Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen AfD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag

Von Felizitas Küble

Die Landtags-Fraktion der AfD hat Mitglieder und Interessenten der Partei für den 11. Januar 2018 zu einem Neujahrsempfang in den Düsseldorfer Landtag eingeladen. Das Publikum war bunt gemischt; ich unterhielt mich z.B. angeregt mit einem jüdischen Besucher und einem muslimischen Studenten aus Afrika, die beide der AfD nahestehen.

Der AfD-Vorsitzende von NRW, Thomas Röckemann, begrüßte einzeln jeden der über 200 Teilnehmer persönlich.

Die Eröffnungsrede hielt Markus Wagner (siehe Foto), AfD-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag. Der AfD-Parlamentarier erläuterte in seiner Ansprache die konservativen und freiheitlichen Positionen seiner Partei.

Er beschwerte sich über Benachteiligungen, die seine Fraktion im Landtag erlebt, vor allem aber auch darüber, daß es in der CDU immer mehr zeitgeistangepaßte „Progressive“ gäbe. Er meinte, unter einem Franz Josef Strauß (CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident) wären solche C-Vertreter „rausgeflogen“. 

Durch den Linksrutsch der Union vor allem unter ihrer Vorsitzenden Merkel sei die AfD die einzig wirklich konservative parlamentarische Kraft in Deutschland.

Der Fraktionschef wandte sich gegen die „Diesel-Zerstörung“, kritisierte die von Merkel herbeigeführte „Energiewende“ und den damit verbundenen Anstieg der Stromkosten. Große Skepsis äußerte er auch über die vor allem von den Grünen forcierte Einführung von Elektro-Autos, die uneffektiv und zudem umweltschädlich seien.

Hingegen begrüßte er das von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführte Polizeigesetz, das überfällig gewesen sei, zumal die Innere Sicherheit schon zu lange vernachlässigt worden sei.

BILD: Fraktionschef Wagner im Gespräch mit einem afrikanischen Studenten und dem Vize-Vorsitzenden der AfD in Münster

Er erklärte zudem, nur durch den Druck einer starken AfD könne es gelingen, die CDU von links wieder in die politische Mitte zu rücken.

Zum Thema Linksextremismus sagte Wagner, diesen müsse man auch dadurch bekämpfen, daß man ihm staatlicherseits finanziell das Wasser abgrabe.

In diesem Zusammenhang erwähnte er das frühere Gesetz, wonach linke Gruppen nur dann Fördergelder von Behörden erhalten, wenn sie sich ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Dies sei jedoch unter der schwarz-roten Koalition unter Druck der SPD wieder abgeschafft worden.

Dem Antrag der AfD-Landtagsfraktion auf Wiedereinführung des früheren Gesetzes habe die CDU nicht zugestimmt.

Nach diesem Impulsreferat folgte eine ausführliche Ansprache des Historikers und Buchautors Dr. Karlheinz Weißmann. Der Geschichtswissenschaftler hielt bereits im April 2018 in Münster eine Rede bei der AfD: https://charismatismus.wordpress.com/2018/04/26/dr-weissmann-ueber-den-kulturbruch-der-68er-revolte-und-die-fatalen-folgen/

HIER folgt der Bericht über seinen jetzigen Vortrag in Düsseldorf: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/12/historiker-karlheinz-weissmann-sprach-beim-afd-neujahrsempfang-in-duesseldorf/

 

 


Abtreibung: Mord mit weißen Handschuhen

Die Abtreibung eines ungeborenen Kindes wegen einer möglichen Behinderung ist Mord an einem Unschuldigen. Diese Ansicht vertrat Papst Franziskus am 16. Juni bei einer Ansprache im Vatikan.

Die erste Reaktion auf die Behinderung sei oft „Das machen wir weg“, sagte der Papst laut KNA: „Mord an Kindern – um ein ruhiges Leben zu bewahren, wird ein Unschuldiger plattgemacht.“ 

Dieses Verhalten sei vergleichbar mit der Euthanasie der Nationalsozialisten. „Heute tun wir dasselbe mit weißen Handschuhen“, erklärte Papst Franziskus.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/papst-vergleicht-abtreibung-mit-euthanasie-der-nationalsozialisten-105664.html

 


Yom ha-Shoah: Holocaust-Gedenktag in Israel

In Israel wird heute Yom ha-Shoah, der Holocaust-Gedenktag, begangen. Am gestrigen Vorabend des Gedenktages fand die zentrale Gedenkzeremonie in der Holcaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem statt.

In seiner Ansprache erklärte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin, es gäbe in Israel zwei Positionen gegenüber der Shoah:

Einerseits würde diese lediglich zu einem von Rassismus geprägten Ereignis von vielen in der Geschichte erklärt, bei dem die Juden Opfer Opfer geworden seien, wie an anderen Orten andere.

Der andere Ansatz betrachte die Welt nur noch durch die Brille der Shoah und sähe die Hauptaufgabe des Staates Israel darin, eine neue Shoah zu verhindern.

Beide Ansätze seien jedoch falsch. Der erste ignoriere die Singularität der Shoah und auch des Antisemitismus, der seit 2.000 Jahren existiere. Die Shoah sei nicht als Verbrechen gegen die Menschheit geplant worden, sondern mit dem Ziel das jüdische Volk in Gänze zu vernichten.

Der zweite Ansatz dagegen laufe Gefahr, die Welt einzuteilen, in die Gerechten unter den Völkern einerseits und antisemitische Nazis andererseits. Jede Kritik an Israel werde pauschal zu Antisemitismus erklärt. Ein solcher Ansatz gefährde die Gesellschaft nach innen, aber auch die Beziehungen nach außen. Das Judentum existiere nicht erst seit der Shoah, und es sei nicht die Angst gewesen, die das jüdische Volk 2000 Jahre lang im Exil am Leben gehalten habe.

Rivlin erklärte, das Gedenken an den Holocaust und die Lektionen, die aus dem Völkermord am jüdischen Volk gelernt werden könnten, basierten auf drei zentralen Säulen: Selbstverteidigung, ein gemeinsames Schicksal und Menschenrechte:

„Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies ist eine heilige Pflicht, der sich das jüdische Volk nicht entziehen kann und will. Immer. In jeder Lage. Deshalb können wir auch nicht schweigen angesichts der Schrecken, die sich in weiter Ferne ereignen und ganz sicher nicht derer, die auf der anderen Seite des Zauns stattfinden.“

Heute morgen, um 10 Uhr Ortszeit ertönte, wie in jedem Jahr, im ganzen Land die Sirene zur Erinnerung an die Opfer der Shoah. Während der zwei Minuten, die der Sirenenton anhält, kommt das Leben in Israel zum Stillstand.

Auch die Botschaft des Staates Israel in Deutschland hat eine Zeremonie zum Yom ha-Shoah veranstaltet. Angehörige der Botschaft reisten in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, wo der Gesandte der Botschaft, Avi Nir-Feldklein, einen Kranz niederlegte.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Pfarrer Paul Spätlings Ansprache vom 19.1. auf der PEGIDA-Kundgebung in Duisburg

Wortlaut der Rede, die dem Priester ein Predigtverbot einbrachte:

Ich danke erstmal dem Vorstand, daß ich hier sprechen darf. Ich bin hier zum ersten Mal in Duisburg bei der PEGIDA. Ich bin aus diesem Grund hier, weil man bei der PEGIDA-Demonstration in Köln die Lichter ausgestellt hat am Kölner Dom – und ich halte das für sehr, sehr betrüblich: deswegen, weil es der Herr Dompropst am Vorabend des großen christlichen Festes der Erscheinung des HERRN, der heiligen Drei Könige getan hat.  DSC_0568

Es ist ein großer Festtag gerade in Köln, weil dort die Gebeine der hl. Drei Könige im Dom sind und der Dom für diese hl. Drei Könige gebaut worden ist.

Die hl. Drei Könige haben das Licht gesehen, das Licht Christi vom Stern  –  und dieses Licht ist ein Symbol – und dieses Licht wird einfach hier ausgeschaltet, nur weil Menschen friedlich zusammenkommen und gegen die Islamisierung Europas stehen.

Wenn ich mich nicht irre, haben die Christen Europas schon fast 1400 Jahre gegen den Islam kämpfen müssen, weil er in Europa eingefallen ist. Immer wieder hat sich Europa verteidigt, hat sich die Christenheit verteidigt – und jetzt seit etwa 20, 30 Jahren sollen wir das nicht mehr tun?

Gehört denn der Islam zu Deutschland? – Das ist doch ein unmögliches Wort, was die Frau Merkel dort gesagt hat.

Wenn ein großer spanischer Dichter Cervantes, der den „Don Quijote“ geschrieben hat, wenn er als junger Mann mit 21 Jahren bei der Schlacht von Lepanto seinen linken Arm verloren hat – Entschuldigung: seinen rechten Arm – und ist dann ein ganz großer Dichter geworden. Was hat der Mann auf sich genommen, damit die Türken von Europa ferngehalten würden?!Cervantes

Und dieser Dichter Cervantes ist abgebildet auf einem 20-Cent-Stück aus Spanien des Euro. Vielleicht schauen Sie mal drauf, vielleicht haben Sie ein Bild schon bekommen.

Ich hoffe nicht, daß Frau Merkel und andere den Antrag stellen, daß diese Münze verschwindet.

Ich danke ganz herzlich für Ihr Gehör und bitte dann, daß wir in Ruhe, Ordnung und Frieden den Marsch für Deutschland machen.

Ton-Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ZEkld1nR6rQ

HINWEIS: Wegen dieser Wortmeldung wurde der Priester mit einem allgemeinen Predigtverbot durch den Bischof von Münster belegt. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/20/munster-bischof-felix-genn-entzieht-pfarrer-paul-spatling-die-predigtbefugnis/

Anders als im Bistum Münster: Bischof Koch von Dresden empfiehlt fairen und sachlichen Umgang mit PEGIDA: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/25/bistum-dresden-bischof-heiner-koch-empfiehlt-fairen-umgang-mit-pegida/

Weiterer Artikel zur Causa Spätling: http://www.blu-news.org/2015/01/27/pegida-demo-mit-gottes-segen/

QUELLE für das 1. Foto: Dr. Bernd F. Pelz  – 2. Foto: http://bilder-notizen.blogspot.de/2015/01/rede-des-katholischen-pristers-paul.html

 


„Marsch für das Leben“ in Berlin: Geistliches Wort von Generalvikar Michael Fuchs

Hier folgt der vollständige WORTLAUT der Schlußansprache von Prälat Michael Fuchs, dem Generalvikar des Bistums Regensburg und amtlichen Vertreter von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer beim Marsch fürs Leben am 19. September 2014:baby

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am „Marsch für das Leben“,
liebe Freunde des Lebens!

Tief beeindruckt sind wir alle von den Zeugnissen, die wir am Anfang gehört haben; von dem Weg, den wir jetzt – mit mancher Begleitmusik – zurückgelegt haben. Tief beeindruckt sind wir, dass wir viele geworden sind.

Aber was heißt das: Beeindruckt sein?

Es geht uns tief an. Da fliegt nicht etwas oberflächlich vorbei, ein Event, ein Slogan, ein Hit. Nein, es dringt tief in unser Herz und packt uns von innen her.

Kinder haben diese Gabe, beeindruckt zu sein, von klein auf. Sie saugen alles auf, sind authentisch und auch schlechte Lügner. Und wenn sie etwas ahnen von der Größe Gottes, von jemandem, der uns alle übersteigt und uns gleichzeitig schützt und trägt, dann staunen Kinder, und Mund und Augen stehen offen, um alles aufzunehmen.iMA00584401

Vielleicht hat deswegen Jesus die Kinder so als Vorbild in die Mitte gestellt, wie wir eben im Lukasevangelium gehört haben: Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“

Das BILD zeigt Prälat Michael Fuchs mit Sternsingern (Foto: Bistum Regensburg)

Mit jedem Kind kommt ein Stück Himmel auf die Erde, und wir können von diesem Himmel mit zwei Händen und zwei Beinen lernen, von diesen offenen Augen und Mündern.

Wir können lernen, nicht Augen und Ohren zu verschließen vor der Lebenswirklichkeit und unseren Mund auch aufzutun, wo es nötig ist. Und wir können anpacken mit unseren Händen und losgehen, losmarschieren.

Beeindruckt sind wir vom großen Wunder des menschlichen Lebens, das Gott schenkt und das im Mutterleib empfangen wird und aufblüht. Beeindruckt und schockiert sind wir, wie bei uns mit den ungeborenen Kindern und mit Menschen, die eingeschränkt sind oder an Krankheiten leiden, umgegangen wird.

Wie hilflos und orientierungslos ist unsere Gesellschaft, die sich modern nennt, die von der Solidarität mit den Kleinen, den Schwachen und Kranken spricht und gleichzeitig das Recht auf Leben nach und nach zu einem Recht auf Töten pervertiert und mancher Druck gar eine Pflicht vortäuscht.PICT0129

Ich möchte Ihnen daher an dieser Stelle von Herzen danken für dieses Zeugnis, das Sie mit diesem Marsch für das Leben geben. Und wir dürfen zuversichtlich sein: Wir werden mehr, und wir werden sichtbarer.

  1. Hören wir daher nicht auf, weiter zu sammeln, Menschen zu sammeln, die mitstaunen über die Würde jedes Menschen und die aufstehen, wenn Menschen auf Grund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes bedroht sind. Sammeln wir weiter Menschen, und wenn es zwei sind. Sie sagen, zwei sind nicht viele? Dann schauen wir doch auf Jesus: Mit zwei hat er angefangen. Bald waren es 12, dann 72, dann tausende Kinder, Frauen und Männer. Und es gab nicht wenige, die nicht gleich voll dabei waren, die neugierig da standen, nachfragten, Nikodemus etwa, der eine ganze Nacht lang mit Jesus redete, oder die Frau am Jakobsbrunnen.
  2. Ein zweites: Konzentrieren wir unsere Aktionen. Es gibt soviele kleine Aktionen, Hilfsmaßnahmen, Zeugnisse, Proteste, Gebete. Alles ist gut in dieser Richtung. Aber es ist auch nötig, von Zeit zu Zeit unsere Kräfte zu bündeln. Dieser Marsch für das Leben ist ein gutes Zeichen dafür.
  3. Dann fällt mir auf, dass wir häufig unsere Argumente sortieren, dass wir streng rationell begründen und sauber darlegen, warum jedes Kind von der Befruchtung an Mensch ist und warum auch jeder leidende Mensch bis zum Schluss seine volle Würde behält und unsere Hilfe und Nähe benötigt, nicht unseren Giftbecher. Diese Rationalität ist nötig, weil der Einsatz für das Leben vernünftig und gut begründet ist. Aber vergessen wir das Herz nicht und reden wir von Herz zu Herz. Wer beeindruckt ist, beeindruckt auch andere. Wer betroffen ist, kann auch andere ins Herz treffen. baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Wie stark war da das Zeugnis der Mutter mit dem Down-Syndrom-Kind vorhin. Sie alle haben es gehört und gesehen. Ich persönlich denke an das diesjährige Fest zum Down-Syndrom-Tag in Neumarkt in Bayern. Das erste Mal habe ich Downys Trompete spielen gehört. Und eine gelernte Service-Fachfrau mit Down-Syndrom hat mir ein Buch über sie signiert.

Mit solchen Leuten brauchen sie nicht über Abtreibung oder Euthanasie reden. Sie geben einfach Zeugnis für das Leben, durch ihr konkretes Schicksal, durch ihre Geschichte, und dieses Zeugnis ist stark.

  1. Und schließlich: Beten wir für das Leben. Beten wir und beten wir. Viele aktive Hilfsorganisationen gibt es, und dies es unendlich wichtig. Aber vergessen wir das Beten nicht. Es ist nicht unnütz, sondern gleichsam die Nabelschnur für unser Tun. Ich weiß, dass es viele  media-390606-2 - KopieGebetsgruppen in diesem Anliegen gibt und noch mehr einzelne Menschen, die dafür beten: für die Kinder, die empfangen werden, für die Mütter und Väter, die guter Hoffnung und gleichzeitig hoffnungslos überfordert sind. Für die Ärztinnen und Ärzte, die ihrem Gewissen folgend Nein sagen und für die, die gegen Geld schuldig werden. Und für viele Beteiligte, die mit ihrer Schuld nicht mehr fertig werden.

Und wenn Sie nicht beten können, weil Sie vielleicht nicht gläubig sind, aber überzeugt von der Würde des menschlichen Lebens, dann staunen Sie über das Wunder, das hier strahlt und das uns oft sprachlos macht angesichts der Größe und Schönheit.

Dieses Staunen, dieses Beeindruckt-Sein verbindet uns alle, die wir heute gemeinsam marschiert sind, und es macht uns stark und zuversichtlich in diesem Marsch für das Leben, den wir nun zuhause in unseren Gemeinden und Gemeinschaften, in unseren Verbänden und Aktionen weitergehen.

Möge Gott diese unsere Schritte für den langen Marsch, der noch vor uns liegt, leiten und segnen. Amen.

Quelle: Bistum Regensburg


Die Ehe steht im Zentrum der Schöpfungsordnung Gottes

Ansprache von Papst Benedikt XVI. über die Bedeutung von Ehe und Familie beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium und die Mitglieder der Römischen Kurie am 21.12.2012:

„Da ist zunächst die Frage nach der Bindungsfähigkeit oder nach der Bindungslosigkeit des Menschen. Kann er sich lebenslang binden? Ist das seinem Wesen gemäß? Widerspricht es nicht seiner Freiheit und der Weite seiner Selbstverwirklichung? DSC05476 - Kopie (2)

Wird der Mensch er selber, indem er für sich bleibt und zum anderen nur Beziehungen eingeht, die er jederzeit wieder abbrechen kann? Ist Bindung für ein Leben lang Gegensatz zur Freiheit? Ist die Bindung auch des Leidens wert?

Die Absage an die menschliche Bindung, die sich von einem falschen Verständnis der Freiheit und der Selbstverwirklichung her wie in der Flucht vor der Geduld des Leidens immer mehr ausbreitet, bedeutet, daß der Mensch in sich bleibt und sein Ich letztlich für sich selbst behält, es nicht wirklich überschreitet.

Aber nur im Geben seiner Selbst kommt der Mensch zu sich selbst, und nur indem er sich dem anderen, den anderen, den Kindern, der Familie öffnet, nur indem er im Leiden sich selbst verändern läßt, entdeckt er die Weite des Menschseins.“

 


Syrien/Vatikan: Dramatischer Friedens-Appell des Papstes am 1. September

Gebetstag am 7.9. für Frieden weltweit und in Syrien

Am heutigen Sonntag wandte sich Papst Franziskus mit einem besonderen Friedens-Aufruf an die Kriegsparteien in Syrien und an die Verantwortungsträger in aller Welt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verurteilte scharf den Gebrauch chemischer Waffen und erinnerte an das unbestechliche Urteil Gottes, vor dem es keine Flucht gäbe.

Franzikus rief für die ganze katholische Kirche am kommenden Samstag, den 7. September, einen Gebets- und Fastentag für den Frieden in Syrien, den Nahen Osten und auf der ganzen Welt aus. Franziskus lud alle Menschen guten Willens ein, sich dieser Initiative anzuschließen. 1_0_692224

Für den 7.9. rief der Papst dazu auf, sich mit ihm auf dem Petersplatz zu versammeln, um von 19 Uhr bis 24 Uhr für den Frieden zu beten. Die Menschheit brauche Gesten des Friedens. Franziskus rief alle Teilkirchen der Welt auf, sich an jenem Tag mit besonderen liturgischen Feiern zu beteiligen.

Hier folgt die vollständige Ansprache des Pontifex in der offiziellen Übersetzung:

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich mir den Schrei zu eigen machen, der von jedem Winkel der Erde, von jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden und von der einen großen Menschheitsfamilie mit immer größerer Ängstlichkeit aufsteigt. Es ist der Schrei nach Frieden.

Es ist der Schrei, der laut ruft: Wir wollen eine friedliche Welt; wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein; wir wollen, dass in dieser unserer Weltgemeinschaft, die durch Spaltungen und Konflikte zerrissen ist, der Friede aufbreche und nie wieder Krieg sei! Nie wieder Krieg! Der Friede ist ein zu kostbares Gut, als dass er nicht gefördert und geschützt werden müsste.

Mit leidvoller Sorge verfolge ich die vielen Konfliktsituationen auf dieser unserer Erde. Doch in diesen Tagen geht mir besonders schmerzlich ans Herz, was in Syrien passiert. Ich ängstige mich angesichts der dramatischen Entwicklungen, die bevorstehen.

Ich erhebe einen nachdrücklichen Friedensappell, einen Appell, der aus meiner tiefsten Seele kommt!

Wie viel Leid, wie viel Zerstörung, wie viel Kummer hat der Gebrauch der Waffen in diesem gepeinigten Land und insbesondere unter der wehrlosen Zivilbevölkerung verursacht. Wie viel Qualen ruft er weiter hervor!

„Es gibt ein Urteil Gottes über unsere Taten!“

Machen wir uns bewusst: Wie viele Kinder können nicht mehr das Licht der Zukunft erblicken! Mit besonderer Schärfe verurteile ich den Gebrauch chemischer Waffen: Ich sage euch, ich habe noch ständig jene schrecklichen Bilder der vergangenen Tage in meiner Erinnerung und in meinem Herzen! Es gibt ein Urteil Gottes und auch ein Urteil der Geschichte über unsere Taten, dem man nicht entrinnen kann! Niemals wird der Gebrauch der Gewalt zum Frieden führen. Krieg weckt Krieg, Gewalt weckt Gewalt!

Foto: P. Lukas S.Mit all meiner Kraft rufe ich die Konfliktparteien auf, der Stimme des eigenen Gewissens zu folgen, sich nicht in egoistische Interessen zu verschließen, sondern den Anderen als Bruder zu betrachten und mit Mut und Entschiedenheit den Weg der Kontakte und der Verhandlungen zu beschreiten, um die blinde Konfrontation zu überwinden.

Ebenso nachdrücklich rufe ich auch die Internationale Gemeinschaft auf, jede Anstrengung zu unternehmen, um ohne weiteren Aufschub eindeutige Initiativen für den Frieden in jenem Land voranzubringen; Initiativen, die sich auf den Dialog und die Verhandlung zum Wohl der gesamten syrischen Bevölkerung stützen.

Keine Anstrengung werde unterlassen, um humanitäre Hilfe für die Opfer dieses furchtbaren Konfliktes zu gewährleisten, besonders für die Evakuierten im Land und die Flüchtlinge in den Nachbarstaaten. Es werde sichergestellt, dass die Helfer, die sich um die Linderung der Leiden der Bevölkerung bemühen, die nötige Unterstützung leisten können.

Was können wir für den Frieden in der Welt tun? Wie Papst Johannes XXIII. einmal sagte, ist allen die Aufgabe gestellt, in Gerechtigkeit und Liebe neue Wege des menschlichen Miteinanders zu finden (vgl. Pacem in terris [11. April 1963]: AAS 55[1963], 301-302).

Eine Kette des Einsatzes für den Frieden möge alle Männer und Frauen guten Willens verbinden! Diese ernste und eindringliche Einladung richte ich an die katholische Kirche in der ganzen Welt, und ich weite sie auch auf alle Christen anderer Konfessionen, auf die Männer und Frauen der verschiedenen Religionen und auf jene Brüder und Schwestern, die nicht glauben, aus: Der Frieden ist ein Gut, das alle Grenzen überwindet, weil es eben ein Gut der ganzen Menschheit ist.

Nochmals rufe ich mit lauter Stimme: Es ist nicht die Kultur der Auseinandersetzung, nicht die Kultur des Konfliktes, die das Zusammenleben in den Völkern und unter den Völkern aufbaut, sondern diese: die Kultur der Begegnung, die Kultur des Dialogs: Das ist der einzige Weg zum Frieden. Marienstatt-DSC_0111-3

Der Schrei nach Frieden erhebe sich laut, auf dass er die Herzen aller erreiche; auf dass alle die Waffen niederlegen und sich leiten lassen von der Sehnsucht nach Frieden.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, habe ich beschlossen, für die gesamte Kirche am kommenden 7. September, Vigil des Festes der Geburt Marias, der Königin des Friedens, einen Tag des Fastens und Betens für den Frieden in Syrien, im Nahen Osten und in der ganzen Welt anzusetzen.

Ich lade ebenso die Brüder und Schwestern aller christlicher Konfessionen, die Mitglieder der anderen Religionen und die Menschen guten Willens dazu ein, sich dieser Initiative in einer Weise, die ihnen geeignet erscheint, anzuschließen.

Am 7. September werden wir uns hier auf dem Petersplatz von 19.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Gebet und im Geist der Buße versammeln, um von Gott diese große Gabe für die geliebte syrische Nation und für alle Situationen von Konflikten und Gewalt in der Welt zu erbitten. Die Menschheit hat es nötig, Gesten des Friedens zu sehen und Worte der Hoffnung und des Friedens zu hören! Ich rufe alle Teilkirchen auf, dass sie nicht nur diesen Tag des Fastens begehen, sondern auch eine liturgische Feier in dieser Intention organisieren.

Bitten wir Maria, uns zu helfen, der Gewaltanwendung, dem Konflikt und dem Krieg mit der Kraft des Dialogs, der Versöhnung und der Liebe zu begegnen. Sie ist unsere Mutter. Sie möge uns helfen, den Frieden zu finden. Wir alle sind ihre Kinder.

Hilf uns Maria, auch diesen schwierigen Moment zu überwinden und uns dafür einzusetzen, jeden Tag und in jeder Umgebung eine authentische Kultur der Begegnung und des Friedens aufzubauen.

Maria, Königin des Friedens, bitte für uns!