Warum der Spielfilm „Unplanned“ ebenso glaubwürdig wie erschütternd ist

Von Cordula Mohr

Der amerikanische Spielfilm „Unplanned“ (Ungeplant) ist ergreifend und erstaunlich gut gemacht. Ich kenne bereits die Biographie LEBENSLINIE, die diesem neuen Streifen zugrundeliegt (siehe dazu meine Besprechung: https://charismatismus.wordpress.com/2012/10/15/buch-tip-fur-lebensrechtler-lebenslinie/).

Hier gilt, was sonst selten der Fall ist: Der Film kann dem Buch durchaus das Wasser reichen.

Die hier erzählte Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, nämlich der Bekehrung von Abby Johnson (siehe Foto), die eine Abtreibungsklinik in den USA leitete, sich dann mit Grau(s)en davon abwendet und zum katholischen Glauben findet.

Es wird niemand als Person verurteilt (die teiweise traurigen Gesichter der Schwangeren nach einer Abtreibung werden freilich gezeigt), aber die Fakten um die Tötung ungeborener Kinder und das Geschäft mit der Abtreibung sind total glaubwürdig dargestellt.

Abby hat selbst in diese entmutigten Gesichter geschaut. Das wird im Buch noch viel deutlicher beschrieben. Abby Johnson verschweigt nichts und der ganze Film ist authentisch. Man spürt, dass eine wahre Geschichte zugrundeliegt.

Zum Schluss, als Abby zu den Pro Lifern (Lebensrechtlern) herüberwechselt, sagt sie zu ihnen bei einer Mahnwache: „Betet an dem Zaun weiter. Immer, wenn ihr gebetet habt, sind einige Frauen nicht zu ihrem Abtreibungstermin gekommen.“

Es sollte uns weiter ermuntern, auch in Deutschland vor den Abtreibungskliniken zu beten, wie dies etwa durch die Initiative Europrolife in einigen Großstädten seit Jahrzehnten geschieht.  

Abby Johnson (siehe Foto) war wohl nur kurze Zeit Leiterin einer solchen Klinik von Planned Parenthood (der Mutterorganisation von Pro Familia, die eigentlich Anti-Familia heißen müßte). Sie erhält diese leitende Stellung und zögert zunächst damit, weil sie dabei zugleich die Abtreibungszahlen erhöhen soll, zumal ein neues größeres Gebäude in Planung ist, das finanziert sein will. Dennoch nimmt sie den Posten an, zumal sie damals noch unbekehrt ist.  

Im Buch wird etwas besser als im Film beschrieben, wie Abby in den Gottesdiensten und Kirchen ein schlechtes Gewissen bekommt und eine Kirchengemeinde ihre Anwesenheit eigentlich nicht wünscht bzw. allenfalls duldet.

Der Anfang von „Unplanned“ beginnt mit einer Abtreibung, die auf Ultraschall mit einer exakten Auflösung zu erkennen ist. Man sieht: Das Rückgrat des Babys ist schon klar ausgebildet. Auch den Herzschlag des ungeborenen Kindes hört man deutlich.  

Im Buch wird diese Szene, in welcher Abby den Ultraschallkopf halten sollte, auch sehr anschaulich beschrieben. Im Film sagt der Abtreibungsarzt, als das ungeborene Kind in einer größeren Saugkanüle zerstückelt wurde, noch beiläufig: Beam me up, Scotty!  

Manches erinnert an den Dokumentarfilm „Der stumme Schrei“ von Dr. Nathanson, einem ehem. Abtreibungsarzt, der sich ebenfalls bekehrte und später ein bekannter Lebensrechtler und katholischer Christ wurde. Durch die moderne Technik ist nun aber vieles genauer zu sehen.  

Zum Geschäftsaspekt der Abtreibung in der PP-Klinik: Abby war mitlerweile so weit, dass sie einigen Frauen in finanziellen Nöten empfahl, möglichst schnell ihr Baby abzutreiben, weil der Preis an der Größe des kindlichen Kopfes gemessen wurde. Je kleiner der Kopf, desto günstiger die Abtreibung.

Um festzustellen, dass alle Körperteile des Babys abgesaugt worden sind, wird das zerstückelte Embryo durch Angestellte in separaten Räumen gleichsam wieder zusammengelegt und nachgeschaut, ob nichts in der Gebärmutter zurückgeblieben ist.

Zeitgleich saßen die Ex-Schwangeren narkotisiert im Aufwachraum; gäbe es „vermißte“ Körperstücke ihres Babys, dann hätte man diese Frauen erneut ins Behandlungszimmer gebracht. Eine andere Szene beschreibt eine ähnliche Situation: Der Abtreiber hatte die Gebärmutterwand präforiert und die Frau blutete infolgedessen stark.

Zuletzt berichten Film und Buch darüber, daß Abbys früherer Arbeitgeber PP rechtlich gegen sie geklagt hat, wobei sie den Prozeß im US-Bundesstaat Texas gewonnen hat.

Ich habe in den letzten Jahren noch keinen derart aktuellen und erschütternden Film zum Thema Abtreibung gesehen. „Unplanned“ muß möglichst breitflächig in unsere Kinos kommen und sollte alle Zuschauer/innen aufrütteln. Wir können den fast zweistündigen Film aber auch selber als DVD bestellen und sollten diese Chance nutzen.

Weitere Hinweise und Infos zum FILM hier: https://ja-zum-leben.de/unplanned_film/

Unsere Autorin Cordula Mohr ist dreifache Mutter und aktive Lebensrechtlerin; sie leitet den Münsterland-Regionalverband der ALFA (Aktion Lebensrecht für alle) und gehört zum Vorstand der CDL (Christdemokraten für das Leben) in NRW.

HIER ergänzend die Film-Besprechung des Medizin-Professors Dr. Paul Cullen aus Münster: https://charismatismus.wordpress.com/2020/09/07/film-unplannend-was-sie-sah-aenderte-alles/


US-Bundesstat Louisiana: Zwei Drittel der Wähler stimmen fürs Lebensrecht

Die Lebensrechtsbewegung errang in den USA wieder einen politischen wie moralischen Sieg. Die Medien in Mitteleuropa reagierten mit eisigem (Tot-)Schweigen.

Slogan: „GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

Tatsächlich stimmte die Bevölkerung im politisch so bedeutenden wie auch bunten Bundesstaat Louisiana mit dem weltberühmten New Orleans als Kulturmetropole parallel zur Präsidentenwahl über einen Verfassungszusatz ab. Der betrifft die Abtreibungsfrage, denn die Wähler wurden gefragt:

Unterstützen Sie einen Verfassungszusatz, der erklärt, dass um menschliches Leben zu beschützen, ein Recht auf Abtreibung und die Finanzierung von Abtreibung nicht Eingang finden soll in die Verfassung von Louisiana?

Für diese sehr klare Positionierung im Sinne des Lebensrechts entschieden sich mit 62 Prozent rund zwei Drittel der Wähler.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.unzensuriert.at/us-staat-louisiana-gegen-abtreibung/


USA: Wichtigstes Thema für Trump-Wähler ist das Lebensrecht der Ungeborenen

In einem heute online erschienenen Artikel der FAZ (Frankfurter Allgemeinen Zeitung) geht es um die Gründe, die dazu geführt haben, daß Trump bei der Präsidentschaftswahl weitaus besser abschnitt als gemeinhin erwartet: https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/zehn-millionen-neue-waehler-fuer-trump-wie-konnten-sie-nur-17054345.html

Der Beitrag von Andreas Ross beginnt mit den Worten:

.Slogan: „GERECHTIGKEIT für UNGEBORENE“

„Der abgewählte Präsident bekam gut zehn Millionen Stimmen mehr als 2016. In fast der Hälfte aller Landkreise gewann Trump mit mehr als 40 Prozentpunkten Vorsprung vor Biden. Warum halten ihm so viele Amerikaner die Treue?“

Der Autor versucht dann in 10 Punkten eine mehr oder weniger gelungene Antwort auf diese Frage zu finden.

Interessant ist freilich eine Grafik unter dem Titel „Was ist Amerikas größtes Problem?“

Dabei geht es darum, „was den Wählern der beiden Kandidaten am wichtigsten war“, was also auch ihre Abstimmung geprägt hat.

Daraus ergibt sich Folgendes:

Für Biden-Anhänger war das Corona-Thema entscheidend, für Trump-Wähler hingegen das Abtreibungs-Problem. (Der amtierende Präsident nahm z.B. am „Marsch für das Leben“ in Washington teil und beschloß mehrere staatliche Maßnahmen gegen Abtreibung.)
Danach folgt bei den Republikanern das Einwanderungsthema, dann Wirtschafts und Arbeitsplätze.
Bei den Demokraten-Fans liegt auf Platz 2 der Punkt Wirtschaft/Arbeitsplätze und danach folgt die Gesundheitsvorsorge.

.


EU-Staaten attackieren in der UNO die Lebensrechts-Politik der Trump-Regierung

Wie das US-amerikanische „Center for familiy und human rights“ (Zentrum für Familie und Menschenrechte) in New York heute (12.11.) berichtet, haben zwölf europäische Staaten die (Anti-)Abtreibungs-Politik der Trump-Regierung auf einer UNO-Sitzung vorige Woche in Genf angegriffen.

Den USA wurde vorgehalten, Abtreibung sei ein Menschenrecht. Vize-Außenminister Robert Destro erklärte, Abtreibung sei zwar in den USA straffrei, aber betrachte man sie nicht als „eine Frage der internationalen Menschenrechte“. Er bekräftigte, daß „alles Leben, sowohl das geborene wie das ungeborene, geschützt werden sollte“.

Die abtreibungsfreundlichen Regierungen – darunter vor allem Holland und Belgien – forderten die derzeitige Trump-Administration auf, einen universellen Zugang zu „sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten“ sicherzustellen (mit diesem schönfärbenden Ausdruck ist die totale Abtreibungsfreiheit gemeint). Kritisiert wurde vor allem die Mexico-City-Police, wonach keine staatliche Auslandshilfe zur Finanzierung von Abtreibungen erlaubt sei, die in dieser strikten Form von Präsident Trump eingeführt worden war.

Dr. Dorothy Fink, eine Mitarbeiterin im US-Gesundheitsministerium verteidigte die amerikanische Politik und skizzierte vier Säulen: Verbesserung der Gesundheit von Frauen, Schutz des Lebens in allen Phasen, Stärkung der Familie als Grundlage der Gesellschaft und Verteidigung der nationalen Souveränität.

Quelle für die Zitate: https://c-fam.org/friday_fax/u-s-pushes-back-on-abortion-at-human-rights-council/


Biden will Pro-Abtreibungs-Agenda starten

Joe Biden, der (angeblich) künftige US-Präsident, hat bereits jetzt durchblicken lassen, daß er die von Trump erlassenen Anti-Abtreibungs-Bestimmungen wieder rückgängig zu machen gedenkt.

So will er sofort nach Amtsantritt (an den er zu glauben scheint) die Mexico-City-Politicy aussetzen. Dieses Gesetz aus der Ära des konservativen Präsidenten Reagan (das von Trump weiter verschärft wurde) untersagte die staatliche Vergabe von Zuschüssen an ausländische Pro-Abtreibungs-Organisationen, z.B. PP (Planned Parenthood international).

Biden hatte dieses Vorhaben bereits im Wahlkampf verkündet.

Noch stärker positioniert sich bei diesem Thema indessen seit langem die (möglicherweise) künftige Vize-Präsidentin Kamala Harris (siehe Foto hier mit Biden) angesichts ihrer radikalfeministischen Forderungen.

Die Politikerin kämpft für totale Abtreibungsfreiheit, von ihr gerne als „reproduktives Recht“ schöngefärbt. Falls Biden im Falle einer Präsidentschaft aus gesundheitlichen Gründen ausfällt, käme Harris ans Ruder – eine für ungeborene Kinder nicht nur in den Vereinigten Staaten tödliche Gefahr.


Vizepräsident Pence stellt sich hinter Trump

Mike Pence gilt in den USA seit Jahren als ein besonders engagierter Vertreter christlicher Anliegen in der Regierung, inbesondere für den Schutz von Ehe und Familie sowie im Einsatz gegen Abtreibung und Genderismus.

In öffentlichen Erklärungen und auch auf Twitter solidarisiert der evangelikal geprägte Pence sich eifrig mit Präsident Trump und verlangt energisch eine rechtliche Überprüfung von Wahlbetrugsindizien. In einigen US-Bundesstaaten werden bereits die Stimmen nachgezählt, z.B. in Georgia.

Auf Twitter bringt der Vizepräsident häufig die Tweets von Trump und dessen Team, ebenso Verlautbarungen des Weißen Hauses, das nach wie vor dem amtierenden Präsidenten untersteht.

Auch Pence selber stellt in seinen Kurznachrichten klar, daß er auf Trumps Seite steht und bis zu einer legitimen bzw. gesetzlichen (!) Wahl „für den Präsidenten weiter kämpfen“ werde. Es müßten alle legalen Stimmen gezählt und die ungültigen Wahlzettel annulliert werden. Die Wahl sei keineswegs zu Ende, betont er mehrfach.

Hier kann man seine Tweets und Retweets nachlesen: https://twitter.com/Mike_Pence

Damit dürfte klar sein: Bei jenen Pressemeldungen, Pence sei „abgetaucht“ und habe sich bereits von Trump distanziert, war wohl der linke Wunsch Vater des Gedankens.

Zudem erhält Trump starke Rückendeckung von seiner Republikaner-Partei, so aktuell z.B. von Mitch McConnell, dem Mehrheitsführer der Republikaner im Senat. Außenminister Mike Pompeo erklärte sogar gewitzt, es werde gewiß doch einen „reibungslosen“ Übergang geben – nämlich zu einer zweiten Amtszeit von Trump.

HIER unser ausführlicher Artikel über Pence vor vier Jahren: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/10/der-neue-us-vizepraesident-mike-pence-christlich-konservativ-israelfreundlich/

HIER aktuell weitere Indizien für Wahlbetrug in den USA: https://philosophia-perennis.com/2020/11/11/wurden-die-ergebnisse-der-praesidentenwahl-in-den-usa-manipuliert/


Scott Jennings würdigt die Politik Trumps

Von Felizitas Küble

Der US-amerikanische CNN-Redakteur Scott Jennings (siehe Foto) ist ein preisgekrönter Journalist und war Assistent von Präsident George W. Bush.

Der aus Kentucky stammende Politikberater wird hier von der US-Elite-Universität Harvard präsentiert: https://iop.harvard.edu/fellows/scott-jennings

In einem aktuellen Artikel schreibt der bekannte Publizist, für ihn sei die Causa Donald Trump ganz einfach:

Der Präsident habe die Wirtschaft vorangebracht, die Steuern für den Mittelstand gesenkt, vor allem aber die Vereinigten Staaten von „kostspieligen Kriegen ferngehalten und sogar Friedensabkommen im Nahen Osten vermittelt“.

Er erwähnt sodann, daß er Trump als Person, manche Äußerungen und seine groben Umgangsformen durchaus kritisch sieht, doch die Politik des Amtsinhabers insgesamt positiv bewerte, vor allem seinen Widerstand gegen „linke Radikale“ und seine Ernennung von Frau Barrett für den Obersten Gerichtshof.

Trumps Bereitschaft, „sich gegen den Mob zu behaupten“, beeindrucke ihn zutiefst, ebenso seine Solidarität mit dem in einer wüsten Medienkampagne attackierten Bunderichter Kavanaugh, dessen Unschuld sich später herausstellte:

„Ein besonders stolzer Moment war es beispielsweise, während eines harten Kampfes um Gerechtigkeit Barett Kavanaugh zur Seite zu stehen.“

Positiv zu werten sei auch seine Teilnahme am „March for Life“ (Marsch für das Leben). Er sei der erste Amtsinhaber, der sich auf diese demonstrative Weise aktiv gegen Abtreibung positionierte. Welche inneren Motive Trump hierfür auch immer habe, sei für die Sache nicht entscheidend, sondern daß er die Stimme der Stummen, der ungeborenen Kinder sei, die nicht für sich selber eintreten könnten.

Abschließend schreibt Jennings, Trump könne sich noch verbessern, aber Biden sei „in keiner Weise ein Schritt in eine politische Richtung, die ich als Konservativer unterstützen kann.“

Quelle für die Zitate Jennings: https://www.cnn.com/2020/10/30/opinions/donald-trump-deserves-second-term-jennings/index.html


Kölner „Domradio“ ist enttäuscht über mehrheitlich katholische Trumpwähler in USA

Von Felizitas Küble

Unter dem jammerseligen Titel „Die katholische Stimme hat nicht immer Recht“ beklagt sich das seit Jahrzehnten linksliberal ausgerichtete „Domradio“ aus Köln über jene unbotmäßigen Katholiken in den Vereinigten Staaten, die zu 2/3 Trump wählten, statt – wie sich das gehört – dem hierzulande so vielgeschätzten Biden ihre Stimme zu geben.

Solch ein Ärger ist für den kirchlichen Sender des Erzbistums Köln zweifellos bitter:
https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2020-11-05/die-katholische-stimme-hat-nicht-immer-recht-wie-die-religionsgemeinschaften-bei-der-us-wahl?_gb_c=03A8EF0B57DF4D3EB7A2394E99CCFD0D&gb_clk=9-20201105185455-17961506-0-38258

Zahlen von AP über NBC bis zu New-York-Times erklären, zwischen 61 und 68 Prozent der wahlberechtigten Katholiken hätten für Trump gestimmt.

Immerhin kann sich das Domradio trotz seiner politischer Bauchschmerzen einen Reim darauf machen:

„Zwar hat die US-Bischofskonferenz keine Wahlempfehlung ausgesprochen, sich aber ganz klar für den Schutz des ungeborenen Lebens oder die Religionsfreiheit eingesetzt. Beides Punkte, die Trump im Wahlkampf oft betont hat.“

Das Thema Abtreibung sei für viele Katholiken „wahlentscheidend“, heißt es zutreffend weiter – und tatsächlich geht es bei diesem Thema immerhin nicht um irgendetwas, sondern um Leben oder Tod. „Sehr viele katholische Bischöfe“ hätten im Wahlkampf durchblicken lassen, daß ein gläubiger Katholik nicht pro Biden – und damit pro Freigabe der Abtreibung – entscheiden könne.

Immerhin gibt es auch eine Gruppe in den USA, die sich eindeutig für Biden positioniert hat, vor allem Muslime und Atheisten bzw. Religionslose.

Wenn das mal kein Trost ist für einen kirchlich-bischöflichen Sender…


CDL begrüßt polnisches Verfassungsgerichts-Urteil gegen eugenische Abtreibung

Zu der Entscheidung des Verfassungsgerichts in Polen, Abtreibung aus eugenischen Gründen für unzulässig zu erklären, erklärt die

Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (siehe Foto):

„In einer europaweit vielbeachteten Entscheidung hat jetzt am 22. Oktober 2020 das oberste Gericht Polens, das Verfassungsgericht, Abtreibungen auf Grund von Fehlbildungen des ungeborenen Kindes für verfassungswidrig erklärt.

Damit folgt es konsequent einer Linie, die sich nach dem Ende des Eisernen Vorhangs in Polen immer mehr abgezeichnet hat. Im Kommunismus war in allen Ostblockstaaten Abtreibung völlig legal, stets zugänglich und zu Lasten der Frauen ein übliches Mittel der Familienplanung.

Das aktuelle Urteil in Polen bestätigt ein seit 1993 geltendes Gesetz, das Abtreibung nur nach Vergewaltigung und bei Gefahr für das Leben der Mutter erlaubt, jetzt aber nicht mehr aus eugenischen Gründen.

Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass das Kind in jeder Entwicklungsphase zu schützen sei, auch wenn dies eine besondere Belastung für die Mutter mit sich bringen könne. Dies müsse die Gesellschaft um der Achtung der Menschenwürde willen mittragen.

Schon seit Jahren hatten die 2019 neu bestätigte Regierung der nationalkonservativen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und der gerade wieder gewählte Präsident Duda angekündigt, einer weiteren Liberalisierung des Abtreibungsrechts eindeutige Grenzen zu setzen.

Innerhalb der Europäischen Union gilt damit in Polen die weitestgehende Regelung zum Schutz des ungeborenen Lebens. Dies löst seit Jahren im In- und Ausland kontroverse Debatten aus.

Als Christdemokraten für das Leben (CDL) begrüßen wir die grundsätzliche Entscheidung des höchsten polnischen Gerichts, die immer weiter zunehmende Zahl von Abtreibungen aufgrund von Behinderungen oder genetischen Belastungen als Unrecht und Diskriminierung gegenüber Ungeborenen zu begrenzen.

Leider steigen insgesamt europa- wie weltweit die Zahlen von Abtreibungen aus genetischen und eugenischen Gründen signifikant an. Die meisten Länder, Parlamente, Regierungen und Gerichte schauen dieser Entwicklung kommentarlos zu oder forcieren sogar noch die Selektion ungeborener Menschen wegen genetischer Disposition oder Behinderung.

Die Zahl der Abtreibungen aufgrund „medizinischer“ Indikation wächst auch in Deutschland auf fast vier Prozent aller vorgeburtlichen Kindstötungen.

In Deutschland haben zudem inzwischen sogar mehrfach bereits Gerichte entschieden,  dass eine nicht durch Abtreibung verhinderte Geburt eines behinderten Kindes im Einzelfall die betreffenden Ärzte schadensersatzpflichtig machen kann. Formal lässt zwar bisher auch die deutsche Rechtslage aus guten Gründen keine Abtreibung wegen Behinderung eines Kindes zu und verbietet damit eigentlich jede eugenische Selektion.

Aber in großer Widersprüchlichkeit dazu erlaubt das Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) die sogenannte „medizinische“ Indikation, die es ganz der Schwangeren überlässt, ob sie ein Kind aufgrund pränatal diagnostizierter möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen abtreibt oder annimmt. Damit ist die schwangere Frau oft unter erheblichen Druck gesetzt und wird im Grunde mit der Entscheidung über das Leben ihres Kindes allein gelassen.

Die Gesellschaft müsste ihr sehr viel stärker als bisher erkennbar wertschätzend, unterstützend und begleitend zur Seite stehen und Hilfen anbieten. Seitens der CDL haben wir dazu häufiger konkrete Vorschläge gemacht.

Die CDL setzt sich grundsätzlich für das Lebensrecht jedes Kindes ein, unabhängig von der Lebensphase, der sozialen Situation der Mutter oder der genetischen Disposition des Kindes.

Wir halten es daher für ein  wichtiges und richtiges Signal, wenn sich ein bedeutendes europäisches Nachbarland wie Polen – juristisch und politisch, getragen und legitimiert von einem Mehrheitsvotum der Bürger – gegen den aktuellen Trend in Europa stellt und damit für mehr statt weniger Lebensschutz eintritt.

Wer die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung wirklich überzeugend und nachhaltig abbauen will, muss mit dem Respekt und der Achtung jedes Menschen schon  v o r  der Geburt beginnen und diesen in jeder Lebensphase staatlicherseits als tatsächlich gleichwertig anerkennen und behandeln.“


Zunehmende Gleichgültigkeit bei zentralen Glaubensfragen auch bei Katholiken

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Auf der Herbstkonferenz der deutschen Bischöfe 2020 in Fulda hat der päpstliche Nuntius Erzbischof Eterovic mit wenigen Zahlen dargelegt, wo die Aufgabe der katholischen Kirche in Deutschland liegt:

„Lt. den Statistiken glauben von den 54% der Bevölkerung in Deutschland, die Christen sind, nur 61% der Katholiken und 58% der evangelischen Christen an die Auferstehung Christi; ferner glauben nur 57% der evangelischen Christen und 63% der Katholiken, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist“.

Erzbischof Eterovic fügt hinzu: „31% der Deutschen glauben an ein Schicksal, 24% an Astrologie und 15% an eine Wiedergeburt“.

Damit wird die eigentliche Aufgabe eines Reformprozesses wie des „Synodalen Weges“ unausweichlich: Neuevangelisierung, d.h. die Wahrnehmung des Missionsauftrages Jesu.

Zum „Röntgenbild“ der katholischen Kirche tragen die repräsentativen Untersuchungen des INSA-Meinungsforschungsinstitutes aus Erfurt bei. Die nachfolgend aufgeführten Daten beziehen sich darauf.

Eine Aussage, zu der sich die befragten Katholiken äußern sollten, lautete: „Der katholische Reformdialog Synodaler Weg interessiert mich“: Nur 19% zeigten Interesse. Mehr als die Hälfte (53%) interessieren sich nicht. 28% können die Frage nicht einschätzen, obwohl die Medien darüber wiederholt berichtet haben. Ein Interesse ist wohl auch bei ihnen nicht gegeben. Damit sind rund 80% eher desinteressiert.

Diese rund 80% spiegeln auch das Interesse der Deutschen insgesamt wider, weil bei dieser repräsentativen Erhebung auch Deutsche allesamt befragt wurden. Bezogen auf die Deutschen äußerten fast zwei Drittel (63%) kein Interesse, nur 11% waren am Synodalen Weg interessiert. 17% „wissen nicht, wie sie dazu stehen“.

Damit sind rund vier Fünftel der Deutschen und auch der Katholiken an einer Reform der katholischen Kirche desinteressiert. Sie bringen damit auch zum Ausdruck, dass die Kirche für sie persönlich und auch für die Gesellschaft, in der sie leben, von geringer Bedeutung ist.

Die schwindende Bedeutung der katholischen Kirche für die bundesrepublikanische Gesellschaft kommt im Ergebnis einer weiteren repräsentativen Untersuchung zum Vorschein. Die Aussage, zu der die Befragten Stellung nehmen sollten, lautete: „die katholische Kirche bereichert mit ihren Festen und Ritualen das kulturelle Leben in Deutschland“. Nur 28% der Deutschen stützen diese Aussage. 42% sind gegenteiliger Auffassung. 22% können sich dazu nicht äußern.

In dieser Frage weichen die befragten Katholiken stärker von der Gesamtheit ab: 48% („Kulturkatholiken“) meinen, dass die Kirche die Kultur in Deutschland bereichert. Aber das ist noch nicht jeder Zweite. 28% der Katholiken messen der katholischen Kirche keine Bereicherung der Kultur zu. Ein Viertel kann das nicht einschätzen.

Die Interesselosigkeit am Glauben der Kirche hat Folgen, z.B. für das wichtigste Grundrecht, das Recht auf Leben, von dem alle übrigen Rechte abhängen.

In Deutschland wird laut amtlicher Statistik jährlich 100.000 ungeborenen Kindern das Leben genommen. Diese Tatsache beunruhigt nur 16% der Deutschen – und auch nur 16% der Katholiken! Die Frage lautete: „Das Ausmaß von Abtreibungen in Deutschland beunruhigt mich“. Gut jeder zweite Deutsche (53%) und ebenso 54% der Katholiken fühlen sich durch die Massenabtreibung in ihrem Befinden nicht gestört.

Ein Wort Jesu aber sagt: „Bei Euch soll es nicht so sein“ (Mk 10,43). Denn für Christen bringt diese Einschätzung nicht nur ein erschreckend nachlassendes Wertgefühl für das Leben zum Ausdruck, bei ihnen kommt noch die Übertretung des Gottesgebotes „Du sollst nicht töten“ hinzu. Die Zahlen signalisieren, dass die Wertschätzung für das Leben bei Katholiken nicht besser als in der Gesamtbevölkerung ist.

Wenn die Tötung Ungeborener von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung hingenommen wird, berührt diess das Leben insgesamt, das der Alten und der Kranken etc.

Die vom Bundesverfassungsgericht nun zugestandene Möglichkeit der Selbsttötung durch aktive Sterbehilfe als Ausdruck der Selbstbestimmung öffnet auch Schleusen für die Verfügbarkeit des menschlichen Lebens insgesamt. Hinter den Barrieren der

Unverfügbarkeit tauchen ungeahnte Möglichkeiten auf, wie mit menschlichem Leben hantiert werden kann und wie die Würde des Menschen unter die Räder kommt. Die treibenden Kräfte sind Geld und Macht.

Wenn die innere Beziehung zur Kirche verloren geht, tritt das Grundrecht auf Religionsfreiheit in den Hintergrund. Die Katholiken vergessen ihre Märtyrer, nicht nur die einer 2000jährigen Kirchengeschichte, sondern auch die heutigen.

Dazu zählen auch die geringen „Sorgen auf Grund der weltweit steigenden Angriffe auf Gotteshäuser“. Die Aussage „Eine zunehmende Zahl von Angriffen auf Kirchen weltweit bereitet mir Sorgen“, wird nur von 45% der Deutschen bejaht, bei 30% ist das nicht der Fall, 17% können diese Frage nicht beantworten. Nur 52% der Katholiken teilen die Sorge, obwohl es vor allem katholische Gotteshäuser sind, die davon betroffen sind.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS