Frankreich: Kritisches Buch über die „stigmatisierte“ Marthe Robin erschienen

Von Felizitas Küble

Am 8. Oktober 2020 ist in Frankreich ein Buch herausgekommen, das schwerwiegende Enthüllungen über die in diesem Land sehr bekannte „Mystikerin“ Marthe Robin enthält; ihr wird darin systematischer Betrug und Täuschung ihrer Anhänger nachgewiesen.

Der Autor Prof. Dr. Conrad De Meester ist freilich kein „investigativer“ Journalist, der es auf Sensationsberichte abgesehen hat, sondern ein wissenschaftlich gründlich arbeitender Karmelit aus Flandern.

Der Ordenspriester und angesehene Kirchenhistoriker befaßte sich jahrzehntelang mit den großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts. Wohl nicht zuletzt deshalb erhielt er von bischöflicher Seite den Auftrag, die Schriften, Lebensweise und Botschaften der 1981 im „Rufe der Heiligkeit“ verstorbenen Marthe Robin theologisch und spirituell zu untersuchen, zumal für sie bereits ein Seligsprechungsverfahren in Rom lief.

Leider wurde das Buch über die gelähmte Frau aus der Drôme erst posthum (nach dem Tod) veröffentlicht, denn der Autor starb am 19.12. 2019. Es scheint bislang unklar, weshalb Prof. De Meester oder sein Ordensoberer mit der Veröffentlichung gezögert hat.

Die im 20. Jahrhundert bekannteste Mystikerin Frankreichs gründete mehrere Bewegungen, darunter ihre Foyers de Charité (70 Foyers in 40 Ländern) zu deutsch: Vorhof bzw. Herdfeuer der Nächstenliebe.

BILD: Eines der vielen euphorischen Bücher über Marthe, hier aus dem Stift Heiligenkreuz

Maßgeblich beteiligt war die zudem bei der Entstehung und Ausbreitung charismatischer Gruppen wie der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, der „Arche“, der Gemeinschaft Emmanuel oder der Johannes-Gemeinschaft.

Über diese Kommunitäten haben wir im CHRISTLICHEN FORUM seit Jahren kritisch berichtet, ebenso mehrfach über Marthe Robin – und dies bereits seit acht Jahren, also längst vor den erwähnten „Enthüllungen“.


Ludwig M. Grignion von Montfort und Marthe Robin: gemeinsame Endzeitschwärmereien

Von Felizitas Küble

Die 33-Tage-Andacht mit dem Ziel einer Marienweihe („Vollkommene Weihe an Jesus durch Maria“) ist in marianischen und zumal in erscheinungsbewegten Kreisen seit langem bekannt und beliebt.

Auch wenn vieles in dieser speziellen Art des Marienkultes, die auf den hl. Grignion von Montfort zurückkehrt, durchaus richtig sein mag, so beruht sie doch zugleich auf Endzeitschwärmereien, die weder mit der biblischen noch mit der kirchlichen Lehre vereinbar sind (vgl. lehramtliche Stellungnahmen gegen den sog. Chiliasmus und Postmillenarismus).

Dieser Beitrag soll aber keine theologische Abhandlung werden, sondern einige typische spirituelle Fehlentwicklungen aufzeigen, wie sie im Kontext dieser Andachtsform weitverbreitet sind.

Zunächst fällt auf, daß die erwähnte 33-Tage-Weihe besonders oft von pseudomystischen Seher/innen propagiert wird, z.B. bei der Visionärin Bärbel von Marienfried (als Erscheinung kirchlich nicht anerkannt). Zudem wird diese Spezialandacht in der Medjugorje-Bewegung stark hochgehalten – von der „Seligpreisungs“-Gemeinschaft sowieso, aber auch von „Totus Tuus“ (eine charismatisch-marianische Jugendgruppe: http://www.totus-tuus.de/site/totus-tuus/spiritualitat/marianisch/)

Die unlängst als betrügerisch entlarvten „Botschaften“ der Stigmatisierten Marthe Robin gründen ebenfalls fundamental auf den Endzeitschwärmereien des französischen Priesters Ludwig Maria Grignion von Montfort, inbesondere ihre Ankündigung eines „neuen Pfingsten“ für die Kirche.

Kurz gesagt beinhaltet diese „prophetische“ Sichtweise, daß am Ende der Zeit zwar zunächst Krisen und Heimsuchungen für die Kirche möglich seien, aber dies werde alles überwunden durch die „Apostel der letzten Zeiten“, die als begeisterte Marienverehrer gleichsam die Welt umkrempeln und eine Art spirituelles Gottesreich auf Erden errichten.

Von dieser Grundhaltung war auch die französische „Seherin“ Marthe Robin geprägt, weshalb sie jahrzehntelang bis zuletzt vom kommenden „Pfingsten der Liebe“ sprach, das vor allem durch die „geistlichen Gemeinschaften“ ausbrechen werde, wobei einige charismatische Bewegungen sogar von ihr selber angestoßen und ermutigt wurden (darunter die bereits erwähnte „Gemeinschaft der Seligspreisungen“ bzw. „Arche“ und „Emmanuel“).

In der euphorischen Biographie „Martha“ von Bruder Ephraim, dem Gründer jener Seligpreisungs-Kommunität, zieht sich diese Endzeiteuphorie wie ein roter Faden durch das Buch. Er betont mehrfach die einzigartige Bedeutung der 33-Tage-Andacht für das Frömmigkeitsleben und die „Prophetie“ von Marthe Robin, vor allem ab S. 74 ff.

In den von ihr gegründeten Charites wurde in Exerzitien diese Grignionsche Marienweihe gelehrt, die Marthe selbst auch für sich selber mmer wieder erneuert hat.

Aus der entsprechenden „Abhandlung über die wahre Verehrung Mariens“ wird in Ephraims Martha-Buch ausführlich zitiert (vgl. ab S. 74), darunter folgende überschwängliche Zukunftsprognosen über die „Apostel der letzten Zeiten“ (S. 73) bzw. die „Diener Mariens“, die im Grignionschen Original übrigens „Sklaven“ Mariens heißen:

„Sie werden die Fülle des Erbarmen Mariens erfahren und erkennen, wie sehr sie ihre Hilfe brauchen.“ (In Wirklichkeit spricht die Kirche in ihrer Liturgie und Verkündigung hinsichtlich Mariens von einer Fürsprache, wogegen sich das Erbarmen auf Christus als Erlöser beziehen.)

Zudem wirkt die ganze Beschreibung dieser „Endzeittruppe“ dramatisierend, fanatisch und schwärmerisch, denn diese „Diener Mariens“ seien – so heißt es – „ein verzehrendes Feuer….scharfe Pfeile in der Hand der mächtigen Jungfrau, mit denen sie ihre Feinde durchbohrt.“ – Für die Armen seien diese neuen Heiligen ein „Wohlgeruch Christi“, aber für die „reichen und hochfahrenden Weltleute ein Geruch des Todes“.

Und weiter: Sie werden Donnerwolken sein, die beim leistesten Hauch des Heiligen Geistes die Lüfte durchsegeln…Donnern werden sie gegen die Sünde, grollen gegen die Welt und ihre Blitze schleudern gegen den Teufel und seine Anhänger. Mit dem zweischneidigen Schwert des Gotteswortes werden sie alle treffen und durchbohren, zu welchen der Höchste sie sendet, sei es zum Leben, sei es zum Tode. Sie werden die wahren Apostel der Endzeit sein, denen der Herr der Heerscharen Wort und Gewalt verleiht….

Kein Sterblicher, wie mächtig er auch sein mag, wird sie beeinflussen können, keinen werden sie verschonen, keinen fürchten….Das sind die Männer, die da kommen werden, doch Maria wird sie auf Befehl des Höchsten heranbilden, um sein Reich auszubreiten über die Ungläubigen und Gottlosen.“

So geht das im militärisch-rabiaten Stil munter weiter, so daß man sich fragt, ob hier jemandes heißblütige Fantasie durchgebrannt ist.

Es paßt aber alles in die typisch schwärmerisch-fanatische Mentalität (Denkweise) mancher charismatischer Kreise, die sich für besonders erleuchtet halten, zumal sie ja wohl der geistige Vortrupp dieser „Apostel der letzten Tage“ sind.

Abgesehen davon wird das „Reich Gottes“ in Wirklichkeit ohnehin nicht über die „Ungläubigen und Gottlosen“ ausgebreitet, weil das geistig und praktisch gar nicht möglich ist – es sei denn mit Zwang und Gewalt – aber hierauf beruht das wahre Gottesreich gerade n i c h t .

Die Heilige Schrift hat uns für die Endzeit außerdem einen zunehmenden Glaubensabfall angekündigt – und nicht das Gegenteil, die Errichtung eines „Gottesreiches“ durch selbsternannte Apostel und Propheten, die wie verspätete Kreuzzügler und durchgeknallte Phantasten wirken.

Aber solche enthusiastischen, un-nüchternen „Endzeitvisionen“ passen in die Weltanschauung besonders „begnadeter Seelen“ wie Marthe Robin, die sich ohnehin reichlich aus der pseudomystischen Literatur früherer Zeiten bedient hat und dies dann als ihre eigenen Neuoffenbarungen von „oben“ ausgab.

Weitere Artikel zu Marthe Robin: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


Marthe und das „neue Pfingsten“ der Kirche…

Von Felizitas Küble

Der erscheinungsbewegte, gerne auf „wundersame“ Ereignisse fixierte Blogger Hermann Hitthaler veröffentlicht auf seiner Seite „Gott liebt uns“ einen begeisterten Bericht über die bekannte „Mystikerin“ Marthe Robin: http://www.gottliebtuns.com/hl_marthe_robin.htm

Der Titel „Braut des Erlösers“ (gemeint ist damit bei ihm aber nicht die Kirche, sondern Marthe) deutet bereits an, wie hingerissen der Autor von dieser französischen „Stigmatisierten“ ist, deren „Botschaften“ jedoch unlängst von einem Theologieprofessor, den der zuständige Bischof als Zensor eingesetzt hatte, als Betrug bzw. Kopien aus alter Literatur entlarvt wurden. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/10/06/historiker-kritisiert-geistigen-diebstahl-durch-die-visionarin-marthe-robin/)

Aufschlußreich an Hitthalers langer Lobrede auf Marthe Robin sind vor allem die letzten Abschnitte seines Aufsatzes:

Dort heißt es zu ihrer inhaltlichen Richtung:

„Mit etwas Abstand wird immer deutlicher werden, dass Marthe die Sendung hatte, dazu beizutragen, die Kirche für das Neue Pfingsten hervorzubringen, und dass ihre Hingabe der Bedeutung dieses

Ereignisses angemessen war. Denn Maria gab ihr zu verstehen, dass dieses zweite Pfingsten ein Ausmaß annehmen würde, das es in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben hat.“

Mit „Maria“ sind die Madonnenvisionen gemeint, die Marthe angeblich des öfteren zuteil wurden.

Freilich sollte man der Gottesmutter keinen theologischen Unsinn in den Mund legen. Für die letzten Zeiten (und die Phase davor) hat uns die Heilige Schrift kein „neues Pfingsten“ angekündigt, sondern das genaue Gegenteil: einen zunehmenden Glaubensabfall – und zwar innerhalb der Christenheit, also genau das, was wir derzeit vor Augen haben.

Typisch charismatische Schwärmereien über eine künftige weltweite Erweckung und einen pentekostalen (pfingstlerischen) Sieg und Triumph der Kirche klingen natürlich angenehmer in den Ohren als das nüchterne biblisch-prophetische „Endzeitprogramm“…

Höchst merkwürdig erscheinen sodann auch die Hitthaler-Hinweise auf das irdische Ende der französischen „Mystikerin“ Robin am 6.2.1981:

„Sie wusste, dass Satan sie bis zum Schluss verfolgen würde…In der Tat, als Pater Finet an jenem Freitagabend Marthes Zimmer betrat, war alles durcheinandergeworfen und Marthe lag mitten im Zimmer leblos auf dem Boden.

Nachdem der Menschenmörder ihr einige Zeit zuvor die Wirbelsäule verbogen hatte, hatte er ihr nun das Leben genommen. Die Rufe des Paters vermochten genauso wenig wie die Medizin.
Als Pater Finet meine Frau und mich später empfing, versicherte er uns nochmals, dass er bei ihrem Leichnam wirklich Marthes Stimme vernommen habe: «Er hat mich umgebracht.»

Zunächst einmal bestimmt GOTT unsere letzte Stunde – und nicht sein Widersacher, der niemanden gegen den Willen des Höchsten „umbringen“ kann.

In der schwärmerischen „Martha“-Biographie von Bruder Ephraim wird ähnlich Schauriges berichtet. Ihrem jahrzehntelangen Seelenführer Pater Finet soll sie kurz vor dem Sterben anvertraut haben: „Diese Nacht hat der Teufel mich zu Fall gebracht und mit dem Kopf auf den Boden geschlagen.“ – Nach ihrem Tod geschah angeblich folgendes: „Hingeworfen vom Teufel und schon ganz erkaltet liegt Martha am Boden.“ (S. 29)

Ganz anders aber heißt es in Hebr 13,7 hinsichtlich der Gerechten und Vorbilder: „Schaut auf ihr Ende und folgt ihrem Glauben nach“ denn diese sind auch beim Sterben in Gottes Hand – und nicht in jener des Teufes.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Für die mystische Marthe Robin ist Gandhi „wie ein zweiter Jesus“

Von Felizitas Küble

Man ist wahrlich Kummer gewohnt, wenn es um theologische Aussagen von selbsternannten „Begnadeten“ geht, die im oberfrommen Lager gerne als „Sühneseelen“ oder – der Deutlichkeit halber – gar als „Sühneopferseelen“ verehrt werden.

Zu den bekanntesten Damen dieses „wunderbaren“ Spektrums gehört zweifellos die französische Stigmatisierte und Visionärin Marthe Robin, hat sie doch nicht „nur50 Jahre angeblich allein von der hl. Hostie gelebt (also eine Art übernatürlich motivierte Hungerkünstlerin), sondern sie ist zugleich Wegbereiterin zahlreicher charismatischer Bewegungen, die im Frankreich der 70er Jahre ihre ersten (Sumpf-)Blüten trieben, darunter „Die Arche“, die Gruppe „Emmanuel“ und die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“.

Letztgenannte Gruppe wurde gegründet von „Bruder Ephraim“, der sich später ebenso wie einige seiner leitenden Mitstreiter in Sexaffären verstickte.

Aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern von Ephraims Buch „Martha“ (siehe Foto), einem einzigen Lobgesang auf Marthe Robin, seine geistliche Ziehmutter und Wegbegleiterin jene „Seherin“ also, deren Botschaften unlängst als Betrug entlarvt wurden (sie hat den Inhalt nicht von „oben“ diktiert bekommen, sondern aus alten „mystischen“ Schriften zusammenkombiniert).

Nun wird keiner behaupten wollen, der von Marthe hingerissene Bruder Ephraim habe sie etwa in ein ungünstiges Zwielicht setzen wollen – ganz im Gegenteil.

Umso aufschlußreicher sind manche Passagen seiner im Vier-Türme-Verlag (Münsterschwarzach) erschienenen Biografie.

Zu den Zeugnissen pro Marthe gehört auch Georges Baudonnel aus der von ihr inspirierten Gemeinschaft „Die Arche“. Dieser schreibt auf S. 107 folgendes:

„Ich stellte Martha die Frage, ob sie Ghandi kennen und was sie von ihm halte? – Ihre Antwort lautete zur ersten Frage: „Oh ja, ich kenne Ghandi“. Zur zweiten: „Ja, Ghandi ist wie ein zweiter Jesus.“

Nebst theologisch derart irrigen Aussagen enthält das Buch eine Reihe sinnloser Mirakel – wie etwa auf S. 153 von Mai Tau berichtet:

Er erwähnt einen vietnamischen Priester, der nicht habe glauben wollen, „daß die Hostie sich der Hand des Priesters entzog und Martha in den Mund stürzte.“ – Als dieser Geistliche dann im Zimmer der Stigmatisierten eine hl. Messe feierte, „beschloß er, bei den Worten „Seht, das Lamm Gottes“ die Hostie gut festzuhalten. Diese entzog sich seinen Händen und er sah sie in Marthas Mund verschwinden.“

Und welcher theologische „Sinn“ liegt nun in dieser scheinbar wundersamen Geschichte? – Eben dies verrät uns der Autor leider nicht.

Merkwürdig erscheint nüchternen Lesern aber auch folgende Schilderung einer angeblichen Jesus-Vision – und zwar in einer ihr sehr wohlgesonnenen Medjugorje-Zeitschrift (https://www.medjugorje.org/echo/e198ge.pdf) auf S. 6:

„Im Jahr 1930 frägt Jesus sie: Willst du sein wie ich?“. – Marthe antwortet: „Ich möchte sterben, damit sie das Leben haben“ .

Da Christus bekanntlich GOTT ist, lautet die Frage letztlich: „Willst du sein wie Gott?“ – und ihre Antwort verrät, daß sie sich gleichsam in einer „erlösenden“ Stellung sieht – das aber ist theologisch und spirituell höchst bedenklich.

Wir schreiben hier im CF bereits seit 2012 – also längst vor den derzeitigen Betrugs-Enthüllungen – kritisch über die „Botschaften“ dieser Seherin: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


Auch „Kathpedia“ hängt am Tropf der charismatischen „Mystikerin“ Marthe Robin

Von Felizitas Küble

Das Portal „Kathpedia“ ist ein Ableger der erscheinungsbewegten katholischen Nachrichtenseite „Kathnet“, die seit jeher von Medjugorje schwärmt und auch sonst kaum eine Erscheinung ausläßt, die vorschnell propagiert wird. Auch charismatische Phänomene werden gerne ungeprüft hochgejubelt.

BILD: Eine der zahlreichen Jubel-Biografien über Robin – hier vom Stift Heiligenkreuz herausgegeben

Ein typisches Beispiel für diese un-nüchterne, wundersüchtige Haltung ist das euphorische Kathpedia-Lebensbild der französischen Pseudo-Mystikerin und Betrügerin Marthe Robin: http://www.kathpedia.com/index.php/Marthe_Robin

Offenbar hat es sich noch nicht bis zur dortigen Redaktion in Linz herumgesprochen, daß die Neuoffenbarungen dieser 1981 verstorbenen Visionärin nicht von „oben“ stammen, sondern größtenteils per geistigem Diebstahl zusammengestückelt wurden (meist der mystischen Literatur des 19. Jahrhunderts entnommen).
Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/10/06/historiker-kritisiert-geistigen-diebstahl-durch-die-visionarin-marthe-robin/

Treudoof-naiv heißt es auf Kathpedia, Robin habe die „Wundmale Jesu“ empfangen und sich 50 Jahre lang „nur von der hl. Eucharistie ernährt“ – zweifellos wäre allein das schon ein Phänomen sondergleichen für sensationsgierige (Aber-)Gläubige.

Zudem habe sie – was freilich stimmt – mittelbar in vielfältiger Weise eine „Erneuerung der Kirche angeregt“ (gemeint ist die Entstehung schwärmerischer Bewegungen), die als ein „neues Pfingsten“ (!) mehr und mehr spürbar werde. – Anscheinend ist das Portal noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen?!

Robins Sendung sei es, so heißt es weiter, die „Mission der „kleinen Thérèse“ im 20. Jahrhundert fortzuführen, zumal sie schon früh Marienerscheinungen erlebt habe und 50 Jahre ihres Lebens krank im Bett verbracht habe, wobei sie ihren „Leidensweg“ Jesus aufgeopfert habe (also die übliche spirituelle „Karriere“ einer sog. „Sühneseele“).

Sodann schwärmt Kathpedia von ihrem Hingabegebet an Gott, in welchem es u.a. heißt: „Nimm meinen Willen ganz und gar, ich lösche ihn für immer in Deinem Willen aus.“

Niemand hat die „Vollmacht“, den eigenen Willen mittels einer Anrufung gleichsam „auszulöschen“ in den Willen Gottes hinein.

Weiter wird mehrfach ihr jahrzehntelanger Seelenführer Père Georges Finet positiv erwähnt, der sich aber unlängst als Missbrauchstäter herausstellte (was Kathpedia freilich unerwähnt läßt): https://charismatismus.wordpress.com/2020/06/25/die-foyers-de-charite-distanzieren-sich-von-marthe-robins-seelenfuehrer-george-finet/

Natürlich wurde der Visionärin die „Gnade der Schauung“ zuteil – bis hin zur sog. „Herzensschau“ (in Wirklichkeit ein Hellseher-Phänomen), die in der Heiligen Schrift als Gabe des Hl. Geistes überhaupt nicht vorkommt.

Als die „Begnadete“ am 6.2.1981 stirbt, strömen zu ihrer Beerdigung – und das ist in solchen „wundersamen“ Fällen typisch – sechs Bischöfe, hunderte Priester und etwa 7000 Menschen aus aller Welt….

Ja – und wie zutreffend „Kathpedia“ weiter feststellt:

„Marthe Robin trug wesentlich zum Entstehen neuer, geistlicher (Ordens-) Gemeinschaften bei. Sie ist vor allem in Frankreich sehr bekannt und gilt als Schlüsselfigur des 20. Jahrhunderts in der Glaubenserneuerung Frankreichs und Europas.“

Hinsichtlich der von ihr inspirierten Bewegungen werden sodann aufgezählt:

Bei der charismatischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ und der Johannes-Gemeinschaft sind sexuelle Affären bzw. Missbrauchstaten der Gründerpersönlichkeiten inzwischen erwiesen.


Historiker kritisiert geistigen Diebstahl durch die „Visionärin“ Marthe Robin

Von Felizitas Küble

Wie das Kölner DOMRADIO am 5. Oktober berichtet, wirft der belgische Historiker und Ordensbruder Prof. Dr. Conrad De Meester der bekannten französischen „Mystikerin“ Marthe Robin Betrug bzw. geistigen Diebstahl vor: https://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2020-10-05/hat-die-franzoesische-resl-von-konnersreuth-nur-andere-kopiert-betrugsanschuldigungen-gegen-die

Für die 1981 verstorbene „Stigmatisierte“ läuft in Rom erfolgreich ein Seligsprechungsprozeß, wobei ihr von Papst Franziskus am 8.11.2014 bereits der „heroische Tugendgrad“ zugesprochen wurde, was eine entscheidende Etappe in diesem Verfahren darstellt. (Quelle: http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/08/0833/01766.html)

Laut Dr. De Meester „sind die betrügerischen Handlungen so häufig und so brillant inszeniert, dass es unmöglich ist, dass Marthe nichts davon wusste“. Die Botschaften der „Seherin“ seien das Kopier-Ergebnis eines „klugen, aber betrügerischen Flickwerks von Dutzenden mystischer Autoren“.

Das Romradio schreibt weiter: „Der Theologe und Spezialist für christliche Mystik war 1988 gebeten worden, Robins Texte mit Blick auf ihren Seligsprechungsprozess zu studieren. Als er im Dezember 2019 starb, entdeckte sein Klostervorsteher das Manuskript des 400 Seiten umfassenden Buches, an dessen Ende De Meester zu einem kompromisslosen Schluss kommt: Robin habe die Welt getäuscht.“

Marthe Robin ist die geistig-geistliche Ziehmutter mehrerer charismatischer und/oder erscheinungsbewegter Gruppierungen, die in den 70er Jahren in Frankreich entstanden sind. Dazu gehören vor allem die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ sowie „Emmanuel“ und die Kommunität „Die Arche“.

Der Postulator des Seligsprechungsverfahrens ist Pater Bernard Peyrous, der aus der Emmanuel-Gemeinschaft kommt und vor 12 Jahren eine sehr wohlwollende Biographie über Marthe schrieb. – Auch das charismatisch orientierte Stift Heiligenkreuz veröffentlichte vor acht Jahren ein positives Buch über die „besondere Sendung der Marthe Robin(mit einem Vorwort von Kardinal Cordes).

Der Religionsphilosophische Salon berichtet unter dem Titel „Mystik als Betrug?“, es handle sich bei den Plagiaten der vermeintlichen Seherin um „Abschriften von spirituellen Texten aus dem 19. Jahrhundert“:

„In mühevoller jahrelanger Arbeit hat das Prof. Conrad de Meester aus Belgien herausgearbeitet, er ist im Dezember 2019 gestorben. Er war ein angesehener Fachmann für Fragen der Mystik und Mitglied in dem auf Mystik sozusagen spezialisierten Orden der Unbeschuhten Karmeliten.“
(Quelle: https://religionsphilosophischer-salon.de/13021_mystik-als-betrug-die-populaere-katholische-seherin-marthe-robin-frankreich-wird-vom-glorreichen-sockel-gestuerzt_religionskritik)

Hier im CHRISTLICHEN FORUM wurde die „Mystikerin“ samt ihren irrigen Botschaften bereits vor acht Jahren kritisch beleuchtet – danach folgten weitere betont skeptische Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


Die Foyers de Charité distanzieren sich von Marthe Robins Seelenführer George Finet

Von Felizitas Küble

Mehrfach haben wir in den letzten Jahren kritisch über die französische „Seherin“ Marthe Robin berichtet, die angeblich stigmatisiert war und viele zukünftige Ereignisse vorausgesehen haben will: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/07/die-st-johannes-gemeinschaft-ist-mit-sexaffaeren-ihres-gruendervaters-belastet/

Umso mehr darf man sich wundern, daß die katholische Visionärin in eigener Sache derart blind war, denn sie inspirierte Anfang der 70er Jahre mehrfach zur Gründung charismatischer Gemeinschaften, deren auffälliges gemeinsames Merkmal darin besteht, daß es dort seitens der geistlichen Leitung besonders häufig zu sexuellen Übergriffen kam – und zwar teils auch an Kindern und Jugendlichen.

Diese Problematik betrifft z.B. die schwarmgeistige „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ wie auch die eher mystisch-spirituell geprägte „St.-Johannes-Gemeinschaft“ bzw. die „Brüder vom Hl. Johannes“, beides französische Gründungen mit Zweigstellen auch in deutschsprachigen Ländern und teils weltweiten Niederlassungen.

Nun ist inzwischen sogar der GAU eingetreten bzw. noch Schlimmeres enthüllt worden, denn diesmal geht es nicht nur um Vereinigungen, die von der Seherin inspiriert und gefördert wurden, sondern um die von ihr selber gegründete Gemeinschaft der Foyers de Charité  – also jener „Häuser der Nächstenliebe“, in denen bis heute in weltweit 78 Niederlassungen vor allem Exerzitien und Seminare stattfinden, so daß der breitgefächerte Teilnehmerkreis weit über die eigenen unmittelbaren Anhänger hinausgeht.

BILD: Französische Biographie über Marthe Robin

Bereits im Vorjahr gab es dutzende Vorwürfe gegen den 1990 verstorbenen Pater George Finet, jahrzehntelanger Seelenführer von Marthe Robin und eine Art „Schutzpatron“ und vielverehrtes Idol der internationalen Foyers de Charité.

Daraufhin setzte die von Marthe Robin gegründete Gemeinschaft eine unabhängige Untersuchungskommission ein, die den Sachverhalt inzwischen bestätigte. Anfang Mai 2020 distanzierte sich die Leitung der Foyers von Pater Finet, der jahrzehntelang geistlicher Führer dieser Laienvereinigung war.

In einer Pressemitteilung heißt es, man stehe „unter Schock“, denn es seien 26 sexuelle Übergriffsopfer identifiziert worden und man verurteile ohne Wenn und Aber die Handlungen des Geistlichen, „die ernsthaft gegen das Gesetz und den Respekt vor den Menschen verstoßen“ hätten.

Wenn es nur „das“ wäre:

Die meisten dieser verbalen bzw. oft auch körperlichen sexuellen Belästigungen  – wenngleich keine Vergewaltigungen –  des vielverehrten Paters, zu dessen Beerdigung fünftausend Personen gekommen waren, geschahen der hauseigenen Stellungnahme zufolge ausgerechnet während des Sakraments der Beichte – und zudem meist bei kindlichen Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren, die meist zu den Niederlassungen der Gemeinschaft gehörten.

Damit hatte der Pater sowohl geistlichen wie auch sexuellen Missbrauch begangen, da er zusätzlich seine priesterliche Autorität missbrauchte.

In solchen Fällen stellt sich immer die Frage: Wie konnte es soweit kommen?!

Wie war bis zu Tod des angesehenen Paters dieser jahrzehntelange Missbrauch möglich, ohne daß jemand etwas bemerkt haben wollte?

Die Antwort ist meist relativ einfach und fast immer dieselbe:

1. Solche Gründerfiguren scheinen über eine besondere „Aura“, ein spezielles Charisma zu verfügen, das nicht infrage gestellt wird, ist es doch der Ast, auf dem das neue Werk sitzt.

2. Wenn es sich um eine charismatische und/oder erscheinungsbewegte Gemeinschaft handelt, ist die Gefahr noch größer, denn die Leitungsperson scheint dem Allmächtigen gleichsam auf dem Schoß zu sitzen, erhält Inspirationen direkt „von oben“ und verfügt über besondere Geistesgaben und „Charismen“ etc.-  Es handelt sich quasi um einen „Propheten“, den man selbstverständlich in seinem Ansehen nicht „antasten“ darf….

3. In diesem Falle war der Geistliche auch noch jahrzehntelanger Vertrauter und Seelenführer der „stigmatisierten“ und visionär erfahrenen Marthe Robin, um die sich seit langem ein besonderer Kult etabliert hat – und zwar keineswegs auf Frankreich beschränkt. Vor allem marianische Kreise fühlen sich zu ihr hingezogen, denn Marthe erhielt  – eigenen Angaben zufolge  –  zahlreiche Botschaften der himmlischen Jungfrau Maria und sie propagierte die „Marienweihe“ nach Ludwig von Montfort.

Somit liegt es auf der Hand, wo der Hund bzw. Autoritätsmissbrauch begraben liegt: in dem verstiegenen Anspruch des Leiters samt seiner Gemeinschaft, unter einem ganz besonderen Segen Gottes zu stehen, sozusagen ein direktes Werk des Allmächtigen zu sein. 

Speziell problematisch ist ohnehin vielfach die Konstellation eines „Teamworks“ zwischen einer „Begnadeten“ und ihrem Beichtvater. Es wird zwar gerne gesagt, eine Seherin benötige doch einen dauerhaften Seelenführer, damit ihre Visionen gewissermaßen unter eine kirchliche Kontrolle kämen, was an sich zu wünschen ist, damit die Sache nicht völlig phantasievoll ausufert.

Aber wenn der Herr Beichtvater wie so häufig in diesen Fällen unkritisch ist  – sei es, weil er sich geschmeichelt fühlt, Seelenführer einer „Begnadeten“ zu sein, sei es, weil er einer gefährlichen religiösen Neugier hinsichtlich besonderer „Offenbarungen erliegt – dann handelt es sich  nicht um ein kirchliches Grenzensetzen, sondern um das glatte Gegenteil: Der Beichtvater und die Seherin bestätigen sich ständig gegenseitig – und das von ihnen gegründete Werk befindet sich voll in diesem Banne. 

Auf dem erscheinungsbewegten und charismatisch geprägten Portal „Kathpedia“ (einer Nebenabteilungn von „kath.net“) heißt es denn auch wohlwollend:

„Der Grundstein für die Entstehung der Foyers de Charité wurde in Frankreich beim ersten Treffen zwischen Marthe Robin und Père George Fines am 10. Februar 1936 in Châteauneuf de Galaure gelegt. Die Gründung der Foyers de Charité basierte auf einer Intuition, einer göttlichen Inspiration, welche Marthe Robin an Père Finet mitteilte. Sie kündigte Père Finet ein „neues Pfingsten der Liebe” an, bei dem so genannte „Foyers de Lumière, de Charité et d’Amour” einen wichtigen Beitrag leisten sollten.“        (Quelle http://www.kathpedia.com/index.php?title=Foyers_de_Charit%C3%A9)

Natürlich findet sich in diesem Kathpedia-Beitrag bis heute kein kritisches Wort über den seit über einem Monat bekannten Super-GAU in puncto Pater Finet.

Der weltweite Generalsekretär der Foyers, Thierry Coustenoble, erklärte hingegen inzwischen sehr nüchtern:  „Pater Finets Aura und unsere Verehrung haben zweifellos unseren kritischen Geist gegenüber ihm gemindert.“

Dieser Personenkult um charismatische Gründerfiguren hat sich einmal mehr als verhängnisvoll erwiesen, denn selbstverständlich begünstigt eine solche Schwärmerei das Doppelleben von Tätern im geistlichen Gewand.

Die Foyers haben inzwischen eine theologische Kommission eingerichtet, die des Paters Lehren im Lichte dieser „Geschehnisse“ untersuchen soll.

Dies ist besonders nötig, denn es genügt keineswegs, die Vorgänge allein als persönliches Versagen einer leitenden Person zu betrachten – vielmehr gehört auch dessen „Spiritualität“ unter die Lupe, seine theologische Linie und seine besonderen religiösen Vorlieben etc.

 

 


Die St.-Johannes-Gemeinschaft ist mit Sexaffären ihres Gründervaters belastet

Von Felizitas Küble

Anfang der 70er Jahre entstanden in Frankreich einige katholisch-charismatische Bewegungen und ordensähnliche Kongregationen, darunter die „Gemeinschaft der Seligspreisungen“, die Gemeinschaft Emmanuel und die Gemeinschaft vom Hl. Johannes (nicht zu verwechseln mit der „Johannesgemeinschaft“, einem Priesternetzwerk, das Kardinal Urs von Balthasar gründete).

Diese drei Vereinigungen haben auch Ableger in deutschsprachigen Ländern.  

Zudem hängen sie in ihrer Gründungsphase alle eng zusammen mit der französischen „Stigmatisierten“ und Visionärin Marthe Robin, vor allem die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ und die St.-Johannes-Gemeinschaft bzw. die „Brüder vom Hl. Johannes“. 

Genau in diesen beiden Kongregationen sind sowohl der jeweilige Gründervater wie auch führende Ordensbrüder in Sex- und Missbrauchs-Skandale verstrickt, die von diesen Gemeinschaften auch mehr oder weniger reumütig eingeräumt werden.

Merkwürdige Rolle der „Seherin“ Marthe Robin

Man fragt sich, warum die angeblich so hochbegnadete „Seherin“ Marthe Robin, die doch vieles für die Zukunft „prophezeite“, beidesmal die jeweiligen Gründer gleichsam im Namen Gottes (da von ihrem visionären Jesus befohlen…) dazu aufforderte, eigene Gemeinschaften zu gründen.  

Über einige ihrer endzeitschwärmerischen „Botschaften“ haben wir vor sieben Jahren berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/22/initiative-kinder-von-medjugorje-kundigt-phanomenale-geistausgiesung-fur-frankreich-an/

Derzeit ist die St.-Johannes-Gemeinschaft durch eine Film-Dokumentation in ARTE (Thema: missbrauchte Nonnen) wieder ins Gerede gekommen. Sogar die erscheinungsbewegte, charismatische Seite „Kath.net“ hat sich dazu entschlossen, jetzt zweimal über die Sexaffären des Gründerpaters Marie-Dominique Philippe (siehe Foto) zu berichten: http://www.kath.net/news/67185

Pater Philippe gehörte bis zu seinem Tod im Jahr 2006 dem Dominikanerorden an und war ein gelehrter Philosoph und Universitäts-Professor. Er gründete zugleich  – mit Erlaubnis seiner Oberen – besagte Kongregation „vom heiligen Johannes“, einen männlichen und zwei weibliche Zweige. Die Ordensbrüder sind mehrheitlich Priester. 

BILD: Französische Biographie über Marthe Robin

Papst Benedikt ermahnte die Kongregation allerdings bereits 2006 zu größerer Sorgfalt bei der Aufnahme neuer Mitglieder. Zehn Jahre später kritisierte der Vatikan die „verdächtige Nachsichtigkeit“ dieser Gemeinschaft bei sexuellen Übergriffen. Unlängst äußerte sich auch Papst Franziskus sehr kritisch über sie. (Näheres hier: https://bazonline.ch/ausland/europa/papst-wirft-ordensgemeinschaft-versklavung-von-frauen-vor/story/26852175)

Zu Lebzeiten des Gründervaters  – als von seinen missbräuchlichen Verhältnissen u. a. mit gottgeweihten Frauen noch nichts bekannt war  – wurde der Geistliche viel verehrt, Anhänger verlangten nach seinem Tod sogar die Seligsprechung.

„Kath.net“ führte ein Exklusiv-Interview mit ihm: http://www.kath.net/news/792

Darin betonte der Generalobere seine „marianische“ Frömmigkeit, was freilich zu seinem unsittlichen Lebenswandel nicht passen will.

Er kommt auch darauf zu sprechen, wie Marthe Robin (1901 – 1981) ihn zur Gründung seines Werks inspirierte, nachdem junge Männer ihn um geistliche Begleitung baten:

„Als diese Studenten mich gebeten haben, mich um sie zum kümmern, habe ich mit Marthe Robin, die ich sehr gut kannte, gesprochen und sie hat zu mir gesagt: „Sie müssen diesen Auftrag annehmen!“ Und ich habe zu Marthe gesagt: „Sagen Sie das, weil Sie mich gerne haben, oder sagen Sie das von Gott?“ Und nachdem sie gebetet hat, sagte sie, dass Jesus das von mir verlange. Und so ist die Gemeinschaft entstanden.“

Auf die Kath.net-Frage „Können Sie etwas über Marthe Robin erzählen?“ antwortete der Pater: „Marthe war wirklich eine große Charismatikerin.“ – Sie habe jahrzehntelang „das Leiden Jesu erlebt“. Wenn sie sich in Ekstase befunden „und ganz von Jesus ergriffen“ war, sei sie „nicht ansprechbar“ gewesen. 

Sektiererische Tendenzen und geistlicher Missbrauch

Am 26. Mai 2014 veröffentlichte AVREF  – ein französischer „Verein für religiöses Leben und Familie“ aus Chaville – eine Pressemitteilung, worin bereits ausführlich über geistliche und sexuelle Übergriffe, Manipulation, schlimmste gesundheitliche Verwahrlosung und sektenhafte Strukturen in der St. Johannes-Gemeinschaft berichtet wurde: http://www.prevensectes.com/gris1.htm

Typisch für irrgeistige Tendenzen ist z.B. das vorschnelle Herbeireden angeblicher Besessenheit etwa bei Krankheiten, Lebenskonflikten oder sonstigen psychisch-sozialen Belastungen, um dann schleunigst durch ein charismatisches „Befreiungsgebet“ (einen Quasi-Exorzismus) „geheilt“ zu werden. Natürlich wird damit in Wirklichkeit das Gegenteil bewirkt: die Situation wird psychisch und spirituell für die Betroffenen solcher Panikmache noch verschlimmert.

Zum sexuellen Missbrauch gesellt sich der seelsorgliche, denn wie sollen leitende Personen, die ein Doppelleben führen, von dem die eigene Gemeinschaft nichts weiß, in angemessener Weise eine „geistliche Leitung“ und Begleitung ihrer Untergebenen ermöglichen? Diese fühlen sich zudem ihrem Oberen sowohl zum äußeren wie zum religiösen Gehorsam verpflichtet.

Genau dies ist der eigentlich unverständliche Punkt:

Wenn Gründer und Leiterfiguren schon in sittenloser Weise leben, warum geben sie dann nicht wenigstens die Führung ab – und sei es pro forma altersbedingt, aus gesundheitl. Gründen oder einfach, um einem jüngeren Nachfolger Platz zu machen.  –  Diese Oberen müßten deshalb noch nicht einmal ihr Sündenleben „outen“, sich aber wenigstens aus der 1. Reihe entfernen.

Das geschah weder hier noch bei den „Legionären Christi“ und auch nicht bei der „Gemeinschaft der Seligspreisungen“.

Diese Beispiele, die nicht vollständig sind, zeigen auf, daß in etlichen sog. „neuen geistlichen Gemeinschaften“ intensiv der Wurm drin ist – nicht „nur“ sexuell, sondern grundsätzlich spirituell.

Quelle des 1. Fotos: https://johannesgemeinschaft.at/gruender-der-johannesgemeinschaft/


Initiative „Kinder von Medjugorje“ kündigt „Geistausgießung“ für Frankreich an

„Wollen Sie der Gottesmutter schreiben?“

Die französische Gruppierung „Les Enfants de Medjugorje“ ( = Die Kinder von Medjugorje) kündigt auf ihrer Webseite „edm.eu.com“ eine großartige Geistausgießung für die Welt und ganz besonders für Frankreich an.

Hierbei beruft sich die charismatisch orientierte Medju-Initiative auf die französische „Mystikerin“ und „Stigmatisierte“ Marthe Robin (1901 bis 1981), die auch für die Entstehung der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ von großer Bedeutung war, wie deren Gründer Bruder Ephraim in seinen Büchern schildert. Auch die „Seligpreisungs“-Kommunität  ist stark charismatisch geprägt und zudem ebenfalls sehr Medju-bewegt.

Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel am 15. August 2012 nahmen die „Enfants de Medjugorje“ zum Anlaß für ihre üblichen Pro-Medju-Jubelrufe und zugleich für enthusiastische Endzeitschwärmereien.

So wird mit Berufung auf Marthe Robin wörtlich folgendes „prophezeit“:

„Die Erneuerung in Frankreich wird außergewöhnlich sein, wie ein Ball, der hochspringt. Nein, das wird noch schneller und viel  höher aufspringen als ein Ball!“

Außerdem wird angekündigt:

Frankreich wird mit der Nase im Staub liegen. Aber in seiner Not wird es sich an Gott erinnern. Dann wird es zu ihm schreien und es wird die Muttergottes sein, die kommen wird, es zu retten. Frankreich wird seine Berufung als älteste Tochter der Kirche wiederfinden, es wird der Ort der größten Ausgießung des Heiligen Geistes sein, und es wird wieder Missionare in die ganze Welt entsenden.“

Hier wird man an den katholischen Grundsatz erinnern dürfen: „Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie.“  – Warum sollte also ausgerechnet im weitgehend gottlos gewordenen Frankreich die „größte Ausgießung des Heiligen Geistes“ stattfinden? Weshalb sollte sich diese Nation plötzlich aus heiterem Himmel derart phänomenal „bekehren“?

Abgesehen davon fand die größte (echte!) Geistausgießung vor ca 2000 Jahren zu Pfingsten in Jerusalem statt  –  Frankreich hin oder her.

Zu dieser   –  für Charismatikerkreise typischen   –   Endzeitschwärmerei gesellt sich in dieser Mitteilung des französischen Medju-Fanclubs noch ein weiteres Kuriosum, denn am Schluß heißt es:

Sie möchten der Muttergottes schreiben? Senden Sie Ihren Brief an ….[frz. Adresse]....Wir werden ihn einem Seher übermitteln!

Kommentar überflüssig!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

(Beleg für die Zitate hier: http://de.gloria.tv/?media=323854)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz