Bayern: Der ABC-Kreis ermahnt die EKD

Pressemitteilung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC):

Angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen haben der Nürnberger Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche und der ABC-Vorsitzende Till Roth zu mehr missionarischem Engagement aufgerufen.

Bei einer Veranstaltung des evangelikalen ABC in Nürnberg ermutigte Nitsche dazu, die christliche Botschaft klarer zu bekennen: „Wir trauen uns häufig nicht zu dem zu stehen, was unsere Botschaft ist. Aber wenn die Menschen zu uns kommen, erwarten sie, dass wir zu dieser Botschaft stehen.“

Er verwies darauf, dass der Prozess „Profil und Konzentration“ (PuK) der bayerischen Landeskirche als erste Aufgabe benenne, Christus zu verkündigen.

Roth, der Dekan im unterfränkischen Lohr am Main ist, hob den Aufbau eines missionarischen Gemeindeaufbaus hervor: „Viele Menschen werden getauft und haben dennoch keine Verbindung zum Evangelium.“

Kirchenaustritte, so Roth, seien in der Regel die Folge einer inhaltlichen Distanz. Dem könnten nicht allein Pfarrer entgegenwirken, vielmehr müssten alle Gläubigen ermutigt werden, den Glauben in ihrem Umfeld weiterzutragen – dies müsse im Zentrum des Gemeindeaufbaus stehen.

Man müsse zwar die gesellschaftlichen Trends zur Kenntnis nehmen, die eine schnelle Veränderung bei der Mitgliederentwicklung der Kirchen nicht erwarten ließen. Doch zugleich gelte: „Wo Menschen zum lebendigen Glauben an Christus kommen, wo sie umkehren, werden Prognosen durchkreuzt.“

Regionalbischof Nitsche zeigte sich offen für Überlegungen, die Kirchensteuer für junge Erwachsene zu reduzieren. Im Alter zwischen 20 und 30 würden Menschen häufig erstmals mit der Zahlung der Kirchensteuer konfrontiert, während sie in der Kirche keine attraktiven Angebote für sich erkennen könnten.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth wären Eingriffe bei der Kirchensteuer lediglich ein Kurieren an Symptomen. Entscheidend für die Kirchenmitgliedschaft seien inhaltliche Fragen.

Unterschiedliche Positionen bezogen Nitsche und Roth in der vom Chefredakteur des Evangelischen Sonntagsblatts, Helmut Frank, moderierten Diskussion auch in der Frage, wie politisch Kirche auftreten soll.

Nach Einschätzung des ABC-Vorsitzenden Roth ließen sich viele Veröffentlichungen wie zuletzt nach der EKD-Synode in Dresden kaum von dem unterscheiden, was auf Parteitagen gesagt werde. Mit Blick auf die Thematik Krieg und Frieden, die bei der EKD-Synode behandelt wurde, fragte er: „Wo bleibt das Wort vom Frieden, den Christus durch seinen Tod am Kreuz zwischen Gott und den Menschen gestiftet hat?“

Besonders kritisch sei, so Roth, wenn Amtsträger wie Bischöfe sich mit eindeutigen Positionen in das politische Tagesgeschäft einmischen würden.

Demgegenüber sagte Regionalbischof Nitsche, dass sich aus dem Frommsein auch politische Konsequenzen ergeben würden. Allerdings müsse bei politischen Aussagen der Kirche der Bezug zur befreienden Botschaft von Christus immer deutlich werden.

In der konkreten Diskussion um eine Unterstützung der Seenotrettung durch die EKD rief er dazu auf, die Breite der Argumente aufzunehmen, die es dazu innerhalb der Kirche gebe.

Infos zum ABC Bayern: http://www.abc-bayern.de


Evangelikaler ABC in Bayern kritisiert „theologische Schieflage“ in der Klimadebatte

Pressemitteilung des Arbeitskreises bekennender Christen (ABC) in Bayern:

Der Vorsitzende des ABC in Bayern, Dekan Till Roth, griff in seinem Bericht bei der Ratssitzung vor den Vertretern der rund 20 ABC-Mitgliedsgemeinschaften die aktuelle Klimadebatte auf.

Die Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung durch große Teile der evangelischen Kirche führe zu ihrer weiteren Politisierun.

BILD: Grünes Wahlplakat für den „Klimaschutz“

Dabei komme es zu einer theologischen Schieflage: „Auch wenn die Bewahrung der Schöpfung wichtig ist – zentral bleiben die Christologie und die Heilslehre.“

Hier liege die spezifische Aufgabe der Kirche, die nicht zugunsten des politischen Engagements vernachlässigt werden dürfe, so Dekan Roth.

Weiteres Thema bei der Ratssitzung des ABC Bayern war der innerkirchliche Reformprozess „Profil und Konzentration“ (PuK).

Es sei positiv, dass der Kernauftrag der Kirche, Christus zu verkündigen, ganz an den Anfang gestellt worden sei. Zugleich sei erstaunlich, dass PuK nicht von Sünde und Schuld und damit auch nicht von der Notwendigkeit der Buße spreche.

Kirchliche Erneuerung könne es aber ohne Buße nicht geben, so die gemeinsame Feststellung des ABC-Rats.

Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, die bekenntnis­lutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische, hochkirchliche und pietistische Prägungen innerhalb der evangelischen Landeskirche vertreten. Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.


Evangelikaler ABC-Kreis lehnt Homo-Segnungen/“Trauungen“ grundsätzlich ab

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) ermutigt Kirchenvorstände, ihre geistliche Verantwortung mit Blick auf die öffentliche Segnung von gleichge­schlechtlichen Paaren wahrzunehmen. 

Die bayerische Landessynode hatte vor gut einem Jahr in Schwabach beschlossen, dass künftig solche Segnungen möglich sein sollen. Derzeit wird dazu eine kirchliche Ordnung erarbeitet, die voraussichtlich bei der Herbsttagung der Landessynode vorgestellt werden soll.

Der Synodenbeschluss sieht nur einen Gewissensschutz für Pfarrerinnen und Pfarrer vor; Kirchenvorstände sollen allenfalls gehört werden.

Diese Regelung setze voraus, dass eine solche öffentliche Segnung wie eine Taufe, Trauung oder Beerdigung zu sehen und an sich völlig unproblematisch und schriftgemäß sei, so der ABC-Vorsitzende Till Roth: „Da wir im ABC die Schriftgemäßheit aber grundsätzlich in Frage stellen bzw. nicht gegeben sehen, betonen wir in unserer Handreichung die Verantwortung des Kirchenvorstands für die rechte Lehre gemäß der Kirchengemeindeordnung.“

In der Handreichung erinnert der ABC daran, dass über eine Frage, die das Verständnis der Heiligen Schrift und damit das Bekenntnis der Kirche betreffe, nicht per Mehrheitsbeschluss abgestimmt werden könne. Form und Inhalt des Synoden­beschlusses seien nicht geeignet, das kirchliche Leben zu ordnen.

Ungeklärt sei beispielsweise, „inwieweit sich auch Mesner, Musiker, Kirchenvorsteher oder Pfarramtsmitarbeiter verweigern können, wenn ihre Dienste im Rahmen von Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare in Anspruch genommen werden sollen.“

Vor diesem Hintergrund schlägt der ABC den Kirchenvorständen vor, unter Berufung auf die in § 21 der Kirchengemeindeordnung festgelegte Aufgabe zur Gestaltung von Gottesdiensten einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Der Textvorschlag, der in der neuen Ausgabe der ABC-Nachrichten abgedruckt ist, lautet:

1. Der Kirchenvorstandfindet in der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments keine Begründung der öffentlichen Segnung oder Trauung von Paaren gleichen Geschlechts und verweist darauf, „… dass es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil.“ (EKD-Schrift „Mit Spannungen leben“, 1996). Daher lehnt er entsprechende Segnungsakte in seinen Kirchenräumen oder sonstigen Gemeinderäumen entschieden ab, unabhängig davon, wer diese durchführt.

2. Für den Kirchenvorstand steht die Wertschätzung eines Menschen nicht im Widerspruch zu einer kritischen oder ablehnenden Haltung seinem Verhalten gegenüber. Als Christen wollen wir jedem Menschen mit der Liebe begegnen, die uns durch Christus aufgetragen ist.


Evangelikaler ABC-Kreis veranstaltete Christustag in Bayern mit 1700 Besuchern

Sächsischer Landesbischof Rentzing betont Christusglaube

Friede mit Gott ist nur im Glauben an Jesus Christus zu finden. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des vierten bayerischen Christustags, der vom Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) organisiert wurde. 

Der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing machte als Hauptredner beim Christustag in Bayreuth deutlich, dass die entscheidende Frage nicht sei, was Christen glauben, sondern an wen sie glauben: Jesus Christus. Er sagte: „Der Glaube an ihn ist allmächtig, weil ich glauben kann und darf, dass er in allem mächtig ist.“

Auf die Frage, warum die Kirchen immer leerer würden, antwortete der sächsische Landesbischof, er fürchte, viele Christen seien schläfrig geworden: „Wir können von den jungen Kirchen lernen, die von einer großen Leidenschaft für Christus geprägt sind.“ 

Der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth rief beim Christustag in Lauf an der Pegnitz dazu auf, die Glaubensvermittlung ins Zentrum allen kirchlichen Handelns zu stellen: Gemeindemitglieder müssten gestärkt und dazu ausgebildet werden, um in ihrem persönlichen Umfeld vom Glauben zu sprechen. Evangelistisch begabte Menschen seien aber auch als Hauptamtliche in der Kirche wichtig.

Den Glauben in den Alltag hineinzunehmen – dazu rief in Wieseth im Dekanat Feuchtwangen der mittelfränkische Polizei-Vizepräsident Roman Fertinger auf.

Der Generalsekretär der  Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, ging in seinem Vortrag auf den Anschlag in Las Vegas ein. Der tiefe Grund für Streit, Hass und Krieg liege darin, dass der Mensch seine Mitte, die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, verloren habe. Darum sei es geradezu verrückt, das Kreuz als Symbol dafür, dass Gott mit den Menschen Frieden gemacht habe, aus der Öffentlichkeit zu verbannen.

Der ehemalige Sprecher des ABC, Dr. Wolfhart Schlichting, betonte bei seiner Predigt in der Regensburger Neupfarrkirche, der reformatorische Gedanke, dass der Friede allein im Glauben an Jesus zu finden sei, sei nicht abgrenzend zu verstehen, denn in Christus werde das Trennende überwunden. 

Auf diesen Aspekt machte beim Christustag in München auch Pastor Igor Swiderski von der Messianisch-Jüdischen Gemeinde aufmerksam: Im Neuen Testament werde deutlich, dass der Glaube an Jesus Juden mit Nichtjuden verbinde, weil Jesus selbst der Friede in Person sei.

Der Tübinger Theologieprofessor Dr. Hans-Joachim Eckstein, der in Bayreuth und Lauf sprach, ging u.a. auf die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Erfahrung ein. Ein Glaube, der sich an Gottes Liebe orientiere, frage weniger nach der eigenen Erfahrung als vielmehr danach, wie der eigene Glaube für andere erfahrbar gemacht werden könne. Insofern zeige sich ein starker Glaube vor allem darin, sich Schwachen zuzuwenden, auf Fragende einzugehen Zweifelnde zu begleiten und Unsichere zu ermutigen.  

Der Christustag Bayern fand zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2015 statt. Zu den Veranstaltungen an den fünf Veranstaltungsorten kamen rund 1.700 Besucherinnen und Besucher, die meisten davon nach Bayreuth (rund 600) sowie nach Wieseth im Dekanat Feuchtwangen (rund 500). In Wieseth fand auch ein gut besuchter Kinder-Familien-Mitmach-Gottesdienst mit dem Liedermacher und Pfarrer Johannes Roth statt.


Evangelikaler ABC-Kreis in Bayern: Auch den Juden die Botschaft Christi bezeugen

Im Vorfeld der Tagung der EKD-Synode Anfang November wendet sich der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) gegen die Forderung nach einer strikten Absage an die sog. „Judenmission“. Der Begriff selbst sei aus verschiedenen Gründen problematisch und sollte im Kontext abendländischer Geschichte nicht weiter verwendet werden, sagte der ABC-Vorsitzende Till Roth bei einer Tagung des ABC in Nürnberg. 013_10a

Es gehöre jedoch unaufgebbar zum Wesen der Kirche, allen Menschen, und damit auch Juden, das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen. Dies sei auch Bestandteil eines aufrichtigen Dialogs der Religionen.

Zugleich unterstützt der ABC Initiativen, in denen die Evangelische Kirche deutlich ihre Stimme gegen latent vorhandene und neu aufkeimende antisemitische Haltungen und Vorurteile erhoben hat und immer wieder erhebt.

Ein entsprechendes Votum, das von den Mitgliedern des ABC-Rates einstimmig unterstützt wurde, wird der Leitung der EKD zur Verfügung gestellt sowie als Eingabe in die bayerische Landessynode eingebracht.

FOTO: Christus an einem (unsichtbaren) Kreuz mit einem jüdischen Gebetsschal in der St-Bernhard-Kirche von Münster

Hintergrund ist insbesondere die Forderung des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, der von der Evangelischen Kirche im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums eine klare Absage an die „Judenmission“ gefordert hatte – und zwar „nicht nur wegen der deutschen Geschichte, sondern vor allem wegen der jüdischen Wurzeln des Christentums“.

Diese Forderung sei jedoch theologisch differenziert so sehen, erklärt der ABC-Vorsitzende Roth: Die Überzeugung von der bleibenden Erwählung Israels durch Gott dürfe jedenfalls nicht gegen den Glauben an das rettende Handeln Gottes in Jesus Christus ausgespielt werden. Die Kirche könne angesichts des klaren biblischen Zeugnisses die Heilsbedeutung von Jesus als Messias Israels nicht leugnen.

Ein solch differenziertes Votum erwartet der ABC auch von der EKD bzw. der bayerischen Landessynode. In diesem Zusammenhang unterstützt der ABC ebenfalls eine Eingabe der „Lebendigen Gemeinde München“ an die bayerische Landessynode, die vor allem die biblische Begründung dieser Sichtweise darlegt.

Im ABC Bayern haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, so die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die Geistliche Gemeindeerneuerung und der CVJM. Erster Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.

Der ABC im Internet: http://www.abc-bayern.de
Kontakt: info@abc-bayern.de