Präsident der Ärztekammer von NRW gegen Abschaffung des §219a

Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, hält nichts von einer Aufhebung des Werbeverbots für Abtreibungen. Das berichtet „Ärzte Zeitung online“.

Sollte der § 219a aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden, wäre das ärztliche Berufsrecht kein geeigneter Ersatz, um die Grenze zwischen sachlicher Information und Werbung zu ziehen.

„Ich glaube, das ärztliche Berufsrecht kann die gesetzliche Regelung flankieren und ergänzen, nicht aber ersetzen“, so Henke. Eine Abtreibung sei „keine Leistung wie jede andere“. Es sei daher folgerichtig, dass die öffentliche Ankündigung zu unterlassen sei.

Weiter erklärte Henke, eine individuelle Information im Gespräch zwischen Arzt und Patientin sei keine Reklame. Als Werbung gelte nur ein kollektives Ankündigen. Für die sachliche Beratung und Information gebe es Beratungsstellen. Dort sei bekannt, welche Ärzte Abtreibungen vornähmen.

Quelle: ALfA-Newsletter


Amsterdamer Erscheinung und die kuriose Todes-„Prophetie“ über Papst Pius XII.

Von Felizitas Küble

Die zahlreichen Botschaften der sogenannten Frau aller Völker in Amsterdam füllen ein umfangreiches „Blaues Buch“ (so nennt man es gerne in Anhängerkreisen).

Schaut man sich diese „Offenbarungen“ näher an, kann man sein blaues Wunder erleben: Die Seherin Ida Peerdemann präsentiert sich gerne als Prophetin, die Zukünftiges voraussagt, allerdings gibt sie dies erst bekannt, wenn das Ereignis schon eingetreten ist. 

Eine solche Nachher-Prognose findet der Leser in dem 1967 erschienenen Büchlein „Die Botschaft der Frau aller Völker“ von Pater Hermann Brouwer (siehe Abbildung unten). Der Autor ist ein überzeugter Anhänger der Peerdemann-Visionen und gab die Publikation im Namen des Amsterdam-Komitees heraus.

Auf Seite 20 wird erwähnt, daß Papst Pius XII. (siehe Foto) am 9. Oktober 1958 starb, was immerhin stimmt. Dann heißt es dort, daß die Seherin am 19. Februar 1958, also rund 8 Monate vorher, folgende Botschaft der „Frau aller Völker“ erhalten habe:

„Ich will dir etwas mitteilen, wovon du keinem, selbst dem Sacristan und deinem geistlichen Führer nichts sagen darfst. Wenn es eingetroffen ist, darfst du ihnen sagen, daß die Frau es dir jetzt gesagt hat.

Die Mitteilung lautet: Hör zu, dieser Heilige Vater, Papst Pius XII. wird Anfang Oktober dieses Jahres zu den Unseren aufgenommen werden. Die Frau aller Völker, Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin, wird ihn zur ewigen Freude geleiten.“

Fast möchte man sagen: Es darf gelacht werden!

Welchen Sinn hat solch eine „prophetische“ Botschaft, wenn die Empfängerin sie ohnehin niemandem berichten darf, nicht einmal ihrem Beichtvater bzw. Seelenführer? Was soll also dieser (un)heimliche Zirkus?

Außerdem wirkt die Bezeichnung „Heiliger Vater“ für den Papst bei der (angeblichen) Gottesmutter etwas merkwürdig, denn sie ist als Geschöpf die größte Heilige aller Zeiten, während bei den Päpsten zunächst nur das Amt als solches heilig (da von Christus gestiftet) ist – aber damit nicht automatisch auch der jeweilige Träger des Amtes. 

Noch befremdlicher erscheint aber der Ausdruck, Pius XII. werde dann Anfang Oktober „zu den Unseren aufgenommen“. Warum ist hier nicht von Gott, von Christus, wenigstens vom Himmel die Rede? Was heißt „zu den Unseren“ genau?!

Überdies müßte klar sein, daß die Madonna nicht allwissend ist (im Unterschied zu Gott), also von ihren eigenen Möglichkeiten her nicht vorauswissen kann, wann der Papst stirbt und wie sein ewiges Schicksal aussehen wird.

Darüber kann sie nur Kenntnis erlangen, wenn ihr diese vom Ewigen selbst geoffenbart wird. Aber sollte der Höchste dies etwa deshalb tun, damit Maria diese „heiße Info“ der Dame Ida Peerdemann zu Amsterdam ins Ohr flüstert, die diese Causa aber erst nach Eintreffen der Ereignisse „verkünden“ darf, wenn es ohnehin keinen mehr interessiert?!

Natürlich ist auch der Titel „Miterlöserin“, der in dieser Papst-Tod-Prognose vorkommt, keine amtliche kirchliche Bezeichnung für die Gottesmutter, sondern u.a. eine spezielle Marotte diverser „Privatoffenbarungen“, darunter eben auch jener von Amsterdam. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

 

 

 


Sind die Verheißungen von FATIMA erfüllt? – Hat sich Rußland bereits bekehrt?

Von Felizitas Küble

Die weltbekannten Erscheinungen von Fatima (Portugal) aus dem Jahre 1917 sind seit 1930 kirchlich approbiert (genehmigt, gebilligt). Diese Befürwortung des damaligen Bischofs von Leira-Fatima erlaubt es den Gläubigen, den Marienbotschaften ihre Zustimmung zu schenken, verpflichtet sie aber nicht dazu. 2732900420_68d28f8a20

Die Offenbarung Gottes ist laut kirchlicher Lehre mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen, weshalb sog. „Privatoffenbarungen“ – auch im Falle einer „Anerkennung“  –  für die Gläubigen nicht verbindlich sind; jene gebilligten Erscheinungen sind nicht nur kein Dogma, sie gehören auch nicht zum „Glaubensgut“ der Kirche, sind also kein integraler Bestandteil ihrer amtlichen Verkündigung.

Im Zusammenhang mit dem Fatima-Phänomen gibt es mittlerweile eine Reihe von Bittschriften und Petitionen, in welchen die Kirchenführung aufgefordert wird, die von Fatima geforderte Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens zu vollziehen, um damit eine Bekehrung Rußlands und ein Zeitalter des Friedens einzuleiten.

Vatikan: Rußlandweihe erfolgte 1984 durch Johannes Paul II.

Der Vatikan hingegen weist dieses Ansinnen zurück mit der Begründung, jene Weihe sei bereits vor über 20 Jahren von Papst Johannes Paul II. vorgenommen worden, weshalb die entsprechenden Forderungen gegenstandslos seien.

Zu diesem Streitpunkt folgen nun einige Infos von beiden Seiten:vierge_pellevoisin

Die Hauptseherin von Fatima ist die Ordensfrau Sr. Lucia, die hochbetagt im Jahre 2005 verstarb.

Schwester Lucia gab ab den 30er Jahren bekannt, daß sie auch nach den kirchlich approbierten Erscheinungen von Fatima weitere Botschaften des Himmels erhalten habe, darunter eine Marienvision vom 13. Juni 1929 mit u.a. folgendem Inhalt: „Die Zeit ist gekommen, wo GOTT den Heiligen Vater bittet, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz vorzunehmen, wobei ER verspricht, es (Rußland) durch dieses Mittel zu retten.“   

In weiteren Äußerungen Lucias wurde zudem als Folge dieser Weihe „eine Zeit des Friedens“ angekündigt.

Das Thema Rußlandweihe spielt aktuell nach wie vor in vielen katholischen Veröffentlichungen eine beträchtliche Rolle.

„Kath.net“: Ankündigungen Fatimas bereits eingetroffen

So gibt z. B. die bekannte katholische Nachrichtenseite „Kath.net“ in einem Artikel mit dem Titel „Geistliche Luftbrücke Moskau-Fatima“ am 19. August 2016 zu verstehen, daß die Abschaffung des Kommunismus in der Sowjetunion eine Erfüllung der Fatima-Verheißung sei:

„Pater Werenfried van Straaten, viele Gläubige in Russland und weltweit waren davon überzeugt, dass die Geschehnisse der Wendejahre eng mit der Botschaft von Fatima in Verbindung stehen…

Der Moskauer Putsch am 19. August, der das Ende der Sowjetunion einleitete, fiel genau auf den Jahrestag der vierten Marienerscheinung in Fatima. Die Nachricht von der Zerschlagung des Putsches erreichte die Welt am 21. August, an dem die kirchliche Liturgie den Gedenktag „Maria Königin“ feiert.

Als Dank für die friedliche Revolution und den Fall des Kommunismus initiierte „Kirche in Not“ zusammen mit katholischen wie orthodoxen Kirchenvertretern und mehr als 150 russischen Fernseh- und Radiosendern am 13. Oktober 1991 eine Liveübertragung der Wallfahrtsfeierlichkeiten aus Fatima.“

Vielfache Kritik an „fehlender Weihe Rußlands“

Traditionell orientierte Gruppierungen denken häufig anders über diese angeblichen Zusammenhänge.

In diversen katholischen Internetseiten wird behauptet, die Weihe Rußlands sei in Wirklichkeit „immer noch nicht erfolgt“, beispielsweise hier: https://wegwahrheitleben.wordpress.com/2010/12/13/die-geheimnisse-von-fatima-iv-die-weihe-russlands-ist-noch-immer-nicht-erfolgt/

Die traditionalistische Webseite „Katholisches.info“ vom 14.10.2013 schreibt dazu in ähnlicher Weise Folgendes: picture-45

„Die 2005 in Coimbra verstorbene letzte Seherin von Fatima, die Karmelitin Schwester Maria Luzia vom Unbefleckten Herzen beharrte darauf, daß mit der Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens 1984 durch Johannes Paul II. der Wunsch der Gottesmutter noch nicht erfüllt worden sei, da Rußland nicht erwähnt wurde.“

(Es trifft zu, daß Rußland in jener Weiheformel von 1984 nicht namentlich erwähnt (sondern allenfalls angedeutet) wurde. Die Behauptung, Lucia habe diese Weihe nicht als gültig angesehen, wird in diesem Artikel allerdings nicht belegt.)

Der seit Jahrzehnten Fatima-aktive Pater Nicolas Gruner schrieb am 1. Mai 2014 ebenfalls, die Weihe Rußlands sei noch nicht erfolgt. Näheres hier: https://poschenker.wordpress.com/2014/06/30/pater-nicolas-gruner-weihe-russlands-an-das-unbefleckte-herz-mariens-aktion-bittschrift-an-den-papst/

Rom: Sr. Lucia bestätigt die Rußlandweihe

Völlig anders äußert sich hingegen das offizielle Web-Portal des Vatikan hierzu. Dort heißt es: 

„Schwester Lucia bestätigte persönlich, daß dieser feierliche und universale Weiheakt dem entsprach, was Unsere Liebe Frau wollte („Sim, està feita, tal como Nossa Senhora a pediu, desde o dia 25 de Março de 1984“: „Ja, es ist so geschehen, wie es Unsere Liebe Frau am 25. März 1984 erbeten hatte“: Brief vom 8. November 1989)“

In Übereinstimmung damit berichtete vor drei Jahren der „Schweizer Fatima-Bote“ (Nr. 56) folgendes:Vat_Flagge

„Nach seiner Rückkehr von Rom wagte Pater Luis Kondor am 11.Mai 1984 Sr. Lucia im Karmel von Coimbra zu fra­gen: „Ist die Weihe wirklich vollzogen worden, wie dies Unsere Liebe Frau erbeten hatte?“. –  Sie antwortete: „Ja, diese Weihe wurde vom Himmel ange­nommen“. „Und wel­ches Zeichen werden wir dafür, Schwester, erhalten?“ – „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen“.

Und sie kam tatsächlich. Schwester Lucia bestätigte auch die Nachricht über die Bekehrung Russlands, die sie aus einer glaubwürdigen Quel­le erhalten hatte: Russland hat offiziell den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben und ist zur Religionsfreiheit zurückgekehrt.“

Der in diesem Artikel erwähnte Pater Louis Kondor war der amtliche Leiter des Seligsprechungsverfahrens für die beiden anderen Fatima-Seher Jacinta und Francesco; zudem stand er jahrzehntelang im Kontakt mit Sr. Lucia und war zuständig für die Veröffentlichung ihrer Erinnerungen.

Rückschau der Fatima-Seherin: Verheißungen sind erfüllt

Im Jahre 2006 erschien von offiziöser Seite eine aufschlußreiche Buchbroschüre (siehe Foto): „Schwester Lucia –  Die Botschaft von Fatima“.  – Der Untertitel lautet: „Wie sehe ich die Botschaft durch die Zeit und durch die Ereignisse?“Titel

Nach einer Aufforderung ihres Ordensgenerals hatte Schwester Lucia noch im hohen Alter eine Art Rückschau auf die damaligen Ereignisse vorgenommen und dabei notiert, wie sie die Botschaft von Fatima durch die vergangene Zeitspanne hindurch beurteilt und aus ihrer jetzigen Sicht beleuchtet.

In dieser Veröffentlichung, die von ihrem Karmel-Kloster in Coimbra herausgegeben und mit Imprimatur ihres Bischofs von Leira-Fatima versehen wurde, geht es auch um das umstrittene Thema der Weihe und die damit verbundene Verheißung einer Bekehrung Rußlands und einer Zeitspanne des Friedens.

Dazu schreibt Sr. Lucia auf Seite 52 hinsichtlich der von ihr zitierten Erscheinungs-Botschaft „Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird“ Folgendes:

„Das Wort „das sich bekehren wird“ kommt vom Wort „Bekehrung“. Das heißt, es wird einen Wechsel geben vom Bösen zum Guten. (…) Diese Weihe erfolgte öffentlich durch den Heiligen Vater Johannes Paul II. in Rom am 25. März 1984 vor dem Gnadenbild unserer Lieben Frau. (…)

Nachdem der Heilige Vater alle Bischöfe der Welt angeschrieben hatte mit der Bitte, sie mögen sich in diesem Weiheakt mit Seiner Heiligkeit vereinigen, ordnete er an, dass das Gnadenbild  eigens nach Rom gebracht werde, um zum Ausdruck zu bringen, dass er die Weihe vor diesem Bild vollziehe, weil Unsere Liebe Frau von Fatima darum gebeten hatte.“

Schwester Lucia: „Es gibt immer noch Blinde…“

Auf S. 54 bekräftigt Sr. Lucia ihre Sicht der Dinge, wonach der Weiheakt vollzogen und die Bekehrung Rußlands erfolgt sei, wobei sie etwas ungnädig über die Skeptiker bzw. „Blinden“ urteilt: P1020947 - Kopie

„Nach all dem gibt es immer noch Blinde, die nicht sehen oder nicht sehen wollen und sagen: Aber es gibt immer noch Kriege in dieser Welt und unsere Herrin hat doch den Frieden versprochen.“

Zu diesem Einwand äußert sich die Hauptseherin von Fatima folgendermaßen:

„Ja, unsere Herrin hat den Frieden versprochen im Blick auf alle Kriege in der Welt, die durch den gottlosen Kommunismus entfacht wurden, nicht aber im Blick auf die Bürgerkriege, die es immer gab und geben wird.“

Neue Definition: „Bekehrung bedeutet Umwandlung zum Guten“

Auf S. 55 geht Sr. Lucia erneut auf Ihre spezielle Deutung der Bekehrungs-Verheißung von Fatima ein:

„Das Wort „wird sich bekehren“ heißt: Es wird eine Umwandlung vom Bösen zum Guten erfolgen. Oder es wird eine Verwandlung geben.“

Damit dürfte klar sein: Schwester Lucia geht davon aus, daß die Verheißung einer Bekehrung Rußlands und einer Periode des Friedens bereits in Erfüllung gegangen ist.

Hierzu stellen sich aus meiner Sicht folgende Fragen bzw. Einwände:  131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

  1. Unter Bekehrung wird unter gläubigen Katholiken zweifellos eine Umkehr bzw. Hinwendung zur katholischen Kirche verstanden. Dies würde bedeuten, daß Rußland  –  also zumindest die Mehrheit des Volkes bzw. der meisten Orthodoxen und sonstigen Christgläubigen  –  sich wieder der katholischen Kirche anschließt. Die bescheidenste Mindestanforderung wäre eine allgemeine Hinwendung der Bevölkerung zum christlichen Glauben (selbst wenn dies die schismatisch-orthodoxe Version wäre). Aber nicht einmal hiervon kann annähernd die Rede sein. Eher gewinnt man den Eindruck: In Rußland blüht weniger der Glaube als vielmehr der Aberglaube (Esoterik, Magie, Okkultismus, Geistheilertum, Schwärmerei)  –  von diversen politischen Problemen und verheerenden Mißständen ganz zu schweigen.
  2. Wenn Sr. Lucia erklärt, unter „Bekehrung“ sei eine „Umwandlung vom Bösen zum Guten“ zu verstehen, so ist dies bestenfalls an den Haaren herbeigezogen. Einen solchen Zustand  –  also auch den Fall des Kommunismus  –  kann man gewiß als deutliche politische Besserung einordnen, hat aber mit einer „Bekehrung“ im eigentlichen Sinne schlichtweg nichts zu tun. Niemand käme zum Beispiel auf die fantasievolle Idee, aus dem bloßen Ende des „DDR“-Kommunismus zu schlußfolgern, in den neuen Bundesländern habe dadurch zugleich eine „Bekehrung“ stattgefunden.  – Dazu kommt: Die „drei Geheimnisse“ sollen den Seherkindern am am 13. Juli 1917 mitgeteilt worden sein. Damals gab es noch kein kommunistisches System in Rußland (siehe Ausdruck „Oktoberrevolution“ 1917), die orthodoxe Konfession war noch Staatskirche. Eine „Bekehrung Rußlands“ konnte also zu jenem Zeitpunkt nur eine allgemeine Konversion des Volkes zur katholischen Kirche bedeuten.
  3. Aus der Fatima-Verheißung geht eindeutig hervor, Rußland werde sich bekehren und der Welt werde „eine Zeit des Friedens gewährt“. Die von Lucia erwähnte Einschränkung, dies beziehe sich allein auf jene Kriege, die der „gottlose Kommunismus“ verursache, ist im Wortlaut der Fatima-Botschaft nicht enthalten. (Zudem ist der Kommunismus  –  genau genommen  –  nicht nur „gottlos“ wie zB. der Atheismus, sondern antigöttlich – er bekämpft aktiv den Gottesglauben!)

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 

 


„Garabandal“ und die Geheimniskrämerei um das Datum der „Warnung“

Jahrzehntelanges Verwirrspiel der Garabandal-„Seher“ entlarvt

Hinter diesem geheimnisvollen Datum verbirgt sich das von Anhängern der Garabandal-„Erscheinungen“ seit Jahrzehnten sehnsüchtig erwartete Ereignis der weltbewegenden „Warnung“.

Dieses einzigartige religiös-dramatische Geschehnis bietet neben der bekannten Gewissenschau, die auch tödlich enden kann und tausend Mal schlimmer als ein Erdbeben sein soll, eine Nacht der Schreie, nebst Stillstand aller Motoren und kurze Zeit danach ein in Garabandal Bsp-7stattfindendes einzigartiges „Wunder“.

Der Zeitpunkt dieser globalen „Warnung“  –  Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „Zeiten und Fristen“   –  ist jedoch so geheim, dass weder dem „himmlischen Sohn“ (!) noch der „himmlischen Mutter“ bekannt ist, wann dieses Ereignis eintreffen soll.

Als Geheimnisträger wird nach den „Botschaften“ aus Garabandal allein der „himmlische Vater“ genannt, da der Zeitpunkt der „Warnung“ einzig (!) im „Plan des allmächtigen Gottes“ verborgen liegt.

So steht es auf den Internetseiten der Experten   –  und so wird dieses zukünftige Geschehnis auch weiterhin von unbelehrbaren „Garabandal-Anhängern“ verbreitet und beworben, die selbst nach dem unerwarteten Tod von blinden Joey Lomangino noch von einer „Großen Warnung“ und dem darauf folgenden „Großen Wunder“ träumen.

Die „Botschaft“ über den im „Plan des allmächtigen Gottes“ verborgenen Zeitpunkt der „Großen Warnung“ stammt angeblich von der „Gottesmutter“. So verbindlich sagte es die „Hauptseherin“ Conchita Gonzales am Tag nach der letzten Erscheinung im November 1965 dem Buchautor Albrecht Weber, der auch Inhaber des WETO-Verlags in Meersburg ist. (Quelle: http://www.garabandal-zentrum.de/html/body_warnung_-_das_aviso.html) christus

Albrecht Weber ist ein in der „Garabandal-Szene“ anerkannter „Experte“ mit Zweitwohnsitz in Garabandal. DerAutor hat zum Thema einige Bücher veröffentlicht und verfügt über beste Kontakte zur Garabandal-Hauptseherin Conchita Gonzales und ihrem Internetsprachrohr, dem Amerikaner Glenn Hudson.

Da die Begleiterscheinungen rund um die globale „Warnung“ auf den ersten Blick sehr gewichtig, dramatisch, einschüchternd und beeindruckend klingen, werden sie so manche empfindsame Seele davon abhalten, dieses wohlgehütete Geheimnis kritisch zu hinterfragen.

Denn wer wird sich schon gerne mit dem „Himmel“ anlegen, wenn von Anhängern so gewichtige Persönlichkeiten wie Papst Paul VI. und Pater Pio als vermeintliche Zeugen für die Echtheit des „Garabandal-Spektakels“ angeführt werden?

Datum der Warnung: Garabandal-Ente

Daher folgt hier nun eine Zusammenfassung der bekannten Fakten. Es wird sich herausstellen, dass es sich auch bei diesem „Geheimnis“, das so tief im „Plan des Allmächtigen“ verborgen liegt, nur um eine weitere, von den Anhängern sorgsam gepflegte, sich selbst entlarvende und überaus alberne „Garabandal-Ente“ handelt.???????

So stellt sich hierzu die interessante Frage: Was dürfen der „göttliche Sohn“ und die „himmlische Mutter“ wissen, was nicht auch jeder Sterbliche weiß, der sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzt?

Dabei ist die Antwort auf eine Frage erhellend, welche die im Jahr 2009 verstorbene „Seherin“ Marie Loli über den Zeitpunkt dieses Ereignisses gab und über welches Wissen die „Hauptseherin“ Conchita Gonzales dann sinnigerweise auch verfügen muss. Ein Wissen freilich, das doch angeblich so geheim im „Plan des Allerhöchsten“ verborgen ist, dass selbst der „SOHN“ und die „Mutter“  n i c h t darüber in Kenntnis gesetzt sind.

Unter der genannten Quelle lässt sich Albrecht Weber im Überschwang der Begeisterung für „Garabandal“ und dem Versuch, dieses Geheimnis zu erklären, sogar dazu hinreißen, die Geheimnistuerei des „himmlischen VATERS“ um dieses Datum mit Matthäus 24,3-12 und der Apostelgeschichte 1,7 zu vergleichen:„Apg 1,7: Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.“pic_526a50cce0863

Wie sehr dieser herbeigezogene Vergleich betreff des Zeitpunkts der „Warnung“ nicht nur hinkt, sondern hinfällig ist, sei hier erläutert: 

  1. Der „Hauptseherin“ Conchita Gonzales soll das genaue Datum des „Wunders“ mit Tag, Monat, Jahr und Stunde bekannt sein. Dieses Ereignis soll an einem „Donnerstag um 20.30 Uhr“ in Garabandal stattfinden. Wobei Conchita  –  einst vom zuständigen Bischof zum Datum des „Wunders“ befragt  –  an einer merkwürdigen Erinnerungslücke litt, die ihr im nachhinein sehr peinlich war.  Zudem verschwand vor dieser Befragung ein Brief mit dem „Wunder-Datum“ an das bischöfliche Ordinariat von Santander auf rätselhafte Weise. Diese peinliche Empfindung hielt die „Hauptseherin“ aber kurze Zeit später nicht davon ab, sich auskunftsfreudig gegenüber weder zuständigen noch in der Verantwortung stehenden Personenkreisen über Zeiträume (Fristen ) zu äußern, in denen das „Wunder“ zu erwarten ist. So legt die „Hauptseherin“ wohldokumentiert fest, dass das „Wunder“ nur in den Monaten März, April, Mai und dann nur zwischen dem 8. und dem 16. des Monats stattfinden kann.

Zitat:  On August 10, 1971, while talking to a group of Americans, she (Conchita Gonzales) offered this revealing information: “It (the miracle) will take place on or between the eighth and sixteenth of March, April or May. It will not happen in February or June.”

Quelle: http://www.garabandal.us/prph_great_miraclemedia-377708-2

  1. Die im Jahr 2009 verstorbene „Seherin“ Marie Loli antwortet in einem Interview am 27. Juli 1975 auf die Frage nach der „Warnung“, dass ihr das Jahr dieses Ereignisses bekannt ist, sie aber in ihrem Innern  f ü h l t, nicht darüber sprechen zu sollen, da die „Warnung“ und das „Wunder“  i m   s e l b e n   J ah r  (!)  stattfinden werden (… are within the same year! ).

Zitat von Mari Loli aus jenem Interview:

  1. Did the Blessed Mother tell you not to speak about the Warning?
    A. No, she didn’t, but, because the Warning and the Miracle are within the same year, I feel it inside not to say anything.

Quelle: http://www.garabandal.us/pdfs/The-Warning-and-the-Miracle.pdf

Dem aufmerksamen Leser wird schon jetzt nicht entgangen sein, dass Mari Loli das Jahr der „Warnung“ bekannt ist, obwohl Conchita 1965 gegenüber Albrecht Weber noch erklärt hat, dass dieses höchstgeheime „Warnungs- Datum“ im „Plan des Allmächtigen“ verborgen ist.

Da hat die „Erscheinung“ vergessen zu ergänzen, dass es sich bei dem verborgenen Datum nur um einen Teil des geheimen Plans handelt, der sich lediglich auf Monat und Tag dieses Ereignisses beschränkt.

Aus diesen Informationen der „Seherinnen“ können nachfolgende Schlüsse gezogen werden:0022

  1. Dem „HERRN“ und seiner „Mutter“ muss  –  wie auch Conchita  –  das Datum des „Wunders“ mit Tag, Monat, Jahr und Stunde bekannt sein, da Conchita das Datum des „Wunders“ von der „himmlischen Mutter“ empfangen hat.
  2. Die verstorbene Marie Loli gab vor zu wissen, dass ihr das Jahr der „Warnung“ bekannt ist. Da sie weiterhin mitteilte, dass die „Warnung“ und das „Wunder“ im selben Jahr stattfinden werden, musste Sie auch wissen, in welcher zeitlichen Frist (!) die dem „Wunder“ vorausgehende „Warnung“ zu erwarten ist. Diese Auskunft erhielt Mari Loli aus einem Interview der „Hauptseherin“ Conchita aus dem Jahr 1971, worin Conchita das „Wunder“ spätestens bis zum 8. Mai eines Kalenderjahres ankündigen muss.
  3. Der gleiche Schluss lässt sich auch auf Conchita anwenden – nur mit einem kleinen Rechenunterschied. Da Conchita der genaue Zeitpunkt des „Wunders“ bekannt ist, abzüglich acht Tage Vorankündigung, kann sie den Zeitraum, die „Zeit und die Frist“  –  in der die „Warnung“ zu erwarten ist  –  noch weiter eingrenzen.

Diese Informationen, die durch die „Seherinnen“ selbst mitgeteilt wurden, lassen zusätzlich den logischen Rechenschluss zu, dass es ab dem 7. Mai eines Kalenderjahres nicht mehr zu einem der genannten Ereignisse („Warnung“ und „Wunder“) im Verlauf des Kalenderjahres kommen kann.

Das zeigt auch, wie absurd und lächerlich die „Warnungs-Ankündigungen“ sind, die schon so oft von Anhängerseite und aus „Warnungs-Ir(r)land“ zum Ende eines Jahres hin – ganz aufgeregt beschworen wurden.

Fazit:

Dieses „Große Geheimnis“ um das Datum der „Großen Warnung“, das im „Plan des Allerhöchsten“ verborgen sein soll, ist so geheim, dass es Conchita im günstigsten Fall auf die ersten 59 Tage des Kalenderjahres und im ungünstigsten Fall auf die ersten 127 Tage des Kalenderjahres präzise eingrenzen kann, da ihr angeblich der genaue Zeitpunkt des von ihr anzukündigen „Großen Wunders“ bekannt ist.media-375643-2

Es ist bestimmt nicht zu viel vom Leser verlangt, daraus zu folgern, dass die tiefschürfende Erkenntnis über diese sehr präzisen „Zeiten und Fristen“ (59 bis 127 Tage)  –  nicht nur Conchita, sondern auch dem „HERRN“ und seiner „Mutter“ bekannt sein dürften.

Dem himmlischen Vater zu unterstellen, hier eine „Daten-Geheimniskrämerei“ gegenüber „Sohn und Mutter“ zu betreiben, wobei es sich minimal um 59 Tage und maximal um die ersten 127 Tage eines nicht nur der sterblichen Conchita bekannten Kalenderjahres handelt, das ist schlichtweg nicht nur albern, sondern ist geeignet, den wahren Glauben der Lächerlichkeit preiszugeben.

So ist und bleibt das ganze „Garabandal-Theater“ eine Inszenierung von unten, die sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter selbst entlarvt hat. Die Geschwätzigkeit der „Seherinnen“ hat ihren Teil dazu beigetragen. Das wird die Unbelehrbaren jedoch nicht davon abhalten, sich weiterhin Hintertürchen zu suchen, um dieses Spiel aus trüben Quellen weiter zu pflegen.

So schaut auch Glenn Hudson, das Internetsprachrohr von Conchita Gonzales, ganz gespannt auf die im Oktober 2014 in Rom stattfindende, außerordentliche Bischofssynode und terminiert die „Warnung“ nach diesem Ereignis. Er bezieht sich dabei auf eine „Botschaft“ an die verstorbene Marie Loli, welche die „Warnung“ bald nach einer wichtigen Synode angekündigt hat.

Blick in die Zukunft:

Es wird keine in Garabandal angekündigte globale „Warnung“ geben. Ich sehe nur die Gefahr, dass ein jederzeit möglicher, erdgerichteter koronarer Massenauswurf (CME) die Erdatmosphäre farblich beeindruckend aufleuchten lässt (Polarlicht).

Einige aufgeregte „Warnungsjünger“, die seit Jahren nicht nur die ganze Verwandtschaft verrückt gemacht haben, könnten dann glauben, dass die „Warnung“ im Anmarsch ist und vor lauter innerer Anspannung einen Herzinfarkt bekommen. Es würde dann unverhofft die Falschen treffen.

Ein solch beeindruckendes Ereignis  –  auch als „Fatima Storm“ bekannt  –  fand im Januar 1938 statt. Nähere Infos sind unter den Stichworten „Aurora borealis 1938“ im Internet zu finden.

Ein „Wunder“ wird es mit Sicherheit geben. Es wird dann eintreffen, wenn sich auch die „Hauptseherin“ Conchita Gonzales aus diesem Erdenleben verabschiedet hat. Die noch verbliebenen Anhänger werden dann einsehen, dass ihnen kein „Großen Wunder“ vergönnt ist, sondern sie vielmehr auf ihrer Rat- und Fassungslosigkeit sitzen bleiben.

Nach dieser Erkenntnis wird sich der Garabandal-Fanclub wirklich lang anhaltend „w u n d e r n“  dürfen, nachdem klar ist, daß er mehr als ein halbes Jahrhundert lang dem Lügentheater um ein „Wunder-Datum“ aufgesessen ist, das es niemals gegeben hat.

Dieser Beitrag stammt von unserem, dem Leserkreis des CHRISTLICHEN FORUM seit Jahren bekannten Autor „GsJC“, dem wir für seine präzisen Recherchen herzlich danken.