Mondfinsternis und jede Menge Astronomie

 
  • Rund zwei Monate lebt und arbeitet der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst nun auf der Internationalen Raumstation ISS.
  • Experimente wie der Planetensimulator MagVector/MFX-2 und die zellbiologische Anlage FLUMIAS liefern bereits wissenschaftliche Ergebnisse.
  • Ein Upgrade optimiert das Plasmakristall-Experiment PK-4.
  • Schwerpunkt: Raumfahrt

Am 27. Juli ereignete sich ein Naturschauspiel der besonderen Art: Die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts hielt die Menschen auf der Erde in Atem. Ein paar Glückliche hatten jedoch einen Logenplatz: Die Besatzung der ISS hatte wohl die beste Sicht auf das spektakuläre Ereignis.

Einen Eindruck davon vermittelten die Bilder von Alexander Gerst. „Gerade ein Foto der Mondfinsternis von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Schwierig einzufangen. Der leichte Blaustich kommt von der Atmosphäre, kurz bevor der Mond darin `untergetaucht´ ist“, kommentierte der deutsche ESA-Astronaut die Aufnahmen auf seinem Twitter-Account.

Die ESA Experimentanlage „Soft-Matter-Dynamics“ wurde im Juni 2018 mit einer Dragon-Kapsel zur ISS transportiert und am 19. Juli im Columbus-Modul installiert.

Die Anlage wurde zusammen mit den für Granulat-Experimente entwickelten CompGran-Messzellen in der letzten Juliwoche in Betrieb genommen. In dieser Anlage soll das Verhalten von Granulaten ohne den störenden Einfluss der Gravitation untersucht werden. In der Industrie könnten die Erkenntnisse zur Prozessoptimierung von Schüttgütern wie Kohlenstaub, Mehl oder Getreide eingesetzt werden.

„Start frei“ hieß es auch für das ARISE-Experiment, das am 16. Juli zum ersten Mal eingeschaltet wurde. Mit dem Experiment, das Studenten der Universität Duisburg-Essen beim Überflieger-Wettbewerb der DLR-Raumfahrtagentur eingereicht hatten, soll der Prozess der Planetenentstehung erforscht werden.

Um diese Vorgänge zu simulieren, werden winzige Glaskugeln in einer transparenten Kammer geschüttelt (siehe Foto) und der Austausch der elektrostatischen Ladungen mit einer Kamera beobachtet. Die Inbetriebnahme verlief problemlos, und auch die ersten Experimentläufe waren erfolgreich.

Quelle (Text/Fotos) und vollständiger Text der DLR-Pressemeldung hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-29289/year-all/#/gallery/31636


Deutscher ESA-Astronaut Alexander Gerst beim Columbus-Kontrollzentrum

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist seit November 2014 wieder zurück auf der Erde  –  nach 166 Tagen Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS.

Im Rahmen seiner Mission „Blue Dot“ absolvierte der 38-Jährige einen Außenbord-Einsatz und führte rund 40 Experimente in der Schwerelosigkeit durch. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei vom Columbus-Kontrollzentrum im DLR.  ESA%2dAstronaut Alexander Gerst im Columbus%2dModul

Alexander Gerst besuchte am 21. April 2015 das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und sein Columbus-Team in Oberpfaffenhofen.

BILD: Astronaut Alexander Gerst arbeitete während seines Aufenthalts an Bord der ISS an vielen verschiedenen Experimenten. Einige davon führte er im europäischen Forschungsmodul Columbus durch.

„Ich freue mich sehr, hier in Oberpfaffenhofen beim DLR zu sein – das Columbus-Kontrollzentrum war mein Kontakt in die Heimat während meiner Zeit auf der ISS. Für die großartige Leistung und Unterstützung möchte mich beim ganzen Team bedanken. Es war eine unglaubliche Zeit“, so Alexander Gerst.

„Alex“ ist mit dem Bodenteam nicht erst seit seinem Aufenthalt im Weltall eng vertraut: Die Vorbereitungen zur Blue Dot-Mission begannen im GSOC bereits im Herbst 2012. Das erste Treffen zwischen dem Geophysiker aus Künzelsau und den „Columbianern“ folgte im April 2013, um die Zusammenarbeit im Detail zu besprechen.

Gerst ließ es sich während seines Rundgangs daher nicht nehmen, auch das diensthabende Team im Columbus-Kontrollraum zu besuchen und sich mit den Kollegen an den Konsolen kurz auszutauschen. Das GSOC bildet mit seinem Columbus-Kontrollzentrum die Nahtstelle zwischen den Columbus-Experimentanlagen, den Fachingenieuren und den Wissenschaftlern in den europäischen Nutzerkontrollzentren.

Der Starnberger See

Die Mission von Alexander Gerst unterstützte das Columbus-Team mit weit mehr als 30.000 Arbeitsstunden. Die Arbeitsplätze, die sogenannten Konsolen, sind rund um die Uhr besetzt und die Experten stehen in ständigem Kontakt zu den anderen Kontrollzentren sowie zu den Astronauten an Bord:

FOTO: Der Starnberger See: Am 7. Juli 2014 nahm der deutsche ESA-Astronaut dieses Bild auf. Der See liegt 25 km südwestlich von München und ist der fünftgrößte See Deutschlands.

Jeden Morgen gehen die Bodenstationen gemeinsam mit der ISS-Mannschaft die anstehenden Aufgaben in der Planungskonferenz durch. In einer zweiten Konferenz am Abend folgt die Nachbesprechung.

Eine zentrale Funktion erfüllt das Columbus-Team außerdem mit der Koordinierung der verschiedenen Aufgaben vor und während einer Mission. So wurde in Oberpfaffenhofen auch das Highlight der Mission von Alexander Gerst vorbereitet – der Außenbord-Einsatz (EVA, Extravehicular Activity) bei dem er und sein amerikanischer Kollege Reid Wiseman eine defekte Kühlpumpe austauschten sowie ein neues Stromaggregat für den Roboterarm der ISS installierten.

Die NASA entwickelte den Ablauf jedes einzelnen Arbeitsschrittes, die sogenannte „Prozedur“, für den fast siebenstündigen Weltraumeinsatz und wurde bei der Planung der Aktivität vom DLR-Team unterstützt.

In Erinnerung an die Zusammenarbeit vor und während seines sechsmonatigen Aufenthalts im All überreichten das DLR und das GSOC dem „Rückkehrer“ zum Abschied noch mehrere Geschenke: darunter eine kleine gefräste Astronautenfigur sowie ein Album mit Fotos und Videos zu Alexander Gerst und seiner Mission „Blue Dot“.

Den vollständigen Text mit Bild und Animation finden Sie hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-13393/year-all/#/gallery/19221

Fotos: ESA, NASA