Angst der Deutschen vor Kriminalität wächst

Die Angst vieler Menschen davor, Opfer von Terror oder Kriminalität zu werden, ist vielfach mit Händen greifbar. Viele Gespräche in der Familie, unter Freundschaften oder am Arbeitsplatz drehen sich um dieses Thema.

Das Bundeskriminalamt hat „Opfererfahrungen, kriminalitätsbezogene Einstellungen sowie die Wahrnehmung von Unsicherheit und Kriminalität in Deutschland“ untersucht und in seinem Bericht „Der Deutsche Viktimisierungssurvey 2017“ veröffentlicht. Was mit einem so seltsamen Namen daherkommt, ist ein interessanter Einblick in die Gefühlswelt der Menschen.

Auch wenn es immer wieder versucht wird, ist längst erwiesen, dass sich Kriminalitätsfurcht nicht mit Informationen über die objektive Sicherheitslage minimieren lässt. Was auch immer in der „Polizeilichen Kriminalitätsstatistik“ steht und auch wenn sich die Kriminalität in einigen Deliktsfeldern tatsächlich positiv ändert: Bis vor einigen Jahren sank diese Furcht, jetzt nimmt sie wieder zu. Und sie bewirkt, dass viele Menschen ihr Verhalten ändern.

Das Unsicherheitsgefühl in der Wohnumgebung ist seit 2012 sowohl bei Männern als auch bei Frauen erheblich gestiegen, und zwar in allen Bundesländern. Das hat Folgen. Die Studie des BKA zeigt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung zumindest ab und zu Orte und Situationen vermeidet, um sich vor Kriminalität zu schützen.

Etwa die Hälfte der Männer und drei Viertel der Frauen meiden zumindest selten bestimmte Straßen, Plätze und Parks und vermeiden es, alleine im Dunkeln unterwegs zu sein. Noch mehr Frauen und Männer nehmen Umwege in Kauf und weichen bedrohlich wirkenden Personen aus.

Leitartikel

Quelle: https://www.dpolg.de/aktuelles/news/freiheit-braucht-sicherheit-die-polizei-sorgt-fuer-beides/


Größere Polizeipräsenz hat Unsicherheitsgefühl bei vielen Deutschen gemildert

Fast die Hälfte der Bevölkerung hat das Gefühl, in einer besonders unsicheren Zeit zu leben, im Osten stärker als im Westen. Das ist das Ergebnis des „Sicherheitsreport 2019“, einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Centrums für Strategie und Höhere Führung in Köln und des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Der Sicherheitsreport wird seit 2011 jährlich erhoben. Die Deutschen sorgen sich zurzeit mehr über die Entwicklung der Gesellschaft und der weltweiten Spannungen als über ihre persönliche Zukunft.

Da es in letzter Zeit in Deutschland nicht zu gravierenden Terroranschlägen gekommen ist, sinkt die Terrorangst. Vor drei Jahren fühlten sich noch 45 Prozent persönlich durch Terrorismus bedroht, aktuell noch 28 Prozent.

Auch die Sorgen, von anderen Gewaltverbrechen betroffen oder Opfer eines Einbruchs zu werden, gehen zurzeit zurück.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (siehe Foto), kommentierte den Sicherheitsreport bei mdr-aktuell wie folgt:

„Das bessere Sicherheitsgefühl der Menschen ist einer größeren Polizeipräsenz geschuldet, Bund und Länder haben endlich mehr Personal eingestellt. Und auch die Handlungsstrategien der Polizei haben sich geändert, so wurden bei der Einbruchskriminalität Schwerpunkte gesetzt.

mdr-aktuell

Mehr zum Sicherheitsreport

Quelle https://www.dpolg.de/aktuelles/news/deutsche-sorgen-sich-ueber-entwicklung-der-gesellschaft/


Im Himmel lebt der Richter aller und die Seelen der schon vollendeten Gerechten

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 12,18-19.21-24:

Brüder! Ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hingetreten, zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind, zum Klang der Posaunen und zum Schall der Worte, bei denen die Hörer flehten, diese Stimme solle nicht weiter zu ihnen reden.
Ja, so furchtbar war die Erscheinung, dass Mose rief: Ich bin voll Angst und Schrecken.
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Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Seelen der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels.
Gemälde: Evita Gründler

Die CSU beklagt Hetzkampagne und teilweisen „Kontrollverlust des Staates“

CSU-Generalsekretär Markus Blume hat im Interview mit der Main-Post die derzeitige „unanständige Hetzkampagne“ gegen die CSU scharf kritisiert: „Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen. Wir verwahren uns gegen politische Hetze und rufen alle zu politischem Anstand auf.“

Blume sagte weiter:

„Wir leben in einer Zeit der Veränderung. Menschen werden ängstlich. Das schlägt aufs politische System. Die Wahl von Donald Trump, die Entscheidung zum Brexit, das alles sind Kinder der Angst.

In Deutschland hat nicht zuletzt der Bamf-Skandal gezeigt, dass es Anzeichen von Systemversagen und Kontrollverlust des Staates gab. Dazu kam eine Emotionalisierung und Radikalisierung in der Debatte durch die schrecklichen Einzelfälle von Flüchtlingskriminalität.

In der Münchner CSU-Zentrale gingen viele Zuschriften ein: Handelt endlich! – Wir haben die Asylwende unumkehrbar eingeleitet. Der Masterplan hat auch zum Ziel, das Vertrauen der Menschen in den Staat und in ein sicheres Leben herzustellen.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.csu.de/aktuell/meldungen/juli-2018/gegen-politische-hetze-fuer-politischen-anstand/


Enttäuschungen können Depressionen und Angst bei Krebskranken verstärken

Krebserkrankungen treffen nicht nur die einzelnen Patienten – auch nahestehende Personen, Familienangehörige, Freunde und Bekannte sind von der Erkrankung mitbetroffen. Diese Menschen sind für die Erkrankten meist sehr wichtig, da sie sie unterstützen und ihnen Rückhalt geben.

Allerdings kann dieser Personenkreis für die Tumorpatienten auch enttäuschend reagieren. Ob und wie unterstützende und enttäuschende Reaktionen Nahestehender mit Angst und Depression bei Langzeitüberlebenden einer Hautkrebserkrankung zusammenhängen, das hat die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz untersucht.

Die Studie ergab, dass positive Erfahrungen bei weitem im Vordergrund standen. Enttäuschungen im sozialen Umfeld waren seltener. Wenn sie auftraten, wogen sie allerdings schwerwiegender als die positiven Erfahrungen.

Die renommierte britische Fachzeitschrift  „BMC Public Health“ hat die Studienergebnisse nun in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

Wenn Menschen Fürsorge und Zuwendung durch ihr soziales Umfeld erfahren und sich von ihren Mitmenschen geschätzt und geliebt fühlen, dann werden sie sozial unterstützt, was maßgeblich zur seelischen und körperlichen Gesundheit beiträgt.

Noch wenig erforscht ist, inwiefern sich Verhaltensweisen Nahestehender auf die seelische Gesundheit der Erkrankten auswirken, wenn diese das Verhalten als ablehnend oder gar kränkend empfinden.

„Gerade im Falle einer schwerwiegenden Erkrankung sind wir besonders auf gute Unterstützung angewiesen. Wir haben daher schon in mehreren Studien untersucht, inwiefern das Wohlbefinden von Krebspatienten von sozialer Unterstützung abhängt. Bisher fehlen jedoch Studien, die problematische Reaktionen anderer und deren Zusammenhang zu Depressionen und Angst bei Tumorerkrankten untersuchen“, betont Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz und Senior-Autor der Studie.

Die hier vorgestellte Studie „Determinants of illness-specific social support and its relation to distress in long-term melanoma survivors“ ist Teil eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts zu den psychosozialen Langzeitfolgen eines Malignen Melanoms. Zu ihrer Durchführung werteten die Mainzer Wissenschaftler zusammen mit dem Krebsregister in Rheinland-Pfalz Befragungen von  Langzeitüberlebenden aus, die sechs bis neun Jahre nach Diagnose einer Hautkrebserkrankung durchgeführt wurden. Die 689 Befragten waren zwischen 28 und 93 Jahre alt. 83 Prozent von ihnen lebten in einer Partnerschaft. 

Die Melanom-Überlebenden berichteten vorwiegend von positiver Unterstützung durch ihr jeweiliges soziales Umfeld. Wichtig war ihnen, dass jemand da ist, wenn sie es benötigen, ihnen jemand zuhört, das Gefühl gibt, bedeutsam zu sein sowie wesentliche Entscheidungen mit ihnen bespricht. Ablehnende oder verständnislose Reaktionen wurden im Vergleich dazu weit seltener berichtet.

Das Ausmaß der erlebten sozialen Unterstützung hing von folgenden Faktoren ab:
Teilnehmer, die in einer Partnerschaft lebten, aktiv Unterstützung suchten und eine optimistische Lebenshaltung hatten, berichteten häufiger über gute Unterstützung. 

Getrennt Lebenden und Geschiedenen fehlte es hingegen häufiger an positiver Unterstützung. Negative soziale Erfahrungen – so eine Feststellung der Wissenschaftler – gingen in vielen Fällen mit der Neigung zu Selbstvorwürfen, einer resignativen Haltung, Pessimismus sowie Müdigkeit und Motivationslosigkeit einher. Das größte Maß an Depression und Angst war bei den Melanom-Überlebenden anzutreffen, die kränkende Reaktionen anderer erfuhren und gleichzeitig nur wenig positive Unterstützung erhielten.

„Auch wenn positive Unterstützung eine sehr wichtige Rolle spielt, kann dies Enttäuschungen nicht völlig wettmachen“, so Professor Beutel.

Studienleiterin Dr. Sabine Fischbeck, ebenfalls Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, resümiert:

„Manchmal entsteht auch ein Teufelskreis aus Enttäuschung über ausbleibende Hilfen und Rückzug. Dieser macht es beiden Seiten schwer, aufeinander zuzugehen. Es reicht daher nicht aus, Krebskranke zu ermutigen, positive soziale Unterstützung zu suchen. Es ist auch wichtig, Erfahrungen von Enttäuschung und Zurückweisung offen anzusprechen. Dies kann Betroffenen helfen, ihre Bedürfnisse klarer zu formulieren oder sich in enttäuschenden Situationen zu behaupten. In künftigen Studien wollen wir daher den Zusammenhang zwischen persönlichem Umgang mit Belastungen und sozialer Unterstützung auch im Längsschnitt untersuchen.“

Weitere Infos zur Publikation: Fischbeck S, Weyer-Elberich V2, Zeissig SR3, Imruck BH4, Blettner M2, Binder H2,5, Beutel ME4. Determinants of illness-specific social support and its relation to distress in long-term melanoma survivors. BMC Public Health. 2018, 18:511. doi: 10.1186/s12889-018-5401-1.

Fischbeck S, Imruck BH, Blettner M, Weyer V, Binder H, Zeissig SR, Emrich K, Friedrich-Mai P, Beutel ME (2015). Psychosocial Care Needs of Melanoma Survivors: Are They Being Met? PLOS ONE. Aug 21. doi: 10.1371/journal.pone.0132754. PMID: 26296089.  –  Förderung: Deutsche Krebshilfe (Fördernummer 109225)

Kontakt: Fragen zum Projekt:
Tel. 06131 / 17 7381, Fax 06131 / 17 5563, E-Mail: sekretariate-pt@unimedizin-mainz.de
Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel,
Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz,
Tel. 06131 / 17 3540, Fax 06131 / 17 6688, E-Mail: manfred.beutel@unimedizin-mainz.de

Quelle: Pressemeldung der Universitätsmedizin Mainz

Gemälde: Evita Gründler


Der HERR hat mir Raum geschaffen, als ich in Ängsten war

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche:
Psalm 4,2.4.7-9.

Wenn ich rufe, erhöre mich,
Gott, du mein Retter!
Du hast mir Raum geschaffen, als mir Angst war.
Sei mir gnädig und höre auf mein Flehen!

Erkennt doch: Wunderbar handelt der HERR an den Frommen;
der HERR erhört mich, wenn ich zu ihm rufe.
Viele sagen: «Wer lässt uns Gutes erleben?»
HERR, lass dein Angesicht über uns leuchten!

Du legst mir größere Freude ins Herz,
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.
In Frieden leg‘ ich mich nieder und schlafe ein;
denn du allein, HERR, lässt mich sorglos ruhen.

 


INSA-Institut: Angst der Bürger vor Kriminalität ist deutlich angestiegen

Das Erfurter INSA-Institut wollte durch eine repräsentative Umfrage erfahren, wie die Deutschen über folgende Frage denken: Ist die Gefahr, in Deutschland Opfer von Kriminalität zu werden, heute größer oder kleiner ist als vor drei Jahren?

Gut zwei Drittel der Befragten (66%) bejahren dies. Bei Männern ist dieser Anteil deutlich größer (76 %) als bei Frauen (57 %). Fünf Prozent meinen, die Gefahr ist heute kleiner als vor drei Jahren.

Knapp ein Viertel ist der Meinung, dass die Gefahr in Deutschland Opfer von Kriminalität zu werden heute unverändert zu vor drei Jahren ist (24 %). Dies sagen 15 Prozent der Männer sowie ein Drittel der Frauen (33 %).

94 Prozent der AfD-Wähler finden, dass die Gefahr, in Deutschland Opfer von Kriminalität zu werden heute größer ist als vor drei Jahren. Es folgen die Wähler der FDP (77 %), der SPD (69 %), der Linkspartei (69 %) und der Union (62 %). Mit weitem Abstand am niedrigsten ist dieser Wert bei den Wählern der Grünen (23 %). 

Von jenen Befragten, die meinen, dass die Kriminalitäts-Gefahr größer ist als vor drei Jahren, nutzen 62 Prozent die Möglichkeit, einen oder mehrere Gründe für diesen Anstieg zu benennen. 61 Prozent bezeichnen die Zuwanderung bzw. (kriminelle) Migranten als Ursache. 53 Prozent der Männer sowie 72 Prozent der Frauen geben dies an.  – An zweiter Stelle steht der Terrorismus, den 18 Prozent der Befragten nennen. Ein Viertel der Männer (25 %) und sechs Prozent der Frauen erwähnen diesen Grund.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de