Augsburg: MEHR verspricht mehr, als sie hält

Von Felizitas Küble

Am Freitag (3. Januar) begann in Augsburg die viertägige charismatische MEHR-Konferenz, die im letzten Jahr ausgefallen war (laut Leiter Dr. Hartl benötigte er mehr „Besinnung“ in der Zwischenzeit).

Umso erfreuter ist man beim ökumenischen Gebetshaus Augsburg darüber, daß die Teilnehmerzahl sogar noch von 10.000 auf 12.000 gestiegen ist und damit der mit Pop- und Rockmusik begleitete Kongreß voll ausverkauft sei.

Das Leitwort der Veranstaltung ist „natürlich“ englischsprachig und lautet „Colours of Hope“ (Farben der Hoffnung).

Etwas befremdlich wirkt es freilich, wenn die MEHR auf ihrer Hompage mehr verspricht, als sie hält:

Auf der Startseite  – https://mehrkonferenz.org/  –  wird der Leser mit einem großen Button unten rechts zum „Livestream“ weitergeleitet. Unter dieser Rubrikhttps://mehrkonferenz.org/livestream/heißt es dann:

„Liebe Freunde, wie schön, dass Sie über den Livestream an der #MEHR2020 teilnehmen!
Wir freuen uns, Ihnen diesen Dienst
gratis anbieten zu können.

Allerdings kostet uns die Produktion des Streams etwa 120.000€. Zur Deckung dieser Kosten sind wir auf Spenden angewiesen. Bitte überlegen Sie, was Sie geben können. Je nachdem ob Sie alleine oder als Gruppe zusehen, schlagen wir folgende Spendenbeträge vor…“

Sodann folgen Spenden-Buttons mit der Empfehlung von 24,95 € für Einzelne und von 59,95 € für Gruppen.

Nun ist ein Unterstützungs-Aufruf grundsätzlich völlig unbenommen und stellt kein Problem dar, wenngleich die angeblichen Kosten von 120.000 € für diesen Service reichlich hoch erscheinen.

Allerdings heißt es eingangs, man freue sich, diesen Dienst „gratis(!) anbieten zu können.

Nicht nur ich, auch andere Leser des CHRISTLICHEN FORUMs, die nicht zu Spenden bereit waren, konnten diesen Livestream nicht nutzen, denn man kam auf diesem „Pfad“ schlicht nicht weiter – und wenn man sich auf die Startseite zurückschaltete, stand man erneut vor der Bezahlschranke.

Wäre es dann nicht aufrichtiger und fairer, gleich die Bezahlschranke zu erwähnen, statt von einem GRATIS-Angebot zu schreiben?  

„Kath.net“ derzeit in Jubelstimmung:

Es liegt auf der Hand, daß sich das erscheinungsbewegte Nachrichtenportal „Kath.net“ jetzt auf Wolke 7 befindet und z.B. bis zum heutigen Nachmittag bereits vier Artikel über die MEHR-2020 veröffentlichte, darunter auch einen Bericht über die Pressekonferenz mit Dr. Johannes Hartl, dem katholischen Leiter des Gebetshauses, von dem das MEHR-Spektakel veranstaltet wird: https://www.kath.net/news/70240

Nun liegt der MEHR vor allem mehr Ökumene sehr am Herzen. Dagegen ist zunächst nicht unbedingt etwas einzuwenden, immerhin praktiziert unser CHRISTLICHES FORUM seit jeher eine Art „Ökumene auf konservativ“  – allerdings ohne Verwischung der theologischen und sakramentalen Unterschiede zwischen den Konfessionen.

In der euphorischen Lobeshymne von „Kath.net“ auf die MEHR-Konferenz heißt es jedoch:

„Auf die Frage, wie die Konferenz mit der Eucharistiefeier und der Feier das Abendmahls umgehe, betonte der Gebetshausleiter, dass man alle Christen zu beiden einladen. „Zum Empfang der Eucharistie ermutigen wir jeweils die Leute dort zu gehen, wo sie sich konfessionell verorten.“

Der katholische MEHR-Chef Dr. Hartl lädt also „alle Christen zu beidem ein“, doch immerhin „ermutigt“ er die Teilnehmer dazu, „zum Empfang der Eucharistie“ in die Feier der jeweils eigenen Konfession zu gehen.

Doch der katholische Theologe bezeichnet dabei ausdrücklich beides – nämlich die protestantische Abendmahlsfeier und den katholischen Kommunionempfang – unterschiedslos als „Eucharistie“.

Dabei ist der Eucharistie-Begriff typisch katholisch  –  und was noch wichtiger ist: Beide Gottesdienstformen sind wesentlich verschieden dadurch, daß die hl. Kommunion objektiv ein Sakrament darstellt, die evanglische Abendsmahlsfeier jedoch nicht.

Diese konfessionelle Vermischung könnte man leicht verhindern (zumindest erschweren), wenn nämlich beide Gottesdienste  – Abendmahl / Messe – zur selben Zeit stattfinden würden (ggf. durch Teilung der Halle mit einem Vorhang oder wie auch immer).

Aber auf solche „Kleinigkeiten“ kommt es offenbar nicht an, wenn erlebnisorientierte Charismatiker aus katholischen, landeskirchlichen und freikirchlichen Kreisen sich zu MEHR versammeln ganz nach der charismatischen Devise: Die Lehre trennt, aber die Erfahrung vereint!

Man kann auch sagen: eine Ökumene auf der Gefühlsebene  – alle zusammen fliegen sie enthusiastisch auf die Wolke 7.

Unsere früheren 17 Artikel über die MEHR-Konferenz und das Gebetshaus Augsburg hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/


Pessach und Ostern diesmal zur selben Zeit

Von Felizitas Küble

In diesem Jahr werden das Osterfest und das jüdische Pessachfest zur selben Zeit gefeiert. Somit fallen zwei Feiertage zusammen, die auch inhaltlich miteinander verbunden sind.

An Pessach (Passah) gedenken Juden des einstigen Auszugs aus der Fronarbeit in Ägypten mit Gottes wunderbarer Hilfe – eine Tat himmlischer Befreiung!

Für Christen ist Ostern der höchste Feiertag im Kirchenjahr und die Gläubigen gedenken der Auferstehung Jesu – ein Wunder himmlischer Herrlichkeit!

Die Zeitgleichheit beider Feste erinnert an das gemeinsame religiöse Erbe von Christen und Juden.

Beidesmal gehört das Alte Testament zur Heiligen Schrift, in beiden Religionen gelten die Zehn Gebote als „Grundgesetz Gottes“. Die 150 Psalmen sind das gemeinsame biblische „Gebetbuch“ von Juden und Christen.

Die Jüdische Rundschau schreibt in ihrer April-Ausgabe 2019 auf der Titelseite dazu:

„Neben der Gestalt des im Königreich Judäa geborenen Juden Jesus und sehr vielen anderen Bezügen zu seiner jüdischen Heimat hat auch das am Vorabend des Pessach-Festes jährlich zelebrierte Seder-Mahl, dem der Relionsstifter des Christentums – Jesus – beigewohnt hat, als heiliges Abendmahl Eingang in die christliche Lehre gefunden.“

Beim Sedermahl wird stets die Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten vorgelesen.

BILD: Die Tafel mit den Zehn Geboten auf einem Kirchplatz in Bayern

Nach dieser Befreiung erhielt Moses in der Wüste Sinai von Gott die Zehn Gebote, die wichtigsten sittlichen Leitsätze der Welt – nicht allein für Juden und Christen, sondern für alle Menschen guten Willens, denn die Gebote des Ewigen sind uns „ins Herz geschrieben“, wie Paulus erklärte.

Befreiung und Gebote gehören zusammen, deshalb beginnt der Dekalog mit den Worten: „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich befreit hat!“ – Erst danach folgt die Aufzählung der Zehn Gebote.

Wir sehen: Gottes Zuspruch für uns und sein Anspruch an uns kommen aus demselben Vaterherzen Gottes!

 

 

 

 

 

 


Bischöfin Fehrs lobt Papst Franziskus – ist er gar ein „verkappter Protestant“?

Von Felizitas Küble

Wie das EKD-Portal „evangelisch.de“ meldet, schätzt Hamburgs protestantische Bischöfin Kirsten Fehrs das Oberhaupt der katholischen Kirche für seinen „Mut zu Reformen“.Foto Michaela Koller
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Frau Fehrs, die auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, erklärte in der „Langen Nacht der Weltreligionen“ im Hamburger Thalia-Theater: „Papst Franziskus scheint mir wie ein verkappter Protestant“.
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Zudem wies die Amtsnachfolgerin der bekannten Bischöfin Maria Jepsen darauf hin, daß Martin Luther sich 1521 auf dem Reichstag zu Worms „als erster Mensch öffentlich auf sein Gewissen berufen“ habe.
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Die lutherische Bischöfin scheint ein historisches Schmalspurwissen zu besitzen, will sie doch offenbar den Eindruck erwecken, als sei die Wertschätzung des Gewissens ein evangelisches Sondergut, das erst vor 500 Jahren mit Luther das Licht der Welt erblickte.
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Laut „evangelisch.de“ erzählte sie in jener „Langen Nacht“ in Hamburger außerdem: „Als geschiedene Frauen Papst Franziskus kürzlich fragten, ob sie am Heiligen Abendmahl teilnehmen dürften, habe er ihnen geraten, ihr Gewissen zu befragen.“
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Für Frauen, die lediglich „geschieden“ sind, stellt die Teilnahme am Tisch des HERRN in Wahrheit kein Problem dar, wobei sie nicht zum „Abendmahl“ gehen, sondern zur hl. Kommunion.
Die vieldiskutierte Frage stellt sich überhaupt erst bei jenen Personen (egal, ob Männer oder Frauen), die nach der Scheidung standesamtlich wieder geheiratet haben. 
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Hier gelten in der katholischen Kirche seit Jahrtausenden klare Regeln, die Päpste aber nicht in Telefonaten zwischen Tür und Angel oder in spontanen Gesprächen zu klären haben, sondern die lehramtlich festgelegt sind und zB. im Katechismus nachgelesen werden können.
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Demnach ist die Unauflöslichkeit der Ehe nicht nur ein wünschenswertes Ideal, sondern ein klares Wort und Gebot des HERRN, zudem verbunden mit der Ehe als einem Sakrament unter Getauften. Daher sind die Christgläubigen an ihr sakramentales Eheband gebunden und können nicht in einer gültigen Weise neu heiraten.
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Natürlich ist das Gewissen ein wichtiger Kompaß  – nicht etwa nur für evangelische, sehr wohl auch für katholische Christen. Freilich schwebt dieses Gewissen nicht im luftleeren Raum, orientiert sich nicht an Lust und Laune, sondern an den Geboten Gottes und den Erkenntnissen einer christlich erleuchteten Vernunft.
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Wer aber das Gewissen vom Willen Gottes und der Botschaft Christi trennt, wer ein gleichsam „autonomes“ Gewissen propagiert, das allein dem eigenen Ich unterstellt ist, mißbraucht die Freiheit der Kinder Gottes für eigensüchtige Zwecke.
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Das Problem scheint nicht ganz neu, denn davor hat schon der Apostel Paulus gewarnt – vielleicht sollte sich die Bischöfin in seine Mahnreden vertiefen, zB. im Brief an die Galater 5,13:  „Gott hat euch zur Freiheit berufen. Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Freibrief zur Befriedigung eurer selbstsüchtigen Wünsche, sondern dient einander in Liebe.“

Evangelischer Zwischenruf zu Fasnetsmessen

Der engagierte evangelische Christ Jörgen Bauer aus Heidenheim hat sich jetzt in einer Stellungnahme kritisch zu den Karnevals-Gottesdiensten und Fasnetsmessen geäußert, die sowohl in evangelischen wie in katholischen Kirchen stattfinden, vielfach auch am vergangenen Sonntag. ????????????????????????????????????????????

Wir zitieren aus jenen Abschnitten, die sich mit den „närrischen“ Umtrieben in katholischen Pfarrgemeinden befassen:

„Würde es passen, das Kreuz Christi in das Zentrum einer närrischen karnevalistischen Veranstaltung zu stellen? Hätte es gepasst, das Kreuz Christi auf Golgatha mit ausgelassenen Narren zu umstellen?

Bei solchen Fragen muss sich jeder Christ an den Kopf fassen und fragen, ob derjenige, der solches fragt oder in Erwägung zieht, noch bei Sinnen ist. Aber so abwegig, wie das scheint, ist das gar nicht, denkt man an die Katholische Kirchengemeinde in Wendlingen Unterboihingen, wo Fasnet-Gottesdienst mit Narrenzunft und Predigt, unter dem Motto „gelebtes Miteinander das keinen ausschließt“, Tradition ist und sich großer Beliebtheit erfreut, erkennbar an einer proppevollen Kirche.

Nun könnte man für eine Narrenpredigt in besagter St.-Kolumban-Kirche noch ein gewisses Verständnis haben. Manche Pfarrer lieben es, der Gemeinde bei dieser Gelegenheit in humorvoller Weise ein paar notwendige Sachen zu sagen.

Aber im vorliegenden Fall war die Predigt mit einer Eucharistiefeier verbunden, was im evangelischen Bereich einer Abendmahlsfeier entspricht.

Nach katholischem Verständnis wird im Sakrament der Eucharistie das Sühneopfer Christi zur Vergebung unserer Schuld vergegenwärtigt, in dem der Priester in der Person Jesu Christi handelnd, das Messopfer darbringt. Durch den Akt der Wandlung ist zuvor die Hostie zum Leib Christi und der Messwein zum Blut Christi geworden, der dadurch gegenwärtig ist.

Wenn das Sakrament der Eucharistie so verstanden wird, dann passt es überhaupt nicht, wenn der Altarraum von Hexen, Flamenco-Tänzerinnen, Cowboys und Piraten umrahmt ist und der Pfarrer die Gemeinde mit „Nelau“ begrüßt.

Die heilige Messe als närrische Veranstaltung und die Eucharistie als Narrenposse? In der Bibel werden die Gottlosen allerdings als „Narren“ bezeichnet. Sollte hier ein Zusammenhang bestehen?

Und Paulus warnt, bezüglich des Abendmahls, im 1. Korintherbrief 11, 27 ff. davor, unwürdig von dem Brot zu essen und aus dem Kelch des HERRN zu trinken, da man sich dieses sonst selbst zum Gericht isst und trinkt, weil man den Leib des HERRN nicht achtet.

Wir wollen das Richten auch hier Gott überlassen. Erkennbar wird für uns nur soviel, wie rasant der Zerfall und die Dekadenz allerorten um sich greifen. Wir aber wollen dem HERRN die Treue zu halten und uns von solchen Zerfallserscheinungen nicht erschrecken lassen.“

JÖRGEN BAUER, Am Jagdschlössle 15 in 89520 Heidenheim, Tel. 07321 / 739115

Bild: Evita Gründler


Evangelischer Altbischof Wilckens beklagt eine verwässerte Verkündigung „bis in obersten EKD-Kreisen“

Kritik an einer mangelhaften Verkündigung zentraler biblischer Inhalte in der evangelischen Kirche wurde bei einem Ökumenischen Bekenntniskongress geübt. Veranstalter des Treffens vom 1. bis 3. November in Bad Teinach-Zavelstein (Nordschwarzwald) war die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaftechrknn.

Rund 90 Vertreter evangelischer, orthodoxer und anglikanischer Konfessionen sowie der katholischen Kirche  befassten sich mit der Auferstehung als Fundament des christlichen Glaubens.

Der Lübecker evangelische Altbischof Prof. Ulrich Wilckens sagte, dass vielen kirchlichen Amtsträgern der Mut fehle, zentrale Glaubensaussagen bibelgemäß weiterzugeben.

Zahlreiche Pfarrer  –  „bis in die obersten Kreise der EKD hinein“  –  seien der Ansicht, dass die Botschaft, dass Gott den gekreuzigten Jesus Christus von den Toten auferweckt habe, modernen Menschen nicht zugemutet werden könne. Das gelte insbesondere für die Überzeugung, dass Christus für die Sünden aller Menschen gestorben sei und ihnen als der Auferstandene Vergebung von Schuld zuspreche.

Diese Theologen praktizierten eine historisch-kritische Bibelauslegung, wonach „nicht sein kann, was den Naturgesetzen widerspricht“. Für sie sei das Ostergeschehen religionsgeschichtlich eine Legende oder psychologisch betrachtet eine Vision. Wer die Berichte des NT ernst nehme, erkenne aber, dass die Apostel eine erfahrene Wirklichkeit beschreiben.

Prof. Wilckens zufolge sind Tod und Auferweckung Christi die Vollendung des im AT bezeugten Heilshandelns Gottes. Beim Abendmahl würden Christen die Gegenwart Jesu und Befreiung von Schuld erfahren. Der Altbischof plädierte dafür, das Abendmahl in jedem Sonntagsgottesdienst zu feiern. 

Quelle: http://www.idea.de


IRAN: Urteil von 80 Peitschenhieben wegen Abendmahlsfeier („Alkoholkonsum“) vollzogen

Die Bestrafung mit 80 Peitschenhieben wegen “Alkoholkonsums” bei der Abendmahlsfeier einer christlichen Gemeinde wurde am 30. Oktober im Falle eines von drei Verurteilten vollzogen.

Die Angeklagten waren am 20. Oktober wegen Alkoholkonsum und Besitz einer Satellitenantenne verurteilt worden, wie “Christian Solidarity Worldwide” (CSW) berichtet.

CSW-Direktor Mervyn Thomas erklärte in einer Verlautbarung:

“Diese Männer wurden bestraft, nur weil sie ein Sakrament empfangen haben, wie dies seit Jahrhunderten Christen in aller Welt tun. Es handelt sich um einen erschreckenden Verstoß gegen die religiöse Kultfreiheit. Mit der “Internationalen Konvention über zivile und politische Rechte” verpflichtet sich der Iran zur Religionsfreiheit für alle Religionsgemeinschaften.

Außerdem verstößt die Strafe gegen den Artikel 5 der Konvention, die unmenschliche und entwürdigende Strafen verbietet. Wir fordern die iranische Regierung zur Einhaltung der internationalen Verpflichtungen auf”.

Quelle: Fidesdienst


Warum keine Kelch-Kommunion in der katholischen Kirche?

Unter  Katholiken ist es üblich, daß sie allein die hl. Hostie empfangen, ohne daß ihnen der Kelch gereicht wird, wobei der sog. „Laienkelch“ nicht grundsätzlich verboten, aber auch nicht der Regelfall ist.  Zu besonderen Anlässen kann die Kelchkommunion gereicht werden,  zB. bei Trauungen oder Exerzitien.

Zudem hat die Kirche mitunter auch ganzen Gruppierungen und Bewegungen  eine Ausnahmeregelung für den Kelch gewährt, z.B.  im Mittelalter gegenüber jenem gemäßigten Teil der Hussiten, der wieder in die katholische Kirche zurückkehrte, ebenso den mit Rom verbundenen Ostkirchen.

Bei den protestantischen Konfessionen wird den Gläubigen das Abendmahl hingegen so gut wie immer unter beiden Gestalten gereicht.

Welche Gründe hat nun die katholische Kirche für ihre andersartige Praxis? 5d56a7150a

1. Christus ist sowohl in der Gestalt des Brotes als auch in jener des Weines jeweils ganz gegenwärtig. Um Christus zu empfangen, genügt also die Kommunion unter einer Gestalt. Christus verkündete das selbst mit den Worten: „Wer von diesem Brote ißt, wird leben in Ewigkeit!“ (Joh 6,51).   –  Auch der hl. Apostel Paulus bestätigt es  (vgl. 1 Kor 11,27).

2. Der bekannte Kirchenschriftsteller Tertullian bezeugt bereits im 2. Jahrhundert den damaligen Brauch, wonach den Kranken die hl. Kommunion allein in Form des Brotes gereicht wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Praxis zur Regel, nachdem die Zahl der Gläubigen stark zunahm. Hygienische Gründe und die Gefahr der Verschüttung des hl. Blutes kamen hinzu, außerdem das Problem, das hinsichtlich der (ehem.) Alkoholiker besteht.

Grundsätzlich gilt also:

Christus ist in der hl. Hostie nicht allein mit seinem verherrlichten Leib wirklich und wahrhaft zugegen, sondern als lebendige Person mit Leib und Seele, mit seiner Gottheit und Menschheit.   –  Papst Paul VI. formulierte es so: “Christus ist im hl. Altarsakrament so gegenwärtig, wie er im Himmel ist.“

Jesus hat bei seiner Auferstehung seine menschliche Natur (Leib und Seele) keineswegs aufgegeben, sondern behalten  –  und das wird für immer so bleiben. Sein irdischer Leib wurde nicht etwa aufgelöst, sondern umgewandelt (verklärt), so wie es bei unserer Auferstehung einst auch geschehen wird.

In der hl. Hostie ist somit der ganze Christus als Gott-Mensch persönlich zugegen. Diese Auslegung findet ihre Berechtigung  auch in der Verheißung des HERRN: „Wer mich ißt, wird ewig leben!“ (Joh 6,57).

Als Christus beim  Abendmahl sprach: „Das ist mein Leib“, bedeutete es nach damaligem Sprachgebrauch: Das bin ich selbst als ganze Person  –  also nicht etwa allein mein „Geist“.  Unser Erlöser hat seinen Leib auch deshalb betont, um deutlich zu machen, daß er nicht nur sinnbildlich gegenwärtig ist.   

Felizitas Küble

Foto: Wallfahrtsort Maria Vesperbild