Von links bis rechts: Endzeitschwärmerische Träume von einem goldenen Zeitalter

Von Felizitas Küble

Die Hoffnung stirbt zuletzt – das ist bekannt, verständlich und oftmals auch gut so, vor allem im persönlichen Leben.

Nun gibt es in der Welt des Glaubens und der „Spiritualität“ allerdings Träume, die Schäume sind, weil sie weder der Realität noch der Heiligen Schrift entsprechen. Trotzdem ist die Kraft und Faszination visionärer Zukunftsbilder seit Jahrtausenden ungebrochen.

Dazu gehört auch die uralte und immer wieder neue Vorstellung von einem „goldenen Zeitalter“ am Ende der Geschichte, gleichsam der krönende Abschluß, das positive Finale für die Menschheit.

Wer sehnt das nicht gerne herbei?

Die Sache hat nur einen Haken: Der Wunsch ist hier Vater des Gedankens. Das wird im Neuen Testament deutlich herausgestellt.

In politischer Hinsicht gibt es diese Visionen von der gelungenen „Vollendung“ der Geschichte ebenfalls: Im Marxismus ist es das klassenreine „Arbeiterparadies“, im Nationalsozialismus war es die rassenreine „Volksgemeinschaft“ der Arier….

Doch bleiben wir im „spirituellen“ Bereich:

Die New-Age-Bewegung, die in den 80er Jahren ihren Höhepunkt erlebte, aber auch heute noch ihre geistigen Ausläufer in der Esoterik-Szene aufweist, hat ihren Traum direkt im Namen preisgegeben, denn New Age heißt „Neues Zeitalter“ – gemeint ist ein kommender Äon des „Wassermannes“, womit Friede, Harmonie und Glück verbunden seien. Damit werde das christliche, angeblich so intolerante „Zeitalter des Fisches“ endlich abgelöst.

Um New Age ist es mittlerweile ruhiger geworden, doch umso mehr Lärm, Halleluja-Jubel und Zustimmung gibt es im Kontext charismatischer „Aufbrüche“ und Bewegungen. Auch hier stehen positive Zukunftsbilder im Mittelpunkt, oftmals „geoffenbart“ durch himmlische Eingebungen, einem geistgewirkten „Wort der Erkenntnis“ oder prophetische Einsprechungen:

In der Pfingstbewegung und sonstigen schwarmgeistigen Gruppen – auch im katholischen Bereich – wird eine „weltweite Erweckung“, ein „zweites Pfingsten“ erwartet, eine Bekehrungswelle, die ganze Nationen erfaßt. Das wird in charismatischen Büchern und „Visionen“ seit Jahrzehnten euphorisch angekündigt.

Was wir seitdem in Wirklichkeit erleben ist – insgesamt gesehen – ein weltweiter Schwund des Glaubens, besonders in Europa. Insofern könnte man schon fast von einem „antichristlichen Abendland“ sprechen.

Natürlich gibt es da und dort auch Lichtpunkte, Hoffnungsschimmer – allerdings kommt es uns auf die nüchterne Betrachtung der Gesamtentwicklung an.

Damit nicht genug, gibt es zwei weitere Fraktionen mit ihren speziellen Vorstellung von einem künftigen goldenen Zeitalter:

Nicht wenige Fatima-Anhänger erwarten eine großartige Bekehrung Rußlands und den „Triumph des unbefleckten Herzen Mariens“, wie er drei Seherkindern bei den Erscheinungen von 1917 angekündigt worden sei, freilich unter gewissen Bedingungen (und ob diese nun erfüllt sind oder nicht, darüber gibt es unter Fatima-Fans verschiedene Auffassungen).

Sodann wollen wir monarchisch gesinnte, traditionelle Katholiken nicht vergessen, die zum Teil ebenfalls von besseren Zeiten in der Zukunft träumen. Dabei berufen sie sich bisweilen auf alte „Prophetien“, wonach am Ende der Geschichte ein großer katholischer Herrscher ersteht, der die Kirche nicht nur vor Unbill und Verfolgung beschützt, sondern sie zum glorreichen Triumph führt und eine geeinte Welt des Glaubens errichtet.

Meist bezieht sich diese Träumerei auf einen deutschen Kaiser, der das mittelalterliche Reich gleichsam zu erneuertem Glanze führt. Es gibt aber auch die frankophile Variante, wonach es die französische Dynastie der Bourbonen sei, auf denen das künftige Heil der Völker und Zeiten ruht. Ein typisches Beispiel für diesen Mythos um das edle Blut der Bourbonen und das „heilige Öl“ aus der Königsampulle, mit dem ein Abkömmling von ihnen noch gesalbt werde, ist das Kultbuch „Sire“, das in Frankreich nicht nur in monarchisch-katholischen Kreisen auf großes Interesse stieß, sondern auch hierzulande im traditionellen Spektrum gut angekommen ist. 

Es gibt sie also in den verschiedensten Richtungen und Varianten – von der nichtchristlichen, esoterisch-„emanzipatorischen“ New-Age-Bewegung über politische Ideologien von rechts und links – bis hin zu charismatischen, erscheinungsbewegten und erzkonservativen Strömungen.

Verständlich ist es allemal, wenn Menschen – auch gläubige – sich eine rosige Zukunft herbeisehnen.

Freilich nimmt die Heilige Schrift keine Rücksicht auf Wunschträume damals und heute – und das ist auch gut so. Die Bibel ist ein Buch von eindrucksvoller Nüchternheit und Klarheit, keineswegs geprägt von utopischen Idealvorstellungen, die den Ohren schmeicheln.

Endzeitschwärmereien – von Theologen als Chiliasmus oder Millenarismus bezeichnet  –  finden hier keine Basis, im Gegenteil.

Aus den Endzeitreden Jesu geht klar hervor, daß seiner Wiederkunft in Herrlichkeit eben kein irdisches Friedensreich vorausgeht, sondern ein erschreckender Verfall von Glaube und Sitte, zudem geprägt von trügerischen „Zeichen und Wundern“, von falschen Propheten und irreführenden „Christussen“. Daher fragt der HERR die Seinen: „Wenn ich wiederkomme, werde ich dann noch Glauben finden auf Erden?“

Paulus schreibt in 2 Thess 2,1 ff ebenfalls., daß  v o r  der Wiederkunft Christi  e r s t  ein massiver Glaubensabfall eintreten werde, zudem kommt vorher der Antichrist, ein Weltenbeherrscher, der mit dem Satan im Bunde steht. Für ein „universales Friedensreich“ vor dem zweiten Kommen Christi ist hier schlicht kein „Platz“ frei.

Man bezeichnet die erwähnte religiöse Wunschvorstellung in theologischen Fachkreisen als „Post-Millenarismus“, denn nach (post) diesem goldenen Zeitalter (Millenium) erfolge die Wiederkunft Christi.

Die katholische Kirche hat im Sinne biblischer Nüchternheit den post-millenaristischen Standpunkt stets abgelehnt, so etwa bereits im Mittelalter die Endzeitschwärmerei des italienischen Abtes Joachim von Fiore, der ein großartiges Heilig-Reist-Reich vor dem endzeitlichen Kommen Christi ankündigte.

Auch hinsichtlich der späteren „Botschaften“ von La Salette (dem zweiten Teil, dem sog. „Großen Geheimnis“, der im Unterschied zum ersten Teil nicht anerkannt wurde) hat die Kirche die postmillenaristische Richtung kritisiert. (Die „Seherin“ Melanie hatte in ihren Spät-Visionen von einem weltumspannenden Friedensreich fabuliert, von damit verbundenen „Aposteln der letzten Tage“ usw).

Als Papst Benedikt noch Kardinal Joseph Ratzinger hieß, hat er als Chef der Glaubenskongregation im Oktober 1995 eine Notifikation zur orthodoxen Visionärin Vassula Ryden erlassen.

Darin werden ihr eine Reihe theologischer Irrtümer angelastet, darunter ihre endzeitschwärmerischen Vorstellungen; so heißt es wörtlich in der Vatikan-Note über Vassulas „Botschaften“.

„In chiliastischer Weise wird ein entscheidendes und glorreiches Eingreifen Gottes prophezeit, der im Begriff sei, auf Erden noch  v o r  der endgültigen Ankunft Christi ein Zeitalter des Friedens und des allgemeinen Wohlergehens zu errichten.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

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Neue „Seher“-Prognosen: Der Weltuntergang beginnt zwischen dem 24. und 28. September…

Von Felizitas Küble

Am 29. Juli 2015 erhielt der in einigen erscheinungsbewegten Kreisen verehrte Visionär Enoch aus Kolumbien einen  – so wörtlich  – „dringender Aufruf von Gott Vater an Sein treues Volk“, wie hier nachzulesen ist: Bsp-7

„Es fehlt wenig bis der Mond sich wieder mit Blut färbt (28. September 2015) und die Sonne mit Dunkelheit (13. September 2015*); damit erfüllt sich in ihrer Totalität die Prophezeiung des Joel (Joel 3,4). Nachdem dies geschehen ist, wird Finsternis über die Erde hereinbrechen und die kommenden Ereignisse entfesseln sich eines nach dem anderen. Mein Volk, es nähert sich die Stunde eurer Befreiung! Bereitet euch vor, denn das Joch der Sünde wird von euch fallen und die Ketten der Sklaverei werden zu Boden rollen.“

Deshalb hat der „begnadete“ Enoch kürzlich einen weltweiten Gebetssturm „in Ketten“ ausgerufen, wobei er seine düsteren Prognosen mit angeblich geplanten CERN-Experimenten in Verbindung brachte, wie wir kürzlich berichtet haben.

Der „katholische“ Endzeitschwärmer Enoch ist freilich nicht ganz auf dem neuesten Seherstand, denn der protestantische Charismatiker Efrain Rodriguel aus Porto Rico kündigt bereits für den heutigen Tag (24.9.2013) den Beginn des Weltuntergangs an  – und damit zugleich die Entrückung der Christgläubigen durch die Wolken hindurch in die himmlische Herrlichkeit. (Näheres hier: http://agwelt.de/2015-09/und-noch-ein-weltuntergang-heute/)

Diesen göttlichen „Fahrplan“ habe ihm der Ewige selber mitgeteilt, versichert der schwarmgeistige Visionär.

Seiner „Prophetie“ zufolge werde heute ein Meteorit einschlagen, gewaltige Erdbeben und Überschwemmungen auslösen, die Erdrotation verändern und die Erde in eine dreitägige Finsternis hüllen.

Schon vor einem Jahr hatte der selbsternannte Prophet das Ende der Welt angekündigt, das sich in jedem Falle unter der Amtszeit von US-Präsident Obama vollziehe; freilich nannte der Endzeitprognostiker damals noch kein genaues Datum. Mittlerweile habe der Himmel die Ankündigung auf den 24. September 2015 präzisiert, erklärt Rodriguel.

Hier fällt uns nur noch der alte Spruch ein: Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode (und das seit Jahrtausenden…!).


Neue Katastrophenstimmung wegen CERN in endzeitpanischen Kreisen ausgebrochen

Von Felizitas Küble

Derzeit ist offenbar wieder einmal die Endzeit akut ausgebrochen, wird doch in sensationsbewegten Kreisen angstvoll vor Kometen und Mega-Meteoriten aus dem Universum gewarnt, welche angeblich demnächst unsere Erde bedrohen.
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Gleichzeitig wächst im erscheinungsfixierten frommen Spektrum die apokalyptische Panikstimmung. Auch im westfälischen Münster rufen Gebetsgruppenleiter bereits mündlich und schriftlich zu dramatisch wirkenden „Sturmgebeten“ auf.
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Der Anlaß: Noch in diesem Septembermonat seien weltweit große Katastrophen zu erwarten. So heißt es z.B. auf der Webseite „Herz Mariens“ (http://herzmariens.ch/Zuschriften/Gebetsanliegen/Gebets-Aufruf.pdf):
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„CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) fährt seinen Teilchenbeschleuniger erstmalig im September auf Maximalleistung hoch. Kein Wissenschaftler vermag die möglichen Folgen abzuschätzen oder zu ermessen!“
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(Hier lesen Sie eine gründliche wissenschaftliche Widerlegung dieser Panikmache: https://www.facebook.com/notes/kay-hoffmann/verschw%C3%B6rungsschwachsinn-um-den-weltuntergang-durch-cern-am-23-september-2015/924023997656671)

Die apokalyptische „Restarmee“ ruft zu „Siegelgebeten“ auf…

Ihre weltweiten Sturm- und Kettengebete halten diese Schwarzseher für einen „Ruf aus der Wüste“, den „wir als Restarmee weitergeben könnten“. – Auch „Versiegelungen“ bzw. Siegelgebete und durch Visionen angeregte Anrufungen sind bereits im Umlauf. (Quelle: http://herzmariens.ch/Gebete_Litaneien_Messen/liste_gebete.htm)
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Natürlich gibt es zu dieser Endzeitbotschaft auch den entsprechenden Seher, welcher uns schlicht als „Enoch“ aus Kolumbien vorgestellt wird. Der „ältere einfache Katechet“ erhalte schon seit 20 Jahren „Mitteilungen vom Himmel“, am 30. August 2015 gar von „Gott-Vater selber“:
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In dieser Botschaft würden „die Auswirkungen des Teilchenbeschleunigers im CERN (Genf)“ beschrieben, nämlich nicht weniger als eine „Verschiebung der tektonischen Erdplatten, was ungeheure Erdbeben auslösen“ würde. Ceres_animiert_l
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Dies wird wohlgemerkt nicht als ein mögliches Problem hingestellt, sondern konkret angekündigt.
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Über einer „Gottvater“-Botschaft vom 30. August 2015 steht der bezeichnende Titel: „Mein Volk, betet weltweit in Ketten….“ (Kettengebete kennt man sonst nur aus der abergläubischen Szene).
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Angeblich soll „Gott-Vater“ an jenem Tage über seinen Seher Enoch folgenden Aufruf an die Menschheit erlassen haben: 
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„Die schlecht angewandte Technologie wird eine Geissel für die Menschheit sein. Die Wissenschaftler dieser letzten Zeiten glauben, sie seien Götter; sie experimentieren innerhalb des Erdkerns, das wird für Meine Schöpfung schlimme Folgen haben. Der durch den Menschen geschaffene Teilchenbeschleuniger verschiebt die tektonischen Platten und das wird Erdbeben und Tsunamis auslösen von einer sehr grossen Stärke , welche Populationen (Bevölkerungen) und Küstenstädte vernichten wird.
(Die von uns eingefügten Linien verdeutlichen die Tatsache, daß es sich um eine direkte Ankündigung handelt.)

Falls die Katastrophe ausbleibt, liegt es an der Beterschar….

Wenn die düstere Prognose nicht eintrifft, liegt dies natürlich  –  man kennt ja dieses Ausweich-Muster –  daran, daß die Anhänger des Endzeitvisionärs soo eifrig gebetet haben, so daß die bereits erfolgte Ankündigung glücklicherweise abgewendet werden konnte.
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Auf diese unseriöse Weise haben Panikmacher dieses Stils schlußendlich immer die Trumpfkarte im Ärmel  –  und schützen sich so davor, hinterher als falsche Propheten entlarvt zu werden.
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Natürlich weiß der lateinamerikanische Seher auch genau zu sagen, wann der Gebetssturm losgehen soll  – siehe folgende Mitteilung von „Gott-Vater“, die ihm angeblich am 6. September 2015 zuteil wurde:
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„Mein Volk, betet ab sofort und tretet am kommenden 20. September der weltweiten Kette des Gebets, Fastens und Sühnens bei; von 12 Uhr Mittag bis 6 Uhr (kolumbianische Zeit, Differenz 7 Stunden) abends des gleichen Tages.
Das heisst für Europa: von Sonntag, 20. September 2015, ab 19 Uhr (7 Uhr abends) bis Montag, 21. September 2015, 1.00 Uhr. Bittet mich, Meine Kinder, dass ich die Experimente stoppe, die durch den Teilchenbeschleuniger im Innern Meiner Erde stattfinden werden.
Ich zähle auf euch, Mein Volk! Euer Vater Yhavè, Herr der Schöpfung.“ 
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

USA: „Botschaften“ des Visionärs John Leary kirchlich abgelehnt

Zu jenen Endzeit-„Sehern“, die sich in Hülle und Fülle seit Jahrzehnten breit machen, gehört auch der US-Amerikaner John Leary aus Rochester.  1523

Der griechisch-stämmige Endzeit-Visionär bietet eine in diesen Botschaftskreisen recht häufige Mischung aus Panik und Schwärmerei: So verkündet er dramatisch eine Zeit großer Bedrängnis, die aber von einem universalen Königreich Christi auf Erden abgelöst werde.

Diesen Chiliasmus bzw. Millenarismus (Lehre von einem irdischen Friedensreich Christi) hat der zuständige Diözesan-Bischof Mathew H. Clark als eine „falsche Hoffnung“ abgelehnt. In einem Dekret vom 7. Juli 2000 erklärte er, daß die „Privatoffenbarungen“ von John Leary nicht göttlichen, sondern nur menschlichen Ursprungs seien, weil sie diverse Irrtümer enthalten.

Zudem beanstandet der katholische Oberhirte, daß der „Seher“ behauptet, der Nachfolger von Johannes Paul II. sei kein gültiger Papst, man solle ihn ignorieren.

Abschließend warnt der Bischof die Gläubigen davor, den irrtümlichen Lehren dieses Visionärs anzuhängen, weil man sich dann „der Gefahr aussetzt, seinen Glauben und damit seine Seele zu verlieren“.

Quelle (englischsprachig): http://www.catholicdoors.com/isit/isit03.htm


Vor der Wiederkunft Christi kommt kein Friedensreich, sondern der „Abfall von Gott“ und der Antichrist

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Thess 2,1-3a.14-17:

Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi, unseres HERRN, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten euch: jesus in der synagoge von nazareth

Laßt euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt, behauptet wird, der Tag des HERRN sei schon gekommen.

Laßt euch durch niemand und auf keine Weise täuschen, denn zuerst muß der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens.

Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief.

Jesus Christus aber, unser HERR, und Gott, unser Vater, der uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und Zuversicht geschenkt hat, ER tröste euch und gebe euch Kraft zu jedem guten Wort und Werk.

 


Die „Malachias-Prophezeiungen“ und der Mythos um einen künftigen Papst „Petrus Romanus“

Derzeit wird nicht nur in traditionellen oder erscheinungsbewegten Kreisen über die rätselhaft erscheinenden „Papst-Weissagungen“ des Bischofs Malachias diskutiert; selbst das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nahm sich jetzt des Themas an und titelte: „Der Nächste soll der Letzte sein“.

Der „Kölner Stadtanzeiger“ ließ seine Leser sogar wissen: „Einer Prophezeiung zufolge steht das Ende des Papsttums unmittelbar bevor  –  und damit auch der Untergang der Welt”.

Bereits im vorigen Jahr sorgte der heidnische „Maya-Kalender“ für Schlagzeilen auch im weltlichen Blätterwald, soll jene Weissagung doch für Ende 2012 den Weltuntergang angekündigt haben (in Wirklichkeit ging es bei jenem Maya-Text lediglich um das Ende einer Epoche).

Nun kommt mancherorts erneut Endzeitstimmung auf, allerdings bezogen auf jene „Malachias-Prophezeiungen“, denen zufolge nun der letzte Papst gewählt würde, der dort als „Petrus, der Römer“ bezeichnet wird, mitunter auch „Petrus II.“ genannt.   qqKLfd77n55SDamit würde der letzte Papst den Namen des ersten tragen und sich somit gleichsam der „Kreis schließen“, was durchaus interessant und „überzeugend“ wirkt.

Jenem Mythos zufolge seien dem hl. Malachias in einer Vision alle zukünftigen Päpste erschienen, wobei Papst Benedikt der 266. Pontifex wäre   –   beim nächsten Papst wäre die „Reihe“ (und die Welt) schlichtweg zu Ende.

Jene alte Weissagung, die allerdings zu Unrecht dem 1148 verstorbenen, irischen Erzbischof Malachias zugeschrieben wird, schließt mit folgenden lateinischen Worten (siehe auch nebenstehende Abbildung):

„In persecutione extrema S. R. Ecclesiae sedebit Petrus Romanus, qui pascet oves in multis tribulationibus, quibus transactis civitas septicollis diruetur et judex tremendus judicabit populum suum. Finis.”

Der Text lautet übersetzt:

“Während der äußersten Verfolgung der heiligen römischen Kirche wird Petrus, ein Römer, regieren. Er wird die Schafe unter vielen Bedrängnissen weiden. Dann wird die Sieben-Hügel-Stadt zerstört werden  –  und der furchtbare Richter wird sein Volk richten.Ende.“

Die Malachias-Prognosen bestehen aus 111 kurzen, mehrdeutigen Sprüchen, die sich nacheinander auf Päpste (beginnend im 12. Jahrhundert) beziehen, wobei aber keine Namen genannt werden, sondern jedem Pontifex gleichsam ein Leitwort zugedichtet wird.

Diese „Prophezeiungen“ sind ähnlich orakelhaft und vieldeutig wie jene des französischen Astrologen Nostradamus. Manchmal werden sie statt dem hl. Malachias auch dem hl. Philipp Neri zugeschrieben, was freilich ebenfalls unsinnig ist.

Papst Benedikt wird in der Malachias-Weissagung als zweitletzter Pontifex vor dem Weltende angesehen und mit den Worten “Gloria olivae” (Herrlichkeit der Olive bzw. Ruhm des Ölbaums) umschrieben, was freilich alles mögliche heißen kann. Der Ölbaum gilt sowohl ein Symbol des Friedens ist wie auch des Judentums oder kann einfach nur die Mittelmeer-Region bezeichnen.

Die angebliche Papstprophetie kann allerdings gar nicht aus dem 12. Jahrhundert  und damit auch nicht vom heiligen Malachias stammen, da sie erstmals 1595 auftauchte. Der Verfasser schrieb sie Erzbischof Malachias zu, um dadurch ihre Bedeutung und „Glaubwürdigkeit“ zu erhöhen. Dies weiß die wissenschaftliche Forschung schon seit dem 17. Jahrhundert.

Wahrscheinlicher Autor der orakelhaften Verse ist Alfonso Ceccarello, Sekretär von Kardinal Simoncelli, der beim Konklave 1590 als „papabile“ galt, aber nicht zum Papst gewählt wurde, obwohl die „Malachias-Weissagungen“ genau dies bezwecken sollten. Der Sekretär wollte also seinen Gönner also auf diese „prophetische“ Weise unterstützen. Die Wahl fiel allerdings auf einen anderen, nämlich Nikolaus Sfondrato, der sich Gregor XIV. nannte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Zukunftsforscher Matthias Horx kritisiert Weltuntergangsstimmung und Panikmache des Club of Rome: „Und sie erholt sich doch!“

Gegen Weltuntergangsszenarien angesichts von Umweltverschmutzung, Klimawandel und Artensterben hat sich der Zukunftsforscher Matthias Horx (Wien) gewandt.

In der neuen Ausgabe der populärwissenschaftlichen Zeitschrift „P.M. Magazin“ äußert er sich unter dem Titel „Und sie erholt sich doch!“ optimistisch zur Zukunft der Erde. Wer glaube, dass die Menschheit auf einem „kranken Planeten“ lebe, der sollte sich neue Aufnahmen der US-Weltraumbehörde NASA anschauen.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

„Sie erzählen die Geschichte eines Planeten, der von einer intelligenten Spezies bewohnt wird, die nicht immer alles gut macht, aber auf dem Weg ist zu lernen. Dass wir diesen Planeten gleichsam ‚umbringen‘ könnten und uns selbst gleich mit, ist wahrscheinlich die am weitesten verbreitete Größenwahn-Fantasie unserer Zeit“, schreibt Horx.

Er äußert sich kritisch zu den Analysen des „Club of Rome“, einer Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik. Großes Aufsehen erregte 1973 die von der Organisation in Auftrag gegebene Studie „Grenzen des Wachstums“. Damals sei „in dramatischen, grob gepixelten Kurven“ das nahe Ende der Erde vorhergesagt worden, so Horx.

In dem Bericht des „Club of Rome“ vom vergangenen Jahr heißt es, dass die Menschheit nicht überleben werde, wenn sie ihren bisherigen Weg der Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetze. Laut Horx ist die Botschaft der „enorm erfolgreichen Medien-Marke ‚Club of Rome‘“ bis heute die gleiche geblieben: „Die Menschen werden es nicht schaffen.“

Doch die Annahmen der Vereinigung basierten auf einem „mechanistischen, zu stark vereinfachten Weltmodell“. So resultiere nach dem Club of Rome Umweltverschmutzung „in einem starren 1:1-Zusammenhang aus Wirtschaftswachstum“. Doch die Wirklichkeit sei viel komplexer: „Wirtschaftliche Kräfte führen auch zu kulturellen Veränderungen. Wenn breite Mittelschichten entstehen, erzeugt die Nachfrage nach Lebensqualität die Durchsetzung neuer Umweltschutz-Technologie.“

Veränderungen werde es auch bei der globalen Bevölkerungsentwicklung geben. Die Zahl der Erdenbürger werde spätestens ab 2060 zu sinken beginnen. Die Höchstzahl werde zwischen 9 und 9,4 Milliarden liegen. Im Jahr 2015 wird es laut Horx mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger Erdenbewohner geben als heute.

Dem Zukunftsforscher zufolge sind Publizisten und Wissenschaftler im Umfeld des Club of Rome der Versuchung erlegen, „durch drastische Extreme und Übertreibungen Aufmerksamkeit zu erregen“. Das habe eine Tunnelsicht in den Köpfen vieler Menschen gefestigt und dazu beigetragen, „dass unsere heutigen Zukunftsdebatten alarmistisch verlaufen“. Das schüre nicht Handlung, sondern Ohnmacht, nicht Aufklärung, sondern Paranoia.  

Quelle: http://www.idea.de