Preisgekrönter Film „Amour“ über die ergreifende Alltagsliebe eines alten Ehepaares

Auch katholische Filmkritiker loben Michael Hanekes Film „Amour“ (Liebe, Liebschaft), der bei den Filmfestspielen in Cannes am Pfingstsonntag  die „Goldenen Palme“ errang.

Im Weblog des kath.„Film-Dienst“ ist die Rede von einem „tief berührenden Film über die Liebe und die Vergänglichkeit der menschlichen Natur“.

Im Zentrum der Handlung steht ein alt gewordenes Ehepaar, das sich in berührender Weise in Liebe zugetan ist – erst recht nach einem Schlaganfall der Frau und ihrem Angewiesensein auf den Ehemann.  Mit der Auszeichnung für „Amour“ erhielt Regisseur Haneke erneut die „Goldene Palme“. 2009 war er für „Das weiße Band“ geehrt worden.

Als Grundfrage seines Films „Amour“ bezeichnet Haneke im Gespräch mit der kath. österreichischen Wochenzeitung Die Furche, „wie man mit dem Leiden des Menschen, den man liebt, umgeht“. Das könne „eine bittere Angelegenheit“ sein. Der Anstoß zum Film sei eine Begebenheit gewesen, „die in meiner Familie stattfand und mich berührte“.

Haneke hat die letzten gemeinsamen Wochen des Ehepaares Anne und Georges „mit großer Schwere inszeniert“, heißt es in der „Furche“. Die Filmhandlung ausschließlich in den eigenen vier Wänden der Eheleute anzusiedeln entspreche der Lebensrealität vieler alter Menschen.

„Meine Filme sind offen für Interpretation, auch für religiöse“ sagte der Regisseur bei einem Gesprächsabend im Wiener Otto-Mauer-Zentrum gesagt.  Haneke sieht Berührungspunkte zwischen Kunst und Religion, da der Mensch „Sehnsucht nach Transzendenz“ habe und sich existenziellen Fragen nach dem Woher oder Wohin des Lebens nicht entziehen könne. Doch im Unterschied zu Glaubenstraditionen wolle Kunst „keine Antworten vorgeben“.

Quelle: Radio Vatikan/kap