Warnung vor dem philippinischen „Wunderheiler“ und kath. Charismatiker Corsie Legaspi

„Vater Corsi“ verteilt Taschentücher mit „Heil-Energie“

Es ist fast immer dasselbe in der schwarmgeistigen Szene:  Sogenannte Heiler  –  das können mitunter auch katholische Geistliche sein  – praktizieren den „Hammersegen“, also eine vermeintliche „Geistausschüttung“, ein sinnliches bzw. emotionales Erleben des „Hl. Geistes“, das in charismatischen Kreisen gerne als „Ruhen im Geist“ bezeichnet bzw. schöngeredet wird.

Meist läuft dieses merkwürdig erscheinende „Ritual“ so ab, daß der angebliche Heiler seinen Anhängern beide Hände auflegt oder sie etwas an die Stirne tippt und dabei einen „Segensspruch“ murmelt,  worauf diejenigen quasi-ohnmächtig  –  genauer: in einer Art Trance   –  nach hinten sinken und von Helfern aufgefangen werden, damit sie nicht gefährlich auf den Hinterkopf fallen. 

Foto: Pattayablatt

Foto: Pattayablatt

Die Betreffenden liegen dann einige Minuten  – manche auch länger  –  regungslos auf dem Boden, wobei mitunter auch baumstarke Männer umkippen, nicht etwa nur zartbesaitete Damen oder ohnehin als hysterisch bekannte Personen.

Der katholische Geistliche C. Legaspi  – auch „Vater Corsie“ genannt   –   gilt als einer der bekanntesten „Wunderheiler“ in der ostasiatischen Inselgruppe der Philippinen, die seit eh und je stark von spiritistischen „Geistheilern“ geprägt ist, wobei Heidnisches und „Christliches“ oftmals in täuschender Weise vermischt wird.

Anhängerin Elfi Seitz weiß im Internet zu berichten, der wunderwirkende Pfarrer Legaspi leite die „göttliche Heilkraft“ seiner Hände an die Kranken weiter, was freilich „umwerfende“ Folgen nach sich zieht (siehe Foto)…

Durch Zufall habe Legaspi von seiner „besonderen Begabung“ erfahren  – und zwar wie folgt:

„Er merkte, dass seine Schüler jedes Mal, wenn er für einzelne betete und segnend ihren Kopf berührte, umfielen und wie erstarrt dalagen. Jeder aber sagte, es sei wie ein Stromschlag gewesen, der sie durchfuhr, und dieses Gefühl sei überirdisch schön gewesen. Anfangs war er geschockt, aber dann erkannte er die große Gnade Gottes darin, anderen Menschen helfen zu können.“

Dieselbe Autorin schreibt am 1. Mai 2012 im Pattayablatt (2. Bericht dort) über eine „Heilungsmesse“ vom 10. April mit Pfr. Legaspi in Pattaya (Thailand).   –  Unter einem Foto mit umgekippten Leuten heißt es wörtlich, diese Menschen seien „halb betäubt“ durch ihre „Berührung“ mit Legaspi.  

Sehr praktisch ist natürlich auch, daß dieser charismatische Priester sogar „Fernheilungen“ praktiziert, wie Frau Seitz an anderer Stelle im selben Blatt bestätigt: „Sollte jemand zu krank sein, um zum Platz der Heilung zu kommen, kann eine vertraute Person (Fernheilung) für diesen Kranken einspringen. Auch hierzu gibt es genügend Beispiele.“

„Schweben in höheren Sphären“

Zudem schildert Frau Seitz Folgendes:

„Wieder begann er damit, Krebskranke und Menschen mit schweren anderen Krankheiten zu sich zu rufen, und berührte unter Gebeten ihre Stirne, worauf die meisten davon sanft umsanken, von den Händen geschickter Fänger aufgefangen und niedergelegt. Dieses Umsinken ist keinesfalls eine Ohnmacht, derjenige, dem das passiert, ist bei vollem Bewusstsein, aber er schwebt sozusagen in höheren Sphären.

Drogensüchtige glauben  freilich ebenfalls, in „höheren Sphären“ zu schweben, wenn sie auf ihrem „Trip“ sind und dabei „himmlische“ Musik hören,  „übernatürliche“ Farben schauen, „kosmische“ Gefühle empfinden usw… 

Auch dieses FOTO aus der deutsch-thailändischen Zeitung „Pattayablatt“ zeigt Menschen nach Empfang des „Hammersegens“; unter der Abbildung heißt es wörtlich: Die Menschen fallen nach der Berührung  von Vater Corsie um, so stark ist die gute Energie.“

Foto: Pattayablatt

Foto: Pattayablatt

Wirklich eine „gute“ Energie?  –  Jedenfalls eine „umwerfende“: eine,  die Menschen buchstäblich umwirft.  –  Offenbar verfügt Vater Corsie  aber nicht nur über „heilende Hände“, selbst seine Kleidung ist von einer „höheren“ Energie durchströmt, schwärmt die Autorin:
 
„Am Ende des langen Nachmittages durften dann alle, die ein Leiden hatten zu ihm kommen, durften seine Finger, seine Hände oder seine Kleidung berühren, während er in tiefer Gebetsmeditation dasaß. Vater Corsie Legaspi berührt mit seinen Händen, die durch Gottes Kraft heilen können, nicht nur die Leiber der Menschen, sondern ganz sicher auch ihre Seelen.“

Gewiß doch, fragt sich nur, in welcher Weise!

Interessanterweise gewinnt der „Wunderheiler“ auch massenhaft Anhänger in anderen Religionen, bei Muslimen und Buddhisten. Häufig hält er sich in Thailand auf, bekanntlich ein buddhistisch geprägtes Land.

Auch bei diversen Esoterikern und in Rudolf-Steiner-Kreisen ist er oftmals sehr beliebt. In einer Waldorfschul-Zeitung heißt es hierzu in einem Erlebnisbericht über Legaspi (vgl. S. 42):

„Unsere Familie kennt ihn persönlich, weil wir manchmal Sponsoren sind. (…) Er missioniert nicht. Er ist gegenüber allen Religionen in seiner Haltung sehr offen. Buddhistische Mönche werden genauso geheilt wie Moslems.“  

Natürlich erzählt der seit drei Jahrzehnten weltweit herumreisende Charismatiker seiner frommen Schar in treuherziger Manier, gewisse gewöhnungsgedürftige Phänomene dienten allein der Ehre Gottes und dem Heil der Menschen, zumal es etwa beim „Ruhen im Geist“ schon oft zu Krankenheilungen gekommen sei.

Auf die Idee, daß der Zweck die Mittel nicht heiligt, kommen „wunder“-bar erstaunte Anhänger in ihrem Kurzschluß-Denken leider nicht, zumal die falsche Idee „Wer heilt, hat recht“ in vielen Köpfen herumspukt.

So verkündet auch Legaspi seinen Fans, die von ihm bewirkten Heilungen seien „Gottes Energie“,  die er in seinen wundertätigen Händen habe, deren „Heil-Energie“ er in seiner hilfsbereiten Art weitergebe.

In Wirklichkeit führt der Heilige Geist die Menschen zur Wachheit und geistigen Klarheit  –  und nicht etwa zu trance-artigen „Bewußtseinsveränderungen“ bzw. übersinnlich-esoterischen Gefühlserlebnissen mit „elektrischen“ Empfindungen, wie man sie ähnlich auch aus Drogenrausch-Berichten zuhauf kennt.

Der Hl. Geist steht über der Vernunft, wirkt aber nicht gegen sie

Gottes Geist steht gewiß weit über der menschlichen Vernunft, aber er wirkt nicht gegen die Vernunft   –  ER schaltet den Verstand nicht aus, sondern ein, zumal die Gabe des Verstandes zu den biblisch bezeugten und kirchlich verkündeten „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ zählt. Dazu gehören zudem die Gabe der Weisheit und der Erkenntnis, also durchaus vernunftgeprägte Tugenden, ähnlich wie die Gabe des „Rates“.

Das glaubensgeprägte Denken und das ganze Pontifikat unseres Papstes steht ebenfalls unter dem Zusammenhang von „Glaube und Vernunft“. Von Papst Benedikt stammt auch der Ausspruch: „Katholisch sein heißt nüchtern sein“  –  ganz im Sinne biblischer Ermahnungen, die immer wieder zu geistiger Wachsamkeit, Nüchternheit und Besonnenheit auffordern. Der Apostel Paulus betont in 2 Kor 5,7, daß wir hier auf Erden im Glauben leben, nicht im Schauen!

Leider gehen selbst kirchliche Amtspersonen diversen Geistheilern und charismatischen Schwarmgeistern auf den Leim und empfehlen sie weiter   –  unter diesen Leichtgläubigen befinden sich sogar Bischöfe und Kardinäle. Das macht die Sache aber nicht besser, sondern weitaus gefährlicher und  für naive Gläubige noch verwirrender.

Man kann sich leicht vorstellen, daß Kirchen und Versammlungsräume „brechend voll“ sind, wenn solch ein vielgerühmter Heiler auftritt und mit seinen erstaunlich erscheinenden Erfolgen aufwarten kann. Oft wird eingangs ein Film gezeigt, der das weltweite Wunderwirken von „Vater Corsie“ aufzeigt, so daß allein dadurch schon eine entsprechend „gläubige“ Erwartungshaltung bei den Besuchern geweckt wird.

Am 15.11.2011 schrieb das „Pattayablatt“ in ihrem Jubel-Bericht über eine Legaspi-Heilungsversammlung abschließend:

„Ganz am Ende durften dann die Menschen in Trauben an ihm hängen und sich Energie, Kraft und Heilung holen. Vater Corsie verteilte auch wieder Taschentücher, die er mit Heilung versehen hatte und die Menschen durften sie mit nach Hause nehmen.“

Auch die bereits mehrfach zitierte Frau Seitz bestätigt dies wundersame Taschentuch-Phänomen:

Ich selbst habe, wie viele andere auch, ein Taschentuch von Vater Corsie berühren lassen, denn auch durch das ständige Auflegen desselben kann Heilung übertragen werden.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hier ein HINWEIS auf die –  für Katholiken verbindlichen  –  päpstlichen Bestimmungen zu Heilungsversammlungen, die in den meisten Fällen leider unbeachtet bleiben:

https://charismatismus.wordpress.com/2013/02/17/kirchliche-rechtsvorschriften-fur-heilungsgebete-charismatische-heilungsgottesdienste-etc/

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