Zu den Nachwehen des Afghanistan-Debakels

Von Peter Kiefer

Der normale Medien-Konsument hat genug gehört, gesehen und gelesen über Afghanistan, obwohl die Nachwehen des überstürzten Abzugs der westlichen Militärs noch gar nicht abzuschätzen sind; sie können sich – wie gerade zu sehen – jedenfalls bis zur lettischen und polnischen Grenze bemerkbar machen.

Das umfangreiche Militär-Material blieb im Lande, gewissermaßen zur freien Verfügung der Taliban. Trotzdem wird nun schon wieder für eine Invasion getrommelt, dieses Mal zwar nicht mit Panzern und Kampfdrohnen, sondern mit wohltätigen Gutmenschen, aber sie wird im Ergebnis wohl genauso desaströs sein.

Von überall tönt es, dass dem Land ohne Unterstützung durch das Ausland eine Hungerkatastrophe epischen Ausmaßes drohe, mit Millionen Toten, ganz ähnlich den erwarteten Toten durch die unmittelbar bevorstehende Klima-Katastrophe.

Dabei sollte nicht auf die Sirenenklänge der Gutmenschen-Organisationen, von der UNO angefangen, über die Welthungerhilfe, die WHO, die unzähligen Unterorganisationen bis zu den unvermeidlichen NGOs gehört werden. Diejenigen, die meinen, man müsste dort helfen, sollen sich gefälligst selbst und auf eigene – nicht auf Steuerzahlers – Kosten auf den Weg machen.

Das gilt auch für diejenigen, die Gefallen gefunden haben an einigen Stammes-Traditionen, wie z. B. der ehemalige Verteidigungsminister, bekannt geworden durch die Aussage „Die Freiheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt“, der auffallend oft zum Truppenbesuch nach Afghanistan flog.

Landeskenner wie der brit. Politik-Analytiker Anatol Lieven sprechen bei Afghanistan nicht von einem Staat nach westlicher Definition, denn es gibt keine Zentralgewalt, es gibt eigentlich nicht einmal richtige Grenzen, ein Staatsvolk schon gar nicht.

Die in den wilden Gebirgstälern des Gebietes, das Afghanistan genannt wird, lebenden „Urmenschen“ (Roger Köppel von der Schweizer Weltwoche) haben sich noch nie einer Zentralgewalt unterworfen, und wenn sie von außen kam, erst recht nicht. Davon können alle bisherigen ‚Eroberer‘ ein Lied singen.

Also liebe Gutmenschen, bleibt zuhause, kümmert euch lieber um näherliegende Probleme.

Afghanistan ist angeblich reich an Rohstoffen, kann sich also durchaus selbst helfen, und verfügt auch bisher schon über angemessene Einkommensquellen: laut statista ist das Land das größte Schlafmohn-Anbaugebiet der Welt und produzierte 9.000 Tonnen Heroin im Jahr 2017 (damals ca. 90% der Welt-Produktion), 2020 zwar nur noch 6.300 Tonnen, aber das lässt sich leicht wieder steigern, jetzt, wo niemand mehr mutwillig Mohn-Anbaufelder zerstört.

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass die US-Amerikaner bei ihrem Afghanistan-Experiment 1 Billion (!) Dollar in den Sand gesetzt haben, während China mit etwa der gleichen Summe ihre ‚Neue Seidenstraße‘ aufbaute und sich jetzt anschickt, gemeinsam mit den Taliban die Bodenschätze in Afghanistan zu heben.

Liebe Gutmenschen, im Ahrtal werden immer noch Hilfskräfte gebraucht!

Unser Gastautor Peter Kiefer aus Höllstein ist Elektro-Technik-Berufsschullehrer i.R.


Kritik an EU-Geldtransfers durch die Hintertür

Die Europäische Union plant Geldtransfers nach Afghanistan in Höhe von 69 Mill. Euro, nach Äthiopien in Höhe von 30 Mill. Euro und an den Asyl-, Migrations- und Integrations-Fonds (AMIF) in Höhe von 21 Mill. Euro.

Dabei erscheint es als besonders brisant, dass diese Geldtransfers nicht den üblichen parlamentarischen Prozess durchlaufen: Der Ausschuss für Auswärtiges und der Ausschuss für Entwicklung wurden nicht involviert, weil die Budgetposten in eine technische Kategorie fallen, wie beispielsweise Möbel für Parlamentsräumlichkeiten.

Joachim Kuhs, haushaltspolitischer Sprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament, erklärt hierzu:

„Die EU bewilligt derart hohe und umstrittene Geldtransfers nach Afghanistan und Äthiopien, ohne dass diese in den eigentlich dafür vorgesehenen Ausschüssen für Äußeres und Entwicklung diskutiert werden. Man spart sich diesen Umweg offenbar deshalb, weil man eine öffentliche Debatte über diese Ausgabenposten fürchtet, weshalb man sie als ‚technisch‘ klassifiziert.

Wir fordern eine Debatte über diese hohen Ausgabenposten auch außerhalb des EU-Haushaltsausschusses und lehnen diese Geldtransfers ab. Die Lage ist insbesondere in Afghanistan zu unübersichtlich, als dass man garantieren könnte, dass das Geld am Ende nicht in den falschen Händen landet. Ohne Geldtransfers an richtige Konditionalitäten zu knüpfen, sollte man sie ohnehin nicht tätigen.

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Den Bundeswehr-Einsatz in Mali beenden

Von Peter Kiefer

Im Augenblick ist das Außenministerium unter der Leitung des charismatischen SPD-Granden im Konfirmanden-Anzug noch mit den Aufräum-Arbeiten des Afghanistan-Abenteuers beschäftigt, und die werden bis zu den Bundestagswahlen mit Sicherheit nicht erledigt sein.

Die dann neu-gebildete Regierung wird sich aber zusätzlich um die Beteiligung der Bundeswehr in Mali zu beschäftigen haben. Allerdings besteht wenig Hoffnung, dass sich an der Außenpolitik Wesentliches ändert, das wäre nur mit einer zurzeit noch wenig wahrscheinlichen Koalition möglich.

Da die AfD – verunglimpft als ‚Nazi-Partei‘ – von vornherein ausscheidet, blieben nur die Linken, die Auslandseinsätze der Bundeswehr kategorisch ablehnen, sogar den NATO-Austritt Deutschlands in ihrem Programm haben.

Protagonisten des Einsatzes in Mali werden sofort darauf hinweisen, dass Afghanistan und Mali nicht vergleichbar seien – und sie haben sogar Recht.

Der Einsatz in Afghanistan wurde noch vom Kabinett Schröder/Fischer beschlossen, also eigentlich von zwei grundsätzlich pazifistischen Parteien, der SPD und den Grünen. Während Schröder den Einsatz im Irak noch abgelehnt hatte, konnte er hier die NATO-Beistandspflicht nicht verneinen, denn die Einäscherung der World Trade Center-Türme wurde als Angriff auf das (mächtigste) NATO-Mitglied definiert – und damals wussten nur die involvierten Leute, dass dieser Angriff hätte unterbunden werden können.

Der Einsatz in Mali dagegen wurde von einem Merkel-Kabinett beschlossen, die NATO hatte damit nichts zu tun. Es war also eine dezidiert bi-laterale Vereinbarung, begründet auf dem besonderen Verhältnis zwischen dem französischen Staatspräsidenten und der deutschen Bundeskanzlerin; erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Besetzung der Spitzen in der EZB und der Europäischen Kommission.

Bis zum heutigen Tag sind in Mali noch keine 59 Soldaten geopfert und keine 12 Milliarden Euro versenkt worden. Es bestünde also die Möglichkeit, noch rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Ich persönlich glaube nicht daran, wer aber an Gott glaubt, glaubt auch an Wunder, und vielleicht geschieht ja ein solches.

Ein kluger Mann (vielleicht auch eine kluge Frau oder Divers, ich erinnere mich nicht mehr) sagte: „Wer dort nichts verloren hat, der hat dort auch nichts zu suchen!“

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TV-Duell: Beatrix v. Storch und Amira M. Ali

Im ARD-Wahlduell treten am Mittwoch (dem 1.9.) Amira Mohamed Ali (Linkspartei) und Beatrix von Storch (AfD) gegeneinander an.

Welche Konzepte zum Klima- und Umweltschutz haben beide Parteien? Wie bewerten diese Politikerinnen die Corona-Politik der Bundesregierung? Handelt es sich um unzulässige Eingriffe in unsere Grundrechte? Und welche Schlüsse ziehen sie aus der Situation in Afghanistan und dem Versagen der US-Regierung und der Bundesregierung?

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag und die Vize-Bundessprecherin der AfD (siehe Foto) im Gespräch mit Sandra Maischberger ab 22,50 Uhr.

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Afghanistan: Schwerer Rückschlag für Religionsfreiheit und Menschenrechte

Am 19. August, dem 102. Jahrestag der Unabhängigkeit Afghanistans vom britischen Empire, rief der Sprecher der Taliban, Zabihullah Mujahid, das Land per Twitter zum „Islamischen Emirat Afghanistan“ aus. Nach dem Abzug internationaler Truppen haben die Taliban das Land innerhalb weniger Wochen vollständig unter ihre Herrschaft gebracht.

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ äußerte seine tiefe Sorge über die jüngsten Entwicklungen – sowohl was die Zukunft der religiösen Minderheiten in Afghanistan angeht sowie die Menschenrechtslage überhaupt.

Das Hilfswerk befürchtet eine Sogwirkung für die ganze Weltregion. Der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, erklärte:

„Wir sind zutiefst schockiert und alarmiert über die Ereignisse in Afghanistan. Während der vorangegangenen Herrschaft der Taliban (1996-2001) führten sie landesweit eine strenge Version der Scharia ein. Wir können auch jetzt damit rechnen, dass die Scharia wieder eingeführt, der sunnitische Islam zur offiziellen Religion erklärt wird und die in vergangenen 20 Jahren hart erkämpften Freiheiten und Menschenrechte, einschließlich eines gewissen Maßes an Religionsfreiheit, wieder zurückgenommen werden.

,Kirche in Not’ hat in seiner im April 2021 veröffentlichten Dokumentation ,Religionsfreiheit weltweit’ die Verschlechterung der Situation in Afghanistan vorhergesehen.

Während der 22 Jahre, in denen der Bericht erscheint, zählte Afghanistan immer zu den Ländern, die das Menschenrecht auf Religionsfreiheit massiv verletzt haben. In der jüngsten Ausgabe hat ,Religionsfreiheit weltweit’ die wiederholten und ungeheuerlichen Angriffe auf Gotteshäuser, religiöse Führer und Gläubige in den vergangenen drei Jahren herausgestellt.

Unsere Analyse lässt leider nicht viel Raum für Hoffnung. Alle Bewohner Afghanistans, die sich nicht den extremen islamistischen Ansichten der Taliban anschließen, sind in Gefahr – selbst moderate sunnitische Muslime. Die Schiiten, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, die kleine christliche Gemeinschaft und alle anderen religiösen Minderheiten werden noch stärker unterdrückt werden.

Dies ist ein großer Rückschlag für die Menschenrechte und insbesondere für die Religionsfreiheit in Afghanistan.

Anerkennung der Taliban: Magnet für kleinere Dschihad-Gruppen

Bedauerlicherweise hat eine Reihe von Ländern schnell Sympathien für das neue Emirat geäußert. Das legitimiert nicht nur die Taliban. Es wird auch andere autoritäre Regime weltweit und besonders in der Region ermutigen und zu zunehmenden Verstößen gegen die Religionsfreiheit in diesen Ländern führen.

Die internationale Anerkennung der Taliban wird außerdem wie ein Magnet auf kleinere radikal-islamische Gruppen wirken und eine neue Konstellation religiös motivierter terroristischer Gruppierungen schaffen.

Zu den besonders besorgniserregenden Gebieten gehören Pakistan, die Palästinensischen Autonomiegebiete und die Provinz Idlib in Syrien. Die Lage der Christen und der anderen religiösen Minderheiten, die ohnehin schon unterdrückt werden, wird sich dort noch weiter verschlechtern.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://bistum-regensburg.de/news/kirche-in-not-beurteilt-aussichten-fuer-die-religionsfreiheit-duester


Frauen sind die ersten Opfer der Islamisten

Mit dem Abzug der westlichen Truppen und der Rückkehr der Taliban fürchten viele Menschen vor Ort wie auch Menschenrechtler weltweit, dass sich das Land am Hindukusch wieder in eine islamische Diktatur verwandelt.

Dass kleinste Vergehen mit drakonischen Strafen geahndet, Andersgläubige, Minderheiten und besonders auch Frauen unterdrückt und jeglicher Freiheitsrechte beraubt werden – wie es im Iran seit Jahrzehnten traurige Realität ist.

Aus diesem aktuellen Anlass hatten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und das Internationale Komitee gegen die Steinigung zu einem digitalen Pressegespräch geladen, bei dem betroffene Frauen aus Afghanistan und dem Iran zu Wort kamen.

Afghanistan stehe nach Ansicht der IGFM aktuell an einem Scheideweg und die Welt schaue hilflos zu. Die überstürzte Flucht und der Abzug der ausländischen Truppen und Hilfskräfte aus dem Land, ohne dass belastbare Strukturen geschaffen worden seien, zeige das Versagen des Westens.

Die IGFM beobachtet mit großer Sorge, dass die Führung der Taliban bereits wenige Tage nach der Machtübernahme offen über die Zwangsverheiratung junger Mädchen, die Einführung der Scharia, das Einsperren von Frauen im Haus und das verpflichtende Tragen des Hijabs spricht. Es wird befürchtet, dass den Mädchen bald auch der Schulbesuch verboten wird.

„Frauen sind die ersten Opfer der Islamisten. Wir kennen diese Situation leider zu gut aus dem Iran. Dort sind Frauen seit Jahrzehnten Menschen zweiter Klasse. Die internationale Gemeinschaft muss ein deutliches Zeichen setzen – gegen die Scharia und für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

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Kaum Ortskräfte unter evakuierten Afghanen

Von den afghanischen Staatsangehörigen, die von der Bundeswehr aus Kabul ausgeflogen wurden, waren nicht einmal drei Prozent sog. Ortskräfte, die für die deutschen Soldaten gearbeitet haben.

Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf eine Schaltkonferenz zwischen Innenministerium, Auswärtigem Amt und weiteren Behörden. Demnach befanden sich (Stand Donnerstag) unter den insgesamt gut 4.000 evakuierten Afghanen nur etwa 100 Ortskräfte und ca. 370 Familienangehörige.

Dabei hatte Bundeskanzlerin Merkel betont, „vor allem“ afghanische Ortskräfte nach Deutschland bringen zu wollen. Noch am Mittwoch hatte das Auswärtige Amt erklärt, daß sich unter den ausgeflogenen Afghanen „eine beträchtliche Anzahl ehemaliger Ortskräfte“ befinde.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/2021/272907/


RSF fordert Aufschub des US-Truppenabzugs

Angesichts des für morgen (24. August) angesetzten virtuellen G7-Gipfels zu Afghanistan fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) einen internationalen Nothilfeplan, um gefährdete Medienschaffende und Menschenrechtsverteidigerinnen in Sicherheit bringen zu können. Der Abzug der US-Truppen, der für den 31. August anvisiert ist, muss deshalb verschoben werden.

„Aktuell scheinen die USA vornehmlich daran interessiert zu sein, ihre eigenen Staatsbürgerinnen und -bürger und ehemalige Ortskräfte zu retten“, sagte RSF-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Die USA setzen gerade ihr Bild als Verteidiger der Pressefreiheit und der Menschenrechte massiv aufs Spiel.“

Andere Staaten, darunter auch viele europäische, sind bereit, Evakuierungsflüge nach Afghanistan zu schicken, allerdings ist es aktuell fast unmöglich, afghanische Medienmitarbeitende und ihre Familien zum Flughafen zu bringen. RSF und viele andere NGOs haben umfangreiche Listen mit gefährdeten Personen erstellt, die nun darauf warten, ausgeflogen zu werden.

Die Berliner Geschäftsstelle von Reporter ohne Grenzen hat bislang mehr als 50 afghanische Journalistinnen und Journalisten mit und ohne Bezug zu deutschen Medien zweifelsfrei als solche verifiziert. Sie und engste Familienangehörige stehen nun auf einer Liste, die dem Auswärtigen Amt übermittelt wurde.

Um alle gefährdeten Medienschaffenden und Menschenrechtsaktivistinnen außer Landes bringen zu können, braucht es deutlich mehr Zeit als eine Woche. RSF appelliert daher dringend an die USA, ihren vollständigen Truppenabzug zu verschieben.

Teil eines internationalen Nothilfeplans müssten Mechanismen sein, die Namen auf den Listen verschiedener Organisationen aus unterschiedlichen Ländern abzugleichen und zu prüfen. Zudem müsste ein humanitärer Korridor geschaffen und gesichert werden, damit die betroffenen Personen zum Flughafen Kabul gelangen können.

Seit die Taliban fast das ganze Land eingenommen haben, sind besonders Journalistinnen gefährdet. Aber selbst die Angehörigen von Medienschaffenden sind vor den Taliban nicht sicher. Ein Verwandter eines Deutsche-Welle-Mitarbeiters, der sich bereits in Deutschland aufhält, wurde erschossen. Taliban gingen von Haus zu Haus, auf der Suche nach Medienschaffenden.

Afghanistan war schon vor der Rückeroberung durch die Taliban eines der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten. In diesem Jahr wurden in dem Land bereits fünf Medienschaffende in Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet. 

Quelle: http://mailings.reporter-ohne-grenzen.de/m/7786760/616344-19b8591d42e29ce7c9d1d5b98b5587960666e2c7b1c656cc952d41362ce3841c95a104cf2d1fd974e2d99035b309c5f6


Afghanistan: Aufnahme in islamischen Nachbarländern als „naheliegende“ Lösung

Von Peter Kiefer

Die Reaktion deutscher Politiker auf das selbst gemachte Desaster in Afghanistan, über das komplette Parteien-Spektrum von ganz links bis ganz rechts, zeigt eindeutig, dass nicht Vernunft gefragt ist, sondern Gefühl, Empathie.

Dabei gerät in Vergessenheit, dass immer dann, wenn die Politik von Gefühlen beherrscht wird, es dem Abgrund näher geht.

Das war bei allen Fehlentscheidungen unserer großartigen Kanzlerin so, angefangen bei der Euro-Rettung, der Griechenland-Rettung, über den Atomausstieg, dem Ausstieg aus der Kohle-Verstromung, genannt Energie-Wende, bis zur Grenzöffnung aus humanitären Gründen. Und jetzt also die nächste Fehlentscheidung besagter Kanzlerin, nur hat sie diesmal die Unterstützung fast aller, was die Geschichte auch nicht besser macht.

Dass die sog. ‚Asyl-Industrie‘ ein Interesse daran hat, möglichst viele Afghanen in unsere Sozialsysteme einzuladen, ist nachvollziehbar, schließlich lebt sie davon, im wahrsten Sinne des Wortes. Unzählige NGOs werden vom Steuerzahler alimentiert, Winkeladvokaten würden ohne entsprechendes Klientel nicht überleben, diverse Parteien keinen Nachwuchs rekrutieren können, und die vielen Gutmenschen hätten keine Möglichkeit, sich einen Heiligenschein aufzusetzen.

Gerade letztere wären wesentlich glaubwürdiger, wenn sie sich persönlich um ‚ihre‘ Flüchtlinge kümmern, sie bei sich zuhause aufnehmen würden, statt mit bemalten Papp-Schildern „Wir haben Platz“ zu demonstrieren. Meines Erachtens ist es zu billig, sich selbst den Heiligenschein des Humanismus aufzusetzen, aber die Rechnung dem Nachbarn – ergo dem allgemeinen Steuerzahler – zu schicken.

In diesem Zusammenhang haben mutige Menschen aufgrund der Erfahrung von einem halben Jahrhundert sog. Integrationspolitik darauf hingewiesen, dass nicht alle Kulturen kompatibel sind, vor allem jene, die in islamisch geprägten Ländern üblich ist.

Im Falle Afghanistans ist es nun mal Fakt, dass es ausschließlich von Ländern umgeben ist, die überwiegend von Muslimen bevölkert sind, und selbst auf dem Weg ins 10.000 Kilometer entfernte gelobte West-Europa – und da vor allem Deutschland – liegen zig islamisch geprägte Länder, sogar sehr reiche wie Saudi-Arabien oder die Emirate.

Kann einer der Gutmenschen einen rationalen Grund nennen, warum diese Leute ausgerechnet in das christliche Abendland wollen?

Gibt es vielleicht doch einen höheren Grund? Vielleicht die Islamisierung des dekadenten Westens? Zumindest der türkische Despot hat das in aller Öffentlichkeit gesagt: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ (1997) – Gefunden auf: https://www.myzitate.de/recep-tayyip-erdogan/

Daran sollten sich die Gutmenschen erinnern, statt den Zuzug von noch mehr schlecht bzw. gar nicht integrierbaren Menschen zu fordern.

Wie wär’s denn mit der Finanzierung von Camps in den angrenzenden Nachbarländern? Die islamischen Herrscher könnten schlecht nein sagen, würden sie doch sonst ihr Gesicht verlieren. Eingedenk der Probleme (Morde, Ehrenmorde, Vergewaltigungen, Gruppen-Vergewaltigungen usw.), die westliche Gesellschaften mit Zuwanderern aus Afghanistan haben, wäre das auf jeden Fall die bessere Lösung.

Denken Sie darüber nach!


Allen Afghanen in deutschen Diensten helfen

Keine weitere „grenzen-lose“ Aufnahme

Zur Lage in Afghanistan gab es im Deutschen Bundestag eine Sondersitzung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Vertreter des Verteidigungs- und Innenministeriums lieferten viele Details zum Umgang mit den afghanischen Ortskräften sowie zum Prozedere, wie mit ihnen in Deutschland verfahren werden sollte.

Der Vertreter des Außenministeriums, Staatsminister Niels Annen, sprach sich für eine großzügige Praxis zur Verbringung möglichst vieler Afghanen nach Deutschland aus.

Hingegen weigert sich die österreichische Regierung unter Kanzler Kurz, Afghanen in Land aufzunehmen.

Dazu erklärt Jürgen Braun, menschenrechtspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion:

„Natürlich werden wir Afghanen, die für deutsche Soldaten gearbeitet und ihr Leben riskiert haben, nicht im Stich lassen, auch deren Familien nicht. Doch das ist eine begrenzte und in Deutschland gut integrierbare Gruppe.

Annen hat jedoch sehr klar gemacht, wohin die Reise geht. Er sprach von einer ‚breiteren Definition von Ortskräften‘, die nun auch umgesetzt werde. Dazu gehörten beispielsweise alle, die ‚irgendwann in der Vergangenheit‘ einen Kontakt zu Deutschland gehabt haben. Er hob die Trennung der prioritären Rettung von Ortskräften und dem Rest der Bevölkerung vollständig auf, sagte ‚Ortskräfte, Afghaninnen und Afghanen, Frauen und Kinder‘.

Die anderen Fraktionen wollten da nicht zurückstehen, sie überboten sich in gütigen Appellen, noch mehr Menschen zu ‚retten‘. Niemand im Ausschuss weiß, wie die Lage in Afghanistan wirklich ist, wie die Herrschaft der Taliban sich darstellt, wie viele Menschen fliehen und wer diese sind. Doch viele Vertreter der Altparteien waren sich einig: Es sollen alle nach Deutschland kommen, ohne Prüfung, das könne man dann ja hier machen.

Oppositionelle Kritik am Versagen der Bundesregierung, dem Krisenmanagement zur Evakuierung der deutschen Staatsbürger übte nur die AfD. Grüne und besonders die FDP waren bereits auf Regierungsanbiederungskurs. Und das bedeutet: der seltsame deutsche Wille zur Rettung der Welt hat ein neues Objekt gefunden: Afghanistan.“

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