Pater James Manjackal und seine pfingstlerischen „Erleuchtungen“

Schwarmgeistige Botschaften eines charismatischen „Gurus“

Der „katholische“ Charismatiker-Pater James Manjackal publizierte zu Pfingsten 2012 wieder eine besondere „Botschaft“, die er von Christus selbst erhalten haben will.

Die höheren Erleuchtungen des bekannten indischen Paters beginnen mit den Worten:

”So sagt Jesus, der Herr: “Liebe Freunde, so wie ich es versprochen habe, sende ich euch heute meinen Geist, so dass ihr als meine Brüder und Schwestern neben mir stehen könnt und meinen Vater “unseren Vater” nennen könnt.”

Biblische Tatsache ist, daß Christus, als er auf Erden wirkte, mehrfach ausdrücklich von „meinem“ Vater und von „eurem“ Vater sprach, also diesen Unterschied ausnahmslos betonte, auch in Gesprächen mit seinen Aposteln und Jüngern.

Dieser wesentliche Unterschied, ja „Abgrund“ zwischen Gott und Mensch, zwischen Christus und den Gläubigen wird hier zusätzlich dadurch plattgeredet, daß es heißt, wir könnten „neben“ Christus stehen.

Unsere angemessene Haltung gegenüber Christus ist aber vielmehr die anbetende  –  bildlich gesagt: jene auf den Knien!

Außerdem erhielt die Jerusalemer Urgemeinde zu Pfingsten den Heiligen Geist, wie der HERR es ihr versprochen hatte. Seitdem werden Katholiken durch das Sakrament der Firmung mit den Sieben Gaben des Heiligen Geistes gestärkt.

Was sollen also diese angeblichen Christusworte: „Liebe Freunde, so wie ich es versprochen habe, sende ich euch heute meinen Geist.“  – Was heißt hier „heute“?

Sodann setzt sich die „Botschaft“ von Pater Manjackal folgendermaßen fort:

„Nach meiner Himmelfahrt wurde ich zu einem lebensspendenden Geist, um für alle Zeit bei euch sein zu können. Mit diesem gleichen Geist habe ich das Evangelium verkündet, die Kranken geheilt und die Dämonen ausgetrieben. Heute schenke ich euch meinen Geist, damit ihr meine Werke auf dieser Erde weiterführt, wo viele untergehen aufgrund von Unkenntnis des Evangeliums, verschiedener Krankheiten und Bindungen Satans.“

Auch hier wird theologischer Kreuz-und-Rüben-Salat geboten. Christus ist nach seiner Himmelfahrt keineswegs zu einem „Geist“ geworden, sondern er lebt weiter als der gekreuzigte und auferstandene, der verklärte und verherrlichte Gottmensch: Gott und Mensch zugleich für immer, also keineswegs zu einem „Geist“ mutiert.

Typisch für die Schwärmerbewegung ist auch die aufschlußreiche Aussage, wonach „viele untergehen aufgrund von Unkenntnis des Evangeliums, verschiedener Krankheiten und Bindungen Satans“.

Warum sollten Krankheiten zum „Untergang“, also zur Verdammnis führen?

Eher umgekehrt: Gott kann auch auf diesen Zeilen unseres Lebens gerade schreiben, so daß schon mancher Kranke ins Nachdenken geriet und wieder zum Glauben fand.

Zudem ist heute weniger die „Unkenntnis“ des Evangeliums ein Problem, als vielmehr der bewußte Widerstand gegen Gottes Botschaft und das unbußfertige Verharren in der Sünde.

Doch von Sünde ist hier nicht die Rede, stattdessen von den „Bindungen Satans“, als ob wir unsere persönliche Schuld und Verantwortung auf den Teufel abschieben könnten.

Der blühende theologische Unfug wird sodann munter fortgesetzt:

„Weil die menschlichen Wesen, die nach meinem Abbild und mir ähnlich geschaffen sind, ihre Heiligkeit verloren haben, haben auch die Erde und alle Geschöpfe auf ihr ihre Heiligkeit verloren.“

Die Erde und die nichtmenschlichen Wesen haben durch den Sündenfall des Menschen keineswegs ihre „Heiligkeit“ verloren, die sie nämlich nie besaßen,  sondern vielmehr ihre natürliche Vollkommenheit, so daß die Schöpfung tatsächlich indirekt in den „Fall“ Adams hineingezogen wurde.

Doch der Ausdruck „Heiligkeit“ kann auf geschöpflicher Ebene allein auf den Menschen angewandt werden, der mit Gottes Gnade und seinem freien Willen zur Heiligkeit berufen ist. Tiere oder Pflanzen waren weder vor noch nach dem Sündenfall dazu berufen, zumal sie keinen freien Willen und keine unsterbliche Seele besitzen.

Auch die folgenden „Botschaften“, die Christus in den Mund gelegt werden, sind völlig unsinnig, aber typisch schwarmgeistig:

„Heiligt euch heute und morgen werdet ihr Brot zu essen haben; heiligt euch heute und morgen werdet ihr Zeichen und Wunder sehen. Wenn ihr zu mir umkehrt durch Glauben und in Reue, und Gemeinschaft findet mit mir durch meinen Geist, dann werden Durst und Hunger eurer Seelen gestillt werden. Wenn ihr ein neues Leben führt durch meinen Geist, dann werdet ihr nicht mehr die Schande von Hungersnot und Armut erleiden, sondern im Gegenteil – die Zahl der Früchte an euren Bäumen und die Menge an Getreide auf euren Feldern wird steigen; eure Vorratskammern werden mit Körnern gefüllt werden.“

Kommentar überflüssig.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Quelle für die Manjackal-Zitate: http://de.gloria.tv/?media=298265

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