Dreifache jüdische Jenseitsvorstellung: Himmel, Hölle und ein Zwischenreich

Von Felizitas Küble

In mancher Hinsicht stehen religiöse Juden dem katholischen Glauben näher als der Protestantismus. Dies gilt z.B. für die im Judentum hochgehaltene „Heiligkeit“ der Ehe (die der katholischen Lehre vom „Sakrament“ der Ehe ähnelt) oder etwa in puncto Bedeutung der „guten Werke“.

Diese Geistesverwandtschaft läßt sich aber auch bei den „Letzten Dingen“ feststellen, also den Vorstellungen von der Ewigkeit.

Während das evangelische Christentum – zumindest auf amtlicher Ebene bzw. doktrinärer Basis  – kein Gebet für die Verstorbenen kennt (denn aus protestantischer Sicht gibt es nur Himmel oder Hölle, so daß sich jedwede Fürbitte erübrigt), betet die katholische, orthodoxe und altorientalische Christenheit seit jeher und bis heute für ihre Toten – und zwar nicht nur in der persönlichen Frömmigkeit, sondern auch in der liturgisch-gottesdienstlichen Praxis.

Am deutlichsten ausgeprägt ist hierbei die katholische Begründung:

Es gibt neben Himmel und Hölle auch ein Fegefeuer (allerdings nur bis zum Jüngsten Gericht), in das die Seelen jener Gerechten gelangen, die zu gut für die Hölle und zu schlecht für den Himmel sind, also beispielsweise Gläubige, die es hinsichtlich guter Werke an Eifer fehlen ließen bzw. deren Lebenswandel zu mittelmäßig für den Himmel war, ohne sich jedoch im „Stand der Todsünde“ zu befinden.

Es kommt hierbei auf den Grundgedanken an, nicht auf den Ausdruck „Fegefeuer“, der ohnehin nicht kirchlich-offiziell ist (dieser lautet nämlich Purgatorium = Reinigung, Läuterung).

Auch Juden beten für ihre Verstorbenen, teils durch das Kaddisch-Totengebet, teils durch weitere liturgische oder persönliche Fürbitten, vor allem für die eigenen Eltern, was geradezu als moralische Pflicht angesehen wird.

Das Gebet für die Gläubigen, die uns „vorausgegangen“ sind, wird im 2. Buch der Makkabäer ausdrücklich gutgeheißen: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von den Makeln ihrer Schuld befreit werden“ (2 Makk 12,46).

Dies ist eine jener Bibelstellen, auf welche sich die katholische Kirche hinsichtlich ihrer Fegfeuer-Lehre beruft.

Das Judentum hat sich in der frührabbinischen Zeit (1. und 2. Jahrh. n. Chr.), in welcher auch der Talmud entstand, verstärkt mit der eigenen Jenseitslehre beschäftigt.

Hierüber berichtet der französische Historiker Jaques Le Goff in seinem systematischen Werk „Die Geburt des Fegfeuers“ ab S. 56 ff.

Der Autor schreibt sogar, daß das entsprechende Denken in der jüdischen Gelehrtenschulen für die weitere Entwicklung der katholischen Fegfeuer-Idee „entscheidend“ war.

Dabei zeichnen sich zwei Vorstellungswelten ab, die aber so oder so von einem „Zwischenreich“ ausgehen:

A. Die erste Version unterscheidet zwischen Himmel (Paradies, jenseitiger „Garten Eden“), Hölle („Gehenna“ genannt) und einem allgemeinen Totenreich (Scheol).

Professor Le Goff bezeichnet dieses Totenreich als „intermediären Ort“, somit als Zwischenreich. Die Hölle lag nach dieser jüdischer Vorstellung noch unter diesem tristen und öden Scheol.

B. Ab der Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. kristallisiert sich bei führenden Rabbinern eine Idee heraus, die der katholischen Lehre vom Purgatorium (Läuterungszustand, Reinigungsort) recht nahe kommt: „Die Schule von Sammajs sagt: Drei Klassen gibt es am Gerichtstage: eine der völlig Frommen, eine der völlig Gottlosen und eine der Mittelmäßigen.“

Diese Mittelmäßigen kommen für 12 Monate in eine Art Vorhölle oder „Hölle Light“, aus der sie durch Gottes Gnade befreit werden.

Auch der bekannte Rabbi Akiba (einer der großen Mischna-Gelehrten) vertrat diese Ansicht.

Der Verfasser schreibt als Resultat seiner mentalitätsgeschichtlichen Untersuchungen des antiken Judentums:

„Es gibt also eine mittlere Kategorie, die Kategorie jener, die weder nur gut noch nur schlecht sind, und daher nach dem Tode eine zeitlich begrenzte Strafe abbüßen und anschließend in den Garten Eden kommen“.

Der Garten Eden wurde von den Israeliten auch als Paradies, Himmel, als „ewiger Lohn“ oder „Abrahams Schoß“ bezeichnet.

WEITERE theologische Gemeinsamkeiten zwischen Judentum und kath. Kirche: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/19/die-besondere-nahe-zwischen-dem-judentum-und-der-katholischen-kirche/

 


Sensationeller antiker Kreuz-Fund belegt uralte Präsenz von Christen in Pakistan

„Das Steinkreuz in den Bergen von Skardu-Baltistan ist ein Beweis für die tausendjährige Präsenz des Christentums in Nordpakistan. Es ist eine wichtige historische Entdeckung und erfordert weitere Ausgrabungen in diesem Berggebiet, in dem es heute keine Christen gibt“, erklärt Pfarrer Bonnie Mendes gegenüber dem Nachrichtendienst Fides zu dem archäologischen Fund, der ein neues Licht auf die Geschichte der christlichen Wirksamkeit in Pakistan wirft.

Ein Team der Universität Baltistan stieß auf Spuren einer alten christlichen Präsenz in Skardu. Ein Forschungsteam unter Leitung von Muhammad Naeem Khan war in der Umgebung der Fundstätte tätig und stieß auf ein antikes Kreuz.

Der Vizekanzler der Universität, Muhammad Naeem Khan, berichtete: „Das riesige Kreuz aus Marmor wiegt etwa 4 Tonnen und ist sechs Meter lang. Es wurde zwei Kilometer von unseren Basislagern in den Bergen rund um das Kardardo-Dorf Skardu in der Region Baltistan gefunden“.

„Nach der anfänglichen Einschätzung“, fügt er hinzu, “könnte dieses Kreuz zwischen 1.000 und 1.200 Jahre alt sein. Es ist die erste Entdeckung eines solchen Fundes in Baltistan, die die Verbindung dieses Landes mit dem Christentum unter Beweis stellt“.

Der Forscher teilt mit, dass „das Dorf Kavardo vor 1500 Jahren entstanden ist und die Möglichkeit besteht, dass der Marmorstein, aus dem dieses Kreuz hergestellt wurde, älter ist”.

“Die Universität wird europäische und nordamerikanische Universitäten und Historiker kontaktieren das genaue Datum des aus dem Gestein gemeißelten Kreuzes mit wissenschaftlichen Methoden bestimmen“, betont er abschließend.

Gulshan Barkat OMI, der als Professor für Kirchengeschichte in Pakistan lehrt, erinnert an die Geschichte des Christentums in Zentralasien an und fügt hinzu: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich nestorianische Missionare, die seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. im Iran, in Afghanistan und China unterwegs waren, auch in dieser Region niedergelassen und hier Spuren ihrer Anwesenheit hinterließen“.

Quelle: Fidesdienst


Israel: Vier Schüler finden antike Goldmünze

Bereits im Februar 2019 entdeckten vier Schüler aus dem Kibbuz Yifat im Jesreel-Tal auf den Feldern eine Goldmünze auf dem Boden; sie erkannten sofort, dass dies ein bedeutender Fund war und berichteten ihrem Geographie- und Geschichtslehrer Zohar Porshyan davon, der sich an die israelische Altertumsbehörde wandte.

Die Schüler übergaben die Münze an den Diebstahlinspektor der israelischen Antiquitätenbehörde und zeigten ihm die genaue Stelle des Fundortes. Distelfeld verlieh den Jungen Zertifikate für ihre Aufmerksamkeit und umsichtige Reaktion: „Es ist ungewöhnlich, einzelne Goldmünzen zu finden. Da sie sehr wertvoll waren und die Personen gut Acht gegeben haben, sie nicht zu verlieren, bedanke ich mich bei den Schülern und ihrem Lehrer für ihre staatsbürgerlichen Dienste.“

Die Numismatikerin, eine Expertin für Münzdruck, Dr. Gabriela Bijovsky erklärte: „Die Goldmünze ist ein Solidus, der vom Kaiser Theodosius II. in Konstantinopel (heute Istanbul) um 420 – 423 n. Chr. geprägt wurde. Ähnliche Münzen sind aus dem ostbyzantinischen Reich bekannt, aber dies ist die erste ihrer Art, die in Israel entdeckt wurde. Eine Seite zeigt das Bild des Kaisers und die andere das Bild der Göttin des Sieges, die den Stab des Kreuzes hält.“

Theodosius II. war einer der einflussreichsten Kaiser des Byzantinischen Reiches.

Yair Amitzur, Chefarchäologen der Israelischen Altertumsbehörde erklärte:

„Der von der Altertumsbehörde initiierte Sanhedrin-Wanderweg erzählt die Geschichte der jüdischen Vormachtstellung in Galiläa zur Zeit der Mischna und des Talmud in der römischen und byzantinischen Zeit. Es ist symbolisch, dass die Goldmünze, die am Sanhedrin Wanderweg entdeckt wurde, die Periode dramatischer Ereignisse widerspiegelt, in der der Sanhedrin in Galiläa nicht mehr aktiv war und das Zentrum des jüdischen Lebens von Galiläa nach Babylon verlegt wurde.“

Quelle (Text / Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/1600-Jahre-alte-Goldm%C3%BCnze-gefunden.aspx


Antikes Gewicht an der Klagemauer entdeckt

Ein kleines biblisches Gewicht, auf dem in Hebräisch „beka“ eingraviert ist, ist in Schutt entdeckt worden, der bei Ausgrabungen an der Westmauer (Klagemauer) entnommen worden war. 

Der Stein diente als Gewichtseinheit zur Zeit des Ersten Tempels und wurde dazu verwendet die Steuer abzuwiegen, die vor dem Besteigen des Tempelberges fällig wurde.

Bisher wurden lediglich sechs solcher Gewichte entdeckt, bei dem jetzigen Fundstück handelt es sich um das erste, das die Aufschrift „beka“ trägt, die auch in der Tora (der hebräische Bibel bzw. AT) erwähnt wird.

Quelle (Text/Foto): https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Direkt-aus-der-Bibel-Gewicht-aus-dem-Ersten-Tempel-entdeckt.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+26.11.18


Antikes Bild in der Wüste Negev entdeckt: Christusgesicht mit kurzem und lockigem Haar

„Plötzlich sah ich ein Auge. Und dann erschien Jesu Gesicht.“ –  Die Szene klingt wie eine wundersame Bekehrung zum Christentum. Doch handelt es sich um eine archäologische Entdeckung in Schivta, im Süden Israels, durch die Kunsthistorikerin Emma Ma’ajan-Fanar, als sie die Apsis einer der drei alten Kirchen genauer untersuchte.   

Schivta liegt im Herzen des Negev, etwa 40 km südwestlich von Be’er Scheva. Das Dorf wurde im 2. Jahrh. v. Chr.  gegründet und überlebte etwa 650 Jahre.

Das neu entdeckte Gesicht aus dem Schivta des 6. Jahrh. zeigt Jesus mit kurzem, lockigem Haar, langem Gesicht und einer verlängerten Nase, während er im Westen meist mit fließendem Langhaar und Bart dargestellt wurde. (BILD siehe HIER)

In den ersten Jahrhunderten wurde Jesus auf vielfältige Weise dargestellt: mit kurzen Haaren, langen Haaren, bärtig oder rasiert…

Z. B. zeigen Katakomben in Rom aus dem 4. Jahrh. Jesus mit kurzen Haaren. So auch die Bilder Jesu, wie sie koptische Christen in Ägypten und frühe Byzantiner in Syrien gezeichnet hatten. Im 6. Jahrh. wurde Jesus im Westen mit langen Haaren und Bart gezeichnet, während er im Osten noch einige Zeit kurze Haare trug.

Quelle und vollständiger Artikel von Ulrich W. Sahm hier: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/2018/11/15/fruehe-jesus-abbildungen-in-wueste-negev-entdeckt/

Siehe hierzu ein ergänzender Artikel über die frühchristliche Jesus-Abbildung von Dura: https://www.feinschwarz.net/wie-sah-jesus-aus/


Intensiver Fischhandel zwischen Ägypten und Israel bereits vor 3500 Jahren

Goldbrassen wurden als Trockenfisch ins Hl. Land transportiert

Bereits vor rund 3500 Jahren herrschte am Rande des südöstlichen Mittelmeers ein reger Fischhandel. Darauf lässt eine Untersuchung von 100 Fischzähnen schließen, die von Fundstätten aus dem Bereich des heutigen Israel stammen.

Die Meeresfische – Goldbrassen, auch Doraden genannt – wurden in der Bardawil-Lagune an der nördlichen Sinai-Küste gefischt und dann von Ägypten nach Israel transportiert. Dieser Fischtransport erfolgte rund 2000 Jahre lang von der späten Bronzezeit bis in die byzantinische Periode rund 300 bis 600 n. Chr.

BILD: Knackgebiss der Goldbrasse: Der große Zahn diente der Sauerstoffisotopen-Analyse und der Längen-abschätzung der Fische. (Foto: Guy Sisma-Ventura, Israel)

„Die Zahnuntersuchungen ergaben, dass die Doraden aus einem sehr salzhaltigen Gewässer kommen müssen, viel salzhaltiger als das Wasser im Mittelmeer“, teilt Prof. Dr. Thomas Tütken von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit. Der Geowissenschaftler war an der Studie gemeinsam mit Kollegen aus Israel und Göttingen entscheidend beteiligt.

Die Bardawil-Lagune hat sich vor 4000 Jahren gebildet, als es nach der Eiszeit zu einer Stabilisierung der Meeresspiegel gekommen war. Die Lagune wurde intensiv befischt und war der Ausgangpunkt für einen ausgedehnten Fischhandel.

Wie archäologische Funde zeigen, war der Fischfang für viele alte Kulturen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In der südlichen Levante wurde Sparus aurata, so der wissenschaftliche Name der Goldbrasse, bereits vor 50.000 Jahren von lokalen Küstenfischern gefangen. „Exotische“ Fische wie z. B. der Nilbarsch wurden bereits vor über 5000 Jahren von Ägypten nach Kanaan transportiert.

Die jetzige Studie zeigt jedoch, in welchem Ausmaß der Handel zwischen den beiden Nachbarn in der späten Bronzezeit zugenommen hat und 2000 Jahre lang bis in die byzantinische Zeit Bestand hatte.

BILD: Karte der archäologischen Fundorte der untersuchten Doradenzähne in Israel mit der entsprechenden archäologischen Periode. Siehe auch die Bardawil-Lagune an der Nordküste des Sinai. (Foto: Thomas Tütken, JGU)

„Die Bardawil-Lagune war offenbar eine große, fischreiche Quelle und Ausgangspunkt der Fischlieferungen nach Kanaan, dem heutigen Israel, obwohl die Doraden auch dort lokal hätten gefangen werden können“, so Mitautor Prof. Dr. Andreas Pack von der Universität Göttingen.

Doraden sind Speisefische, die sich selbst vorwiegend von Krebsen und Muscheln ernähren. Sie haben ein Knackgebiss mit knopfförmigen Zähnen, um die Schalentiere aufzubrechen und an das Futter zu kommen.

In der Studie wurden 100 große Knackzähne von Goldbrassen untersucht. Die Zähne stammen von 12 archäologischen Fundstellen in der südlichen Levante, die teils im Inland, teils an der Küste liegen und einen Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur byzantinischen Periode abdecken.

Die Analysen zeigten, dass die Goldbrassen zum Teil aus dem südöstlichen Mittelmeer stammen, etwa drei Viertel jedoch wuchsen in einem sehr salzhaltigen Gewässer auf. Dafür kommt nur die Bardawil-Lagune in Frage, deren hypersalines Wasser mit einem Salzgehalt zwischen 3,9 und 7,4 Prozent Meerbrassen ein optimales Wachstum ermöglicht. Die Bardawil-Lagune an der Sinai-Küste ist etwa 30 Kilometer lang, 14 Kilometer breit und maximal 3 Meter tief. Sie ist durch einen schmalen Sandriegel vom Mittelmeer abgetrennt.

„Es gab eine Festlandroute von dort nach Kanaan, aber die Fische wurden vermutlich als Trockenfisch auf dem Seeweg transportiert“, fügt Professor Tütken an. Doraden waren damals schon ein beliebter Speisefisch, auch wenn genaue Mengen nicht zu ermitteln sind. Tatsache ist jedoch, dass die gehandelten Fische ab der späten Bronzezeit deutlich kleiner waren als in der Zeit davor.

Der Rückgang der Körperlänge ist nach Einschätzung der Wissenschaftler ein Zeichen dafür, dass die Bestände zunehmend befischt wurden, die Fischfangintensität also gestiegen ist – wie in heutigen Zeiten auch. „Fischfang und Fischhandel haben offenbar stark zugenommen, so stark, dass die Tiere nicht mehr so groß wurden“, sagt Dr. Tütken mit einem Hinweis darauf, dass hier der Beginn einer intensiven Fischnutzung, eine Art „Protoaquakultur“ entstanden ist – die 2000 Jahre lang Bestand hatte.

Weitere Infos: http://www.paleontology.uni-mainz.de/pub_tt.html

 


Israel: Drittes antikes Mosaik entdeckt

Bei den Arbeiten für das Museum, das das einmal berühmte „Lod-Mosaik“ beherbergen soll, ist ein weiteres 1.700 Jahre altes Mosaik entdeckt worden.

Es handelt sich damit bereits um das dritte Mosaik, das in der Villa eines wohlhabenden Händlers in Lod gefunden wurde. Das ursprüngliche Mosaik wurde 1996 unter einer Müllhalde entdeckt und ist seitdem bereits an vielen Orten der Welt zu sehen gewesen. 

Ähnlich den ersten beiden Mosaiken zeigt auch der neu entdeckte Boden realistische und fantastische Darstellungen von Tieren und Ornamente, aber keine Menschen. In einem Video der Israelischen Antikenbehörde ist die vorsichtige Entfernung des Mosaiks vor seiner Konservierung zu sehen. Das Mosaik wurde aufgerollt – ähnlich einem Teig, der um ein Nudelholz gerollt wird.

Das Mosaiken-Museum soll in etwa zwei Jahren in Lod eröffnet werden. Dafür soll über der Original-Villa aus dem 4. Jahrhundert eine moderne Struktur errichtet werden, in der u. a. die nunmehr drei Mosaike gezeigt werden.

Weitere Fotos und Infos (auf englisch): https://www.timesofisrael.com/second-stunning-lod-mosaic-unearthed-during-building-of-museum-to-house-original/

Quellen: Times of Israel, israelische Botschaft in Berlin  – Foto: Israelische Antikenbehörde


Paderborn: Ausstellung über Faszination ROM bis 13. August 2017 geöffnet

Antike und heilige Schätze im Bistums-Museum

„Alles ist nichts gegen Rom“, schrieb 1757 Johann Joachim Winkelmann. Der deutsche Gelehrte brachte auf den Punkt, was seine Zeitgenossen fühlten. Und bis heute ist der Mythos Rom lebendig.

WUNDER ROMs im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart – die große Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn – begibt sich auf die Suche nach dem Vielbeschriebenen und doch Unfassbaren, nach dem, was die Faszination der Stadt am Tiber seit Jahrhunderten ausmacht.

Sie schlägt einen Bogen von den kolossalen Fragmenten und heiligen Schätzen des spätantiken Rom bis zu den subtilen zeitgenössischen Fotografien und Videos des Künstlers Christoph Brech aus München.

Elf Abteilungen widmen sich dem Blick des Nordens auf die Wunder der Antike, auf das Zentrum der Christenheit mit seinen Heilsversprechen, auf Überhöhung und schwärmerische Verklärung, auf das Zelebrieren und das sich Reiben bis hin zu künstlerischer Dekonstruktion und Neuinterpretation.

95 Leihgeber aus ganz Europa haben herausragende Zeugnisse jahrtausendealter römischer Kultur, wertvolle mittelalterliche Manuskripte, erstklassige Kunstwerke, sakrale Schatzkunst, Architekturfragmente sowie Skizzen, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen und Fotografien bedeutender Künstler des Nordens nach Paderborn gesandt.

Zu den spektakulärsten der rund 200 Exponate gehört die riesige Marmorhand der kolossalen Statue des Kaisers Konstantin aus dem 4. Jahrhundert. Noch nie war das gut 1,70 Meter hohe Original, das seinen Platz im Innenhof der Kapitolinischen Museen hat, in Deutschland zu sehen.

Legendär ist die Bronzekugel, die einst die Spitze des vatikanischen Obelisken krönte und in der lange Zeit die Asche Caesars vermutet wurde. Aus der Papstkapelle Sancta Sanctorum stammen kostbare Reliquiare und aus Cambridge die einzige überlieferte Abschrift eines mittelalterlichen Reiseberichts des Magister Gregorius über die Wunderwerke Roms: „De mirabilibus urbis Romae“.

Quelle (Text/Foto) und weitere Infos hier: http://wunder-roms.de/faszination-rom/


Dekalog: Die Zehn Gebote als universaler Moralkodex für Juden und Christen

Aus einer Pressemitteilung der Universität Münster:

Der evangelische Bibelforscher Dr. J. Cornelis de Vos legt erste vollständige Untersuchung aller antiken Texte zum Dekalog vor  –  Jüdische und christliche Gruppen verschärften oder erweiterten die Verbote und Gebote, um ihre Gruppenidentität zu stärken  –  Sexualethische Normen angefügt, aber keines der Zehn Gebote wurde über Jahrhunderte je abgelehnt.nur-fuer-umbruch-3

Die Zehn Gebote sind eine Reihe von Geboten und Verboten des Gottes Israels in der Hebräischen Bibel. Dort stehen sie an zwei Stellen in leicht unterschiedlicher Version, z.T. wird im Buch Deuteronomium (5. Mose) etwas ausführlicher als im Buch Exodus (2. Mose) begründet, warum alle den Sabbat als Ruhetag halten sollen.

Der Dekalog wird als direkte Rede Gottes an sein Volk, die Israeliten, eingeleitet, und fasst Gottes Willen für das Verhalten ihm und den Mitmenschen gegenüber zusammen. Die Gebote des Dekalogs wurden vermutlich über mehrere Jahrhunderte mündlich überliefert, bis sie ihren Platz in der Tora, den ersten fünf Büchern der Bibel, fanden.

Die Zehn Gebote waren in den ersten Jahrhunderten der Verschriftlichung nach neuesten Forschungen lange nicht so in Stein gemeißelt wie vermutet:

„Gruppen von Juden und Christen veränderten sie zuweilen. Die eine Gruppe verschärfte das Tötungsverbot, eine andere erweiterte das Ehebruchverbot um sexualethische Normen, eine dritte fügte ein neues Gebot zum Bau eines Heiligtums hinzu“, erläutert Bibelforscher PD Dr. J. Cornelis de Vos vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster.

Er hat jüngst die erste Untersuchung sämtlicher überlieferter jüdischer und christlicher Texte aus der Frühzeit der Zehn Gebote in der Antike vorgelegt, die sich auf die Normen des Dekalogs beziehen:

„Die Menschen bezweifelten zwar nie, dass sich Gott mit den Zehn Geboten direkt an sie gewandt habe. Sie schreckten aber auch nicht davor zurück, den Dekalog umzuformen und eigene Normen daran zu binden. Sie schufen so feste Regeln, die ihre Gruppe nach innen stärken und nach außen abgrenzen konnten. Aber kein Gebot wurde je über die Jahrhunderte ausdrücklich abgelehnt.“news_buch_dekalog_230x345

Die Monografie „Rezeption und Wirkung des Dekalogs in jüdischen und christlichen Schriften bis 200 n. Chr.“ ist im Verlag Brill erschienen.

Der Autor untersucht in der Grundlagenstudie sämtliche jüdischen und christlichen Quellen von etwa 300 vor Christus bis 200 nach Christus, die auf den Dekalog zurückgreifen. Methodisch analysiert er sie bis in kleinste sprachliche Details wie veränderte Buchstaben, Silben oder umgestellte Textabschnitte.

Auch ordnet er die Quellen historisch und sozioreligiös ein. Der Theologe beginnt mit der Analyse der ältesten Übersetzung der Hebräischen Bibel, der Septuaginta, ins Griechische. Er untersucht dann den Samaritanischen Pentateuch, Qumranschriften und die syrische Übersetzung, sowie frühjüdische Schriften, das Neue Testament und frühchristliche Schriften.

„Es gab viele Änderungen“, so der Verfasser, „doch niemand lehnte eines der Zehn Gebote ausdrücklich ab oder ersetzte es. Vielmehr wurde der hohe normative Rang genutzt, um weitere Regeln für ebenso verbindlich zu erklären.“

Die Bergpredigt vertiefte und verschärfte die Zehn Gebote

Zur Bergpredigt aus dem Neuen Testament erklärt der Bibelwissenschaftler: „Der Evangelist Matthäus verlangt eine Verschärfung mancher Gebote.“  – Nicht erst das Töten sei ein schweres Vergehen, sondern auch bereits der Zorn oder Streit, denn sie könnten zum Totschlag führen: „So wird der Streit erstmals ins Tötungsverbot einbezogen“, sagt Dr. de Vos. dsc06228

Ähnlich weitet die Bergpredigt nach seinen Worten das Ehebruch-Verbot aus: Schon wenn ein Mann die Frau eines anderen Mannes begehrt, sei dies Ehebruch im Herzen. „Die Zehn Gebote der jüdischen Tora bleiben damit für Christen gültig, werden aber im Matthäus-Evangelium verschärft.“

„Die Zehn Gebote galten universal für alle Menschen – davon waren viele Juden und Christen überzeugt“, so der Bibelexperte. Das zeige sich in der Begegnung mit Politik, Philosophie und Ethik des nicht-jüdischen und nicht-christlichen Umfelds.

„Um Nichtjuden von der universalen Anschlussfähigkeit des Dekalogs zu überzeugen, wurden jüdische Aspekte heruntergespielt, etwa das Verbot, sich von Gott ein Bild zu machen.“  –  Die Juden Aristobulus und Philo von Alexandrien zum Beispiel stellten den Dekalog als universale, allerbeste Philosophie dar:

„Nach Philo entspricht der Dekalog dem universalen Naturgesetz. Aristobulus leitete gar aus dem Sabbatgebot ab, die Juden seien die besten Philosophen.“

Quelle: http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2016/nov/PM_Als_Juden_und_Christen_die_Zehn_Gebote_veraenderten.html


Bonn: Ausstellung über 100.000 Jahre Kulturgeschichte der Menschheit ab 22.11.2016

Vom 22. November 2016 bis 26. März 2017 zeigt die Bundeskunsthalle eine Ausstellung über 100.000 Jahre Kulturgeschichte: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“.

Unter diesem Titel ist auch das Buch des israelischen Historikers Yuval Harari erschienen, das die Erzählstruktur der gleichnamigen Ausstellung bestimmt. csm_menschheitsgeschichte__grindingbowl_munhata_960x304_a8b2f0e878

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Israel Museums in Jerusalem wurde die Schau mit herausragenden Objekten aus dessen Sammlung entwickelt und kann nun erstmalig in Europa präsentiert werden.

Die archäologischen Objekte aus dem Israel Museum erzählen die Geschichte der Menschheit von ihrem Aufbruch in die Zivilisation bis in die Gegenwart.

Gezeigt werden die ältesten bekannten Überreste einer Feuerstelle, die ersten Werkzeuge, seltene Belege für die Koexistenz von Homo sapiens und Neandertalern, die frühesten Zeugnisse für den Gebrauch von Schrift und Ziffern, die ersten Münzen, das Faksimile einer Abschrift der Zehn Gebote, eine Ausgabe der Gutenberg-Bibel, eine Replik von Edisons Glühbirne sowie das Originalmanuskript von Albert Einstein zur Relativitätstheorie.

Dazu gehören auch 36 Skulpturen von Göttinnen und Göttern aus aller Welt dar, neolithische Stein- und Tonplastiken, Figuren aus der griechischen und römischen Mythologie bis hin zu südamerikanischen Darstellungen und Skulpturen aus Asien und Afrika.

Diese Artefakte werden ausgewählten Beispielen der zeitgenössischen Kunst gegenübergestellt, welche die Geschichte mit der Gegenwart verknüpfen. Darunter sind Werke von Mirosław Bałka, Bruce Connor, Mark Dion, Douglas Gordon, Aernout Mik, Adrian Paci, Paul Pfeiffer, Charles Ray, Haim Steinbach und Mark Wallinger.

Eine Ausstellung des Israel Museums in Jerusalem in Kooperation mit der Bundeskunsthalle, Bonn.

Quelle (Text/Foto) und weitere Infos hier: http://www.bundeskunsthalle.de/ausstellungen/geschichte-der-menschheit.html