aber freunden wir uns mit jemandem an? 

Wir können helfen, gerührt sein, aber begreifen wir wirklich, worin Freundschaft besteht?

Können wir über jemanden sagen, dass er ein Freund ist, und wichtiger noch: kann das jemand über uns sagen? Haben wir Zeit und Lust, uns darüber Gedanken zu machen?

Menschen wünschen sich Freunde. Sehr oft verwenden sie das Wort „Freundschaft“, um das zwischenmenschliche Verhältnis zu bestimmen. Die Wirklichkeit zeigt jedoch überdeutlich, dass sie sich des Wesens und des Inhalts des Wortes nicht immer bewusst sind.

Sie betrachten die Freundschaft als eine Plattform gemeinsamer Interessen, gegenseitiger Einflussmöglichkeiten und bedeutsamer Beziehungen. Die auf diese Weise gewöhnlich begriffenen zwischenmenschlichen Beziehungen sind einfach Bekanntschaften, die sich durch gegenseitige Solidarität ausdrücken.

Ein Bekannter ist nicht automatisch ein Freund. In manchen Regionen Italiens hat das Wort „Freundschaft“ sogar einen negativen Beigeschmack und wird mit mafiösen Verhaltensweisen in Verbindung gebracht. So hebt der französische Schriftsteller Nicolas Chamfort hervor, dass es im Leben drei Sorten von Freunden gibt: (…) die, die uns lieben, die, denen wir egal sind, und die, die uns hassen“. Scannen0001 (22)

Die Freundschaft ist jedoch ein Bestandteil unseres Alltags. Ohne sie wäre das Leben inhaltslos und mühsam. Mit ihr ist es viel leichter zu leben. Mit jemandem ein freundschaftliches Verhältnis zu haben bedeutet, sich vor ihm zu öffnen und sich geborgen zu fühlen. Es bedeutet auch, ihn näher als andere an sich heranzulassen, ihm eigene Freude und Erfolge, aber auch Probleme, Ängste und Befürchtungen anzuvertrauen.

Man sollte jedoch nicht verkennen, dass man nur Freunde betrügt und verkauft. Einen Freund gewinnt man daher erst nach einer Bewährungsprobe.

Diese Warnung ist das Hauptmotiv in dem alttestamentlichen Buch der Weisheit von Sirach (6,5-17). Er erinnert an die Notwendigkeit, einen Freund gewissenhaft auszuwählen, denn es gebe den einen Freund, der „je nach der Zeit“ da sei, einen anderen, der „zum Feind [wird], unter Schmähungen deckt er den Streit mit dir auf“, und einen weiteren, der „als Gast am Tisch“ in schwierigen Momenten nicht durchhält.

Was ist also das Wesen einer Freundschaft? Eine Freundschaft ist die schönste Form der menschlichen Liebe. Oder anders gesagt: Freundschaft ist die reife Form der Liebe. Freundschaft gehört zu den wichtigsten Werten, die von der Macht des menschlichen Geistes zeugen.

Dieser Wert erlebt heutzutage  –  ähnlich wie viele andere  –  eine Krise und wird immer mehr entwertet. Man sollte sich also bewusst machen, nach welchen Gesetzen die Freundschaft folgt, damit das menschliche Leben einen strahlenden Glanz erhält.

Eine Voraussetzung der Freundschaft ist Aufrichtigkeit. Sie beruht auf Wahrheit und hängt mit Vertrauen zusammen. Daher gehört nicht Schmeicheln und Bejahen zu ihrem Wesen, sondern gegenseitige Hilfe, gegenseitiges Ermahnen und Beraten.

Die Wahrheit anzuerkennen ist der Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis, und nur dort, wo die Wahrheit geehrt wird, kann Vertrauen entstehen. So wird die Wahrheit zur gegenseitigen Aufrichtigkeit und Weltoffenheit. 02a1c5407f

Die Freundschaft ist ein Wert, der keine Beurteilung voraussetzt; er lässt es auch nicht zu, sie auszuprobieren, denn man muss die Freundschaft erst schließen, bevor man sie überprüfen kann. Die beste Prüfungsform ist die Zeit. Cicero rät deshalb dazu, „starke, selbstbewusste und vernünftige Menschen auszusuchen“, denn nur auf solche kann man bauen und nur solche können treu bleiben.

Epiktet dagegen nennt drei Arten von Menschen: Drohnen, Wespen und Bienen. Die Drohnen bestehen aus den Schmeichlern, die nichts tun, sondern das Gut anderer Menschen vergeuden. Zu den Wespen zählt er unzugängliche, eifersüchtige, nicht gern gebende Menschen, die letztlich nutzlos sind. Die Gemeinschaft der Bienen bilden ehrliche Leute, die von der Arbeit der eigenen Hände leben, tüchtige, freundliche Menschen, die für das Wohl der Freundschaft sorgen, verständnisvoll und  –  wenn nötig  –  kampfbereit sind.

Wenn man echte Freundschaft finden will, so lohnt es sich, auf Bienen zu setzen und sich von Drohnen und Wespen zu befreien.

In der Freundschaft ist es sehr wichtig, Zeit für sie zu haben und sie zu pflegen. Das Leben ist so konstruiert, dass jeder nur für solche Werte und Menschen Zeit findet, die ihm am teuersten sind. Der Mangel an Zeit zeugt nur davon, dass die Freundschaft nicht das Wichtigste ist und sie zu pflegen eine Belastung ist. ???????

Man sollte sich dessen bewusst sein, dass die größten Feinde der Freundschaft und Liebe die Erschöpfung und der tägliche Stress sind. Der daraus resultierende Zeitmangel führt dazu, dass die Freundschaft abstirbt. Wenn es dem Menschen auf die Freundschaft ankommt, so muss er für das Zusammenkommen Zeit finden, denn so findet er zur Erholung und die Erholung erfüllt sich im Zusammenkommen mit dem anderen.

Eine echte Freundschaft ähnelt  –  wie Professor Edward Staniek hervorhebt  –  dem Flug der Adler: Man kann sie nicht mit Gewalt zusammenbinden, denn ihr gemeinsamer Flug basiert auf der Kraft der ausgebreiteten Flügel in der Freiheit endlosen Weite. Die Adler beschäftigen sich nicht mit dem Fliegenfangen, sondern gemeinsam streben sie zur Sonne und sind verbunden durch das in ihren Herzen liegende Vertrauen. Darum muss eine Freundschaft, die leben möchte, ein Gesicht haben.

Die Freundschaft hat noch einen weiteren Namen  –  Loyalität. Loyal sein bedeutet, in der Freundschaft sein, selbst wenn der Freund nicht da ist, und nach seinen Sachen zu schauen. Loyal sein bedeutet, sich –   während der Abwesenheit des Freundes  –  so gegenüber den Menschen zu verhalten, dass man sich nicht schämen muss, wenn der Freund wieder auftaucht.

Je länger die Freundschaft dauert, umso stärker wird ein illoyales Verhalten verpönt. In der Freundschaft leben heißt, sie ausdrücken zu können, ihr bei aller Schüchternheit sein Herz zu öffnen und, wenn nötig, für sie zu kämpfen. Ansonsten ist sie bedroht.

Man muss aus den Fehlern anderer lernen, denn eine wahre Freundschaft ist wie die Gesundheit: wir lernen sie schätzen, wenn wir sie verlieren.

Während einer seiner Vorlesungen sprach der polnische Theologe und Philosoph Józef Tischner über zwei Arten von Menschen: diejenigen, mit denen man den Rosenkranz beten, und diejenigen, mit denen man Pferde stehlen kann. Wald-DSC_0989

Er empfahl, dass man lieber mit denen Freundschaft schließen solle, mit denen man Pferde stehlen kann, denn mit denen könne man auch den Rosenkranz beten. Mit eingebildeten Menschen, die zu keiner Freundschaft fähig sind, kann man höchstens  –  und das auch nicht immer  –  nur das erste tun.

Die Freundschaft leben und in der Freundschaft leben bedeutet, seine Umwelt positiv zu gestalten, die bei den Menschen den Glauben und die Hoffnung auf ein größeres Wohl erweckt und die Überzeugung entstehen lässt, dass nicht alles endgültig verloren ist und die Niederlage von gestern sich in den Sieg von morgen umwandeln lässt.

Es ist daher wichtig, welchen Menschen wir zu unserem Freund machen und welchem Umfeld wir zugehören, denn wir werden selbst so wie diejenigen, mit denen wir verkehren.

Es lohnt sich also, Hoffnung zu haben, denn“  –  wie der polnische Dichter Słowacki in Anhelli schreibt  –  „die Hoffnung geht von Euch auf die nächsten Generationen über, aber wenn sie in Euch stirbt, werden die nächsten Generationen aus toten Menschen bestehen.“

Freunde kommen und Freunde gehen, doch nur die wahren Freunde bleiben ein Leben lang  –  sagt das Sprichwort!

Vergessen wir nicht, dass auch Gott uns seine Freundschaft in Jesus Christus anbietet. Dieses Angebot sollte ein jeder von uns annehmen, denn diese Freundschaft dauert ein Leben lang, ja sie geht sogar über den Tod hinaus.

Unser Autor Pfarrer Dr. Franz Weidemann (siehe Foto oben) ist als Priester in Dortmund (Erzbistum Paderborn) tätig

Gemälde: Evita Gründler


BKU-Forum: Bestechungsgelder sind oft auch betriebswirtschaftlich unsinnig

Ex-Obi-Chef: Orientierung an den Zehn Geboten

Bestechung ist nicht nur unmoralisch, sondern meist auch ein schlechtes Geschäft. Zu diesem Ergebnis kamen Anti-Korruptionsexperten bei einem Forum des BKU (Bund Katholischer Unternehmer) und der kath. Akademie Rabanus Maurus, das am 10. September in Frankfurt stattfand.

Dem 1949 gegründeten BKU gehören nach eigenen Angaben rund 1200 Inhaber-Unternehmer, Selbstständige und leitende Angestellte an.

Der Begründer des Korruptionswahrnehmungsindex, Prof. Johann Graf Lambsdorff, sagte, in vielen Unternehmen habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich Geschäfte, bei denen Bestechungsgelder fließen, betriebswirtschaftlich nicht lohnen. Denn oft führe ein korruptes Verhalten der Geschäftspartner auch bei den eigenen Mitarbeitern zur Untreue. 

Der Gründer der Bau- und Heimwerkermarktkette OBI, Prof. Manfred Maus, sagte in einer Podiumsdiskussion, er habe aus christlicher Verantwortung dafür gesorgt, dass sein Unternehmen keine Bestechungsgelder zahle. Seit seiner Kindheit orientiere er sich an den Zehn Geboten.

Als von ihm für die Ansiedlung eines OBI-Marktes in Shanghai (Rot-China) 20.000 US-Dollar Schmiergeld gefordert wurde, habe er auf den Bau verzichtet. Inzwischen habe sich auch in China die Erkenntnis durchgesetzt, dass Korruption die wirtschaftliche Entwicklung gefährde.

Prof. Maus räumte aber auch ein, in Fragen der Bestechung nicht makellos zu sein. So sei ein Partner in Moskau kurz vor der Einweihung eines OBI-Marktes mit dem Hinweis konfrontiert worden, dass die Verlegung einer Gasleitung ein halbes Jahr dauern werde. So lange müsse das Geschäft geschlossen bleiben. Der Partner habe dann mit 20.000 Euro das Problem aus der Welt geschafft. Maus wusste davon: „Im Sinne meiner christlichen Überzeugungen habe ich eine Sünde begangen.“

Quelle: http://www.idea.de


Die Freiheit des Bürgers und der Familie gegenüber staatlichen Machtansprüchen

Mathias von Gersdorff

Roland Reuß, Initiator des „Heidelberger Appells für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“, veröffentlichte am 9. Juli 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen bemerkenswerten Aufsatz mit dem Namen „Monsieur Le Chapelier und der Strukturwandel der Öffentlichkeit“.

Seine These: Durch die Zerstörung intermediärer Kräfte zwischen dem Individuum und dem Staat wird die bürgerliche unLeipzig2014fd die akademische Öffentlichkeit abgeschafft. Der Einzelne wird zu einem Atom ohne Einfluß inmitten einer gigantischen Masse, falls er der Möglichkeit beraubt wird, sich zu organisieren.

Öffentlichkeit entsteht demnach nur durch den Zusammenschluß von Einzelnen bleibt das Individuum isoliert, so ist sein Beitrag für das öffentliche Leben praktisch null.

FOTO: M. von Gersdorff wird auf der Leipziger Buchmesse interviewt

Reuß, der an der Heidelberger Universität neuere deutsche Literaturwissenschaft lehrt, nennt drei Bereiche in Deutschland, in welchen die „intermediären Kräfte“ dabei sind, zu verschwinden:

Die stark subventionierten öffentlich-rechtlichen Medien dringen immer mehr in Bereiche ein, die eigentlich den klassischen Zeitungen gehören. Es findet also eine zunehmende Verdrängung privater Medien zugunsten öffentlicher statt.

In der Medienwelt existieren zwischen dem Staat und dem Einzelnen immer weniger intermediäre Medien, da diese wirtschaftlich schlichtweg nicht konkurrenzfähig sind.

Im Verlagswesen findet ebenso eine Monopolisierung statt, die von Amazon vorangetrieben wird. Die Verlage im eigentlichen Sinne werden immer mehr zu Kooperationsfirmen von Amazon. Der selbständige Verlag ist im Begriff, zu verschwinden.

Auch Google leistet einen erheblichen Beitrag zur Zerstörung der Öffentlichkeit, indem es zum einzigen und notwendigen Kanal geworden ist, Interneterzeugnisse an die Menschen zu vermitteln.

Besonders interessant ist die Kritik an der „Allianz der Wissenschaftsorganisationen“, welche die wissenschaftliche Verlagslandschaft für einen „Luxus halten, den niemand mehr braucht“. Auf diese Weise ist die Wissenschaft dabei, ihre Selbständigkeit zu verlieren, so der Hochschullehrer.

Französische Revolution untersagte alle Gewerkschaften

Um seine These zu beweisen, erläutert Reuß ausführlich die „Loi Le Chapelier“, welche die französische Nationalversammlung im Jahr 1791 erlassen hat.

Dieses Gesetz verbot Arbeitern, sich zu organisieren. Die Französische Revolution wollte damit „aufrührerische Zusammenrottungen“ verhindern.

Für die Französische Revolution gab es nur Einzelne. Jegliche Organisation wurde als staatsfeindlich angesehen. Nur im Staat durfte also Öffentlichkeit existieren, denn „es gibt nur das Partikularinteresse und das Allgemeininteresse“, das eben vom Staat vertreten wird und von keinem anderen.

Wenn Menschen zu “Atomen” degradiert werden

Noch während der Französischen Revolution war manchen klar, daß dadurch der Einfluß des Einzelnen praktisch auf die politische Meinungsbildung und die sozialen Bedingungen so gut wie null sei.

Zu den Kritikern gehörte Jean Paul Marat, ein Vertreter der damaligen extremen Linken. Die „Loi Le Chapelier“ bekam Kritik von Marx, denn durch sie wurden die Arbeiter in der Sklaverei gehalten, und von Hegel. Aus seiner Sicht würden die Menschen durch dieses Gesetz zu isolierten Atomen gemacht und „deren Zusammenhang zu unorganischen Aggregaten“, so Reuß über Hegels Kritik.

Reuß’ Schlußfolgerung:

„Die großen IT-Konzerne und auch der Staat in Gestalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der wissenschaftsfördernden Einrichtungen (Allianz der Wissenschaftsorganisationen) sind also nicht ‘innovativ’, sondern reaktionär. Sie ignorieren alle Erfahrungen, die von 1791 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gemacht werden konnten.

Alle Versuche, mittels der Macht über die neue Medialität des ‘Netzes’ die Sphäre der Intermedialität auf den Stand vom Mai 1791 zurückzuwerfen, sind der Sache nach demokratiefeindlich und gegen politische Partizipation der Individuen gerichtet“.

Machtkonzentration des Staates zu Lasten der Bürger

Das besondere Verdienst von Roland Reuß besteht darin, daß er eine konkrete politische Maßnahme aus der Geschichte nennen kann  –  eben die Loi Le Chapelier  – , die exemplarisch dokumentiert, wie Inhaber staatlicher Macht Interesse haben können, Strukturen, die sich zwischen dem Einzelnen und dem Staat organisieren, zu zerstören, um auf diesem Weg das öffentliche Leben im Staat zu konzentrieren.

Zudem zeigt Reuß in seinem langen Aufsatz, wie dies heute im Rahmen einer demokratischen Ordnung geschehen kann.

Natürlich ist Reuß nicht der Erste, der dieses Phänomen mit Sorge beobachtet. 1_0_660406

In seiner legendären Weihnachtsansprache vom Jahre 1944 beschreibt Papst Pius XII. in wenigen Sätzen die Bedrohungen, die er für die Gesellschaft sieht, die aus isolierten Atomen besteht.

Er schrieb diese Ansprache unter dem starken Eindruck zweier totalitärer Systeme. Er fürchtete, daß das Volk zur Masse wird, ohne Eigenschaften, ohne Kraft, ohne Orientierung und schutzlos allen äußeren negativen Einflüssen ausgeliefert:

Pius XII: Der Unterschied zwischen Volk und “Masse”

„Volk und gestaltlose Menge oder, wie man gewöhnlich sagt: ‘Masse’, sind zwei verschiedene Begriffe. Volk lebt und bewegt sich durch Eigenleben, Masse ist in sich träge und kann nur von außen bewegt werden.

Das Volk lebt aus der Lebensfülle der Menschen, aus denen es sich zusammensetzt und deren jeder einzelne – an seinem Posten und in der ihm eigenen Art – eine der eigenen Verantwortung und der eigenen Überzeugung sich bewußte Person ist.

Die Masse hingegen erwartet den Antrieb von außen, sie wird leicht zum Spielball in der Hand eines jeden, der ihre Naturtriebe oder ihre Beeindruckbarkeit auszunützen versteht; sie ist bereit, wie es gerade kommt, heute diesem, morgen jenem Banner zu folgen.

Aus der Lebensfülle echten Volkes ergießt sich das Leben, überfließend und reich, in den Staat und alle seine Organe und flößt diesen in unaufhörlich erneuter Kraft das Bewußtsein eigener Verantwortlichkeit und wahres Verständnis für das Gemeinwohl ein.

Der elementaren Kraft der Masse jedoch kann sich der Staat bedienen, wenn sie nur geschickt gehandhabt und genutzt wird: in den ehrgeizigen Händen eines einzelnen oder mehrerer, die eigensüchtige Bestrebungen künstlich zusammengeschlossen haben, kann der Staat, gestützt auf die Masse, die einfach nur mehr zur Maschine entwürdigt ist, seine Willkür dem bessern Teil des wahren Volkes aufzwingen.

Das Gemeinwohl wird dadurch hart und für lange Zeit getroffen, und die Wunde ist recht schwer zu heilen.“

Die Familie als Keimzelle der Nation

Auch in den modernen Demokratien sah Pius XII. die Gefahr einer „blinden Vergötzung der Zahl“, die den Menschen zu einem winzigkleinen Partikel reduziert. Er fügte hinzu: „Seine Rolle in der Familie und im Beruf wird ignoriert“. (Quelle: Discours du Pape Pie XII aux participants au congrès du movement universel pour une confédération mondiale“.

Der von Reuß beschriebene Angriff auf die intermediären Kräfte findet heute in vielen Bereichen statt.

Die wichtigste intermediäre Kraft zwischen dem Einzelnen und dem Staat ist die Familie. Für die katholische Soziallehre ist die Familie und nicht das Individuum die Keimzelle der Gesellschaft.

Gemälde: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

Der Staat sollte  –  das Subsidiaritätsprinzip respektierend  – , sich hüten, auf die innere Struktur der Familie Einfluß zu nehmen. Doch Deutschlands Familienpolitik ignoriert seit Jahrzehnten diese Tatsache und behandelt die Familien nicht als eine Einheit, sondern als einen Zusammenschluß von Individuen.

Alle Maßnahmen der letzten Jahre zielen darauf hin, die innere Struktur der Familie zu beeinflussen. Der Ausbau von Kitas, das Kindergeld, die Maßnahmen zur sogenannten „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sind alle derart gestaltet, daß die abgeschlossene Einheit der Familie aufgebrochen wird.

Inzwischen wird nicht einmal mehr die naturgegebene Familie als solche angesehen. Nein, der Staat selber soll definieren, was Familie überhaupt ist.

Selbst die gegenwärtige Bundesfamilienministerin maßt sich an, die Familie nach ihrem eigenen Gutdünken zu definieren:

„Die Familien heute sind bunt, sie sind vielfältig. Familie ist für mich da, wo Menschen füreinander partnerschaftliche Verantwortung übernehmen. Das können Paare sein mit Trauschein oder ohne, das sind Alleinerziehende, aber auch die Patchwork- und Regenbogenfamilien. Zu Familien zählen auch Singles und diejenigen, die pflegebedürftige Angehörige haben.“

Mißachtung des Elternrechts auf Erziehung

Besonders eklatant wird die Mißachtung der Familienrechte im Falle der Erziehung: Die Tatsache, daß die Eltern die ersten Erziehungsberechtigten ihrer Kinder sind, wird heutzutage praktisch ignoriert, obwohl dieses Recht im Grundgesetz und in etlichen Landesverfassungen betont wird.

Die Entscheidungsfreiheit über die Erziehung ihrer Kinder wird den Eltern systematisch genommen. Auf nationaler Ebene stellt man eine systematische Verlagerung der Entscheidungsmacht von den Regionen, Provinzen usw. zum Zentralstaat fest. 40323-90x80

Die Bildung intermediärer Strukturen mit wirklichem politischem Einfluß wird durch den Transfer der Entscheidung zu supranationalen Ebenen, wie etwa die Europäische Kommission oder das Europäische Parlament, erheblich erschwert.

Generell gilt, daß je niedriger die Entscheidungsebene, desto mehr Volksbeteiligung an der Willensbildung existieren kann. Aus diesem Grund sind linke Parteien traditionell immer für mehr Zentralisierung der politischen Entscheidungen gewesen, während konservative politische Strömungen stets die Entscheidungsfindung auf lokaler oder regionaler Ebene bevorzugten.

Es ist bemerkenswert, wie stark die Präsenz mancher politischer Lobbys aus dem linken Spektrum in supranationalen Organisationen ist. So ist die „International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA)“ sowohl im EU-Parlament wie auch in den Vereinten Nationen ausgesprochen stark und kann immer wieder ihre Themen zur Sprache bringen.

Ähnliches geschieht mit Organisationen, die sich für die Liberalisierung der Abtreibung einsetzen. Insbesondere in den Vereinten Nationen ist der Einfluß von Organisationen wie „Planned Parenthood“ sehr groß. Unter dem Vorwand der Förderung der „Reproduktiven Gesundheit und Reproduktiver Rechte“ versuchen sie, die weltweite Einführung der Abtreibung durchzusetzen.

“Revolution von oben” ohne Mehrheiten

Die Bildung supranationaler politischer Strukturen erleichtert es erheblich, Ziele durchzusetzen, hinter denen keine wirklichen Mehrheiten stehen. Insbesondere die Einführung von sogenannten „Homo-Rechten“  –  in Wahrheit sind es Privilegien  –  war eine regelrechte „Revolution von oben“, die mit einer Resolution des EU-Parlaments im Jahr 1994 begann. Logo EINER VON UNS

Erst in letzter Zeit ist es gelungen, eine massenhafte europaweite christlich-konservative Bewegung gegen diese Entwicklungen auf die Beine zu stellen. Der Erfolg des Bürgerbegehrens „One of Us“ sowie die Proteste gegen die Estrela- und Lunacek-Berichte sind eindrucksvolle Dokumente einer größeren Bereitschaft konservativer Kräfte, sich in supranationalen Angelegenheiten einmischen zu wollen.

Doch nach wie vor sind ihre organisatorischen Strukturen auf supranationaler Ebene schwach, insbesondere im Gegensatz zu den hochsubventionierten linksgerichteten Lobbys.

Staatliche Einschränkung kleinerer Einheiten

Weitere Beispiele von staatlichen Maßnahmen, die intermediäre Kräfte beeinträchtigen, ließen sich hier anführen:

Marktzugangsbeschränkungen (Bürokratie, Industrie-, Umwelt- und Sicherheitsnormen) wirken sich vor allem bei kleinen Unternehmen negativ aus; große Unternehmen können viel einfacher Verhandlungsmacht in der Wirtschafts- und Industriepolitik aufbauen; große politische Parteien besitzen in vielen Länder die nötigen Instrumente, um Konkurrenten klein und machtlos zu halten; die Entfaltung von Vereinen wird beispielsweise von dem inzwischen monströs gewordenen Datenschutz gehemmt usw.

Die von Reuß behandelte „Loi Le Chapelier“ ist nicht bloß geschichtlich interessant. Nein, sie zeigt eine Haltung der Machthaber, die immer wieder zum Vorschein kommen kann.

Was ist gegen diese Entwicklung zu tun? Man muß sich dafür einsetzen, daß die Familie  –  in ihrer wahren und traditionellen Auffassung  – wieder an Einfluß gewinnt und maßgeblich die gesellschaftlichen Entwicklungen prägt.

Ebenfalls müssen sich Berufsgenossenschaften, gesellschaftliche Vereinigungen und sonstige intermediäre Kräfte zwischen dem Staat und dem Einzelnen frei entfalten dürfen, ohne ständig eine staatliche Einmischung fürchten zu müssen.

Schließlich soll man dafür eintreten, daß die berechtigten Autonomien der Regionen und die Souveränität der Nationen respektiert und anerkannt werden. Diese sollen ihre Angelegenheiten selber entsprechend ihrer eigenen Gesetze, Sitten, gesellschaftlicher und ökonomischer Strukturen organisieren.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und betreibt das Webmagazin “Kultur und Medien heute”

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


YETIs gibt es wirklich – aber anders!

Pferd-DSC_0641-2Die Schnee-Ungeheuer Yeti und Bigfoot lebten tatsächlich. Das wurde durch eine Gen-Analyse bekannt. Die Untersuchung von dreißig Haarproben ergab, daß diese Zottelwesen in Wirklichkeit Bären, Wölfe, Hirsche, Pferde, Schafe und Kühe waren.

Der sagenumwobene Yeti aus dem Himalaja war höchstwahrscheinlich ein Bär. Auch die vermeintlichen Bigfoot und Almasty werden bei der Genanalyse zu bekannten Säugetieren. 

Ein Forscherteam um den britischen Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford nahm das Erbgut von 30 Haarproben unter die Lupe, berichtet der «Spiegel». Das Material wurde sowohl von Privaten wie auch von Museen zur Verfügung gestellt und stammte angeblich von Yetis, Bigfoots oder Almastys.

Die Biologen fanden heraus, dass es sich um Haare von Eis-, aber auch Braun- und Schwarzbären handelt. Dazu kamen auch Fellteile von Wolf, Hirsch, Tapir, Schaf, Hirsch, Waschbär, Pferd und Kuh – und in einem Fall von einem Menschen.

Nur zwei Proben sind merkwürdig. Über die eine berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», dass sie von einer Eisbärenart stammt, von der angenommen wurde, daß sie heute nicht mehr existiert. Die andere sollte angeblich in einem Yeti-Nest gefunden worden sein. Es handelt sich aber um Haare von Nachkommen einer Kreuzung von Eis- und Braunbären.

Quelle: http://www.jesus.ch/n.php?nid=258889

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 298 Followern an