Erinnerung, Schmerz und Versöhnung: Das Afrika der Großen Seen und seine Tragik

Von Stefan P. Teppert

Unter einer schmerzvollen Vergangenheit hat das Afrika der Großen Seen zu leiden. Besonders die Geschichte Ruandas und Burundis ist voll von Bürgerkriegen, Gräueltaten und Völkermord, die nie vollständig aufgegriffen und verarbeitet wurden.

Eine Tagung in der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg widmete sich am 11. September 2020 im Dialog zwischen Afrika und Europa der Frage, ob die Erinnerung der Vergangenheit ein Weg zur Schaffung eines nachhaltigen Friedens ist.

Im Namen des afrikanischen Netzwerks „Rapred Girubuntu“ begrüßte Tagungsleiter Pater Dr. Déogratias Maruhukiro (siehe Foto) aus Freiburg die Teilnehmer, deren Zahl wegen der Corona-Pandemie beschränkt war und deren internationale Vertreter nur online anwesend sein konnten.

Er sprach allen Institutionen seinen Dank aus, die zur Organisation dieser Tagung beitrugen, insbesondere der Deutschen Bischofskonferenz, der Erzbischof-Hermann-Stiftung und dem Land Baden-Württemberg als Förderer sowie der Universität Freiburg und der sudetendeutschen „Ackermann-Gemeinde“ als Kooperationspartner.

Deren Zusammenarbeit mit „Rapred Girubuntu“ trage bereits greifbare Früchte, wie sie sich etwa in der Entwicklung der „Girubuntu Peace Academy“ widerspiegeln. Diese Zusammenarbeit verdiene es, warb Pater Maruhukiro, unterstützt zu werden, indem man sich öffne für die aktive Beteiligung weiterer Institutionen, „um unseren gemeinsamen Traum zu verwirklichen: die Förderung von Frieden und Versöhnung“.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine ähnliche Tagung in Freiburg stattgefunden, beide seien Teil einer Reihe weiterer Tagungen, die im Rahmen der „Girubuntu Peace Academy“ in Burundi, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo organisiert werden sollen. 

Erinnern  –  Verstehen – Versöhnen

Prof. Dr. Klaus Baumann (siehe Foto) vom Institut für Praktische Theologie der Universität Freiburg (seit 2004 Direktor des Arbeitsbereichs Caritaswissenschaft und Christliche Sozialarbeit) stellte einführende Überlegungen zum Tagungsthema an, zu dem Dreischritt „Erinnern – Verstehen – Versöhnen“.

Ausgeblendete und verdrängte Erinnerungen an überwältigende Erlebnisse und Widerfahrnisse voller Angst, Schmerz oder Wut seien – wie die Traumaforschung zeigt – gleichsam vergrabene Minen, die explodieren, wenn man ahnungslos darauf tritt. In kalten wie in heißen Konflikten herrsche schnell ein Schwarz-weiß-Denken vor mit einfachen Erklärungen, die einen selbst ent-schuldigen und die anderen beschuldigen.

Um die Beweggründe der Konfliktgegner zu verstehen, sei aber zunächst die Bereitschaft zu einem Prozess notwendig, das eigene Denken in verhärteten Kategorien aufweichen zu lassen. Eine Perspektivenübernahme könne auf beiden Seiten ehrliches Erinnern voraus- oder freisetzen. In der tatsächlichen Begegnung kann dann jede Seite mitteilen, was sie von der anderen verstanden hat.

Schmerzliche Fragen werden viele Tränen kosten. Wenn aber nicht Rache und Vergeltung, Lüge und Manipulation im Vordergrund stehen, sondern die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, könne es zum Verstehen kommen.

Doch Verstehen sei lediglich eine Vorstufe zum Vergeben oder Versöhnen. Nur durch freien Entschluss in persönlicher Bereitschaft auf beiden Seiten kann erreicht werden, dass man einander wieder gut ist. Den Feind zu lieben, könne man aber menschlich nicht fordern, räumte der Moraltheologe ein, Feindesliebe stehe in der Macht und Art Gottes.

Doch ebenso wie das Christsein koste die Arbeit für Frieden und Versöhnung Mühe und „Studium“, weil sie sehr wertvoll, zugleich aber ein von der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue Gottes getragenes Geschenk ist.

Diözesanreverend Dr. Dieter Brandes (siehe Foto), Pfarrer und Ökonom, ehem. Direktor der ökumenischen Stiftung „Reconciliation in South East Europe“, Projektleiter „Healing of Memories zwischen Kirchen, Kulturen und Religionen in Rumänien“ sowie Beauftragter des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), blickte zurück auf die Vergangenheitsbewältigung in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands.

Offiziell waren davon 44 Kriegsgegner-Staaten berührt. Den ca. 6,4 Mill. Deutschen stehen 50 bis 60 Mill. Kriegsopfer anderer Staaten gegenüber, darunter ca. 27 Mill. in der Sowjetunion, 6 Mill. in Polen (einschließlich 3 Mill. Juden).

Es gab Kriegsverbrechen der Wehrmacht und der SS, den Holocaust an Juden, den Porajmos an Sinti und Roma, die Euthanasie genannten Krankenmorde, ca. 3 Mill. weitere KZ-Opfer sowie mehrere Mill. Zwangsarbeiter. Für Deutschland war die Schuldfrage eindeutig.

Demgegenüber stehen Erinnerungen an alliierte Bombardierungen, an die Vertreibung von 12 – 14 Mill. Deutschen etc. Brandes zog Linien von den ersten Schuldbekenntnissen und Gedenkformen in Staat und Kirchen der 50er Jahre über Dokumentationen und Denkmäler hin zur heutigen deutschen Erinnerungskultur und deren Ausdrucksformen einschließlich des Unbehagens an ihrer Institutionalisierung.

Er nannte u. a. die Auschwitz-Prozesse, den Élysée-Vertrag mit Frankreich von 1963 als Beginn eines europäischen Friedensprojektes, die viel schwierigere Versöhnungsgeschichte mit Polen, beginnend mit der Annäherung von kirchlicher Seite seit 1957 bzw. 1965, wobei der Briefwechsel der katholischen Bischöfe zur emotionalen Grundlage für den Warschauer Kniefall Willy Brandts 1970 wurde; die noch schwierigere Annäherung in der Sudetenfrage zwischen Tschechen und Deutschen mit den heute noch bestehenden Beneš-Dekreten.

Mag. Elizaveta Getta (siehe Foto) vom Institut der Translationswissenschaft an der Prager Karls-Universität lieferte online zugeschaltet als Frucht ihrer Masterarbeit einen Beitrag über „Interkulturelle Kommunikation in Namibia und Tansania während der Kolonialzeit“.

Das „Schutzgebiet“ Namibia, von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie, brauchte seit seiner Gründung eine effiziente Kommunikation zwischen der lokalen Bevölkerung und den Kolonialherren. Die ersten sprachpolitischen Bemühungen, beiden Seiten gegenseitig Kenntnisse zu vermitteln oder eine Lingua franca einzuführen, seien aus kulturellen und finanziellen Gründen gescheitert. Überwiegend mussten Dolmetscher die Kommunikation indirekt leisten, vor allem in Justiz, Religion und Diplomatie, was zu zahlreichen Missverständnissen führte.

Der deutsche Einfluss verbreitete sich in diesem Gebiet schnell, man gründete deutsche Vereine, Pressehäuser und ein Netz von (Missions-) Schulen, deren Aufgabe sowohl in Sprachunterricht als auch der Umerziehung zu den „deutschen Tugenden“ bestand. Spuren der deutschen Kultur sind bis heute sichtbar in Architektur, Kultur, Wissenschaft, Fernsehen und Presse. Bis 1990 war Deutsch eine der drei Amtssprachen. Heute herrsche eine Tendenz, alles Deutsche zu beseitigen und die deutsche Minderheit in ihr Ursprungsland abzuschieben angesichts unerfüllter Entschädigungsansprüche wegen „Völkermordes“ an den Herero und Nama.

In Deutsch-Ostafrika (damals Tansania, Burundi und Ruanda, 1885 bis 1915 deutsche Kolonie) wurde, so Getta, dagegen keine gezielte Germanisierung angestrebt, weil es dort schon zuvor mit dem Swahili eine Verkehrssprache unter den zahlreichen Ethnien gab und das Dolmetschen in arabischer Sprache stark vertreten war. Die Deutschen nutzten diese Kolonie vor allem zu Handelszwecken. Das Deutsche spielt daher heute kaum eine Rolle.

Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven (siehe Foto) vom Institut für Theologie und Frieden (itf) in Hamburg reflektierte das Problem der Versöhnung als Voraussetzung für Frieden. Unter Individuen bestehe Versöhnung auf der einen Seite aus der Einsicht in persönliche Schuld, der Anerkenntnis des Unrechts, Reue und der Bereitschaft zur Wiedergutmachung seitens des Täters. Dem entspreche auf der anderen Seite das Opfer durch Vergebungsbereitschaft.

Die Versöhnung zwischen Opfern und Tätern sei als dialogisches Geschehen zu begreifen, das nicht hergestellt werden kann, sondern ein freies Geschehen zwischen Individuen mit einem wesentlichen Moment der Unverfügbarkeit sei. Weil Täter ihr Unrecht nicht ungeschehen machen können, bleibe menschliches Versöhnungsgeschehen unvollständig. Erst im Blick auf die durch Christus geschenkte Versöhnung mit Gott könne wirkliche Versöhnung geschehen.

Letzter Grund der Versöhnungsbereitschaft sei also die Offenbarung Gottes, insofern die Endgültigkeit der Schuld durch die alles menschliche Handeln noch einmal umgreifende Liebe Gottes überwunden werden kann. Bei der Analyse kollektiver Versöhnungsprozesse zeigte Justenhoven zwei Arten auf: erstens solche Vorgänge, in denen es um die Übernahme persönlicher Schuld und die auf einen individuellen Täter zielende Vergebung geht.

Davon zu unterscheiden sei eine zweite Art kollektiver Versöhnungsprozesse, an denen Täter und Opfer nicht mehr beteiligt sind. In diesem Fall handle es sich um das Eingeständnis der Schuld einer vorausgehenden Generation als Fundament einer Zukunft, die nicht von den Geistern der Vergangenheit versklavt wird.

Der burundische Intellektuelle David Gakunzi (siehe Foto) war online zugeschaltet und sprach über die Möglichkeiten, in seinem Heimatland einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Gakunzi ist bekannt für seine engagierte geistige Reise zur Förderung des Friedens und der Menschenrechte, des sozialen Wandels und eines besseren Zusammenlebens in Burundi.

Der ehemalige internationale Beamte, Journalist, Schriftsteller und Lehrer hat in Afrika, Europa, Nord- und Südamerika gelebt und gearbeitet und viele gleich gesinnte Persönlichkeiten kennen gelernt wie Julius Nyerere, Dom Helder Camara, Nelson Mandela, Pierre Fatumbi Verger, Graca Machel, über die er auch geschrieben hat. Zahlreiche Initiativen gehen auf ihn zurück, so das internationale Martin-Luther-King-Zentrum und die afrikanische Friedensuniversität. Er leitet derzeit das Paris Global Forum, eine unabhängige Institution, die den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Afrika und dem Rest der Welt fördert.

Das kollektive Gedächtnis in Burundi sei fragmentiert, polarisiert und verworren, sagte Gakunzi. Man müsse sich zuerst den Brutalitäten und der Barbarei stellen, die das Leben von Hunderttausenden seiner Landsleute erschüttert, zerrissen und zerstört haben. In erster Linie müssen Verbrechen qualifiziert und Verantwortlichkeiten individualisiert werden. Vordringlich sei es ebenfalls, sich von der Logik der erblichen Schuld zu lösen.

Man könne aber nicht vom eigenen Leiden geheilt werden, indem man das Leiden anderer leugnet. Es gehe wesentlich darum, die Kultur der Verschwiegenheit und des Ungesagten zu brechen, das Wort im Geiste der bürgerlichen Verantwortung mit dem Ziel der kollektiven Heilung zu befreien. Denn das Wort sei ein Akt, der sowohl verletzen wie auch rehumanisieren kann. Dieser Weg führe von der Wahrheit über die Gerechtigkeit zur Versöhnung. Dabei sei aber Vergebung weder eine Pflicht noch ein erlassenes Gebot, sondern werde frei und ohne Druck von außen gewährt.

Zum Abschluss der Tagung legten bei einer Podiumsdiskussion drei Personen ihre Standpunkte dar zu der Frage: „Die Kultur der Erinnerung als ‚Eckstein’ für gesellschaftlichen und politischen Frieden?

Dr. Rainer Bendel (siehe Foto), Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen, Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, moderierte die Diskussion.

Die Kulturvermittlerin und Autorin Kateřina Kovačková (siehe Foto) studierte Germanistik, deutsche Literatur und Kunsterziehung in Böhmen, Bayern und Berlin, promovierte über die Figuren der „Anderen“ an der LMU München, gehört heute dem Lehrstuhl für Germanistik und Slawistik an der Philosophischen Fakultät der Westböhmischen Universität in Pilsen an.

Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Deutsche aus Böhmen. Getragen von dem Gedanken, dass persönliche menschliche Schicksale für die Geschichte mehr sensibilisieren als historische Abhandlungen, hat sie zahlreiche Gespräche mit ihren deutschen Landsleuten geführt, ließ sich die Geschichten ihrer Vertreibung erzählen und gab sie in Sammelbänden heraus („Böhmisches. Allzu Böhmisches?“ 2017, „Mai 1945 in der Tschechoslowakei“ 2020, soll 2021 auch in tschechischer Sprache erscheinen).

Diese Lebenserinnerungen nimmt sie auch in das Audio-Archiv namens Pamet národa (Memory of Nations) mit über 6.000 öffentlich zugänglichen Zeitzeugen-Interviews der tschechischen NGO Post Bellum auf. Versöhnung kann, ja muss von unten stattfinden, in der persönlichen Konfrontation, im Erleben von Mensch zu Mensch, so Kovačkovás dezidierte Meinung. Sie bekennt sich zur heute weitgehend verschwiegenen gemeinsamen deutsch-tschechischen Kulturgeschichte, lebt die alte Zweisprachigkeit. Den immer noch präsenten deutschen Einfluss in Tschechien hält sie für eine Bereicherung, lehnt Schubladendenken und Segregation ab und plädiert dafür, sich die Geschichte und Kultur des jeweils anderen anzueignen.

Nicht anklagen, nicht Schuld zuweisen, sich nicht von den immer gleichen Methoden der Populisten und Nationalisten blenden lassen, sondern die Karten auf den Tisch legen und einander zuhören sei nötig. Man könne sich als Opfer auch stilisieren, eine Gnade oder Erleuchtung dagegen sei wohl die gelassene oder großherzig entgegenkommende Haltung oft gerade bei denjenigen, die am meisten gelitten haben.

Fremdheit und Andersartigkeit müsse man nicht unbedingt überwinden, sie können statt als Manko auch als anregender Mehrwert aufgefasst werden. Gemeinsam, sagt sie, können wir etwas Neues entstehen lassen und dadurch auch ein Stück weit die alten Traumata verarbeiten.

Dieser Haltung konnte sich auch Prof. Dr. Michael Albus (siehe Foto), Honorarprofessor für Religionsdidaktik der Medien an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau, nahtlos anschließen. Bei langwierigen Versöhnungsprozessen seien neben dem persönlichen Dialog nicht nur Vernetzung, sondern auch Institutionen nützlich und unentbehrlich, aber im Wesentlichen müsse man als Einzelkämpfer vorgehen, schon deshalb, weil als Gruppe schlecht an den Einzelnen heranzukommen ist. Wir müssen uns mit der Geschichte beschäftigen, so Albus, auch wenn der Mensch (nach Erich Fromm) sich als zu träge erweist, um aus ihr zu lernen.

Zugleich brauche es eine Erinnerungskultur auf der Basis von authentischen Zeitzeugen. Wir müssen Generationen übergreifend voneinander wissen, uns gegenseitig unterstützen und ergänzen, uns im Alltag erleben und näherkommen. Albus erzählte symptomatische Erlebnisse, um seine Auffassung zu illustrieren.

Bekannt wurde der Theologe schon durch seine Pressetätigkeit beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken und beim ZDF, als Kommentator bei „heute“ und „heute-journal“, als Moderator von Magazinsendungen und Live-Diskussionen, aber mehr noch durch drei Kulturreportagereihen: „Wohnungen der Götter“, über die Heiligen Berge der Weltreligionen (zusammen mit Reinhold Messner); „Frühe Stätten der Christenheit“, auf den Spuren des Apostels Paulus; sowie „Wohnungen Gottes“, über mystische Orte der drei monotheistischen Religionen.

Außerdem hat Albus 20 Jahre lang die Zeitschrift „Ost-West“ mitgestaltet und schreibt noch heute Beiträge für sie. Zusammen mit mehr als 150 Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterzeichnete er im Februar 2011 ein Memorandum, in dem neben der Zulassung von Frauen im kirchlichen Amt und der Beteiligung des Kirchenvolks bei der Ernennung von Pfarrern und Bischöfen auch die Abschaffung des Zölibats gefordert wurde.

Juliette Nijimbere (siehe Foto) gehört dem Frauenkollektiv für Frieden und Demokratie in Burundi (Collectif des femmes pur la paix et de la démocratie au Burundi) an und setzt sich für die  Integration der Migranten in Belgien ein. Sie erklärte, im livestream von Brüssel zugeschaltet, was alles ein Vermittler oder Moderator oder engagierter Bürger sein und beachten muss, um in Burundi auf Versöhnung hinwirken zu können.

Er muss sich vor allem des ihm übertragenen Vertrauens und der ihm zugewiesenen Funktion würdig erweisen und nicht in parteipolitischem Interesse, sondern in dem des ganzen burundischen Volkes handeln. Der Konflikt nach der erzwungenen dritten Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza gegen die Verfassung und die Arusha-Abkommen macht die Aufgabe des Vermittlers in diesem Konflikt nicht gerade einfacher.

Er muss sich, so Nijimbere weiter, im Dialog für die Förderung des Gedenkens an die Opfer einsetzen und sich verpflichten, aller Opfer ohne irgendeinen Unterschied mit gleichem Einfühlungsvermögen zu gedenken, denn alle haben Mitgefühl und Anerkennung ihres Leidens verdient, unabhängig von ihrem Glauben und was immer sie sein mögen.

Darüber hinaus muss sich der Vermittler verpflichten, eine Botschaft der Hoffnung für alle zu geben, um die Spirale von Gewalt, Hass, Misstrauen, Unsicherheit und Tod zu beenden. Durch den Verzicht auf den mörderischen Wahnsinn jeglicher Ideologie entscheidet sich der Vermittler für das Leben in einem besseren Burundi, wo Frieden und Sicherheit herrschen. Er arbeitet weiterhin für ein Burundi, in dem Hutu, Tutsi, Twa und Ganwa zum Gedenken zusammenkommen.

Er soll die Protagonisten aller Seiten dazu bringen, sich gegenseitig zuzuhören und zu verstehen, mit gegenseitigem Respekt. Auf diese Weise wird er die Mauer aller tödlichen Ideologien niederreißen, eine Mauer, die von den verschiedenen Tätern in verbrecherischer Absicht errichtet wurde.

Er wird im Anderen keinen Feind sehen, sondern einen Gleichgesinnten. Schließlich setzt er sich für Fairness und Gerechtigkeit ein, die zur Geburt einer friedlichen Generation beitragen werden.

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Neue Welle der Gewalt gegen Christen in Nigeria: 67 Todesopfer nach Fulani-Anschlägen

Bei Angriffen bewaffneter Männer im nigerianischen Bundestaat Kaduna starben in den letzten Wochen Dutzende Menschen. Der jüngste Anschlag am 19. Juli forderte 18 Todesopfer, alle waren Gäste einer Hochzeitsfeier. Die Angreifer gehören Zeugenaussagen zufolge zu den überwiegend muslimischen Fulani-Nomaden.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert die nigerianische Regierung dazu auf, Maßnahmen gegen die Gewaltwelle zu ergreifen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit mehreren Jahren bereits kommt es zu Gebietskonflikten zwischen den Fulani-Viehhirten und den meist christlichen Bauern.

Um diesen Konflikt zu befrieden, hatte Nigerias Regierung unter Präsident Muhammadu Buhari angekündigt, sog. Ruga-Settlements einzuführen. Ruga-Zonen sollten speziell für die Viehzucht ausgewiesen werden, und so die Gebietskonflikte mit den ansässigen Bauern entschärfen.

Das aktuelle Aufflammen der Gewalt sieht die IGFM mit großer Sorge. So scheint die nigerianische Regierung die Maßnahmen zur Befriedung des Konflikts nicht glaubhaft umzusetzen, kritisiert Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM.

Ihm zufolge kann die Passivität der nigerianischen Regierung die gesamte Subregion Westafrika in eine ernste Krise stürzen und massive Fluchtwellen nach sich ziehen, die auch Europa erreichen können.

[Weitere Infos über die Menschenrechtslage in Nigeria]


Afrika: Tragen Weiße die Schuld an der Krise?

Von Peter Kiefer

Simbabwes Vizepräsident hat den ehemaligen Kolonialmächten die Wahrheit für das Elend in ganz Afrika förmlich um die Ohren gehauen: „Wir erhielten unsere politische Unabhängigkeit, aber der weiße Mann gab uns nie das Wissen, wie man die Wirtschaft führt.“ (Kembo Mohadi im Sender ZBC in Gwanda).

Das sagt ein Mann, der noch vor Erreichen der Mittleren Reife von seiner Schule geflogen ist. Während man in Deutschland wenigstens zwei Semester Theaterwissenschaft studiert haben muss, um Bundestagsvizepräsidentin zu werden, genügt in Simbabwe schon die abgeschlossene Grundschule, um Vizepräsident der Republik zu werden.

Unter den Briten nannte sich das Land noch Rhodesien, benannt nach dem britischen Unternehmer und Politiker Cecil John Rhodes, der die Kolonie für das britische Weltreich ‚erwarb‘ und es zur ‚Kornkammer Afrikas‘ entwickelte.

Unter der Diktatur des Rebellen und Kommunistenführers Robert Mugabes, der die staatliche Unabhängigkeit erstritt, versank das Land aber im wirtschaftlichen Chaos.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass dieser vom sowjetischen Ostblock unterstützte Tyrann in seiner langjährigen Amtszeit die Millionen – wenn nicht Milliarden – aus dem Westen nicht zur Entwicklung seines Landes eingesetzt hat, sondern sich davon einen Harem hielt und einen Palast wie aus ‚1001 Nacht‘ bauen ließ, mit goldenen Armaturen und anderem orientalischen Schnickschnack.

Auch zu seiner Zeit gab es schon afrikanische Studenten an allen möglichen westlichen Universitäten, vor allem in England, aber auch in Deutschland. Heute studieren allein in Deutschland über 14.000 Afrikaner aus Subsahara-Afrika, die meisten davon aus Kamerun, aus Nordafrika um die 10.000  –  eigentlich genug Potential für einen angemessenen Wissenstransfer.

Es ist eine Tragödie, mit anschauen zu müssen, wie ein an Naturschätzen und Rohstoffen gesegneter Kontinent von den eigenen korrupten Eliten an einer vernünftigen Entwicklung gehindert wird  – und diese dann für ihr eigenes Versagen auch noch die bösen Weißen verantwortlich machen.

Wie wir gerade sehen, halten es auch Schwarze in den USA nicht anders, im Gegenteil: sie stilisieren einen Kriminellen zum Helden.

Diese Idiotie wird nur noch getoppt von jenen Weißen, die vor der ‚Black Lives Matter‘-Bewegung auf die Knie fallen.

 

 


Burkina Faso (Afrika): Terror gegen Christen

Im Nordosten von Burkina Faso wurden seit Beginn dieses Jahres mindestens fünf Terroranschläge gegen christliche Gemeinschaften verübt.

Über 2000 Schulen wurden geschlossen. Seit 2012 mussten über 700.000 Menschen fliehen. Das Gebiet wird zunehmend von radikal-islamischen Banden kontrolliert bzw. beherrscht.

Das Ziel dieser terroristischen Gruppen ist es, in einer Gesellschaft, der Spannungen dieser Art sonst fremd sind, Feindseligkeit zu schüren (…).

Bereits im Sommer 2019 hatte der katholische Bischof von Dori, Laurent Birfuore Dabire, ein Waffenverkaufsverbot an dschihadistische Milizen gefordert. Islamisten, die Christen ermorden, dürften nicht unterstützt werden.

„Wenn die Welt weiter nichts unternimmt, werden diese Handlungen zum Verschwinden der christlichen Gemeinschaft in dieser Region und vielleicht mittelfristig im ganzen Land führen“, erklärte Bischof Dabire.

Mehr dazu bei „Omnis Terra“ -> http://omnisterra.fides.org/articles/view/14

Quelle: Fidesdienst

 


Kritik aus der AfD am Entwicklungsminister

Letzte Woche hat Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller in seinem „Corona-Sofortprogramm“ die Ausweitung europäischer Schutzmechanismen wie den EU-Schutzschirm auf afrikanische Staaten gefordert. Außerdem verlangte er eine Erhöhung des Entwicklungsetats um über drei Milliarden Euro.

Nun fordert Müller, der „Green Deal“ der EU für den Klimaschutz, der die Klimaneutralität der EU bis 2050 zum Ziel hat, solle auf Afrika ausgeweitet werden.

Der entwicklungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, erklärt dazu:

„Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind immens. Auf schätzungsweise über eine Billion Euro summieren sich Hilfsmaßnahmen und zu erwartende fiskalische Mindereinnahmen von Bund und Ländern.

Trotzdem fordert Entwicklungsminister Müller unbeirrt, den Entwicklungsetat erneut um Milliardenbeträge zu erhöhen, die fiskalische Verantwortung Deutschlands auf Afrika auszudehnen und jetzt auch die Klimarettung für die ganze Welt auf Kosten der EU-Steuerzahler.

Die deutsche Entwicklungspolitik hat unter Müller jedes Maß verloren.
Einsparungen sowie sinnvolle Umschichtungen im Entwicklungsetat sind möglich und nötig, um die finanziellen Negativfolgen der Corona-Krise wenigstens teilweise zu kompensieren.

Die Bundeskanzlerin muss ihren Entwicklungsminister endlich in die Schranken weisen und zur Sparsamkeit ermahnen.“


Fledermäuse als häufige Viren-Überträger

Von Dr. med. Edith Breburda

Wissenschaftler gehen davon aus: Fledermäuse sind Träger des Coronavirus. Sie leben auf jedem Kontinent der Erde. Nur auf der Antarktis sind sie nicht zu finden.

Dazu kommt, dass sie fliegen können, womit sie eine Krankheit – auch über ihre Ausscheidungen – schneller verbreiten; sie haben ihr Habitat nahe bei uns Menschen.

So heißt es z.B. hier: „Eines ist sicher: Dieses Virus stammt von einem Tier, höchstwahrscheinlich von einer Fledermaus… Sars Coronavirus 2 kommt ja genauso wie das ursprüngliche Sars-Virus aus einem Fledermaus-Reservoir.“  (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-wissenschaftler-erforschen-gefaehrdung-von.697.de.html?dram:article_id=472930)

Zudem stehen sie in vielen Ländern auf der Speisekarte, wodurch sie oft lebend verkauft werden. Tiermärkte waren auch für den Ausbruch von SARS verantwortlich.

In China verkauft man neben Affen und Fledermäusen natürlich auch Kakerlaken. Ein unvergessliches Bild, das sich mir auf einer von meinem Vater geleiteten wissenschaftlichen Exkursion quer durch China  –  u.a. Wuhan  –  Mitte der 80iger Jahre einprägte. (1)

Die in Höhlen lebende Fledermaus-Kolonien sind ideal dafür geeignet, Viruskrankheiten zu verbreiten.

Dr. Daszak von EcoHealth Alliance berichtete bereits 2017 in der Fachzeitung Nature von seiner Datenbank, in der er 754 Säugtieren katalogisierte, die 586 verschiedenen Viren in sich tragen. Damit bestätigte er, dass Fledermäuse prädestiniert sind, Krankheiten auf den Menschen zu übertragen.

Sie überleben nicht nur das Virus, das sie in sich tragen, sondern werden erstaunlich alt. Während Mäuse höchstens zwei Jahre leben, hat die große braune amerikanische Fledermaus eine Lebensspanne von etwa 20 Jahren. Wobei andere Arten ohne weiteres 40 Jahre bzw. eine kleine Sibirische Fledermaus bis zu 41 Jahre alt werden. Sie zu studieren, ist eine Notwendigkeit für unsere eigene Gesundheitsvorsorge.  

Dr. Daszak wünscht sich, den Verkauf dieser Tiere zu stoppen. Es würde sicherlich den weiteren Ausbruch von Krankheiten verhindern. „Doch dies ist nicht durchführbar, deshalb müssen wir die Lebensgewohnheiten der Tiere studieren“, postuliert der Wissenschaftler. „Ein Ausbruch kann kontrolliert und abgemildert werden. Aber wenn wir nicht den Ursprung der Krankheit kennen, kann sich ein Virus weiterhin schnell verbreiten.“

2018 hatten Wissenschaftler aus China und Singapur in einem Artikel in Cell Host and Microbe beschrieben, warum das Virus den Tieren selbst nichts anhaben kann. Der Kraftaufwand zu fliegen bewirkt, dass kleine Stränge der Erbinformation (DNA) in ihren Körperzellen herausbrechen. Diese DNA-Bruchstücke werden vom Immunsystem nicht angegriffen.

So wurden im Laufe der Evolution auch keine Viren mehr vom natürlichen Abwehrsystem der Fledermäuse bekämpft. Damit wurden die Tiere zu Trägern vieler Krankheiten, ohne dass sie ihnen selber schaden, weil sie tolerant gegen den Erreger sind.

Eine Fledermaus alleine kann ein natürliches Reservoir für das Marburg Virus, Tollwut, dem Nipa- und Hendra-Virus sein, das sie vor allem in Afrika, Malaysia, Bangladesch und Australien an den Menschen weitergegen.  

Man weiß, dass Kakerlaken und Insekten viele Krankheiten beherbergen – Fledermäuse übertreffen sie um das Vielfache. Noch dazu sind sie wichtige Bestäuber von z.B. Bananen und anderen Früchten.

Es gibt so viele Fledermausarten, dass sie ein Viertel aller Säugetiere ausmachen. Ihre Fähigkeit, Viren zu beherbergen, die leicht auf Menschen übertragen werden, hat verehrende Konsequenzen. Man vermutet, dass Fledermäuse auch ein Reservoir des Ebola-Virus sind. (2)

Seit 1976 fragen sich Wissenschaftler, welche Tiere bei einer Zoonose, in der eine Krankheit von Menschen auf Tiere übertragen wird, ein Erregerreservoir beinhalten.

Zum ersten Mal trat Ebola im Juni 1976 in einem kleinen Missionskrankenhaus in Yambuku auf. Heute gehört dieses Gebiet zum Kongo. Die am Rande des Dschungels gelegene Ortschaft grenzt an den Ebola-Fluss. Die sich infizierten Personen bekamen plötzlich hohes Fieber, Unterleibsschmerzen und einen entzündeten Hals. Dann bluteten sie aus der Nase, den Augen und anderen Körperöffnungen.

Neunzig Prozent der damals 318 infizierten Menschen starben innerhalb weniger Tage. Danach schien die Krankheit verschwunden. Mittlerweile nannte man sie nach dem Fluss-Ebola. Es betraf jedes Mal nur ein paar Personen in ein oder zwei Ortschaften.

Bis das Ebola-Zaire-Virus – wie aus dem Nichts heraus – 2011 plötzlich wieder in Zentral-Afrika auftrat, worüber der Virologe Garz Kobinger des Gesundheitsinstitutes in Winnipeg ausKanada berichtete.

2013 infizierten sich dann 11.000 Menschen in West-Afrika. Als erstes erkrankten Guineas Einwohner. Rasant verbreitet sich das Virus in der dicht mit Menschen gefüllten Hauptstad Conakry. Schnell infizierten sich die Bewohner der Nachbarländer Liberia und Sierra Leona.

Wissenschaftler studierten in den letzten Jahren das Virus sehr genau. Weltweit entschlüsselte man in Sicherheitslaboren das Erbgut des Virus. An Hunderten von Patienten entnahm man damals Blutproben und speicherte Gesundheitsdaten. Während des Ausbruchs testeten Wissenschaftler viele Impfstoffe. Arzneimittelfirmen versuchten mehrere verschiedene Medikamente aus. Bis auf einen Impfstoff schien alles Andere nicht zu helfen.

Den einzigen vielversprechenden Impfstoff entwickelte Merk. Er wurde bereits in Guinea angewandt, obwohl er damals noch nicht offiziell freigegeben war. Wenn Kongos Regierung Bedarf angemeldet hätte, wäre er als Versuchsimpfstoff eingesetzt worden. Ärzte ohne Grenzen standen bereit, den Impfstoff zu applizieren.

Forscher versichern, dass folgende Ebola-Ausbrüche längst nicht mehr so dramatisch verlaufen würden. 2017 wurden zwei Personen in einer sehr abgelegenen Gegend des Kongos positiv auf Ebola getestet. Nicht lange danach wurden drei bestätigte Fälle und 37 Verdachtsfälle des hoch pathogenen Virus gefunden.

Trotzdem ist man sich über die Entstehung des mysteriösen Virus immer noch im Unklaren. Der Virologe des Nationalen Institutes für Allergien und Infektionskrankheiten im Bundestaat Montana, Vincent Munster, erläuterte gegenüber dem Science Magazin am 2. Juni 2017: „Wir wissen sehr genau, wie sich das Virus vermehrt. Dennoch können wir uns weder erklären, woher es kam, noch wissen wir, was seinen sporadischen Ausbruch bewirkt?“

Es tötet Menschen, Antilopen, Gorillas und Schimpansen. Eines der Tiere muss das Virus in sich tragen. Das dem Ebola-Virus naheverwandte Marburg-Virus hat sein Erregerreservoir in Fledermäusen, Nagetieren und in Menschen.

Bei vorhergehenden Ebola Ausbrüchen fanden Wissenschaftler Antikörper des Erregers in Fledermäusen. Ein lebendes Virus hat noch keiner von einem Tier isoliert. Die Wissenschaft tappt im Dunkeln, wie das Virus vom Menschen auf Tiere – und umgekehrt – übertragen wird. Keiner weiß, unter welchen Bedingungen es zum Ausbruch der Krankheit kommt und vor: wo oder wann.

Wenn es um eine so tödliche Krankheit geht, wird der Wunsch verständlich, den Unsicherheitsfaktor auszuschalten. Man möchte Vorhersagen und Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Dr. Munster ist bemüht, diese Fragen so schnell wie möglich zu klären. Globalisierung, Urbanisierung und eine zunehmende Mobilität führen außerdem dazu, dass dem Virus keine Grenzen mehr gesetzt werden. Es kann sich in Windeseile verbreiten.

Wir müssen wissen, wo wir suchen müssen; und unter welchen Bedingungen es sich am Leben erhält. Deshalb ist Dr. Munster mitten in der Nacht in Kongo’s Dschungel zu finden. Es ist der Ort, von wo aus sich Ebola-Viren zu ihrer bisher tödlichsten Attacke verbreiteten. Man kann fast sagen, es handele sich in dieser Gegend um den Geburtsort von Ebola.

Seit sechs Jahren kommt der Wissenschaftler immer wieder hierher. Er hat sein Augenmerk auf Fledermäuse gerichtet. So schläft Dr. Munster kaum im Mai des Jahres 2017, weil er Urin- und Gewebsproben sicherstellen will, die er auf eine lange Reise nach USA sendet, damit sie dort auf Ebola-Viren getestete werden.

In der nur durch den Vollmond erhellten Nacht kann man über den Köpfen der Forscher ein Netz ausmachen.

Aus den Bäumen kommen knackende Geräusche. Munster und sein Team sind trotz der Schwüle in Schutzkleidung. In Masken und dicken Lederhandschuhen warten sie, bis ihnen ihre Beute – der Hammerkopfflughund – eine Fruchtfledermaus, ins Netz geht. Wenn es dunkel ist, kann man Afrikas größten Vampir – den Hypsignathus monstrous – im Regenwald finden. Ihre Flügel spannen sich bis zu einem Meter.

Dr. Munster hofft, den Tieren das Geheimnis um das Ebola-Virus zu entlocken. In zwei Wochen haben die Forscher 100 Tiere gefangen. Sie werden aus ihrer Falle befreit, in einen Sack gesteckt und an eine Leine gehängt, die zwischen den Bäumen aufgespannt ist.

Im Zeltlager der Wissenschaftler sind viele voller Hoffnung, das erste Mal lebende Viren aus einem Tier zu isolieren und so das Verhaltensmuster entschlüsseln zu können. Es könnte doch sein, dass sich Fledermäuse nur in jungen Jahren mit Ebola infizieren?

Oder es ist so etwas wie eine Kinderkrankheit und das Virus wird zeitlebens ausgeschieden? Vielleicht sind es nur ein paar Fledermäuse, die sich anstecken? Um genau diese Tiere zu identifizieren, reist Dr. Munster und sein Team jedes Jahr in Kongos Urwald.

Um zwei Uhr morgens, wenn die Arbeit der Vogelfänger vorbei ist, bekommt die Epidemiologien Sarah Olsen die Säugetiere. Eines der Zelte dient als Arbeitsplatz. Unter einer einfachen Osram-Birne, die durch einen lauten Generator gespeist wird, werden den hässlichen Kreaturen mit ihrem großen Kopf und gelben Augen Urin und Blutproben entnommen. Danach werden sie vermessen und schließlich freigelassen.

Die Forscher tragen immer noch Schutzkleidung. Über die Lederhandschuhe haben sie Vinylhandschuhe gezogen. Sie müssen sich absichern, falls sie wirklich mit Ebola zu tun haben sollten.

Wenn der Morgen dämmert, verstummen die Schreie der Hammerkopf-Fledermäuse. Die Poben der in der Nacht gefangen Tiere sind alle in flüssigem Nitrogen verstaut. Jetzt beginnt der Kampf mit den Bürokraten. Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis die Proben sicher in den USA ankommen. Man klassifiziert sie als hoch infektiöses Material  – unabhängig davon, ob sie Ebola-Viren enthalten.

Dr. Ondzie, Tierarzt der kongolesischen Artenschutzbehörde, ist Dr. Munsters rechte Hand. Seine Organisation untersucht vor allem, inwieweit das Ebola-Virus Schimpansen und Gorillas schadet. Ebola tötet zwischen 2005 bis 2012 die Hälfte aller im Kongo lebender Gorillas. Das ist ein schwerer Schaden, denn 60% dieser Primaten leben im Norden vom Kongo. Genau in diesem Gebiet hat Munster seine Zeltstadt aufgebaut.

Durch die Affen könnten sich Menschen sehr leicht an Ebola infizieren. Vor allem, wenn sie tote Urwaldtiere einsammeln und ihr Fleisch essen. Wenn Dr. Ondzie nicht damit beschäftigt ist, Fledermäuse zu fangen, sucht er die Eingeborenen auf. Seine Botschaft ist immer die gleiche: „Wenn Sie ein totes Tier sehen, sollen sie es nicht anfassen, sondern meine Organisation anrufen.“

Es scheint fast unmöglich, Ebola in lebenden Tieren zu finden. Desto wahrscheinlicher beherbergen Kadaver das Virus.

Munster hat ein besonderes Protokoll entworfen, dem jeder strikt folgt. Normalerweise schneiden Pathologen ein totes Tier auf, um Blutproben entnehmen zu können. Munster gibt sich mit abgeschabten Hautpartikeln zufrieden. Für ihn spielt der Unterschied keine große Rolle, denn: „Jede Zelle, die wir hier finden, ist mit Ebolaviren aufgefüllt“.

Die Zelte der Forscher sind nur knappe 100 Meter von der Straße entfernt, die erst seit kurzer Zeit eine Asphaltdecke trägt. Falls das Virus erneut im Urwald auftritt, kann es dank der Infrastruktur, die bis in den entlegensten Urwald hinein entwickelt wurde, morgen schon in Kongos Hauptstadt Brazzaville wüten und übermorgen in Boston, Berlin oder Bombay auftreten. (3)

Quellenangaben:

  • 1) Breburda J.: Wissenschaftliche Exkursion durch Zentral-China des Zentrums für Kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung der Justus-Liebig-Universität Giessen, März 1987
  • 2) Gorman J.:  How do bats live with so many viruses? New York Times, 31, Jan 2020
  • 3) Breburda E.: Gentopia, das gelobte Land (siehe Foto)

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Veterinär-Medizinerin, Immunologin und Verfasserin bioethischer Sachbücher; hier ihre Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/


Das Coronavirus ist ein Politikum in den USA

Von Dr. med. Edith Breburda

Immer öfter werden Stimmen laut, dass das Corona-Virus nicht als Mittel missbraucht werden sollte, um Stimmung gegen U.S.-Präsident Trump zu betreiben.

Nachdem alle anderen Versuche, ihn vom Amt zu fegen, seit drei Jahren nicht zum Erfolg führten, kommt ein Virus, so schlimm es auch sein mag, gerade recht, um einen politischen Vorteil daraus zu schlagen.

Anstatt sich endlich zu vereinen und den Präsidenten regieren zu lassen, zieht es z.B. Chuck Schumer, der Senats-Minderheitsführer der Demokraten, vor, den Bundesrichtern Brett Kavanaugh und Neil Gorsuch zu drohen: „Ich will Ihnen sagen, Richter Kavanaugh und Richter Gorsuch, Sie haben einen Wirbelsturm losgetreten, und sie werden den Preis dafür zahlen.“

Die beiden von Präsident Trump ernannten konservativen Bundesrichter wurden in einer Rede von Schumer, die er auf einer Pro-Abtreibungs-Kundgebung vor dem Bundesgerichtshof (Supreme Court) Anfang März hielt, neben den republikanischen Senatsmitgliedern massiv eingeschüchtert.

Chuck Schumer will auf diese Weise verhindern, dass das oberste Gericht den Schutzgesetzen in Louisiana zustimmt und damit das Pro-Abtreibungs-Urteil „Roe v. Wade“ eliminiert.

„Wir werden Präsident Trump und den Republikanern des Senats, die das Gericht mit rechtsextremen politische Ideologien unterwandert haben, wissen lassen, dass sie im November verschwunden sein werden und nie wieder das tun können, was Sie jetzt versuchen, nie, nie wieder“, sagte Schumer: „Im November seid ihr weg.“

Dies gibt uns einen Einblick, wie sehr der Präsident auf der linken Seite verhasst ist. Vielleicht vor allem, weil er sich so deutlich gegen Abtreibung ausspricht.

Eine Demokraten-Stadträtin aus Denver wünschte Trump gar eine Corona-Erkrankung an den Hals. (Infizierte Leute sollten den Präsidenten auf seiner Wahlkampftour anstecken). Nach Kritik von Republikanern nahm sie ihre makabre Entgleistung zurück: https://thehill.com/homenews/state-watch/485760-denver-city-councilwoman-says-call-to-spread-coronavirus-at-trump

Trump plädiert jetzt wie zuvor dafür,  an erster Stelle Amerika zu dienen. Schon lange wollte er sich aus China zurückziehen. Jetzt merkt man, wie sehr die USA von Rot-China abhängig sind, was vor allem die Herstellung von Antibiotika und Herzmedikamenten erschwert.

In einem der Supermärkte (COSTCO) der USA stritt man sich neulich um Toilettenpapier. „Kommt es auch aus China?“ fragte eine Fox-News-Moderatorin. Sobald man sich COSTCO nähert, kommen einem Leute entgegen, die in ihrem Wagen fast ausschließlich Toilettenpapier gestapelt haben.

Vertreter der Demokraten reden vom Weltuntergang und verbreiten Panik. Der Präsident hingegen ist realistisch und redet von dem Wuhan-Viurs. Aber selbst das nehmen ihm Demokraten übel. Es sei rassistisch, von einem Wuhan-Virus zu reden, hört man demokratische Präsidentschaftskandidaten reden.

Wobei doch in Wirklichkeit Russland drastische Maßnahmen gegen Rotchina unternimmt und Chinesen diskriminiert, indem man sie z.B. daran hindert, öffentliche Transportmittel zu benutzen und sie schlichtweg nicht einreisen ließ bzw. diejenigen, die bereits im Land waren, in Quarantäne setzt.

In Russland gibt es keine Neuerkrankung, berichten die Medien. Ob es nun das rigorose Vorgehen oder das Weihwasser ist, dass Gorbunov, ein Nachfahre der Kosaken, in der drittgrößten Stadt Russlands, in Yekaterinburg verteilt, sei dahingestellt.

Vor den Supermärkten kann man Gorbunov finden. Er verteilt Masken und warnt die Leute, wenn sich Chinesen im Laden befinden. Er gibt Zettel mit Anweisungen aus, wie man sich verhalten soll und verteilt sein von einem orthodoxen Priester geweihtes Weihwasser. (1)

Russland traut China nicht. Und wenn man die Sache näher betrachtet, wusste China schon lange vom Virus und hat nicht davor gewarnt. Amerikanische Forscher durften nicht ins Land. Hatten sie doch geholfen, als in Afrika Ebola ausbrach, die Seuche einzudämmen.

Die Machenschaften Chinas sind uns nicht verborgen. Im März 2013 trieben mehr als 14.000 tote Schweine im Yangtz-Fluss. Aus seinen Gewässern wird das Trinkwasser für die Metropole Shanghai bereitet. Die Behörden zensierten daraufhin Blogeinträge, die zu Protesten gegen die Schweineflut aufriefen. „Das Trinkwasser sei sicher“, war die einzige Erklärung, die folgte.

Die Kadaver stammten aus der Provinz Zehjinag, die eine intensive Schweinezucht betreibt. Acht Schweine konnten anhand der Ohrmarke ihren Besitzern zugeordnet werden, die daraufhin eine Busse von umgerechnet 374 Euro Strafe zahlen mussten.

Dass überhaupt darüber berichtet wurde, haben wir dem Blogger Huang Beibei aus Shanghai zu verdanken. Seine grausamen Bilder sensibilisierten die Welt.

Offiziell schwieg man über Gesundheitsrisiken von Seiten der chinesischen Behörden. Es hat sich nichts an dieser Haltung geändert.

Nur zu vertraut ist, was beim Ausbruch des SARS-Virus, der Vogelgrippe und Chinas verseuchter Milch geschah. Auch damals schwiegen die Verantwortlichen.

Im akuten Fall versicherte ein Amtstierarzt, dass keine Seuche ausgebrochen sei. So war man über die im Yangtse-Fluss treibenden toten Tiere im Unklaren. Hingegen florierten die Spekulationen. Es sei die Schuld der Polizei. Sie verbieten den Handel mit Fleisch, welches von erkrankten Tieren stammt. Wenn die Bauern ihr Fleisch nicht mehr auf dem Schwarzmarkt verkaufen können, bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit, die Kadaver über den Fluss zu entsorgen.

Andere meinten, die Bauern hätten Arsen ins Tierfutter gemischt, um die Haut zu veredeln. Umweltprobleme werden in Rot-China nicht thematisiert.

„Schanghai ist vielleicht das Opfer, aber das Problem liegt flussaufwärts in Jiaxing. Pekings Regierung ist für diesen Bereich nicht verantwortlich. Es existieren keine Gesetze, die Shanghais Trinkwasserqualität regeln“, erklärte der Rektor des sozialwissenschaftlichen Instituts der Fudan-Universität in Shanghai, Peng Xizhe.

„Nirgendwo wohnen Menschen, Schweine und Wasservögel enger zusammen als in China“, kann der Gießener Veterinärvirologe Prof. Dr. Christoph Scholtissek nicht oft genug erläutern. Doch nur selten wird bedacht, dass „dies ideale Bedingungen sind, um unbeabsichtigt Vieren sowie neue Grippeerreger zu züchten. So ist es kein Zufall, dass die meisten Pandemien in China begonnen haben.

In China wird weltweit die Hälfte aller Schweine gehalten. Sie nun konzentriert in Hochhäusern unterzubringen, ist riskant. „Wir brauchen Zeit, um herauszufinden, ob ein Schweinehochhaus wirklich die beste Lösung ist. Ich würde eher davon abraten. Es gibt so viele Ideen, wie man Chinas Schweine züchten sollte. Es wird bestimmt eine bessere darunter sein“, sagt Xue Shiwei, Chefberater von Pipestone Livestock Technology, einer US Firma, die sich auf Chinas Farm Management spezialisiert hat.

In Europa geben bereits zweistöckige Schweine-Hotels Anlass zur Sorge. Die Devise ist: Je mehr Tiere, umso weniger kann man sich um das Einzeltier kümmern und Krankheiten brechen schneller aus.

Dr. Christoph Scholtissek bezeichnet Schweine als mixing-vessels, weil sie gerade in China die Übertragung von Vogelvieren begünstigen. Die im Schwein mutierten Viren können Menschen infizieren.

Im August 2018 trat zum ersten Mal die Afrikanische Schweinepest nahe der Stadt Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning auf. 1000 Tiere wurden bisher gekeult. Wie das Virus dorthin gelangte, ist ein Rätsel, denn Nordkorea oder Russland sind weit weg.

Für China entwickelt sich über kurz oder lang ein Alptraum. Die hochkontagiöse Krankheit geht oft tödlich für Haus- und Wildschweine aus. Am 21. August 2018 ist die afrikanische Schweinepest in vier Provinzen aufgetreten, obwohl sie viele tausende Kilometer voneinander entfernt waren.

China hat 430 Millionen Schweine, die auf kleinen Farmen gehalten werden. Sie sind fast schutzlos der Verbreitung einer Krankheit ausgeliefert.

Ihr Ausbruch hätte fatalen Folgen auf Chinas Ökonomie und würde den ganzen Fleischmarkt beeinflussen. Die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen bestehen darin, dass Schweine seit August 2018 nicht mehr mit Lebensmittelabfällen gefüttert werden. Bei uns ist dies schon lange verboten.

Eine Alternative, organischen Müll besser als auf Mülldeponien zu entsorgen, wird in Küchenschaben-Farmen gesehen. Zudem sind Cockroaches in China eine Delikatesse. Sie werden sehr gerne wegen ihrem hohen Proteinanteil verspeist. Man findet sie auch in Schönheitsprodukten bzw. werden Medikamenten zugemischt.

In der traditionellen Chinesischen-Medizin verwendet man cockroach-Extrakte mit Vorliebe zur Wundheilung. Während wir uns davor ekeln, dort zu arbeiten, wo sich Küchenschaben aufhalten, sind ihre Farmen in China zum Big-Business geworden. Das innovative Konzept besteht nicht nur darin, nützlich Abfall zu entsorgen, die Insekten dienen auch als Tierfutter.

Weil Schaben Allesfresser sind und ihre Unterbringung keine großen Anforderungen stellt, entpuppt sich das System zu einer win-win Situation. In der sieben Millionenmetropole Jinan, Hauptstadt der südlichen Provinz von Shandong, werden eine Milliarde Schaben mit mehr als 50 Millionen Tonnen Küchenabfällen gefüttert.

Die Firma Shandong Qiaobin Agrikultur Technologie Co wollen drei weitere Küchenschaben-Farmen etablieren. Der Direktor Li Yanrong erklärte 2017 gegenüber China Daily: „Wir haben sechs Jahre geforscht, bis wir uns ganz sicher waren, dass Schaben ideal sind. Sie können fünfmal mehr als ihr Körpergewicht fressen und erzeugen keine Abfälle. Sie sind Experten im Abfallmanagement. Noch dazu, weil es momentan verboten ist, Küchenabfälle an Schweine zu verfütterten.“ (2)

Auch wenn es wahrscheinlich Monate dauert, bis wir eine Erhöhung der Fleischpreise in unseren Breitengraden vermerken, vergleicht natürlich die Marktforschung die Szenarien. Man denke an die Jahre 2013/14, als in den USA ein Ferkelsterben die Schinkenpreise um 15% anstiegen ließ.

Wir rufen uns automatisch 2017 in Erinnerung. Damals veranlasste uns die europäische Vogelgrippe, Millionen Tiere zu keulen. In den USA ließ diese Krankheit bereits 2015 die Eierpreise um 33% in die Höhe schnellen. Es war der höchste Preisanstieg, den es bisher gab. Es dauerte neun Monate, bis sich die Preise wieder normalisierten. 

Unabhängig davon verkauft die Fastfood-Kette Burger King schon seit einiger Zeit ihren veganen Impossible Whopper®Burger (100 Prozent Whopper, 0% Beef) in den USA. Ob dies jedoch ein Ausweg ist, um dem Anstieg der Fleischpreise entgegenzutreten, ist sehr fraglich.

Die in China wütende Afrikanische Schweinepest wird nicht nur den Verlust von mehr als 200 Millionen Tieren zur Folge haben, um die weitere Ausbreitung zu verhindern, sondern China wird unweigerlich Fleisch importieren, was die Preise in allen anderen Teilen der Welt ansteigen lässt. In Deutschland dachte man fast schon, Schweinemastbetriebe könnten zumachen, weil wir – mehr und mehr kulturell bedingt – kaum noch Schweinefleisch essen.

Eine unvorhergesehene Pandemie, die China noch Ende April 2019 als „wirksam unter Kontrolle gebracht zu haben“ beschrieb, gab nur Wochen später den Skeptikern recht. Dazu kommt, dass Chinas Journalisten von den kommunistischen Behörden zensiert werden.

Verbreitet werden die Viren über Zecken, die bei uns kein Lebensreservoir haben. So findet man in unserem Klima auch keine Moskitos, die Zika-Viren übertragen. Hinzu kommt: Wer einmal infiziert war, hat Antikörper  –  und bei einer Zikainfektion waren speziell Schwangere am meisten betroffen.

Wie bei Zika „trifft“ eine Coronaviren-Infektion eigentlich nur Leute, die immunsuffizient sind und dann meist eine andere Krankheit haben. Die Superinfektion führt letztendlich den Tod herbei. Bei all den Versuchen, so schnell wie möglich einen Impfstoff zu finden, redet keiner von Antikörpern und einer natürlichen Erkrankung, die meist milde verläuft, die aber den Betroffenen für spätere Neuinfektionen wappnet.

Übrigens meldeten die USA bisher keinen einzigen Ausbruch einer Zika-Virus bedingten Mikrozephalie in ihrem Land.

Als Vektoren der Afrikanischen Schweinepest ist der Kontakt der Tiere untereinander (Wildschweine) zu nennen. Ihre Ausscheidungen, Lebensmittel sowie auch unsere Kleidung bzw. Autoreifen fördern eine Verbreitung. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. (2)

BILD: Aktuelles bioethisches Buch „Gentopia“ von Dr. Breburda

Dennoch munkelt man seit langem, was nun in China entdeckt wurde: Ein Hund erkrankte am Corona-Virus. Ob er ein Vektor ist, weiss man nicht. Obwohl Tiermediziner wissen, dass Hunde durchaus bei einer normalen Grippe Träger sind, die ihre Petparents (Haustiereltern)  –  wie das heute so heißt  – anstecken.

Quellen:
1) Brown C.: Russia hasen’t had sny new coronavirus cases. Why ist hat? CBCnews, Feb. 29. 2020
2) Breburda Edith: Buch „Gentopia – das gelobte Land“, ISBN-10: 096006950X, ISBN-13: 978-0960069507, 350 Seiten, Erschienen am 31. 8. 2019, erhältlich bei Amazon als Kindle Ebook 9,99 € oder als Taschenbuch ca. 19 €

 

 


Kamerun: Ermordungen, Kindesentführungen und Plünderungen durch Islamisten

Am 6. Januar 2020 überfielen Islamisten –  mutmaßlich Kämpfer von Boko Haram  –  die drei Dörfer Hitawa, Hitere and Moudouko nahe der Grenze zu Nigeria. Sie ermordeten drei Christen, entführten mindestens drei christliche Kinder und plünderten über 200 Häuser.

Am 7. und 8. Januar folgten weitere Angriffe und Plünderungen auf benachbarte Dörfer. Dabei kam ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben.

Die islamistische Gruppe Boko Haram hat seit einiger Zeit ihre Aktivitäten in der Provinz Far North deutlich ausgeweitet. Dabei kommt es immer wieder zu massiven Zerstörungen und gezielten Angriffen auf die dort lebenden Christen.

Der Angriff am 6. Januar dauerte von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, wie eine örtliche Kontaktperson der Hilfsorganisation Open Doors mitteilte.

Bei den in Moudouko getöteten Christen handelt es sich um den 21-jährigen Kidkaye Antoine, den 62-jährigen Medge Guidkaye, Vater von vierzehn Kindern, und den 50-jährigen Shele Ndouvagui, der sieben Kinder hinterlässt.

In Hitere wurden Wabayé Viché (40 J.) und Teweshé Ezechiel, Vater von zwölf Kindern, ermordet. Einer seiner Söhne, Hawadak Teweshé, wurde zusammen mit zwei anderen Jungen, Warda Josue aus Moudouko und Feuleongwi Yadak aus Hitere, entführt.

Die Angreifer kehrten in den Tagen nach dem ersten Angriff mehrfach zurück und verübten weitere Überfälle. Am 7. und 8. Januar griffen sie die Dörfer Nguedjele und Gochime an. Auch hier plünderten sie nach Angaben einer Kontaktperson viele Häuser und nahmen Lebensmittel und Kleidung mit. Der Angriff zwang die Menschen aus Hitawa, die in Gochime Zuflucht gesucht hatten, erneut zur Flucht. In Nguedjele wurde mindestens eine Person ermordet, sie konnte allerdings noch nicht identifiziert werden.

Obwohl Kamerun allgemein von religiöser Toleranz geprägt ist, wecken die verstärkten Übergriffe von Islamisten Erinnerungen an die gewaltsame Ausbreitung des Islam in den vergangenen Jahrhunderten. Damals führten Fulani einen Dschihad in den nördlichen Regionen, durch den die einheimische Bevölkerung gewaltsam zur Annahme des Islam gezwungen wurde.

Quelle: Open Doors – 1. Foto: Hilfsaktion Märtyrerkirche  –  Gemälde: Evita Gründler


Linkspartei fordert mehr Asylanten als bisher

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, hat die Bundesregierung aufgefordert, mehr Asylsuchende in Deutschland aufzunehmen. Deutschland verfüge über „große humanitäre Aufnahmekapazitäten“, die „umgehend genutzt werden“ müßten, teilte Jelpke mit.

Handlungsbedarf sehe sie „bei der Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen, bei der Übernahme von Schutzsuchenden aus überforderten Erstaufnahmeländern, beim Familiennachzug zu subsidiär Geschützten und bei einer humanitären Bleiberechtsregelung“. Zudem müßten „unbegleitete Flüchtlingskinder aus den völlig überlasteten EU-Hotspots“ in die Bundesrepublik überführt werden. Diese dürfe sich „nicht aus der Verantwortung stehlen und auf Abschottung setzen“.

Jelpke reagierte auf eine Stellungnahme der Bundesregierung, wonach vom 31. Dezember 2016 bis 31. August 2019 insgesamt 38.187 Nigerianer Asylanträge gestellt hatten. Davon seien bislang 12.229 Personen ausreisepflichtig. Rund 23.000 Verfahren werden derzeit vom Migrations-Bundesamtbearbeitet.

Von Januar bis August 2019 wurden 282 abgelehnte Asylbewerber nach Nigeria abgeschoben. Rückführungen der Personen in ihr Heimatland scheiterten zumeist an fehlenden Papieren. Die Chance auf einen Aufenthaltstitel in Deutschland ist für Nigerianer sehr gering; die Schutzquote liegt bei 6,5 Prozent.

„Bund und Länder haben daher das gemeinsame Ziel, die Zahl der Rückführungen nach Nigeria deutlich zu erhöhen“, heißt es in dem Schreiben der Regierung.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/linkspartei-fordert-vermehrte-aufnahme-von-asylbewerbern/


Burkina Faso versinkt im islamischen Terror

Im afrikanischen Burkina Faso sind laut Human Rights Watch (HRW) seit April mindestens 256 Menschen allein durch radikal-islamische Terrorangriffe ums Leben gekommen. Das geht aus einem Report der amerikanischen Menschenrechtsorganisation hervor.

Nach Angaben der EU-Bischofskommission COMECE ist rund ein Drittel des Landes aufgrund von Kämpfen für humanitäre Helfer unzugänglich. Mehr als 1.000 Menschen, vor allem Zivilisten, seien seit Anfang 2019 der andauernden Gewalt zum Opfer gefallen.

Rund 20 Terroranschläge verzeichnet Human Rights Watch für die vergangenen Monate. Sie sollen Augenzeugen zufolge von Terrorgruppen wie Al-Kaida, dem „Islamischen Staat in der Größeren Sahara“ (ISGS) oder der lokalen Miliz Ansaroul Islam verübt worden sein. 

Bereits im Sommer 2019 hatte der Bischof von Dori, Laurent Birfuore Dabire, ein Waffenverkaufsverbot an dschihadistische Gruppen gefordert. Islamisten, die Christen ermordeten, dürften nicht unterstützt werden.

„Wenn die Welt weiter nichts unternimmt, werden diese Handlungen zum Verschwinden der christlichen Gemeinschaft in dieser Region und vielleicht mittelfristig im ganzen Land führen“, so Bischof Dabire.

Quelle und vollständigre Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-01/burkina-faso-islamisten-angriffe-tote-eu-bischoefe-human-rights.html