Hesemann wirbt wieder für Heroldsbach

Von Felizitas Küble

Der katholische Schriftsteller und Historiker Dr. h.c. Michael Hesemann schaukelt nach wie vor in schillerender Weise zwischen Glaube und Aberglaube hin und her.
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Hatten es ihm früher etwa die UFO-Phänomene angetan, so waren es danach und bis heute vor allem wundersame religiöse Geschehnisse und inbesondere Marienerscheinungen, wobei es für den schreiblustigen Autor keine ernsthafte Rolle spielt, ob die betreffenden Privatoffenbarungen kirchlich anerkannt sind oder nicht.
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Von Garabandal über Sievernich bis hin zu Heroldsbach wird alles Mögliche und Unmögliche gerne bejubelt  – wobei zu beachten ist, daß gerade die „Marienerscheinungen“ in der fränkischen Ortschaft Heroldsbach besonders strikt abgelehnt wurden – bis hin zur Exkommunikation der Sehermädchen in den 50er Jahren.
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Das kirchliche NEIN   – das vom Bamberger Ortsbischof bis hinauf zu Papst Pius XII. reichte  –  war auch inhaltlich-theologisch berechtigt. Wir haben dies mehrfach ausführlich begründet, u. a. mit einem Beitrag des Priesters Prof. Dr. Albert Mock:  https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/heroldsbach/
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Am heutigen Dienstag (5.5.) nutzte Hesemann auf dem charismatischen Portal „Kath.net“ die Chance, seinen Nachruf auf die gestern verstorbene Philosophin Dr. Alma von Stockhausen mit seinem Plädoyer für Heroldsbach zu verknüpfen: http://www.kath.net/news/71544
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Anlaß für diese Verquickung war die Tatsache, daß die hochbetagte Professorin ihre letzten Lebenswochen in dieser Pfarrgemeinde verbrachte, in welcher ihr Bruder Dietrich v. Stockhausen jahrzehntelang als Leiter des dortigen Gebetszentrums wirkte.

Eine freundliche Würdigung der zweifellos hochgradig gelehrten Alma v. Stockhausen, die ich selbst seit vierzig Jahren durch ihre Vorträge kannte, ist sicher berechtigt.

Allerdings klingen manche Passagen in Hesemanns Nachruf wie eine vorzeitige Heiligsprechung, zumal er versichert, er sei Zeit seines Lebens  „keiner weiseren, gütigeren, frömmeren, ja heiligmäßigeren Frau begegnet“: „Sie lebte und starb wie eine Heilige“ und sei daher jetzt „zum HERRN heimgekehrt“, wo sie die „Wahrheit Gottes schaut“.

Am Schluß nutzt der Verfasser die Gelegenheit, erneut auf Heroldsbach zu verweisen: „…dort, wo sich zwischen 1949 und 1952 der Himmel weit öffnete und den sieben Sehermädchen die Gottesmutter, Christus und viele Heilige und Engel erschienen“.

Davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein.

Derselbe Historiker, der in seinen Büchern und Vorträgen Papst Pius XII. gegen falsche Vorwürfe verteidigt (siehe Buchtitel), sollte auch zur Kenntnis nehmen, daß die Ablehnung der „Botschaften“ von Heroldsbach von Papst Pius XII. selbst approbiert (gebilligt) wurde, indem er ausdrücklich ein entsprechendes Dekret der vatikanischen Glaubenskongregation (damals „Hl. Offizium“ genannt) bestätigte.

HIER ein sachlicher, ausgewogener Nachruf auf die Philosophin: https://www.kathnews.de/ein-nachruf