Niederlande: Jetzt Straffreiheit bei Euthanasie gegen den Willen des Patienten

In den Niederlanden ist es Ärzten nun erlaubt, Patienten ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung vor der Euthanasie zu betäuben, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Patient „unruhig“ wird, während der Arzt sich anschickt, ihr Leben durch „Sterbehilfe“ zu beenden. 

Die aktualisierte Richtlinie gilt für Patienten, die an Demenz oder einer ähnlichen Erkrankung leiden, wie die Catholic News Agency (CNA) berichtet.

Die überarbeiteten Bestimmungen besagen, dass es für Demenzpatienten „nicht notwendig ist, dass der Arzt mit dem Patienten den Zeitpunkt oder die Art und Weise der Euthanasie vereinbart“.

Das geänderte Verfahren folgt einem Freispruch des Obersten Gerichtshofs vom April 2020 zu folgender Causa:

Dr. Marinou Arends war zunächst wegen Mordes verurteilt worden, nachdem sie 2016 eine Patientin mit fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit „euthanasiert“ hatte. Die Frau hatte zuvor angegeben, dass sie Sterbehilfe wünsche, wenn sie in ein Pflegeheim verlegt werde, änderte aber später ihre Ansicht. Trotz ihres Sinneswandels wurde sie getötet und die Ärztin freigesprochen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/niederlandische-arzte-durfen-aufgeregte-patienten-vor-euthanasie-ruhigstellen-7340


Israel: Warum körperliche und geistige Aktivität vor Alzheimer schützen kann

Forscher entdecken biologischen Mechanismus


Eine Studie israelischer Wissenschaftler zeigt, warum körperliche und geistige Aktivtät dem Ausbruch und dem Voranschreiten der Alzheimer-Krankheit vorbeugen kann. Zugleich lieferten die Forscher Ansätze für eine bessere Behandlung der Krankheit.

Die Untersuchung wurde von einer Gruppe israelischer Wissenschaftler unter der Leitung Dr. Boaz Baraks von der Universität Tel Aviv erstellt und in der Zeitschrift Translational Psychiatry, einer Abteilung des Magazins Nature, veröffenlicht.

Verschiedene Untersuchungen, so Dr. Barak, hätten bereits gezeigt, dass ein Lebensstil, der Körper und Geist fordert, die Entwicklung der Krankheit verlangsame. Gefehlt habe dafür bislang die biologische Erklärung auf zellulärer Ebene.

BILD: Vergleich eines gesunden und eines mit Alzheimer erkrankten Gehirns (Foto: wikicommons)

Die unheilbare Alzheimer-Krankheit befällt meist Menschen jenseits der 65 und geht mit Gedächtnisverlust und einem Absterben von Gehirnzellen einher.

Dabei spielt der nachlassende Austausch zwischen Nervenzellen und dem Gehirn aufgrund der dafür notwendigen, absterbenden Proteine die entscheidende Rolle. Die Produktion eben dieser Proteine wird durch intellektuelle Stimulation und körperliche Aktivtät angekurbelt.

Für ihre Untersuchung verglichen die Forscher nun die Mengen von Mikro-RNA, also der proteinproduzierenden Moleküle, bei gesunden und bei kranken sowie bei besonders aktiven und bei normalen Mäusen.

Dabei zeigte sich: die Molekülketten, die sich durch die Alzheimer-Krankheit oder durch eine anregende Umgebung veränderten, sind auch für die Regulierung der Proteine zuständig, die für die Kommunikation zwischen Nervenzellen und Gehirn sorgen.

Außerdem entdeckten die Forscher eine Reihe von Mikro-RNA-Ketten, die deutliche Veränderungen in der Frühphase des Kranheitsverlaufes aufwiesen. Mit diesen Informationen könnte eine noch frühere Diagnose der Kranheit durch einfache Bluttests möglich werden.

„Diese Ketten waren der Wissenschaft zuvor unbekannt“, erklärt Dr. Barkat, „und sie sind entscheidend für unser Verständnis der Frühphase der Krankheit auf einer zellulären Ebene.“

Es sei möglich, so Dr. Barkat weiter, dass diese Entdeckungen für eine patientenspezifische Behandlung genutzt werden könnten, die das Stadium im Kranheitsverlauf stärker berücksichtige.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin / israelische Zeitung „Haaretz“


Dr. Edith Breburda: Können embryonale Stammzellen neuro-degenerative Krankheiten heilen?

Rinderwahn-, Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen haben die gleiche Ursache

Sind Parkinson-, Alzheimer-, Lou Gehrig’s-Erkrankungen usw. durch humane embryonale Stammzellen therapierbar? Wissenschaftler versuchen jetzt, einen ganz anderen Weg einzuschlagen, um neurodegenerative Erkrankungen zu heilen.

Von Dr. Edith Breburda    Dr. Breburda

Forscher glauben, Ansätze gefunden zu haben, Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Lou-Gehrig’s- Disease therapieren zu können. Hinweise dazu erhoffen sie sich von einer anderen neurologischen Erkrankung, dem Rinderwahn.

Als Rinderwahn bezeichnet man eine Degenerationskrankheit des Gehirns und der Nervenzellen; sie wird durch Prionen verursacht. Krankheiten, die durch Prionen hervorgerufen werden, gehören zum Formenkreis der Spongioformen Enzephalopathien TSE (transmissible spongioform encephalopathies), einer schwammartigen Hirnerkrankung, die mit zentralnervösen Störungen einhergeht und tödlich endet. Sie tritt beim Menschen sowie bei einer Vielzahl von Säugetieren auf.

Prionen sind Proteinpartikel (Eiweißteilchen), die noch kleiner sind als Viren. Prionen findet man hauptsächlich im Gehirn und Nervengewebe. Auch der gesunde Organismus besitzt Prionen, die nach neuesten Erkenntnissen eine wichtige Schutzfunktion für die Nervenzellen ausüben.

Infektiöse Prionen sind anders gefaltet. Die Ansammlung von falsch gefalteten Prionen-Proteinen im Hirngewebe wird für die langsame Zerstörung von Nervenzellen verantwortlich gemacht. Die Zerstörung der Nervenzellen führt zu einer spongioformen (schwammartigen) Hirnerkrankung.

Durch die Verformung werden Prionen hochansteckend und offensichtlich giftig für die Nervenzellen. Prionen verbreiten sich aggressiv von  erkrankten Nervenzelle zu gesunden und bewirken, dass diese auch erkranken (siehe: Verheißungen der neuesten Biotechnologien, Kindle ebook).

Die menschliche Variante der Prionen-Krankheit wird Creutzfeld-Jakob-Disease genannt. Normalerweise besteht keine Verbindung zwischen ihr und anderen neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Lou-Gehrig’s-Disease.

Weltweit leiden hauptsächlich ältere Leute unter diesen Erkrankungen, die vornehmlich den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen. Auch gibt es keine Hinweise darauf, dass Alzheimer, Parkinson oder Lou-Gerhig’s-Disease ansteckende Krankheiten sind, die man auf Gesunde übertragen kann.

Wissenschaftler fanden jedoch heraus, dass die 3 genannten Krankheiten sowie Diabetes Typ-2 zu einer ähnlichen Deformation der Struktur spezifischer Proteine führen. Das Prinzip, welchem erkrankte Prionen folgen, um gesunde Nachbarzellen zu infizieren, scheint auch in anderen neurodegenerativen Erkrankungen vorzuliegen.

Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia injizierten die giftige Variante eines Proteins, welches man mit Parkinson assoziiert, in das Gehirn einer gesunden Maus.

Wie in einem im November 2012 in der Zeitschrift Science publizierten Artikel beschrieben wird, wurden kurz nach der Injektion toxische Proteine in den Gehirnarealen gefunden, die normalerweise Dopamin produzieren. Diese Zellen starben alle ab. Somit wurde die Verbreitung von Zelle zu Zelle offensichtlich, die sich ganz so verhielt wie der Übertragungsmechanismus von Prionen. Die Versuchstiere zeigten die gleichen Symptome, die auch Parkinsonpatienten haben.

Nachdem sich Proteine dreidimensional geformt haben, können sie ganz bestimmte Prozesse im Körper  regulieren. Falten sich die Proteine jedoch falsch, könnte der Körper diese missgefalteten Proteine immer noch abstoßen. Das Alter und andere Faktoren hindern jedoch den Abbau fehlgefalteter Proteine. Zudem verbreiten sich diese toxischen Proteine von Zelle zu Zelle und veranlassen die Fehlfaltung von Nachbarzellen.

Virginia Lee, Leiterin des Forschungsteams und Direktorin des Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen an der Pennsylvania-Universität erklärte, dass ihr Institut bei Mäusen eine Antikörper-Therapie testet, welche die Übertragung des giftigen fehlgebildeten Proteins verhindert.

Wenn sie Erfolg hat, könnte eine Therapie angeboten werden, die Parkinson stoppt. Todd Sherer, Direktor der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research sammelte Wissenschaftler um sich, welche die Fehlfaltung von Proteinen bei neurodegenerativen Krankheiten erforschen.

Ihr Ziel ist es die Übertragung der toxischen Proteine zu unterbinden. Auch bei Alzheimer sieht man fehlgefaltete Amyloid-beta-Proteine, welche die Krankheit durch Zellkontakte verursachen. Die Liste der Krankheiten, die durch missgefaltete Proteine entstehen, ist beachtlich. Zu ihr gehören Arteriosklerose, Katarakt, Mukoviszidose, Lungenemphysem und Amyloid Kardiomyopathie (A. Dockser Marcus, Mad-Cow-Disease May Hold Clues to other Neurological Disorders, 4.12.2012, The Wall Street Journal).

Bisher setzte man ausschliesslich auf humane embryonale Stammzellen, um Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer, Lou Gerig’s zu therapieren. Über Versuche, in denen man undifferenzierte embryonale Stammzellen Affen injizierte, die man vorher in einen parkinsonähnlichen Zustand brachte, waren Tierschützer entrüstet.

Kurze Zeit nach der Injektion wurden die Tiere getötet und die Gehirne histopathologisch untersucht. Aber die erhofften Dopamin-produzierenden Zellen konnten nicht nachgewiesen werden.

Webseite von Dr. Beburda (sie lebt in USA): http://scivias-publisher.blogspot.com/

Gebet, Pflichtgefühl und Disziplin senken Alzheimer-Risiko – Fernsehen erhöht es

1.) Wer regelmäßig betet, senkt um 50% das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Das ergab jetzt eine amerikanisch-israelische Studie. Das Gebet wirkt besonders bei Frauen sehr positiv.

Prof. Yakir Kaufmann, Leiter der neuropsychiatrischen Abteilung des Herzog-Krankenhauses in Jerusalem, sagte hierzu: „Wir haben bei Menschen mit hohem, geistigen Wohlbefinden ein deutlich langsameres Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit festgestellt!“

Quelle (englischsprachig):  http://nocamels.com/2012/08/study-shows-prayer-tied-to-prevention-of-alzheimers/

2.) Eine amerikanische Studie an ca 1000 Ordensleuten hat überdies gezeigt, daß ausgeprägtes Pflichtgefühl und starke Selbstdisziplin das Alzheimer-Risiko ebenfalls erheblich senken:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gehirn/news/alzheimer_aid_134580.html

3.)  Mehrere Untersuchungen  haben zudem nachgewiesen, daß die Gefahr von Alzheimer bei jenen Leuten ansteigt, die in ihrem Leben viel „geglotzt“  haben.

Während das Lesen geistig positiv wirkt, ist dies bei der Mattscheibe anders. Also stimmt der bewährte Spruch: „Lesen bildet, Fernsehen berieselt.“

Durch Fernsehen wird das Gehirn keineswegs aktiviert, sondern vielmehr eher in eine Art Trance versetzt, wie das Ergebnis einer Studie festhält:  „Wenn man fernsieht, dann kann man sich in einem halbbewussten Zustand befinden, bei dem man nichts lernt.“

Näheres hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Fernsehen-foerdert-Alzheimer-Erkrankung-41861.html

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster