Willigis Jäger: Vom Benediktiner zum „mystischen“ ZEN-Meister

W. Jäger und sein Buch „Die Welle ist das Meer“

Der Benediktinermönch Willigis Jäger gehört zu jenen esoterisch geprägten „Brückenbauern“, die das Christentum mit dem Buddhismus, aber auch mit den anderen Religionen „spirituell“ verbinden wollen – gemäß der Devise: „Das Dogma trennt, aber die Erfahrung vereint.“ – Gemeint ist hier eine „mystische“ Erfahrung des Einzelnen jenseits aller Religionsunterschiede.

Diese Religionsvermischung, auch Synkretismus genannt, gründet auf einer „mystischen Spiritualität“ – so der bezeichnende Untertitel des Buches „Die Welle ist das Meer“ von Willigis Jäger. Hier ist es also nicht das Credo, das Glaubensbekenntnis, auf das es ankommt, sondern vielmehr die innere Versenkung des Gläubigen in „Gott“ – welcher Religionszugehörigkeit er auch immer sein mag. slider3-640x360

Diese „Mystiker“ findet Willigis Jäger bei den Zen-Meistern im Buddhismus, den Yogas im Hinduismus, bei den Derwischen (Sufis) im Islam und den Kabbala-Esoterikern im Judentum. Er selbst sieht sich als „spirtiueller Zen-Meister“, zumal er bei langjährigen Aufenthalten in Japan in eine intensive Berührung mit dem Zen-Buddhismus gekommen war.

Seit 2003 leitet er den „Benediktushof“ im unterfränkischen Holzkirchen und hält auch andernorts viele Vorträge und Exerzitien.

Unter Kardinal Ratzinger erhielt er 2001 ein Schreib- und Auftrittsverbot seitens der Glaubenskongregation, weil er die persönliche „mystische“ Erfahrung des Einzelnen über die objektiven Glaubenswahrheiten stellt, die uns die Heilige Schrift und das kirchliche Lehramt verkünden. Der Benediktiner wurde daraufhin auf eigenen Wunsch von der Abtei Münsterschwarzach exklaustriert (beurlaubt), gehört aber nach wie vor grundsätzlich weiter zur Klostergemeinschaft.

Zurück zu Jägers  –  passenderweise im liberalen Herder-Verlag  –  erschienenen Buch „Die Welle ist das Meer“. Darin vertritt er drei typische esoterisch-falschmystische Irrlehren:

1. Der grundlegende Abstand zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen wird aufgehoben, der Mensch als quasi-göttliches Wesen angesehen, das auch ohne die Gnade Christi „vergöttlicht“ werden könne.

2. Der Synkretismus, die Religionsvermischung wird verbreitet nach der Devise: „Mystiker aller Religionen, vereinigt Euch!“

3. Zudem wird die Lehre von der „Leere“ präsentiert, vom Nicht-Sein, „Nirwana“, vom seelischen „Leerwerden“, von der Erlösung durch Ablösung, durch Verschwinden des Willens und der natürlichen menschlichen Antriebe.

Auf Seite 15 verbreitet der Verfasser gleich zwei esoterische Irrtümer, die Religionsvermischung und die Leerheits-Lehre: „Ich gehe mit diesen Menschen einen spirituellen Weg, der in die Erfahrung dessen führt, was die heiligen Bücher der verschiedenen Religionen verkünden…kurz, einen Weg, der zur Erfahrung dessen führt, was Religionen als ihr Ziel haben, Gott, Gottheit, Leerheit, Brahman.“

Danach beschwert er sich: „Im Römischen Katechismus wird das Wort Mystik auf seinen 800 Seiten nicht einmal genannt.“ (S.16)

Außerdem schreibt er, was ihn am meisten ärgert: „In der kath. Lehre ist die Mystik der Dogmatik zugeordnet. Sie wird von der rationalen Glaubenslehre kontrolliert…. Den christlichen Mystikern hat das beträchtliche Schwierigkeiten bereitet.“

Zudem beanstandet er, daß das Christentum die Lehre von einem „außerweltlichen“ Gott prägte  –  er propagiert letztlich einen „innerweltlichen“ (pantheistischen) „Gott“, der mit Welt und Mensch „eins“ ist – siehe oben: die Unterscheidung von Schöpfer und Geschöpf entfällt.

Hierzu heißt es bei ihm über die christliche Theologie (S. 17 ff): „Nun wurde die Vorstellung von einem außerweltlichen Gott dominant, der – wie der altisraelitische Jahwe – von außen das Schicksal seiner Welt bestimmt….So konnte es zum mangelnden Verständnis für die Mystik kommen.“

Er fährt fort, indem er den Theismus kritisiert, also die Bejahung eines persönlichen, außerhalb seiner Schöpfung existenten Gottes: „Der Theismus führt zu einer dualen Weltsicht. Er installiert eine tiefe Kluft zwischen Gott und Welt. Beide sind demnach ontologisch verschieden, sie sind für sich bestehende Wirklichkeiten. Die Welt wird zum Jammertal, dem es über die erlösende Brücke des Kreuzes Christi zu entfliehen gilt. “

Da der Autor sich allen Religionen „mystisch“ verbunden fühlt, kann er mit dem „Sühnetod“ Christi theologisch nichts anfangen.

Er macht dem göttlichen Erlöser folgenden Vorwurf: „Gewiß hat Jesus einer theistischen Deutung seines Legens und seiner Lehren zuweilen Vorschub geleistet.“

Der mehr buddhistisch als christlich orientierte „Benediktiner“ ist sogar der Meinung: „Mit der Erlösungstheologie… hat sich das Christentum eine gewaltige Hypothek aufgelastet.“

Auf S. 24 lobt er die Frauen, weil sie „eher für mystische Erfahrungen offen sind als Männer“. – Diese „Offenheit“ hat aber ihre zwei Seiten:

Einerseits  –  erfreulicherweise – eine größere Aufnahmefähigkeit der Frau für den Glauben (von oben), aber andererseits  –  verhängnisvoll  –  auch eine stärkere Verführbarkeit für diabolische Einflüsterungen (von unten), wie sich bereits beim Sündenfall gezeigt hat.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

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