Israel ehrt katholischen Diplomaten, der hunderte jüdische Kinder rettete

Prinz Eugène II. de Ligne war gläubiger Katholik

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am gestrigen Mittwoch Nachkommen des belgischen Diplomaten Eugène II. de Ligne und seiner Frau Philippine empfangen, dieüberzeugte Katholiken waren und gemeinsam während des Holocaust Hunderte jüdischer Kinder in ihrem Schloss versteckt hielten. Einige der damals geretteten Kinder und deren Familien waren ebenfalls anwesend.

Der Prinz und seine Frau waren 1965 von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu „Gerechten unter den Völkern“ ernannt worden.

Michel De Ligne, Enkel von Eugène und Philippine und Leiter der Delegation, erklärte in seiner Ansprache bei der Veranstaltung:

„Ohne Erinnerung kann eine Kultur nicht existieren, ohne Erinnerung kann es keine Zivilisation geben, kein soziales Leben. Ich sage: Lasst uns lieben, was geliebt werden muss, lasst uns vergessen, was vergessen werden muss, doch lasst uns nie vergessen, was niemals vergessen werden darf.“

Er schloss: „Im Namen meiner Familie möchte ich Ihnen, Herr Staatspräsident, sagen, wie sehr uns die Dankbarkeit berührt, die wir vom jüdischen Volk und vom Staat Israel erfahren haben. Lang lebe Israel.“

Avraham Kaputka, der für die Überlebenden sprach, erklärte: „Im Angesicht der Tötungsmaschine, die gegen die Juden Europas angeworfen worden war, haben Menschen und Institutionen daran gearbeitet, Menschenleben zu retten.“

Er erzählte, dass er und 44 weitere jüdische Kinder von Familie de Ligne gerettet worden seien und fügte hinzu:

„Sechs dieser Überlebenden sind heute hier. Wir waren allein, die Trennung von unseren Eltern war sehr schwer. Wir wussten nicht, ob oder wann wir sie jemals wieder sehen würden. […] Wir waren an einem sicheren und ruhigen Ort, während um uns herum der Krieg wütete. Einige der Kinder fanden ihre Eltern später wieder, andere nicht. Es gibt keine Worte um unsere Gefühle für Prinz Eugène, seine Frau Philippine und all die anderen zu beschreiben, die dabei geholfen haben, uns zu retten. Heute danken wir Prinz Michel de Ligne für seinen Beitrag zum Gedenken an die Geschichte unserer Rettung.“

Der israelische Staatspräsident Rivlin sagte:

„Sie sind hier als eine Familie – die Mitglieder des Hauses de Ligne und die Familien der jüdischen Kinder, die sie gerettet haben. Sie und all die vielen anderen Familien, die heute leben, wegen der Güte von Eugène, dem 11. Prinz von Ligne und seiner Frau Philippine. Ihr Vermächtnis wird von Ihnen, Ihren Nachkommen, bewahrt und von jedem jüdischen Kind, das sie gerettet haben.“ 

Quelle: israelische Botschaft – Foto: GPO


Aus Maria Magdalenas Gedenktag am 22. Juli wird jetzt liturgisch ein Fest

Maria Magdalena wird liturgisch aufgewertet: Ihr „gebotener Gedenktag“ am 22. Juli wird künftig in der ganzen römisch-katholischen Kirche als „Fest“ eingestuft.

Thomas von Aquin bezeichnete Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“, denn sie folgte Christus nicht nur bis unters Kreuz, sondern wurde nach Angaben des Johannes-Evangeliums auch zur ersten Zeugin seiner Auferstehung. So zitiert das Schreiben der vatikanischen Gottesdienstkongregation, welches die Aufwertung erklärt, den großen Kirchenlehrer.  tochterzion

Maria Magdalena sei es auch gewesen, die den verzagten Aposteln die Frohe Botschaft von Jesu Auferstehung brachte  –  diese Heilige sei das entscheidende „missing link“ (fehlende Glied) zwischen der Karfreitags-Bestürzung und dem Osterjubel.

Mit einem Dekret vom 3. Juni namens „Apostola Apostolorum“ hat der Papst nun entschieden, Maria Magdalena im liturgischen Fest- und Heiligenkalender den Aposteln gleichzustellen; ihr Fest bleibt der 22. Juli, auch die Texte in Messfeier und Stundenbuch bleiben. Neu ist, dass nun ein eigener Präfations-Text hinzu kommt: dies ist der Fall nur bei wenigen anderen Heiligen.

So haben alle Apostel bis auf Petrus und Paulus dieselbe Präfation; im deutschen Messbuch haben ausschließlich Elisabeth von Thüringen und Hedwig eine eigene. Die sogenannten „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus haben, am 29. Juni, ein eigenes Hochfest.

Die Messbücher werden angepasst, wie das von Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Liturgiekongregation, unterzeichnete Dekret festlegt.

Quelle und weiterer Text von Radio Vatikan hier: http://de.radiovaticana.va/news/2016/06/10/liturgie_maria_magdalena_wird_den_aposteln_gleichgestellt/1236162


Prälat Scheipers verstorben: letzter überlebender Priester des KZ Dachau

Der letzte überlebende Priester aus dem NS-Konzentrationslager Dachau ist tot. Am 2. Juni ist Prälat Hermann Scheipers im Alter von 102 Jahren in seiner Geburtsstadt Ochtrup verstorben.afc127c26a
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Während seiner Kaplanzeit in Hubertusburg bei Leipzig wurde der Geistliche von Nationalsozialisten 1940 ins KZ Dachau deportiert. Sein „Vergehen“: Er hatte Seelsorge für polnische Zwangsarbeiter betrieben und mit ihnen die Heilige Messe feiern wollen.
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Dank des mutigen Einsatzes seiner Zwillingsschwester wurden Scheipers und weitere Priester 1942 vor dem Abtransport in die NS-Tötungsanstalt Hartheim bei Linz bewahrt. Am 27. April 1945, zwei Tage vor der Befreiung des KZ Dachau durch US-Streitkräfte, floh Kaplan Scheipers während eines Todesmarsches.
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Angesichts des dortigen Priestermangels kehrte er 1946 ins Bistum Meißen zurück. In den folgenden Jahren wirkte er als Kaplan in Radebeul, Berggießhübl, Dresden, Freital und Wilsdruff  –  und scheute dabei nicht die Auseinandersetzung mit der kommunistischen DDR-Diktatur.
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In Wilsdruff wurde er 1957 Pfarrer, 1960 Pfarrer in Schirgiswalde und 1973 Ehrendomkapitular des Kathedralkapitels St. Petri in Bautzen. 1983 kehrte Scheipers als Vicarius Cooperator nach Münster (Amelsbüren) in sein Heimatbistum zurück.
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2013 wurde in Ochtrup der 100. Geburtstag des Geistlichen gefeiert.Damals sagte der em. Weihbischof Friedrich Ostermann über Scheipers Leben, dies sei ein „lebendiges Zeugnis des Glaubens und der Macht der Liebe gewesen“. Trotz aller Verfolgung habe er seinen Glauben an Gott nicht verloren. Einer Welt, die von Gott nichts wissen wollte, habe Scheipers  –  auch in der DDR  –  die neue Welt des Glaubens entgegengestellt, in der Christi Liebe Wurzeln schlägt.Quelle: Radio Vatikan

HINWEIS: Allein im KZ-Dachau waren über dreitausend katholische Geistliche inhaftiert


Kinofilm über Pedro Poveda: Mutiger Priester – Pädagoge – Heiliger und Märtyrer

Von Felizitas Küble

Es ist zu hoffen, daß dieser Spielfilm mit dem Titel POVEDA auch bald den Weg in die deutschen Kinos findet, denn im Mittelpunkt steht ein Held, der zugleich katholische339701r Priester war  –  und der vor 13 Jahren (am 4. Mai 2003) heiliggesprochen wurde.

Der im Jahre 1874 in Linares (Spanien) geborene Pedro Poveda Castroverde wurde mit 23 Jahren zum Priester geweiht. Er war als Lehrer und Seelsorger tätig, errichtete zudem pädagogische Werke und Schulen für Kinder und Jugendliche, die er dem Herzen Jesu weihte.

Er kümmerte sich auch um die Erwachsenenbildung besonders der ärmeren Bevölkerungsschichten. Vor allem die Förderung von Mädchen und Frauen war ihm sehr wichtig, ebenso die Verbesserung der Lehrerausbildung, wobei er  –  im guten Sinne   –  fortschrittliche Ansichten vertrat.

Poveda gründete die Akademie der hl. Theresia von Avila und später die „Theresianische Vereinigung“ zur Ausbildung von Lehrerinnen und zur allgemeinen spirituellen und intellektuellen Förderung der Frauen. Das Institut ist heute bereits in 34 Ländern tätig. Er kooperierte dabei mit der gebildeten Katholikin Pepita Segovia.

Später leitete er das Zentrum „Los Operaios“ für die Katechese (Glaubensunterweisung) des Kirchenvolks. Zudem setzte er sich intensiv für eine gegenseitige Durchdringung und Zusammenarbeit von Glaube und Wissenschaft ein.
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1914 eröffnete der Priester das erste Studentinnen-Heim Spaniens in Madrid  – auch mit dieser Residenz wirkte er als Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Eine von ihm gegründete Kongregation (ordensähnliche geistliche Gemeinschaft) wurde 1924 von Papst Pius XI. als Säkularinstitut anerkannt.

1921 zog Poveda in die spanische Hauptstadt Madrid; dort wurde er zum „Kaplan des Königlichen Palastes“ ernannt. Ein Jahr später wurde er Mitglied des Zentralvorstands gegen den Analphabetismus. (Damals konnten über 2/3 des spanischen Volkes weder lesen noch schreiben.)

Zudem war der glaubensstarke Kleriker als Schriftsteller aktiv und brachte mehrere Zeitschriften heraus. Er stand überdies in Kontakt mit deutschen katholischen Bildungswerken.

Der ebenso gebetseifrige wie einsatzfrohe Priester wurde am 28. Juli 1936 nach der Feier einer hl. Messe durch Truppen von General Franco hingerichtet, nachdem er bei seiner Festnahme erklärt hatte: „Ich bin ein Priester Christi.“

Der 61-jährige Märtyrer ist nicht der einzige Kleriker, den die faschistischen Milizen während des Spanischen Bürgerkrieges ermordeten; es gab vor allem im Baskenland über ein dutzend weitere Priester. Allerdings war die Zahl der Todesopfer, die auf das Konto der kommunistischen Untergrundkämpfer gingen, noch weitaus höher (bezogen auf Kleriker). Auf beiden Seiten kam es zu jedenfalls zu zahllosen Grausamkeiten und Exzessen.

Pedro Poveda wurde 1974 anläßlich der 100-Jahr-Feier seines Geburtstages von der UNESCO als großer Pädagoge und Humanist gewürdigt und als „eine der berühmtesten Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Bildung, Kultur und Wissenschaft“ geehrt, wobei dieser Priester die „Weltkultur“ positiv geprägt habe. 

Weitere Infos mit Fotos (auf spanisch) hier: http://www.pedropoveda.org/

 

 


Der kath. Jugendschriftsteller Günter Stiff wäre heute 100 Jahre alt geworden

Gründer des KOMM-MIT-Verlags und Christoferuswerks

Der heutige Tag ist für mich und viele unserer Freunde ein besonderes Datum  – nicht nur, weil heute der „Tag des Grundgesetzes“ ist: Am 23. Mai 2016 wäre unser Verlagsgründer Günter Stiff 100 Jahre alt geworden, wenn er noch irdisch unter uns leben würde.  Scannen0007

Zudem hat Günter vor genau 70 Jahren seinen KOMM-MIT-Jugend-Verlag gegründet, vor 45 Jahren unser gemeinnütziges Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt  und auch den ECCLESIA-Plakatdienst gibt es jetzt schon im 70. Jahrgang: alle zwei Wochen ein neues Poster  – vor allem für die Schaukästen der Pfarrgemeinden. Bislang sind über 1600 verschiedene Plakate im Großformat (60 x 40 cm) erschienen.

BILD: Günter als begeisterter Jugendschriftsteller mit seiner alten manuellen Schreibmaschine

Günter Stiff wurde am 23. Mai 1916 in Köln als zweitältester Sohn des Juristen Dr. Max Stiff und seiner Frau Katharina geboren. Später folgte eine Tochter, die hochbetagt in Münster lebt: Dr. Ursula Stiff. Wir stehen mir ihr seit vielen Jahren im guten Dauerkontakt.

Ende der 20er Jahre wurde Vater Stiff zum Landrat des Landkreises Münster ernannt, doch die gute Zeit währte nicht lange. Kurz nach der Machtergreifung wurde er von der NS-Diktatur wegen seiner klar katholischen, ZENTRUMS-orientierten Haltung aus dem Amt gejagt; er mußte sich während der Kriegsjahre zeitweise verstecken. Nach 1945 wurde er vom Kreistag einstimmig zum neuen Landrat gewählt; später wirkte er als Oberstadtdirektor von Münster. Scannen0009

Sein Sohn Günter Stiff gründete bereits 1946 den KOMM-MIT-Verlag, den er zunächst als „Deutscher Jugend-Verlag“ bezeichnete. Zudem startete er mit der ersten deutschen Jugendbuchhandlung „Junge Welt“ und betrieb in Münsters Innenstadt ein Geschäfts- und Versandhaus „Universum“.

Außerdem war er der Gründer des „Katholischen Filmdienstes“, den er später abgab  –  diese Organisation besteht heute noch und bringt das bekannte „Lexikon des Internationalen Films“ heraus.

Die KOMM-MIT-Kalender Stiffs erreichten von 1947 bis 2001 eine mehrfache Millionenauflage. Zudem brachte er weitere Bücher heraus, zB. das Große Fahrt- und Lager-Handbuch, das Waldläuferhandbuch, das meistverkaufte Spielhandbuch „1000 Jugendspiele“ (400.000 Auflage). Über 30 Jahre lang erschien monatlich seine KOMM-MIT-Zeitschrift, zudem zahlreiche katechetische Broschüren, Themenhefte usw.

Günter Stiff sah sich in der Tradition der deutschen Jugendbewegung, zumal er aus dem katholischen Schülerbund „Neudeutschland“ kam, der von Jesuitenpatres geleitet wurde  – dieser Jungenbund kombinierte bodenständige katholische Gläubigkeit mit jugendbewegten Schwung. Scannen0012

Der Verlagsgründer und Familienvater Günter Stiff (3 Kinder) starb nach einem glaubensfrohen, bescheidenen, idealistischen und einsatzfreudigen Leben am 10. September 2002 im Alter von 86 Jahren in Münster.

Näheres über sein herausragendes Wirken und seinen bewegten Lebenslauf lesen wir hier auf Kathpedia: http://www.kathpedia.com/index.php?title=G%C3%BCnter_Stiff

BILD: Günter in seinem letzten Lebensjahr im Krankenhaus  – er war ein echter „Bruder Immerfroh“, stets gut gelaunt und kreativ bis zuletzt

Da ich (Felizitas Küble) schon seit 1979  mit großer Freude in seinem Verlag wirke, nachdem mit 18 Jahren von meiner oberschwäbischen Heimat nach Münster zog, übernahm ich gemäß Günters Willen sein Lebenswerk, führe den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk weiter  – und betreibe zudem im Rahmen des Christoferuswerks ehrenamtlich seit Juni 2011 dieses CHRISTLICHE FORUM.

Heute erinnern wir uns mit vielen Freunden besonders an unseren Günter Stiff, der in den Herzen vieler Menschen unvergeßlich bleibt. Möge der HERR ihm die ewige Freude schenken  – ihm, der so vielen Menschen große Freude bereitet und der unermüdlich für Gottes Reich gewirkt hat.

 


Der hl. Valentin opferte sein Leben für die Ehe

Das Päpstliche Missionswerk in Australien erinnert zum bevorstehenden Valentinstag an die eigentliche Bedeutung des Gedenktages:IMG_1426

“Der heilige Valentin war ein außergewöhnlich mutiger Priester, der für das Sakrament der Ehe sein Leben opferte”, so der Nationaldirektor von Catholic Mission, Brian Lucas.

“Dafür müssen wir weit in die Geschichte zurückgehen, als der römische Kaiser Claudius II. die Ansicht vertrat, dass die Ehe für seine Soldaten schädlich sei und sie deshalb verbieten ließ. Das dritte Jahrhundert nach Christus war eine unruhige Zeit für das Römische Reich –  und das Verbot der Ehe hatte dazu geführt, dass frustrierte junge Männer nach unguten Alternativen gesucht hätten. Der heilige Valentin”, erläutert Pfarrer Lucas weiter, “vermählte Paare im Geheimen nach dem christlichen Ritus. Der Überlieferung nach soll er für dieses mutige Vorgehen gefoltert und schließlich geköpft worden sein“, so der Nationaldirektor, der sich wünscht, dass die Australier den bevorstehenden Valentinstag nach dem Vorbild des heiligen Valentin und dessen Einsatz für die wahre Bedeutung von Ehe und Liebe begehen.

Quelle: Fidesdienst

 


Weihbischof Andreas Laun: Predigt bei der Totenmesse für Johanna von Westphalen

Am 21. Januar 2016 verstarb unerwartet Johanna Gräfin von Westphalen (siehe Foto), Gründerin und Ehrenvorsitzende der CDL sowie Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“.

Ergänzend zu den im CHRISTLICHEN FORUM bereits veröffentlichten Nachrufen dokumentieren wir nun die Predigt des Salzburger Weihbischofs Dr. Andreas Laun (siehe Foto) beim Requiem (Totenmesse) für die Gräfin und danken dem Bischof für die freundliche Abdruckerlaubnis. Zunächst veröffentlichen wir die liturgischen Lesungen, die seiner Ansprache vorausgingen: portrait_westphalen-r

Jesaja 62:1-5:
Um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen lasse ich nicht ab, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie Sonnenglanz und ihr Heil entbrennt wie eine Fackel; bis die Heiden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine Herrlichkeit und du mit einem neuen Namen genannt wirst, welchen des HERRN Mund bestimmen wird; bis du eine Ehrenkrone in der Hand des HERRN und ein königlicher Kopfbund in der Hand deines Gottes sein wirst; bis du nicht mehr «Verlassene» heißest und dein Land nicht mehr «Wüste» genannt wird, sondern man dich «Meine Lust an ihr» und dein Land «Vermählte» nennen wird; denn der HERR hat Lust zu dir und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein Jüngling sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden sich deine Kinder dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam seiner Braut freut, so wird sich dein Gott über dich freuen.

Lukas 21,12-20:
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen

Es ist mir eine Freude und Ehre, die hl. Messe für Johanna Gräfin von Westphalen zu feiern und in dieser predigen zu dürfen. Ich möchte einfügen: Kardinal Meisner wäre sehr gerne gekommen, er ist leider verhindert, lässt aber durch mich seinen Gruß bestellen und seine innere Teilnahme!

Eine Predigt ist nicht eine Laudatio, ihr Thema ist immer Gott, aber zu solchem Anlass halte ich besonders Ausschau nach dem besonderen Licht, das Seine Offenbarung auf das Leben und Sterben unserer lieben Verstorbenen wirft.https://i2.wp.com/www.kirchen.net/upload/49420_Laun_Andreas_presse.jpg

Gräfin Johanna von Westphalen? Von wem rede ich? Sie haben Sie viel besser gekannt, ich leider nur von Begegnungen bei Pro-Life-Veranstaltungen und natürlich auch durch ihre öffentlichen Stellungnahmen und das, was von ihren Taten berichtet wurde. Aber solches „Kennen“ ist genau besehen wichtiger als ein sich Kennenlernen bei irgendeinem gesellschaftlichen Ereignis!

Johanna war nicht nur biologisch verwandt mit dem seligen Erzbischof Clemens von Galen, sie war vor allem geistig mit ihm verwandt. Beide, der Erzbischof und die Gräfin kämpften gegen denselben Geist des Tötens und des Abfalls von Gott. In diesem Sinn verwandt war sie auch mit vielen anderen großen Persönlichkeiten, Frauen und Männern, unserer Zeit. Der gemeinsame Nenner, der sie, an die ich dabei denke, auszeichnete und auszeichnet, war und ist der Glaube an die Kirche Jesu Christi, an die Gebote Gottes und an die sich keiner politischen Korrektheit beugende Liebe zur Wahrheit.

Der große deutsche Philosoph Dietrich von Hildebrand diagnostizierte kurz vor seinem Tod als die heutige Zeitkrankheit in Kirche und Gesellschaft das fehlende Ernstnehmen der Wahrheits-Frage und ihre heutige Diskriminierung durch die 1000fach wiederholte Frage des Pilatus, was Wahrheit denn sei! Auch Benedikt XVI. legte bekanntlich nicht nur einmal den Finger auf diese Wunde unserer Zeit.

Unsere Gräfin hat die Frage nach der Wahrheit nicht nur mit Worten, sondern auch in ihrem Handeln klar beantwortet. So war sie eine jener Christen, die in wahrhaft katholischer Einheit mit dem heiligen Papst Johannes Paul II. dem Papst des „Evangeliums des Lebens“, und mit Papst Benedikt XVI., dem Papst des „Evangeliums der Wahrheit“, dachte und arbeitete.

Wenn ich an die Gräfin denke, denke ich nicht nur an eine sehr schöne und liebenswürdige Frau, sondern eine, die beseelt war von der Liebe zur Wahrheit. Diese führte sie gemäß den Zeichen der Zeit in ihre unermüdliche Arbeit für den Schutz des Lebens, der zu ihrer Berufung wurde. 1523

Diese Arbeit war, das war vom Thema her unvermeidbar, nicht immer nur höflicher Dialog, manchmal auch heftiger Kampf, weil man angesichts von Feuer und Verbrechen nicht mit sanfter Stimme und bescheidenen Handzeichen um Hilfe bitten oder gar warten darf, bis es andere auch bemerken. In manchen Situationen ist Schweigen Sünde, sagt Gregor der Große, laut rufen und demonstrieren hingegen Tugend.

Die Sünde des Schweigens hat unsere Gräfin wohl nie zu beichten gehabt, sie war eine Prophetin unserer Zeit! In einer Zeit, die sich mit ihren Mehrheits-Gesetzen über Gottes Gesetz erhebt.

Die mahnende Rede von Papst Benedikt XVI. im Berliner Reichstag über die notwendige Humanökologie, in der er an das „Naturrecht“ erinnerte, an das Gottesgesetz, das über jedem Menschengesetz steht, blieb ungehört! Man redet bevormundend und patzig von „europäischen Werten“ und rechnet zu diesen voll Heuchelei die Erlaubnis. Kinder zu töten! Unsere Gräfin Johanna hat das verstanden, sie hat nicht geschwiegen und sie hat gekämpft so gut es ging!

Gott allein weiß, wie viele Kinder sie durch ihren Einsatz vor dem Tod bewahrt hat. Wie schön wäre es, würden sie jetzt hier in der Kirche den Mittelgang oder noch mehr Raum füllen, und wir könnten sie sehen!

Nicht nur Sie, auch ich war überrascht, als ich gebeten wurde, das Evangelium zuzulassen, das wir gehört haben. Der Jesajatext, der wieder ganz anders überraschend gewesen sein mag, war meine Idee.

Zunächst zum Evangelium:
War es nicht leicht, bei diesem Text an unsere Johanna zu denken? Nein, sie wurde nicht ins Gefängnis geworfen, das nicht, und man hat sie auch nicht ermordet. Aber verfolgt, verspottet und beschimpft hat man sie natürlich schon! Eine Art Verfolgung hatte sie, alles in allem, sehr wohl zu erdulden. Aber sie ist standhaft geblieben, und so hat sie wohl, wie Jesus ihr zuruft, „ihr Leben gewonnen“. media-389705-4

Erzbischof Dyba wurde kurz vor seinem Tod gefragt, ob ihm seine Außenseiterrolle nicht unangenehm sei. Er sagte: „Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“ – Das hätte Johanna auch sagen können!

Und was die Lesung betrifft: Jesaja redet von der Notwendigkeit, nicht zu schweigen. „Genau“, hätte Johanna gesagt, man darf nicht schweigen, auch wenn andere die Erlaubnis, Kinder zu töten, den „europäischen Werten“ zurechnen wollen!

Gott nennt dich, sagt Jesaja, „meine Vermählte“ und Gott freut sich über Dich „wie eine Bräutigam über seine Braut“. Diese Liebeserklärung Gottes gilt jedem von uns, aber heute lausche ich ihr voll Freude und beziehe sie auf unsere geliebte Johanna, die von uns gegangen ist, aber nicht für immer, uns nur voraus.

HIER der Nachruf auf die verstorbene Gräfin von Mathias v. Gersdorff: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/25/johanna-von-westphalen-die-graefin-als-leitfigur-der-deutschen-lebensrechtler/


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