Israel: Uralte römische Straße „zufällig“ bei Bauarbeiten entdeckt

Bei Ausgrabungen der Israelischen Antikenbehörde in der Nähe der Schnellstraße 375 ist eine 2000 Jahre alte, breite römische Straße entdeckt worden. Die Ausgrabungen wurden durchgeführt, weil an der Stelle eine Wasserleitung nach Jerusalem verlegt werden sollte.

„Die Straße war bis zu sechs Meter breit und etwa 1,5 km lang und schloss wahrscheinlich die römische Siedlung beim heutigen Beit Natif an die ‚Imperatorenstraße‘ an, die alle größeren Siedlungen in der Gegend mit Jerusalem verband“, so Irina Zilberbod, die Leiterin der Ausgrabung. Die Imperatorenstraße wurde etwa um die Zeit des Bar-Kochba-Aufstandes (130 – 135 n. Chr.) gebaut.

FOTO: Drei uralte Münzen aus römischer Zeit, darunter eine von Pontius Pilatus (Bild: Israelische Altertumsbehörde)

Zwischen den Pflastersteinen der Straße wurden Münzen entdeckt. Eine von ihnen stammte aus dem Jahr 2 des Großen Aufstandes (67 n. Chr.), eine aus der Umayyaden-Zeit, eine weitere des Präfekten von Judäa, Pontius Pilatus, die von 29 n. Chr. stammte und eine weitere von Agrippa I, die in Jerusalem geprägt wurde.

Die Römer waren die ersten, die in der Gegend befestigte Straßen bauten.

Amit Shadman, der oberste Archäologe für die Region, erklärte: „Die alte Straße verläuft nah am Israel National Trail, und wir glauben, dass Wanderer bestimmt Interesse an ihr haben werden.“

Die römische Straße werde konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin

Advertisements

Israel: Menora und Kreuz (judenchristliche Symbolik) in uralter Zisterne entdeckt

Eine seltene Entdeckung machten Wanderer am vorvergangenen Wochenende, die eine alte Wasserzisterne in der Region Schefela erkundeten. An den Kalkstein-Wänden der Zisterne fanden sie u. a. eine eingravierte siebenarmige Menora (Leuchter) und ein Kreuz.

Engraving of a seven-branched menorah.Die Menora besteht aus einer Basis mit drei Füßen und bildet offensichtlich die Menora ab, die zur Zeit des Zweiten Tempels im Tempel in Jerusalem stand. Ein Kreuz war in der Nähe der Menora eingraviert.

BILD: Menora in alter Wasserzisterne (Foto: Sa’ar Ganor, IAA)

Eine weitere Gravur, die einem Schlüssel aus dem Altertum ähnelt, wurde auf der anderen Seite der Höhle gefunden, neben anderen, die bislang nicht entschlüsselt werden konnten.

Im Umkreis des Fundorts befanden sich Gebäude und Verstecke aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (2. Jh. v. Chr.) und der byzantinischen Zeit.

Quellen: Israelische Altertumsbehörde, israelische Botschaft in Berlin


Israel: Uralte Grabbeigaben mit einzigartiger Skulpur eines Menschen entdeckt

Bei Ausgrabungen in Israel ist ein uraltes Gefäß gefunden worden, das gemeinsam mit Dolchen, Pfeilköpfen und einem Beilkopf wohl als Grabbeigabe für ein hohes Mitglied einer historischen Siedlung begraben wurde.

Gilad Itach, Ausgrabungsdirektor der Israelischen Antikenbehörde erzählt: „Ausgerechnet am letzten Tag der Ausgrabung wurde vor unseren Augen und deren der interessierten [bei der Ausgrabung anwesenden] Schüler ein etwa 18 cm großes, außergewöhnliches Keramikgefäß ausgegraben.

BILD: So sah der Krug aus, als er gefunden wurde (Foto: EYECON Productions, courtesy of the Israel Antiquities Authority)

Darauf befindet sich eine Skulptur einer Person. Es scheint als ob, wie typischerweise, das Gefäß zuerst hergestellt und die einzigartige Skulptur dann später hinzugefügt wurde. Vergleichbares wurde in vorangegangenen Ausgrabungen so noch nie gefunden. Das Level an Präzision und die Sorgfalt fürs Detail bei der Herstellung der fast 4000 Jahre alten Skulptur ist überaus eindrucksvoll.“

Neben dem Keramikgefäß wurden weitere Gefäße und Metallgegenstände wie Dolche, Pfeilköpfe, ein Beilkopf, Schafsknochen und Knochen, die höchstwahrscheinlich von einem Affen stammen, gefunden.

Laut Itach „scheint es als ob diese Objekte Grabbeigaben sind, die zur Ehre eines wichtigen Angehörigen der uralten Gemeinde vergraben wurden. Im Altertum war es nicht ungewöhnlich zu glauben, dass Objekte die neben den Individuen begraben wurden, mit ihnen in die Nachwelt übergehen. Meines Wissens wurde so eine reichhaltige Grabsammlung, gemeinsam mit dem uralten Keramikgefäß, in diesem Land noch nicht gefunden.“

Quelle: Israelisches Außenministerium


Israel übergab zwei uralte archäologische Sarkophage an Ägyptens Botschafter

Das israelische Außenministerium hat zwei antike Funde aus der Pharaonenzeit an den ägyptischen Botschafter in Israel übergeben.

Die beiden Artefakte sind Deckel ägyptischer Sarkophage, die auf illegalem Weg nach Israel gelangt waren. Einer der Deckel stammt aus der Zeit zwischen dem 10. und dem 8. Jahrhundert v. Chr., der andere wird auf das 16. bis 14. Jahrhundert v. Chr. datiert.

BILD: Botschafter Khairat (2.v.l.) und Staatssekretär Gold (2.v.r.) mit den Artefakten (Foto: MFA/Elram Mandel)

Die beiden Artefakte wurden über ein Drittland aus Ägypten nach Israel geschmuggelt, wo sie von der israelischen Antikenbehörde beschlagnahmt wurden. Die Behörde verbrachte sie in ihre Labore, wo die für die Lagerung notwendigen klimatischen Bedingungen gegeben sind.

Die Übergabe wurde ermöglicht durch den dauerhaften Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern und den sich zunehmend intensivierenden Dialog zwischen dem israelischen Außenministerium und der ägyptischen Botschaft in Israel.

Der Staatsminister im Außenministerium, Dore Gold, verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Übergabe dieser antiken Gegenstände ein Wegbereiter für weitere bilaterale Kooperationen auf dem Gebiet des historischen Erbes und andere gemeinsamer Interessensfelder zum Wohl beider Staaten sein könne.

Botschafter Hazem Kairat erklärte, Ägypten schätze die Anstrengungen, die von den israelischen Behörden unternommen werden, um diese geschmuggelten Antiquitäten in ihr Herkunftsland Ägypten zurückzuführen –  und er freue sich auf die Rückkehr weiterer Antiquitäten, die in Israel gefunden wurden.

Quelle: Außenministerium des Staates Israel


„Hexen“-ABC: Vorurteile widerlegt

A wie Altertum:  In der Antike gab es „Hexen“-Verbrennungen allein bei den heidnischen Religionen (auch bei den „alten Germanen“), nicht jedoch im Christentum. Die Vorstellung von „Hexen“ existierte zwar dem Ausdruck nach noch nicht (es gab diesen Begriff erst ab dem 15.  Jahrh.), der Sache nach aber schon, denn es wurden sowohl im Römischen Reich (sog. „Zwölftafelgesetz“, Tafel VIII.)  wie in den germanischen Stämmen die sog. „Schadenszauberer“ verfolgt (männliche ebenso wie weibliche). Vogel-Katze

Hierzu Wikipedia: „Die vorchristlichen Germanen kannten die Verbrennung von Schadenszauberern seit frühester Zeit.“ –  Ursache hierfür war eine „panische“ Angst vor Schwarzmagiern.  (Das Wort „Pan“ stammt übrigens vom griechischen Waldgötzen „Pan“, der Schrecken verbreitete). Das Ergebnis der Zauberer-Verfolgung entdeckten Forscher z.T. bei den sog. „Moorleichen“.

B wie Bibel: Hierzu heißt es bei Wikipedia: „Hexen im Sinne der Frühen Neuzeit kennt die Bibel nicht.“  – Auch der Begriff „Hexe“ kommt in der Heiligen Schrift nicht vor. Gebildete Angehörige des Jesuitenordens wußten, daß der Hexenwahn heidnische Wurzeln hat, weshalb sie gegen den Hexenwahn in der Frühen Neuzeit auftraten, nicht allein der bekannte Pater Friedrich von Spee SJ, sondern schon vor ihm Pater Adam Tanner SJ: http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Tanner

C wie Christentum: Das frühe Christentum kannte im Unterschied zur heidnischen Umwelt keine Verfolgung von „Magiern“.  Wikipedia schreibt: „Die alte Kirche war an Verfolgungen nicht beteiligt und lehnte die mit Hexerei verbundenen Ansichten und Praktiken als Aberglaube (Canon episcopi) ab.“  –  Im frühen Mittelalter bis hinein ins 11. Jahrhundert gab es keinerlei Hexenverfolgung von christlicher Seite. Der Glaube an „Hexen“ und erst recht deren Ermordung bzw. Verbrennung wurde vom Kirchenrecht sogar schwer bestraft, im Mord-Falle mit der Todesstrafe.

Hierzu ebenfalls Wikipedia: „Im karolingischen Frühmittelalter gab es jedoch keine Hexenverfolgung. Karl der Große bestätigte durch das Gesetz den Beschluss des Konzils von Paderborn aus dem Jahr 785: „Wer vom Teufel verblendet nach Weise der Heiden glaubt, es sei jemand eine Hexe und fresse Menschen, und diese Person deshalb verbrennt oder ihr Fleisch durch andere essen lässt, der soll mit dem Tode bestraft werden.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster