Christus verwehrt dem unreinen Geist die Offenbarung seines Wesens

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Mk 1,21-28:

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn ER lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: Der Heilige Gottes.

Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

HINWEISE auf das Schweige-Gebot des HERRN:

Diese Episode aus dem Markus-Evangelium ist sehr vielsagend und bedeutsam – und dies vor allem aus drei Gründen:

  1. Christus befiehlt einem unreinen Geist, der sich beim Exorzismus zu Wort meldete, energisch, er solle schweigen. Unser HERR läßt sich auf keinen „Dialog“ mit der Unterwelt ein – auch dann nicht, wenn der Teufel durchaus  – formal gesehen – die „Wahrheit“ spricht, also gleichsam theologische Richtigkeiten verkündet. 
  2.  Natürlich ist Christus gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören – das hat der unreine Geist zutreffend erkannt. Zudem ist Jesus der „Heilige Gottes“, der Allheilige des Höchsten. Aber unser göttlicher Erlöser bedarf keiner „Bestätigung“ von unten – und ER möchte auch nicht, daß die Umstehenden einer Art „Teufelspredigt“ zuhören, selbst wenn der Erzfeind sich rein äußerlich als besserer „Schriftgelehrter“ erweist als die Pharisäer. Die Unterwelt hat eben ein übernatürliches Wissen; aber man kann richtig wissen – und trotzdem hassen.
  3. Die hier zum Ausdruck kommenden Prinzipien sind für alle Exorzismen zu beachten (werden aber nicht selten dreist übergangen – übrigens auch im Fall der Anneliese Michel): Keine Gespräche mit dem Kellergeist, keine Debatten bzw. Frage-Antwort-Spiele, geschweige Verbreiten von „Protokollen“ solcher Dialoge, einmal abgesehen davon, daß derartige Vorgänge dem Seelsorgsgeheimnis widersprechen. (Auch wenn eine Teufelsaustreibung keine Beichte ist, so gilt hier sehr wohl ein allgemeines Seelsorgsgeheimnis!)  

 

 


Christus verbietet unreinen Geistern das Wort

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 4,38-44:

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen. ER trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.

Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.

Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes!
Da fuhr ER sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass ER der Messias war.

Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern, wegzugehen.
ER sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden. Und ER predigte in den Synagogen Judäas.

HINWEIS:
In gewissen charismatischen oder extrem-traditionalistischen Kreisen kommt es zu Exorzismen oder sog. „Befreiungsgebeten“, in denen die
(angeblichen oder tatsächlichen) Dämonen nach Strich und Faden ausgefragt werden – so war dies leider seinerzeit auch in der aufsehenerregenden Causa „Anneliese Michel“ der Fall.

Es wurden damals sogar Kassetten und Abschriften jener „Dialoge“ verbreitet  –  so daß die Hörer dem, was aus der (vermeintlichen oder wirklichen) Finsternis gesagt wurde, gleichsam andächtig lauschten. Zudem wurde dabei das Seelsorgsgeheimnis gebrochen, denn ein Exorzismus ist kein öffentlicher Vorgang, sondern ein seelsorglicher Akt. 

Wie dieses Ereignis aus dem Leben Christi zeigt, hat ER den unreinen Geistern strikt befohlen, sie sollten schweigen – auch als sie gerade etwas durchaus Richtiges sagten, nämlich ER sei der „Sohn Gottes“. Der HERR hat es aber nicht nötig, sich „von unten“ bestätigen zu lassen  –  ER läßt sich überhaupt auf keinerlei Gespräch mit den Finsternismächten ein. Daran haben sich auch alle Gläubigen zu halten!

Weitere Infos siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/16/der-fall-klingenberg-ist-durch-geisterfotos-wieder-in-aller-munde/


Fachbuch über den Exorzismus-Fall Anneliese Michel erschienen

Aktuelle Pressemitteilung der Universität Würzburg:

Die Historikerin Petra Ney-Hellmuth von der Universität Würzburg hat ihre Dissertation zum Exorzismus von Klingenberg vorgestellt. Ein Fazit daraus: Die Berichterstattung der Presse über den Fall fiel nicht so vorverurteilend aus, wie es in Kirchenkreisen befürchtet wurde.

Erstmals gibt es eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Exorzismus von Klingenberg aus der Mitte der 1970er-Jahre: „Der Fall Anneliese Michel. Kirche, Justiz, Presse“, so heißt die Dissertation von Petra Ney-Hellmuth vom Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Universität Würzburg. 41YlU3gk85L__

Die Autorin befasst sich darin mit den Geschehnissen um die 1976 gestorbene 23-jährige Studentin Anneliese Michel.

Zusammen mit ihrem „Doktorvater“ Professor Wolfgang Altgeld stellte Ney-Hellmuth das Buch am 4. April im Diözesanarchiv Würzburg vor. Für die wissenschaftliche Arbeit hatte sie eigens Sondergenehmigungen zur Eröffnung der Akten des Staatsarchivs und des Diözesanarchivs Würzburg erteilt bekommen.

Todesursache öffentlich falsch dargestellt

Ein Ergebnis der Arbeit: Mehrere Details des Falls wurden bisher in der Öffentlichkeit falsch dargestellt. So wurde beispielsweise der Exorzismus mit der Todesursache gleichgesetzt.

Für Ney-Hellmuth ist das der größte Fehler in der öffentlichen Darstellung. „Der Exorzismus ist ein Gebet in einer seelsorglichen Betreuungssituation.“ Gestorben sei die epilepsiekranke junge Frau, über die zwischen September 1975 und Juni 1976 der Große Exorzismus gesprochen worden war, jedoch an Unterernährung.

Der damalige Bischof Josef Stangl habe den Großen Exorzismus genehmigt und den beiden Priestern, Anneliese Michels „Seelenführer“ Ernst Alt und dem Exorzisten Pater Arnold Renz, vertraut, die später wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt wurden. Michel selbst und deren Familie hatten ärztliche Hilfe verweigert und auf eine spirituelle Lösung gesetzt. Das Fehlen einer ärztlichen Begleitung sei nicht Stangl anzulasten; die Schuldfrage sei spekulativ.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Presseberichterstattung über die Klingenberger Ereignisse fiel nicht so vorverurteilend aus wie in Kirchenkreisen befürchtet und von der Verteidigung der angeklagten Alt und Renz bemängelt. Nachweislich neu entfacht hatte der Exorzismus allerdings die Diskussion über die Realexistenz des Bösen.

Eine Folge der Ereignisse war laut Ney-Hellmuth, dass der Exorzismus-Ritus überarbeitet wurde, dass seitdem beim Exorzismus auch ein Arzt miteinbezogen werden muss und dass letztlich in Deutschland und vor allem in der Diözese Würzburg der Exorzismus ein sehr tabuisiertes Thema ist. 

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.presse.uni-wuerzburg.de/einblick/single/artikel/exorzismus/

Foto: http://www.amazon.de/Der-Fall-Anneliese-Michel-Kirche/dp/3826052307


Der „Fall Klingenberg“ ist durch „Geisterfotos“ wieder in aller Munde

Neue Schlagzeilen in der Causa Anneliese Michel

Derzeit schlagen die Wogen hoch in der Aschaffenburger Region, denn das Sägewerk, das dem Vater der bekannten Klingenberger Studentin Anneliese Michel gehörte, ist lichterloh abgebrannt, noch dazu genau am 6.6.2013 (weswegen manche an die Quersumme 666 erinnern). DSC_1185-3

Angeblich wollen Leute in dem zeitweise leerstehenden Gebäude schon vor dem Brand „nächtliche Schreie gehört“ und huschende Schatten gesehen haben, wie ParaScene-News schreibt.

Kein „Wunder“ also, daß nicht nur die lokale Presse, sondern auch die sensationslustige BILD-Zeitung bei einer solch buchstäblich „heißen“ Schauerstory auf der Matte steht und heute online titelte: „Teufels-Trubel in Klingenberg  –  Geister im brennenden Exorzismus-Haus?“

Fernsehsender berichten ebenfalls über diese Ereignisse, darunter zB. Sat 1, wobei schon im Titel die Frage gestellt wird, ob „Satanisten“ hinter den Bränden stecken. Hierfür gibt es allerdings bislang keine Beweise.

Selbst der öffentlich-rechtliche „Bayerische Rundfunk“ schreibt online unter der Überschrift „Geht Anne Michels Geist um?“:

  „37 Jahre später“ würden  derzeit „mysteriöse“ (!) Brände in Michels Heimatort Klingenberg für erneute Schlagzeilen sorgen.  

Im derzeitigen Pressewirbel spielt vor allem eine Rolle, daß in Zeitungsfotos aus „Main-Echo“ angeblich der „Geist“ von Anneliese Michel bzw. in anderen  Bildern gar „Monster“ zu sehen sein sollen.  Bsp-7

Wir wollen jenseits wilder Spekulationen grundsätzlich daran erinnern, daß wir uns als Christen vor zwei irrigen Haltungen hüten sollten:

Erstens vor dem Leugnen oder Ignorieren der überirdischen Welt, denn die Heilige Schrift  –  und damit die Offenbarung Gottes  –  lehrt glasklar, daß der Satan und sein Anhang (die Dämonen) existieren. Dies ist auch eindeutige Lehre der Kirche.

Nicht jeder rätselhafte Fall ist übernatürlich

Damit ist aber nicht gesagt, daß in angeblichen Besessenheits-Fällen automatisch „der Teufel los ist“, denn es kann sich auch um pathologische oder parapsychologische Vorgänge handeln, also um innerseelische Störungen bzw. um zunächst rätselhafte, nicht sogleich erklärbare Phänomene. Aber keineswegs alles, was sich nicht ohne weiteres natürlich aufschlüsseln läßt, muß deshalb unbedingt „übernatürlichen“  Ursprungs sein.

Als Christen sind wir gläubig, aber nicht abergläubig, vielmehr klarsichtig und nüchtern, also auch um eine besonnene  „Unterscheidung der Geister“ bemüht.

Mitte der 70er Jahre erregte der Exorzismus-Fall Anneliese Michel weltweit großes Aufsehen. Die Pädagogikstudentin starb am 1. Juli 1976 im Alter von 23 Jahren nach mehreren „Teufelsaustreibungen“ an den Folgen von Unterernährung; sie wog nur noch 31 kg. Die Eltern und zwei Exorzismus-Priester wurden daraufhin zu je 6 Monaten Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung durch unterlassene Hilfeleistung verurteilt.

Diese tragische Causa führte zu mehreren Buchveröffentlichungen   –  auch im Ausland (siehe Beispiel oben)  –  und diente u.a. als Vorlage für den reißerischen Hollywood-Film „Der Exorzismus von Emily Rose“ aus dem Jahre 2005.

„Sühne-Besessenheit“: ein Widerspruch in sichMarienstatt-DSC_0111-3

Erscheinungsbewegte und wundersüchtige katholische Kreise   – darunter teils auch das persönliche Umfeld der Verstorbenen  –  glaubten jedoch fest daran, daß es sich bei der „Besessenheit“ von Anneliese Michel um eine Art „Sühneleiden“ gehandelt habe, daß sie in Wirklichkeit eine gottbegnadete Heilige sei, welche die teuflischen Belästigungen als „Opferseele“ in Kauf genommen habe, um auf diese Weise zu büßen und zu sühnen für die Bekehrung der Ungläubigen usw.

Daß die katholische Lehre eine derartige „Sühnebesessenheit“ durchaus nicht kennt, daß dergleichen auch in der Heiligen Schrift nicht vorkommt, störte die Michel-Verehrer offenbar nicht. Zudem wäre ein solches Phänomen –  sowohl logisch wie theologisch  –  ein Widerspruch in sich selbst: ähnlich einem runden Viereck.

Ein derartiger Mythos um die Studentin konnte auch deshalb leicht entstehen, weil sie diversen Erscheinungen anhing und sich überaus stark in sog. „Mystik“ vertiefte. So pilgerte Anneliese Michel  –  wahrscheinlich sogar auf Drängen eines ihrer Exorzisten  – mehrfach nach San Damiano, einem kirchlich nicht anerkannten Marienerscheinungsort in Italien.

Bevor ihre angebliche oder tatsächliche Besessenheit begann, soll ihr selber zweimal die Gottesmutter im fränkischen Wallfahrtsort Engelberg erschienen sein und sie zum „Sühneleiden“ aufgefordert haben. 

Manche ihre Anhänger sind davon überzeugt,  daß die junge Frau als vom Himmel erwählte „Opferseele“ sogar die Stigmata an ihrem Leib trug, also die Wundmale Christi. Da hierüber keine Fakten bekannt sind, wird dann auch „unsichtbare“ Stigmata verwiesen.

Aufgrund der Behauptung einer „visionären“ Ordensfrau, Anneliese Michel sei ihr erschienen und deren Körper sei nach wie vor unverwest, wurde die Leiche der Verstorbenen 1978 exhumiert  –  und damit das Gegenteil bewiesen.

Äußerst problematisch  – und zudem ein unverantwortlicher Verstoß gegen das Seelsorgsgeheimnis  – war es auch, daß von den exorzistischen Vorgängen mehrere Tonbänder und Aufzeichnungen bzw. Protokolle die Runde machten, daß Kassetten der versuchten „Teufelsaustreibung“ sogar im Fernsehen abgespielt wurden  –  einmal abgesehen davon, daß die katholische Kirche es Exorzisten ohnehin verbietet, Finsternismächte gleichsam „auszufragen“ und diese wie seriöse Interviewpartner zu behandeln, sie damit aufzuwerten bzw. ihnen so eine unangemessene Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

WEITERE ARTIKEL zu Anneliese Michel und dem Themenkreis EXORZISMUS:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/09/05/unserioser-exorzismus-und-gefahrlicher-unfug-mit-damonen-interviews/
https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/03/monica-scala-uber-christus-die-kirche-und-das-ritual-des-exorzismus/
https://charismatismus.wordpress.com/2013/01/15/christus-befiehlt-dem-unreinen-geist-schweig-und-treibt-ihn-aus/

Foto: Bernd F. Pelz


Christus befiehlt dem unreinen Geist: „Schweig!“ – und treibt ihn aus

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Evangelium nach Markus 1,21b – 28:

Sie kamen nach Kafarnaum.
Am folgenden Sabbat ging ER in die Synagoge und lehrte.
Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Verkündigung;
denn ER lehrte sie wie einer,
der [göttliche] Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war.  Duccio
Der begann zu schreien:
„Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?
Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?
Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
Da befahl ihm Jesus: „Schweig und verlaß ihn!
Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her
und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Da erschraken alle  – und einer fragte den andern: „Was hat das zu bedeuten?
Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet.
Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
 

ANMERKUNGEN:

Aus diesem Evangelien-Bericht können wir wichtige Erkenntnisse gewinnen, vor allem folgende:

1. Der unreine Geist (Dämon) fürchtet sich zu Recht vor Christus („Bist Du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?“). Unser HEILand ist  –  wie ER selber sagte  –  tatsächlich auf der Welt erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören(1 Joh 3,8).

Sein größter Sieg über die Finsternismächte geschah auf Golgotha: Am Kreuz besiegte der HERR Hölle, Tod und Teufel.  –  ER nahm ihnen nicht die Existenz, alle diese Bedrohungen der menschlichen Seele bestehen weiter, aber ER öffnete uns durch seine Erlösungstat das Tor zum Himmel und vereitelte so die verderblichen Pläne der Hölle.

2. Der unreine Geist ist in formaler Hinsicht durchaus „gläubig“, denn er erklärt ausdrücklich: „Ich weiß, wer Du bist: Du bist der Heilige Gottes“.  – Daher heißt es in der Hl. Schrift: Auch die Teufel glauben  – und zittern(Jak 2,19).

Kein Dämon hat je die Existenz Gottes geleugnet, zumal er (als gefallener Engel) ja einst in der Herrlichkeit Gottes lebte. Das Beispiel der unreinen Geist belegt auf „extreme“, aber eindringliche Weise, daß ein bloßer „Kopfglaube“ für das ewige Heil nicht genügt, denn denselben gibt es auch in der Hölle. Zum „Kopfglauben“ muß die Gottes- und Nächstenliebe kommen, zudem die Einhaltung der göttlichen Gebote  – kurz: ein Leben in der Nachfolge Christi!

3. Christus beginnt mit dem unreinen Geist keinerlei Diskussion, ER läßt sich auch nicht durch die „frommen“ Worte des Teufels dazu verleiten, sondern ER gebietet ihm energisch: „Schweig!“   

Ganz in diesem Sinne bzw. nach Christi Vorbild verbietet auch die katholische Kirche beim Exorzismus jedes überflüssige „Gespräch“, jedes unnötige „Ausfragen“ von Dämonen. Mit dem Teufel soll nicht debattiert werden, zumal ihn dies als „Gesprächspartner“ aufwerten würde.

Zudem wird Satan in der Hl. Schrift als „Vater der Lüge“ bezeichnet, vor dessen Täuschungsmanövern und scheinfrommen Tricks jeder Exorzist auf der Hut sein muß. 

Dieser entscheidende Aspekt wurde seinerzeit im Fall der Anneliese Michel beim Exorzismus nicht beachtet, was verheerende Folgen zeitigte. Abzulehnen sind daher ausnahmslos alle  Schriften und Veröffentlichungen, die sog. „Gespräche mit Dämonen“, detaillierte Exorzismus-„Protokolle“ und dergl. enthalten.

Felizitas Küble

 

Unseriöser Exorzismus und gefährlicher Unfug mit „Dämonen-Interviews“

Anneliese Michel, der „Fall Klingenberg“ und San Damiano

Die Kirche   –  genauer: das amtliche „Rituale Romanum“  –  verbietet es den vom Bischof beauftragten Priestern ausdrücklich, sich bei einem Großen Exorzismus in „Gespräche“ mit Dämonen zu begeben und diese dadurch als „Interviewpartner“ aufzuwerten.

Das käme einer unseriösen Neugier gleich, die in der Seelsorge nichts zu suchen hat, abgesehen davon, daß das Jenseits kein „Auskunftsbüro“ und Satan ohnehin der „Vater der Lüge“ ist, dem man prinzipiell keine Aufmerksamkeit schenkt, welche ihm ein „Forum“ bietet, sich zu präsentieren.

Christus selbst hat sich bei seinen Exorzismen nie auf Diskussionen mit dem Teufel eingelassen, sondern ihm seinen klaren Befehl „Schweig!“ entgegengehalten und dann die Besessenen in seiner göttlichen Vollmacht befreit. Daran orientiert sich auch die Kirche als Stiftung Christi.

Laut Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) dient der Große Exorzismus dazu, „Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien  –  und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat.“  – Er dient keineswegs dazu, sich „Auskünfte“ über das Jenseits zu beschaffen.

Dennoch geistern (!) in manchen erscheinungsfrommen Kreisen seit Jahrzehnten diverse „Aussagen von Dämonen“ durch Buchdeckel und Internetseiten, wobei mit diesen höllischen „Interviews“ beispielsweise belegt werden soll, daß bestimmte Erscheinungsorte „echt“ sind, weil ein angeblicher Teufel sie im Rahmen eines Exorzismus „verflucht“ hat.

Das läuft dann also nach der Devise: Wenn die Hölle dagegen ist, dann umso besser für die Erscheinung, umso echter ist sie doch!

Ein Beispiel für diese oberschräge „Logik“ ist die erscheinungssüchtige Webseite „http://www.gottliebtuns.com“ (dort wird auch der Endzeit-Unsinn mit den Botschaften „Die Warnung“ verbreitet).

Dieser Blog bietet unter dem Stichwort „Exorzismus Anneliese Michel“ groben Unfug,  wobei die folgende Einführung schon Bände spricht, denn sie lautet: „Das warnende Zeugnis…Interviews und Aussagen von Dämonen“

Hier hört man dem Widersacher also gleichsam „andächtig“ zu,  lauscht seinem „Zeugnis“ (!) und will tatsächlich wissen, was er aus seiner satanischen „Weisheit“ mitzuteilen weiß…

Leider geschieht genau dies  –  wie allein schon die bezeichnende Überschrift  „Die Dämonen über Erscheinungsorte“ belegt.

Dabei wird aus „Protokollen“ zitiert, die beim Exorzismus im „Fall Klingenberg“ (Anneliese Michel)  entstanden sind und die danach von Tonbändern abgeschrieben wurden und die schon seit Jahrzehnten in „frommen Kreisen“ die Runde machen.

Abgesehen davon, daß diese Vorgehensweise letztlich eine Verletzung des Seelsorgsgeheimnisses darstellt, widerspricht dies zudem der klaren Anweisung der Kirche.

(Beleg-Link: http://www.gottliebtuns.com/exorzismus_anneliese.htm#29)

Natürlich werden wir konsequenterweise keine „Dämonen-Aussagen“ zitieren, auch nicht um einer kritischen „Dokumentation“ willen, sondern weisen vielmehr grundsätzlich auf Folgendes hin:

1. Diese Webseite bringt derbe Ausdrücke und Flüche von „Luzifer“ gegen kirchlich nicht anerkannte Erscheinungsorte wie Heroldsbach, San Damiano und Montichiari, wobei der angebliche Satan behauptet, er (!) habe dafür gesorgt, daß die Kirche diese wahren Erscheinungen ablehnt…

Damit wird tiefes Mißtrauen gegen das kirchliche Lehr- und Hirtenamt gesät und stattdessen das Hören auf (kirchlich nicht anerkannte) „Privatoffenbarungen“ begünstigt.

2. Sowohl hier wie in anderen Veröffentlichungen mit „Dämonen-Interviews“ werden einfachste theologische Sachverhalte nicht beachtet.  – Hierzu ein Beispiel:

Die erwähnte Webseite zitiert auch „Judas“, der über sich und  –  wie es dort heißt  – „andere Dämonen“ spricht. Aber Judas ist kein Dämon, kein gefallener Ex-Engel  –  da er als Mensch zwar verdammt sein kann, aber dadurch keineswegs zum „Dämon“ wird, sondern vielmehr zu einer verworfenen Seele in der Hölle. 

Man unterscheidet also nicht einmal zwischen den Teufeln (gefallenen Engeln) und den Verdammten (Seelen von verlorenen Menschen).

Bei einer Besessenheit kann es aber allein um eine „In-Besitznahme“ durch einen Dämon/Teufel gehen  –  und nicht etwa durch eine verlorene Menschenseele aus der Hölle. Genau dies wird aber im Falle eines „Judas“ (oder wahlweise auch „Hitler“, „Nero“, „Stalin“) behauptet.

3. Neben den falschen Erscheinungsorten Heroldsbach und Montichiari wird vor allem San Damiano verherrlicht, zumal die Exorzismus-Betroffene Anneliese Michel mehrfach (aber)gläubig dorthin „gepilgert“ war.

Auch hier fluchen die „Dämonen“ natürlich gleichsam heftig dagegen, aber gerade weil diese Erscheinungsstätten eben gar so „echt“ seien, sie sich also über die „Anwesenheit“ der „Madonna“ dort grün und schwarz ärgern…und sich umso mehr freuen, daß die Kirche diese Visionen nicht anerkannte….

So sieht also jene wahrhaft teuflische „Logik“ aus, auf die sich manche Erscheinungsgläubige in grenzenloser Leichtgläubigkeit einlassen.

Zu San Damiano heißt es auf der erwähnten Webseite wörtlich:

San Damiano ist ein kleiner, kirchlich (noch) nicht anerkannter Wallfahrtsort in Norditalien, 20 km südlich von Piacenza am Apennin.

Eine Kleinbäuerin namens Rosa Quattrini in diesem Ort hatte nach drei schweren Entbindungen, die stets den Kaiserschnitt erforderlich machten, eine Infektion erhalten. Die Wunde heilte nicht mehr, so dass die Frau arbeitsunfähig und sterbenskrank zu Hause lag. Da erschien ihr in der Tracht der dortigen Gegend die Gottesmutter und heilte sie.

Gleichzeitig gab sie ihr den Auftrag, aufzustehen und den stigmatisierten Pater Pio in Süditalien zu besuchen. Dieser befahl ihr, zwei Jahre lang in der Stadt die Kranken zu pflegen, was Rosa befolgte. Nach Ablauf dieses Krankendienstes erschien ihr die Gottesmutter erneut im Oktober 1964 und brachte vor ihrem Anwesen durch Berührung einen Birnbaum zum Blühen, kurz vor dem jahreszeitlich bedingten Absterben der Natur.

Der Weisung der Gottesmutter folgend, wurde beim Anwesen der Bäuerin ein Brunnen gegraben, aus welchem seitdem Wasser mit heilbringenden Kräften fließt. Frau Rosa, genannt nun Mama Rosa, erhält seitdem von der Gottesmutter Botschaften, die zur Bekehrung der Sünder aufrufen.“

Soweit der erscheinungsbewegte Blog „Gottliebtuns“.

San Damiano übte lange Zeit  –  teils bis heute  –  besonders auf traditionalistische Kreise eine große Anziehungskraft aus. 

Sogar Erzbischof Marcel Lefebvre war zunächst ein Anhänger von San Damiano, bis er sich mit „Mama Rosa“  –  der dortigen Bäuerin und „Seherin“ – nicht einig wurde über die Beurteilung von Papst Paul VI. (sie verherrlichte ihn, er war kritisch).

Die „Madonna“ soll der „Mama Rosa“ am Birnbaum mit je einer Rose in ihrer Hand erschienen sein, wobei der Baum kurz danach angeblich wundersam erblühte. Am nächsten Tag  –  es war Oktober 1964  – habe der Zwetschgenbaum geblüht,  so wird berichtet.

Selbst wenn diese Behauptungen zutreffen sollte,  so handelt es sich um typische „Schauwunder“ ohne theologischen Sinn, also genau das, was Christus ablehnte, während er auf Erden wirkte. (Als Satan unseren HERRN bei der Versuchung in der Wüste zu einem gloriosen Schauwunder verführen wollte  – Herabstürzen von der Zinne des Tempels  – wies ER dies eindeutig zurück.)

Abgesehen davon läßt sich das vermeintliche Birnbaum/Zwetschgenbaum-Wunder durchaus natürlich erklären:

Wenn nämlich ein kalter Sommer herrscht und ein sehr warmer Herbst folgt (was dort in der Region 1964 der Fall war), dann kann es gerade bei diesem Bäumen zu einer sog. „Notblüte“ kommen, so daß es gleichzeitig Früchte und Blüten gibt.

Der zuständige Bischof hat sich seinerzeit jedenfalls ablehnend zu San Damiano geäußert, die Kirche blieb stets bei ihrer kritischen Haltung, allen mirakulösen Phänomenen bzw. irrgeistigen „Wundern“ zum Trotz  –  und das mit Recht.

Das vatikanische Amtsblatt „Osservatore Romano“ veröffentlichte am 16. November 1970 eine eindeutige Erklärung des Bischofs von Piacenza, in der es heißt:

„Die angeblichen Botschaften, Visionen und Wunder haben nichts mit Übernatürlichem zu tun. Rosa Quattrini hat täglich und öffentlich ihrem Bischof den Gehorsam verweigert. Wir weisen sie hiermit formell darauf hin, daß wir gezwungen sind, ihr die Sakramente zu verweigern sowie den Zutritt zur Kirche.“

Der damalige Pfarrer von San Damiano, Edgardo Pellacini, wurde in einem päpstlich bestätigten Dekret amtsenthoben; es wurde ihm verboten, sich weiter mit den angeblichen Erscheinungen von San Damiano zu befassen.

Alle „übrigen Anhänger, Priester wie Laien“ wurden in der bischöflichen Stellungnahme eindringlich davor gewarnt, die „Botschaften“ zu verbreiten und nach San Damiano zu pilgern. Ein klares Wort also!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Monica Scala über Christus, die Kirche und das Ritual des Exorzismus

„CHRISTUS ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören.“ (1 Joh 3,8)

Die 51-jährige Theologin Monika Scala hat sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Exorzismus befaßt, also dem amtlichen Ritual der kirchlichen Teufelsaustreibung.

Unter dem Titel „Letzte Rettung: Exorzismus“ berichtete ZEIT-online am gestrigen Donnerstag (2.8.2012) darüber  – freilich mit ironischem „Unterton“, wie bei einer weltlichen Publikation kaum anders zu erwarten ist, handelt es sich doch um ein reichlich „zeitgeistwidriges“ Thema, das oberflächliche Zeitgenossen gerne zu Witzen und Spötteleien veranlaßt.

Im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT (online) hält die Theologin  und zweifache Familienmutter daran fest, daß bereits Christus Dämonenaustreibungen vorgenommen hat – und zwar nicht wenige. 

Daraufhin fragt (sich) ZEIT-online: „Der Messias, Gottes Sohn, ein Exorzist?“

Allerdings, denn sein Lieblingsjünger Johannes schreibt von IHM: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre“ (1. Joh 3, 8).

Jesu größter Sieg über Satan geschah allerdings nicht bei seinen Exorzismen, auch nicht bei der erfolgreich bestandenen Versuchung in der Wüste, sondern auf Golgotha: am Kreuz hat unser Erlöser den Widersacher und Erzfeind des Menschen besiegt, weil er uns erlöste und sein Heilswerk vollendete.

ZEIT-online schreibt sodann:

„Mehrere Wundererzählungen aus dem Neuen Testament seien nichts anderes als klassische Darstellungen exorzistischer Rituale. Als Jesus von Nazareth laut Markusevangelium in der Synagoge von Kafarnaum einen Mann traf, der »von einem unreinen Geist besessen war«, befahl Jesus: »Schweig, und verlass ihn!« Woraufhin der unreine Geist den Mann durchgerüttelt und ihn »mit lautem Geschrei« verlassen habe.

Erzählungen wie diese seien lediglich metaphorisch zu verstehen, sie sollten eine psychische Befreiung von Zwängen ausdrücken, meinen viele Theologen. Monika Scala sieht das hingegen anders: »Es ist erwiesen, dass Jesus Dämonenaustreibungen gemacht hat.« Ein Abschnitt ihrer Doktorarbeit trägt folgerichtig den Titel: Jesu Tätigkeit ist unaufhaltsamer Exorzismus.“

Was bei den Teufelsaustreibungen Christi auffällt: Er läßt sich auf keinerlei „Diskussionen“ mit den Dämonen ein, sondern befielt ihnen kurz und klar: „Schweig – und verlaß ihn!“

„Diskussionen“ mit den Dämonen sind nicht erlaubt

Auch der kirchliche Exorzismus verbietet dem vom Bischof beauftragten Priester jedes neugierige  und unnötige „Ausfragen“ beim Exorzismus. „Streitgespräche“ sind keineswegs angesagt. Der Teufel soll nicht als „Gesprächspartner“ aufgewertet werden, zumal er ohnehin der „Vater der Lüge“ ist (vgl. Joh 8,44).

Leider wurde dieses kirchliche Prinzip bei den Exorzismen im spektakulären Fall der „Anneliese Michel“ nicht beachtet. Kassetten mit den „Teufels-Debatten“ machten sogar die Runde bis ins Fernsehen hinein, wobei zudem das Seelsorgsgeheimnis verletzt wurde.

Zurück zum Artikel in ZEIT-online; dort heißt es weiter: 

„Während unter Johannes Paul II. der Abwehrkampf gegen Dämonen in den Hintergrund zu geraten schien, rückte Benedikt XVI. das Thema wieder in den Fokus der katholischen Aufmerksamkeit. Im Jahr 2005 wurde in Rom an der päpstlichen Hochschule Athenaeum Regina Apostolorum ein eigener Exorzismus-Lehrgang gegründet, eine Kaderschmiede für Exorzisten aus aller Welt. Im vergangenen Jahr lud der Papst zu einer großen Exorzismuskonferenz nach Rom.“

Katholische Geistliche dürfen nicht aus eigenem Antrieb eine  Teufelsaustreibung vornehmen, vielmehr bedürfen sie dafür einer bischöflichen Genehmigung, denn diese Aufgabe erfordert starke Nerven und eine gewissen Lebens- und Glaubenserfahrung. Daher wählt der Bischof besonders bewährte und charakterstarke Geistliche für dieses Amt aus.

Zudem müssen sie besonnen und nüchtern vorgehen, denn nicht alles, was nach „besessen“ aussieht, ist dies auch wirklich. ZEIT-online hierzu:

„Die wichtigste Aufgabe beim Exorzismusdienst sei laut Scala die »Unterscheidung der Geister«: Wann ist jemand schizophren, wann aber besessen? Im ersteren Fall verständige man einen Arzt, im letzteren Fall schreite man beherzt zur Tat. Denn eines, so Scala, dürfe nicht passieren: Medizin und Theologie gegeneinander auszuspielen.(…)

Im vergangenen Jahr sorgte Andreas Masching, ein Psychiater am Wiener Spital SMZ Ost, für Aufsehen, weil er mit dem offiziellen Exorzisten der Diözese Wien, dem gebürtigen US-Amerikaner Larry Hogan, zusammenarbeitete. Dieser führt laut Medienberichten rund 50 Austreibungen im Jahr durch, auch bei Katholiken aus anderen Bundesländern.

Der »Priester im Befreiungsdienst« der Diözese St. Pölten hat bereits deutlich weniger Arbeit zu erledigen. Die Diözese Linz beschäftigt fünf Exorzisten, deren Namen streng geheim sind. Austreibungen hat es dort in den vergangenen Jahren jedoch keine mehr gegeben. Es stünden nicht einmal in jeder der neun Diözesen geprüfte Exorzisten zur Verfügung, beklagt Scala. Dabei ist das laut Kirchenrecht aber vorgeschrieben.“

Der Mißbrauch einer Sache spricht nicht gegen die Sache selbst

Der Exorzismus war freilich auch Mißverständnissen und Wildwuchs ausgesetzt, das gilt auch hinsichtlich abergläubischer oder heidnisch anmutender Auswüchse früherer Zeiten (wobei derartige Ausuferungen auch heute noch vorkommen können):

„Das Mittelalter war eine fruchtbare Zeit für ein bunt schillerndes Volksbrauchtum. »Ganze Ställe« seien dem Tier-Exorzisten vorgeführt worden. Maschinen, Landwirtschaftsgerät, sogar Waffen wurden von bösen Geistern gereinigt und der Beelzebub gebannt. Seh- und Hörbehinderte habe man zum Teufelsaustreiber geschickt, da man glaubte, ein Dämon blockiere die Sinnesnerven. Epilepsie, Alkoholismus, Hautausschläge: Wo die altbewährten Hausmittel nicht wirkten, half der Priester. Auch Nonnen sollen Teufelsaustreibungen vorgenommen haben.

»Wildwuchs und Aberglaube« hätten den Volksglauben durchdrungen, erklärt Scala. Doch als die Schäfchen begannen, den Satan als ebenbürtiges Gegengewicht zu Gott anzusehen, wurde es den Hirten zu viel. »Gott hat alles geschaffen, auch die Dämonen«, erklärt Scala. Um diese Lehre ein für allemal festzuschreiben, schuf das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert gleichsam eine Art DIN-Norm für die Teufelsaustreiberei. Sie ist bis heute geltender Standard in aller Welt.“

Gott hat die Dämonen natürlich nicht als solche erschaffen, sondern als ursprüngliche Engel, die aufgrund ihres freien Willens von Gott abgefallen sind und dadurch in die Hölle stürzten, in die ewige Gottesferne. Seitdem versuchen die Teufel, auch Menschen in ihren Bann zu ziehen und damit in den immerwährenden Abgrund.

Doch Christus „ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören“, wie er selber verkündet. Am Kreuz besiegte ER den Erzfeind des Menschen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster