Alt-neue Magie: Warum der Esoterik-Boom im Allgäu keine Überraschung ist

Von Felizitas Küble

Am 16. Mai 2019  – also gestern Abend  – hat der Bayerische Rundfunk (BR) eine Fernsehsendung über das zunehmende Esoterik-Angebot im Allgäu ausgestrahlt. „Schamanen, Kartenleger und Heiler“ seien so gefragt wie nie, heißt es dort. 

In der südlichen Region des Freistaats scheint dies eine Überraschung zu sein. Dazu erklärt die Film-Vorschau: „Der Allgäuer gilt als bodenständiger, heimatverwurzelter und kirchentreuer Mensch mit eigenem Zungenschlag.“

Trotzdem könne man in dieser Region bei näherem Hinschauen eine „Entwicklung“ entdecken, schreibt der BR: 

„Im Allgäu tummeln sich immer mehr Yogis, Schamanen und selbsterklärte Heiler, die gestresste Großstädter zu Drachen-und Druidenkursen, Wünschelrutengängen oder Seelenwanderungen einladen. Inzwischen gilt die Region als Spirituellen-Hochburg, und selbst die Tourismusbranche hat das Potential erkannt. Viele Allgäuer reiben sich verwundert die Augen und fragen sich: Warum gerade hier? Und: Wie passt das zum Selbstverständnis der Allgäuer?“

In der Sendung werden einige Beispiele vorgeführt – von Kartenlegern, Achtsamkeitstraining, buddhistischen Kursen und ähnlichem ist die Rede. 

Ein handfester Bauer – katholisch und nüchtern – erklärt sich den Boom mit wirtschaftlichen Interessen von Geschäftemachern. Aber dies durchleuchtet den Vorgang nur teilweise. Das Problem ist nämlich, daß dieses Angebot auf rege Nachfrage stößt, also bei vielen Allgäuern „ankommt“. Andernfalls würde der Esoterik-Kommerz ins Gras beißen.

Eine gewisse Berechtigung liegt in dem Hinweis, die oft ziemlich abgelegen wohnenden Dörfler und Bergbauern hätten schon anno dunnemal  – mangelns Ärzten in der Nähe – nach anderen „Lösungen“ gesucht und den nächsten „Heiler“ aufgesucht.

Ein befragter Gemeindepfarrer vermutet einen Zusammenhang mit der sinkenden Kirchenbindung. Auch dies ist richtig, bleibt aber eher an der Oberfläche.

Ausgerechnet von esoterischer Seite wird das scheinbare Rätsel am Schluß der Sendung gelöst, das für mich sogleich als maßgebliche Erklärung auf der Hand lag:

Der Boom ist gar nicht so neu, er hat nur das moderne Gewand des „Spirituellen“ angezogen. Was heute Esoterik heißt, war früher der Gesundbeter, Warzenentferner (mit astrologischem Hintergrund, Mondkonstellation etc) oder die „Brandlöscherin“ (mittels magischer Sprüche bzw. vermeintlicher „Gebete“) – kurz: der ländliche Aberglaube, wie er leibt und lebt.

Genau das ist der Grund und Urgrund, auf dem die Esoterik gedeihen kann – auch im ach so frommen Allgäu.

Das Problem ist uralt, die Versuchung immer wieder neu, sich nicht an Gott, sondern an Abgötter zu wenden – ganz nach der Devise: Hauptsache, es hilft – oder auch: Wer heilt, hat recht – punktum!

Schon früher hatten die Geistlichen – vor allem auf dem Land –  ihre liebe Mühe mit diesem magischen (Aber-)Glauben, der die „höheren Mächte“ für die eigenen Wünsche und Interessen vereinnahmen möchte.

Der christliche Grundsatz nach Jesu Worten „Dein Wille geschehe“ wird stillschweigend  – und vielleicht nicht immer voll bewußt – verdrängt durch die alt-neuheidnische Devise: Mein Wille geschehe!

Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/16/mein-wille-geschehe-als-hintergrundmotiv-eines-magisch-charismatischen-glaubens/


Wangen: Ausstellung über Adventskalender

Wangen im Allgäu gehört zum oberschwäbischen Landkreis Ravensburg. Dort werden in der Städtischen Galerie „In der Badstube“ immer wieder Ausstellungen über Kunst, Heimatgeschichte, Religion und Volkskunde veranstaltet. Im Winter stehen meist kulturgeschichtliche Themen im Blick. csm_bild_ausstellung_5097172f0e
Vom 27. November 2016 bis 5. Februar 2017 läuft die Ausstellung „IHR KINDERLEIN KOMMET!- Historische Adventskalender & Europäische Krippen“  aus der Sammlung Esther Gajek und dem Krippenmuseum Oberstadion.
Mit über 80 Adventskalendern aus den 1920er Jahren bis heute und einer Auswahl von Krippen aus Europa stimmt die Ausstellung auf Weihnachten ein.
Griffen Verlage in den Anfängen um 1900 die Idee einer Zählhilfe für die Adventstage auf, entstanden daraus schon bald höchst einfallsreiche „Weihnachtskalender“.
Aus dem Krippenmuseum Oberstadion zeigt die Städtische Galerie erstmals eine Krippenausstellung.
Faszinierend sind die verschiedenen Darstellungen der Heiligen Nacht, wie sie in Italien, Frankreich, Russland, Spanien, der Slowakei, den Niederlanden oder Deutschland gefeiert wird. 

Zudem ist in der Galerie ein über 2 x 3 Meter großer Adventskalender installiert. Vom 1. bis 24. Dezember wird ein Gast ein Türchen öffnen und dahinter eine kleine Überraschung finden.

Quelle und weitere Infos hier: http://www.galerie-wangen.de/


CSU-Politiker Söder und Polizeichef Fertinger bekennen sich zum christlichen Glauben

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat sich über seinen christlichen Glauben geäußert: „Ich bekenne, dass ich an Gott und Jesus Christus glaube.“

Wie der evangelische Landessynodale in einem Podiumsgespräch zum Thema „WoKreuzkuppelhin entwickelt sich unsere Gesellschaft?“ am 5. Oktober in Kempten im Allgäu sagte, gibt ihm sein Glaube Kraft und Hoffnung.

Vor rund 500 Besuchern räumte der CSU-Politiker ein, dass sein Glaube viele Jahre verschüttet gewesen sei. Als er ihn wiederentdeckte, habe er angefangen, regelmäßig zu beten. In seinem Ministerium habe er sich deshalb eine kleine Kapelle eingerichtet.

Es falle ihm aber schwer, die Bibel zu lesen. Deshalb höre er sie bei Dienstreisen häufig als Hörbuch. So enthalte er immer wieder Impulse, die seinen Alltag und seine Politik prägten.

Terroranschlag in Ansbach: Bewahrung Gottes erfahren

Der Polizeipräsident von Mittelfranken, Roman Fertinger, wies die Auffassung zurück, der christliche Glaube solle auf das Privatleben beschränkt bleiben. Vielmehr gehöre er an die Öffentlichkeit. Immer wieder erlebe er in seinem Polizeialltag, dass Gott eingreife. Als Beispiel verwies er auf den islamistischen Sprengstoffanschlag am 24. Juli in Ansbach. Dabei war der 26-jährige Terrorist ums Leben gekommen. 15 Personen wurden verletzt. 026_23A

Wie der Polizeichef erläuterte, war nur der Zünder im Rucksack des Attentäters explodiert, nicht aber die eigentliche Bombe. Sie hätte etwa 40 Menschen töten können. Hier habe man die Bewahrung Gottes erlebt, so der Polizeichef.

Veranstalter der Podiumsdiskussion war die überkonfessionelle Bewegung „Initiative Gebet Allgäu“, die 2005 von dem Kemptener Baptistenpastor Stefan Vatter zusammen mit zwei evangelischen Pfarrern und einem Unternehmer gegründet wurde. Vatter zeigte sich gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA überrascht, wie klar sich zwei Personen des öffentlichen Lebens zum christlichen Glauben bekannten.

Schirmherr der „Initiative Gebet Allgäu“ ist Bundes-Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU).

Quelle: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/bayerns-finanzminister-soeder-ich-glaube-an-jesus-christus-98470.html


Jugendlicher Aslyant hält schwäbische Stadt mit Dauerkriminalität in Atem

Ein 20 Jahre alter Asylbewerber aus Gambia hält seit Wochen die Polizei in Wangen in Atem. Fast täglich falle der Mann in dieser Stadt im Allgäu mit Pöbeleien, Diebstählen, Bedrohungen oder Widerstand gegen Polizeibeamte auf, berichtet die „Schwäbische Zeitung“. PICT0141

Zuletzt schrie er grundlos eine Frau auf der Straße an und bedrohte sie mit einer Flasche, randalierte in einer Polizeizelle und durchtrennte Kabel in seiner Asylunterkunft. Immer wieder kommt der Afrikaner dennoch wieder auf freien Fuß. Die Polizei ist nach eigenen Angaben machtlos. „Viele Rechtsgrundlagen greifen nicht, er bewegt sich in einer Grauzone, die wir faktisch so hinnehmen müssen“, sagte Wangens Polizeipräsident Wolfgang Gerke.

Zwar habe der junge Mann mittlerweile Hausverbot in mehreren örtlichen Asylheimen, wegen seiner Kontakte kehre er jedoch regelmäßig in die Stadt zurück. Derzeit sei die Situation „unbefriedigend“, gab Gerke zu.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de


„Besenkapellen“, Magie und Aberglaube: Reisigbesen als Abwehrzauber

Von Felizitas Küble

In Bayern, Oberschwaben und im Allgäu gibt es einige sogenannte „Besenkapellen“ im ländlichen Raum. Dort sind keine Besen ausgestellt wie in einem Museum. Vielmehr haben noch im vorigen Jahrhundert viele Leute dort ihren magischen Vorstellungen freien Lauf gelassen und tun dies vereinzelt auch heute noch:

Es gab vielfach eine abergläubische Angst vor Zigeunern oder „Hexen“ (bisweilen wurde beides miteinander vermengt und das „fahrende Volk“ als verhext angesehen). Zudem wollte man keine Diebe im Haus und keine Hausierer vor der Tür. Was tun?

Man stellte einen Besen aus Reisigholz kopfüber vor die Haus- oder Stalltür. Damit wollte man eben nicht nur Sturm, Hagel und sonstige Unwetterschäden „abhalten“, sondern auch einen Abwehrzauber gegen „Hexen“ und Schadensmagie sowie gegen Diebe betreiben.

Daß solche Abwehrmittel  aber  s e l b e r  magisch sind bzw. sich auf einer abergläubischen Ebene befinden, wurde weitgehend verdrängt. (Auch die sog. „weiße“ Magie ist ja magisch, nicht nur die offensichtliche Schwarzmagie, bei der man immerhin weiß, woran man ist!)

Mitunter wurden Besen nicht nur an der eigenen Haustür abgestellt, sondern an den Wänden kleiner Dorfkirchen und Kapellen. Manchmal waren es sog. „Pestkapellen“, die aus Dankbarkeit errichtet wurden, wenn eine Ortschaft ganz oder größtenteils von der Pest verschont blieb. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, im Gegenteil. P1020947 - Kopie

Wer die Seuche als Betroffener überlebte, „opferte“ dafür symbolisch einen Besen als Reinigungsgerät, weil man ja von der Pest „gereinigt“ wurde. Das kann man noch als bloße Symbolhandlung verstehen.

Übergang vom Besen-Symbol zum Besen-Kult:

Es blieb aber nicht immer bei harmlosen Anfängen. Nach einiger Zeit machte sich ein geradezu magischer „Besenkult“ breit  –  und das Ende vom Lied war der Besen als Abwehrzauber gegen „Hexen“ oder böse Geister bzw. Dämonen (evtl. verbunden mit der Wahnvorstellung vom „bösen Blick“).

In manchen Gegenden  – vor allem im ländlichen Raum –   glaubte man: Wenn ein Besen, der in der Nähe der Tür angelehnt war, umfiel, war die Frau (oder der Mann), welche(r) als nächste(r) hereinkam, angeblich eine Hexe bzw. ein Hexenmeister. (Auch verdächtigte Männer wurden während des Hexenwahns verfolgt, wenngleich bei weitem nicht so häufig.)

Hier kamen altgermanische, heidnische (!) Vorstellungen zum Vorschein, die trotz der Christianisierung unseres Volkes nicht vollständig überwunden wurden. Glaube und Aberglaube, tiefe Volksfrömmigkeit und Magie liegen mitunter „haarscharf daneben“, deshalb gilt mit Recht das Prinzip: Wehret den Anfängen!

Grenzwertig ist es schon, wenn man glaubte, durch den Gang zu einer speziellen Besenkapelle von bestimmten Krankheiten wie Furunkeln oder Karbunkeln geheilt zu werden (so zB. bei einer Besenkapelle in der Nähe von Wolfegg im Vorallgäu). Warum mußte es  – so fragt man sich – denn unbedingt gerade eine „Besenkapelle“ sein?

Als weiteres Beispiel sei die Besenkapelle im oberschwäbischen Haisterkirche bei Bad Waldsee erwähnt  – genau heißt sie eigentlich St-Wendelinus-Kapelle, benannt nach dem irischen Missionar Sankt Wendelin. Noch bis vor 50 Jahren haben Leute dort um die Kapelle herum ihre Reisigbesen hinterlassen, vereinzelt auch noch danach.

Die lokale „Bildschirmzeitung“ schreibt hierzu Folgendes:

„Wer unter Hautauschlägen, Geschwüren, Warzen litt, konnte von seinen Leiden befreit werden, wenn er bei der Wendelinuskapelle – im Volksmund auch „Besenkapelle“ genannt – heimlich einen Reisigbesen ablegte.

Als einmal ein Pfarrer von Haisterkirch zu Beginn des letzten Jahrhunderts gegen diesen Aberglauben von der Kanzel wetterte und danach als Beweis alle Besen einsammelte, wollte es das Ungemach, dass er wenige Wochen später ein „Oisa“ (Abszess) ins Genick bekam. Für die Bevölkerung war dies eine deutliche Bestätigung ihres Aberglaubens und die Besenablegerei florierte noch mehr. Kaum jemand machte sich Gedanken darüber, dass sich der Pfarrherr aufgrund des Reibens am damals üblichen Stehkragen ganz einfach infiziert hatte.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Felizitas Küble, Dr. Bernd F. Pelz