Berlin: Filmpremiere am 22. Mai über den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo

Der Mann, der Peking die Stirn bot

Reporter ohne Grenzen (ROG) und ARTE laden herzlich ein zu einer exklusiven Premiere des Dokumentarfilms „Liu Xiaobo – Der Mann, der Peking die Stirn bot“ über den verstorbenen chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo mit anschließender Podiumsdiskussion.  Der in Frankreich produzierte Film dauert ca eine Stunde.

DATUM: 22. Mai 2019
ORT: Kino „Filmkunst 66“, Bleibtreustr. 12 in 10623 Berlin
ZEIT: 19 Uhr

Bis zu seinem Tod vor knapp zwei Jahren blieb der chinesische Schriftsteller und Systemkritiker Liu Xiaobo standhaft: ein Kämpfer für die Menschenrechte, der sich unerschrocken für die Demokratisierung seines Heimatlandes einsetzte.

Für die Führung in Peking verkörpert Liu, der 2010 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, noch immer eine der größten Gefahren für die absolute Macht in ihrem Land.

Er starb nach 9-jähriger Inhaftierung am 13. Juli 2017 – unter scharfer Bewachung im Krankenhaus.

Die ARTE-Dokumentation „Liu Xiaobo – Der Mann, der Peking die Stirn bot“ zeigt sein politisches und persönliches Vermächtnis: Der Filmautor und Journalist Pierre Haski hat Liu Xiaobo während seiner Zeit als Chinakorrespondent für die französische Zeitung „Libération“ regelmäßig getroffen.

Bei seinen Recherchen hat er mit vielen seiner Weggefährten gesprochen und in den Archiven ein exklusives Interview mit ihm entdeckt. Sein Film gibt Einblicke in Lius Leben und Werk, von den Studentenprotesten auf dem Tian´anmen-Platz bis zur „Charta 08“ – ein Programm für demokratischen Wandel, das er zusammen mit anderen chinesischen Intellektuellen verfasst hat.

Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:
Pierre Haski (Filmautor, Präsident Reporters sans frontières)
Anthony Dufour (Hikari Productions)
Philippe Muller (ARTE G.E.I.E.)

Moderation: Christian Mihr (Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen)

Mehr zur Lage der Pressefreiheit in China

Die ROG bitten um Anmeldung per E-Mail.

Quelle: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/termine/termin/liu-xiaobo-der-mann-der-peking-die-stirn-bot/


Rheine: ALfA und CDL veranstalten am 7. Mai einen Vortragsabend mit Prof. Paul Cullen

Von Felizitas Küble

Prof. Dr. Paul Cullen aus Münster ist Vorsitzender der Ärzte für das Leben eV.  –  Der engagierte Lebensrechtler und Bioethik-Experte spricht deutschlandweit über aktuelle Herausforderungen, Experimente und Gefahren der sog. Reproduktionsmedizin, Gentechnik und Biomedizin.

Am Dienstag, den 7. Mai 2019 hält der Arzt in Rheine (nördliches Münsterland) einen Vortrag zu dem brisanten Thema „Vom Retortenbaby zum Mischwesen.“ – Es geht bei der ebenso aktuellen wie fundierten Rede um „Irrungen und Wirrungen in der Reproduktionsmedizin“.

BILD: Prof. Cullen und Cordula Mohr, die Veranstalterin des Vortragsabends in Rheine und langjährige Autorin des CHRISTLICHEN FORUM

Die Veranstaltung, die vom Regionalverband Nordmünsterland der ALfA (Aktion Lebensrecht für alle) und der CDL (Christdemokraten für das Leben) in NRW organisiert wird, beginnt um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Antonius in der Osnabrückerstr. 34 in 48429 Rheine.

Nach der Rede Cullens können die Besucher sich gerne mit Fragen und Diskussionsbeiträgen zu Wort melden.

Alle Interessenten sind herzlich zu dieser interessanten Veranstaltung eingeladen.

Weitere Infos zum Thema und zum Referenten finden Sie unter https//www.mischwesen.net


USA: Ex-Abtreibungsarzt Anthony Levatino spielt sich selbst im Kino-Hit „Unplanned“

Der Gynäkologe Anthony Levatino führte schon früh in seiner ärztlichen Laufbahn rund 1.200 Abtreibungen durch. Dann erlebte er einen atemberaubenden Sinneswandel. Verzweifelt änderte er sein Leben und wurde zu einem Verfechter des Rechts auf Leben.

Immer neue Tatsachen werden rund um den in den USA erfolgreichen Film «Unplanned» bekannt. Dadurch kommt die Geschichte von Levatino erneut ins Gespräch. Der heute noch als Mediziner tätige Levatino spielt in «Unplanned» sich selbst, denn einst arbeitete er als Abtreibungsarzt – ähnlich wie die Hauptperson Abby Johnson, die Leiterin in einer Abtreibungsklinik war.

Levantino führte damals eine Abtreibungspraxis. Gleichzeitig bekamen er und seine Frau keinen Nachwuchs. Das Paar adoptierte ein Kind. Doch bald danach wurde seine Frau schwanger. Als Familienvater mit Sohn und Tochter führte er weiter Abtreibungen durch – bis Tochter Heather mit fünf Jahren mit tödlichem Ausgang von einem Auto angefahren wurde.

BILD: Das Buch von Abby Johnson „Un-Planned“ (Ungeplant) wurde inzwischen verfilmt

Als er seine Arbeit wieder aufnehmen sollte, fühlte er sich krank bei dieser „Tätigkeit“. Ein paar Monate später hörte er auf, Abtreibungen im zweiten Trimester durchzuführen.

Bald hörte er ganz auf: «Sobald man herausfindet, dass es falsch ist, ein Baby von der Grösse einer Hand zu töten, braucht man nicht lange, um zu erkennen, dass es egal ist, wie gross es ist. Es ist immer noch ein Sohn oder eine Tochter.»

Quelle (Text / 1. Foto): https://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/345016-die_wahre_geschichte_des_abtreibungsarztes_von_unplanned.html


Die Welt auf der Suche nach dem Wunder…

Von Felizitas Küble

Die neue Ausgabe der Illustrierten „Stern“ schreibt seitenlang über außergewöhnliche Vorgänge und Wunder-Phänomene in der christlichen und außerchristlichen Welt.

Vor wenigen Tagen ist im Kino ein aus Frankreich stammender Spielfilm mit dem Titel „Die Erscheinung“ angelaufen (siehe Foto), der sich über zwei Stunden hinzieht und dennoch nicht die Spannung verliert, zumal er manche Elemente einer Detektiv-Story und eines Thrillers aufweist.

Freilich geht es dem Streifen letzten Endes eher um dramaturgische Effekte und psychologische Hintergründe, weniger um eine theologisch gründliche Antwort auf die Frage, ob die Marienerscheinung, die einer jungen Frau im Süden Frankreichs widerfahren sein soll, himmlischen oder anderweitigen Ursprungs ist.

Vieles, was typisch für solche Ereignisse ist, wird in diesem Spielfilm realistisch gezeichnet: die Schar naiver bis verzückter Anhänger, die mit dem Pilgerstrom verbundene Geschäftemacherei, die Anziehungskraft des „Wunderbaren“ auch in unserer angeblich so „säkularen“ Gesellschaft, sodann die grundsätzlich kritische Haltung der Kirche gegenüber „Privatoffenbarungen“.

Dies ist sicherlich ein positiver Punkt in diesem melodramatischen Film „Die Erscheinung“:

Die distanzierte Einstellung des Vatikan angesichts spektakulärer Vorgänge wird klar aufgezeigt. Die Haltung der Kirche beruht auf ihrer gründlichen Erfahrung von zweitausend Jahren – zudem ergänzt durch den fundamentalen Lehrsatz, wonach die Offenbarung Gottes mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist.

Daher sind sogenannte „Privatoffenbarungen“ für die Gläubigen nicht verbindlich; das gilt auch für kirchlich gebilligte Erscheinungen  –  für die anderen erst recht.

So gesehen ist es  nur folgerichtig, daß der Vatikan – wie in diesem Film dargestellt – sogar einen agnostischen, also eher ungläubigen Reporter aus dem weltlichen Milieu in seine Untersuchungkommission beruft, die ansonsten aus Medizinern, Theologen, Historikern und Psychiatern besteht.

Die Kirchenmänner denken sich: Dieser nüchterne Kriegsberichterstatter aus Syrien, der das harte Leben kennt und sich nichts vorflunkern läßt, soll der Wahrheit dieser Erscheinung auf den Grund gehen und alles akribisch  und detektivisch untersuchen.

Tatsächlich hat die Kirche von über zweitausend angeblichen „Privatoffenbarungen“ bislang lediglich 16 positiv beschieden, das sind nicht einmal 1%. Bekannt sind davon vor allem Fatima, Lourdes und Guadalupe.

Wobei das geläufige deutsche Wort „Anerkennung“ keine präzise Übersetzung des kirchlichen Begriffs „Approbation“ darstellt; dieser bedeutet übersetzt nämlich nicht „Anerkennung“ (im Sinne einer Bestätigung), sondern Erlaubnis, Genehmigung, Billigung  – mit anderen Worten: Es ist den Katholiken im Falle einer Approbation „gestattet„, an die betreffende Erscheinung zu glauben, doch besteht hierzu keinerlei Verpflichtung.

Eine approbierte Erscheinung ist nicht nur kein Dogma, sie gehört auch nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung, ist also kein Bestandteil des „depositum fidei“ – so heißt das der Kirche hinterlegte „Glaubensgut“, also die Gesamtheit ihrer Lehraussagen. Diese beruhen auf zwei Säulen: Der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung, also Schrift und Tradition. Das kirchliche Lehramt bildet gleichsam das schützende „Dach“ über diesen beiden Säulen.  

Erscheinungen sind weder Stützpfeiler noch Dach, geschweige ein Fundament des Glaubens – sondern im Falle ihrer Billigung können sie ein persönlicher Ansporn für die Gläubigen sein, ein Impuls für die Glaubenspraxis, aber kein Bestandteil der kirchlichen Verkündigung.

 


Spielfilm über die Bekehrung eines Atheisten

Der Film „Der Fall Jesus“ erzäht die wahre Lebensgeschichte von Lee Strobel, einem engagierten Verteidiger des Christentums. Geplant hatte er diesen Lebensweg nicht: Vor fast 40 Jahren war Strobel Atheist.  

Es ist 1980 in Chicago, als der junge Journalist Lee Strobel beschließt, einen besonderen Artikel zu schreiben: Er will den christlichen Glauben ein für allemal widerlegen.

Strobel stürzt sich wie besessen in die Recherchen, fragt Historiker, Archäologen und Ärzte nach der Zuverlässigkeit der Bibel. Je weiter er vordringt, desto öfter muss er verdutzt feststellen, dass die Auferstehung Christi historisch erstaunlich gut belegt ist.

Er lernt bespielsweise, dass kleine Ungenauigkeiten und Widersprüche in den Augenzeugenberichten der Evangelien geradezu ein Indiz dafür sind, dass der Kern der Aussage – Jesus starb und stand von den Toten auf – wahr ist. Wären alle Berichte exakt gleich, läge auf der Hand, dass sich hier Menschen zu einer Lüge verabredet haben. „Wenn die Märtyrer der frühen Kirche die Auferstehung für eine Lüge gehalten hätten, warum wären sie dafür gestorben?“, fragt sich Strobel eines Tages.

Im Abspann erfährt der Zuschauer weitere Details aus Strobels Leben: 14 Millionen Mal verkaufte sich dessen Bestseller „Der Fall Jesus“ weltweit. 1987 verließ Strobel den Journalismus und wurde Pastor bei Willow Creek. Bislang schrieb er mehr als 20 Bücher über den christlichen Glauben.

Quelle und vollständiger Text von Moritz Breckner hier: https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/film/ein-atheist-wird-von-jesus-eingeholt/


Berlin: Kirchenhistoriker Fiedrowicz spricht am 13.9. über die „streitende Kirche“

Am Donnerstag, den 13. September 2018 um 19.30 Uhr, spricht Prof. Dr. Michael Fiedrowicz (Universität Trier) über sein neues Buch „Ecclesia militans, Die streitende Kirche, Zeugnisse aus der Frühzeit des Christentums

in der Bibliothek des Dominikanerklosters Sankt Paulus, Oldenburger Straße 46, 10551 Berlin-Moabit vorstellen.

Rod Dreher mahnt an, der Anfänge der Märtyrerkirche bewusst zu werden und sie für unser eigenes Handeln, insbesondere im Rahmen der Katechese und Verkündigung, in Erinnerung zu rufen. Genau an diesem Punkt setzt der katholische Kirchenhistoriker Fiedrowicz in seinem Werk an, dessen vier Großkapitel überschrieben sind mit:

1.      Der Kampf zwischen Kaiserkult und Christenbekenntnis: Kirchenverfolgung und Martyrium
2.      Kampf gegen die Häresie: Der Feind im Inneren der Kirche
3.      Geistlicher Kampf: Das Ringen mit „Mächten und Gewalten“
4.      Die Kämpfe der Endzeit: Der Antichrist und Satans letzte Verfolgung

Quelle: Stefan Friedrich, Leiter des Colloquium Catholicum


Der Film „Die Passion Christi“ im Zwielicht

Von Felizitas Küble

Immer wieder erhält unsere Redaktion Anfragen von Lesern über Mel Gibsons Kassenschlager „Die Passion Christi“. Der Film, der nach seinem Kino-Erfolg auch in einigen TV-Sendern ausgestrahlt wurde, erntete im frommen Spektrum (ob katholisch oder evangelisch) größtenteils Zustimmung.

Der evangelikale Hänssler-Verlag brachte sogar einen großformativen Bildband mit farbigen Film-Szenen heraus, außerdem Videos, DVDs, Buchbroschüren etc.

Vielleicht war der Wunsch hier Vater des Gedankens, durch diesen Film möglichst an jene „Massen“ heranzukommen, die zwar gerne in die Kinos strömen, aber selten in die Kirchen. Der große Erfolg gab dieser Erwartung durchaus recht  – doch die Frage bleibt: Erfüllte der Film als solcher jene theologischen Maßstäbe, die aus christlicher Sicht unabdingbar sind?

Zunächst könnte man positiv festhalten, daß es gerade im Zeitalter eines allzu weich gezeichneten Jesus-Bildes, in dem unser Erlöser vorwiegend als Softy, Feminist, Weisheitslehrer und Sozialromantiker vorgestellt wird, nur gut sein kann, wenn die weniger „weichen“ Seiten der biblischen Botschaft zur Sprache kommen, vor allem der Opfertod Christi, sein Gehorsam bis zum Tod am Kreuz, das stellvertretende Sühneleiden Christi.

Gerade dieser Opfergedanke  –  und allgemein die Kreuzes-Theologie  –   wird in Katechese, Predigt und Liturgie leider immer mehr verdrängt, so daß hier tatsächlich Nachholbedarf besteht.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Insofern ist die Konzeption des Films, sich auf die Passion des HERRN zu konzentrieren, nicht unbedingt fehl am Platze sein. Gleichwohl enthält dieser Ansatz eine Reihe von „system-immanenten“ Gefahren und Schieflagen, denen der Gibston-Streifen auch tatsächlich zum Teil erlag. christus

Er wird vor allem dem inhaltlichen Anspruch des christlichen Glaubens nicht ausreichend gerecht. Mit einer kurzen Einblendung der messianischen Jesaja-Stelle („Er starb für unsere Sünden“) zu Beginn des Films ist es nicht getan. Insgesamt wird durch Ablauf und Gestaltung zu wenig verdeutlicht,  w a r u m  Christus so grausam leiden mußte. Das „Wie“ des Leidens steht vor allem im Vordergrund, weniger das „Warum“.

Der Film „ertrinkt“ geradezu in ausgewalzten Szenen voller Grausamkeiten, nicht allein beim Kreuzestod, vor allem bei der Geißelung Christi, die kein Ende zu nehmen scheint.

Man braucht kein „Sensibelchen“ sein, um die Frage zu stellen: Ist das „Zuglotzen“ bei dieser Zurschaustellung des Leidens Jesu mit der Ehrfurcht vor Gott noch vereinbar? Nicht ohne Grund hält sich das Neue Testament bei der „Berichterstattung“ über die Passion des Gottmenschen sehr zurück, sie verzichtet auf jede detaillierte Schilderung. Das gilt für alle vier Evangelien, ebenso für die Apostelbriefe usw.

Konnte Regisseur Mel Gibson, der zahlreiche Actionfilme gedreht hat, hier seinem persönlichen Hang nach gewalttätigen Szenen nicht widerstehen?

Zu viele außerbiblische Einflüsse

Das erwähnte Problem mag auch damit zusammenhängen, sich Gibson in seinem Passionsfilm nicht in erster Linie auf die Evangelien stützt, sondern auf Visionen der Ordensfrau Anna Katharina Emmerich sowie auf  eigenen Einfälle und Einblendungen , die zum Teil magisch-düster anmuten (zB. eine merkwürdige Mann-Weib-christusTeufelsgestalt als Versucher am Ölberg oder Christi „Beobachtung“ des sich versteckenden Verräters Judas).

Der Regisseur wäre gut beraten gewesen, sich strikt an die biblischen Vorgaben zu halten und eine Art Evangelien-Harmonie vorzunehmen   –  also das Wesentliche darzustellen, das sich aus den vier Evangelien ergibt.

Die Zeit, die durch den Verzicht auf ausgewalzte Grausamkeiten eingespart worden wäre, hätte Gibson sinnvoll einsetzen können, indem er die Auferstehung am Schluß nicht auf wenige Sekunden beschränkt, wie dies im Passionsfilm leider geschah. Nicht durch seinen Kreuzestod hat Christus sich als Gott erwiesen, sondern durch seine Auferstehung.

An einem Kreuz gestorben sind damals tausende von Opfern, aber auferstanden ist nur einer.

Was die Kritik betrifft, die von jüdischer Seite gegen den Film laut wurde, so ist diese teils berechtigt, teils überzogen. „Die Passion Christi“ ist durchaus nicht anti-semitisch, zumal durchaus ein differenziertes Bild der damaligen Juden    –  auch des Hohen Rates –  gezeigt wird.

Pilatus zu freundlich dargestellt

Gleichwohl können sowohl Juden wie Christen mit Recht daran Anstoß nehmen, daß der Film die Person des römischen Statthalters zu freundlich zeichnet.  Überspitzt gesagt erscheint nicht so sehr der Schmerzensmann Jesus, sondern eher Pilatus als der heimliche und eigentliche Held des Films. israeltag2

Christus wird als das bedauernswerte Opfer, als „Leidensknecht“ dargestellt, Pilatus hingegen fast als edler Philosoph, der sich tiefsinnig mit der „Wahrheitsfrage“ befaßt. In Wirklichkeit war er ein eiskalter, gewalttätiger Machtpolitiker  –  und seine Frage „Was ist Wahrheit?“ nicht philosophisch, sondern sarkastisch motiviert.

Auch die Gestalt der Gottesmutter erscheint in Gibsons Film nicht ganz gelungen: Positiv ist zweifellos, daß Maria in ihrem Mitleid mit dem göttlichen Sohn hervorgehoben wird, daß sie durch ihre Mütterlichkeit die Grausamkeit des Geschehens etwas ausgleicht. Doch ihre geheimnisvolle Bemerkung „Es geschehe also“ zu Beginn der Passion erweckt den Eindruck, als wisse sie über den Heilsplan Gottes zu diesem Zeitpunkt bereits bestens Bescheid.

Zudem ist es Christus selbst, der im Garten Gethsemane sein FIAT spricht: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“  – Diese einzigartige Hingabe des Gottessohnes an den Vater bedarf keiner „Bestätigung“ durch die Madonna. Unbiblisch ist auch jene Szene, in welcher Maria dem Apostel Petrus seine Verleugnung Jesu vergibt und ihm versöhnend die Hand reicht. In Wirklichkeit war es der Auferstandene selbst, der seinem sündigen Jünger verzeiht.

Auch die Persönlichkeit des Johannes wirkt nicht besonders überzeugend; der Apostel erscheint als bleicher Jüngling ohne Format.

Göttliche Erhabenheit Christi wenig erkennbar

Abschließend stellt sich die Frage, ob der Film geeignet ist, im Zuschauer die Liebe zu Christus zu wecken. Dies darf bezweifelt werden. Bestenfalls mag eine Mischung aus Mitleid und „Betroffenheit“ hervorgerufen werden.

Die göttliche Erhabenheit und Würde Christi kommt in dem blutgetränkten Streifen nicht genügend zum Vorschein. Es wird auch nicht ausreichend deutlich, daß der Kreuzestod Jesu vor allem die Konsequenz seiner völligen Hingabe an den himmlischen Vater darstellt – und zugleich eine heilsmächtige Liebe zur verlorenen Menschheit ausdrückt.

Die Liebe des HERRN  – und nicht der Schmerz des Gekreuzigten – ist die Mitte des Christentums. Der christliche Glaube beruht nicht auf einem düsteren Dolorismus (Schmerzensfixiertheit), er basiert auf dem allgemeinen Heilswillen Gottes für alle Menschen. Christus hat der Menschheit das Tor zum Himmel geöffnet –  aber nicht erzwungen: eintreten in der Nachfolge Christi muß jeder selber.

Keine Frage: gefühlsbedingte Schnell-„Bekehrungen“ mögen durch diese Filmvorführung durchaus vorgekommen sein, diese besagen jedoch wenig. Unser christlicher Glaube beruht jedenfalls nicht auf Angst und Schrecken, auch nicht auf Schwärmerei und Gefühlsüberschwang, sondern auf den Heilslehren, die uns Bibel und Kirche verkünden  – dazu gehört zweifellos auch die klare  und nüchterne Warnung vor der Hölle, aber keine dramatisierende Panikmache.

Es mutet zudem etwas merkwürdig an, daß Gibsons Film auch in einigen muslimischen Staaten erlaubt war, dort sogar die Massen anzog. Was mag die rabiaten Christenhasser, die in jenen Ländern das Sagen haben, dazu bewogen haben, ihren Untertanen ausgerechnet „Die Passion Christi“ vorzuführen?  Schließlich bestreitet der Koran schlichtweg, daß Christus überhaupt am Kreuz gestorben ist.

Hat man dort diesen Film vielleicht in seiner „Ambivalenz“, in seiner Zwiespältigkeit und Problematik besser erkannt als so mancher schnell begeisterte Christ?

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.
 
Kontakt-Mail: felizitas.kueble@web.de