Münsteraner Kreis kritisiert widersprüchliche Haltung der Uni München zur Homöopathie

Stellungnahme des Münsteraner Kreises (Ärzte-Vereinigung gegen „Alternativ-Medizin“):

Das Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität in München distanziert sich von der Homöopathie und hält dennoch in Patientenversorgung und Forschung an ihr fest

Seit kurzem findet sich auf der Homepage der zur LMU gehörenden Haunerschen Kinderklinik folgendes Statement:

„Die Homöopathie ist eine höchst umstrittene komplementärmedizinische Methode. Die Vereinigung der Wissenschaftsakademien der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EASAC) hat mahnend darauf hingewiesen, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente gibt. […] Die Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital unterstützt die Inhalte dieser Publikation.“

Das klingt eindeutig. Die Information endet freilich wie folgt:

Angesichts der Wünsche vieler Eltern setzen wir uns aber auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Homöopathie und anderen komplementärmedizinischen Therapien ein.

Eine Universität, die in Patientenversorgung, Forschung und Lehre wissenschaftlichen Grundsätze verpflichtet ist, widerspricht sich selbst, wenn sie an einer wissenschaftsfremden Glaubensrichtung wie der Homöopathie festhält.

Im Rahmen des Projekts Integrative Pädiatrie werden, so deren Leiterin Frau Dr. Siegrid Kruse, am Haunerschen Kinderspital inzwischen „von allen Stationen und Abteilungen der Klinik, jährlich insgesamt ca. 1000 Patienten“ homöopathisch behandelt.

So  stellte Frau Dr. Kruse der Öffentlichkeit 2017 u.a. in der „Allgemeinen Homöopathischen Zeitung“ die Ergebnisse einer eigenen Beobachtungsstudie zum ergänzenden Einsatz von Homöopathika bei 20 Kindern vor, die an dem Prader-Willi-Syndrom leiden, einer schweren, chromosomal bedingten Erkrankung.

Kernergebnis laut Frau Dr. Kruse: „Unter homöopathischer Therapie verbesserten sich 17 von 20 Kindern in verschiedenen Bereichen.“ – Die Aussage ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht nur erkennbar wertlos, die Studie hätte überhaupt nicht durchgeführt werden dürfen. Es stellen sich hierzu grundlegende Fragen:

  • Worin wurde die Berechtigung zum Einsatz von Homöopathika bei diesem Krankheitsbild gesehen?
  • Gibt es eine Stellungnahme der Ethikkommission?
  • Wie wurden die Eltern im Rahmen der Einwilligungserklärung über den Einsatz dieser „höchst umstrittenen Methode“ aufgeklärt?

Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob es sich überhaupt um eine neue Untersuchung gehandelt hat oder ob in dem Abstract (eine aktuelle Vollveröffentlichung ist nicht auffindbar) ein Rückgriff auf eine fast identisch erscheinende ‚Beobachtungsstudie‘ aus dem Jahr 1997 stattfand.

Der Münsteraner Kreis ist der Ansicht, dass die LMU ihrer Reputation als internationale wissenschaftliche Forschungsinstitution nur gerecht werden kann, wenn sie sich vom Einsatz der Homöopathie in der Patientenversorgung trennt.

Ebenso muss in der Lehre über die häufig fehlende wissen¬schaftliche Fundierung der sogenannten komplementärmedizinischen Verfahren aufgeklärt werden statt diese weiter durch Anhänger der Methoden in Forschung, Klinik und Lehre adeln zu lassen.

Prof. Dr. Norbert Schmacke • Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert • Dr. Christian Weymayr

Quelle: http://www.muensteraner-kreis.de/aktuelles.html


Homöopathie: Warum Dr. Natalie Grams ihre Einstellung grundlegend änderte

Eine Medizinerin denkt um und gibt ihre Praxis auf

Die Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichte am 2. Juli 2015 online einen interessanten Bericht von Birgit Sommer mit dem Titel: Eine Ärztin denkt um: „Homöopathie hat keine arzneiliche Wirkung“.  Mein Buch zum Thema:

Es geht dabei um die Medizinerin Dr. med Natalie Grams; sie wollte, so heißt es eingangs, „ein flammendes Plädoyer für die alte Heilmethode schreiben“, doch nachdem sie sich gründlich mit dem Thema befaßt hatte, wurde daraus „ein ganz anderes Buch“ (siehe Foto).

Die junge Ärztin führte eine homöopathische Privatpraxis in Heidelberg, die erfolgreich lief. Bei ihren wissenschaftlichen Nachprüfungen wurde der Ärztin immer klarer, „dass die meisten von Hahnemanns Ideen heute wissenschaftlich widerlegbar sind“, wie die Tageszeitung berichtet.

Frau Grams erlebte viele schlaflose Nächte; sie gab ihre Praxis auf, kümmert sich nun um ihre drei Kinder – und plant, sich zur Fachärztin für Psychosomatik weiterzubilden.

Auf die Frage nach dem vor allem in Esoterik-Kreisen weitverbreiteten Spruch „Wer heilt, hat recht“ antwortet sie:

„Ich will nicht bestreiten, dass die Homöopathie eine Wirkung hat – nur sicher keine arzneiliche Heilwirkung. Wirksam ist etwas, das man unter objektivierbaren Bedingungen reproduzieren kann. Bei der Homöopathie geht eine Wirksamkeit unter solchen Bedingungen nicht über ein Placebo hinaus. Was nicht verwunderlich ist, da ihre Medikamente nichts enthalten.“

Über ihre Recherchen teilt sie den Lesern mit:

„Ich habe mich ein Jahr lang damit beschäftigt, wie man Studien aufbaut und interpretiert und was bei der Potenzierung der Heilsubstanzen wirklich passiert, aber auch mit vielen Wissenschaftlern über die Theorie der Homöopathie gesprochen.“

Das erwähnte Buch der Ärztin: http://www.amazon.de/Hom%C3%B6opathie-neu-gedacht-Patienten-wirklich/dp/3662453363/ref=cm_rdp_product

Blog der Ärztin: http://homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.de/2015/07/was-hat-mich-uberzeugt-mit-der.html

Das lesenswerte Buch ist offenbar in mancherlei Hinsicht noch nicht skeptisch genug, wie in dieser Amazon-Rezension erläutert wird: http://www.amazon.de/review/R1HAD646PZ40BX/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=3662453363&channel=detail-glance&nodeID=299956&store=books

HINWEIS: Die Journalistin Maria Amrhein hat ebenfalls ihre Meinung zur Homöopathie geändert: http://www.cicero.de/salon/das-geschaeft-mit-globuli-aberglaube-heilt-nichts/59547

 


NRW-Ministerin Barbara Steffens für kritische Auszeichnung „Goldenes Brett“ nominiert

Erklärung der „Gesellschaft für kritisches Denken“ in Wien:

Die Jury hat in sorgfältiger Abwägung die Top 3 Anwärter ausgewählt und darf nun verkünden, wer sich im Rennen um die Trophäe gegen die anderen Einreichungen durchgesetzt hat und mit besonderer Skur­ri­li­tät aufgefallen ist:

Barbara Steffens

Die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen ist eine deklarierte Anhängerin von Alternativmedizin  –  damit ist sie nicht alleine.

Besonders problematisch ist allerdings, dass sie als Politikerin die Alternativmedizin auch an Universitäten verankern will. Außerdem ist sie der Meinung, dass Alternativmedizin nicht nach den üblichen wissenschaftlichen Wirksamkeitskriterien beurteilt werden kann  –  eine Sichtweise, die jeden rationalen Diskurs über Alternativmedizin unmöglich macht.

Quelle und Vorstellung weiterer potentieller „Preisträger“ hier: http://www.goldenesbrett.at/


Kritischer FOCUS-Report zu Alternativmedizin, Homöopathie etc.

Erfreulich kritisch fällt die aktuelle Focus-Titelgeschichte (Nr. 38/13) zum Thema “Sanfte Medizin” aus.

„Heilung oder Humbug?” ist der Artikel überschrieben. Schon im dritten Absatz wird World Skeptics Congress-Referent Prof. Jürgen Windeler vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zitiert:

„Für sogenannte alternativ-medizinische Verfahren [liegen] Wirksamkeitsnachweise nicht vor oder sind gescheitert.”

Anstatt der üblichen Jubel-Berichte über außergewöhnliche Heilerfolge der “Alternativen” liest man im Weiteren von absurden Diagnosen und ebensolchen Therapieempfehlungen. Und von Patienten, die sich heute wundern, “an was sie sich in ihrer damaligen Verzweiflung” klammerten.

Beda Stadler, Professor und Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, erklärt dazu: „Schwindelerregend viele Studien sind zu alternativen Heilverfahren, insbesondere zur Homöopathie, gemacht worden. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Homöopathie wirkt.”

Dem widerspricht natürlich Cornelia Bajic vom Deutschen Zentralverein homöopatischer Ärzte (DZVhÄ), allerdings berückend substanzlos.

Die DZVhÄ-Vorsitzende verweist auf eine ADHS-Studie des Schweizer Kinderarztes Heiner Frei. Was es damit auf sich hat, kann man im Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie nachlesen.

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels hier: http://blog.gwup.net/2013/09/16/alternativmedizin-im-focus/


Buch-TIP: „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme“ von Dr. Norbert Aust

Rezension von Cordula Mohr

Dieses kritische Buch ist ausgezeichnet geeignet für jeden, der etwas mehr über Homöopathie wissen möchte. Die Lektüre hat sich für mich sehr gelohnt, da ich mich schon lange für die angebliche Wirksamkeit dieser Globulis interessiere. 

Besonders positiv sind die zigfachen Beispiele des Autors, die dem Leser verdeutlichen, wie weit das jeweilige Mittel potenziert ist. Jedoch reichte nachher mein Vorstellungvermögen bei den hohen Potenzierungen nicht mehr aus. Auch die Cluster-Geschichte erklärt der Verfasser gut.

Der Leser benötigt viel Phantasie, um den unvernünftigen Behauptungen der Homöopathen überhaupt folgen zu können. 
Schön an dem Buch ist, dass es sich sehr um Objektivität bemüht und letztlich offen lässt, ob es ggf. doch noch einen Beweis für die Wirksamkeit dieser Alternativ-„Medizin“ geben könnte.

Sicherlich ist zunächst unbestritten, dass Homöopathen durchaus Erfolge und Genesungen feststellen können, jedoch beruht dies nicht auf der Wirksamkeit der Kügelchen selbst. Der Autor behandelt hauptsächlich Globulis und Fläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Er zeigt in der Mitte des Buches anhand zahlreicher Beispiele, wie stark diese Mittel potenziert sind: Besonders bei über D9, C10 oder noch mehr reicht die normale Vorstellungskraft kaum aus. Daher das Fazit eines gesunden Menschenverstandes: Globulis enthalten überhaupt keinen Wirkstoff.

Sodann beschreibt Dr. Aust das Verschütteln und die Cluster-Theorie. Auch diese homöopathischen Thesen kann man nicht ernsthaft glauben, wie der Autor mit einleuchtenden Beispielen aus dem Leben und der Naturwissenschaft aufzeigt. Er befaßt sich auch mit der Quantenphysik , da viele Homöopathen auf dieser Ebene einen Wirkungsmechanismus beweisen wollen.

Interessant auch, daß der Verfasser auf den ersten Seiten  und zwischendurch geschichliche Hintergründe aus Hahnemanns Zeiten anführt. So gewinnt man einen guten Einblick , was damals in der klassischen Medizin los war. Dadurch merkt der Leser schnell, warum Hahnemann  –  der Begründer der Homöopathie  –  damals überhaupt Heilerfolge erlangen konnte, denn die Patienten wurden brachial behandelt und viele  Menschen hatten gründliche Angst vor dem Arzt oder Bader.

CORDULA MOHR

CORDULA MOHR

Ein moderner Ratgeber für Homöopathen empfiehlt, durch Gespräche mit dem Kranken herauszufinden, welches Pflänzchen man ihm geben könnte, natürlich stark potenziert.  So werden den Patienten mehrere Heilmittelbezeichnungen vorgesagt  –  und der Klang der Namen erweckte angeblich die Lebenskräfte (dies sei ebenso bei Tieren anzuwenden).

Laut jenem Lehrbuch sollen der Patient und der Homöopath intuitiv entscheiden, wo jeweils am besten auf den Klang reagiert wurde; entsprechende Globulis werden dann herausgesucht.

Was mich auch äußerst stutzig gemacht hat: Dass Hahnemanns „Therapie“ keine Zusammenarbeit mit der klassischen Medizin vorsieht. Warum gibt es dann so viele Ärzte, die auf diese  –  offensichtlich auf dem Placebo-Effekt aufgebaute   – Sache  anspringen? Der Autor vermutet, daß es dabei auch ums Geld geht, was zusätzlich verdient wird.

Lehrreich für jeden medizinisch Interessierten sind zudem die in der zweiten Hälfte des Buches aufgeführten Untersuchungen, deren Ergebnisse mit Hilfe statistischer Analysen zustandekamen,  die von Forschern erstellt wurden, die den Globulis nahestanden.  –  Dr. Norbert Aust wertet die angeblichen Erfolgsraten nüchtern aus und führt sie auf den Boden der Wirklichkeit zurück.

Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass das fundierte Sachbuch auch humorvolle Seiten aufweist. Herzlich musste ich über das Rezept für „Globulis zum Selbermachen“ lachen. Angenehm aufgefallen ist mir, dass Dr. Aust fair argumentiert, nicht überheblich schreibt und daß er Hahnemann und seinen Nachfolgern ihre Erfolge durchaus nicht abspricht.

Die wissenschaftliche Beweisaufnahme des Autors hat mir sehr geholfen und meine Vermutung über den Placebo-Effekt „in Sachen Homöopathie“ bestätigt.

Die Kügelchen-Anhänger vergleichen Hahnemann gerne mit Galilei, der ebenfalls ein verkanntes Genie gewesen sei und später anerkannt wurde. Der Autor rückt auch hier durch eine Kurzbiographie Galileis einiges zurecht, was zugleich eine lesenswerte Abwechslung darstellt.

Diese Publikation von Dr. Aust ist als Print-Buch und als eBook erhältlich:
BUCH-Ausgabe: bei Amazon
für Kindle: siehe HIER

andere: http://www.kobobooks.de/search/search.html?q=norbert+aust  

 

Die „Kügelchen“ unter der Lupe: Ärztliche Antworten auf typische Fragen zur Homöopathie

Von Dr. med. Wolfgang Vahle

  1. Sehr oft, wenn die Schulmedizin versagt hat, half den Menschen die Homöopathie, sagen die Anhänger dieser Heilmethode. Warum glauben Sie denen nicht?

    Ich habe keinen Zweifel, dass sich Menschen nach einer Homöopathiebehandlung besser fühlen. Der Zweifel liegt im Kausalzusammenhang. Nicht alles, was „danach“ passiert, ist auch „deswegen“ passiert.  –  Der nächste Punkt ist das „bessere Gefühl“. Ein gutes, ein besseres Gefühl ist zwar viel wert. Das Ziel einer medizinischen Behandlung sollte jedoch die objektive, die körperliche Besserung oder gar Wiederherstellung sein und nicht allein ein gutes Gefühl für eine  –  meistens sehr begrenzte  –  Zeit! Wasser-008-2-4-2

  1. Es gab einige Studien, die den Nutzen der Homöopathie angeblich beweisen. Was sind diese Studien ihrer Ansicht nach wert?
    Die Studien sind nicht mal das Papier wert, auf das sie geschrieben sind. Die Ergebnisse der Studien werden in gleichem Maße schlechter, in dem die Methode besser wird! Studien mit hohen Qualitätsstandards  –  und vor allem Metastudien!  –  zeigen keinerlei Wirksamkeit der Homöopathie. Fehler können auftreten in falschen oder sich ändernden „Endpunkten“, in Verstößen gegen die „intention to treat“-Regel, in mangelnder Randomisierung, in fehlender Verblindung, im Verzicht auf die Placebo-Kontrolle. Und trotz guter Qualität liegt die Irrtumswahrscheinlichkeit bei 5 Prozent!  5 Prozent aller – guten! – Studien können eine Wirksamkeit zeigen, wo keine ist  –  also falsch positive Ergebnisse zeigen. Das würde man herausbekommen, wenn alle Studien veröffentlicht würden und nicht die Studien mit den schlechten Ergebnissen verschwiegen und lediglich die Studien mit den guten Ergebnissen genannt würden. Diese Fehlerform heißt “Publikations-Bias”. Aber schwerer noch als der fehlende Wirksamkeitsnachweis wiegt, dass die Homöopathie aus naturwissenschaftlichen Gründen nicht wirken kann! Während man annehmen kann, dass ein fehlender Nachweis möglicherweise später doch noch gefunden werden kann, kann man sicher sein, dass ein heute physikalisch unmöglicher Effekt nicht morgen physikalisch möglich sein wird! 
  1. Die Homöopathie behandelt Gleiches mit Gleichem. Was ist daran falsch?
    Gegenfrage: Was soll daran richtig sein?  –  Es stimmt nicht! Der homöopathische Grundsatz „Similis similibus currentur“ bedeutet Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. „Gleiches“ in diesem Sinne gibt es nicht. Gerade im Hinblick auf die „Ganzheitlichkeit“, auf die die Homöopathie so großen Wert legt, muss man sagen, dass es zwei genau gleiche Menschen oder zwei genau gleiche Krankheiten nicht gibt. – Ähnlichkeit hingegen ist eine rein menschliche Kategorie. Was ein Mensch als „ähnlich“ ansieht, sieht ein anderer Mensch als völlig verschieden an. Ähnlichkeit ist keine Kategorie in der Natur, keine Kategorie in der Evolution (vom Prinzip des „Mimikry“ mal abgesehen). Ähnlichkeit kann Verwandschaft bedeuten, muss es aber keineswegs.In der wissenschaftlichen Hochschulmedizin gibt es allerdings einen Bereich, in dem der Satz „Gleiches wird durch Gleiches geheilt“ sogar zutrifft: das sind die Impfungen (zu denen auch die Allergieimpfungen zählen). Bezeichnenderweise werden Impfungen und Hyposensibilisierungen (spezifische Immuntherapien) von Homööpathen aber abgelehnt“.

     4.  Immer mehr Ärzte haben eine homöopathische Zusatzausbildung, zahlreiche Prominente schwören auf diese Heilmethode. Kann es denn sein, dass sich so viele Menschen auf dem Irrweg befinden?
Natürlich kann das sein. Die wissenschaftliche Wahrheit findet man durch Forschung, durch Beobachtung, durch Erweiterung der Beobachtung zu einer Theorie und durch Prüfung der Theorie an Voraussagen, an Prognosen. Wissenschaftliche Wahrheit findet man nicht durch Mehrheitsbeschluss – schon gar nicht durch Mehrheiten von Nicht-Wissenschaftlern. Ärzte, die homöopathisch behandeln, handeln im Fall einer homöopathischen Behandlung unwissenschaftlich.

Zwar kann ein Arzt  –  nacheinander  –   einen Patienten wissenschaftlich und den nächsten homöopathisch behandeln  –  aber niemals gleichzeitig. Homöopathie ist Abkehr von der Wissenschaft, Abkehr von der Vernunft, Abkehr von der Ratio! Die wissenschaftliche Medizin ist mit einer Abkehr von der Ratio nicht vereinbar!

Dass es dennoch „Weiterbildungen“ in der Homöopathie gibt, halte ich für ein katastrophales Armutszeugnis der Ärztekammer. Die Medizin als Lehre ist mit der Homöopathielehre unvereinbar; es ist schlimm, dass die Funktionäre der Ärztekammern das wegignorieren – vermutlich einem falsch verstandenen Harmoniebedürfnis den Homöopathen gegenüber geschuldet. Selbst Hahnemann hat die wissenschaftliche Hochschulmedizin und die Homöopathie als miteinander unvereinbar bezeichnet!

Quelle und vollständiger Artikel bzw. Fortsetzung hier:  http://www.hno-vahle.de/10-fragen-an-dr-wolfgang-vahle-deutsche-welle-tv-homoopathie-dreh-dienstag-17-08-2010/