Kopten-Bischof lud Papst nach Höxter ein

Im Juni feierte sein Kloster in Brenkhausen sein 25. Gründungsjubiläum und Vertreter von Politik, Kirche und Kultur kamen, um zu gratulieren: CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder und Ex-Minister Klaus Töpfer, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Feige und Bischof Dr. Mussinghoff, Vertreter des Europarlamentes, des Bundes- und Landtages, der evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche.

Jetzt ehrte man auch in Rom das ökumenische Engagement des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Norddeutschland und Abtes von Brenkhausen, Anba Damian.

Am letzten Mittwoch wurde er vor 40.000 Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans von Papst Franziskus persönlich empfangen (siehe Foto).

„Ein junger Offizier der Schweizergarde begrüßte mich und führte mich in den vordersten Teil der Halle“, erzählt der koptische Würdenträger noch immer sichtlich bewegt:

„Dort übergab er mich an einen päpstlichen Kammerherrn, der mich zu meinem Platz führte – nicht, wie ich gedacht habe, in die erste Reihe zu jenen, die den Papst am Ende kurz treffen sollten, auch nicht auf die Plätze neben ihm, die katholischen Bischöfen vorbehalten sind, sondern auf einen zentralen Sitz an vorderster Front, direkt gegenüber dem Thron des Papstes, dem absoluten Ehrenplatz also. Ich fragte mehrfach nach, ob das denn so richtig sei, doch man beruhigte mich: Man wollte mir als Vertreter einer Schwesterkirche auf besondere Weise die brüderliche Liebe des Papstes bekunden.“

Pünktlich um 9.30 Uhr morgens betrat Franziskus die Audienzhalle und wurde jubelnd begrüßt. Nachdem er den Mittelgang passiert, dutzende Kinder gesegnet und geküsst hatte und tausende Selfies geschossen wurden, erblickte er den koptischen Bischof und ging direkt, mit breitem Lächeln, auf ihn zu:

„Es war eine herzliche Begrüßung, als seien wir Brüder, die lange voneinander getrennt waren. Er umarmte mich, wir sprachen miteinander auf Deutsch, das er sehr gut verstand. Ich erzählte ihm von unserem Kloster und lud ihn ein, uns in Höxter zu besuchen. ‚Wir werden sehen‘, erwiderte Franziskus“, berichtet Anba Damian.

Bis dahin aber hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch eine Bitte an den Bischof von der Weser: „Beten Sie für mich, ganz besonders in dieser schweren Zeit!“

Anschließend überreichte der schwarzgekleidete Bischof dem Mann in Weiß eine kostbare koptische Ikone von der Geburt Christi. „Ist die wirklich für mich?“, fragte Franziskus, offensichtlich beeindruckt von dem kostbaren Geschenk.

Am Ende der Audienz kam der Papst erneut herunter, um sich von seinem Gast aus Ägypten zu verabschieden. Er setzte seinen Namen in eine schwere Bibel, die der Bischof eigens aus Deutschland mitgebracht hat. „Sie stammt von einem Eisenbahner aus Warburg, dessen sehnlichster Wunsch ein Papstautogramm in seiner Familienbibel war“, meinte der Bischof. „Ich konnte den Mann einfach nicht enttäuschen.“

Noch ein kurzes Gespräch mit Erzbischof Dr. Gänswein, dem Präfekten des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär Benedikts XVI., dann war die Audienz nach knapp zwei Stunden beendet.

Am Nachmittag führte der deutsche Historiker und Bestsellerautor Dr. Michael Hesemann (siehe Foto) den Bischof aus Höxter durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom und zum historischen Petrusgrab. „Durch eine Öffnung in einer Mauer konnte ich die Gebeine des heiligen Petrus sehen, die man in Plexiglaskästen gelegt hat“, erzählt Bischof Damian.

„Das war eine bewegende Begegnung mit dem Ursprung unserer Kirchen. Petrus hat Markus nach Alexandria geschickt, wo dieser unsere Kirche begründete. Unser koptischer Papst ist der Nachfolger des heiligen Markus. Am Vormittag hatte ich den Nachfolger Petri getroffen. Gab es ein schöneres Symbol für die tiefe Einheit unserer Kirche jenseits aller äußeren Trennung?“

Am nächsten Morgen konferierte Bischof Damian mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch:

„Kardinal Koch empfing mich mit großer Herzlichkeit. Wir sprachen eine Stunde lang in großer Offenheit über die Lage der christlichen Minderheit in Ägypten. Was für ein kluger, bescheidener Mann, der im Auftrag des Papstes den Dialog mit den Kirchen führt und auch in unserer Kirche zurecht hochgeschätzt wird.“

Tief beeindruckt von dem herzlichen Empfang im Vatikan plan der Bischof aus Ägypten bereits die Rückkehr nach Rom:

„Im nächsten Jahr möchte ich mit einer ökumenischen Delegation in die Ewige Stadt reisen und gemeinsam mit Vertretern der Politik und der lokalen Kirchen meine Einladung nach Höxter wiederholen.“

Quelle (Text/1. Foto): Pressemitteilung des koptischen Klosters Höxter-Brenkhausen

 

 


Gerhard-Löwenthal-Preis in Berlin an Persönlichkeiten mit Rückgrat verliehen

Von Dr. David Berger

„Jeder hat eine Wirbelsäule, aber nur wenige ein Rückgrat“, so eines der bekanntesten Bonmots des jüdischen Fernsehredakteurs Gerhard Löwenthal.

Gestern Nachmittag wurde in der Berliner Zitadelle Spandau erneut der nach ihm benanntn Journalistenpreis verliehen. Bei der Auswahl der Preisträger war auch in diesem Jahr das Kriterium des Rückgrat-Besitzes ein ganz wesentliches.

In diesem Jahr erhielt Sabatina James (siehe Foto) den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Journalisten, den Ehrenpreis für Publizistik bekam der bekannte Buchautor Dr. Bruno Bandulet.

Es scheint geradezu typisch für die Situation, in der diese Würdigung verliehen wird, dass Sabatina Jones diesen Preis nicht persönlich annehmen konnte. Vor einigen Montan musste sie das von der Massenmigration überflutete Europa verlassen, kein Land konnte mehr ausreichend für die zum Christentum konvertierte Ex-Muslima sorgen, die die Missachtung der Menschenrechte für Frauen im Islam seit Jahren hart kritisiert.

Vermutlich hält sie sich derzeit in den USA auf, von wo aus sie eine eindrucksvolle Video-Botschaft an die Teilnehmer der Preisverleihung sandte.

Darin erzählt sie von den grauenhaften Erfahrungen ihrer Kindheit im islamischen Pakistan, der Gewalt gegen Frauen im Namen des Islam – und den befreienden Erfahrungen in ihrer Jugend in dem vom Katholizismus geprägten Österreich: Einem Land, das sie damals als Reich der Freiheit erlebte, als Heimat des Respekts vor der Person – unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht oder ihrer Religon.

Christliche Bildungseinrichtungen und Geistliche, die den Islam verharmlosen, machen sich an dessen Untaten mitschuldig. Ganz anders äußerte sich da der Laudator für Sabatina James, der koptische Bischof Anba Damian (siehe Foto), der mit drastischen Beispielen die Christenverfolgung durch den Islam schilderte.

Durch dem Ehrenpreis für Publizistik wurde mit Bandulet ein Urgestein des Journalismus mit Rückgrat gewürdigt. Der Journalist, Publizist und Verleger, der nicht nur Franz Josef Strauß beriet, sondern auch für die „Welt“ und „Quick“ in führenden Positionen arbeitete, ist den meisten durch seine Kolumnen in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ sowie der libertären Zeitschrift „eigentümlich frei“ bekannt.

In seiner Rede würdigte er die Verdienste von Männern wie Löwenthal, Manfred Brunner und Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing, der u.a. die „Förderstiftung konservative Bildung und Forschung (FKBF)“ gründete, die neben der „Jungen Freiheit“ den Löwenthalpreis verleiht. Er betonte deren Bedeutung im Hinblick auf die sich abzeichnende Wende – weg von dem System Merkel, das Deutschland nicht nur finanziell in einem desaströsen Zustand zurücklässt.

Die offizielle Feierstunde endete mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymne und einem Empfang im Foyer der italienischen Höfe.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Dr. Berger hier:

Gerhard-Löwenthal-Preis an Sabatina James und Bruno Bandulet verliehen


Bischof Damian begrüßt die weiteren koptisch-katholischen Annäherungen

Pressemitteilung des Koptischen Bischofs für Deutschland, Anbe Damian:

Bei der ersten Auslandsreise des koptisch-orthodoxen Patriarchen Papst Tawadros II. im Mai 2013, unmittelbar nach seiner Amtsübernahme als Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche und als Nachfolger des Heiligen Evangelisten Markus, besuchte er das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche Papst Franziskus im Vatikan. Diese Begegnung war voller christlicher Liebe, Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Anerkennung.

Papst Tawadros II. sprach überzeugend davon, dass Seine Heiligkeit Papst Franziskus von den Gnaden des Heiligen Geistes erfüllt sei. Im Herzen und in Taten fing er an, mit Ernsthaftigkeit die restlichen vorhandenen Barrieren zwischen den Schwesterkirchen abzubauen, in der koptischen Heiligen Synode dies zu thematisieren, zu diskutieren und zu behandeln. Ebenfalls offenbarte er seine ernsthaften Absichten, die großen Christus-Feste, gemeinsam mit der katholischen Kirche am selben Tag zu feiern.

Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. entsprach damit meinem Herzenswunsch, dass möglichst bald die volle Gemeinschaft der beiden Schwesterkirchen realisiert werden kann.

Fortschritte in der gegenseitigen Tauf-Anerkennung

Der Gegenbesuch Seiner Heiligkeit Papst Franziskus in Ägypten am 28./29.04.2017 hat enorme politische, pastorale und ökumenische Auswirkungen zur Folge. Er war für das ganze Land Ägypten im Allgemeinen und für die koptische Kirche in besonderer Weise, ein Segen, eine Ehre und eine Freude. Die Energie und die Herzlichkeit der beiden brüderlichen Päpste haben dazu motiviert, die zügige Unterzeichnung der gegenseitigen Taufanerkennung vorzunehmen.

Seit vielen Jahren, auf Anweisungen Seiner Heiligkeiten Papst Kyrillos VI., Papst Shenouda III. sowie Papst Tawadros II. werden keine katholischen Taufen wiederholt, wenn Katholiken in die koptische Kirche aufgenommen werden wollen, z.B. durch Eheschließungen.

Jedoch ist es erforderlich, die koptische heilige Synode als die höchste Autorität unter der Leitung Seiner Heiligkeit Papst Tawadros II. bei einer bilateralen Vereinbarung miteinzubeziehen, ebenfalls ist es angebracht, die anderen altorientalisch-orthodoxen Schwesterkirchen, d.h. die syrische, armenisch-apostolische, äthiopische, eritreische und die indisch-orthodoxe Kirche in diesem Anliegen zu konsultieren.

Wir begrüßen die Herzlichkeit und die Liebe sowie das Vertrauen und die gegenseitige Anerkennung der beiden Schwesterkirchen von Rom und Alexandria durch die bereits vollzogenen christologischen Vereinbarungen (12.2.1988) und erinnern an die Zeit der vollständigen Einheit bis zum Jahr 451 n.Chr. Dies ist unser gemeinsames Ziel für die Kirche unseres Herrn Jesus Christus.

Dabei darf zu keinem Zeitpunkt die eigene Identität und Tradition aufgegeben werden, die das Blut unserer Märtyrer gekostet hat. Wir wünschen daher eine Gemeinschaft in der gewachsenen Vielfalt.

Wir ermutigen unseren Papst Tawadros II., weiterhin zielstrebig zu sein und seine Energie einzusetzen, für die vollständige Einheit der Schwesterkirchen im Sinne der Heiligen Schrift und der Überlieferung unserer Heiligen Väter, unter Mitwirkung und Zustimmung der ehrwürdigen, heiligen, koptischen Synode unter seiner Leitung.

Ich wende mich daher an meine hochverehrten Metropoliten und Bischöfe, sowie dem koptisch-orthodoxen Klerus sowohl in Ägypten als auch im Ausland, die Einheit unserer koptisch-orthodoxen Kirche zu stärken und unserem Oberhaupt Papst Tawadros II., Vertrauen, Respekt, Loyalität und Anerkennung bei seinem Leitungsdienst zu gewährleisten.

Möge unser Gott, Herr und Erlöser Jesus Christus die Kraft und die Freude seiner glorreichen Auferstehung allen Beteiligten schenken.

 

 

 


Ökumenische Pilgerreise mit Bischof Damian zur Koptischen Kirche in Ägypten

Von Christian Hohmann

„Einfachheit und Schönheit gehen gut zusammen“, betont Bischof Anba Thomas, als er uns durch das Anaphora-Zentrum der Koptischen Kirche führt. Es liegt an der Autobahn, die von Kairo nach Alexandrien führt und in unmittelbarer Nähe zum Wadi Natrun mit seinen berühmten Wüstenklöstern liegt.

Anaphora besticht durch seine Einfachheit und Schönheit. Eine blühende Oase und ein Tagungszentrum mitten in der Wüste. Neben einem Bibeldorf und einem Zentrum für traumatisierte Mädchen und junge Frauen  gibt es hier ein berufsbildendes Ausbildungszentrum und Öko-Landwirtschaft. Freiwillige aus der ganzen Welt arbeiten hier mit Menschen zusammen, die aus der ärmsten Region Ägyptens, aus Oberägypten, stammen.

Dort liegt das Bistum von Bischof Thomas. Es sind vor allem junge Frauen und einige Männer, die hier eine Ausbildung absolvieren, um dadurch ihren Familien helfen zu können.

„Hinter jedem Mädchen steht eine Geschichte“, sagt Bischof Thomas leise und fährt fort: „In jedem Menschen sollten wir Gottes Schönheit entdecken und mit diesem Bewusstsein andere Menschen aufrichten. Wir bilden auch Führungskräfte aus, um unsere Gesellschaft zu verändern.“

Ägypten leidet unter Armut, Analphabetismus und unter einer hohen Arbeitslosigkeit, wozu auch der deutliche Einbruch des Tourismus beigetragen hat. Die zahlreichen und großzügig angelegten Ferienanlagen am Golf von Suez, die wir auf dem Weg zum St. Pauluskloster sehen, stehen weithin leer. Trotzdem wird eifrig weitergebaut in der Hoffnung, demnächst Touristen aus China und aus Russland zu gewinnen.

Das St. Paulus-Kloster am Roten Meer gilt als das älteste christliche Kloster überhaupt und geht zurück auf Paulus von Theben, der als erster Wüsten-Eremit im 4. Jahrhundert hier 90 Jahre lang gelebt hat und im Pauluskloster auch begraben ist.

Hier feiern wir – eine ökumenische Pilgergruppe – zusammen mit Bischof Anba Damian einen koptischen Gottesdienst in einer der vier alten Kirchen des Klosters. Sehr herzlich werden wir vom Abt des Klosters, Bischof Anba Daniel, zu einem einfachen Mittagessen in ein Pilgerhaus auf dem Klostergelände eingeladen.

Zur Zeit ist Fastenzeit. Daher ist es eine große Ausnahme, dass wir als Pilgergruppe im Kloster nicht nur begrüßt, sondern auch bewirtet werden. Bischof Daniel beherbergt in diesem Pilgerzentrum vor allem ältere Menschen und Menschen mit wenig Einkommen, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, Erholung und seelische Stärkung zu finden.

„Unsere Klöster sind die Lunge der koptischen Kirche“, betont Bischof Damian. Sie sind geistliche Zentren, die nicht nur von Pilgergruppen regelmäßig aufgesucht werden, sondern in den letzten Jahren einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben.

In den vier Klöstern im Wadi Natrun gibt es jeweils mehr als 100 Mönche. In der Regel müssen die Mönche, bevor sie überhaupt ins Kloster eintreten können, einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen haben.

In der Nähe des Paulus-Klosters befindet sich das Antonius-Kloster, das älteste dauerhaft bewohnte christlichen Kloster – ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert. Dort zeigt uns Bischof Anba Youstos, der als Abt dem Antoniuskloster vorsteht, eine große Solaranlage außerhalb der Klostermauern. Damit können sie zwei Drittel des Energiebedarfes im Kloster decken. Eine Wasserquelle innerhalb der Klosteranlage trägt dazu bei, dass die Mönche ihren täglichen Bedarf an Trinkwasser zur Verfügung haben und nur wenig Wasser zusätzlich mit Hilfe von Tankwagen für die Bewässerung im Bereich der klostereigenen Landwirtschaft heranholen müssen.

Ohne Sicherheitsbegleitung ist eine solche Pilgerreise zur Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten zur Zeit noch nicht möglich. Auf dem Weg zurück nach Kairo werden wir von zwei Sicherheitsfahrzeugen begleitet.

Im koptischen Viertel von Kairo (Alt-Kairo) empfangen uns die Schwestern des St. Georgs-Klosters mit Obst und Gebäck. Jede Woche versorgen sie Menschen, die unter Armut leiden, mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe. Ihr Kloster untersteht direkt der Aufsicht des koptischen Patriarchen, Papst Tawadros II., der seinen Sitz gegenüber der St. Markus-Kathedrale in Kairo hat.

Ein besonderer Moment ist die Audienz bei Papst Tawadros. Das Gruppenbild für die Pressestelle des Patriarchats arrangiert der Papst selber. Unserer Gruppe gegenüber betont er das ökumenische Miteinander der Christen heute. Dass während unseres Aufenthalts koptische Christen, darunter auch ein Priester und Kinder auf der Sinaihalbinsel von IS-Terroristen ermordet worden sind, erwähnt er nicht.

Wie bedroht koptische Christen in Ägypten sind, sehen wir in der Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben der St. Markus-Kathedrale befindet. Die heftigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. Dezember 2016 sind noch zu sehen. Neue Holztüren wurden inzwischen eingesetzt, auch das Dach, das durch die Druckwelle nach oben weg geflogen war, ist erneuert worden. Damals starben 29 Menschen durch die Tat dieses Selbstmordattentäters.

Wir erfahren, dass er sich einen Tag zuvor erkundigt hatte, wann in der St. Georgs-Kirche Gottesdienst gefeiert wird mit dem Hinweis darauf, dass er am Christentum interessiert sei. Gemeinsam beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und für die große Zahl der verletzten Menschen. Doch die sich derzeit vollziehende Flucht koptischer Christen aus dem Sinai zeigt, dass die Lage für die Christen in Ägypten sehr  besorgniserregend ist und sie immer wieder bedroht werden.

Christian Hohmann ist Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe

Foto: C. Hohmann  –  Gemälde: Evita Gründler


Koptischer Bischof: 35 ägyptische Christen sind in der Gewalt der IS-Terroristen

35 koptische Christen befinden sich in Libyen in der Hand der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Das berichtete der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche für Deutschland, Anba Damian, am 20. Februar in Berlin.foto-dcubillas-www_freimages_com_

Nach der Ermordung von 21 koptischen Gastarbeitern aus Ägypten durch ISlamisten rechnet Damian mit einer Eskalation der Gewalt in Libyen. Die Terrormiliz zeigte die Enthauptungen der Christen in einem Video im Internet.

Man stehe am „Anfang eines blutigen Prozesses“, so Bischof Damian. Nur wenig bekannt sei, dass der IS bereits zuvor koptische Christen ermordet habe. So seien erst vor wenigen Wochen ein Arzt, dessen Frau und Tochter enthauptet worden.

Quelle und vollständige Meldung hier: http://www.idea.de/nachrichten/detail/menschenrechte/detail/35-koptische-christen-in-der-hand-der-is-terroristen-89688.html