Coronakrise in Ägypten: Agitation von Muslimbrüdern und Verhaftung von Kritikern

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schaut besorgt nach Ägypten: Dort rufen Salafisten und Muslimbrüder dazu auf, die gesundheitlichen Anweisungen der Behörden zu ignorieren, weil nur „Ungläubige“ an COVID-19 erkranken würden.

In dem nordafrikanischen Land werden während der Coronavirus-Pandemie Menschenrechte sowohl von Religions- als auch von Regierungsvertretern stark eingeschränkt und Kritiker willkürlich verhaftet.

Besonderen Schutz bedürfen während des Ramadans die Kopten, denn es kommt dabei immer wieder vermehrt zu Angriffen auf Cafés oder Einrichtungen, die von Christen betrieben werden.

„Ägypten weist seit Jahren eine sehr schlechte Menschenrechtsbilanz auf, doch die aktuellen Vorfälle sind mehr als alarmierend“, erklärt die IGFM.

So führe Kritik am Krisenmanagement der ägyptischen Regierung zu immer mehr willkürlichen Festnahmen kritischer Medienmacher, wie der aktuelle Fall der Übersetzerinnen Marwa Arafa und Kholoud Said zeige, deren sofortige Freilassung die IGFM mit Nachdruck fordere.

Die IGFM beobachtet das Vorgehen der ägyptischen Regierung unter Präsident al-Sisi während der Coronakrise mit großer Sorge.

Seit März sind zahlreiche Bürgerrechtler und Kritiker – wie zum Beispiel der Menschenrechtsanwalt Mohsen Bahnasy – willkürlich festgenommen worden, weil sie die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Pandemie öffentlich in Frage gestellt haben.

„Wir haben erfahren, dass Salafisten die ägyptische Bevölkerung dazu animieren, die hygienischen Empfehlungen zu ignorieren und z.B. Lebensmittel abzulecken, da an COVID-19 nur Ungläubige sterben würden“, berichtet die IGFM.

Außerdem werde das Virus von einigen Muslimbrüdern als Strafe für das Verbot des Niqab in ägyptischen Behörden und Universitäten gesehen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Sicherheitsmaßnahmen lehnen sie unter dem Verweis auf die Religion stringent ab.

Gleichzeitig nutzen einige Islamisten die Krise, um aus der Unsicherheit der Menschen finanziellen Profit zu schlagen. So verkaufen sie z.B. Amulette, die die Krankheit heilen sollen.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Ägypten: www.igfm.de/aegypten


Archäologische Funde belegen den Einfluß der ägyptischen Kultur auf die Israeliten

Einzigartige Entdeckungen in einer israelischen Höhle

„Die Israeliten haben Ägypten verlassen, dennoch sieht es so aus, als ob Ägypten auch nach ihrer Rückkehr die Israeliten und ihre Nachfahren nicht losgelassen hatte“, sagte Archäologe Amir Ganor der Israelischen Antiquitätenbehörde, der im vergangenen Jahr eine Ausgrabung in einer Höhle in der Umgebung des Kibbutz Lahav geleitet hat.

Auf einer Pressekonferenz, die kurz vor dem Pessachfest in Jerusalem stattfand, präsentierte die Israelische Antiquitätenbehörde einen einzigartigen archäologischen Fund, der das Bestehen eines ägyptischen Verwaltungszentrums in der Region vor 3400 Jahren beweist.

Die Ausgrabung offenbarte beeindruckende archäologische Funde vor allem aus der späten Bronzezeit (ca. 1500 v. Chr.) und der Eisenzeit (1000 v. Chr.).

In der Höhle wurden mehr als 300 Tongefäße verschiedener Art gefunden, einige von ihnen unversehrt. Ebenfalls wurden Dutzende Schmuckstücke aus Bronze, Perlmutt und Fayencen gefunden, einzigartige Gefäße aus gelblichem Alabaster, Siegel, Siegelabdrücke und kosmetische Gefäße. Die Objekte waren in die Höhle gelegt worden und hatten sich dort über Jahrhunderte hinweg angesammelt.

Der Archäologe Amir Ganor berichtete zu dem Fund: 1426245_577880468934571_1029821405_n

„Unter den Artefakten, von denen die meisten charakteristisch sind für die judäische Kultur im Süden des Landes, fanden wir Dutzende von Steinsiegeln. Einige davon haben die Form eines geflügelten Käfers (Skarabäus) und weisen Symbole und Bilder auf, die typisch sind für die ägyptische Kultur, die in der Region in der späten Bronzezeit vorherrschte. Einige der Siegel befinden sich zudem auf Halbedelsteinen, die aus Ägypten und von der Sinaihalbinsel kamen.“

Dr. Daphna Ben-Tor, Kuratorin für ägyptische Archäologie am Israel Museum, sagte:

„Die Mehrheit der in der Ausgrabung gefundenen Skarabäus-Siegel können auf das 15. bis 14. Jahrhundert vor Christus datiert werden. In dieser Zeit wurde Kanaan von Ägypten regiert. Die Namen von Königen tauchen auf einigen Siegeln auf.

Neben anderen Dingen konnten wir eine Sphinx identifizieren, die gegenüber dem Namen von Pharao Thutmose liegt, der von ungefähr 1504 bis 1450 v.Chr. regierte. Ein anderer Skarabäus zeigt Ptah, den Hauptgott der Stadt Memphis.“       

Ganor erklärte dazu: „Es stimmt, dass die Israeliten Ägypten verließen, aber die Zeugnisse der Ausgrabung zeigen, dass die Ägypter die Israeliten und ihre Nachfahren nicht losließen. Dies kann durch archäologische Ausgrabungen bewiesen werden, wo wir Zeugnisse aus den Jahren nach dem ‚Exodus‘ fanden, die einen Einfluss der ägyptischen Kultur auf die judäische Bevölkerung des Landes beweisen.“

Text und Foto: Israelische Antiquitätenbehörde