Was ist der MENSCH, daß du seiner gedenkst?

Psalm zur heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Psalm 8,2 ff:

HERR, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,
deinen Gegnern zum Trotz;
deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt,

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt:
All die Schafe, Ziegen und Rinder
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.

HERR, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!


Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 8,2.5.6-7.8-9.

HERR, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Was ist der Mensch, dass du seiner denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt:

All die Schafe, Ziegen und Rinder
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.

 


Medjugorje: Was die „Madonna“ der Seherin Mirjana heute erzählt hat

Das „Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje“ verbreitete jetzt folgende „Privatbotschaft der Muttergottes“ an die „Seherin“ Mirjana vom heutigen Montag, den 2. Dezember

„Liebe Kinder! Mit mütterlicher Liebe und mütterlicher Geduld schaue ich auf euer ständiges Umherirren und eure Verlorenheit.

Deshalb bin ich mit euch. Ich möchte euch helfen, dass ihr zuerst euch selbst findet und kennenlernt, damit ihr dann in der Lage seid, all das zu erkennen und zu bekennen, was euch nicht erlaubt, mit ehrlichem, vollem Herzen die Liebe des himmlischen Vaters kennenzulernenmedia-375643-2

Meine Kinder, man lernt den Vater durch das Kreuz kennen. Deshalb, lehnt das Kreuz nicht ab; bemüht euch, Ihn zu verstehen und Ihn mit meiner Hilfe anzunehmen. Sobald ihr das Kreuz annehmen könnt, werdet ihr auch die Liebe des himmlischen Vaters verstehen; ihr werdet mit meinem Sohn und mit mir gehen; ihr werdet euch von denen unterscheiden, die die Liebe des himmlischen Vaters nicht kennengelernt haben, denjenigen, die Ihm zuhören, Ihn aber nicht verstehen, nicht mit Ihm gehen, Ihn nicht wahrgenommen haben.

Ich möchte, dass ihr die Wahrheit meines Sohnes erkennt und meine Apostel seid, dass ihr euch als Kinder Gottes über menschliches Denken erhebt und immer in allem von neuem die Meinung Gottes sucht. Meine Kinder, betet und fastet, damit ihr all das erkennen könnt, worum ich euch ersuche. Betet für eure Hirten und sehnt euch danach, in Gemeinschaft mit ihnen die Liebe des himmlischen Vaters zu erkennen. Ich danke euch.“

„Liebe Kinder“ im Zustand der „Verlorenheit“…

Diese „Offenbarung“ zu Medjugorje vom heutigen Montag bietet neben dem dort üblichen Stroh und Palaver wieder einigen handfesten theologischen Unfug:

1. Ein dicker Klops ist es wohl, den „lieben Kindern“ zu attestieren, daß sie „ständig umherirren„.  – Ist das etwa der Erfolg von 32 Jahren „himmlischer Betreuung“?  – Nach weit über 40.000 Erscheinungen ist des „Herumirrens“ immer noch kein Ende?!  –  Doch es kommt noch doller: Die „lieben Kinder“ befinden sich der „Gospa“ zufolge sogar im Zustand der „Verlorenheit“, also nicht einmal im Gnadenstand, womit sie zum jetzigen Zeitpunkt Kandidaten für die Hölle wären.

Eine wahrlich trostlose Bestandsaufnahme  –  und diese „Verlorenheit“ begleitet die Erscheinungs-Gospa auch noch mit ihrer „mütterlichen Liebe„, ja gar mit „mütterlicher Geduld„?  –  Wie lange mag diese himmlische Geduld wohl noch anhalten, wenn Jahrzehnte voller Erscheinungsseligkeit nicht ausreichen, um die „lieben Kinder“ wenigstens in den Gnadenstand zu befördern?!

2. Nicht zum ersten Mal fällt auf, daß in den Medju-Botschaften zwar recht oft von Gott-Vater, aber sehr selten von Christus die Rede ist. Warum lernt man durch das Kreuz den „Vater“ kennen, wie hier behauptet wird   –  und nicht in erster Linie den göttlichen Heiland selbst?   –  Warum wird ER fast völlig ausgeblendet?

Könnte eine häufigere Erwähnung des göttlichen Erlösers womöglich die Muslime stören, die ebenfalls nach Medjugorje pilgern, wie in der einschlägigen Literatur immer wieder stolz behauptet wird?   

3. Es erscheint recht merkwürdig, wenn der Himmel dazu auffordert, daß die „lieben Kinder“ sich erst „selbst kennenlernen“ und „selber finden“ sollen. Dergleichen Aufrufe sucht man in der Heiligen Schrift vergeblich. Indem der Mensch GOTT findet, seine Gebote einhält und den Nächsten liebt, kommt er am sichersten und besten auch zu sich selber.

4. Warum ist in der Mirjana-Botschaft von der „Meinung“ Gottes die Rede? Dieser Begriff ist in der Bibel nicht zu finden. Der Allmächtige hat keine „Meinung“, er gibt keine (x-)beliebigen „Ansichten“ zum Besten, sondern ER ist die Wahrheit selbst  –  und sein WILLE ist ewig. Es geht nicht darum, die „Meinung“ des himmlischen Vaters kennenzulernen, sondern seinen Willen zu erfüllen, der sich in den Zehn Geboten und der Lehre Christi eindeutig offenbart hat, so daß es keiner Sucherei (und auch keiner Erscheinungen!) bedarf.

5. Sodann sollen die „Kinder“ Gott-Vater mit Hilfe der Madonna „annehmen„. Wie bitte?  –  Nirgendwo in der Heiligen Schriften lesen wir, daß wir den Allerhöchsten „annehmen“ sollen. Gott sollen wir vielmehr fürchten, anbeten und vor allem lieben!

Hingegen klingt „annehmen“, als lasse sich der Mensch huldvoll dazu herab, den Schöpfer des Himmels und der Erde „anzunehmen“. Das ist bei Licht betrachtet theologisch geradezu hanebüchen!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster