Papst Franziskus hat den konservativen Kardinal Raymond Burke amtsenthoben

Von Felizitas Küble

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am heutigen 8. November online berichtet, wurde der US-amerikanische Kurienkardinal Raymond Burke (siehe Foto) als Präfekt der Apostolischen Signatur von Papst Franziskus abgesetzt. Er leitet damit nicht mehr den obersten Gerichtshof des Vatikan.  220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

Das Amt des theologisch konservativen Präfekten Burke erhält nun der bisherige „Außenminister“ des Kirchenstaats, Dominique Mamberti. Dies hat der Vatikan am heutigen Samstag amtlich mitgeteilt.

Zugleich wurde bekanntgegeben, daß der 66-jährige Raymond Burke nun auf den repräsentativen, kirchenpolitisch völlig unbedeutenden Ehrenposten eines Kardinalpatrons des Malteserorden abgeschoben wird, den üblicherweise ältere Ruhestands-Kardinäle innehaben.

Aus der Kirchenleitung im Vatikan ist er damit vollständig entfernt.

Bereits vor der jetzigen Absetzung wurde Kardinal Burke durch Papst Franziskus von mehreren Kurien-Positionen entfernt; so verlor er zB. im Vorjahr seine Mitgliedschaft in der bedeutsamen Bischofskongregation, was damals zu großer Enttäuschung in konservativen Kreisen führte  –  siehe hierzu unser Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/20/lebensrechtler-weltweit-entsetzt-papst-entlast-kardinal-burke-aus-der-bischofskongregation/

Die FAZ schreibt zur heutigen Amtsenthebung folgendes:

„Der Konservative Burke hatte sich während der vor kurzem im Vatikan zu Ende gegangenen Familiensynode kritisch über die Außendarstellung des wichtigen Bischofstreffens zu Fragen von Ehe und Sexualität geäußert.

Burke gehörte zu jenen fünf hochrangigen Kardinälen, die sich im Vorfeld der Synode gemeinsam gegen Zugeständnisse der Kirche an geschiedene Katholiken ausgesprochen hatten. Zu seinen Mitstreitern gehörte auch der Präfekt der vatikanischen Glaubens-kongregation, der Deutsche Gerhard Ludwig Müller.“ 75743_14122011

Benedikt XVI.: Burke ist ein „großer Kardinal“

Noch vor kurzem erhielt Raymond Burke öffentliches Lob von Papst Benedikt, der ihn während seines Pontifikats gefördert und zum Kardinal ernannt hatte:

In einer Grußbotschaft an die „Wallfahrt der Tradition“ am 26. Oktober in Rom bezeichnete er Kurienpräfekt Burke als „großen Kardinal“.

Die Absetzung des tapferen und glaubensstarken Würdenträgers wird vor allem folgende Gruppierungen in der katholischen Kirche stark enttäuschen:

1. Die Lebensrechtler: Burke war ein entschiedener Abtreibungsgegner, der den seltenen Mut besaß, die Mächtigen in den USA und darüber hinaus eindringlich und deutlich an das Lebensrecht aller Menschen zu erinnern. Zudem forderte er alle katholischen Bischöfe weltweit dazu auf, persönlich am jeweiligen „Marsch für das Leben“ teilzunehmen.

2. Die Anhänger von Papst Benedikt (Begründung siehe oben sowie der folgende Punkt 3)

3. Die liturgisch Traditionellen bzw. Freunde der „alten Messe“, also des überlieferten Ritus.

4. Die moraltheologisch Konservativen und „Familienbewegten“, die sich für hohe Ideale, für Sittlichkeit, für Ehe und Familie sowie gegen die Gender-Ideologie einsetzen.

5. Millionen amerikanischer Katholiken, denn Kardinal Burke war bislang der ranghöchste US-amerikanische Kirchenmann in der römischen Kurie (Vatikan). Er ist bei vielen Gläubigen in den Vereinigten Staaten nach wie vor sehr beliebt, auch bei theologisch konservativen Protestanten (Evangelikalen).

Wir haben bereits am 19. Oktober darüber berichtet, daß die Absetzung Burkes wahrscheinlich bevorsteht: https://charismatismus.wordpress.com/2014/10/19/wird-kardinal-burke-wirklich-amtsenthoben/

Ergänzender Kommentar zur Causa BURKE von Kollegenseite: http://totaliter-aliter.blogspot.de/2014/11/371.html

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