Frühchristliche Inschrift in Israel entdeckt: „Christus, geboren von Maria“

Widmung bittet darum, für zwei Verstorbene zu beten

Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde im Dorf et-Taiyiba im Jezreel-Tal haben kürzlich eine Inschrift entdeckt, die Jesus gewidmet ist und sich in einer der Wände eines prächtigen Gebäudes befindet. Die in Stein gemeißelte griechische Inschrift stammt aus dem Rahmen einer Eingangstür aus byzantinischer Zeit (spätes 5. Jahrhundert).

Inschrift: Christus von Maria geboren

Laut Frau Dr. Leah Di-Segni, Forscherin am Institut für Archäologie der Hebräischen Universität von Jerusalem, die den Text entziffert hat, handelt es sich um eine Widmungsinschrift, die beim Gießen der Fundamente der Kirche eingraviert wurde; sie lautet:

„Christus, geboren von Maria. Dieses Werk des gottesfürchtigsten und frommsten Bischofs [Theodo]sius und des elenden Th[omas] wurde aus dem Fundament gebaut. Wer hereinkommt, sollte für sie beten.“

Di-Segni erklärt dazu: „Die Inschrift begrüßt diejenigen, die eintreten, und segnet sie. Es ist daher klar, dass das Gebäude eine Kirche und kein Kloster ist: Die Kirchen begrüßten die Gläubigen am Eingang.“

Theodosius, den der Text als Gründer des Gebäudes bezeichnet, war einer der ersten christlichen Bischöfe. Er diente als regionaler Erzbischof – die höchste religiöse Autorität der Metropole Bet She’an, zu der et-Taiyiba im Tal gehörte.

Quelle und Fortsetzung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Jesus-gewidmete-Inschrift-entdeckt.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+21.01.21


Israel: 3200 Jahre alte Festung ausgegraben

​Eine kanaanitische Festung aus der Mitte des 12. Jahrhunderts v. Chr. wurde von der Israelischen Altertumsbehörde und Freiwilligen bei einer Ausgrabung nahe des Kibbuz Galon in der Nähe von Kiryat Gat gefunden.

Laut den Archäologen Saar Ganor und Itamar Weissbein von der Israelischen Altertumsbehörde „bietet die Festung, die wir gefunden haben, einen Einblick in die geopolitische Realität, die im Buch der Richter beschrieben ist, in dem die Kanaaniter, Israeliten und Philister gegeneinander kämpfen. Das Land Kanaan wurde von den Ägyptern regiert und seine Bewohner standen unter ihrer Obhut.“
Im 12. Jahrhundert v. Chr. seien zwei neue Völker ins Spiel getreten: die Israeliten und die Philister:
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„Dies führte zu einer Reihe gewalttätiger territorialer Streitigkeiten. Die Israeliten siedelten sich in nicht befestigten Siedlungen im Benjamin- und Judäischen Gebirge an. Zur selben Zeit gewannen die Philister in der südlichen Küstenebene an Macht und gründeten große Städte wie Ashkelon, Ashdod und Gat.
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Um mehr Gebiete zu erobern, konfrontierten die Philister die Ägypter und die Kanaaniter an der Grenze, die wahrscheinlich am Guvrin-Fluss zwischen dem Philister-Königreich Gat und dem Kanaaniter-Königreich Lachish verlief.
Es scheint, dass die Festung Galon als kanaanitisch-ägyptischer Versuch erbaut wurde, mit der neuen geopolitischen Situation fertig zu werden.
In der Mitte des 12. Jahrhunderts verließen die Ägypter das Land Kanaan und kehrten nach Ägypten zurück. Ihr Abzug führte zur Zerstörung der dadurch ungeschützten kanaanitischen Städte – eine Zerstörung, die wahrscheinlich von den Philistern angeführt wurde.“
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Laut Ganor und Weissbein zeigen die Geschichten der Richter in der Bibel deutlich die komplizierte geopolitische Realität und den Kampf um die Kontrolle der Gebiete während der Errichtung neuer politischer Mächte im Land Israel.
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Die Festungsstruktur, die als ägyptische „Gouverneurshäuser“ bezeichnet wird, ist aus anderen in Israel ausgegrabenen Stätten bekannt; sie wurde an einer strategischen Stelle erbaut, von der aus man die Hauptstraße entlang des Flusses Guvrin beobachten kann – eine Straße, die die Küstenebene mit den Ebenen von Judäa verbindet.
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Quelle (Text/Foto) und Fortsetzung der Meldung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/3-200-Jahre-alte-Festung-in-Israel-gefunden.aspx

Seltener Fund in Israel: Siegelabdruck und antiker Stempel mit biblischen Namen

Ein Siegelabdruck (siehe Foto) und ein 2600 Jahre alter Stempel mit hebräischen biblischen Namen wurden während der Ausgrabungen des Givati-Parkplatzes im Nationalpark der Davidsstadt gefunden.

Bei dem Ort der Artefakte handelt es sich offenbar um ein antikes öffentliches Verwaltungsgebäude. Dieses wurde anscheinend durch ein Feuer im 6. Jahrh. v. Chr. zerstört – vermutlich im Zuge der babylonischen Eroberung.

Antiker Siegelabdruck

Zu dieser Schlussfolgerung kamen Prof. Yuval Gadot (Universität Tel Aviv) und Dr. Yiftah Shalev (israelische Altertumsbehörde), die Leiter der Ausgrabung, da am Fundort große Mengen Steinreste, verbrannte Holzbalken und zahlreiche verkohlte Keramikscherben entdeckt wurden.

Das Besondere an beiden Funden sind die Namen, die im Siegelabdruck und im Stempel zu lesen sind. Der Siegelabdruck, datiert auf die Zeit des Ersten Tempels, enthält die Wörter „[Eigentum] von Nathan-Melach, Bediensteter des Königs (LeNathan-Melech Eved HaMelech)“. Es handelt sich hierbei um den ersten archäologischen Beweis für den aus dem aus Könige 23:11 bekannten biblischen Namen.

Dem biblischen Text zufolge handelt es sich bei Nathan-Melech um einen Beamten am Hofe von König Josiah. 

Dr. Anat Mendel-Geberovich (Hebräische Universität), welche beide Artefakte entzifferte, erklärt, dass die gefundene Bulla, ein kleines Stück Ton, welches in der Antike verwendet wurde, um Briefe zu versiegeln, um die erste Erwähnung des Namens Ikar handele. Die Siegelinschrift liest sich wie folgt: „[Eigentum] von Ikar Sohn von Matanyahu (Lelkar Ben Matanyahu).“

Die meisten Siegel werden nicht im Laufe von organisierten archäologischen Ausgrabungen gefunden, sondern auf dem Antiquitätenmarkt. Die Tatsache, dass beide Artefakte in einem klaren archäologischen Kontext entdeckt wurden, erleichtert ihre genaue Datierung immens.

Außerdem gibt der Fundort ein klares Indiz für das hoch entwickelte Verwaltungssystems im Königreich Judäa während der Zeit des ersten Tempels. 

Quelle: Außenministerium des Staates Israel – Foto: Eliyahu Yanai / City of David


Israel: Fundstücke belegen Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch Babylon

Neue Funde belegen den Wohlstand und Charakter Jerusalems als Hauptstadt des Königreichs Juda und zeigen den Niedergang der Stadt durch die Babylonier.

Wenngleich schon 2500 Jahre vergangen sind seit der Zerstörung des Ersten Jüdischen Tempels durch die Babylonier, werden noch immer Belege aus dieser Zeit gefunden. Ausgerechnet kurz vor Tisha beAv, dem Trauertag, an welchem der Zerstörung sowohl des Ersten als auch des Zweiten Tempels gedacht wird, wurden diese neuen Nachweise gefunden:

Anlagen, die auf älter als 2600 Jahre datiert werden, wurden freigelegt. Zwischen den Steinstrukturen, die durch viele Schichten Stein und Geröll bedeckt waren, wurde auch anderes gefunden – verkohltes Holz, Traubensamen, Töpferwaren, Vorratsgefäße, Fischgräten und Kunstwerke zum Beispiel. Auf mehreren Vorratsgefäßen wurden Rosetten entdeckt, ein Siegel, welches zum Ende der Periode des Ersten Tempels hin gebräuchlich war.

Wie die Grabungsleiter, Ortal Chalaf und Dr. Joe Uziel, erklären, zeigen die Ausgrabungen, dass Jerusalem sich bereits vor der Zerstörung außerhalb der Stadtwälle ausgebreitet hatte.

Quelle: Israelische Altertumsbehörde, 26.7.2017


Israel: Seltene ägyptische Statue entdeckt

Bei Ausgrabungen in Tell Hazor nördlich des See Genezareth ist kürzlich eine seltene Entdeckung gemacht worden: Freiwillige Volontäre fanden die Überreste der Statue eines ägyptischen Beamten (siehe Foto).

Lediglich der untere Teil der Statue hat überlebt, der Fuß einer männlichen Figur, der auf einem Quader saß, auf dem einige Zeilen in Hieroglyphen eingraviert waren.

Die Statue stellt gemeinsam mit dem Fragment einer Sphinx des ägyptischen Königs Mycerinus den bisher einzigen Fund ägyptischer Statuen des zweiten Jahrtausends v. Chr. in der gesamten Levante dar.

Quellen: Hebräische Universität Jerusalem, israelische Botschaft in Berlin (Foto: Shlomit Bechar)