Sind Ultraschalluntersuchungen für die Ungeborenen schädlich oder nützlich?

Von Dr. med. Edith Breburda

Gynäkologen in den USA warnen vor zu vielen Ultraschalluntersuchungen bei normalen Schwangerschaften. Milena Mrosovsky erzählt, dass sie mindestens ein Dutzend Ultraschalluntersuchungen hatte, als sie schwanger war: “Ich war glücklich über die vielen Bilder und klebte sie alle in mein kleines Album.” Dr. Breburda

Solche Aussagen sind nicht ungewöhnlich für Eltern. Amerikanische Frauen lassen heute immer mehr Ultraschalluntersuchungen an ihren Ungeborenen durchführen. Sie posten die Bilder stolz auf Facebook oder anderen modernen Medienseiten.

Seit 2004 konnte man einen 92%-igen Anstieg dieser Untersuchungen beobachten. Jeder Besuch beim Arzt beinhaltet eine Ultraschalluntersuchung.

Experten warnen nun davor, dass es medizinisch nicht gerechtfertigt ist, bei einer risikoarmen Schwangerschaft so viele Untersuchungen durchführen zu lassen.

Im Mai 2014 machten verschiedene medizinische Gesellschaften, wie auch die Amerikanischen Gynäkologen und Geburtshelfer darauf aufmerksam, dass eine oder zwei Untersuchungen bei einer Schwangerschaft ohne Komplikationen genügen sollten.

“Ultraschall sollte für die kurzmöglichste Zeit und mit der geringsten Energiefrequenz an einem Ungeborenen angewendet werden, und auch nur dann, wenn es unbedingt nötig ist”, empfehlen die Fachleute.  luitgard5

Weniger Ultraschalltests wären besser

Daniel O’Keefe, Vizepräsident der Gesellschaft für Maternal-Fetal Medizin, beschreibt 2013 im medizinischen Journal Seminars Perinatology, dass 4 – 5 Ultraschalluntersuchungen übertrieben sind.

Wenn Frau Milena Mrosovsky dieses Wissen bei ihrer Schwangerschaft gehabt hätte, wäre sie nicht so naiv den Anweisungen ihres Doktors gefolgt. “Früher bestand man auf einer Untersuchung um die 20-igste Woche herum. Neuerdings empfiehlt man die 12. Woche. Leider lesen Ärzte nicht ihre Fachzeitungen”, bemerkt Dr. O’Keeffe.

Ob Ultraschalltests dem Fötus schaden, untersuchte man das letzte Mal 1992. Damals war die Dosierung, mit der die Apparate arbeiteten, viel geringer. Die Schallwellen, die letztendlich vom Körper des Ungeborenen reflektiert oder absorbiert werden, verwandeln sich in elektrische Impulse, die vom Ultraschallgerät verstärkt und auf einem Bildschirm dargestellt werden.

Wie man heute weiß, sind zu viele Mamogramme, Darmspiegelungen und andere medizinische Ultraschalluntersuchungen meistens gar nicht notwendig. Eltern sind jedoch begeistert, dass ihnen die moderne Technik einen Einblick in die Gebärmutter ermöglicht. Immer genauere Bilder müssen gemacht werden. Weil man wissen will, wie das Baby aussieht. Ob man dafür nun mehr Schallintensität benötigt und eventuell dem Kind schadet, interessiert keinen. DSC_0048

“Selbst Ärzte machen sich über die Sicherheit von pränatalen Ultraschalluntersuchung keine weiteren Gedanken. Krebs kann man davon nicht bekommen, es sei schließlich keine Röntgenstrahlung damit verbunden”, sagt Dr. Jacques Abramowicz von der Wayne-State-Universität.

Ärzte warnen Frauen, sie sollten keinen Alkohol zu sich nehmen, kein heißes Bad und Stress vermeiden, wenn sie schwanger sind.

Aber über die Sicherheit und Effizienz von Ultraschalluntersuchungen redet kaum ein Arzt. Man hofft, dass Frauen sich stärker an ihr Ungeborenes binden, wenn sie es sehen.

“Lernen sie Ihr Kind kennen, bevor es geboren wird”, wirbt die Firma General Electric auf ihrer Webseite. Sie verkauft ihre Maschinen nur an Gesundheitseinrichtungen. Einige Eltern drängen darauf, mehr von ihrem Kind zu sehen, als die Ärzte befürworten.

Andere Ärzte sind besorgt, irgend ein Detail über die Gesundheit des Ungeborenen übersehen zu können. Gynäkologen werden an erster Stelle herangezogen, wenn es um Kunstfehler geht. Oft wird dann behauptet, weitere Ultraschallbilder hätten Klarheiten gegeben. iStock_000014086034XSmall

Warnung vor einigen Geräten

Doch wie sicher sind die Apparate?  – Die Amerikanische Food und Drug Administration, die gleichbedeutend mit unserer Lebens- und Arzneimittelbehörde ist, warnte im Dezember 2014 vor einigen Ultraschallgeräten: “Sie erhitzen das Gewebe und verursachen die Bildung von kleinen Blasen.”

Die Langzeiteffekte, welche diese Maschinen ausüben, kennt man nicht. Einige Tierversuche an Hühnern und Mäusen lassen eine schädliche Auswirkung vermuten. Einige Neurowissenschaftler haben ungeborene Tiere Ultraschalluntersuchungen ausgesetzt.

Eine Studie der Yale Universität, die 2006 in den Proceedings of the National Academy of Science erschien, brachte neurologische Auffälligkeiten bei jungen Mäusen mit den Untersuchungen in Verbindung.

Australische Forscher beschrieben 2009 im International Journal of Developmental Neuroscience, Küken-Eier mit Ultraschall bestrahlt zu haben. Die Küken hatten nach ihrem Schlüpfen Gedächtnisstörungen. Ihre Lernfähigkeit lag hinter der von anderen Küken.

Die Universität von Washington berichtetet 2014 im Autism Research Journal von überaktiven Mäusen, die vorgeburtlich mit Ultraschall behandelt wurden. Dr. Pasko Rakic vom Nationalen Institute of Health untersuchte Affenhirne auf mögliche neurologische Folgen nach der intrauterinen Anwendung von Ultraschall.

Frank A. Chervenak, Direktor der Gynäkologie des New Yorker Presbyterian Krankenhauses ist der Überzeugung, dass ein oder zwei Ultraschalluntersuchungen bei einer normalen Schwangerschaft nicht überschritten werden sollten.

Eine Studie von 2012, die im Amerikanischen Journal of Obstetrics and Gynecology erschien, ergab, dass vermehrte Ultraschalluntersuchungen manchmal ein falsches Bild geben. Manchmal meint man das Ungeborene sei zu groß und man macht einen Kaiserschnitt, der gar nicht nötig gewesen wäre[1].

Auf Leben und Tod: Das Ehepaar Loretz und ihr Sorgenkind

Rebecca Loretz und ihr Mann Michael wollten immer eine große Familie. Doch als ihr zweites Kind durch einen Kaiserschnitt zur Welt kam, warnten die Ärzte vor weiteren Kindern. Die Narbe, die durch den Kaiserschnitt entstand, könnte einreißen, sagten sie. Die Eltern beachteten den Rat nicht.

Die medizinische Literatur beschrieb das Risiko mit nur einem Prozent. Das wollten die beiden gerne auf sich nehmen. Es folgten sechs weitere Geburten. Alle Kinder wurden durch Kaiserschnitt entbunden.

Nach dem 8. Kind dachten die Eltern, ihre Familie sei komplett. Und dann, im Mai 2013, erwarteten sie wieder ein Kind. “Das war wirklich eine Überraschung. Wir dachten diese Schwangerschaft würde wie alle anderen verlaufen”, sagte Michael. 

Die erste Ultraschalluntersuchung ergab, dass das Baby genau auf dem Narbengewebe der Gebärmutter implantiert war. Man sagte den Eltern, solch eine ektopische Schwangerschaft auszutragen käme einer Katastrophe gleich. Die Ärzte gaben dem Kind keine Chance. 

Es müßte abgetrieben werden, um das Leben der Mutter zu retten. Selbst Ethiker würden in so einem extremen Fall zustimmen, die Stelle der Gebärmutter zu entfernen, wo sich das Kind implantiert hat. media-389705-4

Normalerweise spricht man von einer ektopischen Schwangerschaft, wenn sich das Kind im Eileiter eingenistet hat. Der Eileiter kann sich nicht ausdehnen, wie die Gebärmutter. Er kann platzen, sobald das Kind grösser ist. Eine Operation würde aber auch unweigerlich den Tod des Kindes hervorrufen.

Theologen argumentieren, dass das Kind hierbei indirekt getötet wird. Die Ärzte bedrängten Rebecca, ihr neuntes Kind durch die Einnahme von Methotrexate abzutreiben. Es sollte also direkt getötet werden. Das sehr gläubige Ehepaar brachte das nicht über das Herz. Einen Plan B hatte das Krankenhaus nicht, weil noch nie eine Mutter in so einem Fall eine Abtreibung verweigert hatte.

Rebecca wurde in das Krankenhaus eingeliefert, um genauer beobachtet zu werden. Die Ärzte bedrängten die Mutter in den kommenden Tagen. Sie kamen alleine oder zogen andere Experten hinzu. Sie sollte das Leben des Babys endlich beenden, um ihr eigenes zu retten.

Ein Arzt sagte zu Michael: “Ihre Chance, am Ende der Schwangerschaft ein lebendes Baby in den Armen zu halten, ist gleich Null. Höchstwahrscheinlich stirbt auch ihre Frau. Ist es das, was Sie wollen?  – Sie wollen einfach nicht die Realität sehen und deshalb hören sie auch nicht auf den Rat der Experten.”

Erst nachdem den Ärzten klar wurde, dass sie das Paar nicht zu einer Abtreibung bringen konnten, sympathisierten einige Ärzte mit den Eltern und fingen sogar an, mit ihnen für das Ungeborene zu beten.

Bei der nächsten Ultraschalluntersuchung hörten sie, dass die Schwangerschaft fehldiagnostiziert worden war. Das Baby hatte sich nicht über der Narbe eingenistet, sondern im Muttermund. “Ist das besser?”, fragte Michael hoffnungsvoll. Er erinnert sich an die schmerzliche Antwort: “Nein. Im Grunde ist das noch schlimmer.”

Ein drittes Ultraschallbild, das viel später gemacht wurde, brachte dann dennoch Hoffnung. Es sah nur so aus, als ob das Baby im Muttermund eingenistet wäre. Aber es war in Wirklichkeit doch in der Gebärmutter. Nur eben sehr nahe an der Cervix.

Dies gab allen eine kleine Erleichterung, auch wenn die Beteiligten noch sehr besorgt blieben. Das Ehepaar gab zu, dass die Schwangerschaft sehr an ihnen zehrte. Nur das Wissen, dass viele Leute für Mutter und Kind beteten, half.A.L.Content_Was_wir_wollen

“Fünf Wochen war ich vor der Geburt im Krankenhaus. Die Ärzte hatte Sorge, meine Gebärmutter würde zerreißen. Ich betetet unentwegt, dass Gott mir dieses Kind schenkt. Nach einiger Zeit übergab ich mich in den Willen Gottes”, sagt Rebecca.

Am 1. November 2013 wurde die kleine Philomena nach einer vierstündigen Operation entbunden. Das Kind war volkommen gesund. Auch wenn es fast unmöglich schien, dass es überhaupt hätte geboren werden können.

Die Eltern beteten die ganze Zeit zur hl. Philomena und versprachen, ihrem Kind den Namen Philomena zu geben, wenn es ein Mädchen werden sollte. Während ihrer ganzen Ehe beteten sie, Gottes Willen folgen zu können und so großmütig wie möglich zu sein. Das brachte ihnen viel Kritik ein.

Michael war erstaunt als er in der Literatur fand, dass seit 1967 bereits 60.000 ähnliche Schwangerschaften zu 99.7% mit einer Abtreibung endeten. Ihr Fall wurde bei einem wissenschaftlichen Symposium präsentiert. Es wurde empfohlen, beim Vorliegen einer ektopischen Schwangerschaft mit einer Abtreibung länger zu warten und genauere Untersuchungen heranzuziehen[2].

Anmerkungen:

[1]Helliker Kevin: The case for fewer fetal scans. Obstetrics expert says frequent ultrasound in low-risk pregnancies aren’t medically justified. The Wall Street Journal, July 18-19, 2015

[2] Jalsevac John: Abort, or die: Pregnant with an ectopic pregnancy after 5 c-sections, this couple found a miracle. LifeSite, 17. July 2015

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

INFOs über Breburdas bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/

Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Humanistische Initiative unterstützt Lebensrechtler gegen vorgeburtlichen Test

Menschenrechte gelten auch für Ungeborene

Vor der Firma „LifeCodexx“ in Konstanz haben zahlreiche Lebensrechtler, darunter die CDL (Christdemokraten für das Leben), gegen einen Test demonstriert, den das Unternehmen zur vorgeburtlichen Prüfung auf das „Down-Syndrom“ herstellt.

Unterstützung für ihren Protest erhalten sie vom Sprecher der „Humanistischen Alternative Bodensee“ (HABO), Dennis Riehle  aus Konstanz: imagesCA4JYFAC

„Ich habe großes Verständnis für die Aktion der Christdemokraten, die sich für das Leben einsetzen“, erklärt der 30-Jährige, der besonders die berechtigte Sorge teilt, wonach mit solchen Tests die Tore für die Schaffung des „perfekten“ und „ausgewählten“ Menschen geöffnet werden.

„Heute fängt es damit an, vor der Geburt auf Trisomie 21 zu untersuchen. Morgen kann es dann bereits die Haarfarbe sein“, ist der selbst von einer genetischen Erkrankung betroffene Sprecher der Humanisten am Bodensee sicher.

Humanismus ist allgemeingültig und nicht selektiv

Er erklärt dazu weiter: „Ich verstehe den Humanismus als Weltanschauung, die jedem Menschen Integrität garantiert – und das mit Beginn der Zeugung. Leider sind viele meiner Kollegen aus dem säkularen Spektrum hier anderer Meinung. Sie werten die Menschenrechte der Eltern höher als die des ungeborenen Kindes. Humanismus gilt für mich allerdings universell – und nicht selektiv“.pro-life

Riehle kann auch der Haltung nichts abgewinnen, man tue „etwas Gutes“ für das Kind und die Eltern, wenn man teste:

„Bei solch einem Standpunkt dürfen wir uns nicht wundern, warum auch heute Diskriminierung noch immer alltäglich ist. Die Vorstellung, Behinderung bedeute Last, Traurigkeit und ständige Sorge, ist eine ungeheure Anmaßung. Nicht nur, dass wir den Dammbruch später nicht mehr aufhalten und unsere Ansprüche an ein ethisches Denken und Handeln der Beliebigkeit offenbaren – wer bestimmt letztlich über den Wert des Lebens?

Schon jetzt habe ich große Zweifel daran, ob Unternehmen, die Tests wie den genannten in Umlauf bringen, tatsächlich allein nur das Beste für die Menschheit wollen. Zumindest kann den bitteren Beigeschmack von Wirtschaftlichkeit, Gewinn und Profit niemand wirklich ausräumen“.

Entsprechend hätten die Veranstalter von Demonstrationen wie der aktuellen bei „LifeCodexx“ seinen gänzlichen Rückhalt, unterstreicht der HABO-Sprecher – und fügt abschließend hinzu:

„Nur weil Christen sich für den Lebensschutz einbringen, bedeutet das nicht, dass ich als Konfessionsloser aus Prinzip schon anderer Meinung sein müsse. Dort, wo es um Interessen für jene geht, die sich noch nicht ausdrücken können, trennt mich keine ideologische Grenze von Menschen, die aus ihrem Glauben für die Sache eintreten“.

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Kirchenaustrittsrekorde und ihre Gründe

Von Horst Ditz

Die Medien berichten zurzeit von beachtenswert zunehmenden Kirchenaustritten. Das heißt, nun laufen auch der Katholischen Kirche in Deutschland vermehrt die Gläubigen davon. flyerstralsund2

Man sucht verwundert nach Gründen und wird schnell fündig. Da sind die reformwilligen „Linkskatholiken“, die aus der 68er Bewegung hervorgegangen sind, und denen die „Protestantisierung“ mit deren vermeintlichen „Vorzügen“ nicht schnell genug vorangetrieben wird.

Andererseits die an der Tradition der kirchlichen Lehren festhaltenden Katholiken, die sich dem notwendig gewordenen „Rätekatholizismus“ und der daraus resultierenden „Demokratisierung“ nicht folgen.

Schließlich ein Anpassungsruck des Klerus an den Zeitgeist, woraus die „Unglaubwürdigkeit“ der deutschen Katholischen Kirche ihre Nahrung zieht. Und nicht zuletzt eine Predigtpraxis, die vielfach überzeugende Verkündigung durch Sozialromantik ersetzt.

Den Predigern fehlt der Mut eines Pater Leppich (siehe Foto) zu provozierenden Aussagen. Er hatte es verstanden, nicht nur die Plätze, sondern auch die Kirchen zu füllen, weil er den Hörern nicht nach dem Mund redete, sondern predigte, was auf deren Seelen brannte. Foto: Radio Vatikan

Er besaß den Mut, mit seinen Reden unpopulär zu sein und scheute sich nicht davor, den Sünden seiner Zuhörer einen Namen zu geben, Tabuisierungen zu durchbrechen und zu geißeln. 

Wer soll es denn sonst tun, wenn es die Prediger nicht machen? Es wäre unsinnig, Pfarrern mangelndes Rednertalent zu unterstellen. Es geht nicht um die brillanteste Rhetorik, sondern um den Bezug zu den Sorgen, Nöten und Zweifeln der Katholiken, die wie die Kirche selbst in einer Welt leben, die sich derzeit dramatisch verändert.

Wir brauchen tapfere und mutige Pfarrer, die endlich gegen die Liberalisierung der Tötung ungeborener Kinder und die daraus resultierende demografische Katastrophe, gegen den linken und menschenverachtenden Mainstream, gegen „Ehe für alle“, gegen eine verlogene und verfehlte Europa- und Asylpolitik Stellung beziehen. Wacht endlich auf und redet Tacheles!

Unser Autor Horst Ditz aus Ludwigshafen ist ausgebildeter Chemo- und  Physikotechniker; er war dreißig Jahre lang Ausbilder und Ausbildungsleiter für naturwissenschaftliche Berufe beim Chemie-Unternehmen BASF SE.


Ein glaubensstarker und moderner Missionar: Zur Erinnerung an Erzbischof Johannes Dyba

Von Pfarrer Dr. Franz WeidemannPfarrer Dr. Franz Weidemann

Klein und schlank von Gestalt, eloquent und polyglott, ungeduldig und reisefreudig, couragiert und offen gegen jedermann, war Johannes Dyba ein Bischof zum Anfassen und mit einem ungewöhnlichen Lebenslauf.[1] 

Johannes Felix Nikolaus Dyba wurde am 15. September 1929 in Berlin-Pankow geboren[2] und am darauffolgenden Sonntag in der dortigen Pfarrkirche St. Georg auf den Namen Johannes des Täufers getauft. Er war das dritte von vier Kindern des Lehrer-Ehepaares Felix und Johanna Dyba.

Der Vater stammte aus einer kinderreichen Handwerkerfamilie, die während der großen Ost-West-Migration in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Berlin sesshaft geworden war – aus dem Posener Land kamen die väterlichen und aus dem Rheinland die mütterlichen Vorfahren. 791000 Dyba

Nach der Gymnasialzeit, die Johannes Dyba in Berlin und Heiligenstadt absolvierte, nahm er in Bamberg das Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaft auf. Letzteres setzte er 1949 an der Duke-University (USA) fort.[3]

Nachdem er 1952 an der Universität Heidelberg das erste juristische Staatsexamen abgelegt hatte, promovierte er dort 1954 mit einer Arbeit über das Thema Der Einfluss des Krieges auf die völkerrechtlichen Verträge.[4] Schon zuvor hatte er sich für den Weg zum Priestertum entschieden und 1953 seine theologische Studien in Bonn begonnen.

1959 Priesterweihe im Kölner Dom

Am 2. Februar 1959 empfing er die Priesterweihe durch Kardinal Frings im Kölner Dom. Kölner Dom 12-2010

Seine ersten pastoralen Erfahrungen sammelte er als Kaplan in Köln-Junkersdorf und Wuppertal-Barmen, bevor er zum Studium des kanonischen Rechtes an der Lateran-Universität und zum Besuch der Päpstlichen Diplomatenakademie nach Rom beurlaubt wurde.

Seine kirchenrechtlichen Studien schloss er 1962 mit der Promotion zum Doktor des kanonischen Rechts ab. Das Thema seiner Dissertation lautete: Die Gründe für die einseitige Aufhebung von internationalen Verträgen und Konkordaten.[5]

Anschließend trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und war zunächst Mitarbeiter und dann Leiter der deutschen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariates. Seit 1967 arbeitete er an den Apostolischen Nuntiaturen in Buenos Aires, Den Haag, Kinshasa und Kairo.
Radio Vatikan

1977 kehrte er nach Rom zurück, und wirkte als Vizesekretär der Päpstlichen Kommission Justitia et Pax[6]. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof am 25. August 1979 empfing er die Bischofsweihe durch Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli im Kölner Dom am 13. Oktober 1979.

Dybas Bischofs-Motto: “Kinder Gottes sind wir”

Dabei wählte er in Fortführung seines bisherigen priesterlichen Wirkens als Programm für seinen bischöflichen Dienst ein Wort aus dem ersten Johannesbrief Filii Dei sumus – Kinder Gottes sind wir.[7]

Anschließend vertrat er den Heiligen Stuhl in verschiedenen Ländern Westafrikas, und zwar als Apostolischer PronuUnsere PK pro Bischof DYBA (2)ntius in Liberia und Gambia und als Apostolischer Delegat für Guinea und Sierra Leone. Im diplomatischen Dienst der Kirche, vor allem in der Dritten Welt, setzte er sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen und für unbehinderte Religionsfreiheit ein, damit die Menschen als Kinder Gottes sich entfalten und leben könnten.[8]

Nach über 20-jähriger Tätigkeit im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls wurde er am 4. Juni 1983 zum Bischof von Fulda ernannt und am 4. September desselben Jahres in sein Amt eingeführt. Aufgrund seiner reichen Erfahrung in den Missionsländern wurde er zum Mitglied der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. 

Er leitete über mehrere Jahre die Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz, welche die Partikularnormen[9] für die Diözesen Deutschlands gemäß dem kirchlichen Gesetzbuch von 1983 vorbereitete. Ferner wirkte er mit in den Gremien der Deutschen Bischofskonferenz für das Hilfswerk Misereor und für den Dialog mit den Weltreligionen. Am 27. Oktober 1993 wurde er vom Papst in die römische Bischofskongregation berufen.

Katholischer Militärbischof ab 30.11.1990

Seit dem 30. November 1990 bekleidete er auch das Amt des katholischen Militärbischofs für die deutsche Bundeswehr[10] und wurde im Januar 1991 von Papst Johannes Paul II. in den Rat des Zentralbüros der Militärordinariate in Atze SoldatRom berufen.

Den Soldaten und ihren Familien war er ein treuer Wegbegleiter, besonders bei den Friedensmissionen in der Krisengebieten Kambodschas (1993), Kroatiens und Bosniens (1996 und 1997) sowie im Kosovo und in Mazedonien (1999).[11] Jährlich begleitete er seine Soldaten bei der Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes.

Sein bischöfliches Wirken war gekennzeichnet vom leidenschaftlichen Einsatz für die Unverfälschtheit des Glaubens und einer großen Liebe zur Kirche. Darin war der heilige Bonifatius sein großes Vorbild. Entsprechend seinem Wahlspruch versuchte er die Freude über unsere Berufung zur Gotteskindschaft zu wecken und zu stärken.

Der Herr rief seinen treuen Diener aus seinem apostolischen Wirken heim am 23. Juli des Heiligen Jahres 2000. Sehr schwer fiel der Nachruf auf eine Priester- und Bischofspersönlichkeit, deren Kraft noch für viele Lebensjahre zu reichen schien.

Der jähe Tod von Erzbischof DDr. Johannes Dyba riss eine schmerzliche Lücke in der Diözese Fulda und weit darüber hinaus. Seine markante Stimme sollte dem deutschen Katholizismus fehlen. Sicherlich würden ihn auch diejenigen vermissen, die manchmal Probleme mit Äußerungen des streitbaren Kirchenmannes hatten. Er war ein moderner Missionar mit Charisma und Kanten.

Geprägt von Humor und Prinzipienfestigkeit zugleich

Erzbischof Dyba, der 17 Jahre Diözesan-Oberhirte von Fulda war, ließ niemanden unberührt. Viele schätzten seine Kommunikationsfreude und seinen Humor. Eine der Stärken Dybas war ohne Zweifel auch seine Fähigkeit, seinen Zeitgenossen durch klare Positionen Orientierung anzubieten. Er war ein Mensch mit Standpunkt und machte keinen Hehl daraus. images

Das imponierte vielen, auch wenn sie seine Meinung nicht immer teilten. Freilich schieden sich an Erzbischof Dyba die Geister: Den zahlreichen erklärten Dyba-Fans, die sich nicht zuletzt an seinen prägnanten Formulierungen freuten, standen diejenigen gegenüber, die sich an manchen seiner Aussagen bis zur Empörung rieben.

Zur singulären Bischofsgestalt im deutschen Episkopat wurde Dyba, als er an St. Michael, am 29. September 1993, den Ausstieg aus der Einbindung in das staatliche Abtreibungssystem erklärte, die Ausstellung kirchlicher Tötungslizenzen im Bistum Fulda unterband[12] und statt dessen ein diözesanes Beratungs- und Hilfsnetz für schwangere Frauen in Notlagen aufbaute, das eine ihn selbst überraschende positive Resonanz bei den Betroffenen fand.

Wie keine andere Entscheidung, die auch innerkirchlich angefeindet wurde, offenbarte Dybas Alleingang die Spaltung der Bischofskonferenz in der Frage des Lebensschutzes, die erst nach sechsjährigem Streit, der die Glaubwürdigkeit der Kirche nachhaltig beschädigte, durch päpstliches Eingreifen ganz im Sinne Dybas entschieden wurde, ohne dann allerdings vollends zur Ruhe zu kommen.

In Marburg durch die Straßen gejagt

Auch auf anderen gesellschaftlichen Konfliktfeldern, etwa der rechtlichen Privilegierung homosexueller Beziehungen, scheute Dyba vor deutlichen Stellungnahmen nicht zurück und musste dafür nicht nur Hohn und Spott, sondern auch tätliche Angriffe hinnehmen. Am 8. November 1991 wurde er in Marburg durch Straßen gejagt, getreten, geschlagen und bespuckt.[13]  chrkn

Noch schmerzlicher als solche körperlichen Angriffe mag Dyba die mangelnde Solidarität etlicher Bischofskollegen empfunden haben, die viele seine Ansichten teilten, aber dann doch nicht den Mut fanden, für ihre Überzeugung in der Öffentlichkeit einzustehen. Solche gelegentliche – aus der Warte des einsamen Rufers in der Wüste – geäußerte Enttäuschung vermochte aber seinen Elan nicht zu lähmen.

Erzbischof Dyba nahm ablehnende Reaktionen in Kauf. Dass die Kirche bei der Erfüllung ihres Auftrags in der Welt nicht auf Beifall schielen darf, hatte der Fuldaer Bischof zutiefst verinnerlicht. Ihm war es sehr ernst mit dem bonifatianischen Geist, den Dyba sich gerade im Heiligen Jahr 2000 (nun seinem Todesjahr) für die katholische Kirche wünschte.

Der hl. Bonifatius war sein großes Vorbild

Am Apostel der Deutschen, der in Fulda begraben liegt, hat Dyba für sich Maß genommen. Dies wurde gerade auch bei seinem letzten Bonifatiusfest deutlich, dass der Erzbischof unter das Motto gestellt hatte Glauben erneuern – Tslider5-640x360reue bekennen – Segen empfangen.[14]

Die während dieses großen Bistumsfestes sichtbare Aufbruchstimmung war ganz nach dem Herzen von Erzbischof Dyba. In völligem Einklang mit Papst Johannes Paul II. war er durchdrungen von missionarischem Eifer, denn seiner Meinung nach hat das wieder vereinigte Deutschland eine Neuevangelisation bitter nötig. 

So sah sich der Erzbischof als moderner Missionar, der andere ermutigen wollte und ermutigte, ihre Treue zu Gott und zur Kirche zu bekennen. Das nach seinem Tod im Juni 2001 erstmals in Fulda veranstaltete Glaubensfest des Forums Deutscher Katholiken wird auf seine Anregung zurückgeführt.

Als Bischof von Fulda führte Dyba einen leidenschaftlichen Kampf für die Unverfälschtheit des Glaubens, für die moralischen Grundsätze der Kirche und für die Anerkennung der kirchlichen Autorität. Möglichst vielen Menschen wollte er die Freude der Kinder Gottes in der Kirche und in der Einheit mit dem Nachfolger des hl. Petrus, dem Papst in Rom, nahebringen: bei Firmungsreisen, Wallfahrten, bei der zentralen Bonifatiusfeier in Fulda und den anderen kirchlichen Festen und Jubiläen. pic_526a50cce0863

Geistige Orientierung, Halt im Glauben und materielle Hilfen wollte er gerade den vielfach angefochtenen Familien, Müttern und Hausfrauen geben. Ein wichtiges Anliegen war dem verstorbenen Erzbischof die Förderung des Priesternachwuchses. Er setzte ein vielbeachtetes Signal, als er den Priestern wieder den Vorrang in der Seelsorge vor den hauptamtlichen Laientheologen einräumte.

Als Bischof häufig präsent in den Medien

Bei aller Unbeugsamkeit in Fragen des Glaubens und der Moral war er ein geschätzter Gesprächspartner, ein aufmerksamer Gastgeber und ein humorvoller Unterhalter. Die Präsenz in den Medien sah er als Herausforderung für sich und als Dienst für die Kirche.  
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Dyba hatte es teilweise schwer mit den Medien, und vice versa hatten sie es nicht leicht mit ihm.[15] Deutlich und kritisch soll angemerkt werden, dass der Erzbischof auf dem Bildschirm oft unfair behandelt wurde.

Die Medien benutzten Dyba  –  und er benutzte sie. Offensiv vertrat er seine Haltung und lebte den Glauben, den er verkündete. Er konnte zur rechten Zeit fröhlich und ernst sein, akzeptierte die Existenz der Medien – ob das gedruckte, gesprochene oder mit Bildern unterlegte Wort -, auch wenn sie ihm manchmal aus nachvollziehbarem Grund ein Dorn im Auge waren.

Der plötzliche Tod des Fuldaer Erzbischofs am 23. Juli 2000 hat viele Menschen im Bistum und weit darüber hinaus betroffen gemacht. Die hohe Wertschätzung, die Dyba genoss, zeigte sich vor allem an der großen Anteilnahme der Bevölkerung an seinem Tod. Tausende von Menschen warteten am Dienstag (25. Juli) geduldig, um an dem in der Michaelskirche aufgebahrten Sarg Abschied von ihrem Bischof zu nehmen.

Der Tod Dybas ging vielen Menschen zu Herzen

Auch dass über 10.000 Menschen zu den Trauerfeierlichkeiten am Freitag (28. Juli) gekommen waren, belegt, wie sehr ihnen das Ableben des Bischofs zu Herzen gegangen ist. Der Tod von Erzbischof Dyba war über Fulda und das Bistum hinaus auch ein bundesweites Medienereignis. Über 40 Bischöfe aus dem In- und Ausland haben Erzbischof Johannes Dyba die letzte Ehre erwiesen.afc127c26a

Zum Requiem für den verstorbenen Oberhirten des Bistums Fulda fanden sich auch Repräsentanten anderer christlicher Konfessionen sowie Vertreter des öffentlichen Lebens in der Fuldaer Kathedralkirche ein. Nach dem Requiem fand in der Johanneskapelle die Beisetzung statt. Als der Sarg mit den sterblichen Überresten Dybas aus dem Blickfeld der Gläubigen fortgetragen wurde, war die Intensität des Abschieds vom Erzbischof erst in ihrem ganzen Umfang zu spüren.

Gerade beim Sanctus von Schubert, gespielt von Kindern aus der Verwandtschaft, mussten viele weinen, und auch Geistliche schämten sich ihrer Tränen nicht.[16]

Eins ist sicher: Viele Mitglieder der Bistumsfamilie würden ihren verstorbenen Oberhirten sehr vermissen. Die Menschen im Bistum Fulda konnten auf vielfältige Weise von ihrem Bischof Abschied nehmen und seiner gedenken. Aber nichts würde ihn mehr freuen, als wenn sie die Worte achten, für die er so gekämpft hat.

Johannes-Dyba-Allee in Fulda

Die Stadtverwaltung von Fulda beschloss einige Wochen nach den Begräbnisfeierlichkeiten zum Beweis ihrer Dankbarkeit und Anerkennung für den Verstorbenen die Umbenennung der Fuldaer Kastanienallee in Johannes-Dyba-Allee.[17] Diese Entscheidung wurde von den gläubigen Einwohnern der Stadt Fulda mit großer Freude aufgenommen. Durch diese Straße bewegt sich Jahr für Jahr die Fronleichnamsprozession. Marienstatt-DSC_0111-3

Das Leben Erzbischofs DDr. Johannes Dyba war eine unaufhörliche Folge von Leid und Kampf mit dem Ziel, alle für Gott zu gewinnen und sie zu den christlichen Idealen zu führen. Beispielhaft verkörperte er den unermüdlichen Verkünder des Gotteswortes, den guten und klugen Hirten, den Verteidiger des menschlichen Lebens vom Anfang bis zu dessen Ende.

Für viele die ihn kannten war Erzbischof Johannes Dyba ein wahrhaftiger Mensch der bereit war für die Wahrheit einzustehen. Sein Naturell war von der Fröhlichkeit geprägt. Er hielt sich gerne unter den Menschen auf, sowie die Menschen seine Nähe suchten.

Sein Leben war geprägt aus dem Glauben der für ihn der Maßstab seines Wirkens war. Die Verehrung der Gottesmutter Maria war ihm während seines ganzen Lebens sehr wichtig. Die, die in seiner Nähe waren wissen zu berichten, dass er stets einen Rosenkranz bei sich trug und betete.

Gebete für seine Seligsprechung

Er war seinem Bistum ein guter und mutiger Bischof. Und noch heute besuchen viele sein Grab um dort zu beten in der Hoffnung dass in absehbarer Zeit sein Seligsprechungsprozess eingeleitet wird.

Dr. Bernd F. PelzViele halten ihn der Ehre der Altäre für würdig – wegen seiner heroischen Nächstenliebe, insbesondere wegen seines Dienstes an den Armen und Kranken.

All das speiste sich aus übernatürlichen Motiven. Verehrung genießt er auch dafür, dass er – ähnlich wie der heilige Papst Johannes Paul II. –  sich so für die Rechte der ungeborenen Kinder einsetzte. Niemals hat jemand vor ihm so viel für jene getan, die sich nicht selber wehren können.

Für viele war er eine mahnende Stimme innerhalb der katholischen Kirche. Wie schon gesagt er war ein moderner Missionar mit Charisma und Kanten, der andere ermutigen wollte und ermutigte, ihre Treue zu Gott und zur Kirche zu bekennen.

Gerade im missionarischen Aufbruch der Kirche im 21. Jahrhundert kann er durch sein Leben und Wirken ein wertvoller Ratgeber und Begleiter sein, und das nicht nur in Deutschland.

Unser Autor Dr. Franz Weidemann ist Gemeindepfarrer in Dortmund (Erzbistum Paderborn)

  • Anmerkungen: 
  • [1] G. Klein/M. Sinderhauf, Erzbischof Johannes Dyba – „Unverschämt katholisch“. Verlag F. Schmidt, Siegburg 2002, S. 24.
  • [2] Archiv des Erzbischöflichen Theologenkonvikts (Collegium Albertinum) in Bonn. Eigenhändig geschriebener Lebenslauf J. Dybas vom 9. Januar 1953.
  • [3] J. Dyba, Lebenslauf, geschrieben 1949 (Duke University Archives): As neither German Communists nor Russian police tolerated this activity I was arrested twice. At last, in July 1947, I had to leave the Soviet zone to avoid indefinite imprisonment.
  • [4] Diese Arbeit wurde 1954 in Heidelberg veröffentlicht (Diss. Iur. 1954, XIV, 102 BII).
  • [5] Diese Arbeit erschien 1962 im Verlag der Lateran-Universität.
  • [6] Diese Kommission wurde 1967 von Papst Paul VI. berufen und wurde zu einer stetigen Institution.
  • [7] 1. Johannesbrief 3, 1. Vgl. auch: Joh 1,12f; 11, 52; Röm 8,14-17; Gal 3, 26; Eph 5, 1.
  • [8] K.-J. Rauber, Johannes Dyba im Dienst des Hl. Stuhles, in: Kinder Gottes sind wir, a.a.O., S. 38.
  • [9] H. Schmitz, F. Kalde, Partikularnormen der deutschsprachigen Bischofskonferenzen (Subsidia ad ius canonicum vigens applicandum 2), Abtei-Verlag, Metten 1990.
  • [10] KNA, Katholische Korrespondenz, Nr. 33, 17. August 1993.
  • [11] Siehe: Offizielle Besuche des Kath. Militärbischofs Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba bei Dienststellen und Truppenteilen der Bundeswehr, in: Meinen Frieden gebe ich Euch. Hrsg. von J. Nabbefeld, Bonn 1999, S. 401-403.
  • [12] J. Dyba, Bescheinigungen werden nicht mehr ausgestellt, in: KNA, Nr. 15, 29. September 1993.
  • [13] P.-M. Schmidt, in: Kinder Gottes sind wir, a.a.O., S. 52.
  • [14] P.-M. Schmidt, in: Kinder Gottes sind wir, Predigt von Erzbischof Johannes Dyba am Bonifatiusfest (04.06.2000) auf dem Fuldaer Domplatz – Credo, Credo, Credo – S. 103.
  • [15] P.-M. Schmidt, in: Kinder Gottes sind wir, S. 59.
  • [16] Bonifatiusbote, Nr. 32, 6. August 2000, S. 15.
  • [17] M. Schwab, Diözesanadministrator Weihbischof Johannes Kapp und OB Dr. Alois Rhiel enthüllten Schild der neuen Johannes-Dyba-Allee, in: Mit Bonifatius verbunden – den Menschen zugetan, a.a.O., S. 65.

Doppelmoral anno 2015: Deutschland und der Schutz der ungeborenen Kälber

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

„Es ist absolut inakzeptabel, dass trächtige Kühe geschlachtet werden. Deswegen wollen und müssen wir etwas dagegen tun“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er wird dabei von den Schlachthausveterinären, von der deutschen Fleischwirtschaft und vom deutschen Bauernverband unterstützt.

POSTER des ECCLESIA-Plakatdienstes in Münster

Bild: KOMM-MIT-Verlag in Münster

Wie lautet die Begründung?

Die ungeborenen Kälber ersticken nach dem Tod der Kuh in einem Prozess, der bis zu 20 Minuten dauern kann. Das sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar.

Die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministers für die ungeborenen Kälber ist zu begrüßen. Sie provoziert aber gleichzeitig die Frage,  ob es ethisch vertretbar ist, dass ungeborene Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen?  – Auch eine Abtreibung ist qualvoll!

Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert ist Vorsitzender des Dachverbands FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS

 


Auch evangelische Christen plädieren für eine Seligsprechung von Johannes Dyba

Von Felizitas Küble

Wie schon mehrfach berichtet, setzen sich viele namhafte Würdenträger in der katholischen Kirche und darüber hinaus zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Publizistik und Politik für eine Seligsprechung des am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda ein:  Bild in Originalgröße anzeigen

Erzbischof Johannes Dyba (siehe Fotos) war ein glaubensstarker und bibelfester Erzbischof, der auch von theologisch konservativen Protestanten viel Zuspruch erfahren hat.

Die Hälfte der Dankes-Post kam von Evangelischen

In Interviews betonte Dyba mehrfach, daß die Hälfte seiner “Fanpost” von evangelischen Christen stammt. Tatsächlich war der Fuldaer Bischof vor allem in evangelikalen Kreisen überaus beliebt.

Das evangelische Nachrichtenmagazin IDEA-Spektrum zitierte ihn häufig, brachte ein ausführliches Interview mit ihm und veröffentlichte nach Dybas Tod einen ausgezeichneten Nachruf auf diesen guten Hirten, verfaßt von dem __Erzbischof_Dybaevangelischen Theologen und Buchautor Dr. Werner Neuer.

Auch der bekannte Missionstheologe Prof. Dr. Peter Beyerhaus   –  er ist gleichsam “Papst” der deutschen Evangelikalen  –  würdigte den mutigen Erzbischof und seinen Einsatz für die unverkürzte Verkündigung biblischer Wahrheiten in seiner bekenntnisorientierten Zeitschrift „Diakrisis“.

Der evangelische Chemiker Dr. Hans Penner, schätzte Dyba ebenfalls sehr, wie er uns mitgeteilt hat. In seinem Einsatz gegen den “Beratungsschein” in der EKD berief sich der em. Professor an der Fachhochschule Sigmaringen auf den Fuldaer Oberhirten.

“Ach, hätten wir doch auch einen Dyba!”

In evangelikalen Spektrum hörte man zu Lebzeiten Dybas recht häufig den sehnsuchtsvollen Stoßseufzer: “Ach, wenn wir doch auch einen Dyba hätten!” 

Eine konservative evangelische Pressepublikation erklärte damals an ihrem Infostand auf der Frankfurter Buchmesse nicht ohne Stolz: “Wir sind die Dyba-Fraktion in der evangelischen Kirche!”

Kein Wunder also, daß auch protestantische Christen zu den Befürwortern einer Seligsprechung von Erzbischof Dyba gehören, darunter Konrad Badenheuer, Geschäftsführer der evangelikalen Verlages “Inspiration Un Limited”, früherer Chefredakteur der “Preußischen Allgemeinen Zeitung” (PAZ) sowie ehem. Redakteur des “Bayernkurier”.

Zu den Unterzeichnern gehören sodann Wolfram Ellinghaus, Vorsitzender des Kuratoriums „Deutscher Schulbuchpreis“ und Geschäftsführer des Verbandes LDEZ (Lernen für die deutsche und europäische Zukunft eV), Diego Leipnitz, Buchhändler und Vorstandsmitglied der CDL in Sachsen, der Naturwissenschaftler Dr. Bernd F. Pelz (Publizist für Unternehmens- und Führungsfragen).

Zudem die stellv. Landesvorsitzende (NRW) des BdV (Bund der Vertriebenen), Roswitha Möller, der Betriebswirt und Unternehmensberater Eberhard Schatz, der christliche Gewerkschafter Kurt Roßberg aus Kassel, der Veterinärmediziner Dr. Hartmut Kluge, sodann lutherische Ordensschwestern aus Schönebeck etc.  baby

Was hat diese bibelorientierten evangelischen Gläubigen so besonders an diesem katholischen Oberhirten fasziniert?

Es dürften vor allem diese drei Gründe sein:

1. Dyba hat sich unbeirrbar für das Wort Gottes und die Botschaft des Evangeliums eingesetzt und die göttlichen Gebote glasklar verkündet, “ob gelegen oder ungelegen”, wie Paulus dies auch von den Dienern des HERRN verlangte.

2. Dyba hat sich unermüdlich für das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib eingesetzt, die katholische Kirche aus ihrer verhängnisvollen Einbindung in das staatliche Beratungssystem des §218 herausgeholt   – und er hat in seinem Bistum ein kirchliches Glockenläuten für die ungeborenen Babys am 28. Dezember eingeführt, also am liturgischen “Tag der Unschuldigen Kinder”, von Herodes einst ermordet in Bethlehem.

3. Dyba hat sich unerschrocken gegenüber Zeitgeist und Medien erwiesen, war zudem geistreich, oft schlagfertig und humorvoll, hat aber stets in der Sache Format und Festigkeit gezeigt.

Praktische TIPs für DYBA-Fans:

Auf der Internetpräsenz vom FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN, das zahlreiche kath. Verbände und Initiativen vertritt, findet sich ein DYBA-Seligsprechungs-Aufruf, der mit einer Online-Unterschriftensammlung verbunden ist: http://forum-deutscher-katholiken.de/aufruf/

Zugleich können jene Gläubigen, die bei Freunden, auf Tagungen oder vor der Kirchentür für Dyba Unterschriften sammeln, ein entsprechendes Formular ausdrucken: jenes Unterschriftenblatt unseres CHRISTOFERUSWERKS, das wir seit Jahren erfolgreich verwenden: http://www.medrum.de/files/Unterschriftenblatt%20Dyba.pdf

Felizitas Küble leitet ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt und seit vielen Jahren Unterschriften für eine Seligsprechung von Erzbischof Dyba sammelt

 


USA: Die Einführung der Homo-Ehe kann auf Dauer ein Abtreibungsverbot bewirken

Von Dr. med. Edith Breburda

In einem Kommentar von Francis Wilkinson berichtet das Wisconsin State Journal vom 3 Juli 2015, dass der Triumph der Liberalen bezüglich Legalisierung der Homo-Ehe in den Vereinigten Staaten durchaus zu einem Verbot der Abtreibung führen könnte: Dr. Breburda
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Die konservativen Gruppen in den USA sind mutlos geworden, seitdem das Urteil des Obersten Gerichtshofes zugunsten der homosexuellen Ehe in allen 50 Staaten ausgesprochen wurde. Es handelt sich um einen Meilenstein bei der Erweiterung der Rechte, der Macht und der moralischen Legitimität einer zuvor marginalisierten Gruppe.
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Die Legalisierung weiterer Rechte könnte aber den Samen für einen konservativen Sieg bei einem anderen wichtigen Anliegen enthalten: beim Verbot der Abtreibung.
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Der wichtigste Teil im Programm der US-amerikanischen Liberalen ist die permanente Anstrengung, den bürgerlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmen für die Menschen zu erweitern. Dieser Prozess, der kein Ende zu haben scheint, hat bisher z. B. zur Einführung des Frauenwahlrechts, der Bürgerrechte, der Erweiterung der Rechte von Immigranten und von  Homosexuellen geführt.
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Eine erfolgreiche Legalisierung der Transgender-Rechte scheint in der Zukunft fast sicher. Es gibt sogar bereits Stimmen, die ein Recht auf Inzest und Polygamie fordern. imagesCAHIF86C
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Die anhaltende Anerkennung und Stärkung der Rolle der bisherigen Randgruppen bewirkt allerdings Spannungen bei der liberalen Unterstützung der Abtreibungsrechte. Umfragen zeigen, dass sich die Wähler selbst häufiger als „liberal“ definieren als in der Vergangenheit. Die liberale Aufschwung ist u.a. auf die öffentliche Unterstützung der homosexuellen Ehe zurückzuführen.
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Nur noch 52% der Baby-Boomer sagen, Abtreibung solle in allen oder den meisten Fällen legal sein.
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Die Ausweitung der Rechte von Minderheiten stellt ein interessantes Dilemma dar. Ungeborene haben bisher keine Rechte. Bei den US-amerikanischen Liberalen hat sich jedoch die Meinung, dass ein Fötus nur ein „Zellhaufen” ohne inneren Wert darstelle, weitgehend geändert. Stattdessen hört man auch von dieser Seite nunmehr Forderungen, die Abtreibung solle “sicher und selten” sein.
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Der libertäre Impuls in der amerikanischen Kultur ist stark, und Erweiterungen der Rechte  –  wie bei den homosexuellen Ehen  –  verstärken diesen Impuls noch. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie sich dies auf die Gesellschaft auswirken könnte. DSC_0048
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In konservativen Regionen kann sich das sog. “Recht auf Abtreibung” deutlich schwieriger durchsetzen, weil  dort diepolitischen Führer zugunsten der Persönlichkeitsrechte des ungeborenen Babys die gesetzlich legale Abtreibung behindern.
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Selbst für Tiere, die in den USA als “humane Pets” bezeichnet werden, fordert die Tierrechtsbewegung einen weitaus größeren Schutz als für einen menschlichen Fötus. Wegen Tierquälerei kann man zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.
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Einem Kind im Mutterleib sollte der gleiche Rechtsschutz gewährt werden wie allen anderen Lebewesen.
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Frauen sind in den USA lange an den Rand gedrängt worden. Durch das gesetzliche Recht auf Abtreibung sollte  – so hieß es –  ihre soziale Würde gestärkt werden. Aber nachdem der Einfluss der Frauen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewachsen ist, scheint ihr Nachwuchs paradoxerweise wenig Schutz zu erhalten.
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Der Respekt vor dem Persönlichkeits-Recht für die heute noch marginalisierten menschlichen Föten könnte eines Tages zu einem Verbot der Abtreibung führen. Dann hätten die Anliegen der Lebensrechtler auf paradoxe Weise gesiegt.
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).
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