Pater Bernhard Vosicky: Exorzist und „Heiler“?

Von Felizitas Küble

Das Erzbistum Wien wird seit Jahrzehnten von Kardinal Christoph  Schönborn (siehe Foto) geleitet, der außerhalb seiner Diözese in „frommen“ Kreisen vor allem als begeisterter Anhänger der „Marienerscheinungen“ von Medjugorje bekannt ist, die seit fast vierzig Jahren andauern, wobei drei der sechs Seher/innen  – eigenen Angaben zufolge –  immer noch tägliche (!) Botschaften der Madonna erhalten.

Jährlich veranstaltet Erzbischof Schönborn im Herbst eine große Medjugorje-Jubelfeier im Wiener Stephansdom, meist mit Live-Auftritt einer Person aus der Medju-Seherschar, wobei es bisweilen direkt an Ort und Stelle zu einer „Erscheinung“ kommt.

Kein Wunder bei solch „aufregenden“ Vorgängen, daß neugierige oder auch visionsbewegte Schäflein gleich in Scharen kommen, voriges Jahr immerhin über 3000 Gläubige (und Abergläubige).

Laut Kathpress-Medienbericht befand sich unter den Gästen auch Maximilian Heim, Abt des namhaften Ziensterzienser-Stift Heiligenkreuz im Wienerwald (Niederösterreich).

Mehrere Mönche des dortigen Klosters treten seit langem für Medjugorje ein, darunter der bekannte Pater und Professor Karl Wallner OCist (siehe hierzu unser Bericht von 2012: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/12/pater-karl-wallner-und-die-fruchte-von-medjugorje/).

Zur Medjugorje-Veranstaltung im Stephansdom am 19. September 2019 kam zudem sein Mitbruder Bernhard Vošicky, der dort vor den Besuchern über seine eigene Tumorheilung gesprochen hat

Der vielgereiste Ordensmann ist im charismatischen Spektrum  kein Unbekannter. 

In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ berichtet die deutsch-indische Nonne Margaritha Valappila, daß Pater Vosicky gemeinsam mit ihr Exerzitien im Seminarzentrum von Bad Soden-Salmünster hielt, wobei dieses ihr schwarmgeistig geprägtes „Haus Raphael“ kirchlich nicht anerkannt ist: Das Bistum Fulda hat sich im Amtsblatt längst ausdrücklich davon distanziert, weshalb das Exerzitienhaus sich nicht als „katholisch“ bezeichnen darf.

Aber dabei wächst offenbar zusammen, was zusammengehört, denn beide – die Ordensschwester in Hessen und der Ordensbruder im Wienerwald – verstehen sich gleichsam als „Heiler“, natürlich nicht im spiritistischen bzw. esoterischen Sinne, sondern im Auftrag des Himmels und mithilfe des Heiligen Geistes, wie dabei treuherzig versichert wird.

Vor fünf Jahren brachte der Kloster-eigene Be&Be-Verlag eine begeisterte Lebensbeschreibung von und über Pater Bernhard Vosicky heraus.

Das Buch mit dem TitelNur die Liebe heilt: Erzählungen über das Wirken Gottes in meinem Leben“ beruht auf Interviews, die der Konvertit und Theologe Hinrich E. Bues mit dem „Heilungspriester“ geführt hat. Auch Dr. Bues steht der katholischen Charismatischen Erneuerung nahe.

Schon das Vorwort von Pater Karl Wallner liest sich teils wie eine vorzeitige Heiligsprechung.

Immerhin fehlt Pater Bernhard nicht an der hierfür erforderlichen „Demut“, denn das Editorial verrät uns über das Zustandekommen der Biographie: „Natürlich hat sich Pater Bernhard geziert wie eine Primadonna  – nein, wie ein demütiger Mönch.“

Daß Pater Bernhard „gescheit ist“ und aus einem „weiten Schatz des Wissens schöpft“, wollen wir dem Autor gerne glauben, zumal der Angepriesene auch als Professor für Liturgie in Heiligenkreuz tätig ist.

Merkwürdiger klingt es freilich, wenn es auf S. 11 weiter heißt, P. Bernhard sei „vor allem ein Heiler“.

Ein Heiler also? – „Das ist seine Berufung. Er hat die Gabe des Lösens….Er lebt in einer Aura der Heilung“, bekräftigt Pater Wallner, früher ebenfalls Dozent in der Heiligenkreuzer Hochschule, inzwischen Direktor von „Missio“ in Österreich.

Nach zwei weiteren Seiten des Lobens versichert der Verfasser: „Nein, dieses Buch wird keine Heiligsprechung von Pater Bernhard.“

Es ist aber von einer Seligsprechung nicht weit entfernt:

Auf S. 14 schreibt Pater Wallner weiter, auch Dr. Bues sei in den „Bannkreis“ (!) der „Faszinationskraft“ von Pater Bernhard geraten.

Abschließend bezeichnet Wallner ihn als „phänomenalen Mitbruder“. Das Buch erzähle davon, daß Gott durch Pater Bernhard „heilend und heiligend“ in diese Welt ausstrahlen wolle.

Was mag es nun bedeuten, wenn ein Priester „vor allem ein Heiler“ ist?

Typisch charismatisch steht hier nicht das Heil im Vordergrund, sondern die sog. Heilung, zumal „Heilung und Befreiung“ sich als Lieblingsvokabeln in dieser Szene etabliert haben.

Noch merkwürdiger erscheint Wallners Erklärung: „Er hat die Gabe des Lösens.“ – Damit ist natürlich nicht die sakramentale Lossprechung bei der Beichte gemeint, weil diese Vollmacht schon durch die Priesterweihe verliehen wird.

Es geht vielmehr um das in der Schwärmerszene vielgepriesene „Binden und Lösen“ von angeblich okkulten Belastungen und Bindungen etc, die mit einer Spruchformel „abgetrennt“ (!) werden.

Womit wir bereits beim springenden Punkt wären – dem Exorzismus nämlich.

Auf S. 160 schreibt Pater Bernhard über dazu: „Mit diesem Sakrament der Heiligen Weihe ist dann auch die exorzistische Weihe gegeben. Dies bedeutet, daß jeder Priester auch den Exorzismus beten darf.“

Das darf er damit noch keineswegs, weshalb sein nächster Satz dem vorhergehenden widerspricht:

„Das Gebet über Personen, von denen angenommen wird, dass sie besessen sind, bedarf allerdings einer bischöflichen Erlaubnis“ – und zwar einer schriftlichen, wie er hätte präzisieren sollen. Zudem muß es der für ihn zuständige Ortsbischof (nicht irgendein Bischof) sein.

Ihm selber sei, so heißt es weiter, diese „Erlaubnis erteilt“ worden, also hat Pater Bernhard sie von Erzbischof Schönborn erhalten.

Kritisch wird es freilich, wenn der amtliche kirchliche Exorzismus (der nur unter strengen Auflagen erteilt werden darf) mit jenem „Befreiungsdienst“ verwechselt oder vermengt wird, wie er in charismatischen Kreisen ausgeübt wird, teils auch von Laien. 

Selbst wenn Priester sich diesem „Befreiungsdienst“ verschrieben haben, um die hohen Hürden eines bischöflich gestatteten Exorzismus zu umgehen, begeben sie sich auf eine höchst problematische Ebene.

Pater Bernhard Vosicky empfiehlt für exorzierenden Geistlichen gewisse „Schulungen“ mit solchen Priestern, die schon länger in diesem „Befreiungsdienst“ stehen. Glücklicherweise sei in den letzten Jahrzehnten die Zahl der „gut ausgebildeten Geistlichen“ gestiegen, so daß sich in Deutschland und Österreich inzwischen ein „großes Team für den Heilungs- und Befreiungsdienst entfaltet“ habe (S. 163).

Die Zahl bischöflich ernannter Exorzisten hält sich zumindest hierzulande in sehr engen Grenzen.

Das „große Team“ der Heiler und Befreier bezieht sich auf den charismatischen „Befreiungsdienst“, der jedoch eine äußerst problematische Angelegenheit darstellt:

1. Da es sich dabei nicht um einen amtlichen und formalen Exorzismus handelt, ist eine bischöfliche Erlaubnis nicht erforderlich. Somit entfällt auch die dort integrierte Bedingung, vor einem Exorzismus erst einen Arzt bzw. Psychologen zu kontaktieren, um abzuklären, ob eine Besessenheit oder vielmehr eine psychische Erkrankung vorliegt (es kann auch beides zugleich der Fall sein).  

2. Bei den Betroffenen, dem in der Charismatikerszene ein „Befreiungsgebet“ angeraten oder gar aufgedrängt wird, entsteht so oder so der Eindruck, er sei vom Teufel besessen oder zumindest „umsessen“, ob nun ein Exorzismus oder ein „Befreiungsgebet“ stattfindet (wenngleich vom Ablauf/Ritus her einige Unterschiede vorhanden sind). Das kann zu erheblichen seelischen und geistlichen Schäden und Verunsicherungen führen, zumal gerade in Schwärmerkreisen schnell eine „dämonische Belastung“ herbeigeredet wird – manchmal sogar im Kontext einer sog. „Vorfahrensschuld“, von der man sich „lossagen“ müsse etc.

Bei mir melden sich seit Jahrzehnten immer mehr Menschen (darunter auch Personen aus der „Seelsorge“ von Pater Vosicky), die sich durch derartige Praktiken – wozu auch eine angebliche „Seelenschau“ gehört –  psychisch und teils auch psychosomatisch beeinträchtigt fühlen.

Vielfach werden Gläubige in diesem Spektrum mit sogenannten „besonders starken“ (!) Gebeten überrascht und überrannt, wobei sie nicht so recht wissen, wie ihnen geschieht, wenn sie nur „normale Fürbittgebete“ wünschten.

Die Situation wird gewiß nicht dadurch besser, daß man sie z.B. mit lateinischen Formeln konfrontiert, von denen die Betreffenden nicht wissen, ob es sich um eine Art Fern-Exorzismus, ein eigenwilliges „Heilungsgebet“ oder nur um einen üblichen kirchlichen Segen gehandelt hat. Von Aussteigerseite erfuhr ich, Priester hätten ihnen auf ihre Rückfrage hin die Auskunft darüber verweigert, was ihre Verunsicherung noch erhöhte.

Es existiert in der charismatischen Bewegung ein breites Feld seelsorglicher Übergriffe, man kann teils sogar von geistlichem Missbrauch sprechen. 

Leider ist die Biographie von und über Pater Bernhard Vosicky nicht geeignet, die gerade heutzutage so notwendige „Unterscheidung der Geister“ zu erleichtern, sie biblisch und kirchlich zu begründen und zu vertiefen. Vielmehr begünstigt es schwarmgeistige und irreführender Tendenzen innerhalb der Kirche.

HIER der zweite Teil der Rezension dieses Buches: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/

Zum Thema charismatisches „Binden und Lösen“ siehe auch hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/07/24/seelsorge-auf-abwegen-pfr-franck-und-das-charismatische-binden-und-loesen/

 


Die Kirche ist kein emotionaler „Event“ und eine Synode keine kitschige Seifenoper

Mathias von Gersdorff

In den letzten Tagen der in Rom laufenden Familiensynode mehrten sich Stimmen aus dem progressistischen Lager, die erklärten, das Wichtigste am Ganzen seien nicht unbedingt die Texte, die am Ende veröffentlicht werden, sondern vielmehr das Ereignis an sich.  0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

In der Tat: Aus dem Linkskatholizismus ist seit längerem zu hören, die Synode sei nicht das Ende, sondern der Anfang eines Prozesses, der schließlich die Kirche tiefgreifend verändern könne.

Diese „Reform“ solle nicht bloß anhand einer Debatte rund um inhaltliche Themen geschehen, sondern durch die Einführung eines Stils, den einige Modernisten als „synodalen Stil“ oder „synodalen Prozess“ bezeichnen.

Während der vatikanischen Synode konnte man bereits einige Beispiele dieses neuen Stils kosten.

Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Fall einer Kommunion, in der ein Kind seinem Stiefvater (einem wiederverheirateten Geschiedene) einen Teil der Hostie gab. Medien, aber auch etliche Kirchenleute, zeigten sich zu Tränen gerührt  –  ein Sieg des Sentimentalismus über Glaube und Vernunft.

Wer diese Methode bis zur Perfektion beherrscht, ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (siehe Foto). Er plädiert offen für die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Doch nicht nur das: Auch außereheliche Partnerschaften sollen eine neue Bewertung durch die Kirche erfahren, denn in ihnen „sei auch Gutes vorhanden“. SCHÖNBORN Foto von Josef Failer

Nach Kardinals Schönborns Auffassung sind diese Partnerschaften Vorstufen zur sakramentalen Ehe und müssen deshalb entsprechend gewürdigt werden.

Seine Ansichten hat der Erzbischof von Wien in Interviews mehrmals verteidigt. Zuletzt geschah dies in einem Gespräch mit Andrea Tornielli für „Vatican Insider“, einem Internetportal, das der italienischen „Stampa“ gehört und sich auf kirchliche Nachrichten spezialisiert hat.

Kardinal Schönborns Taktik besteht im Aufzählen vieler Einzelfälle
– von gescheiterten Ehen,
– von alleinerziehenden Müttern, die einen geschiedenen Mann heirateten,
– von Zivilehen zwischen Geschiedenen, aus denen Kinder hervorgingen.

Eine Leserschaft, deren Emotionalität anhand von Fernsehserien, Soap-Operas und Ähnlichem geprägt wurde, wird von Kardinal Schönborns Aufzählung gerührt sein und ihm gerne recht geben: Ja, diese Partnerschaften sind doch prima!

Doch was der Wiener Kardinal in Wahrheit vorschlägt, ist eine Anpassung der katholischen Lehre an die emotionale Welt rührseliger Vorabend-Serien.

Braucht man eine solche Kirche?

Die Progressisten meinen: Ja! Sie glauben tatsächlich, dass eine Kirche, die sich nicht mehr am Lehramt, sondern an der Jugendpostille „Bravo“, an Serien wie „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ und an sonstigem Kitsch orientiert, zukunftsfähig sei.P1020947 - Kopie

Offensichtlich irren sie sich. Welcher wirklich seriös denkende Mensch wird sich schon für eine Kirche interessieren, die sich auf ein solch niedriges, rein gefühlsorientiertes Niveau herablässt?

Nein, die wirklich aufrichtig suchenden Menschen sehnen sich nach etwas ganz anderem  –  und zwar nach einer Kirche, die unbeirrbar die Wahrheit in ihrer Ganzheit verkündet, egal, wie hart dies zu scheinen mag. Die Menschen sehnen sich nach einer prinzipientreuen und hierarchischen Kirche, die auch in der Lage ist, unangenehme Wahrheiten zu verkündigen. Kurz: Eine Kirche, die sagt, dass nur im Kreuz Christi das Heil zu finden ist.

Notwendig sind allein solche guten Hirten, die den Mut aufbringen, gegen den Widerstand der Welt für eine solch konsequente Kirche einzustehen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt und veröffentlicht seine kirchenpolitischen und zeit(geist)kritischen Beiträge hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.it/

Fotos: M.v. Gersdorff, J. Failer, Archiv


Kardinal Schönborn veranstaltete im Wiener Stephansdom eine Medjugorje-Werbefeier

Am Dienstag voriger Woche (25.9.) ließ der Wiener Erzbischof im Stephansdom  – wie alle Jahre wieder  –  die kirchlich nicht anerkannten Erscheinungen von Medjugorje hochleben und hochfeiern.

Passenderweise erlebte Ivan Dragicevic dort an Ort und Stelle nachmittags im prallvollen Dom seine Marienvision, wobei sie den Gläubigen vor dem Rosenkranzgebet angekündigt wurde und dann auch „zur rechten Zeit“ stattfand.

Hinterher erklärte der heute 47-jährige Familienvater, die Madonna „fordere“ von den Katholiken die monatliche Beichte.  –  Die Kirche hingegen verlangt von ihren Gläubigen lediglich die jährliche Beichte  –  die wirkliche Gottesmutter kommt gewiß nicht auf die Erde, um Kirchengebote zu ändern bzw. massiv zu verschärfen. (Eine „Empfehlung“ der Monatsbeichte steht auf einem anderen Blatt und wäre natürlich grundsätzlich zu bejahen.)

Dieser Medjugorje-„Seher“ Ivan lebt seit 1994 in Boston (USA), wohnt in einer Villa und ist mit einer ehem. Schönheitskönigin verheiratet.

Kardinal Christoph Schönborn gab seine begeisterten Eindrücke von diesem „Medjugorje-Friedensgebet“ in der Tageszeitung Heute zum Besten; dort schrieb er:   

„So voll habe ich den Dom, die Stephanskirche, selten gesehen.“

Das ist typisch für jene sensationslüsterne „Religiösität“, die sich vor allem an Gefühlen und Erlebnissen orientiert, weniger an der kirchlichen Lehre und den hl. Sakramenten:

Wenn eine angebliche „Erscheinung“ geboten wird, ist der Dom „so voll wie selten“, gefüllt mit mehreren tausend Gläubigen  – und das mitten in der Woche, was ansonsten selbst die Sonntagsmesse nicht schafft.

Der Erzbischof schreibt in der erwähnten Tageszeitung außerdem, daß in der Medjugorje-Feier „eine unbeschreibliche Atmosphäre der Sammlung, der Freude, der Fürbitte geherrscht“ habe.

Auch hier zielt er auf den Gefühlsbereich ab, auf das Atmosphärische, wenngleich unter frommen Vorzeichen.

Zu Medjugorje selbst erklärt der erscheinungsbewegte Kardinal:

Was sich dort seit Juni 1981 abspielt, gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen unserer Zeit“.

Dem wird man als Kritiker kaum widersprechen wollen, wenngleich man dieses „Phänomen“ ganz anders bewertet.

Höchst bedenklich ist es, daß Erzbischof Schönborn eine „Privatoffenbarung“, die kirchlich nicht anerkannt ist, wie selbstverständlich als feste Tatsache hinstellt  –  schreibt er doch in der Tageszeitung „Heute“ Folgendes:

„Sechs Jugendliche haben Erscheinungen der Muttergottes, die sich „Königin des Friedens“ nennt. Aus dem armen, stillen Dorf in den kargen Bergen Herzegowinas ist einer der größten Wallfahrtsorte auf Erden geworden. Monatliche „Botschaften“ der Muttergottes gehen um die Welt.“

Abschließend stellt er begeistert fest, „dass in Medjugorje viele kleine und große Wunder geschehen. Ich bin selber Zeuge davon. Es ist ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt.“

Damit greift der Kardinal dem noch ausstehenden Urteil der Gesamtkirche (Vatikan) vor  –  und er widerspricht zudem den ablehnenden Erklärungen von Ortsbischof Peric sowie dessen Vorgänger Zanic. Auch die jugoslawische Bischofskonferenz verweigerte Medjugorje bereits vor über 20 Jahren ihre Anerkennung.

Papst Benedikt gehört ebenfalls seit Jahrzehnten zu den Skeptikern, wobei er den Wiener Erzbischof schon im Januar 2010 deutlich ermahnte  –  offenbar vergeblich, wie Schönborns Medju-Werbefeiern Jahr für Jahr dokumentieren. 

Näheres über die päpstliche Rüge hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Englischer Info-Artikel von Prof. Louis Bélanger über Medjugorje-Pater Tomislav Vlasic: http://en.louisbelanger.com/2012/02/09/medjugorje-the-unbearable-sadness-of-duping-the-faithful-2-fr-laurentins-fabrication-concerning-the-father-of-a-nuns-child-part-1-the-libel-4/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Kardinal Schönborn wirbt per Jubelbrief erneut für Medjugorje

Auch dieses Jahr hat der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn ein Grußwort nach Medjugorje zum dort veranstalteten „Jugendfestival“ gesandt; hier der volle Wortlaut:

„Den unzähligen Jugendlichen, die seit heute nach Medjugorje gekommen sind, sende ich meinen herzlichen Gruß und Segen.

Es erfüllt mich mit Freude und Bewunderung, dass Ihr alle die Mühe auf Euch nehmt, an diesen so heißen und abgelegenen Ort zu kommen, wo Euch kein Meeresstrand, kein Schwimmbad erwartet, aber wo eine Mutter auf Euch wartet, die Gospa, die jeden von Euch kennt und liebt. Sie sagt Euch wieder wie bei der Hochzeit von Kana: Tut was Er euch sagt!

Ich wünsche Euch die Erfahrung ihrer so liebevollen Nähe, die Freude der Versöhnung im Bußsakrament (ist nicht Medjugorje heute der größte Beichtstuhl Europas?) und eine wunderbare Zeit der Gemeinschaft in der Kirche, die lebendig ist und uns Heimat schenkt.

Ich wünsche Euch viele Gnaden der Bekehrung, der Heilung Eurer Wunden. Lasst Euch von der Gospa und ihrem Sohn senden zu vielen jungen Menschen!
Euer Kardinal Christoph Schönborn aus Wien.“

Die „Seher“ bezeichnen die Erscheinungs-„Madonna“ von Anfang an als „Gospa“. Der Kardinal schließt sich diesem Ausdruck an und verdeutlicht auch an anderen Stellen seines Grußworts, daß er von einer übernatürlichen Echtheit der dortigen Phänomene ausgeht.

Dies ist denkbar unangebracht, zumal angesichts der Tatsache, daß sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (auch der gegenwärtig amtierende Bischof Peric) seit Jahrzehnten strikt gegen die Glaubwürdigkeit der Gospa-Erscheinungen wenden.

Auch Papst Benedikt hat Kardinal Schönborn bereits im Januar 2010 dringend zur Zurückhaltung in der Causa Medju ermahnt  – offenbar zwecklos, wie Schönborn immer wieder ungerührt demonstriert.

Der Erzbischof  von Wien mußte sich damals auf  Betreiben des Papstes sogar schriftlich beim zuständigen Ortsbischof Peric entschuldigen.  –  Näheres hier:

http://www.news4press.com/Kardinal-Schoenborn-entschuldigt-sich-bei_511283.html


Kardinal Schönborn wirbt weiter kräftig für Medjugorje

Obwohl der Wiener Erzbischof  bereits vor über zwei Jahren vom Papst dringend ermahnt wurde, sich mit seinen Empfehlungen für den kirchlich nicht anerkannten „Erscheinungsort“ Medjugorje zurückzuhalten, wobei Schönborn sich sogar beim zuständigen Ortsbischof Peric entschuldigen mußte (siehe hier:  http://www.pressinfocom.com/1/Kardinal-Schoenborn-entschuldigt-sich-bei_511283.html ), rührt der Kardinal ungerührt weiter die Werbetrommel für Medju.

Hierfür zwei aktuelle Beispiele:

1.

In der jüngsten Medju-Zeitschrift Oase des Friedens (Nr. 7/2012) findet sich auf S. 9 eine ganzseitige Reklame für ein „Friedensgebet im Wiener Stephansdom“ am 29. September dieses Jahres.

Dagegen wäre nichts einzuwenden, stände diese Feier nicht  –  alle Jahre wieder  –  ganz im Zeichen von Medju. –  Auf der Werbeseite schwebt über dem Stephansdom gleich passend die „Gospa“ von Medjugorje, wie die Erscheinungsmadonna dort gerne genannt wird.

Auch diesmal wird Christoph Kardinal  Schönborn wieder persönlich dabei sein, wenn Medju-Seher Ivan Dragicevic und „zahlreiche Zeugen der Ereignisse von Medjugorje“ (laut Ankündigung) dort ihren großen Auftritt haben.

Dabei ist allein für den „geistlichen Impuls“ des Visionärs eine Stunde eingeplant  –  in Wirklichkeit besteht dieser  sog. „Impuls“ seit Jahren aus einer angeblichen Erscheinung, die Herr Dragicevic direkt an Ort und Stelle „erleben“ wird: immer pünktlich zur rechten Zeit natürlich.

Auch die „Johannesgemeinschaft“ des Malteser-Ritterordens empfiehlt ausdrücklich diese Medju-Feier im Stephansdom.

Eine ähnliche Werbung findet sich in der Webpräsenz dieser Zeitschrift: http://www.oasedesfriedens.at/index.php?option=com_content&view=article&id=216:die-gospa-zeigt-uns-einen-weg-aus-der-rezession&catid=31:allgemein

2.

In derselben Zeitschrift wird auf der gegenüberliegenden Seite ein neuer Bildband von Christoph Hurnaus über Medju angepriesen. Titel: „Medjugorje – Hoffnung für die Welt.“  

Einer der Mitautoren dieses Jubelbandes ist Erzbischof Schönborn.  – Außerdem sind Pater Karl Wallner (Stift Heiligenkreuz) und Buchautor Paul Badde mit von der Partie; überdies natürlich etliche „Seher“ von Medju.


Reformkatholische Pfarrer-Initiative gratuliert Kardinal Schönborn in der Causa Stützenhofen

Prof. Peter Paul Kaspar, Akademiker- und Künstler-Seelsorger der Diözese Linz, die in Österreich als besonders linksreformerisch gilt, hat jetzt einen „Offenen Brief“ an Kardinal Schönborn losgelassen, den die Tageszeitung „Die Presse“ dokumentierte.

Prof. Kaspar ist Vorstandsmitglied der sog. „Pfarrer-Initiative“, die einen „Aufruf zum Ungehorsam“ veröffentlichte und modernistische Ziele vertritt (Einführung des Frauenpriestertums, Abschaffung des Zölibats, „Demokratisierung“ der Kirche usw).

Nun hat der Künstler-Geistliche Kaspar einen recht hochmütigen Brief an den „sehr geehrten Herrn Kardinal“ publiziert, um wieder einmal seine „dringenden Reformwünsche“ anzumelden. Zugleich macht er sich lustig über die Forderung des Wiener Erzbischofs, wonach sich die Priester der Pfarrer-Initiative vom „Ungehorsam“, zu dem aufgerufen wird, distanzieren sollen.

Noch vor kurzem äußerte sich der Papst  – wie wir berichtet haben  –  in seiner Gründonnerstags-Predigt gegen diese Rebellenaktion aus Österreich.

Nun sitzt freilich Kardinal Schönborn in einer selbstgeschaffenen Zwickmühle: Von den Geistlichen der reformer-linken „Pfarrer-Initiative“ verlangt er „Gehorsam“, doch er selber praktizierte unlängst den offenen Ungehorsam gegen das Kirchenrecht und die katholische Sittenlehre, als er einen homosexuell-aktiven Pfarrgemeinderatsvertreter in seinem Amt bestätigte und zugleich den dortigen kirchentreuen Pfarrer von Stützenhofen im Regen stehen ließ.

Diese schwulenfreundliche Position des Wiener Oberhirten gefällt freilich der modernistischen Pfarrer-Initiative durchaus. So schließt denn auch der Offene Brief von Prof. Kaspar aus Linz mit folgenden süffisanten Worten:

„Dieser – vielleicht unbequeme  – Brief soll jedoch mit einer anerkennenden Bemerkung schließen: Sie haben einen mit großer Mehrheit gewählten – homosexuellen – Pfarrgemeinderat zu einem Gespräch gebeten, weil er in eingetragener Partnerschaft mit seinem Lebensgefährten lebt.(…)

Es ist möglich, dass Sie dafür von einer römischen Instanz getadelt werden. Und Sie haben das offensichtlich in Kauf genommen und wollen nun zu Ihrem „Ungehorsam“ stehen. Dass Sie dabei den gehorsamen Pfarrer öffentlich bloßstellten, ist allerdings ein kleiner Schönheitsfehler. 

Trotzdem sehen wir in Ihrer Entscheidung ein erfreuliches Beispiel, wie ein Bischof in seinem Amt dem Gewissen gehorcht, obwohl das Kirchenrecht oder die römische Weisung Anderes vorsieht. Wir wollen Ihren „Ungehorsam“ gern als die erfreuliche Selbstverantwortung eines  –  im wörtlichen Sinn  –  „gewissenhaften“ Amtsträgers ansehen.“

Ob das jetzt wohl der Beifall von der „richtigen“ Seite ist…?


Scharfe Kritik der Tageszeitung „Die Presse“ an Kardinal Schönborn

In der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ erschien gestern (5.4.2012)  ein erstaunlicher Kommentar von Michael Etlinger zur Krise der Kirche in Österreich, die vor allem eine Krise der dortigen Bischöfe ist, angeführt vom Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Der Kardinal sorgte jüngst weltweit für Schlagzeilen, nachdem er einem Pfarrer aus seinem Wiener Bistum beinhart in den Rücken fiel, der einem praktizierenden Homosexuellen im Sinne des Kirchenrechts absprach, das Amt eines Pfarrgemeinderat ausüben zu können, da es sich um ein kirchliches Ehrenamt handelt, das „gute Sitten“ voraussetzt.

Christoph Kardinal Schönborn auf dem Bruder-Ko...

Christoph Kardinal Schönborn (Foto:Wikipedia)

Doch der Wiener Erzbischof glaubt offenbar, sich willkürlich über Glaube und Sitte hinwegsetzen und eigene Einfälle zum Maßstab seines kirchlichen Handels machen zu können, denn er bestätigte den schwul-„verpartnerten“ Florian Stangl als Pfarrgemeinderat.

Das verwundert selbst die durchaus nicht als konservativ bekannte Tageszeitung „Die Presse“, die sich unter dem Titel „Zu wenige „Hardliner“ unter Österreichs Hirten“ sehr klar zu Wort meldete –  lassen wir sie also zu Wort kommen:

„Die „Causa Florian Stangl“ zeigt auf: Die Krise der österreichischen Kirche ist durch ihre führenden Amtsträger mitverursacht.

Knalleffekt in der „Pressestunde“ am 1. April: Kardinal Christoph Schönborn verkündet, dass er keinen Einspruch gegen die Wahl eines bekennenden Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat erheben werde.

Selbstverständlich ist der Hinweis des Kardinals auf das Handeln Christi, der sich immer dem einzelnen Menschen und seiner konkreten Situation zugewandt hat, richtig. Und so hätte wahrscheinlich auch Jesus Florian Stangl in sein Haus aufgenommen und das Gespräch gesucht.

Am Ende des Gesprächs hätte er aber (mit an ziemliche Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) den Schlüsselsatz gesagt: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“  –  Doch man staune: In der „Pressestunde“ konnte man diese Worte vom Kardinal nicht vernehmen.

Im Gegenteil: Wir durften Ohrenzeugen davon sein, dass die österreichische Kirche offenbar keinen Einspruch gegen die Einführung der sog. „eingetragenen Partnerschaft“ eingebracht hat, da in einer solchen Partnerschaft lediglich zivilrechtliche Auswirkungen des Zusammenlebens geregelt werden.

Vor dem Hintergrund eines Schreibens des Vatikans, wonach katholische Abgeordnete jedes Gesetz zur rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften verhindern sollen, eine bemerkenswerte Aussage.

Zwar ist lobenswert, dass Kardinal Schönborn den Moralverfall in der österreichischen Politik im Zusammenhang mit Korruptionsaffären anprangert, sich für das Wahljahr 2013 eine Abrüstung der Wortwahl wünscht und zudem ein mea-culpa (zum wievielten Male eigentlich?) im sogenannten Missbrauchsskandal spricht.

Mindestens so klare Worte würde man sich aber vom Kardinal (und der Mehrheit seiner Bischofskollegen) auch in jenen Fragen der Glaubens- und Sittenlehre wünschen, die nicht auf ungeteilten Beifall der kirchenkritischen Mainstream-Medien stoßen.

Beispiele gefällig?  

Wo bleibt etwa die regelmäßige Verurteilung des Unrechtsparagrafen im österreichischen Strafgesetzbuch, der sanktionslos die Tötung ungeborenen Lebens erlaubt?

Wo bleibt der Aufschrei, wenn unter dem Deckmantel sogenannter künstlerischer Freiheit religiöse Gefühle tausender Christen mit Füßen getreten werden?“

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/746487/Zu-wenige-Hardliner-unter-Oesterreichs-Hirten

Kritische Petition zu Kardinal Schönborns Medju-Werbung

Der „Marienerscheinungsort“ Medjugorje in Bosnien-Herzegowina ist auch nach 30 Jahren kirchlich nicht anerkannt.

Dennoch betreibt der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn seit langem öffentliche Propaganda für Medjugorje. Daher wurde der Kardinal im Januar 2010 offenbar vom Papst zurechtgewiesen und mußte sich beim zuständigen Ortsbischof Peric entschuldigen, der bekanntlich sehr Medju-kritisch ist.  –  Näheres dazu hier:

http://www.news4press.com/Kardinal-Schoenborn-entschuldigt-sich-bei_511283.html

Dessen ungeachtet setzt Kardinal Schönborn seine Reklame für diese umstrittene Erscheinungsstätte unbeirrt fort  –  so auch kürzlich wieder mit einem öffentlichen Gottesdienst im Wiener Stephansdom, wobei einer der „Medju“-Seher persönlich anwesend war und während der Feier eine „Erscheinung“ der Madonna live erlebt haben will.

Wir haben über dies Thema bereits im Oktober berichtet:

https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/26/die-%E2%80%9Emonatsbotschaften-von-medjugorje-werden-immer-kurioser/

Mit diesen Vorgängen befaßt sich nun eine kritische Petition, die jeder Gleichgesinnte unterschreiben kann und die in kurzer Zeit bereits von mehreren hundert Personen unterzeichnet wurde:

http://www.ipetitions.com/petition/themedjugorjescandal/

 

Abschließend ein paar technisch-praktische Hinweise:

Die Petition ist englisch-sprachig, kann aber mit der automatischen Internetübersetzung verdeutscht werden.

Es handelt sich bei „www.ipetitions.com“ um eine Webseite mit zahlreichen Petitionen, die frei geschaltet werden können.  Nach einer Unterzeichnung kommt eine Spendenbitte, die man nicht beachten bzw anklicken braucht; sie hat mit der konkreten Petition nichts zu tun, sondern bezieht sich auf die allgemeine Petitions-Plattform.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in Münster


„Monatsbotschaften“ von Medjugorje immer kurioser

Christoph Kardinal Schönborn stellt erneut Stephansdom zur Verfügung

Es gibt wieder Neues vom jüngsten Newsletter aus dem Informationszentrum in Medjugorje (Bosnien/Herzegowina), einer kirchlich nicht anerkannten „Erscheinungsstätte“, in der sich die angebliche Himmelsmutter (dort „Gospa“ genannt) seit über 30 Jahren ein Stelldichein gibt  –  und dies bei etlichen „Sehern“ gar täglich.

So auch bei der Visionärin Marija, wobei es hierbei zusätzlich eine „Monatsbotschaft“ gibt, die „in besonderer Weise“ (was immer das heißen mag) „an die ganze Welt gerichtet ist“.

Hierzu berichtet der gleichsam „erscheinungsamtliche“ Newsletter vom 25. Oktober 2011 Folgendes:

„Der Seherin Marija Pavlovic-Lunetti aus Medjugorje erscheint seit dem 24. Juni 1981 täglich die Gottesmutter als „Königin des Friedens”. An jedem 25. des Monats empfängt sie von Maria eine Botschaft, die in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist.“

Außerdem gibt die Medju-Infomail folgende „Monatsbotschaft der Muttergottes vom 25. Oktober“ dieses Jahres wörtlich kund; sie lautet:

„Liebe Kinder! Ich schaue euch an und ich sehe die Freude in euren Herzen nicht. Heute möchte ich euch die Freude des Auferstandenen geben, damit Er euch mit Seiner Liebe und Zärtlichkeit führt und umarmt. Ich liebe euch und ich bete ohne Unterlass vor meinem Sohn Jesus für eure Bekehrung. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Die Erscheinungs-„Madonna“ vermißt also die „Freude“ in den Herzen der „Seher“. Vielleicht ist die erwählte Schar der anstrengenden visionären Action nach über 30 Jahren mittlerweile etwas überdrüssig? Dafür wird man Verständnis aufbringen können.

Um diesem Mißmut aufzuhelfen, will die „Gospa“ ihnen also in der bald anbrechenden Adventszeit „die Freude des Auferstandenen vermitteln“. Vielleicht kennt sich die „hohe Dame“ im Kirchenjahr noch nicht ganz aus?

Wo steht überdies in der Heiligen Schrift und in der Lehre der Kirche, daß Christus uns mit seiner „Liebe und Zärtlichkeit führt und umarmt“?  – Diese Wendung scheint eher der Sprache von Poesiealben entnommen.

Schlußendlich läßt die „Gospa“ also wissen, daß sie „ohne Unterlaß vor meinem Sohn Jesus für eure Bekehrung“ betet. Wenn dies nach mehr als 30 Jahren „Erscheinungen“ noch vonnöten ist, läßt das wohl tief blicken  – abgesehen davon, daß schon der nächste Satz dieser Kundgabe direkt widerspricht: „Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid“, mag es auch seit Jahrzehnten das immergleiche Dauersprüchlein sein, das da von der Platte rollt.

Außerdem kündigt der Medju-Newsletter frohe Kunde aus dem Stephansdom zu Wien an, der auf Wunsch von Christoph Kardinal Schönborn bereits mehrfach für Medju-Werbeveranstaltungen vereinnahmt wurde, wobei ein oder mehrere „Seher“ von dort nicht etwa nur auftraten, sondern direkt an Ort und Stelle einer „Marienerscheinung“ gewürdigt wurden.

Ein derartiges Einbrechen des „Himmels“ wirkt natürlich magnetisch auf den zu erwartenden Besucherstrom, wenngleich sogar in jeder noch so bescheidenen Dorfkirche ein immerwährendes Wunder anzubeten ist: Christus im Sakrament des Altares  – freilich weniger „sensationell“, dafür aber zweifellos echt und „von oben“.

So heißt es also wörtlich im Medju-Newsletter:

„Am 17. November 2011 findet im Stephansdom in Wien bereits zum vierten Mal das große Friedensgebet unter dem Motto „Message for you!“ statt.

Gäste sind u.a. der Seher Ivan Dragicevic aus Medjugorje und zahlreiche Zeugen der Ereignisse von Medjugorje.

Beginn:
16 Uhr: Berichte von Zeugen der Ereignisse von Medjugorje
17 Uhr: Rosenkranz
18 Uhr: Geistlicher Impuls von Ivan Dragicevic
19 Uhr: Hl. Messe mit Kardinal Christoph Schönborn
– anschließend Eucharistische Anbetung bis 21 Uhr
Vorbereitende Novene
von 8. bis 16. November, 17 Uhr
Wiener Neustädter Altar – Stephansdom
Info:
Oase des Friedens, Zeleborgasse 22, 1120 Wien
Gebetsaktion Maria – Königin des Friedens – Medjugorje, Postfach 18, 1150 Wien Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens (Großpriorat von Österreich)“
 

SOWEIT die erfreut verkündete Mitteilung aus Medjugorje, wobei es den einen oder anderen (und auch meine Wenigkeit) vielelicht etwas in Erstaunen versetzt, was dort abschließend zu lesen ist, daß sich nämlich Teile des Malter-Ritter-Ordens von Österreich an dieser Medju-Werbeveranstaltung aktiv beteiligen. Fast möchte man da seufzen: „Rittertum schützt vor Torheit nicht!“

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster


Kardinal Schönborns „himmlische“ Anerkennung von Medjugorje

Hat der Wiener Erzbischof nichts dazugelernt ?

Am 25. Juni 2011 wurde in Medjugorje der 30. Jahrestag der ersten „Erscheinungen“ gefeiert, wobei nicht einmal das jährliche Jubiläumsdatum korrekt ist, denn die erste „Erscheinung“ der „Gospa“ (wie die Madonna in dieser Region genannt wird) soll am 24. Juni 1981 vorgekommen sein  –  doch auf eine weitere Merkwürdigkeit kommt es in der Causa Medju ohnehin nicht mehr an.

Was den vielen Medju-Gläubigen zu ihrem vollen Glück noch fehlt, ist zweifellos die kirchliche Anerkennung. Doch hier weiß Christoph Kardinal Schönborn Rat. Nicht nur, daß er eine Grußbotschaft zum 30-jährigen Jubiläum schickte, die mit „einem besonderen Beifall der Gläubigen bedacht“ wurde (so die Zeitschrift „Oase des Friedens“ im Vorwort ihrer aktuellen Juli-Ausgabe).

Der Wiener Erzbischof hat seiner Medju-Fangemeinde eine ganz „besondere“ Botschaft mitzuteilen, nämlich nicht weniger als die „himmlische“ Anerkennung von Medjugorje  – erübrigt sich dann nicht glatt jede kirchliche Prüfung und Beurteilung?

Die „Oase“ (Nr.7/2011) vermeldet auf Seite 7 folgende lobenden Worte Schönborns über den „Gnadenort“ (!) Medjugorje: „Ich war als Pilger von diesem Gnadenort zutiefst beeindruckt und schöpfe daraus zusätzlich Kraft für mein Amt.“  – Zudem erlebe er „sehr viele Früchte des Wallfahrtsorts in seiner Diözese und darüber hinaus.

Also ist für den Kardinal eines ganz klar: „Der Himmel hat Medjugorje schon anerkannt.“

Na prima, die derzeitige dritte kirchliche Untersuchungskommission (diesmal vom Vatikan selbst einberufen) kann also einpacken?  –  Oder will sie etwa ein Urteil des „Himmels“ zu hinterfragen wagen? Wäre das nicht gar sehr „vermessen“?

Nun berechtigt die bischöfliche Amtsgnade den Wiener Kardinal freilich nicht dazu, am Urteil der Kirche vorbei eine umstrittene „Erscheinungsstätte“ auf seine bzw. des „Himmels“ Weise anzuerkennen. Oder hat er etwa selber eine höhere Erleuchtung oder gar „Vision“ erhalten?

Wenn dem so wäre, dann müßte zweifellos auch ein Erzbischof seine  „Privatoffenbarung“ dem Urteil der Kirche unterstellen  – und nicht etwa seiner eigenen Weisheit, die sich in puncto Medjugorje ohnehin sichtlich in Grenzen hält, weshalb der Kardinal in dieser Causa vom Papst schon vor Jahren in seine Grenzen gewiesen bzw auf seine natürliche Größe reduziert wurde.   –  Näheres siehe hier:

https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/

Doch dieser „himmlische“ Ersatz für die fehlende kirchliche Anerkennung aus erzbischöflichem Munde ist nicht die einzige Lückenbüßer-Idee des Gospa-Fanclubs zu Medjugorje.

Die erscheinungsgläubige Zeitschrift „Oase“ zitiert auf S. 9 in großen Lettern das folgende Wort eines Franziskanerpaters, das inzwischen wohl schon zu einem geflügelten (und insofern auch wieder „himmlischen“)  Wort wurde; es stammt von P. Ivan Dugandzic:

„Medjugorje ist nicht eine Bewegung in der Kirche, sondern Kirche in Bewegung.“

Der erste Halbsatz stimmt zweifellos, denn angesichts verweigerter Anerkennung kann Medju gar keine „Bewegung in der Kirche“ sein. Ebenso klar ist, daß der zuständige Ortbischof (erst Zanic, dann Peric)  reichlich in Atem bzw. „in Bewegung“ gehalten wird, zumal seine kritischen Warnungen seit Jahrzehnten vielfach auf taube Ohren im Medju-begeisterten Spektrum stoßen. Es wäre ihm sicher lieber, wenn es da weniger „Bewegung“ gäbe…

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster