Vatikan lädt Schimpansenforscherin Jane Goodall zu Webinar über Artenvielfalt

Von Felizitas Küble

Die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall spricht am kommenden Dienstag (20.4.) um 12 Uhr als Gast bei einem Vatikan-Webinar über globale Biodiversität (weltweite Artenvielfalt), wie Vatikan-News berichtet. Die Britin, die seit Jahrzehnten in Afrika stationiert ist, wirkt auch als UNO-Friedensbotschafterin.

Die Veranstaltung im Rahmen des Laudato-Si-Jahres wird vom Dikasterium für die Ganzheitliche Entwicklung des Menschen und der vatikanischen COVID-19-Kommission ausgerichtet und auf Youtube veröffentlicht.

Soweit die Meldung von Vatikan-News.

In der Philosophie-Reihe „Sternstunde“ im Schweizer Fernsehen wurde Godall im Dezember 2007 interviewt, damals war sie 72 Jahre alt. Goodall gilt als Pionierin der Tierforschung vor allem bei Primaten, sie hat sich auf Schimpansen konzentriert und erforscht ihr Verhalten.

Sie zog einst von London nach Kenia, um Schimpansen nicht nur im Zoo, sondern direkt in ihrem natürlichen Lebensumfeld zu beobachten.

In der Sendung sagte sie, diese Affen, die bis zu 60 Jahre alt werden, seien sehr „konservativ“, sie würden nicht schnell vertrauen, sondern lange zuwarten. Schimpansen pflegen soziale Kontakte ohne Sprache = nonverbale Kommunikation. Es gäbe bei ihnen enge Band zwischen Mutter und Kind.

Sie kam auf China und die dortige Umweltverschmutzung zu sprechen und sagte, durch die kommunistische „Kulturrevolution“ dort sei das Verhältnis Mensch – Tier – Natur zerstört worden.

Die Artenvielfalt der Tiere würde durch die neuere Wissenschaft dadurch geschützt, dass man die Ökosysteme untersucht. Viele Regierungen – auch in Europa – seien aber leider abhängig von der Macht der großen Konzerne.

Sie habe zwei Bücher mit dem Wort „Hoffnung“ geschrieben und sei trotz aller Probleme zuversichtlich, denn sie vertraue auf den menschlichen Erfindungsreichtum, auf Herz und Hirn mit Empathie, auf den „unbezähmbaren menschlichen Geist“.

Nicht der Globalismus sei die Lösung der Zukunft, sondern das Zurückkehren zu kleineren Einheiten, die Zusammenarbeit in Netzwerken sowie Gemeinschaften auf lokaler oder regionaler Ebene.

 


Fledermäuse als häufige Viren-Überträger

Von Dr. med. Edith Breburda

Wissenschaftler gehen davon aus: Fledermäuse sind Träger des Coronavirus. Sie leben auf jedem Kontinent der Erde. Nur auf der Antarktis sind sie nicht zu finden.

Dazu kommt, dass sie fliegen können, womit sie eine Krankheit – auch über ihre Ausscheidungen – schneller verbreiten; sie haben ihr Habitat nahe bei uns Menschen.

So heißt es z.B. hier: „Eines ist sicher: Dieses Virus stammt von einem Tier, höchstwahrscheinlich von einer Fledermaus… Sars Coronavirus 2 kommt ja genauso wie das ursprüngliche Sars-Virus aus einem Fledermaus-Reservoir.“  (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-wissenschaftler-erforschen-gefaehrdung-von.697.de.html?dram:article_id=472930)

Zudem stehen sie in vielen Ländern auf der Speisekarte, wodurch sie oft lebend verkauft werden. Tiermärkte waren auch für den Ausbruch von SARS verantwortlich.

In China verkauft man neben Affen und Fledermäusen natürlich auch Kakerlaken. Ein unvergessliches Bild, das sich mir auf einer von meinem Vater geleiteten wissenschaftlichen Exkursion quer durch China  –  u.a. Wuhan  –  Mitte der 80iger Jahre einprägte. (1)

Die in Höhlen lebende Fledermaus-Kolonien sind ideal dafür geeignet, Viruskrankheiten zu verbreiten.

Dr. Daszak von EcoHealth Alliance berichtete bereits 2017 in der Fachzeitung Nature von seiner Datenbank, in der er 754 Säugtieren katalogisierte, die 586 verschiedenen Viren in sich tragen. Damit bestätigte er, dass Fledermäuse prädestiniert sind, Krankheiten auf den Menschen zu übertragen.

Sie überleben nicht nur das Virus, das sie in sich tragen, sondern werden erstaunlich alt. Während Mäuse höchstens zwei Jahre leben, hat die große braune amerikanische Fledermaus eine Lebensspanne von etwa 20 Jahren. Wobei andere Arten ohne weiteres 40 Jahre bzw. eine kleine Sibirische Fledermaus bis zu 41 Jahre alt werden. Sie zu studieren, ist eine Notwendigkeit für unsere eigene Gesundheitsvorsorge.  

Dr. Daszak wünscht sich, den Verkauf dieser Tiere zu stoppen. Es würde sicherlich den weiteren Ausbruch von Krankheiten verhindern. „Doch dies ist nicht durchführbar, deshalb müssen wir die Lebensgewohnheiten der Tiere studieren“, postuliert der Wissenschaftler. „Ein Ausbruch kann kontrolliert und abgemildert werden. Aber wenn wir nicht den Ursprung der Krankheit kennen, kann sich ein Virus weiterhin schnell verbreiten.“

2018 hatten Wissenschaftler aus China und Singapur in einem Artikel in Cell Host and Microbe beschrieben, warum das Virus den Tieren selbst nichts anhaben kann. Der Kraftaufwand zu fliegen bewirkt, dass kleine Stränge der Erbinformation (DNA) in ihren Körperzellen herausbrechen. Diese DNA-Bruchstücke werden vom Immunsystem nicht angegriffen.

So wurden im Laufe der Evolution auch keine Viren mehr vom natürlichen Abwehrsystem der Fledermäuse bekämpft. Damit wurden die Tiere zu Trägern vieler Krankheiten, ohne dass sie ihnen selber schaden, weil sie tolerant gegen den Erreger sind.

Eine Fledermaus alleine kann ein natürliches Reservoir für das Marburg Virus, Tollwut, dem Nipa- und Hendra-Virus sein, das sie vor allem in Afrika, Malaysia, Bangladesch und Australien an den Menschen weitergegen.  

Man weiß, dass Kakerlaken und Insekten viele Krankheiten beherbergen – Fledermäuse übertreffen sie um das Vielfache. Noch dazu sind sie wichtige Bestäuber von z.B. Bananen und anderen Früchten.

Es gibt so viele Fledermausarten, dass sie ein Viertel aller Säugetiere ausmachen. Ihre Fähigkeit, Viren zu beherbergen, die leicht auf Menschen übertragen werden, hat verehrende Konsequenzen. Man vermutet, dass Fledermäuse auch ein Reservoir des Ebola-Virus sind. (2)

Seit 1976 fragen sich Wissenschaftler, welche Tiere bei einer Zoonose, in der eine Krankheit von Menschen auf Tiere übertragen wird, ein Erregerreservoir beinhalten.

Zum ersten Mal trat Ebola im Juni 1976 in einem kleinen Missionskrankenhaus in Yambuku auf. Heute gehört dieses Gebiet zum Kongo. Die am Rande des Dschungels gelegene Ortschaft grenzt an den Ebola-Fluss. Die sich infizierten Personen bekamen plötzlich hohes Fieber, Unterleibsschmerzen und einen entzündeten Hals. Dann bluteten sie aus der Nase, den Augen und anderen Körperöffnungen.

Neunzig Prozent der damals 318 infizierten Menschen starben innerhalb weniger Tage. Danach schien die Krankheit verschwunden. Mittlerweile nannte man sie nach dem Fluss-Ebola. Es betraf jedes Mal nur ein paar Personen in ein oder zwei Ortschaften.

Bis das Ebola-Zaire-Virus – wie aus dem Nichts heraus – 2011 plötzlich wieder in Zentral-Afrika auftrat, worüber der Virologe Garz Kobinger des Gesundheitsinstitutes in Winnipeg ausKanada berichtete.

2013 infizierten sich dann 11.000 Menschen in West-Afrika. Als erstes erkrankten Guineas Einwohner. Rasant verbreitet sich das Virus in der dicht mit Menschen gefüllten Hauptstad Conakry. Schnell infizierten sich die Bewohner der Nachbarländer Liberia und Sierra Leona.

Wissenschaftler studierten in den letzten Jahren das Virus sehr genau. Weltweit entschlüsselte man in Sicherheitslaboren das Erbgut des Virus. An Hunderten von Patienten entnahm man damals Blutproben und speicherte Gesundheitsdaten. Während des Ausbruchs testeten Wissenschaftler viele Impfstoffe. Arzneimittelfirmen versuchten mehrere verschiedene Medikamente aus. Bis auf einen Impfstoff schien alles Andere nicht zu helfen.

Den einzigen vielversprechenden Impfstoff entwickelte Merk. Er wurde bereits in Guinea angewandt, obwohl er damals noch nicht offiziell freigegeben war. Wenn Kongos Regierung Bedarf angemeldet hätte, wäre er als Versuchsimpfstoff eingesetzt worden. Ärzte ohne Grenzen standen bereit, den Impfstoff zu applizieren.

Forscher versichern, dass folgende Ebola-Ausbrüche längst nicht mehr so dramatisch verlaufen würden. 2017 wurden zwei Personen in einer sehr abgelegenen Gegend des Kongos positiv auf Ebola getestet. Nicht lange danach wurden drei bestätigte Fälle und 37 Verdachtsfälle des hoch pathogenen Virus gefunden.

Trotzdem ist man sich über die Entstehung des mysteriösen Virus immer noch im Unklaren. Der Virologe des Nationalen Institutes für Allergien und Infektionskrankheiten im Bundestaat Montana, Vincent Munster, erläuterte gegenüber dem Science Magazin am 2. Juni 2017: „Wir wissen sehr genau, wie sich das Virus vermehrt. Dennoch können wir uns weder erklären, woher es kam, noch wissen wir, was seinen sporadischen Ausbruch bewirkt?“

Es tötet Menschen, Antilopen, Gorillas und Schimpansen. Eines der Tiere muss das Virus in sich tragen. Das dem Ebola-Virus naheverwandte Marburg-Virus hat sein Erregerreservoir in Fledermäusen, Nagetieren und in Menschen.

Bei vorhergehenden Ebola Ausbrüchen fanden Wissenschaftler Antikörper des Erregers in Fledermäusen. Ein lebendes Virus hat noch keiner von einem Tier isoliert. Die Wissenschaft tappt im Dunkeln, wie das Virus vom Menschen auf Tiere – und umgekehrt – übertragen wird. Keiner weiß, unter welchen Bedingungen es zum Ausbruch der Krankheit kommt und vor: wo oder wann.

Wenn es um eine so tödliche Krankheit geht, wird der Wunsch verständlich, den Unsicherheitsfaktor auszuschalten. Man möchte Vorhersagen und Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Dr. Munster ist bemüht, diese Fragen so schnell wie möglich zu klären. Globalisierung, Urbanisierung und eine zunehmende Mobilität führen außerdem dazu, dass dem Virus keine Grenzen mehr gesetzt werden. Es kann sich in Windeseile verbreiten.

Wir müssen wissen, wo wir suchen müssen; und unter welchen Bedingungen es sich am Leben erhält. Deshalb ist Dr. Munster mitten in der Nacht in Kongo’s Dschungel zu finden. Es ist der Ort, von wo aus sich Ebola-Viren zu ihrer bisher tödlichsten Attacke verbreiteten. Man kann fast sagen, es handele sich in dieser Gegend um den Geburtsort von Ebola.

Seit sechs Jahren kommt der Wissenschaftler immer wieder hierher. Er hat sein Augenmerk auf Fledermäuse gerichtet. So schläft Dr. Munster kaum im Mai des Jahres 2017, weil er Urin- und Gewebsproben sicherstellen will, die er auf eine lange Reise nach USA sendet, damit sie dort auf Ebola-Viren getestete werden.

In der nur durch den Vollmond erhellten Nacht kann man über den Köpfen der Forscher ein Netz ausmachen.

Aus den Bäumen kommen knackende Geräusche. Munster und sein Team sind trotz der Schwüle in Schutzkleidung. In Masken und dicken Lederhandschuhen warten sie, bis ihnen ihre Beute – der Hammerkopfflughund – eine Fruchtfledermaus, ins Netz geht. Wenn es dunkel ist, kann man Afrikas größten Vampir – den Hypsignathus monstrous – im Regenwald finden. Ihre Flügel spannen sich bis zu einem Meter.

Dr. Munster hofft, den Tieren das Geheimnis um das Ebola-Virus zu entlocken. In zwei Wochen haben die Forscher 100 Tiere gefangen. Sie werden aus ihrer Falle befreit, in einen Sack gesteckt und an eine Leine gehängt, die zwischen den Bäumen aufgespannt ist.

Im Zeltlager der Wissenschaftler sind viele voller Hoffnung, das erste Mal lebende Viren aus einem Tier zu isolieren und so das Verhaltensmuster entschlüsseln zu können. Es könnte doch sein, dass sich Fledermäuse nur in jungen Jahren mit Ebola infizieren?

Oder es ist so etwas wie eine Kinderkrankheit und das Virus wird zeitlebens ausgeschieden? Vielleicht sind es nur ein paar Fledermäuse, die sich anstecken? Um genau diese Tiere zu identifizieren, reist Dr. Munster und sein Team jedes Jahr in Kongos Urwald.

Um zwei Uhr morgens, wenn die Arbeit der Vogelfänger vorbei ist, bekommt die Epidemiologien Sarah Olsen die Säugetiere. Eines der Zelte dient als Arbeitsplatz. Unter einer einfachen Osram-Birne, die durch einen lauten Generator gespeist wird, werden den hässlichen Kreaturen mit ihrem großen Kopf und gelben Augen Urin und Blutproben entnommen. Danach werden sie vermessen und schließlich freigelassen.

Die Forscher tragen immer noch Schutzkleidung. Über die Lederhandschuhe haben sie Vinylhandschuhe gezogen. Sie müssen sich absichern, falls sie wirklich mit Ebola zu tun haben sollten.

Wenn der Morgen dämmert, verstummen die Schreie der Hammerkopf-Fledermäuse. Die Poben der in der Nacht gefangen Tiere sind alle in flüssigem Nitrogen verstaut. Jetzt beginnt der Kampf mit den Bürokraten. Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis die Proben sicher in den USA ankommen. Man klassifiziert sie als hoch infektiöses Material  – unabhängig davon, ob sie Ebola-Viren enthalten.

Dr. Ondzie, Tierarzt der kongolesischen Artenschutzbehörde, ist Dr. Munsters rechte Hand. Seine Organisation untersucht vor allem, inwieweit das Ebola-Virus Schimpansen und Gorillas schadet. Ebola tötet zwischen 2005 bis 2012 die Hälfte aller im Kongo lebender Gorillas. Das ist ein schwerer Schaden, denn 60% dieser Primaten leben im Norden vom Kongo. Genau in diesem Gebiet hat Munster seine Zeltstadt aufgebaut.

Durch die Affen könnten sich Menschen sehr leicht an Ebola infizieren. Vor allem, wenn sie tote Urwaldtiere einsammeln und ihr Fleisch essen. Wenn Dr. Ondzie nicht damit beschäftigt ist, Fledermäuse zu fangen, sucht er die Eingeborenen auf. Seine Botschaft ist immer die gleiche: „Wenn Sie ein totes Tier sehen, sollen sie es nicht anfassen, sondern meine Organisation anrufen.“

Es scheint fast unmöglich, Ebola in lebenden Tieren zu finden. Desto wahrscheinlicher beherbergen Kadaver das Virus.

Munster hat ein besonderes Protokoll entworfen, dem jeder strikt folgt. Normalerweise schneiden Pathologen ein totes Tier auf, um Blutproben entnehmen zu können. Munster gibt sich mit abgeschabten Hautpartikeln zufrieden. Für ihn spielt der Unterschied keine große Rolle, denn: „Jede Zelle, die wir hier finden, ist mit Ebolaviren aufgefüllt“.

Die Zelte der Forscher sind nur knappe 100 Meter von der Straße entfernt, die erst seit kurzer Zeit eine Asphaltdecke trägt. Falls das Virus erneut im Urwald auftritt, kann es dank der Infrastruktur, die bis in den entlegensten Urwald hinein entwickelt wurde, morgen schon in Kongos Hauptstadt Brazzaville wüten und übermorgen in Boston, Berlin oder Bombay auftreten. (3)

Quellenangaben:

  • 1) Breburda J.: Wissenschaftliche Exkursion durch Zentral-China des Zentrums für Kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung der Justus-Liebig-Universität Giessen, März 1987
  • 2) Gorman J.:  How do bats live with so many viruses? New York Times, 31, Jan 2020
  • 3) Breburda E.: Gentopia, das gelobte Land (siehe Foto)

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Veterinär-Medizinerin, Immunologin und Verfasserin bioethischer Sachbücher; hier ihre Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/


LKR plädiert nach VW-Skandalen für einen Ausstieg der Politik aus dem Konzern

Der LKR-Parlamentarier Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel (siehe Foto) plädiert für den Ausstieg der Politik aus Volkswagen als Konsequenz auf den Skandal um die Versuche an Affen mit Abgasen. 

Nach Ansicht des Europa-Abgeordneten der LKR (Liberal-konservativen Reformer), Hans-Olaf Henkel, steht der Skandal um die Abgas-Versuche in einer langen Reihe von Verfehlungen bei VW, die sich auf die in der deutschen Industrie einmalige Konzernstruktur zurückführen lassen. 

Der Ökonom erinnerte in einer Aussprache im Europäischen Parlament am Montag unter anderem an  den Korruptionsskandal um den Betriebsrat 2005 und die Dieselaffäre der jüngsten Vergangenheit. Durch die Verbindung von politischen und betrieblichen Interessen entstehe ein idealer Nährboden für Skandale und Betrug, weil der Anreiz für effektive Aufsicht und Kontrolle fehle.

Laut Prof. Henkel sollte sich die Politik aus dem Volkswagen-Unternehmen zurückziehen. Dazu sagte er:

„Die Verbindung von Staat, Kapital und Gewerkschaften im Volkswagen-Konzern führt zwangsläufig immer wieder zu skandalösen Vorgängen. Mit Unterstützung des Aufsichtsratsmitgliedes Gerhard Schröder heuerte Volkswagen den IG-Metaller Peter Hartz als Vorstand an. Dann wurden nicht nur Prostituierte für Betriebsräte bezahlt, VW stellte auch die Geliebte eines Betriebsrates ein.

Bei VW kann man die deutsche Mitbestimmung in ihrer Perfektion und ihrer Perversion studieren: Zehn Arbeitnehmervertreter und dazu noch zwei sozialdemokratische Politiker stehen acht Leuten aus der Wirtschaft gegenüber.

Das führt zwangsläufig zuerst zu Kungelei, dann zu Korruption und schließlich zur Verwahrlosung der Sitten, wie der neue Skandal um die Versuche mit Affen wieder einmal zeigt. Wie die meisten seiner Konkurrenten muss VW privatisiert werden.“


Kirchliche Kritik an Klonierung zweier Affen durch chinesische Wissenschaftler

Die nach eigenen Angaben erfolgreiche Klonierung zweier Affen durch chinesische Wissenschaftler der Universität Shanghai ist in Deutschland überwiegend auf Kritik gestoßen. 

Wie die Forscher um Zhen Liu in der Fachzeitschrift „Cell“ schreiben, hätten sie bei ihren Versuchen eine leicht modifizierte Form der Technik verwendet, mit der Forscher um Ian Wilmut 1996 das Klonschaf Dolly erschaffen hatten. Mit dem sog. somatischen Zellkerntransfer haben Forscher seitdem rund 20 Tierarten mehr oder weniger erfolgreich kloniert. Primaten waren allerdings bisher nicht darunter.

Bei dem somatischen Zellkerntransfer wird zunächst der Zellkern einer Körperzelle eines Lebewesens isoliert. Anschließend wird der Zellkern, der die gesamte genetische Information des Spenders enthält, in eine entkernte Eizelle derselben Spezies transferiert und mit dieser fusioniert. Danach wird die Eizelle, die nun das genetische Programm des Spender des Zellkerns enthält, einem Leibmuttertier eingesetzt.

Wie die Forscher in ihrer Publikation schreiben, hätten sie bei ihren Versuchen insgesamt 301 Klonembryos erzeugt. 260 von ihnen seien anschließend auf 63 Leihmutteraffen transferiert worden. Dabei sei es zu 28 Schwangerschaften und vier Geburten gekommen. Zwei der vier Affen seien jedoch kurz nach der Geburt gestorben. Ein auf der Website der Fachzeitschrift veröffentlichtes Video zeigt angeblich die beiden Überlebenden beim Spielen.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk nannte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, die Meldung von der erfolgreichen Klonierung zweier Affen „symbolisch bedeutsam“. Erstmals sei ein Primat geklont worden, mit dem Menschen mehr verbinde als mit allen anderen Tieren.

Der evangelische Theologe und Bioethiker verwies darauf, dass sich China im Bereich der Lebenswissenschaften mit „dramatischer Schnelligkeit“ fortentwickle. Dabei gelt es, nicht nur dieses Experiment anzuschauen, sondern auch, was die Chinesen auf dem Gebiet des Genome Editings machten. Auf dem chinesischen Wissenschaftsmarkt wüchsen diese Dinge zusammen. Es sei wichtig, dies im Blick zu behalten.

Der Sprecher der Dt. Bischofskonferenz, Matthias Kopp, erklärte gegenüber dpa: „In human-bioethischer Sicht besteht der Verdacht, dass dieser Forschungserfolg letztlich auf die Entwicklung einer Technologie zur Klonierung von menschlichen Embryonen ausgerichtet ist“. Weil eine solche Technologie dem „Schutz menschlicher Würde zuwiderläuft“, werde sie von den Bischöfen strikt abgelehnt.

Quelle: ALfA-Newsletter


Orang-Utans bewegen sich gern auf dem Boden, nicht nur auf Bäumen

Ein internationales Forscherteam untersuchte, in welchem Maße Orang-Utans mit den von Menschenhand verursachten Lebensraum-Änderungen zurechtkommen.

Orang-Utans halten sich weit häufiger auf dem Boden auf als bislang bekannt. Das ist die wichtigste Erkenntnis, die jetzt in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurde. Orang-utan mit Nachwuchs (C) Andreas Wilting_IZW-15275367

BILD: Orang-Utan mit Nachwuchs. (Foto: Andrew Hearn & Joanna Ross)

Ihre Bodenaktivität ist in ungestörten Regenwäldern erstaunlicherweise sogar höher als in nachhaltig bewirtschafteten Waldgebieten – und damit auf einem ähnlichen Niveau wie in stark eingeschlagenen Wirtschaftswäldern.

Das fand ein internationales Wissenschaftlerteam heraus. Einer von ihnen ist Dr. Andreas Wilting vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der maßgeblich zum Erfolg der Studie beigetragen hat.

„Es wurden sowohl weibliche Orang-Utans, sogar mit Jungtieren, als auch männliche Orang-Utans aller Altersstufen bei ihren Ausflügen auf den Boden beobachtet, wobei die viel schwereren erwachsenen männlichen Orang-Utans mit Wangenwülsten am häufigsten fotografiert wurden“, kommentiert Andreas Wilting.

Dass auch weibliche Orang-Utans die Baumkronen verlassen, um sich auf dem Boden fortzubewegen, war für die Wissenschaftler neu. Die bisherigen Erkenntnisse über das Verhalten der Orang-Utans basierten hauptsächlich auf direkten Beobachtungen, was im Fall der scheuen Menschenaffen anscheinend zu einem verzerrten Bild der wahren Situation geführt hat.

Für die Ergebnisse der neuen, in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten, Studie haben die Wissenschaftler Fotos und Videos aus 16 Gebieten in Malaysia und Indonesien zusammengetragen. Erstellt wurden die Bilder mit Hilfe von mehr als 1400 Fotofallen.

Welche Auswirkungen hat der häufige Aufenthalt auf dem Boden für die Baumbewohner? 

Neben einigen „Vorteilen“ für die Orang-Utans, wie beispielsweise die Möglichkeit der Nahrungssuche in Bodennähe und das Potential, sich auch in leicht fragmentierten Wäldern fortzubewegen, birgt das Bodenleben für die Orang-Utans auch  Risiken. So könnten Orang-Utans beispielsweise leichter gejagt werden. Auch die Nähe zum Menschen kann gefährlich sein, sie könnten sich mit neuen Krankheitserregern infizieren.

Orang-Utans gehören zu den größten auf Bäumen lebenden Säugetieren. Auf Borneo leben etwa 70 Prozent der Orang-Utans in kommerziell genutzten Wäldern. Offensichtlich besitzen die Orang-Utans die Fähigkeit, mit moderaten, durch Menschenhand verursachten Veränderungen des Lebensraumes zurechtzukommen.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, wie wichtig es ist, auch kommerziell genutzte Waldgebiete für den Schutz der Orang-Utans zu berücksichtigen und die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Nutzungsstrategien für solche Wälder zu betonen.

Publikation:
Ancrenaz M, Sollmann R, Meijaard E, Hearn AJ, Ross J, Samejima H, Loken B, Cheyne SM, Stark DJ, Gardner PC, Goossens B, Mohamed A, Bohm T, Matsuda I, NakabayasiM, Lee SK, Bernard H, Brodie J, Wich S, FredrikssonG, Hanya G, Harrison ME, Kanamori T, Kretzschmar P, Macdonald DW, Riger P, Spehar S,  Ambu LN, Wilting A (2014): Coming down from the trees: Is terrestrial activity in Bornean orangutans natural or disturbance driven? SCI REP-UK 4, 4024; Doi:10.1038/srep04024.

Quelle: http://www.izw-berlin.de/pressemitteilung/orang-utans-leben-nicht-nur-auf-baeumen.html
Kontakt-Daten:
Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW), Dr. Andreas Wilting, Tel.:  030 5168-333
wilting@izw-berlin.de

Eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) erklärt: Affen und Schweine können früher Juden oder Alkoholiker gewesen sein

Dokumentation des Instituts für Islamfragen der Dt. Evangelischen Allianz:

Fatwa des Rechtsgutachters Muhammad Salih al-Munajjid, einem populäreren Gelehrten und Verkündiger des Islam, der vor allem in arabischen Fernsehsendungen auftritt. Zudem bietet er im Internet zahlreiche Gutachten zu den unterschiedlichsten Themen rund um das Thema Islam an.

Frage: „Sind Affen und Schweine verwandelte Menschen?“

Antwort:  „Allah sei Dank! Die Verwandlung ist die Veränderung des sichtbaren Äußeren eines Menschen. Allah hat uns in mehreren Koranstellen offenbart, dass er einige der Kinder Israels als Bestrafung für ihren Ungehorsam gegenüber Allah in Affen verwandelt hat. Er [Allah] sprach zu den Israeliten: ‚Und gewiss habt ihr diejenigen unter euch gekannt, die das Sabbat-Gebot brachen. Da sprachen Wir zu ihnen: Werdet ausgestoßene Affen.‘ (Sure 2, 65-66).

Allah teilte uns zu dieser Geschichte in Sure 7 einige Einzelheiten mit:

‚Und frage sie nach der Stadt, die am Meer lag, und [danach], wie sie den Sabbat entweihten, wie ihre Fische scharenweise an ihrem Sabbattage zu ihnen kamen. Doch an dem Tage, da sie den Sabbat nicht feierten, da kamen sie nicht zu ihnen. So prüften Wir sie, weil sie gefrevelt hatten. Und als eine Gemeinschaft unter ihnen sagte: Warum ermahnt ihr Leute, die Allah vernichten oder mit einer strengen Strafe bestrafen will? – da sagten sie [die Ermahner]: Zur Entschuldigung vor eurem Herrn, und damit sie gottesfürchtig werden mögen. Und als sie das vergaßen, womit sie ermahnt worden waren, da retteten Wir jene, die das Böse verhindert hatten, und erfassten die Ungerechten mit peinlicher Strafe, weil sie gefrevelt hatten. Und als sie trotzig bei dem verharrten, was ihnen verboten worden war, da sprachen Wir zu ihnen: Werdet denn verächtliche Affen!‘ (Sure 7, 163-166).

Allah sagte auch:

‚Sprich: O Leute der Schrift, ihr grollt uns nur deswegen, weil wir an Allah und an das glauben, was zu uns herab gesandt und was schon vorher herab gesandt wurde, und weil die meisten von euch Frevler sind. Sprich: Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt.‘ (Sure 5, 59-60)

Diese Verwandlung ist die Bestrafung Allahs für ihr Begehren dessen, was Allah für verboten erklärt hat. Diese Bestrafungsart [die Verwandlung von Menschen in Affen] ist nicht auf die Israeliten beschränkt. Allahs Prophet  –  Allahs Segen und Heil seien auf ihm  –  hat uns übermittelt, dass der Jüngste Tag erst stattfinden werde, wenn die [neue] Verwandlung vollzogen sei. Er versprach, diejenigen mit dieser Bestrafungsart zu bestrafen, die nicht an das Schicksal glauben, die Alkohol trinken und die dem Gesang lauschen. Allah möge uns davor bewahren.

Quelle: http://islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M5c82abe8c3b.0.html