Dokument: Die Glaubenskongregation zur „Frau aller Völker, die einst Maria war“

Jahrzehntelang haben sich die zuständigen Bischöfe in Holland gegen die Glaubwürdigkeit der „Marienerscheinungen“ von Amsterdam gestellt, ebenso der Vatikan mit der seinerzeit von Kardinal Joseph Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation (dies geschah freilich auch bereits unter seinen Vorgängerpräfekten).

Dennoch trieb die Verehrung der „Frau aller Völker“ nicht nur in Europa, sondern weltweit reichliche Blüten bzw. Sumpfblüten.   

Trotz eindeutiger kirchlicher Ablehnungen hat der niederländische Bischof Punt im Jahre 2002 diese offensichtlich irrgeistige Privatoffenbarung approbiert (genehmigt).

Als Bischof Luis A. Tagle von Imus (Philippinen) am 25. Oktober 2004 bei der römischen Glaubenskongregation u.a. anfragte, was von der Verehrung dieser „Frau aller Völker“ zu halten ist, erhielt er am 20. Mai 2005 von der Glaubenskongregation (CONGREGATIO PRO DOCTRINA FIDEI  = CDF) bzw. Erzbischof Amato eine Antwort, in der kirchliche Besorgnis ausgedrückt wird hinsichtlich jenes bekannten Amsterdamer Gebets, das sich an die sogenannte „Frau aller Völker, die einst Maria war“ wendet. (Einen Monat vor der Briefabfassung war Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt worden; sein Nachfolger als Glaubenspräfekt war Kardinal Levada, dessen Sekretär hieß Erzbischof Amato, der Verfasser des erwähnten Schreibens.)

Unsere holländische Gastautorin Hildegard Alles hat diesen Vorgang und seine irreführende Auslegung durch FaV-Anhänger bereits im CHRISTLICHEN FORUM geschildet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/02/der-vatikan-und-die-anhaenger-der-frau-aller-voelker-die-einst-maria-war/

Wir dokumentieren hier zudem vollständig das Schreiben der Glaubenskongregation (soweit es die Causa Amsterdam betrifft) in einer deutschen Übersetzung von Hildegard Alles; eine autorisierte vatikanische Übersetzung liegt nicht vor. (Linien zur Hervorhebung von uns). Darunter setzen wir den englischen Originaltext:

Eure Exzellenz,

… Hinsichtlich der Verehrung der “Frau aller Völker“ und der Marienerscheinungen, die die verstorbene Seherin Ida Peerdeman erfahren hat, möchte ich Eurer Exzellenz mitteilen, dass, obwohl die genannten Erscheinungen von Seiner Exzellenz, Hochwürden  Joseph Maria Punt, Bischof von Haarlem (Holland) in einer Mitteilung vom 31. Mai 2002 gebilligt wurden, die Kongregation für die Glaubenslehre ihre Besorgnis ausgesprochen hat bezüglich  eines bestimmten Aspekts dieser Verehrung, wobei im öffentlichen Gebet die Heilige Jungfrau Maria angerufen wird als “Frau aller Völker“, „die einst Maria war”.

In der Tat, dieses  Dikasterium hat in einem Brief an Seine Exzellenz, Hochwürden François Bacqué, Apostolischer Nuntius in den Niederlanden, darauf hingewiesen, dass die marianische Verehrung genährt und entwickelt werden muss in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Heiligen Vaters in „Redemptoris Mater“ und „Rosarium Virginis Mariae“ und nicht infolge von Privatoffenbarungen bzw. der Hervorhebung  eines ‘neuen’ Namens, wie ‘Frau aller Völker, die einst Maria war´.

Deshalb wird Eure Exzellenz gebeten, die oben genannten Ratschläge zu berücksichtigen und die Mitglieder der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen darüber zu informieren, dass die Glaubenskongregation keiner katholischen Gemeinschaft Christgläubiger erlaubt, zur  Gottesmutter zu beten unter dem Titel „Frau aller Völker“ mit dem Zusatz „die einst Maria war“. (…)

Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um Ihnen meine aufrichtige Hochachtung auszusprechen und verbleibe mit brüderlichen guten Wünschen, 

Mit freundlichen Grüßen im Herrn
Angelo Amato, SDH, Titular-Erzbischof von Sila, Sekretär

——————————————————————————————————————————————————————————————–

Englisch-sprachiger ORIGINAL-Text:

CONGREGATIO
PRO DOCTRINA FIDEI, 00120 Cita del Vaticana
20 May 2005
Prot. N. 511/93. 242/06 – 21006

Your Excellency,

…With regard to the devotion known as „Lady of all Nations“ and the Marian apparitions experienced by the late visionary Ida Peerdeman, I wish to advise your Excellency that although the said apparitions have received approval from His Excellency, the Most Reverend Joseph Maria Punt, Bishop of Haarlem (Holland), in his communication of 31 May 2002, the Congregation for the Doctrine of the Faith has expressed concern regarding one particular aspect of that devotion whereby official prayers invoke the Blessed Virgin Mary as „Lady of All Nations“ „who once was Mary“.

In fact, this Dicastery, in a letter to the His Excellency, The Most Reverend François Bacqué, Apostolic Nuncio to the Netherlands, has indicated that Marian devotion must be nourished and developed in accordance with the indications given by the Holy Father in „Redemptoris Mater“and „Rosarium Virginis Mariae“ and not according to private apparitions nor according to the emphasis on a „new“ name, such as „Lady of All Nations who once was Mary“.

Therefore, your Excellency is requested to take into consideration the above mentioned advisory and inform the members of Catholic Bishop’s Conference of the Philippines that the Congregation for the Doctrine of the Faith does not permit any Catholic community of Christ’s Faithful to pray to the Mother of God under the title of „Lady of All Nations“ with the added expression „who once was Mary“.

I take this opportunity to express my sincere respect and with fraternal good wishes,
I remain Yours cordially in the Lord
Angelo Amato, SDH, Titular Archbishop of Sila, Secretary

 

Advertisements

Amsterdamer Erscheinung und die kuriose Todes-„Prophetie“ über Papst Pius XII.

Von Felizitas Küble

Die zahlreichen Botschaften der sogenannten Frau aller Völker in Amsterdam füllen ein umfangreiches „Blaues Buch“ (so nennt man es gerne in Anhängerkreisen).

Schaut man sich diese „Offenbarungen“ näher an, kann man sein blaues Wunder erleben: Die Seherin Ida Peerdemann präsentiert sich gerne als Prophetin, die Zukünftiges voraussagt, allerdings gibt sie dies erst bekannt, wenn das Ereignis schon eingetreten ist. 

Eine solche Nachher-Prognose findet der Leser in dem 1967 erschienenen Büchlein „Die Botschaft der Frau aller Völker“ von Pater Hermann Brouwer (siehe Abbildung unten). Der Autor ist ein überzeugter Anhänger der Peerdemann-Visionen und gab die Publikation im Namen des Amsterdam-Komitees heraus.

Auf Seite 20 wird erwähnt, daß Papst Pius XII. (siehe Foto) am 9. Oktober 1958 starb, was immerhin stimmt. Dann heißt es dort, daß die Seherin am 19. Februar 1958, also rund 8 Monate vorher, folgende Botschaft der „Frau aller Völker“ erhalten habe:

„Ich will dir etwas mitteilen, wovon du keinem, selbst dem Sacristan und deinem geistlichen Führer nichts sagen darfst. Wenn es eingetroffen ist, darfst du ihnen sagen, daß die Frau es dir jetzt gesagt hat.

Die Mitteilung lautet: Hör zu, dieser Heilige Vater, Papst Pius XII. wird Anfang Oktober dieses Jahres zu den Unseren aufgenommen werden. Die Frau aller Völker, Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin, wird ihn zur ewigen Freude geleiten.“

Fast möchte man sagen: Es darf gelacht werden!

Welchen Sinn hat solch eine „prophetische“ Botschaft, wenn die Empfängerin sie ohnehin niemandem berichten darf, nicht einmal ihrem Beichtvater bzw. Seelenführer? Was soll also dieser (un)heimliche Zirkus?

Außerdem wirkt die Bezeichnung „Heiliger Vater“ für den Papst bei der (angeblichen) Gottesmutter etwas merkwürdig, denn sie ist als Geschöpf die größte Heilige aller Zeiten, während bei den Päpsten zunächst nur das Amt als solches heilig (da von Christus gestiftet) ist – aber damit nicht automatisch auch der jeweilige Träger des Amtes. 

Noch befremdlicher erscheint aber der Ausdruck, Pius XII. werde dann Anfang Oktober „zu den Unseren aufgenommen“. Warum ist hier nicht von Gott, von Christus, wenigstens vom Himmel die Rede? Was heißt „zu den Unseren“ genau?!

Überdies müßte klar sein, daß die Madonna nicht allwissend ist (im Unterschied zu Gott), also von ihren eigenen Möglichkeiten her nicht vorauswissen kann, wann der Papst stirbt und wie sein ewiges Schicksal aussehen wird.

Darüber kann sie nur Kenntnis erlangen, wenn ihr diese vom Ewigen selbst geoffenbart wird. Aber sollte der Höchste dies etwa deshalb tun, damit Maria diese „heiße Info“ der Dame Ida Peerdemann zu Amsterdam ins Ohr flüstert, die diese Causa aber erst nach Eintreffen der Ereignisse „verkünden“ darf, wenn es ohnehin keinen mehr interessiert?!

Natürlich ist auch der Titel „Miterlöserin“, der in dieser Papst-Tod-Prognose vorkommt, keine amtliche kirchliche Bezeichnung für die Gottesmutter, sondern u.a. eine spezielle Marotte diverser „Privatoffenbarungen“, darunter eben auch jener von Amsterdam. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

 

 

 


Amsterdam und die erste „Erscheinung“ der Frau aller Völker am 25. März 1945

Von Felizitas Küble

Wenn es um die Beurteilung von Privatoffenbarungen geht, ist vor allem der Beginn derselben von Bedeutung, besonders die erste der „Erscheinungen“. Dies gilt auch für die angeblichen Marienbotschaften von Amsterdam, die ab 1945 jahrelang an die niederländische „Seherin“ Ida Peerdemann ergingen. 

Zudem erscheint es sinnvoll, möglichst ältere Druckwerke zu verwenden, weil sich beim Abschreiben von Buch zu Buch sonst allzu leicht Änderungen einschleichen können  – sei es absichtlich oder eher leichtfertig.

Die 48-seitige Broschüre „Die Botschaft der Frau aller Völker“ von Pater Herrmann Brouwer (siehe Abbildung) erschien bereits 1967, als Adresse wird im Impressum die holländische Anschrift eines Komitees „Frau aller Völker“ (Vrouwe van alle Volkeren“) angegeben.

In dieser  –  den Amsterdamer Erscheinungen sehr gewogenen  –  Publikation findet der Leser ab Seite 11 eine Beschreibung der ersten „Botschaft“ jener sogenannten „Frau aller Völker“, wobei es sich hier um einen Marientitel handelt, den es bislang in der Kirche amtlich weder gab noch gibt.

In der Schilderung ist auch Pater J. Frehe erwähnt, der damalige „Seelenführer“ von Ida Peerdemann; er war bei jener ersten Erscheinung am 25. März 1945  – also am Fest der Verkündigung des HERRN und inmitten des 2. Weltkriegs  –  direkt anwesend, ebenso eine Schwester der Visionärin.

Pater Brouwer, der Autor, zitiert nun wörtlich aus dem Bericht der „Seherin“ über ihr damaliges Erlebnis in ihrer Wohnung in Amsterdam; darin heißt es:

„Wir unterhielten uns eifrig, als ich plötzlich…ins andere Zimmer hingezogen wurde. Ich schaute und sah dort plötzlich ein Licht ausstrahlen….Ich stand auf und mußte darauf zugehen….Es war ein Meer von Licht und eine leere Tiefe. Es war kein Sonnenlicht und auch kein elektrisches Licht…Aber es war eine leere Tiefe.“

Zunächst fällt die zweimalige Erwähnung einer „leeren Tiefe“ auf. Zudem „mußte“ Frau Peerdemann dem Licht näherkommen. Offenbar war es nicht ihre freie Entscheidung, sondern sie wurde gleichsam wie magnetisch dorthingezogen.

Derlei Phänomene sind grundsätzlich problematisch, da der wahre Gott die Willensfreiheit des Menschen respektiert, die ER ihm selber verliehen hat.

Zurück zur „leeren Tiefe“; der Fortgang des Berichts lautet: „Und aus dieser Tiefe sah ich plötzlich eine Gestalt hervortreten…, eine weibliche Figur…Sie stand da mit gesenkten Armen und die Handflächen mir zugekehrt.“

Die vermeintliche Madonna kam also wohlgemerkt aus der „Tiefe“ (!) – sicherlich aufschlußreich. Sie hielt die Hände überdies nicht zum Gebet gefaltet, sondern hatte „die Handflächen“ der Seherin „zugekehrt“. In der Schilderung heißt es weiter: „Ich dachte, das muß doch die Heilige Jungfrau sein, etwas anderes ist nicht möglich.“

Damit wurde schon der erste Schritt falsch gesetzt, denn  „etwas anderes“ ist sehr wohl möglich   – zum Beispiel innerseelische Ursachen, Halluzinationen, Wunschbilder, intensive Wachträume, aber auch die Gefahr einer dämonischen Täuschung. Immerhin warnte schon Paulus die Urchristen davor, daß der Satan auch als „Engel des Lichtes“ erscheinen könne.

Das erste Wort der „Figur“ lautet: „Sprich mir nach.“  – Tatsächlich begann Peerdemann, ihr Wort für Wort alles nachzusprechen. Pater Frehe, ihr Beichtvater, und ihre Schwester hatten sich um sie geschart, wie der Bericht schildert: „Ich hörte Pater Frehe sagen: „Was tut sie nun, jetzt wird sie auch noch heilig.“

Das klingt eher ironisch, kann aber auch eine ratlose-überraschte Spontanbemerkung sein.

Danach habe er die Schwester aufgefordert, alle Worte Peerdemanns aufzuschreiben. Sodann habe der Geistliche sie aufgefordert, die Erscheinung zu befragen, wer sie sei:

„Und dann fragte ich:  „Bist du Maria?“ – Die Gestalt antwortete: Sie werden Mich die Frau nennen, Mutter.“ – Und während sie das sagte, lächelte Sie….Da hörte ich Pater Frehe sagen: „Die Frau? Davon habe ich noch nichts gehört, die Frau?“ – Und er und meine Schwester, die alles aufschrieb, begann darauf, laut zu lachen.“

Als die Vision zu Ende war, habe der Priester gefragt: „Wie war das nun eigentlich?“  – Sie habe geantwortet, sie wisse es auch nicht, denke aber, „daß es Maria war“: „Ach“, sagte er, doch weiter gab er keinen Kommentar.“

Der Pater war mit Recht erstaunt und wohl etwas ratlos, weil sich die angebliche Marienerscheinung schlichtweg als „die Frau“ vorstellte (später ergänzt durch den  – in der Kirche ebenfalls neuen – Titel „Frau aller Völker“). Interessant auch, daß die beiden Augenzeugen, der Priester und die Schwester, bei dieser ersten Erscheinung „laut lachten“.

Doch das reicht nicht; der Geistliche hätte die „Seherin“ sofort auf die Gefahr von Täuschungen (sei es von „innen“ oder von „unten“) aufmerksam machen sollen, statt sich mit einem „Ach“ und Gelächter zu begnügen.

Wenn die Sache schon derart fragwürdig anfängt, braucht man sich über den „Rest“ der „Botschaften“ nicht weiter zu wundern.

HIER finden interessierte Leser weiter zwölf kritische Artikel über den Mythos um die „Frau aller Völker“, die angeblich „einst Maria war“: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/amsterdam-frau-aller-volker/

2. Foto: http://www.de-vrouwe.info/

 

 

 


Amsterdamer „Madonna“: Will sie eine Einheit der Menschheit ohne Christus?

Von Felizitas Küble

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (die 1945 begonnen hatten) ziehen weltweit immer mehr Kreise. Zahlreiche Bischöfe und oft über hundert Priester nehmen an dem jährlichen „Gebetstag der Frau aller Völker“ teil, der früher in Amsterdam stattfand, danach passenderweise in Heroldsbach, später in Köln oder Düsseldorf, wo er auch in diesem Jahr demnächst veranstaltet wird.

Dutzende von kirchlichen Würdenträgern senden ein wohlwollendes bis begeistertes Grußwort zu diesem „marianischen“ Kongreß, darunter aus Deutschland seinerzeit z.B. Bischof Walter Mixa, als er noch Oberhirte von Eichstätt war. Besonders eng verbunden mit den Amsterdamer Vorgängen fühlte sich Kardinal Joachim Meisner, der von 2012 bis 2016 mehrfach die Festpredigt bei den „Gebetstagen“ hielt.

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM kürzlich kritisch über das sog. „Gnadenbild“ geäußert, das eine strahlende Frau direkt vor dem Kreuz zeigt (dabei Christus komplett verdeckend), die ihre Füße selbstherrlich auf eine Erdkugel stellt und aus deren Händen (mit Wundmale!) Lichtstrahlen hervorgehen.

Die vermeintliche Gottesmutter und MAGD des HERRN präsentiert sich hier gleichsam wie eine Erdgöttin oder universale Weltenherrscherin. (Näheres dazu HIER)

Die Verdrängung unseres göttlichen Erlösers durch ein Erscheinungsphänomen geht aber nicht „nur“ bildlich vonstatten, sondern auch in Wort und Tat, denn die Frau-aller-Völker-Gebetstage legen größten Wert auf eine vielbeschworene „Einheit“ der Menschheit, wobei sich Christus letzten Endes als entbehrlich erweist, die Taufe ebenso.

Es scheint im Sinne synkretistischer (religionsvermischender) Tendenzen völlig zu genügen, wenn sich die Anhänger verschiedener Religionen (man müht sich besonders um Muslime) zur „Frau aller Völker“ bekennen; eine eigentliche Bekehrung zum Christentum ist dann offenbar nicht mehr vonnöten.

Diese Denkweise ist nicht etwa einer bloß politischen Toleranz geschuldet oder dem Versuch, die massenhaft eindringenden Muslime der letzten Jahre durch besondere Freundlichkeiten dem christlichen Glauben näherzuführen.

Bereits vor 12 Jahren dokumentierte die Erinnerungs-Publikation über den Gebetstag von 2005 (siehe Foto), daß es hier grundsätzlich darum geht, Nichtchristen aus aller Herren Länder zur „Frau aller Völker“ zu führen, wobei Maria nicht mehr – wie sonst üblich –  einen hilfreichen Weg zu Christus darstellt, sondern selber das Ziel darstellt  – und Christus hierbei völlig nebensächlich ist bzw. als interreligiöser Störenfried bisweilen komplett ausgeblendet wird.

Der Hauptredner, Pater Paul Maria Sigl, spricht in seiner Grundsatzrede über alles Mögliche, über Maria, die Erscheinungen von Amsterdam und anderswo, über Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa, über Liebe, Frieden, Freude, vor allem über die „Einheit“ –  nicht etwa „nur“ unter den Christen, sondern zwischen den verschiedenen Religions-Anhängern, über die „geeinte“ Menschheitsfamilie etc.

Wie passend ist es da, daß sich die Erscheinungs-Maria in Amsterdam als „Frau aller Völker“ bezeichnet  –  und nicht etwa als Gottesmutter oder Mutter des HERRN etc., denn dann würde ja das Hindernis CHRISTUS (das Zeichen, dem widersprochen wird!) wenigstens indirekt zur Sprache kommen.

Die Rede des Geistlichen aus Rom ist auf sechs vollen Din-A-4-Heftseiten dokumentiert  –  und nun kommt der Clou, freilich ein trauriger: In der ausführlichen Ansprache  des hochrangigen Pater Sigl (der die ordensähnliche „Familie Mariens“ leitet) kommt das Wort JESUS oder CHRISTUS nicht ein ein einziges Mal vor.

Stattdessen ist in dem Heft mehrfach von einer „wunderbaren Heilung von Muslimen“ die Rede, einer überraschenden Genesung von Krankheiten nach Gebeten zur „Frau aller Völker“, wobei die Betreffenden freilich ihrem Islam weiter die Treue halten  –  das wird anscheinend als selbstverständlich angesehen und jedenfalls mit keiner Silbe bedauert.

Es ist bekannt, daß Maria im Koran eine gewisse positive Würdigung erfährt, freilich nur als Mutter des „Propheten“ Jesus, wobei die Gottheit Christi ausdrücklich bestritten wird.

Wenn gegenüber Muslimen auf die Madonna hingewiesen wird, um einen „Anknüpfungspunkt“ zu haben, dann ist das gewiß in Ordnung  –  aber nur, wenn man dabei nicht stehen bleibt, sondern den Weg zu ihrem göttlichen Sohn aufzeigen will.

Wo dies bewußt unterlassen wird, beginnt im Grunde ein antichristlicher Weg, der nicht etwa dadurch besser wird, indem man ihn mit der Verehrung einer „Frau aller Völker“ bepflastert. Vielmehr ist dies zusätzlich noch eine unzulässige Vereinnahmung der Mutter des HERRN, die von ihrem Sohn nicht zu trennen ist.

Typisch für diese Mentalität ist auch der Bildbericht im vorletzten Blatt dieser Zeitschrift, in dem es heißt, daß zwei indische Frauen auf dem Amsterdamer Gebetstag vor dem „Gnadenbild“ zu tanzen begonnen haben (siehe Foto): „Bewußt wollten sie als Hindus zu Ehren der Mutter aller Völker tanzen.“

Das Problem sind nicht diese Tänzerinnen als solche (die subjektiv sicherlich wohlmeinende Absichten hegen), sondern die gezielt geplante Durchführung und Deutung dieses Gebetstags als Dokumentaton einer „geeinten Menschheit“  – ohne Christus, aber mit einer sogenannten Frau aller Völker…

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Warum die „Erscheinungen“ von Amsterdam auch formal einen Sonderfall darstellen

Von Felizitas Küble

Auf der kath. Webseite Gloria-TV übernehmen User bisweilen Artikel aus unserem CHRISTLICHEN FORUM oder verweisen darauf, wobei es sich häufig um Beiträge über sog. Privatoffenbarungen handelt.  Scannen0004

Jetzt schrieb dort eine „Gerti Harzl“ unter dem ironischen Titel „Was täten wir, wenn wir den Küble-Blog nicht hätten“ in der ihr eigenen Weise bzw. Weisheit über einen unserer Anti-Medjugorje-Berichtesiehe hier: https://gloria.tv/article/snpe4mpmzsXV6Sz4B7QpgBMYU

Das ist nicht weiter bemerkenswert, gäbe es dort unter dem Artikel nicht einen Kommentar eines mir unbekannten „Winfried“, der folgendes zu berichten weiß:

„Frau Küble ist bekannt dafür, dass sie sich bevorzugt gegen nicht-anerkannte Marienerscheinungen wendet, wie z.B. Medjugorje, welches von dem zuständigen Bischof, bzw. der jugoslawischen Bischofkonferenz abgelehnt wurde. Daraufhin fragte ich sie, was es denn mit der bischöflichen Anerkennung von Amsterdam auf sich hätte. Dies sei etwas anderes, sagte sie. Auch ein Bischof [eine Bischofskonferenz] könne irren.“

Dieser Leser wirbelt einige Zusammenhänge durcheinander, vielleicht fehlt es ihm auch an der nötigen Information.

Diese wollen wir für ihn und seinesgleichen gerne nachliefern:Radio Vatikan

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (dort präsentierte sich die „Madonna“ in den 40er und 50er Jahren als „Frau aller Völker“) wurden jahrzehntelang von den zuständigen Ortsbischöfen des niederländischen Bistums Haarlem abgelehnt, außerdem mehrfach von der vatikanischen Glaubenskongregation, so etwa 1974: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/19/vatikan-glaubenskongregation-hat-amsterdamer-erscheinungen-1974-abgelehnt/

Diese Notifikation wurde von Kardinal Joseph Ratzinger am 2.4.1987 erneut bestätigt, indem er die Botschaften der „Frau aller Völker“ ablehnte und ihre Verehrung untersagte.

Bischof Josef Maria Punt gefiel es dann aber im Jahre 2002, sich über den Standpunkt Roms und die kritische Haltung von Vorgänger-Bischöfen hinwegzusetzen und die Erscheinungen der „Frau aller Völker“ zu billigen.

Der Vatikan hat dies gleichsam „geschluckt“, aber immerhin noch die Notbremse gezogen und die von den Amsterdamer Fans propagierte Anrufung der „Frau aller Völker, die einst Maria war untersagt. Es muß laut römischer Verordnung heißen: „…möge die selige Jungfrau Maria…“.

Wer also gerne darauf herumreiten will, daß der gegenwärtige Oberhirte von Amsterdam die Erscheinungen „anerkannt“ habe, sollte nicht verschweigen, daß sowohl die Glaubenskongregation wie auch Amtsvorgänger Punts hierüber ganz anders geurteilt haben.

Weitere Artikel von uns über die Amsterdamer Botschaften: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/amsterdam-frau-aller-volker/


Esoterische Umarmung: Amsterdam, Medjugorje und die „Meister der Weisheit“

Von Felizitas Küble

Der Philosoph und Esoteriker Dr. Heinz Kuhberg aus Nordenau (Sauerland), der sich als „Katholik und Christ“ bezeichnet, schildert begeistert die „globale Wunderlogik“, die er seit Jahrzehnten beobachtet und in diesem 250 Seiten umfassenden Buch zusammenträgt, das im Jahr 2001 im Silberschnur-Verlag erschienen ist. titelbiild

„Die Zeichen mehren sich“, so lautet der bezeichnende Titel, der auf dem Cover ein wundersames „Lichtkreuz“ zeigt, das weltweit immer häufiger bemerkt werde, wie der Verfasser beschreibt.

Der Autor ist Anhänger einer gnostischen Jesus(irr)lehre, wie sie in einigen apokryphen Schriften aus den ersten christlichen Jahrhunderten grundgelegt wurde. (Apokryphen wurden von der Kirche bewußt nicht in den biblischen Kanon aufgenommen, gehören also nicht zur Sammlung neutestamentlicher Schriften.)

Laut jener Gnosis ist Jesus nicht wahrhaftig „ins  Fleisch gekommen“, sondern er lebte auf Erden als Geistwesen  –  nur mit einem Schein-Leib bzw. astralen (feinstofflichen) Körper umhüllt. (Diese häretische Auffassung nennt man kirchlicherseits den „Doketismus“.)  Zu eben diesem Doketismus bekennt sich der Verfasser ausdrücklich (S. 206 – 207).

Dr. Kuhberg listet über hunderten von Seiten die zunehmenden Zeichen und Wunder auf, die sich häufig als „Jesus-Visionen“ oder „Marienerscheinungen“ manifestieren würden.

Die „Meister der Weisheit“ vereinigen die Religionen

Dabei ist er sich zusammen mit dem von ihm vielgelobten britischen Esoteriker Benjamin Creme darüber einig, daß es sich bei diesen Phänomenen in Wahrheit um das Kommen von „Meistern der Weisheit“ handelt, welche als „Lehrer der Menschheit“ auftreten, um ein globales „Friedensreich“ einzuläuten und alle Religionen unter „Maitreya“ zu vereinigen. madonna-medj

Jener „Matreja“ wird als eine Art friedensstiftender Allerwelts-Messias angepriesen, in welchem das Gute aus allen Religionen vereint sei. Dieser „Christus“ sei wie einst der sog. „Meister Jesus“ kein Gott, aber eine überirdische „Wesenheit“.  Soweit dieser typisch esoterische Irrglaube.

BILD: Vielgerühmtes „Wunderfoto“ aus dem Fankreis von Medjugorje  –  Näheres dazu HIER)

Aber nun wird es aufschlußreich:

Der Autor erläutert an zahlreichen Stellen seines Buches, daß die wichtigsten himmlischen „Meister“ folgende drei sind:
1. der „Jesus-Meister“ (im Sinne der oben erwähnten Gnosis)
2. Maitreya – der Allround-Messias für unsere Zeit
3. Zudem jener Meister, „der einst die Mutter Jesu war
(vgl. z.B. S. 233).  Auf diesen Ex-Maria-Lehrer werden die weltweiten Marienerscheinungen zurückgeführt und als wunderbare Manifestation jenes „Menschheitslehrers“ beschrieben.

Dabei erwähnt der Verfasser die Zeitschrift „Share“ des Esoterikers Creme sehr häufig – und er fügt hinzu, daß in diesem seit 1982 erscheinenden Blatt nur solche Wunder-Berichte aufgelistet werden, in denen „die drei Meister ihre „Visitenkarte“ gezeigt haben“. (S. 233).

Der gnostische Meister, „der einst Maria war“

Jener Meister, der „einst die Mutter Jesu war“, erinnert freilich sogleich an die „Erscheinungen“ der sogenannten „Frau aller Völker“ in Amsterdam, die sich dort eben als jene vorstellte, die „einst Maria war“.

Die von der Amsterdam-Vision verlangte Anrufung zur „Frau aller Völker“ enthält jenen Satz („die einst Maria war“), den der Vatikan jedoch kirchlich verboten bzw. umformuliert hat („die selige Jungfrau Maria“).

Mindestens ebenso aufschlußreich sind allerdings die Bezüge zu Medjugorje, das in diesem Buch ebenfalls mehrfach positiv erwähnt wird.

Esoteriker Peterson „tief beeindruckt“ von Medjugorjemedia-372515-2

So heißt es auf S. 158 über Wayne Peterson, einen US-amerikanischen Diplomaten, dem sowohl der Maria-Meister wie auch „Maitreya“ erschienen seien, daß er sich zu einer Fahrt nach Medjugorje entschlossen habe, nachdem er von den dortigen Marienerscheinungen hörte:

„Was er dort erlebte, beeindruckte ihn tief. Aber erstaunt war er, als er mehrere Personen traf, die über Maitreya Bescheid wußten. Das war noch vor 1988. Und sie sagten ihm: Wenn Sie wissen, daß Maitreya der Christus ist, kennen Sie das letzte Geheimnis. Er traf auch eine Person, der die Maria eine Vision gegeben hatte. Und Maria sagte ihr, sie solle das Geheimnis über Maitreya noch für sich behalten.“

Ähnlich heißt es auf S. 208 erneut über Medjugorje als einem „Ort zahlreicher Marienwunder“: „Und dort erfuhr er: „Wenn Sie wissen, dass Maitreya der Christus ist, dann kennen Sie das letzte Geheimnis.“

Bereits vier Jahre nach dem Beginn der Medjugorje-Erscheinungen wurden die dortigen Ereignisse in „Share International“ von Benjamin Creme unter dem Titel „The Madonna von Medjugorje“ positiv gewürdigt: http://www.diewunderseite.de/marienerscheinungen/madonna_of_medjugorje.htm

So  kommt zusammen, was zusammengehört!

PS: Wie beliebt diverse Marienerscheinungen, vor allem aber Medjugorje, gerade bei Esoterikern sind, zeigt zB. diese Verkaufsseite mit „heiligem Wasser“ aus Medju, das als Glasfläschchen für sage und schreibe 90 Schweizer Franken verkauft wird: http://www.esoterik-versand.ch/amulett-heiliges-wasser-medjugorje-p-9348.html

Auch auf diesem esoterischen Blog (der sich mit „katholischen“ Inhalten bzw. Charismatischem und Wundergläubigem vermischt) wird für Medjugorje geworben, das Wasser von dort als „Licht-Wasser“ und „Gnaden-Wasser“ bezeichnet, ihm wundersame Wirkungen zugesprochen und die dortigen „Botschaften“ empfohlen: http://www.licht-farben.ch/sichtbares-unsichtbares.htm

 


Israel: Flughafen „Ben Gurion“ laut Umfrage der sechstbeste weltweit

Der internationale Flughafen Ben-Gurion in der Nähe von Tel Aviv wurde vor kurzem von Lesern des Reise-Magazins „Travel + Leisure“ auf den sechsten Platz der besten Flughäfen gewählt und landete damit noch vor Amsterdam, Adelaide und München.

Laut Travel+Leisure zeichnen sich die besten Flughäfen zum einen durch ihre Effizienz aus.

Bild: Duty-Free-Bereich des Flughafens Ben-Gurion (Foto: GPO/ Moshe Milner)

Zum anderen sind sie ein Spiegelbild ihrer Umgebung und vermitteln dem Reisenden schon ein Gefühl für den Ort, bevor sie den Flughafen verlassen haben.

Zum besten Flughafen weltweit wurde wie schon im Vorjahr der Changi-Airport in Singapur gewählt.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin