Der Gedenkband zeichnet ein „sehr lebendiges Bild“ von Erzbischof Johannes Dyba

Von Dr. Friederike Hoffmann-Klein

So verschieden die Persönlichkeiten der 33 Autoren auch sind, die in dem jetzt im KOMM-MIT-Verlag erschienenen Gedenkband über den Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba einen Beitrag schreiben, so vollkommen stimmen sie überein, wenn es darum geht, seine Person zu beschreiben, seine Menschlichkeit, seine Zivilcourage und Klugheit, seinen unerschrockenen Mut und seinen Humor, ja bisweilen sogar Galgenhumor. Fürs CF verwenden

Er war Diplomat, aber nicht bereit, sich vor klaren Stellungnahmen zu drücken. „Nicht was ankommt, ist wichtig, sondern worauf es ankommt“, so könnte man Dybas Haltung umschreiben; eine Haltung, die gerade in unserer Zeit Seltenheitswert besitzt.

Geboren in Berlin-Pankow am 15. September 1929, wächst Erzbischof Dyba mit drei Geschwistern in Berlin und Heiligenstadt auf. Zum Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft geht er zunächst nach Bamberg.

In Heidelberg  –  dort wird er Mitglied der katholischen Studentenverbindung Arminia  –  legt er 1952 das erste Staatsexamen ab. Mit einer völkerrechtlichen Arbeit wird er 1954 zum Dr. jur. promoviert. Doktor des kanonischen Rechts wird er 1962.

1959 empfängt er die Priesterweihe durch Kardinal Frings, 1979 die Bischofsweihe. Er besucht die päpstliche Diplomatenakademie in Rom und wird 1962 Leiter der deutschen Abteilung im Päpstlichen Staatssekretariat. Als Nuntiaturrat geht er in verschiedene außereuropäische Länder.

Über 20 Jahre verbringt er im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Nicht seine glänzende Karriere stand jedoch für ihn an erster Stelle, sondern die Familie: die Eltern, die Geschwister und deren Kinder. Die Erinnerung an Dyba ist in seinem Bistum bis heute lebendig – und weit darüber hinaus.

Furchtlosigkeit und Freude, Klugheit und Humor

Mit großer Übereinstimmung, die bis in die Wortwahl reicht, zeichnen die verschiedenen Autoren ein lebendiges Bild des Erzbischofs. Erfrischend und humorvoll beschreibt ihn seine Schwester Barbara Dyba-Roth (siehe Foto). Furchtlosigkeit und Freude, Klugheit und Humor seien die ihn zuallererst kennzeichnenden Eigenschaften. 001_INDEX - Kopie

Sein Blick für das Wesentliche wird von vielen Autoren betont, ebenso sein Realismus und seine Zivilcourage. Seine Haltung in Bezug auf die Frage der Abtreibung ist ohne diesen Realismus schwer zu verstehen. Ein klares Verbot wird oft als Einmischung verstanden, statt als eine ethisch-moralische Vorgabe.

„Das verstehen die gar nicht“, so gibt B. Dyba-Roth die Beurteilung ihres Bruders wieder. Als Priester dürfe er, der Diplomat, auch nicht immer nur diplomatisch sein. Abstand von sich selbst und Selbstironie sind Eigenschaften, die einen guten Diplomaten kennzeichnen. „Wenn die sagen, ich solle doch am besten dorthin gehen, wo der Pfeffer wächst, dann kann ich ihnen nur entgegnen: Was soll ich dort?  –  Da komme ich ja gerade her!“  –  eine humorvolle Bemerkung, die ihn beschreibt.

Als Diplomat im Dienst des Heiligen Stuhls hat er die herausragende Rolle verstanden, die der Kirche dabei zukommt, für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzustehen. Dies muss im Blick haben, wer seinen Kampf gegen Liberalismus und Relativismus besser verstehen will. Hart und unnachgiebig, wie ihn seine Gegner gerne beschreiben wollten, war er nur, wenn es darum ging, Gefahren für die Kirche und für unser Land zu begegnen.

Erzbischof Dyba beschrieb die Situation in Deutschland mit den Worten: „In zwanzig Jahren auf dem spiegelglatten Parkett des vatikanischen diplomatischen Dienstes ist mir nicht so oft bedeutet worden: `Das darf man aber nicht sagen!` wie in einem einzigen Jahr als Bischof in Deutschland“.

„Er war ein Mensch mit Standpunkt“

Dabei ließ Erzbischof Dyba auch seine Gegner nicht gleichgültig. Seine Position forderte heraus. „Er war ein Mensch mit Standpunkt und machte keinen Hehl daraus. Das imponierte vielen, auch wenn sie seine Meinung nicht immer teilten“, schreibt einer der Autoren über ihn. Dyba war aber auch deshalb in den Medien so präsent, weil sich die anderen gerne davor drückten. Die F.A.Z. bezeichnete ihn einmal als „agent provocateur“. 1577

Oft hatte Dyba unter dem mangelnden Mut seiner Mitbrüder zu leiden, die viele seiner Ansichten teilten, aber dann doch nicht den Mut fanden, für ihre Überzeugung in der Öffentlichkeit einzustehen. Mehr als einmal hat er einen seiner Bischofskollegen fragen müssen: „Warum sagen Sie das nicht in der Öffentlichkeit?“

Wesensfremd war ihm eine solch angepasste Haltung seiner Mitbrüder, ihm, der während seiner diplomatischen Karriere die Tapferkeit der afrikanischen Bischöfe erlebt hatte.

Höchste Achtung und Wertschätzung erfuhr er auch von evangelischer Seite. Viele evangelische Christen sahen in ihm „ihren“ Bischof.

Auch als Militärbischof seit 1990 wurde Dyba für seine klare Haltung geschätzt. Der damalige Verteidigungsminister Scharping umriss anlässlich von Dybas Tod seine Rolle, die er als Militärbischof ausgefüllt hat, mit den Worten:

„Militärbischof Dyba hat mit seiner Ausstrahlung den Soldaten der Bundeswehr das Bewusstsein vermittelt, dass Frieden und Versöhnung höchste Güter menschlichen Zusammenlebens sind. In den fast zehn Jahren seines Wirkens für die Katholische Militärseelsorge der Bundeswehr hat er die Herzen vieler Soldaten für sich gewonnen.“

Seine Beliebtheit bei den Soldaten verdankte er nicht allein ihrer Verteidigung gegen den Angriff auf ihre ethische Integrität in Form des Soldaten=Mörder-Urteils des Bundesverfassungsgerichts, gegen das er sich empört gewehrt hat. Dyba selbst hat die Militärseelsorge einmal als seine Erholung bezeichnet.

Das Buch zeichnet ein sehr lebendiges Bild des früheren Fuldaer Bischofs.

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hg.), Der Löwe von Fulda. 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba, KOMM-MIT-Verlag, 1. Aufl. 2015, ISBN 978-3-921090-98-5, Preis 14,80 €, ab 4 Stück Mengenrabatte

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT vom 25. März 2016

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Die Vatikan-Korrespondentin Hilary White würdigt mutige Kirchenmänner wie Burke, Müller, Pell, Caffarra, Schneider usw.

Von Felizitas Küble

Hilary White (siehe Foto) ist eine katholische Journalistin und Vatikan-Reporterin des US-amerikanischen Lebensrechtler-Portals Life-Site-News. Die bekannte Webseite hat in wenigen Tagen ca 25.000 Online-Unterschriften für Kardinal Raymond Burke gesammelt. Hilary_White_300_300_55gray_s_c1

Ihr Artikel dokumentiert weitgehend die derzeitige innerkirchliche „Stimmungslage“ von Millionen theologisch konservativer Katholiken in den USA und darüber hinaus.

Unter dem (hier auf deutsch übersetzen) Titel Kardinal Burke begleitet‘ uns als Frontmann  – er zeigt uns den Weg“ würdigt sie neben diesem glaubensstarken amerikanischen Kirchenmann eine Reihe weiterer Kardinäle und Würdenträger, die sich auf der kürzlichen Bischofsynode in Rom für Ehe, Familie und die überlieferte Lehre der Kirche stark gemacht haben.

Eingangs schreibt die engagierte Lebensrechtlerin White, daß sie Raymond Burke (siehe Foto) persönlich kennt und als jemanden schätzt, der andere Menschen zuvorkommend und freundlich behandelt und zugleich geistreich, standhaft und mutig sei  –  und der vor allem „die Wahrheit liebt“.ab-burke_final-interview

„Wir empfinden ein tiefes Gefühl der Kameradschaft mit dem bedeutenden Kardinal“, betont die Vatikanreporterin weiter: „Er stand so lange wie ein Bollwerk gegen merkwürdige und beunruhigende Trends in der Kirche.“ – Dies habe sich nicht zuletzt bei der außerordentlichen Bischofssynode über die Familie wieder gezeigt.

„Wir suchen Begleitung und mutige Führung“

Sie fügt hinzu, daß katholische Laien auf ihrem „zunehmend schwierigeren Weg“ in der heutigen „verwirrten“ Zeit nach geistiger Begleitung suchen  – und zwar „in Form von mutiger Führung“, indem die kirchlichen Hirten „uns nach vorne führen und den Weg zeigen“.

Zugleich erinnert die Autorin an andere „gläubige Kirchenmänner“, die sich auf der Synode für die immerwährenden Werte von Ehe und  Familie eingesetzt haben und „das sagten, was gesagt werden muss“.

Danach erwähnt sie den deutschstämmigen Weihbischof Athanasius Schneider, der unlängst den Versuch „reformerischer“ Kräfte kritisiert hat,  die Bischofssynode in modernistisches bzw. „neuheidnisches“ Fahrwasser abdriften zu lassen, statt sich auf die Botschaft Christi zu stützen.

„Kardinal Müller hält unbeirrbar an der Kirchenlehre fest“

Die Vatikankorrespondentin schreibt sodann über den früheren Oberhirten von Regensburg und heutigen Präfekten der Glaubenskongregation (siehe Foto): AL-0005

„Zu den vielen guten Menschen gehört für die meisten von uns auch Kardinal Gerhard Müller, der trotz zunehmender Opposition von Kollegenseite weiter unbeirrbar an der Lehre der Kirche festhält und klarstellt, daß sie von niemandem verändert werden kann.“.

Zudem erwähnt sie lobend eine Reihe afrikanischer Bischöfe, denn diese hätten während der Synode „der Welt versucht zu sagen, dass zur Lösung unserer globalen Probleme nicht mehr Verhütung und Abtreibung, sondern Ermutigung für die Familien und mehr Unterstützung für die Ehe gehört.DSCF0975

Schließlich erinnret die Verfasserin an den australischen Kardinal George Pell (siehe Foto) sowie an den italienischen Erzbischof Caffarra von Bologna; beide Kirchenmänner haben sich ebenfalls für die unverkürzte Lehre der Kirche über das Ehe-Sakrament positioniert.

Abschließend schreibt die Autorin:

„Wir brauchen Männer wie Burke, um am Ball zu bleiben, um unsere Chance zu nutzen, einer unwilligen Welt die Wahrheit erzählen.

Wir brauchen seine Führung, jetzt mehr denn je, nicht etwa, weil wir nicht selber Bescheid wissen, sondern weil er und seinesgleichen uns Hoffnung und Kraft geben, um dasselbe in unserem eigenen Lebensbereich zu verwirklichen.“

Quelle für die Zitate und das 1. Foto: https://www.lifesitenews.com/blogs/cardinal-burke-accompanies-us-as-leaders-should-by-showing-us-the-way

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das diese Webseite betreibt