Papst Franziskus bezeichnet Vernichtung der Armenier als „Völkermord“ – Türkei protestiert

„Erster Genozid des 20. Jahrhunderts“

Die Türkei hat gegen eine Äußerung des Papstes zum Massenmord an den christlichen Armeniern während des 1. Weltkriegs offiziell Protest eingelegt. Die türkische Botschaft beim Vatikanstaat bestätigte heute, daß der päpstliche Nuntius vom türkischen Außenministerium einbestellt worden sei.

Franziskus hatte die vom türkischen Staat damals angeordneten Greueltaten am armenischen Volk während einer Zusammenkunft mit dem armenisch-kath. Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni im Vatikan als „ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet und damit als Völkermord verurteilt. Die Begegnung fand am 3. Juni statt.

Die Äußerung war durch Aufnahmen des vatikanischen Fernsehzentrums bekanntgeworden.

Auf einer online veröffentlichten Erklärung kritisierte das türkische Außenministerium die päpstliche Aussage als „inakzeptabel“.  

Quelle: Tageszeitung „Die Welt“, Radio Vatikan, KNA

 


Türkei: Der Existenzkampf des Klosters Mor Gabriel spitzt sich zu

Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel hat seinen jahrelangen Rechtsstreit gegen das Schatzamt der Türkei verloren. Damit verliert das Kloster Besitzrechte an rund 28 Hektar Land. Dies bestätigt der Anwalt des Klosters, Herr Rudi Sümer.

Dazu erklärt die Menschenrechtsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, die zugleich Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist, in einer heutigen Pressemeldung:

„Die Niederlage für das Kloster Mor Gabriel vor dem Berufungsgerichtshof in Ankara ist nicht nur ein Rückschlag für das Kloster, sondern für die gesamte syrisch-orthodoxe Gemeinschaft in der Türkei.

Der Kampf des Klosters gegen seinen Untergang spitzt sich damit deutlich zu. Besonders bizarr ist, daß Steuerbelege, die in erster Instanz vor Gericht noch zu Gunsten des Klosters berücksichtigt wurden, vor dem Berufungsgerichtshof in Ankara keine Berücksichtigung fanden.

Es fragt sich, ob dieses Urteil nicht politisch motiviert sein könnte und sich bewußt gegen die christliche Minderheit in der Türkei richtet. Daher sollte das Kloster nach Auswertung der schriftlichen Urteilsbegründung vor das türkische Verfassungsgericht oder vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg ziehen.“