Luz de Maria: Jesus als „spiritueller Führer“?

Von Felizitas Küble

Bereits vor ca. drei Jahren haben wir uns im CHRISTLICHEN FORUM kritisch mit den „Botschaften“ der argentinischen Seherin Luz de Maria befaßt, die sich der erscheinungsseligen Szene als „Stigmatisierte“ präsentiert und angeblich seelisch und körperlich den Kreuzesschmerz Christi miterlebt: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/luz-de-maria-argentinien/

Die in Costa Rica geborene Familienmutter lebt in Argentinien und reist durch die lateinamerikanischen Lande, um ihre besonderen „Aufrufe“ zu verbreiten.

Dabei gehört zu diesen „Botschaften des Himmels“ auch die in diesen Kreisen handelsübliche Drohung mit der „Warnung“ gehört, also jenem angeblichen endzeitlichen Vorgang einer wohl meist schrecklichen „Seelenschau“, der uns – diesen Visonären zufolge – in Bälde überraschen wird, den allerdings weder Bibel noch Kirche kennen.

Wie man der Fan-Webseite entnehmen darf, bezeichnet sich Christus gegenüber der „Begnadeten“ in typisch esoterischer Manier als ihr „spiritueller Führer„: https://www.revelacionesmarianas.com/de/luzaleman.html

Auch sonst klingt manches merkwürdig: So habe Luz schon in ihrer Jugend „himmlische Bekundungen“ durch Maria und die Engel erlebt, die ihre voraussagten, „was sich Jahre später allmählich materialisieren würde„.

Ein in der Szene sehr häufiges Phänomen ist z.B. das Heraustreten von „Tränen“ oder gar Blutspuren aus religiösen Bildern (oft wie hier aus Medjugorje-Madonnenstatuen) – und sodann der „unerklärliche Duft“, meist angenehmer Rosenduft.

Typisch für das erscheinungsbewegte Spektrum ist es auch, jedwede Kritik am Inhalt der Sonderoffenbarungen als böswillige Verleumdung zu verteufeln, obwohl diese Botschaften kirchlich nicht einmal anerkannt sind. So heißt es diesbezüglich bei Luz de Maria in zudem anmaßender Gleichsetzung mit Christi Leiden:

„Christus warnt sie über die Verfolgung, die Ungerechtigkeit, die Verleumdung und die üble Nachrede von denen, die diese Aufrufe nicht akzeptieren. Sie werden nie müde sie zu verfolgen, um ihre Arbeit beenden zu versuchen, aber sie nimmt das an, wissend, dass als Werkzeug Christi den gleichen Weg, den Christus auf der Erde ging, gehen muss.“

Sodann wird als „Referenz“ folgendes aufgeführt:

„Bevor Christus Luz de María Teilnehmerin seiner Passion macht, fängt sie an, in einen besonderen Zustand zu fallen, der sie die Wunder erkennen lässt und nachdem sie in einer Ekstase niederfällt.“

Offenbar geht es bei diesem ekstatischen „Niederfallen“ um ein ähnliches Phänomen wie das charismatische „Ruhen im Geist“, bei dem die Betreffenden in einer Art Trance nach rückwärts fallen.

Die Ekstase der Maria de Luz ist jedesmal „dramatisch für alle Anwesenden“ – und zwar deshalb:

„Wunden erscheinen in ihren Händen, Füssen, an der Seite und auf dem Kopf. Manchmal weint sie Tränen aus Blut, die sehr intensiv duften, so sehr, dass der Duft den ganzen Raum erfüllt. Nach dem Ekstase, der eine oder mehrere Stunden dauern kann, heilen die Wunden aus, die Haut regereniert sich und nur das Blut bleibt sichtbar.“

Hierzu erübrigt sich jeder weitere Kommentar.


Argentinien: Seherin Luz de Maria bietet Stigmatisationen und Visionen der Endzeit

Von Felizitas Küble

Im Getümmel von Wundersucht und „frommer“ Sensationslust fehlt es auch in Lateinamerika nicht an passenden Sehern und Botschaften des Himmels.

Zu ihnen gehört seit einigen Jahren die auch auf deutschen Webseiten beworbene „Mystikerin“ Luz de Maria. Die in Costa Rica geborene Familienmutter lebt in Argentinien und leitet dort Gebetsgruppen. Nun ist das Land groß, doch auf der Reklame-Seite für die Seherin wird die Stadt oder Gemeinde, in welcher sie wohnt, nicht erwähnt. 

Immerhin tritt sie mit Namen auf, was man nicht von allen“Begnadeten“ behaupten kann, gab es doch beispielsweise jahrelangen Wirbel um eine anonyme „irische Seherin“ mit ihren Warnungs-Botschaften: sie behauptete, schon vor der eigentlichen Wiederkunft Christi in Herrlichkeit sei er weltweit mit einem Kreuz am Himmel sichtbar und bringe die „Warnung“, eine angebliche „Seelenschau“ als Prüf- und Straf-Aktion für alle Erdenbewohner etc.

Es handelt sich hierbei um Ankündigungen, die in ähnlicher Weise auch von jener argentinischen Seherin verkündet werden. Von und über Luz de Maria ist anscheinend  – noch  – kein Buch in Deutsch erschienen; das hier abgebildete Buch in ihrem Heimatland zeigt typischerweise eine Bluttränen-Madonna, angeblich entstanden auf einem Bildnis von Guadalupe. 

Allerlei wundersame „Zeichen“ sind in der Seher-Szene gang und gäbe, gleichsam das Salz in der Suppe.

Auf dieser Webseite  – https://www.revelacionesmarianas.com/de/luzaleman.html  – wird diese Sühneseele näher vorgestellt. Natürlich führt auch sie ein Opferleben, weil sie „Verfolgung“ und „üble Nachrede“ von denen erleidet, die ihre Botschaften „nicht akzeptieren“. 

Aber – so heißt es tröstlich weiter – die Visionärin „nimmt das an, wissend, dass sie als Werkzeug Christi den gleichen Weg, den Christus auf der Erde ging, gehen muss.“

Die Dame „erlebt verschiedene mystische Erfahrungen, in denen Christus sein Leiden am Kreuz mit ihr teilt“.  – Daß der Opfertod des HERRN seit zweitausend Jahren beendet ist, hat sich in diesen Kreisen noch nicht herumgesprochen. 

Merkwürdigerweise heißt es sodann: „Priester mehrerer Länder unterstützen sie, aber wie Christus selbst zu ihr sagt: „Ich bin dein spiritueller Führer“, denn Christus ist es,  der jeden ihrer Schritte und alles, was sie tut, führt.“

Aha, unser HERR ist offenbar nicht ihr Erlöser, sondern lediglich eine Art Guru, nämlich ihr „spiritueller Führer“ – ein Ausdruck, der sich weder in der Bibel noch in kirchlichen Gebetbüchern findet, der vielmehr stark nach esoterischer Literatur riecht.

Apropos „riechen“ – auch hier hat Luz de Maria einiges zu bieten: Wenn sie in  Ekstase fällt und angeblich die Wundmale Christi empfängt, weint sie manchmal „Tränen aus Blut, die sehr intensiv duften, so sehr, dass der Duft den ganzen Raum erfüllt.“

Von einem Duftphänomen der Wunden Christi am Kreuz liest man allerdings nichts in der Heiligen Schrift  – zugleich kennt man diese Begleiterscheinung längst aus der Esoterik und falschmystischen Visionen.

Am 16.2.2010 sagte der Erscheinungs-Christus der angeblich stigmatisierten Dame folgendes:

„Meine Mutter hat Euch im Laufe der Jahrhunderte auf der ganzen Welt vor dem gewarnt, was nun TATSÄCHLICH unmittelbar bevorsteht…. Eine WARNUNG wird in das Innere der  Menschen vordringen und sie werden nur auf meiner Seite sein.“

Diese Ankündigung, wonach die Zwischen-Ankunft Christi mit dem Warnungs-Ereignis „unmittelbar“ bevorstehe, ist nun auch schon über acht Jahre alt.

Weiter heißt es über diesen Vorgang: „Das Licht wird einen Moment lang zu allen kommen, um sie von der Sünde zu befreien, aber mit meinem Schmerze und dem meiner Mutter, werden sie danach noch stärker in der schwarzen Sünde verbleiben, vom Bösen beseelt, das die schwachen und ungläubigen Gedanken kontrollieren wird.“

Verstehe das, wer will  – vermutlich bedarf es hierfür der speziellen „Logik“ erscheinungsbewegter (Aber-)Gläubiger. 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt