Äthiopien: Islamische Gewalt gegen Christen und Zerstörungen von Kirchen

In Alaba, circa 220 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, ist es am 9. und 10. Februar 2019 zu massiven Ausschreitungen gegen Christen gekommen. Ein Mob von Muslimen beschädigte dabei 13 Kirchengebäude schwer, 26 Christen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Auslöser der Übergriffe war nach Angaben lokaler Quellen der Aufruf eines Imams zur Gewalt gegen Christen. Wenige Tage nach dem Vorfall besuchten Mitarbeiter von Open Doors die Christen und machten sich ein Bild von der Situation.

Der Angriff begann am Samstag, den 9. Februar, gegen 10 Uhr, als sich eine große Gruppe von Muslimen in Alaba versammelte. Als Waffen trugen sie Stöcke, Steine und Brandbeschleuniger bei sich. Zeugen gaben an, die Menge habe „Allahu Akbar“ (Allah ist größer) und „Alaba gehört dem Islam“ gerufen.

Der Mob zog von Kirche zu Kirche und zerstörte Gebäude und Einrichtungsgegenstände. 26 Christen wurden bei dem Versuch verletzt, ihre Kirchengebäude zu schützen. Sie mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Angreifer beschädigten oder zerstörten 13 Gebäude, 14 Motorräder und zahlreiche Fahrräder, Möbeln und Bibeln.

Besonders schockiert äußerten sich die Christen aus Alaba über die Untätigkeit der örtlichen Polizei. Zeugenaussagen zufolge hätten Polizeibeamte „einfach herumgestanden“ und das Chaos drei Stunden lang beobachtet. Erst als Beamte der Bundespolizei aus Awasa und Wolayita Sodo eintrafen, stellten diese die Ordnung wieder her. Nach dem Vorfall verhaftete die Bundespolizei über 100 Verdächtige. Unter ihnen waren auch die Polizeikommandanten der Stadt und des Distrikts, möglicherweise weil sie die Angriffe nicht unterbunden hatten. Aber alle sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Quelle: Hilfswerk Open Doors


Eritrea: Ex-Finanzminister Abrehe entführt – Kritiker verschwinden hinter Gittern

Im afrikanischen Eritrea wird Kritik an der sozialistischen Diktatur quasi nicht geduldet. Wer seine Meinung äußert, läuft Gefahr, verhaftet zu werden und zu „verschwinden“.

Berhane Abrehe (siehe Foto), der ehemals Finanzminister des Landes war, sitzt am Morgen des 17. Septembers 2018 mit einem seiner Söhne in einem Restaurant beim Frühstück, als kommunistische Sicherheitsbeamte auf ihn zukommen. Sie nehmen ihn mit, und seine Familie erfährt nicht wohin, wie Amnesty International berichtet. Es gibt auch keine Informationen über die Gründe oder darüber, wie lange er festgehalten wird. Seine Angehörigen können ihn nicht kontaktieren.

Was Berhane Abrehe widerfahren ist, gehört im sozialistischen Eritrea zum Alltag der Bevölkerung.

„Kritiker verschwinden hinter Gittern, selbst das Schicksal prominenter politischer Häftlinge ist unklar. Kritische Journalisten oder Menschenrechtler aus dem Ausland bekommen kaum Zugang. Selbst ausländische Diplomaten dürfen die Hauptstadt Asmara nur mit Genehmigung der Regierung verlassen“, schreibt die Deutsche Welle.

In Eritrea regiert Präsident Isaias Afewerki mit harter Hand; eine Gewaltenteilung gibt es nicht. Die von der Nationalversammlung Eritreas 1997 ratifizierte Verfassung wurde auf Betreiben Afewerkis nie umgesetzt, und die Nationalversammlung darf seit der Verabschiedung des eritreischen Wahlgesetzes 2002 nicht mehr zusammentreten.

„Die Ausübung von Grundrechten, wie z. B. Rede- und Meinungsfreiheit, Versammlungs- und Religions- freiheit, ist nicht oder nur extrem eingeschränkt möglich. Eine freie Presse existiert nicht; Rundfunk und Fernsehen unterliegen staatlicher Kontrolle.

Die Justiz ist als Teil des Justizministeriums von diesem abhängig, es gibt Sondergerichte. Eine organisierte politische Opposition innerhalb Eritreas gibt es nicht. Zahlreiche Regimekritiker wurden seit 2001 ohne rechtsstaatliches Verfahren verhaftet und sind seit Jahren ohne jeden Kontakt zur Außenwelt an geheimen Orten inhaftiert“, fasst das Auswärtige Amt zusammen.

Nur wenige Tage vor seinem Verschwinden hat Berhane Abrehe ein Buch mit dem Titel „Eritrea Hagerey“ (Eritrea, mein Land) veröffentlicht. Darin kritisiert er das gegenwärtige politische System Eritreas unter Präsident Afewerki. Abrehe ruft die Bevölkerung dazu auf, sich friedlich für demokratische Veränderungen im Land einzusetzen.

Zwar gibt es in letzter Zeit einige positive Veränderungen der Friedensschluss zwischen Eritrea und Äthiopien Ende Juni gehört ebenso dazu wie vorsichtige Reformen des zeitlich unbegrenzten verpflichtenden Militärdienstes, der viele junge Eritreer veranlasst, aus dem Land zu fliehen. Doch von einer grundlegenden Entspannung kann keine Rede sein. Neben der politischen Lage ist auch die Versorgung der Bevölkerung problematisch. Die rund fünf Millionen Einwohner gehören zu den ärmsten der Welt.

FORTSETZUNG der Meldung mit konkreten Vorschlägen für Hilfs-Aktionen, Bitt-Briefen usw. hier: http://www.akm-online.info/index2.html

 


Ägypten: Koptische Kirche informiert gegen Genitalverstümmelung bei Mädchen

Die koptische Kirche startet unter ihren Gläubigen eine intensive Kampagne gegen die Verstümmelung der weiblichen Genitalien, die nicht allein bei Muslimen, sondern in einigen Gegenden Ober-Ägyptens auch unter koptischen Christen vorkommt. 

Der Aufruf bezieht sich auch auf Gefahren und schwere physische und psychologische Folgen dieser Praxis; er kam nach Angabe von Medien direkt von Patriarch Tawadros II.

Für die Sensibilisierungskampagne werden verschiedene Mittel herangezogen, wie z.B. Warnschilder gegen die Infibulation (weiblichen Genitalverstümmelung), die in der Nähe von Kirchenräumen angebracht werden, in denen Taufen stattfinden.

Aber sowohl der Patriarch als auch die koptischen Bischöfe zählen vor allem darauf, dass die Gläubigen sich selber kritisch mit dieser Praxis auseinandersetzen, und dass vermehrt Ehe-Vorbereitungskurse zu diesem Thema angeboten werden.

Die Praxis der Infibulation ist in der koptischen Kirche zwar verboten, hält sich aber nach wie vor neben Oberägypten auch in christlichen Gemeinden am Horn Afrikas, in Eritrea und Äthiopien sowie im Niger als ein Überrest archaischer (uralter) Stammessitten.

Quelle: Fidesdienst – Foto: IGFM


Äthiopien: Teenager und junge Frau wegen christlicher Evangelisation verhaftet

Die äthiopische Polizei hat eine 18-jährige Christin wenige Stunden nach ihrer Freilassung erneut verhaftet. Die junge Frau namens Deborah war zusammen mit drei jüngeren Mädchen seit Ende September 2016 inhaftiert gewesen, weil sie ein christliches Buch weitergegeben hatten.  76aa47d054

Der Vorfall ereignete sich in Babile, einer Stadt 550 Kilometer östlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Dort hatten einheimische Christen ein Buch verteilt, das Fragen eines verstorbenen islamischen Gelehrten über den christlichen Glauben beantwortete. Die ortsansässigen Muslime sehen in dem Buch eine Beleidigung des Islam.

Dies führte dazu, dass einige von ihnen am 19. September die protestantische Meserete-Kristos-Kirche angriffen und Fenster und Türen beschädigten. Daraufhin organisierten Vertreter der Stadt ein Treffen zwischen verschiedenen religiösen Leitern und verhafteten im Anschluss Deborah, die 15-jährige Eden samt ihrer Mutter sowie einen Mann namens Bekele.

In einer öffentlichen Veranstaltung am selben Tag kündigten sie weitere Maßnahmen gegen „Aufrührer“ an, die „religiöse Konflikte anzetteln“. Ein Christ verwies darauf, dass in Babile auch islamische Bücher im Umlauf seien, wogegen nichts dergleichen unternommen werde. Er muss sich seitdem regelmäßig bei der Polizei melden und wurde unter Druck gesetzt, sich für seine Aussagen zu entschuldigen, was er jedoch verweigerte.

In der folgenden Nacht wurde eine weitere Kirche demoliert. Gemeindeleiter erhielten Drohungen.

Während Bekele und Edens Mutter aus dem Gefängnis entlassen wurden, verhaftete die Polizei am 23. September die beiden 14-jährigen Mädchen Gifti und Mihiret. Eine Kontaktperson von World Watch Monitor berichtete von einem Besuch bei den Mädchen, dass sie trotz ihrer schweren Situation an ihrem Glauben an Christus festhalten. Nachdem sie mehrere Male vor Gericht erscheinen mussten, wurden sie schließlich Mitte Oktober gegen eine Kaution von 3.000 Birr (entspricht etwa 125 Euro) freigelassen.

Noch ist nicht klar, warum Deborah erneut verhaftet wurde. Es ist zu vermuten, dass die Ankläger weiter nach Möglichkeiten suchen, auf eine Verurteilung der jungen Christinnen hinzuwirken.

Äthiopien nimmt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors aktuell Platz 18 unter den Ländern ein, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Offiziell herrscht in Äthiopien Religionsfreiheit, doch tatsächlich erleben viele Christen Diskriminierung und Bedrohung bis hin zu gewaltsamen Übergriffen.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors


Äthiopien: Aktive Christen werden in muslimischen Regionen verfolgt

IS-Terroristen enthaupten Christen

Im mehrheitlich christlichen Äthiopien sind sechs Verwaltungsmitarbeiter der Äthiopischen Orthodoxen Kirche (EOC) am 7. August 2015 von einem Bezirksgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten sich öffentlich über die wachsende Verfolgung von Christen in ihrer islamisch dominierten Provinz beschwert.

Im Ostteil des Landes wurde eine Gruppe christlicher Jugendlicher tätlich angegriffen und vorübergehend verhaftet, nachdem sie öffentlich zum christlichen Glauben eingeladen hatte. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Der Bezirk Silte im Süden Äthiopiens wird überwiegend von Muslimen bewohnt und hat nach einem Referendum im Jahr 2001 den Status eines teilautonomen Gebietes unter eigener Verwaltung erhalten. Aus Silte stammen einige der führenden Politiker Äthiopiens, so etwa die Minister für Verteidigung und Kommunikation.

Die Bezirkshauptstadt Worabe hat in den vergangenen Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt, mindestens vier große Moscheen finden starken Zulauf aus der Bevölkerung. Gleichzeitig hat sich der Druck auf die Christen in dem Gebiet spürbar verstärkt.

Sechs Verwaltungsratsmitglieder der örtlichen „St. Mary’s Orthodox Church“ verfassten daraufhin im März 2015 einen Beschwerdebrief an die nationale Kirchenleitung der EOC. Darin listeten sie detailliert auf, welchen Formen der Verfolgung Christen in ihrer Umgebung zuletzt ausgesetzt waren: Diskriminierung bei der Arbeitsplatzsuche und in Arbeitszeugnissen, dem Niederbrennen von Kirchengebäuden, tätlichen Angriffen sowie Morddrohungen.

Die Verfasser beklagten, die Situation sei unerträglich geworden, und zogen Parallelen zur Lage in Libyen. Dort enthaupteten Mitglieder des Islamischen Staates (IS) einen Monat nach Abfassung des Briefs äthiopische Christen und veröffentlichten die Tat per Video.   BILD0191

Kopien des Schreibens wurden auch an verschiedene Regierungsstellen verschickt, darunter das Büro des Premierministers. Als der Brief in die lokale Presse von Worabe gelangte, wurden seine Verfasser vorgeladen und unter Anklage gestellt.

Trotz eines Entschuldigungsschreibens wurden sie am 7. August zu fünfeinhalb bzw. achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt; Begründung: Erregung öffentlichen Ärgernisses, Untergrabung des öffentlichen Vertrauens in Regierungsbeamte sowie Verbreitung von Hass.

Polizei verhaftet nicht Täter, sondern Opfer

Unter massiven Druck geriet auch eine Gruppe von 15 jugendlichen Christen, die sich aus der Hauptstadt Addis Abeba auf eine 480 km lange Reise in die östlich gelegene Stadt Karamile begeben hatten.

Als sie dort auf der Straße das Evangelium weitergaben, wurden zwei junge Frauen tätlich angegriffen, woraufhin die Polizei zügig einschritt. Verhaftet wurden allerdings nicht die Täter, sondern die Christen, die daraufhin eine Nacht im Gefängnis verbringen mussten. Dank der Intervention örtlicher Kirchenleiter wurden sie am Folgetag wieder freigelassen.

Die Behörden der überwiegend von Muslimen bewohnten Stadt bestellten daraufhin jedoch die Leiter aller lokalen Kirchen ein und wiesen sie an, künftig alle evangelistischen Aktivitäten außerhalb ihrer Kirchen zu unterlassen. Kein Christ dürfe zudem einen Nichtchristen zu privaten Gebetstreffen einladen.

Quelle: Open Doors