Irak: Premier würdigt Beitrag der Christen

„Der Irak wäre nicht der Irak ohne Christen“, sagte der irakische Premierminister Mustafa Al-Kadhimi am gestrigen Donnerstag, dem 18. Februar, bei einem Treffen mit Vertretern der christlichen Kirchen im Nahen Osten.

„Wir Iraker sind stark durch unsere kulturelle und religiöse Vielalt, und wir werden trotz finsterer Aktivitäten von Gruppen, die mit ihren Plänen, unser wundervolles Land zu zerstören, gescheitert sind, ein Symbol für Koexistenz, Toleranz und echte Staatsbürgerschaft bleiben“.

“Die Präsenz eingeborener christlicher Gemeinschaften im Irak seit apostolischen Zeiten”, bemerkte der irakische Ministerpräsident, „bestätigt die Fähigkeit zur Offenheit, die diese Zivilisationen kennzeichnet, die seit der Antike im territorialen Raum Mesopotamiens lebten“.

Al-Kadhimi ist ein ehemaliger Journalist und war Chef des irakischen Geheimdienstes und ist ein Freund des saudischen Prinzen Mohammed Bin Salman. Er war in den 1980er Jahren nach Großbritannien ausgewandert, von wo er nach Erlangung der britischen Staatsbürgerschaft nach dem Sturz von Saddam Husseins zurückkehrte.

Der armenisch-apostolische Erzbischof Avak Asadourian würdigte im Namen der Delegation die Bemühungen der irakischen Regierung, den kulturellen und religiösen Pluralismus der Nation zu schützen.

Im Juni 2020, kurz nach seinem Amtsantritt als Premierminister, drückte al Kadhimi seine Besorgnis über den stillen Exodus aus, der die christlichen Gemeinschaften schwinden lässt, die seit Jahrtausenden in den Gebieten des antiken Mesopotamien verwurzelt sind.

Quelle: Fidesdienst


Türkei: Will Erdogan die Hagia Sophia bald als Moschee umnutzen?

Sogar der ägyptische Großmufti spricht dagegen

Der türkische Staatsrat wird in einer Sitzung am kommenden 2. Juli darüber beraten, ob die monumentale Hagia Sophia wieder für islamische Gebetszeiten geöffnet werden soll.

Damit würde man die Entscheidung umkehren, mit der die türkische Regierung die antike byzantinische Basilika 1934 in ein Museum umwandelte. Zuvor wurde sie seit der osmanischen Eroberung von Konstantinopel (1453) als Moschee genutzt.

Die Entscheidung des Staatsrates wird als eine Antwort auf den Druck bewertet, den die türkische Politik ausübt, damit die Hagia Sophia wieder als Moschee dient.

In den letzten Tagen haben türkische Medien Berichte veröffentlicht, wonach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Anweisungen gegeben haben soll, ein rechtliches Verfahren zur Änderung des Status der Hagio Sophia zu prüfen.

Diese Frage löst derzeit weltweit heftige Reaktionen aus, auch in der islamischen Welt.

Zu den Stellnahmen gehört auch die Positionierung des islamischen „Hauses der Fatwa“ (Dar al Ifta al Misryah) unter dem Vorsitz des ägyptischen Großmufti.

Er interveniert damit in einer Zeit, die durch die starke Opposition zwischen Ägypten und der Türkei auch in der Libyenfrage gekennzeichnet ist.

Der Großmufti definiert die osmanische Eroberung von Konstantinopel als „Besatzung“ und die dann erfolgende Umwandlung der christlichen Basilika in eine Moschee als unglückliche Entscheidung.

Auch türkische Beobachter beziehen Position, darunter Orhan Bursal, Kolumnist der Zeitung “Cumhuriyet”, der in einem kürzlich erschienenen Artikel betont, dass die „Hagia Sophia“-Frage von der türkischen Ergierung für Wahlzwecke instrumentalisiert wird und dazu dient „mögliche Feinde“ zu identifizieren.

Quelle: Fidesdienst


Israel-Museum zeigt älteste antike Inschrift mit dem Ortsnamen „Jerusalem“

​Am vergangenen Dienstag ist im Israel-Museum in Jerusalem die älteste, bisher bekannte Steininschrift des Namens „Jerusalem“ erstmals präsentiert worden.

Die Original-Inschrift und eine Hervorhebung des Wortes „Yirushalaiym“ (Jerusalem)

Bei dem Exponat, das nun Teil der Dauerausstellung ist, handelt es sich um eine etwa hüfthohe Säule mit der Inschrift „Chananiya, Bar Dodalos Mirushalaym“ (Chananiya, Sohn des Dodalos aus Jerusalem).

Die Säule wurde Anfang des Jahres bei Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde in einem Handwerkerdorf aus der Zeit der Hasmonäer entdeckt. Das antike Dorf und damit die Ausgrabungsstätte liegen in der Nähe des ICC und damit an der Einfahrt ins moderne Jerusalem, etwa zweieinhalb km entfernt von der Altstadt.

Danit Levi, die Leiterin des Ausgrabungsteams, erzählte gegenüber der Nachrichtenseite Times of Israel über den Anblick der Inschrift: „Mein Herz begann zu klopfen, und ich war sicher, jeder könne es hören. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich noch nicht mal ein gutes Foto machen konnte.“

Levi datiert die Säule auf 100 v. Chr.; sie sei typisch für jüdische Handwerkerhäuser aus dieser Zeit. Die Inschrift bedeute entweder, dass jener Chaniniya das Haus finanziert oder dass er es bewohnt habe.

Zwar gehörte die Säule ursprünglich zu einem Haus in einem jüdischen Dorf (es finden sich etwa rituelle Badestellen (Mikwot) und auch weitere hebräische Inschriften), sie scheint jedoch anschließend von der Zehnten Römischen Legion weiterverbaut worden zu sein, die Jerusalem im Jahre 70 zerstörte.

Chananiya war möglicherweise einer der Töpfer des Dorfes, in dem Tongefäße für die Bewohner Jerusalems und die Pilger hergestellt wurden. Es sei typisch, so Levi, dass solche Produktionsstätten außerhalb der Stadtmauern lagen, um die Verschmutzung der Stadt zu vermeiden.

Abgesehen von der Lage am Wasser und Lehmvorkommen in der Nähe lag das Dorf aber auch an einem der Hauptwege, die zum Tempel führten. Jerusalem sei zur Zeit des Zweiten Tempels eine Stadt mit 50.000 Einwohnern gewesen – die während der großen Pilgerfeste um hunderttausende Pilger anwuchs.

Quelle (Text/Foto):http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Alteste-Inschrift-des-Wortes-Jerusalem-auf-Hebraisch-vorgestellt.aspx


Israel: 2000 Jahre alte „Fabrik“ für Kelche und Schüsseln aus Stein entdeckt

Eine seltene Werkstatt zur Herstellung von Kalkstein-Gefäßen aus der Zeit der Römer wird derzeit in Reina im Unteren Galiläa entdeckt.

Die Ausgrabungen bringen eine kleine Höhle zutage, in der Archäologen tausende Gefäßüberreste gefunden haben, die bei der Produktion von Steinkelchen und Schüsseln als Ausschuss übergeblieben sind.
Fundstelle der Steinkelche (Foto: Samuel Magal/IAA)
„In antiker Zeit wurden Geschirr, Kochtöpfe und Krüge zur Aufbewahrung aus Ton hergestellt. Allerdings benutzten Juden im ersten Jahrhundert in ganz Judäa und Galiläa auch Geschirr und Gefäße aus weichem, örtlichen Kalkstein“, sagt Yonatan Adler, Leiter der Ausgrabungen im Auftrag der Israelischen Altertumsbehörde.

BILD: Fundstelle der Steinkelche (Foto: Samuel Magal/IAA)

Dies ist die vierte Fabrik ihrer Art, die je in Israel entdeckt wurde.

Der Grund für die ungewöhnliche Materialwahl scheint religiös begründet zu sein, glaubt Prof. Adler:

„Nach dem alten jüdischen Ritualgesetz sind Gefäße aus Ton leicht unrein und müssen dann zerbrochen werden. Stein hingegen galt als Material, das nie unrein werden konnte, weshalb Juden in der Antike begannen, einiges von ihrem Alltagsgeschirr aus Stein herzustellen.

Obwohl Kalkstein-Gefäße bereits im ganzen Land häufig entdeckt wurden, ist es außergewöhnlich, einen Ort zu finden, an dem die Gefäße tatsächlich produziert wurden. (…)

Die Einhaltung der Reinheitsgesetze war weit verbreitet – nicht nur in Jerusalem, sondern in ganz Judäa und Galiläa, mindestens bis zum Bar-Kochba-Aufstand im Jahr 135. Die gegenwärtigen Ausgrabungen werden uns hoffentlich helfen, die Frage zu beantworten, wie lange diese Vorschriften von den Juden in Galiläa während der Römer-Zeit befolgt wurden.“

Quelle: Israelische Altertumsbehörde


Israel: Geheimnisvolle antike Symbole in einer Höhle Jerusalems entdeckt

Archäologen der Israelischen Antiquitätenbehörde haben in Jerusalem rätselhafte Symbole und Inschriften aus der Zeit des Zweiten Tempels gefunden. Bei einer Routineinspektion stießen die Experten auf ein Ritualbad (Mikveh) aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.

Es befand sich in einer unterirdischen Höhle im Stadtteil Arnona. Die Wände des Bades sind mit zahlreichen Zeichnungen und Inschriften verziert. Die Inschriften sind auf Aramäisch und in hebräischer Kursivschrift verfasst, was gegen Ende der Zeit des Zweiten Tempels üblich war.

Zu den Symbolen gehören auch ein Boot,Palmen, verschiedene Pflanzen und möglicherweise sogar eine Menorah (siebenarmiger Leuchter).

Derzeit ist die Bedeutung der Inschriften noch ein Rätsel. Einige Inschriften könnten auf Namen hindeuten. Die Symbole an den Wänden der Mikveh sind typische künstlerische Elemente aus der Zeit des Zweiten Tempels. Das Symbol jedoch, welches vielleicht eine Menorah darstellt, ist außergewöhnlich, da es zu der damaligen Zeit nicht üblich war, diesen heiligen Gegenstand, der sich im Tempel befunden hatte, darzustellen.

Die beteiligten Archäologen kommentierten dazu: „Einerseits können die Symbole als säkular interpretiert werden, andererseits aber auch als Symbole von religiöser Bedeutung und großer Spiritualität.“

„Es besteht kein Zweifel, dass es sich um einen sehr bedeutenden Fund handelt“, sagten die Ausgrabungsleiter Royee Greenwald und Alexander Wiegmann. „Eine solche Konzentration von Inschriften und Symbolen aus der Zeit des Zweiten Tempels an einer einzigen Stätte ist selten, einzigartig und absolut faszinierend.

Quelle (Text/Foto): Israelische Antiquitätenbehörde


Israel: 2000 Jahre altes Tauchbad gefunden

Eine antikes, 2000 Jahre altes rituelles Tauchbad (Mikwe) wurde während der Renovierungsarbeiten unter dem Wohnzimmer eines Privathauses in der Jerusalemer Nachbarschaft Ein Kerem gefunden. Der Zugang zu dem Tauchbad befand sich unter zwei Holztüren, die von einem Teppich verdeckt wurden.

BILD: Der Eingang vom Tauchbad (Foto: Israelische Antiquitätenbehörde)

Die Mikwe ist vollständig erhalten und in Stein gehauen. Sie ist 3,5 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,8 Meter tief und damit relativ groß. Eine Treppe führt zum Boden des Tauchbades. Forscher fanden im Bad auch Ton- und Steingefäße aus der Zeit des Zweiten Tempels (1. Jh. n. Chr).

Der Archäologe des Jerusalemer Bezirks, Amit Reem, sagte: „Die Entdeckung des Ritualbads bekräftigt die Hypothese, dass es in der Region, die heute als Ein Kerem bekannt ist, seit der Zeit des Zweiten Tempels eine jüdische Gemeinde gab.“

Die Besitzer des Hauses erhielten am Mittwoch (1.7.2015) ein Zertifikat von der Israelischen Antiquitätenbehörde. Damit werden sie dafür ausgezeichnet, dass sie den Fund der Mikwe gemeldet haben und dadurch zur Erforschung des Landes Israel beitragen.

Mikwen werden auch heutzutage benutzt. Sie dienen entsprechend der jüdischen Religionsgesetze zur Reinigung bei ritueller Unreinheit. 

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin