Die Eucharistie: eine „Arznei zur Unsterblichkeit“ – kein Heilmittel für jeden

Uwe C. Lay zur Debatte um Geschieden-Wiederverheiratete

Wer Kinder zuhause hat, der schließt sein Medikamentenschränkchen sorgfältig ab. Was für ein Unglück, wenn die Kleinen  –  „Schau die bunten Smarties und die vielen Säfte in so niedlichen Fläschleins!“ –  den Schrank ausräubern. Medikamente sind keine Süßigkeiten, aber wenn das die Kleinen merken, könnte es schon zu spät sein: Vergiftung, vielleicht sogar eine tödliche. 

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Eine Medizin ist etwas Gesundmachendes, wenn es richtig angewendet wird. Das eine Mittel, gemäß der Vorschrift des Arztes eingenommen, entfaltet eine heilende Wirkung  –  aber unsachgemäß eingenommen kann es schlimmste Folgen zeitigen.

Je wirksamer ein Medikament ist, desto destruktiver ist es auch, falls es vorschriftswidrig eingenommen wird. Die in einer Medizin schlummernde Kraft kann sich also zum Positiven wie zum Negativen realisieren: Schwache Medizin setzt wenig Kraft frei (sei es zum Positiven wie Negativen), starke hingegen viel Kraft.

Es soll nun von der stärksten auf Erden bekannten Medizin die Rede sein: der „Arznei zur Unsterblichkeit“.

In der frühen Kirche verkündete man es so: Jesus Christus hat für uns kranke/sündige Menschen die beste aller denkbaren Heilmethoden bereitet, sein geopfertes Fleisch und Blut, auf daß wir gesunden und von der Krankheit zum ewigen Tode befreit werden!

Gottes Medizin für unser Heil

Das Sakrament des Altares ist die Medizin Gottes für uns Kranke – und die Kirche ist die Apotheke, in der dies Heilmittel ausgeteilt wird. Diese Medizin muß wie jedes Medikament nach Vorschrift eingenommen werden, damit sie wirklich eine Heilung hervorbringt, denn unsachgemäß eingenommen bewirkt sie Unheil. 5d56a7150a

Erschüttert muß der hl. Völkerapostel Paulus feststellen (vgl. 1.Kor 11, 17-34), daß in der korinthischen urchristlichen Gemeinde die Eucharistie nicht gemäß dem Willen des Heilandes gefeiert wird.

Ja, Christen starben (den geistlichen Tod) infolge eines unsachgemäßen Umganges mit der Eucharistie: sie starben sozusagen an Eucharistievergiftung, wie Menschen auch an einer Tablettenvergiftung sterben können. Energisch wird der Ton des Apostels: er muß die Gemeinde zur rechten Ordnung zurückrufen.

Was ist die rechte Ordnung für die Spendung des Altarsakramentes?

Diese Frage muß die Kirche verbindlich beantworten, damikleines-ritualet diese Medizin namens Altarsakrament den Empfängern nicht zum Unheil gereicht. Sie bewahrt diese sakramentale Medizin im Tabernakel auf und teilt sie nur so aus, daß sie zum Heil und nicht zum Unheil wirkt.

Heil oder Unheil, Segen oder Fluch

Ja, man kann sich in der Eucharistie  –  wird sie sakrilegisch als „Gottesraub“ empfangen  –  wahrlich in die Hölle kommunizieren. So wirksam ist die Kraft dieses Sakramentes zum Unheil, denn recht empfangen eröffnet sie uns ja das Tor zum Himmel.    

Wem darf die Kirche also, um solches Unheil zu verhindern, dieses Heilssakrament nicht spenden?

Eindeutig lehrt hier die Kirche, daß Geschieden-Wiederverheiratete die hl. Kommunion nicht erhalten dürfen, weil sie diese nur zum Unheil empfangen könnten. Es wäre verrückt, einer Mutter, die ihren Kindern nicht ihre Herztabletten zum Naschen austeilen will, einen Mangel an Liebe zu ihren Kindern vorzuhalten.

Aber unserer Mutter Kirche werfen Gläubige landauf-landab einen Mangel an Barmherzigkeit vor, wenn sie Menschen, um sie vor einer Eucharistievergiftung zu bewahren, dieses Heilssakrament nicht spendet!

Ohne im Rahmen dieses Beitrags die katholische Lehre zum Sakrament der Ehe entfalten zu können, ist eines doch klar:

Es gibt keine legitime Scheidung einer sakramental gültig geschlossenen Ehe. Wer sich durch ein weltliches Gericht scheiden läßt, gilt vor den Augen des Staates als geschieden. In den Augen Gottes besteht das Eheband aber weiter.

Wer als Geschiedener wieder heiratet, geht eine unerlaubte (Zivil-)Ehe ein. Er lebt so im permanenten Ehebruch gegen die immer noch gültige (erste) Ehe. 120505184_B_July und Mike draussen

Jenen Katholiken, die im dauernden Ehebruch leben und keine Bereitschaft zur Beendigung dieser schweren Sünde erkennen lassen, darf die Kirche keine Eucharistie austeilen, weil diese Menschen sie für sich nur zum Unheil empfangen könnten. 

Das Bußsakrament als Ausweg aus diesem Problem ist hier versperrt, weil zur gültigen Beichte unbedingt die Absicht gehört, die betreffenden schweren Sünden künftig zu meiden. Wo aber jemand hartnäckig darauf beharrt, kann er nicht losgesprochen werden.

Aus Liebe zu solch sündigenden Kindern versperrt Mutter Kirche ihnen daher den Zugang zum Tisch des HERRN, wie jede liebende Mutter ihren Kindern den Medizinschrank verschließt.

Oder sollten wir sagen, daß jeder selbst zu entscheiden könne, ob er dieses heilige Sakrament empfangen dürfe? Man stelle sich vor, der Staat erklärte, daß jeder, unabhängig davon, wie viel Alkohol er konsumiert hat, selbst zu entscheiden hätte, ob er noch fahrtüchtig ist. Das sei ferne! Es gibt eben objektive Kriterien, ab wann jemand nicht mehr fahrfähig ist.

Ähnlich ist es auch mit der Eucharistie: wer in der Sünde des Ehebruchs lebt,  ist objektiv nicht befähigt, das Altarsakrament zu seinem Heil zu empfangen. Das Gewissen kann sich dabei sehr wohl irren  – wie auch Alkoholisierte ihr Fahrvermögen völlig irreal einschätzen können.

Aber um des Heiles der Seelen willen muß die Kirche ihren Gläubigen, die sich im Stand der schweren Sünde befinden, die hl. Kommunion verweigern, denn: „Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des HERRN trinkt, der macht sich schuldig am Leib und Blut des HERRN“, schreibt auch für uns heute der Völkerapostel Paulus.

Uwe Christian Lay ist katholischer Publizist, Konvertit und früherer evangelischer Vikar


Regensburg: Eucharistische Anbetung mit dem Bischof am Sonntag im Dom

Am kommenden Sonntag, den 2. Juni, wird im Dom St. Peter in Regensburg eine Pontifikal-Vesper mit Bischof Rudolf Voderholzer gefeiert. Das Altarsakrament bzw. die Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten wird im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen. 1521 - Kopie (2)

Beginn ist um 17 Uhr, Anlaß ist das Jahr des Glaubens, das in diesen Monaten begangen wird.

Der Päpstliche Rat für die Neuevangelisation hatte die Bischöfe in der ganzen Welt kürzlich gebeten, parallel zu einer eucharistischen Anbetungsstunde mit Papst Franziskus im Petersdom in Rom ebenfalls in ihrem Bistum eine Anbetung zu halten.

„Diese Stunde von weltweiter Bedeutung soll eine Geste geistlicher Gemeinschaft sein“, schrieb Franziskus.

In Regensburg sind alle Gläubigen herzlich eingeladen, an diesem eucharistischen Gottesdienst teilzunehmen.

Quelle: Bistum Regensburg (Pressestelle)


Warum keine Kelch-Kommunion in der katholischen Kirche?

Unter  Katholiken ist es üblich, daß sie allein die hl. Hostie empfangen, ohne daß ihnen der Kelch gereicht wird, wobei der sog. „Laienkelch“ nicht grundsätzlich verboten, aber auch nicht der Regelfall ist.  Zu besonderen Anlässen kann die Kelchkommunion gereicht werden,  zB. bei Trauungen oder Exerzitien.

Zudem hat die Kirche mitunter auch ganzen Gruppierungen und Bewegungen  eine Ausnahmeregelung für den Kelch gewährt, z.B.  im Mittelalter gegenüber jenem gemäßigten Teil der Hussiten, der wieder in die katholische Kirche zurückkehrte, ebenso den mit Rom verbundenen Ostkirchen.

Bei den protestantischen Konfessionen wird den Gläubigen das Abendmahl hingegen so gut wie immer unter beiden Gestalten gereicht.

Welche Gründe hat nun die katholische Kirche für ihre andersartige Praxis? 5d56a7150a

1. Christus ist sowohl in der Gestalt des Brotes als auch in jener des Weines jeweils ganz gegenwärtig. Um Christus zu empfangen, genügt also die Kommunion unter einer Gestalt. Christus verkündete das selbst mit den Worten: „Wer von diesem Brote ißt, wird leben in Ewigkeit!“ (Joh 6,51).   –  Auch der hl. Apostel Paulus bestätigt es  (vgl. 1 Kor 11,27).

2. Der bekannte Kirchenschriftsteller Tertullian bezeugt bereits im 2. Jahrhundert den damaligen Brauch, wonach den Kranken die hl. Kommunion allein in Form des Brotes gereicht wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Praxis zur Regel, nachdem die Zahl der Gläubigen stark zunahm. Hygienische Gründe und die Gefahr der Verschüttung des hl. Blutes kamen hinzu, außerdem das Problem, das hinsichtlich der (ehem.) Alkoholiker besteht.

Grundsätzlich gilt also:

Christus ist in der hl. Hostie nicht allein mit seinem verherrlichten Leib wirklich und wahrhaft zugegen, sondern als lebendige Person mit Leib und Seele, mit seiner Gottheit und Menschheit.   –  Papst Paul VI. formulierte es so: “Christus ist im hl. Altarsakrament so gegenwärtig, wie er im Himmel ist.“

Jesus hat bei seiner Auferstehung seine menschliche Natur (Leib und Seele) keineswegs aufgegeben, sondern behalten  –  und das wird für immer so bleiben. Sein irdischer Leib wurde nicht etwa aufgelöst, sondern umgewandelt (verklärt), so wie es bei unserer Auferstehung einst auch geschehen wird.

In der hl. Hostie ist somit der ganze Christus als Gott-Mensch persönlich zugegen. Diese Auslegung findet ihre Berechtigung  auch in der Verheißung des HERRN: „Wer mich ißt, wird ewig leben!“ (Joh 6,57).

Als Christus beim  Abendmahl sprach: „Das ist mein Leib“, bedeutete es nach damaligem Sprachgebrauch: Das bin ich selbst als ganze Person  –  also nicht etwa allein mein „Geist“.  Unser Erlöser hat seinen Leib auch deshalb betont, um deutlich zu machen, daß er nicht nur sinnbildlich gegenwärtig ist.   

Felizitas Küble

Foto: Wallfahrtsort Maria Vesperbild