Historiker Prof. Joachim Kuropka (†) erhielt den August-Benninghaus-Preis 2021

Der Historiker Professor Dr. Joachim Kuropka aus Vechta (siehe Foto) ist am 22. Februar 2021 nach schwerer Krankheit verstorben. Der 79-Jährige hat den diesjährigen August-Benninghaus-Preis erhalten.

Damit wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Kuropka hat in seinen zahlreichen Veröffentlichungen zum christlichen Widerstand in der NS-Zeit und zur Katholizismusforschung furchtlos und mutig die historische Wahrheit dargelegt, lautete die Begründung in der Verleihungsurkunde.

Der undotierte Preis wird jährlich vom „Freundeskreis P. August Benninghaus SJ“ vergeben, der sich dem Gedenken an diesen Jesuitenpater widmet. August Benninghaus  (1880-1942) legte Zeugnis ab für Christus; er starb mit 61 Jahren am 20. Juli 1942 im KZ Dachau an den Folgen von Hunger und Misshandlungen.

Mit dem Preis sollen Personen geehrt werden, „die sich durch Forschung und Veröffentlichungen zu Glaubenszeugen oder durch karitative Tätigkeiten im Sinne von Pater Benninghaus ausgezeichnet haben“.

Professor i.R. Dr. Joachim Kuropka, geboren am 20. September 1941 in Namslau, Schlesien, studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft in Münster. Seit 1982 lehrte er als Professor für Neueste Geschichte an der Universtität in Vechta. Sein Arbeitsschwerpunkt war die NS-Zeit, speziell Katholische Kirche und Nationalsozialismus.

Besonders intenstiv widmete er sich Leben und Wirken von Kardinal Clemens August Graf von Galen (siehe Foto: eines seiner Galen-Bücher).

1989 wurde Kuropka mit der Landschaftsmedaille der Oldenburgischen Landschaft geehrt. 2003 wurde er mit der Ehrentafel des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland ausgezeichnet und erhielt 2010 den Verdienstorden des Landes Niedersachsen.

Kuropka hat zahlreiche Schriften und wissenschaftliche Aufsätze zu Themen der NS- und Nachkriegsgeschichte veröffentlicht, unter anderem 20 Bücher geschrieben, weit über 100 Aufsätze verfasst, 14 Sammelbände herausgegeben und drei umfangreiche Ausstellungen organisiert.

Hermann Rieke-Benninghaus, Dinklage
Vorsitzender des Freundeskreis P. August Benninghaus SJ
Tel. 04443 1695 – Mail: Rieke-B@gmx.de
https://pater-benninghaus.de/


Der heilige Moses bekehrte die Sarazenen

Die katholische Kirche verehrt auch die Gerechten des Alten Bundes, im überlieferten Ritus wurden einige von ihnen sogar im liturgischen Hochgebet erwähnt (z.B. Abraham, Melchisedeck). Zu diesen Vorbildern aus dem Judentum gehört auch Moses, Prophet und Führer der Hebräer.

Es gibt aber auch einen heiligen Moses aus der nachbiblischen Zeit, dessen Gedenktag die katholische und auch die orthodoxe Kirche heute – am 7. Februar – feiert. Er lebte als Einsiedler in der Region Rhinocolura in Ägypten, wurde zum Priester und Bischof geweiht.

Er bestand darauf, nicht vom Erzbischof von Alexandria geweiht zu werden, weil dieser ein Arianer war (und somit die Gottheit Christi leugnete), sondern von einem rechtgläubigen katholischen Bischof aus Ägypten, der von Arianern ins Exil verjagt wurde. Moses starb um 390 in Ägypten.

Er, der wahrscheinlich selber von den Sarazenen abstammte, ging als Glaubensbote zu diesem nordafrikanischen Nomadenstamm und führte viele von ihnen zu Christus. Beim Namen „Sarazenen“ denken wir gleich an islamische Araber des frühen Mittelalters, aber dieser Ausdruck wurde auf sie übertragen.

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Namenstag der hl. Hildegard gilt weltkirchlich

Das Fest der hl. Hildegard von Bingen ist jetzt auch offiziell in den liturgischen „Römischen Kalender“ eingeschrieben, der weltweit gilt.

Das hat die Liturgie-Kongregation des Vatikans in einem Dekret verfügt, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Damit wird Hildegards Gedenktag universell.

Papst Benedikt XVI. hatte die mittelalterliche Benediktinerin 2012 als erste Deutsche überhaupt zur Kirchenlehrerin erhoben. Bei einer Generalaudienz würdigte er sie schon zwei Jahre zuvor als „große Frau und Prophetin“.

Ihr Fest, das bisher schon im deutschsprachigen Raum begangen wurde, fällt auf den 17. September, ihren Todestag im Jahr 1179. Es kann jetzt weltweit gefeiert werden.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-02/hildegard-bingen-kirchenlehrer-vatikan-eintragung-kalender-fest.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Dr. José G. Hernández wird seliggesprochen

Wie die Erzdiözese Caracas in Venezuela am 24. Januar bekannt gab, wird die Seligsprechung von José Gregorio Hernández Ende April dieses Jahres stattfinden.

Dr. José G. Hernández Cisneros, bekannt als „Arzt der Armen“, wurde am 26. Oktober 1864 in Isnotú geboren. Er widmete sein Leben dem Dienst unter den Bedürftigen. Er blieb als großartiger Mediziner, Wissenschaftler, Denker und vor allem ein frommer Gläubiger in Erinnerung.

Am 29. Juni 1919 betrat Dr. Hernandez eine Apotheke, um Medikamente für einen älteren Patienten zu kaufen. Beim Verlassen wurde er von einem der wenigen Autos erfasst, die zu dieser Zeit unterwegs waren. Er wurde zwar noch ins Hospital gebracht, wo er die Krankensalbung erhielt, aber kurz darauf starb.

Quelle: Fidesdienst


Weihnachtsgeheimnis im Licht des Kreuzes

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Zu Edith Stein fällt einem ein: jüdische Herkunft, Prof. Husserl, Phänomenologie, Philosophin, Konversion, Karmel, Teresia Benedicta vom Kreuz, Holland, Deportation, Auschwitz, Heilige und Patronin Europas.

Können wir auch heute von ihr lernen?

Setzen wir uns dazu in die Zuhörerschaft ihres Vortrags über „Das Weihnachtsgeheimnis“. Wir sind Gast beim Katholischen Akademikerverband in Ludwigshafen am 31. Januar 1931:

„Christus ist Gott und Mensch – und wer an seinem Leben Anteil hat, muß am göttlichen und am menschlichen Leben Anteil haben. Die menschliche Natur, die ER annahm, gab ihm die Möglichkeit, zu leiden und zu sterben.

Die göttliche Natur, die ER von Ewigkeit besaß, gab dem Leiden und Sterben unendlichen Wert und erlösende Kraft. Christi Leiden und Tod setzt sich fort in seinem mystischen Leib und in jedem seiner Glieder.

Leiden und sterben muß jeder Mensch. Aber wenn er lebendiges Glied am Leib Christi ist, dann bekommt sein Leiden und Sterben durch die Gottheit des Hauptes erlösende Kraft.

Das ist der objektive Grund, warum alle Heiligen nach Leiden verlangt haben. Das ist keine perverse Lust am Leiden. Den Augen des natürlichen Verstandes erscheint es als Perversion. Im Licht des Erlösungsgeheimnisses erweist es sich als höchste Vernunft.

Und so wird der Christusverbundene auch in der dunklen Nacht der subjektiven Gottferne und -verlassenheit unerschüttert ausharren; vielleicht setzt die göttliche Heilsökonomie seine Qual ein, um einen objektiv Gefesselten zu befreien. Darum: Fiat voluntas tua! [Dein Wille geschehe!] auch und gerade in der dunkelsten Nacht.“

Die Lehrerin Dr. Edith Stein benennt die Heilsmittel, um unseren Willen mit dem göttlichen Willen gleichförmig zu machen. Man muß täglich auf die Worte Gottes hören und sie befolgen. Der Heiland hat gelehrt: „Bittet und ihr werdet empfangen.“

So dürfen wir den HERRN bitten, daß sein Wille geschehe. In unserer menschlichen Schwäche kommt uns das fleischgewordene Wort zu Hilfe. „Wie der irdische Leib des Menschen nach täglicher Nahrung verlangt, so verlangt auch der göttliche Geist in uns nach dauernder Nahrung„, sagte Edith Stein.

Wer das lebendige Brot vom Himmel zu seiner täglichen Nahrung macht, in dem vollzieht sich täglich das Weihnachtsgeheimnis, die Menschwerdung des Wortes. Diese Kommunion ist der sicherste Weg, jeden Tag tiefer und fester in die Kirche, den mystischen Leib Christi hineinzuwachsen.

Wer den HERRN in seinem Haus aufsucht, wird nicht mehr nur mit den eigenen Angelegenheiten beschäftigt sein, sondern sich immer mehr für die Angelegenheiten des HERRN interessieren. Wer kann der Opferfeier beiwohnen, ohne danach zu verlangen, daß sein kleines persönliches Leben hineingestellt wird in das große Werk des Erlösers?

Dazu sagt Edith Stein: „Mit dem Menschensohn durch Leiden und Tod zur Herrlichkeit der Auferstehung ist der Weg für jeden von uns, für die ganze Menschheit.“


Präsident Trump würdigt katholischen Heiligen und regt einen Festtag in den USA an

Bischof Thomas Beckets Martyrium war Fanal für religiöse Freiheit

US-Präsident Donald Trump hat den 850. Jahrestag des Martyriums des katholischen Erzbischofs von Canterbury, Thomas Becket, zum Anlass genommen, eine offizielle Proklamation zu erlassen.

Darin wird Becket, der von Anhängern des englischen Königs in seiner Bischofskirche ermordet wurde, als „ein Staatsmann, ein Gelehrter, ein Kanzler, ein Priester, ein Erzbischof und ein Löwe für die religiöse Freiheit gewürdigt.

Als König Heinrich II. versuchte, sich in kirchliche Angelegenheiten (vor allem Bischofsernennungen) einzumischen, habe sich Becket ihm entgegengestellt, bevor die Magna Charta entworfen war und das Recht auf freie Religionsausübung in der amerikanischen Verfassung verankert wurde.

Laut Trump hätten „großartige Menschen wie Thomas Becket den Weg gewiesen im Kampf für Gewissensfreiheit“. Sein Tod erinnere daran, dass Freiheit von religiöser Verfolgung kein Luxus oder Zufall sei: „Der Widerstand gegen Tyrannen ist Treue zu Gott“.

Zudem lud der Präsident die Bevölkerung dazu ein, den 850. Jahrestag des Martyriums des hl. Thomas Becket festlich zu begehen, so in Schulen, Kirchen und an traditionellen Begegnungsorten.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.unzensuriert.at/content/119821-praesident-donald-trum-ehrt-christlichen-gewissensmaertyrer/

HIER der Originaltext der Trump-Proklamation: https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/proclamation-850th-anniversary-martyrdom-saint-thomas-becket/


Wie der spanische Einsiedler Ramón Pané als erster die „Indianer“ evangelisierte

Im April 1493 kehrte Kolumbus von seiner ersten Reise nach Amerika zurück und traf die spanische Königsfamilie im Kloster „Cenobio de La Murtra”.

Dort lebte ein junger Einsiedler namens Ramón Pané. Kolumbus berichtete von seinen Entdeckungen und vor allem von den indigenen Stämmen in Tainos, die damals von ihm als „Indianer“ bezeichnet wurden, weil er glaubte, in Indien gelandet zu sein.

Als er von diesen Menschen in weiter Ferne erfuhr, nahm Ramón Pané Gottes Ruf wahr, ihnen das Evangelium zu verkünden.

Ramón Pané war daher bei der zweiten Reise von Kolumbus dabei, als dieser am 28. November 1493 in Puerto Plata in der heutigen Dominikanischen Republik ankam, wo die erste christliche Kirche gebaut wurde.

Er nahm am 6. Januar 1494 an der ersten hl. Messe auf dem Kontinent teil. Ramón freundete sich mit dem Eingeborenen Guaticaba und seiner Familie an und erlernte ihre Sprache.

Nach zweieinhalb Jahren, am 21. September 1496, erhielt Guaticaba zusammen mit 16 Mitgliedern seiner Familie die Taufe unter dem Namen Juan Mateo; er war fortan Ramons treuer Begleiter bei der Evangelisierung des Landes.

Juan Mateo und seine ganze Familie wurden wegen ihrer Bekehrung ermordet. Ramon erzählt in seinem kurzen Buch vom Martyrium von Juan Mateo, und berichtet, dass dieser sagte, als sie ihn umbrachten: „Ich bin der Diener Gottes“.

Johannes Paul II. bezeichnete ihn und seine Angehörigen im September 1994 in einem Schreiben zum 500. Jahrestag der ersten Taufe als „die ersten Märtyrer für den christlichen Glauben in Amerika“.

Der Persönlichkeit von Ramón Pané widmete die nach ihm benannte Stiftung einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Der erste Evangelisierer Amerikas: Ramón Pané“. Der Film wurde am 10. Dezember bei YouTube, Facebook und Twitter (Ramón Pané Foundation) veröffentlicht.

Trailer zum Dokumentarfilm -> https://bit.ly/3gxQxg4
Quelle: Fidesdienst


Carlo Acutis: Leichnam war nicht unversehrt

Von Felizitas Küble

Die „Neue Zürcher Zeitung“ brachte in ihrer Print-Ausgabe vom 5. Dezember 2020 einen ausführlichen Pilgerbericht über eine Wallfahrt nach Assisi. Darin heißt es, nachdem zunächst viel über den hl. Franz geschrieben wurde, über den kürzlich seliggesprochenen Carlo Acutis (siehe Foto):

„In der Kirche Santa Maria Maggiore liegt in einem gläsernen Sarkophag ein Junge in Jeans, Sweatshirt und Turnschuhen. Er sieht aus wie soeben eingeschlafen….Carlo Acutis war 15-jährig, als er 2006 an Leukämie starb, nach einem kurzen Leben mit viel Gebet und Einsatz für andere...

Als man sein Grab 2019 für die Umbettung geöffnet habe, sei der Leichnam unversehrt gewesen, raunten einige Kleriker. Dem widersprach der Erzbischof Domenico Sorrentino, man habe die Überreste mit «Kunst und Liebe» hergerichtet.“

Es ist gut und auch notwendig, daß der katholische Erzbischof diese Klarstellung veröffentlicht hat, um einer falschen, unbesonnenen Wundersucht zu widersprechen. Als Gläubige haben wir keine unechten Mirakel nötig.

Der Körper des Seliggesprochenen habe den „normalen Prozess der Verwesung“ durchlaufen, sagte der Oberhirte in einer Predigt. Und er wies zu Recht darauf hin, was auch der katholische Aschermittwoch-Ritus bekräftigt: „Staub bist Du und zum Staub kehrst Du zurück“.

Der Leichnam Acutis wurde vor der Umbettung anläßlich der Seligsprechung zwar komplett zusammenhängend mit den Organen, aber nicht unversehrt im Grab aufgefunden. Auch sein Gesicht wurde „restauriert“ bzw. verbessert.

Den materiellen Verfall unseres Leibes, der aber einst zur Auferstehung berufen ist, betrachten die Gläubigen gemäß der Heiligen Schrift als eine Auswirkung des Sündenfalls. Auch Selige und Heilige sind davon nicht ausgenommen, sondern sie unterliegen ebenfalls den üblichen Folgen der Erbsünde.


Das Vermächtnis des Märtyrers Alfred Delp: „Weil ich an Deutschland glaubte“

Von Dr. Herbert Czaja (†)

Am 2. Februar 1945 – somit vor 75 Jahren – wurde Pater Alfred Delp SJ hingerichtet. Das Todesurteil war, anders als bei vorangegangenen Urteilen, nicht sofort vollstreckt worden.

Zeitweise gefesselt, konnte der Geistliche ab 11. Januar eine Reihe von Briefen und Meditationen aus dem Gefängnis herausschmuggeln (vgl. Gesammelte Schriften IV, S. 102 ff.), die sich auch mit der sittlichen und religiösen Pflicht für Deutschland befassten.

Zwischen aussichtslosem Hoffen auf Rettung und der Vorbereitung auf den Tod hat er sie teilweise „in großer innerer Ruhe“ auf dem Weg zur letzten Freiheit vor Gott und dem Erlöser geschrieben. Sie sind ebenso ehrlich wie erschütternd.

Das NS-Regime warf Delp „unerträgliche Ketzerei“ vor

Ohne direkten Kontakt mit dem 20. Juli 1944 zu haben, wurde der Jesuitenpater verurteilt wegen der für Freisler unerträglichen „Ketzerei gegen das Dogma: NSDAP – Drittes Reich – Deutsches Volk = leben gleich lang und sterben miteinander“ (IV, 106).

Wenige Monate vor der militärischen Kapitulation schrieb Delp:

„Mein Verbrechen ist, dass ich an Deutschland glaubte, auch über eine mögliche Not- und Nachtstunde hinaus. Dass ich an jene simple und anmaßende Dreieinigkeit des Stolzes und der Gewalt nicht glaubte. Dass ich dies tat als katholischer Christ und als Jesuit.

Das sind die Werte, für die ich hier stehe am äußersten Rande und auf den warten muss, der mich hinunterstößt: Deutschland über das Heute hinaus als immer neu sich gestaltende Wirklichkeit Christentum und Kirche als die geheime Sehnsucht und die stärkende, heilende Kraft dieses Landes und Volkes

Auch Delps frühere zahlreiche Aussagen zur geschichtlichen Bedeutung von Heimat, Volk und Deutschland sind heute noch und wieder von neuem gültig.

Der Geistliche war u.a. wegen der Besprechungen mit Helmuth J. Graf Moltke (ohne Teilnahme von Nationalsozialisten, aber in Anwesenheit eines Jesuiten) über eine mögliche Erhaltung der Einheit des Deutschen Reiches und die Mobilisierung der Unbelasteten zur politisch-geistigen Abwehr bei der Besetzung des Reichsgebietes verurteilt worden (IV, 113 und 357 ff.).

Dabei war gedacht an die Mobilisierung der Heimatverbundenen, „der wirtschaftlichen Gegebenheiten“ und der „Kirche als moralischer Hilfe“ (IV, 357), allerdings nach völliger Ablösung der NSDAP und ihrer Repräsentanten.

„In diesem Fall (der Besetzung) darf kein Friede geschlossen werden, sondern muss im ganzen Reich eine einheitliche Linie der Abwehr durchgehalten werden“ (IV, 357). Wenige Monate vor der Kapitulation forderte er die Sicherung des Arbeitsfriedens und den bundesstaatlichen Föderalismus und Abwehr gegen die Unterdrückung, vor allem in den Regionen und Ländern.

Am meisten hatte er Freisler erregt, als er und die anderen darauf hofften, nach einem verlorenen Krieg das Deutsche Reich politisch retten zu können „bei gewissen innerdeutschen Voraussetzungen“ (IV, 359). Als besondere Belastung galt auch, dass er mit Moltke, Mierendorff und katholischen Kreisen Möglichkeiten zur „Schaffung der Grundlage einer schwarz-roten Koalition“ erörterte (IV, 158).

Nach Freisler aber durfte und konnte es kein „Nachher“ für Deutschland bei einer Niederlage des Nationalsozialismus geben. Deutsches Volk, Christentum und katholische Kirche waren für ihn unvereinbar.

Pater Delp aber sah die Zukunft so:

„Man soll das wissen und festhalten, dass wir bereit sind, für Deutschland zu sterben, weil wir als Christen an Deutschland geglaubt haben“ (IV, 360).

„Durch die Art der Prozessführung hat unser Leben ein Thema bekommen, für das sich leben und sterben lässt. Entweder fallen wir als Samen für dieses kommende Deutschland, oder wir werden mit Gewalt und mit ungeheurer Intensität gebildet für den Dienst an diesem Deutschland …“ (IV, 360).

Für diesen Samen haben in anderer Weise auch gewirkt: Helmuth J. Graf Moltke, Graf Stauffenberg, Bolz, Julius Leber, Leuschner, Goerdeler und viele andere aus dem sozialdemokratischen, bürgerlichen, aber auch aus dem preußischen oder als konservativ oder sonstwie abgestempelten Widerstand.

Dienst an Deutschland als zeitlose Aufgabe

Einige konkrete Zielsetzungen mögen – und man muss das aus der Zeitgeschichte verstehen – überzogen gewesen sein. Die Anfänge der Konzeptionen lagen ja in einer Zeit des scheinbar großen NS-Erfolges in aller Welt und gewaltiger Kriegserfolge…Das Grundanliegen für Deutschland, für die Deutschen und für Europa bleibt.

Geraume Zeit hat man bei uns wenig über den „Dienst an Deutschland“ – sittlich gereinigt, eingefügt in den Dienst am Gemeinwohl der Völker – veranwortungsvoll diskutiert. Nun scheint dies wieder eine aktuelle, wenn auch politisch umstrittene Aufgabe zu werden.

Die kämpferische Linke verschweigt oft dieses von Delp und anderen Widerstandskräften angesprochene Ziel für unser Volk und für Deutschland. Für die Kommunisten bei uns und für die Medienpropaganda im Ostblock gab es diesen Widerstand nicht – oder er wird fälschlich als nationalstaatlicher Rettungsversuch preußischer Junker – unmittelbar vor der unausweichlichen Niederlage – entstellt.

BILD: Einer der Buchtitel von Dr. Czaja

Auf der anderen Seite ist für diejenigen, die mit dem Nationalsozialismus geistig verbunden waren, aber auch für einen Teil des deutschen Rechts-Konservativismus, dieser Widerstand extremes Unrecht gegen die – meist rechtspositivistisch verstandene – Unterwerfung unter jede Regierungsgewalt gewesen, also einfach Verrat.

Am schlimmsten aber sind in ihrem Verhältnis zu diesen Aussagen und Plänen die „Lauen“, die „Epigonen des Nationalsozialismus“. Darunter sind manche, die in der Jugend noch teils unbewusst, teils falsch begeistert, teils aber auch überzeugt „mitmachten“, oder deren Eltern mit der Zwangsherrschaft verwoben waren.

Viele von ihnen gestehen nur sehr ungern selbst erklärbare Irrtümer ein und scheuen sich, sie persönlich aufzuarbeiten; man beruft sich auf die Kollektivschuld oder die völlige Unbetroffenheit… Die „Lauen“ denken nicht mehr an das Vermächtnis des deutschen Widerstandes für unser Land, halten es für überholt, zeitbedingt, bestenfalls im Einfluss auf das nicht mehr voll ernstgenommene Grundgesetz für allgemeine europäische Zielsetzungen für konsumiert.

Aber plötzlich ist in vieler Munde die Frage nach dem deutschen Volk im allgemeinen – also ethnisch gemeint – und dem deutschen Volk im besonderen – also als Staatsvolk –, nach der deutschen Nation, nach dem, was Deutschland auch heute noch ist, welche Rolle es einmal in Europa haben könnte, die Frage danach, was europäische Einigung eigentlich bedeutet.

Helmuth J. Graf Moltke wirkte in Schlesien, wo sich der Kreisauer Kreis um die sittliche Selbstreinigung der Deutschen Gedanken machte. Man vergisst auch, dass 1930 Oberschlesien das zweitschlechteste Ergebnis für die NSDAP erbrachte, 1932 dort noch immerhin 36 Prozent das Zentrum und lediglich 26 Prozent die NSDAP wählten.

Der Same, von dem Delp sprach, war lange verborgen, manches fiel auf steinigen Grund und unter Disteln, aber auch einiges auf fruchtbares Erdreich.

Gehört zu den immer aktueller werdenden Entscheidungen zum „Dienst an Deutschland“ heute nicht wieder die dramatische Frage Theodor Haeckers vor mehr als 40 Jahren – nach Jesaias –: Custos, Quid de nocte – wie steht es um die Entscheidungsstunden?

Das Ringen um Delps Vermächtnis, seine zeitgemäße Verlebendigung ist im Gange. Der Weg der Geschichte bleibt immer auch ein Kreuzweg (IV, 307). „Es hat jede Zeit und jedes Geschlecht seinen Auftrag in der Geschichte“ (IV, 308).

Als bedeutend bezeichnete Politiker geben zum aktuellen „Dienst an Deutschland“ unterschiedliche Antworten. Viele Politiker und die meisten Schulbücher, ebenso das Fernsehen und unsere ausländischen Vertretungen wagen meist nicht zu sagen, was Deutschland auch heute noch ist; das ist für ein Staatsvolk ein wahrhaft sonderbarer Zustand; da könnten wir uns schon bei anderen Völkern in Ost und West etwas Mut holen.

Die Grünen reden vom natürlichen Leben: wenn es aber um Volk und Staat geht, ist häufig ein marxistisch-leninistisches Vokabular nicht ohne Einfluss; noch öfter herrscht wirklichkeitsferne Schreibtisch-Ideologie, ohne Bindung an die natürlichen Gemeinschaften in diesen Fragen.

Pater Delp meinte es bitter ernst

Unmittelbar nach dem Tode Delps wurde das Protokoll von Jalta formuliert. Die amerikanische Administration moniert, dass die zugesagten Freiheiten in Osteuropa fehlen, und erklärt, sie habe Osteuropa nicht preisgegeben.

Deutschland behält eine geistige, eine soziale, eine politische Aufgabe, sagte Delp: „Wir sind die einzigen, die es immer wieder wagen, ganz von vorne zu beginnen …“ (IV, 328) Dies gilt ihm zufolge auch für die deutsche Rolle in Europa. „Wehe, wenn das schöpferische deutsche Volk auch nur in einer geschichtlichen Stunde schwiege, aus Resignation und Ermüdung.

Der Jesuit verlangt eine Leidenschaft zu den geistig fundierten Ordnungen und die Sicherung einer sozialen Gesellschaft. Delp wäre heute auf dem Weg nach europäischen und humanistischen Werten, einer föderalen Ordnung der Staaten, Völker und Volksgruppen, in der die Heimatverbundenheit eine große Rolle spielt, einem Weg der entschiedenen Abwehr von Überschwang, unglaubwürdiger Unterwürfigkeit, Isolationismus und Neutralismus in den Fragen unseres Volkes, unserer Nation und Deutschlands.

Delp meinte es bitter ernst um sein Volk und um die Regionen Deutschlands.

Dieser Artikel von Dr. Czaja besteht aus Auszügen aus der Deutschen Tagespost vom 1./2.2.1985


Der hl. Franz Xaver war der Apostel Indiens

Die Kirche feiert am heutigen 3. Dezember das Fest des heiligen Franz Xaver (1506 – 1552), einen der ersten Schüler des hl. Ignatius von Loyola und ein Gründungsmitglied der Gesellschaft Jesu.

Franz Xaver lebte nur 46 Jahre und 8 Monate, doch er leistete in gut 10 Jahren unglaubliche Missionsarbeit und brachte das Evangelium in Kontakt mit den großen orientalischen Kulturen. Seine Reisen führten ihn nach Indien und Japan. Er starb, kurz bevor er sich aufmachen wollte, die Botschaft Christi in China zu verkünden.

Für seine missionarischen Eifer wurde er 1748 zum Schutzpatron des Ostens erklärt und schließlich 1927 zum Schutpatron der Missionen, zusammen mit der hl. Theresia vom Kinde Jesu.

Franz Xaver wird auch „der heilige Paulus von Indien“ genannt, da seine Missionsarbeit von hier aus entscheidend für die Verbreitung des Christentums in ganz Südasien war.

In seinem kurzen, aber intensiven Jahrzehnt in der Mission hat sich der Heilige nicht geschont, wie er in seinen Briefen an den Ordensgründer Ignatius erzählt:

„Die Vielzahl der Konvertiten ist so groß, dass meine Arme oft so weh tun, bis sie getauft sind und ich keine Stimme mehr habe und keine Kraft, das Glaubensbekenntnis und die Gebote in ihrer Landessprache zu wiederholen“.

Quelle: Fidesdienst