Das Christuswort in Joh 14,12 gibt uns keinen Auftrag zur Wunder(sehn)sucht

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin verwechselt „Werke“ mit „Wundern“

Der erscheinungsbewegte Vortragsreisende und Medjugorje-Bekehrte Graf von Brandenstein-Zeppelin, ein Ururenkel des bekannte Luftschiff-Erbauers, erklärte in einer Ansprache zum – ohnehin grenzwertigen  –  Anliegen einer „Heilung der Vorfahrensschuld“, daß er auf die Frage, was das Ziel seines Lebens sei, die Antwort gebe:

„Ich möchte so transparent gegenüber Gott sein, daß er noch größere Wunder durch mich wirken kann, als er sie selber vollbracht hat“.

(Original-Beleg hier, das erwähnte Zitat erfolgt in den mittleren Abschnitten dieses Videos, das schon weit über 1000 Personen angeklickt haben: http://de.gloria.tv/?media=314074)

Der katholische Charismatiker Brandenstein-Zeppelin fügt erläuternd hinzu, seine Aussage sei keineswegs „Arroganz“ oder „Anmaßung“; vielmehr solle man hier durchaus keine „falsche Bescheidenheit“ praktizieren; handle es sich doch um eine „Prophetie“ Christi:

Jesus habe angekündigt, so sagte der Graf, daß seine Gläubigen noch größere „Wunder“ als er selber vollbringen könnten.

Hierbei kann nur Joh 14,12 gemeint sein; dort heißt es allerdings  – und das ist ein wesentlicher Unterschied:

„Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.“

So steht es in der Einheitsübersetzung, aber auch in vorkonziliaren katholischen Bibelausgaben, etwa im Kürzinger-NT und in der bewährten Ketteler-Bibel.

Entweder hat Zeppelins Urenkel für seinen Vortrag eine speziell charismatische „Bibelübertragung“ verwendet („Übersetzung“ wäre dafür wohl nicht der passende Ausdruck)  – oder er kann sich in seinem schwarmgeistigen Enthusiasmus „Werke“ offenbar nur als „Wunder“ vorstellen.

Immerhin schildert er in seinem Vortrag auch, daß er Exerzitien mitgemacht habe, in denen man um die „Charismen“  – gemeint sind hier außerordentliche „Geistesgaben“ –   „gerungen“ (!) habe.

Überdies kenne er Personen, die eine „Seelenschau“ besitzen, die „Wundmale“ Christi tragen oder gar „Tote erweckt (!) hätten.

Wenn Christus von „Werken“ spricht, meint er gewiß nicht in erster Linie außergewöhnliche Phänomene und Wunder; es geht ihm vielmehr um Werke des Glaubens und des Apostolats.

Welche „Werke“ sind es denn, die nach seinem Erdendasein („denn ich gehe zum Vater“) noch „größer“ sein könnten als Christi eigene Werke?

Unser göttlicher Erlöser hat eindeutig erklärt, er sei nur gesandt „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“. Christus hat keine systematische Heidenmission betrieben; diese Aufgabe hat er vielmehr seinen Aposteln übertragen; sie wurde vor allem vom Völkermissionar Paulus wahrgenommen.

In Lk 4,43 heißt es, daß Christus in vielen Städten die Botschaft vom Reich Gotts verkündete, „denn dazu bin ich gesandt worden“.

Die Verkündigung der göttlichen Frohbotschaft war also seine eigentliche Sendung, die auch zu seinem erlösenden Heilswirken gehörte, das dann in seinem Tod und seiner Auferstehung gipfelte.

In Mt 24, 14 wird angekündigt, daß das Evangelium „in der ganzen Welt verkündet wird“  – also weit über die geographischen Grenzen des irdischen Wirkens Jesu hinaus.

Um diese universale Mission antreten zu können, wurden die Apostel, die Jünger und die Jerusalemer Christenschar zu Pfingsten mit dem Heiligen Geist ausgestattet: „…und ihr werdet meine Zeugen sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judạ̈a und Samaria und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg. 1,8).

Es kommt dem Ewigen nicht darauf an, daß die Gläubigen Wunder wirken oder große Krafttaten vollbringen (wenngleich diese vorkommen können gemäß Gottes Willen), sondern vielmehr darum, daß wir unbeirrbar in der Treue zu ihm und seinem Wort stehen.

Das zeigt auch das Leben der Madonna, denn von der Gottesmutter wird nicht berichtet, daß sie Wunder gewirkt oder großes Aufsehen erregt hat, sondern vielmehr, daß sie in Treue fest stand bis unter das Kreuz.

Dasselbe geht aus den Sendschreiben an die sieben Gemeinden hervor, die in der Offenbarung des Johannes (NT-Apokalpyse) zu lesen sind.

Am meisten wird darin die Christengemeinde von Philadelphia gelobt, obgleich sie eine „geringe Kraft“ (!) besitzt, aber über einen starken Glauben verfügt: 

„Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Dieses sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids trägt: (…) Du hast zwar eine geringe Kraft, aber mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.(…) Behalte, was du hast, damit niemand dir die Krone raube“ (Offb 3,7).

DARAUF kommt es in unserem Christenleben an: daß wir am Glauben festhalten, uns in der Geduld, Ausdauer und Treue bewähren, daß wir die Gebote Gottes einhalten und den Allmächtigen durch unsere guten Werke verherrlichen.

Wunder oder außerordentliche Charismen hingegen sind keineswegs notwendig für das ewige Heil.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

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Albrecht Graf v. Brandenstein-Zeppelin und Medjugorje

Von Stepjan Vucina

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin ist vielen von K-TV und EWTN bekannt. Auf Kathtube findet man von ihm zahlreiche Vorträge, in denen er immer wieder Werbung für Medjugorje und indische Charismatiker wie Pater James Manjackel und Sr. Valapilla streut und dadurch möglicherweise viele Menschen in religiöse Gefahr bringt. Speziell widmet er sich indischen Charismatikern und deren Wirken in seinem Vortrag „Die Bedeutung der indischen Mission in Deutschland“.

In seinem Vortrag „Fatima, Medjugorje und die Weltpolitik“ bringt er den Ort Medjugorje mit Fatima in Verbindung, obwohl beide Orte nichts miteinander zu tun haben. Wie üblich bei Medjugorje-Propagandisten wird hier alles Negative um Medjugorje vollständig ausgeblendet, während jene kroatischen Bischöfe, die Medjugorje als Marienerscheinungsort aus guten Gründen ablehnen, schlecht wegkommen.

Es scheint mir ein taktischer Zug zu sein, wenn Brandenstein-Zeppelin indirekt die kroatischen Bischöfe gegeneinander ausspielt, um Medjugorje als marianischen Gnadenort zu verkünden. Er verweist nämlich darauf, daß die Diözesen jener Bischöfe, die sie dem Unbefleckten Herzen Mariens weihten, vom Jugoslawienkrieg (1991-1995) unbeschadet blieben, während die Diözesen jener Bischöfe, die gegen Medjugorje als Marienerscheinungsort waren und ihre Diözesen dem Unbefleckten Herzen Mariens nicht weihten, vom Krieg betroffen waren.

Doch die Wahrheit ist, daß eine Marienweihe gemäß Fatima ohnehin nichts mit Medjugorje zu tun hat. Hier wurde ganz offensichtlich das eine (Fatima) benutzt, um das andere (Medjugorje) aufzuwerten.

Doch diese Verzerrung der Realität ist nicht das einzig Ärgerliche in diesem Vortrag. Schlimm ist auch, dass die kritisierten Bischöfe bzgl. Medjugorje als unglaubwürdig dargestellt werden. Eine unsaubere Methode, um einen angeblichen Marienerscheinungsort, wo alles drunter und drüber geht, aufzuwerten.

Fakt ist, dass Medjugorje (im Unterschied zu Fatima) nichts mit Weltpolitik oder der Beeinflussung der Weltpolitik in eine positivere Richtung zu tun hat. Medjugorje hat weder in politischer in gesellschaftlicher noch in glaubensmäßiger Hinsicht etwas Positives bewirkt.

Darüber läßt auch die Tatsache nicht hinwegtäuschen, dass Medjugorje vom Krieg unbetroffen war, denn in einem Krieg ist Satan der Herrscher  –  und Satan kann zur Täuschung der Menschen für seine Zwecke auch von direkten Kriegseinflüssen bewahren, um einen Ort wie Medjugorje als marianische Gnadenstätte vorzutäuschen.

Lange Zeit habe ich mir die Vorträge von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin sehr gerne angehört, bis ich dahinter gekommen bin, wie gefährlich Medjugorje und das charismatische Wirken dort und jenes durch charism.-indische Missioanre (in Deutschland) ist. Ich rate jedem eindringlich, sich von Medjugorje  und jeder charismatischen Veranstaltung fernzuhalten.

Das Heil findet man nicht in Medjugorje und bei der Charismatik,  sondern in der Heiligen Schrift, der Lehre der Kirche und den Sakramenten, im Gebet und in der persönlichen Heiligung. Alles andere ist Täuschung und religiöse gefährlich!

Das Zentrum des Heils ist nicht Medjugorje oder  charismatische Exerzitien, sondern Jesus Christus im allerheiligsten Altarssakrament. Hier ist die Kraftquelle zu finden, nicht in Medjugorje  und nicht bei einem Charismatiker. Alles, was wir zum Heil benötigen, hat Christus in seiner Kirche eingerichtet. Was darüber hinausgeht, das ist Ablenkung, Täuschung und eine Herabwürdigung des Richtigen.

Außerdem ist niemand anders der von Christus gewollte Heilsvermittler als allein der Priester, der sakramental wirkt  – kein Medjugorjefan und kein Charismatiker!