Warum viele Enthusiasten auf ihre Weise selber Teil unserer „Spaßgesellschaft“ sind

Von Felizitas Küble

Die charismatische MEHR-Konferenz und das „Gebetshaus Augsburg“, das der katholische Theologen Dr. Johannes Hartl (siehe Foto) leitet, werden allenthalben gelobt und gepriesen:

Anscheinend sind sich darin fast alle einig: von konservativen Gruppen über das eher reformerische DBK-Portal „Katholisch.de“, die kath. „Tagespost“, evangelischen Redaktionen (z.B. PRO-Medienmagazin) und erst recht seitens der erscheinungsbewegten Nachrichtenseite „Kath.net“.

Auch ARD und „Tagesschau“ berichteten mehrfach wohlwollend über die MEHR-Konferenz – Herz, was willst du MEHR…?!

Als Kritiker dieses frommen Festivals steht man somit jenseits eines Jubelchores von „links bis rechts“ – das soll mich jedoch nicht weiter stören.

Was mir aber doch verwunderlich vorkommt: Wenn dann ausgerechnet dieses enthusiastische Spektakel als Kontrast zu unserer Spaßgesellschaft gewürdigt wird.

Dabei ist MEHR gerade der „spirituelle“ Ausdruck unserer Erlebnis- und Wohlstandsgesellschaft, die eben auch in puncto Religion MEHR sucht, will, begehrt – die das tolle Feeling wünscht, sich von rockiger Lobpreismusik, gruppendynamischen Prozessen, Lichtshow-Effekten und prominenter Besetzung faszinieren läßt: https://mehrkonferenz.org/

In einem solch erlebnisorientierten Umfeld werden dann auch „konservative“ Reden und Ansprachen gerne in Kauf genommen, sicherlich teils auch an-genommen. Die Frage bleibt, was davon auf Dauer hängen-bleibt  – und was sich als emotionales Strohfeuer erweisen wird. 

Sophia Kuby schrieb voriges Jahr auf „Katholisch.de“, dem amtlichen Portal der Deutschen Bischofskonferenz, ebenfalls ein warmes Lob auf die MEHR-Konferenz: http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/mal-ehrlich

Die katholische Publizistin erwähnt den spirituellen „Durst nach mehr“: „Mehr als dieses Leben, als unsere Konsum- und Spaßgesellschaft, mehr als unser nach Effizienz strebendes, aber oft sinnleeres Dasein zu bieten hat.“  – Für die Erneuerung in der Kirche sei die Hartl-Veranstaltung „ein beeindruckendes Beispiel“, erklärt Kuby ihren Lesern.

Das „Neue“ daran sei eine „kraftvolle Verkündigung, die zeigt, dass der Heilige Geist nicht alt, sondern jung, das Evangelium brandaktuell ist“.  –  Einmal abgesehen davon, daß der Heilige Geist nicht „jung“, sondern  e w i g   ist, schreibt die Verfasserin sodann, die MEHR biete noch mehr, denn sie gebe evangeliumsgemäße Antworten auf  „die innere Farb- und Geschmacklosigkeit unserer Wohlstandsgesellschaft“.

Manche Beobachtung trifft sicherlich zu, allerdings ist die MEHR  –  nur eben auf einer anderen Ebene als der üblichen  –  selber Bestandteil unserer Konsum-, Spaß und Wohlstandsgesellschaft – und nur auf den ersten Blick ein Kontrast dazu.

Mal ehrlich:

Der Glaube wird in schwärmerischen Kreisen und auch bei der MEHR vor allem als Event erlebt, Gottes „Sieg“ wird programmiert, ein Halleluja-Christentum präsentiert, in der Religion vor allem ekstatische Gefühle und Erlebnisse gesucht  –  und dabei durchaus tief in die Tasche gegriffen: Der MEHR-Eintrittspreis beträgt immerhin regulär 149 €  – Spendensammeleien während der Konferenz gibt es zusätzlich.

Natürlich kann ein solch rockiges und zugleich frommes Festival für den einen oder anderen erst einmal ein Impuls, ein Rippenstoß in Richtung Glaube sein – für manche weckt es aber dauerhaft schwarmgeistige Vorstellungen von einem religiösen Dauer-Trip, prägt eine ruhelose Suche oder gar Sucht nach enthusiastischen Erlebnissen – und das wäre durchaus ein Irrweg und kein „Aufbruch“.
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
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Medjugorje und „katholische“ Charismatik am Beispiel von Sr. Margaritha Valappila

Von Felizitas Küble

In den 70er Jahren bis Anfang der 80er Jahre gingen die erscheinungsbewegte Szene und das charismatische Lager fast durchgängig getrennte Wege – und tatsächlich paßten sie sowohl theologisch wie vom „Lebensgefühl“ her kaum zusammen:

Während die Anhänger von Visionen und Marienerscheinungen meist aus dem (erz)konservativen bis traditionalisten Spektrum kamen und sich um neueste „Botschaften“ (oft waren es Panikbotschaften) und angesagte Weltuntergänge kümmerten, stammten die katholischen Charismatiker vielfach aus bildungsbürgerlichen Schichten mit liberal-konservativen Ansichten. Geleitet wurde die „Charismatische Erneuerung“ damals von Prof. H. Mühlen aus Paderborn – wobei der katholische Theologe immerhin dafür sorgte, daß allzu große Entgleisungen in seiner Bewegung sich in Grenzen hielten.

Diese Situation änderte sich ganz wesentlich Mitte der 8oer Jahre:

Medjugorje war dabei der Brückenkopf, gleichsam eine Art Schmelztiegel, der die bislang getrennten Strömungen zusammenführte: Zunehmend pilgerten nicht nur Erscheinungsbewegte dorthin, um sich die neuesten „Marienbotschaften“ anzuhören, sondern auch Leute aus dem charismatischen Lager zog es in diese von kroatischen Katholiken geprägte Pfarrei in Bosnien-Herzegowina, obgleich die Erscheinungsstätte kirchlich nicht anerkannt war und ist.

Hintergrund dieser  – auf den ersten Blick – überraschenden Annäherung, ja weitgehenden Verschmelzung zweier verschiedener Strömungen ist die Tatsache, daß die dortigen Franziskanerpatres, welche Pfarrei und „Seherkinder“ leiteten, fast alle zur charismatischen Szene gehör(t)en. 

Vicka, eine der Medjugorje-Seherinen beim Austeilen des Toronto-SegensSo fand zusammen, was im Grunde teilweise auch zusammengehört, denn es gibt neben etlichen Unterschieden durchaus geistig-spirituelle Überschneidungen in beiden Richtungen, vor allem hinsichtlich der Wundersucht und Sensationsgier. (Näheres dazu in unserer Broschüre „Botschaften des Himmels?“).

Das kleine Foto hier zeigt die „Seherin“ Vicka bei einer charismatischen Handauflegung.

Ein typisches Beispiel für diesen Zusammenklang beider Bewegungen bietet uns die charismatische und zugleich erscheinungsbewegte Nonne Sr. Margarita Valappila, die das Exerzitienhaus St. Raphael im hessischen Bad Soden-Salmünster leitet. (Das Bistum Fulda hat sich seit langem ausdrücklich von ihrer Tätigkeit distanziert; sie darf ihre Tagungsstätte daher nicht als „katholisch“ bezeichnen.)

Wo führt diese schwarmgeistig geprägte Ordensfrau im April dieses Jahres ihre Exerzitien durch? – Genau: In Medjugorje – und zwar gemeinsam mit ihrem Hausgeistlichen Manfred Huber. (Quelle: https://www.haus-raphael.de/news-einzelansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=14&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b0792985969322cbc10e401ba45a0e90)    

In ihrem enthusiastischen und wundersüchtigen Buch „Jesus lebt heute“ berichtet sie auf S. 28 von ihren Exerzitien in Medjugorje aus dem Jahre 1999 (natürlich schildert sie dabei gleich wieder ein wundersames Ereignis, das von ihr ausging). Eingeladen hatte sie damals der in Medjugorje tätige Franziskanerpater Slavko Barbaric.

Ein Dauerbrenner bei Charismatikern ist die sog. „Innere Heilung“, welche die angeblich Geistbegabten bei belasteten Menschen bewirken. Auch hiervon schildert Valappila entsprechende Episoden in ihrem weiteren Buch „Unterwegs mit Jesus“ (siehe Foto) – zugetragen  haben sich die Vorgänge in Medjugorje (S. 115).

Zudem hielt sie dort „Exerzitien für Franzosen“ (S. 108), wobei es natürlich gleich zu einer Heilung von Nervenschmerzen kam – und die betreffende Frau   – typisch charismatisch den Hammersegen erhielt bzw.  „im Heiligen Geiste ruhte“ (in Trance nach rückwärts kippte).

Umgekehrt hielten auch Geistliche aus Medjugorje ihre Seminare im Haus Raphael ab, so daß es sich um einen beiderseitigen Austausch handelt: Auf S. 197 berichtet Valappila, daß der bekannte Pater Slavko in ihrem Haus St. Raphael seine Exerzitien durchführte.

Zugleich werben Medju-Blätter für die Tagungen von Sr. Valappila in Bad Soden – Salmünster – zB. bei den Terminen hier: https://www.medjugorje.de/files/downloads/Zeitschriften/Echo/Nr.%20313%20-%20Juli.pdf

Die Connection „Haus Raphael“ und Medju ist natürlich nicht die einzige, in der sich beide Strömungen vereinigen. Es gibt charismatische Gruppen, die sich sehr stark für Medjugorje öffneten (z.B. die Gemeinschaft der Seligpreisungen) – und zugleich erscheinungsbewegte, von Medjugorje geprägte Initiativen (z.B. Fatima-Aktion) und Verlage (Mediatrix-Verlag, Miriam-Verlag, Fe-Verlag), die zugleich charismatische Bücher verbreiten.

Dergleichen kam noch bis Anfang der 80er Jahre allenfalls bei Einzelpersonen vor, nicht jedoch bei ganzen Gruppen und Verlagen. Erst durch Medjugorje erfolgte ein allmähliches Zusammenströmen dieser Bewegungen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Zuletzt erschien bei uns dieser Erfahrungsbericht eines Seminarteilnehmers im Haus Raphael: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/13/merkwuerdige-erfahrungen-bei-exerzitien-von-sr-margaritha-valappila/


Das charismatische Umkehrungsprinzip stellt die bewährte Ordnung auf den Kopf

Von Felizitas Küble

Ein typisches  – allerdings eher verborgenes  –   Merkmal irrgeistiger Erscheinungen und Visionen ist das Verdrängungs-Prinzip: Diese „Botschaften“ aus dem Jenseits werben für fromme Anmutungen, Sonder-Andachten, Extra-Rosenkränze, wobei letzten Endes das Bewährte (z.B. der klassische Rosenkranz, wie er überliefert ist) verdrängt wird. 

Zumindest gerät das wirklich Wichtige durch etwas weniger Wichtiges oder gar Fragwürdiges in den Hintergrund, etwa auch dann, wenn durch bestimmte Gebetsanrufungen oder sehr fromm klingende Verehrungsforme(l)n mehr oder weniger der Eindruck entsteht, die Beichte bzw. das Bußsakrament sei in diesem Falle (wo doch angeblich der „Himmel“ selber spricht) nicht mehr nötig.

Während dieser Verdrängungsvorgang ein unterschwelliges, aber weitverbreitetes Kennzeichen der Falschmystik ist, steht in der charismatischen Bewegung das Umkehrungs-Prinzip im Hintergrund  – auch hier ist es oft erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Nehmen wir als Beispiel einige Segnungs-Praktiken in schwarmgeistigen Kreisen.

Im neutestamentlichen Brief an die Hebräer heißt es, daß der Höhergestellte jener ist, der den Segen erteilt (vgl. Hebr 7,7)  –  was ja auch logisch ist. Zuvor wird erläutert, wie der geheimnisvoll-erhabene Priester-König Melchisedech einst Abraham segnete.

Es mag Ausnahmen geben, doch dies beinhaltet zunächst die gute Ordnung, gilt als grundsätzliche Regel. Bei allgemeinen Segenwünschen ist es etwas anderes; es geht hier um rituelle Segenshandlungen.

Daher segnen  Eltern ihre Kinder, Priester die Gläubigen, Bischöfe wiederum segnen ihre Priester. Natürlich „überkreuzen“ sich zuweilen die Ebenen, etwa wenn ein Bischof den  – besonders geschätzten – Primiz-Segen eines neugeweihten Priesters erhält  – oder wenn Eltern ihren priesterlichen Sohn segnen. Natürlich ist es letztlich Christus selber, der den Segen erteilt.

Doch in der charismatischen Szene wird das biblische Prinzip, dass der Höhergestellte den Segen erteilt, unmerklich zur Seite gerückt und umgedreht: Der Höhere spendet dann nicht den Segen, sondern er empfängt ihn.

Hierzu drei Beispiele:

  1. Die irische Nonne Briege McKenna reist weltweit durch die Lande und gibt Exerzitien, vor allem für Pfarrer. Auf Großversammlungen nimmt sie über Tausende von Priestern eine Art charismatische „Geistausgießung“ vor; so geschah dies mehrfach bei jährlichen „Priestertagen“ in Ars. (Nähere Infos zu ihrem Wirken hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/09/%e2%80%9evisionen%e2%80%9c-der-charismatischen-nonne-briege-mc-kenna/)
  2. Die aus Indien stammende Ordensfrau Sr. Margaritha Valappila erteilte bei ihren Gebetstagen und Exerzitien im „Haus Raphael“ mehrfach ihrem Hausgeistlichen (erst Ekkehard Edel, heute Manfred Huber) öffentlich ihren speziellen Einzelsegen per Handauflegung. (Daß diese Priester dabei sogar in Trance nach hinten umkippen, läßt den Vorgang noch problematischer erscheinen.)
  3. Ein Ruhestands-Pfarrer berichtete mir vor einigen Jahren, wie er von der „Gemeinschaft Emmanuel“ zu einer Pilgerfahrt nach Paray le Monial in Frankreich eingeladen wurde. Als die Gruppe dort eintraf, kamen einige Jugendliche auf ihn zu, die ihm  –  dem Priester  –  durch ihre Segensgesten eine charismatische „Geistausgießung“ vermitteln wollten. Der erstaunte Pfarrer lehnte dies ab und suchte das Weite.

Die fixe Idee mit der „Geistausgießung“ zum Empfang von außergewöhnlichen „Geistesgaben“ ist ohnehin theologisch unsinnig.

Katholiken wissen, daß sie den Hl. Geist bereits mit der Taufe empfangen  – und dann durch das Sakrament der Firmung die (in der Hl. Schrift erwähnten) Sieben Gaben des Hl. Geistes erhalten: den Geist der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.  –  Darauf kommt es an, nicht auf aufsehenerregende Phänomene, die zwar der Wundersucht entgegenkommen, nicht jedoch dem Gottesreich dienen.

 


Erscheinungsbewegte Taktik: Gehen die Argumente aus, beginnen die Drohungen

Von Felizitas Küble

Da ich mich seit Jahrzehnten kritisch sowohl über irrgeistige Erscheinungen wie auch über schwarmgeistige Bewegungen äußere, erlebe ich es immer wieder, daß mir von besonders eifriger Seite gleichsam der „Fluch der Madonna“ nachgeworfen oder diverse Strafen Gottes angekündigt werden, teils telefonisch, teils brieflich – oder auch gleich öffentlich.  

Rabiate Anhänger aus der Charismatiker-Szene arbeiten zum Teil ebenfalls mit Drohgebärden, nur in einem anderen Gewande: Dort wird immer wieder der Vorwurf laut, ich hätte durch bestimmte kritische Aussagen die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begangen, die „nicht vergeben werden kann“, wie gerne hinzugefügt wird.

Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, daß die Kirche lehrt, mit jener im NT erwähnten Sünde gegen den Heiligen Geist sei die unbußfertige Verstocktheit gemeint, also das hartnäckige Verweigern jeder Umkehr bei Todsündern. – Mit einer kritischen Haltung zu diesem oder jenem Phänomen hat dies somit nichts zu tun.

Die Schnelligkeit und Heftigkeit, mit der manche „oberfrommen“ Zeitgenossen ihre Rundumschläge verteilen, läßt erahnen, daß es ihnen an  fundierten Argumenten mangelt – und daher der bequeme Griff zur Drohkeule erfolgt, der anscheinend psychologisch „entlastend“ wirkt nach der Devise: „Der haben wir es aber gezeigt.“

Allerdings geht der Schuß – nicht nur moralisch – nach hinten los. Tatsache ist nämlich, daß ich mich durch derart unfaire Entgegnungen keineswegs verunsichern oder zermürben lasse, sondern vielmehr in der Befürchtung bestätigt sehe, wie verhängnisvoll sich diese religiöse Geisterfahrerei auswirken kann. Das motiviert mich erst recht, vor solchen Irrwegen weiter entschieden zu warnen. 

Hierzu ein aktuelles Beispiel:

Auf dem traditionalistisch ausgerichteten Leser-Portal „Gloria-TV“ hat ein Leser kürzlich unseren skeptischen Artikel über die Arme-Seelen-Erscheinungen von Maria Simma übernommen: https://gloria.tv/link/wK28ZCnL74Rq6rVkG6xTwoNYK/postings/

Manche Kommentare stimmen zu, andere halten dagegen  – das wäre nicht weiter erwähnenswert. Ein User namens „Boettro“ schreibt freilich heute Folgendes: 
„Frau Felizitas Küble spielt sich als Richterin über Begnadete und Privatoffenbarungen auf. Irgendwann wird sie sich dafür verantworten müssen. Sie hat die Gabe der Unterscheidung der Geister nicht!“
 .
Offenbar ist dem Verfasser nicht bekannt, daß die „Botschaften“, welche Maria Simma angeblich von Verstorbenen erhielt, kirchlich nicht anerkannt sind. (Aber selbst im Falle einer kirchlichen Genehmigung sind Privatoffenbarungen für Katholiken nicht verpflichtend  – der Glaube daran ist dann lediglich gestattet.)
In Wirklichkeit spielen sich jene Leute als Richter über die Kirche auf, die an „Begnadete“ und an Erscheinungen glauben, welche die Kirche nicht akzeptiert – diese Personen wissen vermeintlich alles besser. Genau umgekehrt wird also ein Schuh draus!
 .
Gestern schrieb „Regina-Maria“:
„…wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. (Mk 3,29). Warum? Weil persönlicher Stolz und die Leugnung wahrer Mystiker und begnadeter Personen wie Maria Simma zahlreiche Seelen davon abhalten, sich durch katholische Mystik zu Gott zu bekehren. Der (Heilige) Geist (Gottes) wird durch Autoren wie Felizitas Küble ausgelöscht. Jemand, der keinen blassen Schimmer Ahnung von katholischer Tradition hat, sollte besser prüfen,schweigen und beten. Niemand muß an katholische Mystik glauben, aber kritisieren und verleumden – geht gar nicht.“
 .
Die Verfasserin verzichtet darauf, den Vorwurf der „Verleumdung“ zu belegen, sondern wirft mir stattdessen „Lästerung gegen den Hl. Geist“ vor, wie ich es schon oft bei Schwarmgeistigen erlebte. Die Krönung des Kuriosen ist zweifellos die Behauptung, durch Autoren wie mich würde der „Geist Gottes ausgelöscht“ – als ob das bei GOTT überhaupt möglich wäre.
 .
Jene Übereifrigen, die derart verbissen mit der Droh-Keule hantieren, glauben subjektiv sicherlich, sie seien im Recht, wähnen sich gar im Zustand besonderer Frömmigkeit. Aberglaube und Fanatismus, Anmaßung und Schwärmerei sind jedoch Zerrbilder des Glaubens.
 .
Für die Christenheit ist es gleichermaßen wichtig, weder links noch rechts in den Straßengraben zu fallen. Wundersucht ist genauso zu meiden wie Wunderflucht.
 –
Der Aberglaube ist in gewisser Hinsicht noch gefährlicher als der Unglaube, denn der Abergläubige hält sich oftmals für (recht)gläubig und täuscht sich damit selbst. Der Ungläubige hingegen steht in der Regel zu seinem Atheismus oder Agnostikertum  – das liegt in der Natur der Sache.
 .
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Ruhen im Geist? – Phänomen jenseits des Verstandes wirkt wie „elektrischer Strom“

Slain in the Spirit = Erschlagen „im Geist“

Seit über hundert Jahren hat sich weltweit, aber auch in Deutschland, das sogenannte „Ruhen im Geist“ ausgebreitet (vereinzelt gab es diesen Vorgang auch bereits vorher in enthusiastischen Strömungen, „Erweckungsbewegungen“ etc.).  

Dieses Phänomen, wonach Menschen wie in einer Art Trance –  fast wie ohnmächtig – plötzlich umfallen (meist auf ihren Rücken), zeigte sich zunächst vermehrt in der protestantisch-freikirchlichen Pfingstbewegung, fand dann aber seit 1967 (damals begann die kath. „Charismatische Erneuerung“) auch Eingang in die katholische Christenheit.

BILD: Flachliegende Personen beim „Ruhen im Geist“ nach dem „Segen“ eines Heilungspredigers auf den Philippinen

Von schwarmgeistiger Seite wird dieses  –  auf neutrale Beobachter meist befremdlich wirkende  –  Geschehen als „Geisttaufe“ angesehen, mindestens aber als besondere „Glaubenserfahrung“ oder gar als ein sanftes „Hineinfallen in den Schoß Jesu“ (so z.B. Sr. Margaritha Valappila in ihren Ansprachen).

Meist kommt es zu diesem plötzlichen Umkippen, wenn „geistbegabte“ Charismatiker bzw. euphorische Starprediger den herbeiströmenden Christen die Hände auflegen und einen Einzelsegen verteilen.

Dieser „Hammersegen“ wird im englischsprachigen Raum treffend als „Slain in the Spirit“, als Erschlagen(werden) im Geist bezeichnet.

Viele Verteidiger dieses Phänomens machen durchaus kein Geheimnis daraus, daß der Vorgang den menschlichen Verstand bzw. das Wachbewußtsein gleichsam ausschaltet, lahmlegt, zeitweilig außer Kraft setzt.

Nun wirkt der wirkliche Heilige Geist aber nicht gegen die menschliche Vernunft (auch nicht ohne sie); vielmehr baut die Gnade auf der Vernunft auf und vollendet sie.

Zudem gehört der Verstand nicht nur zur natürlichen Schöpfungsordnung Gottes (er ist also gleichsam ein Geschenk des Himmels), sondern sogar zur Erlösungsordnung; immerhin lehrt die katholische Kirche, daß durch das Sakrament der Firmung die Sieben Gaben des Hl. Geistes vermittelt werden – und eine dieser sieben Gaben ist der Verstand (eine weitere Gabe ist übrigens die Wissenschaft bzw. Erkenntnis).

Daher ist seit zweitausend Jahren noch nie beobachtet worden, daß bei einer Taufe (Einwohnung Gottes, somit auch des Hl. Geistes, in der menschlichen Seele), einer Firmung, einer Priester- oder Bischofsweihe jemals ein „Ruhen im Geist“ stattgefunden hätte. Dabei steht laut katholischem Glauben fest, daß der Geist Gottes in diesen von Christus selbst gestifteten Sakramenten heilsmächtig wirksam ist.

Zu den begeisterten Anhängern der Charismatischen Bewegung gehört auch der Vatikanprediger Pater R. Cantalamessa. In seinem Buch „Komm, Schöpfer Geist“ heißt es über den Hammersegen:

„Die vom Geist ‚berührte‘ Person fällt zu Boden, aber weich, als ob jemand sie auf dem Fußboden ausstrecken würde; jede geistige Aktivität hört auf, und wenn die betroffene Person danach anderen beschreiben will, was sie in jenen Momenten erlebt hat, findet sie dafür nur ein Wort: Frieden, Frieden, soviel Frieden.“

Wohlgemerkt: „Jede geistige Aktivität hört auf.“

Eine eifrige Aktivistin des Flachlegens von Gläubigen ist beispielsweise Sr. Margaritha Valappila vom „Haus Raphael“ in Bad Soden-Salmünster (es handelt sich dabei um ein kirchlich nicht anerkanntes „Evangelisationszentrum“).

Die charismatische Nonne erklärte in einer Ansprache vom 15.2.2008 mehrfach: Um die Gaben des Hl. Geistes zu erhalten, müsse man die „Intelligenz abschalten“. Daher sei es für „studierte Leute“ schwerer, die Geistesgaben zu erhalten.

Schon kleine Kinder kippen bei ihr nach hinten um: In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ sieht man auf  S. 94 das Foto eines Mädchens im Grundschulalter: Jene Miriam erlebte das sogenannte „Weinen im Geist“ und „Lachen im Geist“:  Nach dem Einzelsegen von Sr. Valappila lag sie sofort flach, mußte jedesmal bis zu einer Viertelstunde weinen; im September 2009 habe sie – so heißt es dort  –  „fröhlich gelacht, als ob Gott mich kitzeln würde“.

Ein solch gleichsam zwanghaftes und quasi-ohnmächtiges Weinen und Lachen „im Geist“ stammt aber nicht vom Geist des HERRN, der die menschliche Freiheit (die ER selbst erschaffen hat), grundsätzlich nicht vergewaltigt und erst den Verstand nicht „flachlegt“.

Auf  S. 182 ist die  Rede von einem dreijährigen (!), zudem behinderten (!) Knaben, der nach nach ihrer Handauflegung über eine Stunde flachlag, das nächste Mal sogar zwei Stunden. (Das scheint noch lange nicht die Obergrenze zu sein: Der bekannte charism. Starprediger John Wimber schreibt in seinem Buch „Powerhealing“ dazu: „Gelegentlich kann dieser Zustand 12 bis 48 Stunden anhalten.“)

BILD: Buchtitel von Sr. Valappila: „Jesus lebt heute“

Man fragt sich als nüchterner Christ überdies, was denn der himmlische Gott mit dem elektrischen Strom zu tun hat – oder ist ein gefühlter „Stromschlag“ neuerdings ein Gnadenmittel von oben?

In ihrem Buch  „Jesus lebt heute“ schreibt die schwarmgeistige Ordensfrau auf S. 38, sie habe in Indien an einem charismatischen Großtreffen teilgenommen; als sie dort im Geist ruhte,  gewann sie  –  eigenen Angaben zufolge  –  „den Eindruck, als würde elektrischer Strom durch meinen Körper fließen“  –  In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ heißt es S. 11 hierüber: „Ich durfte das Wirken des Hl. Geistes erfahren, den ich spürte, als würde elektrischer Strom durch mich fließen.“

Dieses „elektrische“ Durchströmen des Körpers erlebte bereits der britische Erweckungsprediger John Wesley (Gründer der methodistischen Freikirche) im 18. Jahrhundert als Empfang einer „Geisttaufe“.

Bei charismatischen Heilungspatres ist diese Erfahrung ohnehin gang und gäbe, z.B. bei Dr. Joseph Vadakkal, der sein besonderes Geisterlebnis wie folgt schildert: „Ich hatte das Gefühl, als ob mein ganzer Körper unter Strom stand. Ich spürte Stromschläge, die durch meinen Körper fuhren.“ (Aus seinem Buch: „Jesus wischt deine Tränen ab“, S. 21)

Auch von Betroffenen, die aus der Schwärmerszene aussteigen, wurde mir dieses Phänomen („als würde mich elektrischer Strom durchrieseln“) mehrfach berichtet; manchmal begann dieses Gefühl sogar schon vor dem Umkippen bzw. hat es eingeleitet.

Diesen Hammersegen beschreibt Sr. Valappila, die Ordensfrau aus Kerala (Südindien), die seit Jahrzehnten im hessischen Bad Soden-Salmünster wirkt, als echtes Superwunder des Hl. Geistes.

In ihrer Publikation „Unterwegs mit Jesus“ rühmt sie auf S. 150, sie habe „nie so viele Wunder erlebt wie in Japan“, als sie dort mit ihrem Team „evangelisiert“ habe. Dabei habe sie und ihre Mitarbeiter erlebt, „daß Lahme wieder gehen, Blinde wieder sehen, Tauben hören und vieles mehr.“ 

Wirklich „erstaunlich“, aber jetzt kommts: „Das größte Wunder war, daß bei der Handauflegung fast alle im Hl. Geist ruhten, obwohl die meisten das erste Mal an Exerzitien teilnahmen und die Gnadengabe des Ruhens im Geist nicht kannten.“

Interessanterweise beschreibt sie in all ihrer euphorischen „Naivität“ in ihrem Buch „Jesus lebt heute“ auf S. 28, wie eine ungetaufte (!) junge Frau aus bloßer Neugier zu ihren Exerzitien kam: „Bei der Handauflegung bekam sie die Gnade, im Heiligen Geist zu ruhen.“

Folglich gibt Sr. Valappila damit selber zu, daß dieses ohnehin bedenkliche Phänomen auch außerhalb der Christenheit wirksam ist.

Tatsächlich kennt man Trance-Erlebnisse oder ekstatische Begleiterscheinungen auch in anderen Religionen, vor allem in der fernöstlichen Yoga-Meditation (worauf diese enthusiastische Nonne doch sonst so allergisch reagiert).

Dort wird der Hammersegen als „Shakti pat“ bezeichnet: meist geschieht dies, wenn Hindu-Gläubige einem Guru ihre Verehrung erweisen, sich z.B. vor einem erfahrenen Yogi verneigen bzw. wenn dieser seine „Energie-Kraft“ per Handauflegung an Schüler weitervermittelt.

Hierüber berichtet z.B. Rabindranath R. Maharaj  –  er ist Nachkomme einer langen Linie hochrangiger Brahmanen  –  in seinem aufschlußreichen Buch „Der Tod eines Guru“ (siehe Foto).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den Jugendverlag KOMM-MIT und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Foto (Nr. 1): Pattayablatt


Power-Musik, heiße Events, „coole“ Messen, Medjugorje und charismatisches „Vorglühen“

Von Felizitas Küble

Die  – von der Kirche nicht anerkannten –  „Marienerscheinungen“ von Medjugorje haben eine Vielzahl von Untergruppen hervorgebracht oder einen wichtigen Anstoß zur Gründung „geistlicher Gemeinschaften“ gegeben. 

Dazu gehört auch die charismatisch geprägte Bewegung „Saturday Night Spirit“ aus Österreich. Der enge Kontakt zu diversen Medjugorje-Gruppen geht aus den Partner-Links der Homepage-Startseite und aus dieser Rubrik hervor (2. Teil der Galerie): http://www.saturdaynightspirit.com/galerie

Schaut man sich die Selbstdarstellung dieser Jugendgebetsgruppe an, so fällt eine  –  auf den ersten Blick merkwürdig erscheinende  – Verknüpfung von „konservativen“ und „modernen“ Elementen auf,  von marianischen und charismatischen Anwandlungen („Das andere Vorglühen“ lautet der Untertitel der Seite) ebenso wie von Rockmusik und einer geradezu aufdringlich wirkenden (vermeintlichen)  Jugend-Szene-Sprache.

Statt „Über uns“ heißt es dort „About“, sogar das Wort „Kontakt“ ist auf englisch zu lesen („Contact“) – und auch die Gruppe selber beschreibt sich in englischer Sprache: Saturday Night Spirit.

Alles klar: Der (Heilige) Geist kommt offenbar am Samstagabend über diese Gruppe oder wird von ihr erbetet.

Allzu viele Opfer will diese rockfreudige Jugend wohl doch nicht auf sich nehmen:

Einerseits heißt es dort ganz fromm: „Wir haben erlebt, dass die Heilige Messe die einzig wahre Kraftquelle für unser Leben ist.“  – Gleich im nächsten Satz wird der begeistert klingende Satz eingeschränkt: „Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es oft nicht leicht ist, nach der Samstagnacht am Sonntag aufzustehen und in die Kirchen zu gehen. Also fiel unsere Wahl natürlich auf die Samstag Vorabendmesse.“

Wenngleich Samstagabend-Gottesdienste kirchlich erlaubt sind, sollte die hl. Messe am Sonntag die Regel und zumindest der Idealfall sein.

Die Gruppe stellt sich ihren Glauben laut eigener Beschreibung ganz „cool“ vor – sowohl die Messe wie den Priester:

„Eine coole Heilige Messe mit anschließenden eucharistischen Segen. Wir sind eine Jugendgebetsgruppe, die sich trifft, um gemeinsamen zu beten, zu singen, zu plaudern und Spaß zu haben….

Bei der Messfeier möchten wir junge Menschen durch coole und auch berührende Musik, die mehr Power hat, begeistern. Unsere Band legt sich dafür voll ins Zeug und ist immer fleißig am Songs schreiben.

Ganz wichtig sind uns coole Priester die keine „Zeigefinger“ Predigten halten, sondern uns mit praktischen Tipps helfen, unseren Alltag mit Gott zu meistern…

Hab Spaß, mach Party und leb dein Leben. Aber vergiss nicht den, der dich liebt, versteht und dir Freude schenken will: Jesus Christus – deinen Freund, Helfer und Erlöser!“
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Spaß haben, Party feiern, coole Events erleben, aber dabei Christus „nicht vergessen“  –  ach ja: Es gibt IHN auch noch…

Schwärmerischer afrikan. Pastor wollte „auf dem Wasser gehen“: von Krokodilen gefressen

Ein schwarzafrikanischer Pastor aus Simbabwe (dem früheren Rhodesien) wollte seinen Mitgliedern aus der „Kirche der Heiligen der letzten Tage“ beweisen, wie stark sein Wunderglaube und sein „Vertrauen“ auf Gott sei, so daß er wie Christus übers Wasser gehen könne. 

Das vermessene Experiment endete tödlich, zumal der schwarmgeistige Jonathan Mthethwa mit seinem Anhang eigens nach White River in Südafrika reiste und sich für sein „frommes“ Vorhaben auch noch den Crocodile River aussuchte, wo es – wie der Name schon sagt – von Krokodilen wimmelt.

Der wundersüchtige Pfarrer ging „ins“ Wasser (nicht „auf“ dem Wasser), doch schon bald tauchten drei Krokodile auf, die von ihm nur die Sandalen und seine Unterwäsche übrig ließen.

Die gläubige Schar war ebenso erstaunt wie geschockt. Gegenüber der Daily Post erklärten seine Gemeindeschäflein allen Ernstes: „Wir verstehen es immer noch nicht, wie das passieren konnte, er hatte die ganze Woche vorher gefastet und gebetet.“

Offenbar war dem enthusiastischen Pastor nicht bekannt, daß Christus bei der Versuchung in der Wüste dem Satan entgegenschleuderte: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht versuchen!“ (Mt 4,7)

Derartige Vorgänge sind nicht so einmalig (verrückt), wie sie scheinen. Vor allem in den USA kamen bereits mehrere pfingstlerische Pastoren zu Tode, weil sie sich freiwillig einem giftigen Schlangenbiß auslieferten  – und sich hierbei einfältig bzw. vermessen auf das Markusevangelium beriefen: „Wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden“ (Mk 16,18).

Da es wiederholt zu Todesfällen in charismatischen Kreisen kam, hat der US-Bundesstaat Kentucky Schlangen im Gottesdienst verboten.