Der 95-jährige Jude Lord Weidenfeld rettet Christen vor dem IS-Terror

Medien-Kritik wegen Beschränkung auf Christen

Der jüdische Verleger und Publizist Sir Arthur George Weidenfeld (London) hat eine Rettungsaktion für Christen gestartet, die in Syrien und im Irak von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bedroht sind. 100714052333-b1-

Der 95-jährige gebürtige Österreicher sieht sich dazu aus Dankbarkeit verpflichtet. Er war 1938 mit einem Transport für jüdische Kinder vor der Nazi-Herrschaft gerettet und von Christen in England aufgenommen worden. Sie gehörten der Brüderbewegung, den sogenannten „Plymouth Brethren“, an.

Jetzt will Weidenfeld mit der „Operation Safe Haven“ (Sicherer Zufluchtsort) zusammen mit anderen Humanisten 2000 christliche Familien vor dem IS-Terror retten und in Europa ansiedeln. Die ersten 150 Christen wurden am 10. Juli mit Zustimmung des syrischen Assad-Regimes und der polnischen Regierung nach Warschau ausgeflogen. Sie sollen dort mit finanzieller Unterstützung der Operation Safe Haven eine neue Heimat finden.

“Für Muslime können andere etwas tun”

Wie die Londoner Zeitung The Times berichtet, ist die Aktion wegen angeblicher religiöser Diskriminierung auf Kritik gestoßen, denn sie beschränkt sich auf die Rettung von Christen.  Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Lord Weidenfeld, der 1945 in England das Verlagshaus „Weidenfeld & Nicolson“ gründete und als Kolumnist der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ tätig ist, begründet seine Rettungsaktion für Christen damit, dass er noch eine Schuld zu begleichen habe. Christen in England hätten die jungen Leute aus den „Kindertransporten“ aus Nazi-Deutschland aufgenommen: „Wir Juden sollten dafür dankbar sein und etwas für die gefährdeten Christen tun.“

Weidenfeld weist die Kritik wegen angeblicher religiöser Diskriminierung zurück: „Ich kann nicht die ganze Welt retten, aber es gibt Möglichkeiten für Juden und Christen. Andere können etwas für Muslime tun.“

Er sei vor allem von der Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft entsetzt, diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Als Angehöriger einer Generation, die sich noch an die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erinnern könne, beunruhige ihn das besonders. Die kühnen Kurden hätten im Kampf um Kobane gezeigt, dass man den IS besiegen könne. Doch eine uneinige Welt bereite den Terroristen den Weg.

Quelle: http://www.idea.de


Feierstunde in Berlin: Schüler würdigen den deutschen Judenretter Otto Jogmin

Am Freitag (3.7.2015) fand an der Sophie-Charlotte-Oberschule in Berlin eine Feierstunde zu Ehren von Otto Jogmin statt.

Der Berliner hatte in der Zeit der Nazi-Herrschaft sein Leben riskiert, um verfolgte Juden zu retten. Dafür wurde er von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Da Otto Jogmin keine Verwandten hatte, welche die Urkunde und Medaille von Yad Vashem entgegen nehmen konnten, hatten der damalige Gesandte des Staates Israel, Emmanuel Nahshon, und Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann 2013 die Idee, die Erinnerung einem Schülerprojekt anzuvertrauen.

Ein halbes Jahr beschäftigten sich zehn Schüler(innen) damit, das Leben von Otto Jogmin zu recherchieren und das Gedenken zu organisieren. Entstanden ist ein Film mit Interviews von Überlebenden und Historikern, auf dem Schulhof wurde eine Eberesche gepflanzt, die an Otto Jogmin erinnert.

Quelle (Text/Foto): israelische Botschaft

Zum Artikel der Berliner Morgenpost »


Kambodscha: 35 Märtyrer, Priester und Laien, auf dem Weg zur Seligsprechung

In Kambodscha wurde auf diözesaner Ebene der Prozeß für die Seligsprechung von 35 Märtyrern eröffnet, die während der Christenverfolgung des kommunistischen Pol-Pot-Regimes und der Roten Khmer ermordet wurden. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Dies berichtet der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke für Laos und Kambodscha, Pater Gustavo A. Benitez. Die 35 Märtyrer stammen aus Kambodscha, Vietnam und Frankreich.

“Es handelt sich um den kambodschanischen Bischof Joseph Chhmar Salas und 34 Gefährten, darunter Priester, Laien, Katecheten und Missionare der Gesellschaft der Außenmissionen von Paria (MEP)”, so der Nationaldirektor.

Der feierliche Gottesdienst zur Eröffnung des Prozesses fand bereits Anfang Mai in Tangkok, in der Provinz Kompong Thom statt und wurde vom Apostolischen Vikar von Phnom Penh, Bischof Schmitthaeusler MEP, im Beisein vieler Gläubigen, Priester und Missionare aus ganz Kambodscha zelebriert. media-FZMqzvujo1V-2

“Mit Prozessbeginn wurde eine Kommission geschaffen, die alle Dokumente zum Tod der 35 Märtyrer sammeln wird”, so Pater Benitez. Die Eröffnung des Prozesses sei ein „wichtiger historischer Moment, denn er wird den Kambodschaner dabei helfen, sich mit der Bewältigung der eigenen Geschichte und ihren Wurzeln zu befassen”.

Doch vor allem sei der Prozess auch „von spirituellem Wert: die Kirche in Kambodscha, deren Einrichtungen und Mitarbeiter vernichtet wurden, darf heute wieder leben und wachsen”.

“Im Hinblick auf die Situation der kambodschanischen Kirche vor, während und nach dem Pol Pot-Regime, wissen wir, dass diese wenigen Christen und mutigen Märtyrer dafür gesorgt haben, dass das Licht des Glaubens nicht erlischt. Die göttliche Gnade hat auch in diesen finsteren Jahren gewirkt und aus dem Blut dieser Märtyrer entsteht heute die Kirche neu”, so P. Benitez abschließend.

Quelle: Fidesdienst


Münster: Info-Abend über eventuelle Seligsprechung von Demetrius Gallitzin

Von Felizitas Küble

Am Donnerstag, den 21. Mai 2015, fand im Gallitzin-Haus in Münster-Angelmodde eine Informationsveranstaltung über das eindrucksvolle Leben des katholischen Pfarrers und Missionars Demetrius (Dimitri) Gallitzin (siehe Foto) statt. Gallitzin

Demetrius Augustinus Gallitzin wurde am 7. Dezember 1770 als Sohn des russischen Großfürsten Demetrius Gallitzin und seiner Frau Amalia in Den Haag geboren. Die Fürstin hörte von den Schulreformen des katholischen Generalvikars Franz von Fürstenberg, so daß sie mit ihren beiden Kindern nach Münster zog.

In dem vollbesetzten Vortragsraum sprachen vier Fachleute: Pfarrer Klaus Wirth informierte allgemein über den Vorgang eines Seligsprechungsverfahrens, das im Falle des Priesters Gallitzin bereits im Vatikan anhängig ist.

Damit ein solcher kirchenrechtlich genau geregelter Prozeß mit einem Plädoyer für die Seligsprechung einer vorbildlichen Persönlichkeit abschließt, sind zwei wesentliche Bedingungen erforderlich: 1. Der heroische (heldenhafte) Tugendgrad des “Kandidaten” ist erwiesen.  – 2. Auf seine Fürsprache geschah ein klar dokumentiertes Wunder.

Allerdings liegt es in der Entscheidungsfreiheit des Papstes, ob er bei einem positiven Ergebnis des Verfahrens einer Seligsprechung zustimmt oder nicht. Es sind auch Fälle bekannt, bei denen der amtierende Papst trotz einer Empfehlung der Seligsprechungskongregation keine Genehmigung für die “Ehre der Altäre” erteilte.

Im Falle des deutsch-amerikanischen Pfarrers Gallitzin ist das Verfahren in der zuständigen US-amerikanischen DiözeRadio Vatikanse bereits erfolgreich abgeschlossen, weshalb der Vorgang nun in Rom “angekommen” ist.

Andreas Oberdorf, ein junger Doktorand der Erziehungswissenschaften, befaßt sich, wie er in seinem Vortrag beschrieb, wissenschaftlich mit dem Mythos um den Freundeskreis der Fürstin Gallitzin (auch “Familia sacra” genannt) im Spannungsfeld von Aufklärung und katholischer Frömmigkeit.

Dabei spielt Generalvikar Franz von Fürstenberg ebenfalls eine große Rolle, der vor allem als Schulreformer bekannt wurde. Er kümmerte sich nicht nur um pädagogische Fortschritte im Schulwesen, sondern auch um die Armenpflege und bessere Infrastrukturen.

Vom jungen Adeligen zum katholischen Missionar in den USA

Zudem beschrieb er einige Stationen von Pfarrer Gallitzin, der vor über 200 Jahren als junger Adeliger aus dem beschaulichen Münster in Westfalen wegzog, um im US-Bundesstaat Pennsylvania Theologie zu studieren und Priester zu werden – und sich sodann einsatzfreudig um oftmals weit verstreut wohnende katholische Siedler im Alleghenies-Gebirge zu kümmern; seine Pfarrgemeinde nannte er “Loreto” nach dem bekannten italienischen Marienwallfahrtsort.

So sei der bescheidene, anspruchslos lebende Geistliche “Seel- und Leibsorger” zugleich gewesen. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Zudem veröffentlichte Pfarrer Gallitzin einige Schriften zur Verteidigung des katholischen Glaubens gegenüber Angriffen von atheistischer oder Vorurteilen von protestantischer Seite.

Dabei war Demetrius Gallitzin alles andere als ein Fanatiker, im Gegenteil: Er würdigte die bürgerliche Toleranz schon vor über 200 Jahren als einen “unschätzbaren Segen”. Diese im guten Sinne fortschrittliche Denkweise (die im Kreise Gallitzin allgemein beheimatet war) wird im wissenschaftlichen Bereich als “katholische Aufklärung” bezeichnet.

Biographie über den Prinzen und Priester Gallitzin erschienen

Wolfgang und Elisabeth Lammers veröffentlichten unlängst eine ausführliche Biographie: “Demetrius Augustinus Gallitzin: eine Lebensgeschichte.”  –  Aus diesem 250 Seiten starken Werk las das Ehepaar einige aufschlußreiche Passagen vor, die das bewegte Leben des Missionars anschaulich darstellten.

Danach folgte eine anregende Aussprache unter den Zuhörern, wobei vor allem nach dem gegenwärtigen Stand des Seligsprechungsverfahrens gefragt wurde. media-390606-2

In diesem Zusammehang stellte ich die Frage, welche herausragende Eigenschaft bei dem Priester Demetrius als “heroische Tugend” gewürdigt werde. Pfarrer Wirth antwortete, dies sei hier wohl die Armut, denn der wohlhabende Fürstensohn habe auf die sonst übliche Karriere in vornehmen Kreisen verzichtet und sei stattdessen nach Amerika ausgewandert, um dort Priester zu werden und sich vor allem um notleidende Siedler zu kümmern.

Bei der Vortragsveranstaltung kam auch zur Sprache, daß Pfarrer Gallitzin einst Bischof hätte werden können, daß er auf dieses Amt aber verzichtete, weil er bei seinen Gläubigen, die ihm anvertraut und ans Herz gewachsen waren, bleiben wollte.

Erhältlich ist die Gallitzin-Biografie des Ehepaars Lammers zum Preis von 20 Euro beim Eidos-Verlag in 48167 Münster, Höftestraße 1, Tel.  02 51/ 67 49 81 00.

Weitere Infos über Pfarrer Gallitzin: http://kirchensite.de/aktuelles/bistum-aktuell/bistum-aktuell-news/datum/2010/05/30/ein-priesterleben-in-nordamerika/?type=98&cHash=ef41c696d9

Hier ein Artikel über seine Mutter, die Fürstin von Gallitzin: http://www.kath-info.de/gallitzin.html


Heiligtum in Kanada für Gianna Beretta Molla: sie starb, damit ihr Kind lebt

Im kanadischen Winnipeg wurde am 10. Mai 2015 das erste Heiligtum zum Gedenken an die 2004 heiliggesprochene Italienerin Gianna Beretta Molla eröffnet. Ihre Tochter Gianna Emanuela Molla war bei der Eröffnung anwesend.  027_24

Die hl. Gianna (1922 – 1962) war Kinderärztin, Ehefrau und Mutter; sie starb im Alter von nur 39 Jahren, nachdem sie eine medizinische Behandlung abgelehnt hatte, die ihr ungeborenes Kind gefährdet hätte.

“Ich kenne meine Mutter sehr gut, weil sie von vielen Menschen verehrt wird. Viele haben mir von ihr erzählt“, erklärte die Tochter, die erst eine Woche alt war, als ihre Mutter starb.

“Wir haben uns für ihren Namen entschieden, weil wir uns von ihr als Pfarrgemeinde gut vertreten fühlen”, meinte der Gemeindepfarrer, der in Winnipeg für 500 katholische Familien zuständig ist: “Für viele Menschen ist es das erste Mal, dass wir von einer Heiligen sagen können: sie ist eine von uns”, sagte ein Gemeindemitglied.

Quelle: Fidesdienst


“Endlich zuhause” schildert Volker Jordans verschlungenen Weg zur Kirche Christi

Mathias von GersdorffVolker Jordan, Endlich zuhause

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause – Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten, 352 Seiten, broschiert, Dominus-Verlag 2013, 14,80 €, ISBN 978-3940879295  

In Deutschland ist in letzter Zeit aus dem Munde des linken Laien- und Rätekatholizismus oft zu hören, die Lehre der Kirche über Ehe und Familie stehe im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, die Kirche  –  also das katholische Lehramt  –  müsse nunmehr dieser Lebenswirklichkeit angepasst werden.

Was das konkret bedeutet, zeigt das letzte Dokument des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ mit der vielsagenden Überschrift „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“.

Das ZDK fordert im Wesentlichen, die Kirche solle sich mit der Krise der Familie sowie der Missachtung der katholischen Sexualmoral abfinden und das Lehramt letztlich den Maximen der sexuellen Revolution à la 1968er anpassen.

Die Forderungen des ZDKs sind eine einzige Anmaßung. Nicht die Kirche hat sich der Welt anzupassen, son dern genau umgekehrt: ihre Lehre – auch wenn sie manchmal schwer zu praktizieren scheint  –  ist nicht Willkür, sondern Ausdruck der Schöpfungsordnung Gottes. 001

FOTO: Mathias v. Gersdorff (links) im Gespräch mit Volker Jordan

Die Sexualethik, welche die Kirche verkündet, ist kein Folterinstrument, sondern der Weg des Menschen zu Gott und zu seinem eigenen Glück.

Auch in unseren Tagen gibt es Menschen, die dies mit Hilfe der Gnade Gottes erkennen und daher die Kirche und das Lehramt mit voller Überzeugung bejahren.

Volker Joseph Jordan ist eines der vielen Beispiele jener Persönlichkeiten, die sich auf dem Weg gemacht haben, um die katholische Wahrheit zu finden und anzunehmen. In seinem langen Weg, den er im Detail im Interview-Buch „Endlich zuhause“ schildert, hatte er niemals den Anspruch, die Kirche müsse sich ihm anpassen. Stets war er auf der Suche nach einer Wahrheit, die Gott den Menschen schenkt und die sich der Mensch nicht selber gibt.

Gerade in unseren Tagen, wo viele Glaubenswahrheiten in Frage gestellt werden, ist es herzerfrischend, das Buch „Endlich zuhause“ zu lesen. Der Text entstand in langen Gesprächen mit Felizitas Küble, der Leiterin des Christoferuswerks.

Wer Volker Jordan (verstorben 2013) nicht persönlich kennengelernt hat, wird über lange Passagen erstaunt sein, denn sie lesen sich fast wie ein Lexikon christlicher Denominationen.imm037_35A

Ich hatte die Freude, ihn sehr lange kennengelernt zu haben. Er kam jedes Jahr auf den Stand der DVCK auf der Buchmesse, war wir uns länger unterhielten. Jordan war Übersetzer und erledigte manche Aufträge für uns.

FOTO: Volker Jordan bei einer Lichterprozession im Sommer 2012 in Fulda

Recht oft erläuterte er mich, dass er sich nun einer anderen christlichen Denomination angeschlossen hatte. Praktischerweise wurde in „Endlich zuhause“ ein „geistlich-konfessionelle Lebenslauf“ eingefügt. Da kann man nachlesen, wie langwierig und verschlungen sein Weg in die katholische Kirche verlaufen ist.

Über längere Strecken wirken die Schilderungen etwas bleiern und unpersönlich, als ob jemand diktieren würde. Manchmal bekommt man den Eindruck, Jordan würde aus einem Fachbuch für christliche Denominationen vorlesen. Doch das war seine Art. Volker Jordans war ein ruhiger Mensch, der langsam sprach und jedes einzelne Wort überlegte.

Wenn er sich für ein Thema interessierte, so ging er immer in die Tiefe. Insbesondere hinsichtlich der Religion machte er es sich nicht leicht. Er musste den Dingen auf den Grund gehen. Er wollte verstehen, worum es ging.

Diese Haltung könnte mit einer gewissen Überheblichkeit bzw. einem Mangel an Vertrauen erklärt werden. Doch im Laufe des fast 300-seitigen Textes konstatiert man, dass sein Gespür für das Wirken der Gnade Gottes immer stärker wurde und auch seine Bereitschaft, sich von dieser führen zu lassen. 0008

Fast beiläufig stehen dann im letzten Drittel des Buches Sätze wie dieser: „Ich empfing einen persönlichen Segen von einem aus Argentinien stammenden, russisch-katholischen Priester aus Paris, der sowohl im lateinischen als auch im russisch-byzantinischen Ritus zelebrierte. Dieser Segen bewegte mich sehr, wie ich gestehen muss.“

FOTO: Ein Priester der Petrusbruderschaft beim Requiem für Volker Jordan

Dass Jordans Glaube nicht so „verkopft“ ist, wie man anhand vieler Stellen vermuten könnte, zeigt die Tatsache, dass er ein ausgesprochen feines Gespür für Liturgie und ihre Stimmung hatte. Der Ritus kam immer stärker ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Hier wollte er Gott begegnen.

Beim Lesen erkennt man, dass der Besuch der Heiligen Messe sein Interesse für Lehre und Theologie nicht minderten. Doch seine Ausführungen wirken menschlicher, weniger theoretisch.

Gerade in unserer Zeit brauchen wir viele Bücher wie dieses. Die katholische Tradition bildet sich im Laufe der Jahrhunderte vor allen durch das persönliche Zeugnis von einzelnen Gläubigen. Tradition lebt vom Zeugnis vieler Menschen, die anderen ihren Glauben kundgaben. „Endlich zuhause“ ist ein besonders schönes Beispiel davon.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” sowie der Internetseite “Kultur und Medien online”

Das Buch ENDLICH ZUHAUSE kann bei uns (felizitas.kueble@web.de) oder beim Dominus-Verlag bestellt werden: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=6873076

Weitere Bücher des Dominus-Verlags: http://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=Categories

 


Drei Lebensretter wurden von Israel als “Gerechte unter den Völkern” gewürdigt

In der Botschaft des Staates Israel in Berlin fand am Freitag, 24. April 2015, eine Feierstunde zu Ehren von Erika Hutsch statt, die von Yad Vashem posthum als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt wurde.

Erika Hutsch hatte im von Deutschland besetzten Lvov als Journalistin gelebt und dort ihre jüdische Freundin Olga Stavskaya und deren siebenjährigen Sohn Michail ab November 1941 in ihrer Wohnung versteckt und versorgt. Dank ihrer mutigen Hilfe konnten die beiden den Holocaust überleben.

Der Kontakt zwischen den Frauen brach mit dem Wegzug der Retterin kurz vor der Befreiung der Stadt Lvov ab. Später sprach Erika Hutsch nie über ihre lebensrettende Hilfe. Yad Vashem erfuhr davon schließlich durch die Zeugenaussage des geretteten Sohnes Michail.

Dank der Recherchen der Gedenkstätte „Stille Helden“ in Berlin konnten Angehörige von Erika Hutsch gefunden werden. Ihnen überreichte der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Avi Nir-Feldklein, nun in der Feierstunde die Yad Vashem-Medaille und Urkunde.

Am Montag, 27. April 2015, wurden in München drei „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Die Feierstunde richtete die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern in Zusammenarbeit mit Yad Vashem und der Botschaft des Staates Israel aus.

Begrüßt wurden die rund 400 Gäste – darunter waren über 100 Schülerinnen und Schüler – von Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Kultusgemeinde. Der Bayerische Kultusminister, Dr. Ludwig Spaenle, und Hildegard Müller, Vorsitzende des dt. Freundeskreises von Yad Vashem, sprachen Grußworte.

Die Rettungsgeschichten:

Sophie Gasteiger
Im Mai 1943 nahm die Bäuerin Sophie Gasteiger die verfolgte Jüdin Valerie Wolffenstein für einige Wochen auf ihrem Hof in Tinnerting bei Traunstein auf. Sie versteckte sie und versorgte sie auch später in anderen Verstecken mit Lebensmitteln und riskierte dabei ihr Leben und das ihrer Familie. Auch dank der Hilfe von Sophie Gasteiger überlebte Valerie Wolffenstein den Holocaust.  1403634115528

Franz Herda und seine Tochter Vera Manthey
Der Maler Franz Herda und seine Tochter Vera Manthey halfen währen des Holocaust zahlreichen verfolgten Juden, in Verstecken in München und Umgebung und in Berlin zu überleben. Unermüdlich setzten sich die beiden für ihre jüdischen Freunde und Bekannten ein, obwohl ihnen bewusst war, dass sie sich selbst dadurch in große Gefahr brachten. Vera Manthey versteckte unter anderem den 1924 geborenen Münchner Richard Marx über viele Monate in ihrer Wohnung. Nach dem Krieg heirateten die Retterin Vera Manthey und der Gerettete Richard Marx. Und auch Franz Herda heiratete die von ihm gerettete Albertine Gimpel nach dem Krieg.

Der Gesandte für Wirtschaft und Handel des Generalkonsulats des Staates Israel, Mordechai Ish-Shalom, überreichte bei der Feierstunde die Yad Vashem-Medaille und die Urkunde an Sophie Bamberger, die Tochter der „Gerechten“ Sophie Gasteiger. Die Yad Vashem-Medaille und Urkunde für Franz Herda und Vera Manthey nahmen Vertreter aus vier Generationen der Familie entgegen, darunter auch der 90jährige Überlebende Richard Marx.

Yad Vashem ist die nationale Holocaust-Gedenkstätte des Staates Israel in Jerusalem. Sie ist Erinnerungsstätte für die Märtyrer und Helden des Holocaust und gleichzeitig Dokumentations-, Forschungs- und Bildungszentrum. Yad Vashem erinnert auch seit über 50 Jahren im Namen des Staates Israel und des jüdischen Volkes an diejenigen Nicht-Juden, die ihr Leben riskierten, um Juden während des Holocaust zu retten. Ihnen wird der Ehrentitel „Gerechte/r unter den Völkern“ zuerkannt und ihre Namen werden auf der Ehrenwand im Garten der Gerechten unter den Völkern in Yad Vashem in Jerusalem verewigt. Außerdem erhalten sie oder ihre Nachkommen eine Ehrenurkunde und eine Medaille. Bis heute haben 25.685 Menschen aus 51 Ländern diesen Ehrentitel erhalten, darunter 569 Deutsche.

Quelle: Botschaft Israels in Berlin


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