Münster: Christlich-jüdische Gedenkstunde an den Synagogenbrand vom 9. November 1938

Von Felizitas Küble

Am Donnerstag, dem 9. November, veranstaltete die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit ein Gedenken an die Zerstörung der Synagoge und anderer jüdischer Einrichtungen in Münster und in Deutschland durch die NS-Diktatur am 9. November 1938. 

Dieses schauerliche Unrecht, bei dem 7000 jüdische Synagogen und Geschäfte brannten bzw. zerstört wurden, nannte man früher (wegen der zerbrochenen Fensterscheiben) „Kristallnacht“, heute wird meist von Pogromnacht gesprochen.

Dabei wurden rd. 20.000 deutsche Juden aus ihren Wohnungen herausgeprügelt, meist verhaftet oder ins KZ transportiert, ca. hundert jüdische Bürger wurden ermordet.

Der Vorstand der christlich-jüdische Initiative besteht – wie auch in anderen Städten üblich – aus einem katholischen, einem evangelischen und einem jüdischen Vertreter. 

Der jüdische Gemeindeleiter Sharon Fehr (siehe Foto) erinnerte die Besucher in der vollbesetzten Synagoge an antisemitische Entgleisungen damals und heute; er forderte alle Bürger zur Wachsamkeit auf.

Zugleich begrüßte er den Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe (CDU)  – der eine kurze Ansprache hielt –  sowie eine Reihe Theologen und Verbandsleiter. Der Gemeindevorsteher erinnerte als moralisches Leitbild für uns alle an die Zehn Gebote, die im jüdischen Gebetshaus einen zentralen Platz einnehmen (Foto: hebräische 10-Gebote-Symbolik).

Die vor allem theologisch geprägte Hauptrede mit dem Titel „Wurzeln der Entmenschlichung“ hielt Alfred Buß (siehe Foto), der frühere Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Der evang. Ex-Präses Buß betonte in seiner Grundsatzrede die verhängnisvollen Auswirkungen des kirchlichen Antijudaismus. Dabei setzte er sich vor allem kritisch mit Martin Luther auseinander:

Der Reformator habe anfangs durchaus eher positiv über Juden geschrieben, sich aber im Laufe der Jahrzehnte immer stärker in eine judenfeindliche Verhärtung hineingesteigert. Die Ursache hierfür sah der Kirchenmann u.a. darin, daß Luther mit einer Bekehrung zahlreicher Juden durch seine Bewegung gerechnet habe; als dies nicht eintrat, wandte er sich gegen die Juden.

Anläßlich des Gedenkens an die Progromnacht von 1938 erklärte er, Luthers Schrift „Wider die Juden und ihre Lügen“ lese sich wie eine Anleitung dazu, zumal in diesem Druckwerk ausdrücklich das Anzünden von Synagogen vorgeschlagen wird.

Dabei erwähnte Buß, daß Luther mit seinem rabiaten Antijudaismus und den von ihm geforderten Zwangsmaßnahmen gegen Juden seiner eigenen Zwei-Reiche-Lehre widersprochen habe, wonach die weltliche Obrigkeit niemanden zum Glauben zwingen dürfe. Der kirchliche Antijudaismus sei zwar, so der Redner, vom späteren Antisemitismus zu unterscheiden, doch habe er dem rassistischen Judenhaß gleichsam den Weg bereitet.

Dabei hätte doch der Rückblick auf die Schöpfungsgeschichte Gottes eine andere Grundhaltung lehren müssen, denn im Buche Genesis wird der Mensch als Gottes Ebenbild gewürdigt. Der Ewige schuf den Menschen als Mann und Frau „nach seinem Bilde“.

BILD: Die Menora (siebenarmiger Leuchter) in der Synagoge von Münster

Daher besitze der Mensch als Gottes Geschöpf eine unverlierbare Würde, die ihm nicht etwa erst durch Staat oder Gesellschaft zukomme, sondern die in seiner geschöpflichen Natur begründet sei.

Die Heilige Schrift halte an dem einen Stammelternpaar fest, zumal dann niemand sagen könne: „Mein Urvater ist größer als der deinige“.  – Alle Menschen führen sich auf dieselben Stammeltern zurück. 

Als Lebensraum des Menschen sei die Welt nicht „des Teufels“, sondern Gottes Schöpfung. Allerdings rufe Gott den Menschen zur Verantwortung  –  so wie einst im Garten Eden nach dem Sündenfall: „Adam, wo bist du?“

Teils kritisch befaßte sich der ehem. Präses mit dem Zeitalter der Aufklärung, weil damals die Vernunft überbetont worden sei. Der Mensch erhalte seine Würde aber nicht erst aufgrund seiner verstandesmäßiger Fähigkeiten. Gewisse Postulate der Aufklärung seien sodann von Antisemiten vereinnahmt worden.

Der Redner rundete seine Ansprache ab mit Versen aus dem Psalm 43. Er spielt in der klassischen katholischen Liturgie eine herausragende Rolle (Stufengebet).

In diesem biblischen Psalm heißt es u.a.:

Verschaffe mir Recht, Gott, und führe meinen Rechtsstreit gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor den bösen und tückischen Menschen! Denn du bist der Gott meiner Zuflucht…Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten; sie sollen mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen. So will ich hintreten zum Altare Gottes, zum Gott meiner Freude und meines Jubels. 
 
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Unionsfraktion warnt vor wachsendem Antisemitismus und Islamismus

Europäischer Tag der Jüdischen Kultur am 3. September

Am kommenden Sonntag findet in 30 Ländern der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. Dazu erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

„Antisemitismus darf in keiner Form geduldet werden. Menschenfeindliche Vorurteile gegen Juden haben keinen Platz in unserem Land. Die Zunahme von antisemitische Hass-Reden und Stereotypen darf nicht verharmlost werden.

Antisemitische Vorurteile werden zunehmend viel offener geäußert, gerade solche, die sich auf den Staat Israel beziehen. Es darf uns nicht ruhen lassen, wenn in Studien und nach Befragungen festgestellt wird, dass vor dem Hintergrund der islamistischen Radikalisierung zugleich eine Zunahme des Antisemitismus festzustellen ist.

Konflikte aus anderen Ländern dürfen nicht bei uns ausgetragen werden. Egal, woher die Radikalisierung kommt, wir müssen sie entschlossen bekämpfen. Wir erwarten von allen Menschen in Deutschland, ganz gleich welcher Herkunft, die Achtung unserer demokratischen Grundordnung.

Aktuelle Studien belegen zunehmend antisemitische Erfahrungen jüdischer Mitmenschen. Besonders alarmiert sind wir aufgrund der Zunahme in Schulen.

Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Sicherheit Israels und für die jüdische Gemeinschaft in unserem Land.“


Berlin: Judenhaß unter Migranten wächst

Lehrkräfte in Berlin sind zunehmend mit Islamismus und Antisemitismus unter Schülern türkischer und arabischer Herkunft konfrontiert.

Das geht aus einer Dokumentation der Organisation „American Jewish Committee“ (Amerikanisches Jüdisches Komitee) hervor. Dafür wurden 27 Lehrer an 21 Schulen in acht Bezirken der Bundeshauptstadt interviewt. Wie es heißt, ist die Untersuchung zwar nicht repräsentativ, gebe aber Einblicke in ein wachsendes Problem.

BILD: Orthodoxe Juden in Jerusalem

Den Befragten zufolge sind antisemitische Feindbilder an einigen Schulen stark präsent. „Du Jude“ sei ein gängiges Schimpfwort. Besonders im Zusammenhang mit Israel würden Juden als Kollektiv dämonisiert und als Zentrum einer Verschwörung dargestellt, auch von muslimischen Schülern ohne Bezug zur Nahostregion.

So hätten einige Schüler gesagt, dass man Israelis töten müsse. Zitat eines Lehrers: „Im Ethikunterricht und im Geschichtsunterricht braucht man eigentlich das Thema Jude (oder) Judentum nicht anzusprechen, weil es dann gleich eine kleine Intifada im Klassenraum gibt.“

Der Befragung zufolge sparen manche Pädagogen Themen wie den Nahostkonflikt und den Islamismus aus, um Kontroversen auszuweichen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/berlin-lehrer-klagen-ueber-islamismus-und-antisemitismus-unter-migranten-101849.html


Yom ha-Shoah: Holocaust-Gedenktag in Israel

In Israel wird heute Yom ha-Shoah, der Holocaust-Gedenktag, begangen. Am gestrigen Vorabend des Gedenktages fand die zentrale Gedenkzeremonie in der Holcaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem statt.

In seiner Ansprache erklärte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin, es gäbe in Israel zwei Positionen gegenüber der Shoah:

Einerseits würde diese lediglich zu einem von Rassismus geprägten Ereignis von vielen in der Geschichte erklärt, bei dem die Juden Opfer Opfer geworden seien, wie an anderen Orten andere.

Der andere Ansatz betrachte die Welt nur noch durch die Brille der Shoah und sähe die Hauptaufgabe des Staates Israel darin, eine neue Shoah zu verhindern.

Beide Ansätze seien jedoch falsch. Der erste ignoriere die Singularität der Shoah und auch des Antisemitismus, der seit 2.000 Jahren existiere. Die Shoah sei nicht als Verbrechen gegen die Menschheit geplant worden, sondern mit dem Ziel das jüdische Volk in Gänze zu vernichten.

Der zweite Ansatz dagegen laufe Gefahr, die Welt einzuteilen, in die Gerechten unter den Völkern einerseits und antisemitische Nazis andererseits. Jede Kritik an Israel werde pauschal zu Antisemitismus erklärt. Ein solcher Ansatz gefährde die Gesellschaft nach innen, aber auch die Beziehungen nach außen. Das Judentum existiere nicht erst seit der Shoah, und es sei nicht die Angst gewesen, die das jüdische Volk 2000 Jahre lang im Exil am Leben gehalten habe.

Rivlin erklärte, das Gedenken an den Holocaust und die Lektionen, die aus dem Völkermord am jüdischen Volk gelernt werden könnten, basierten auf drei zentralen Säulen: Selbstverteidigung, ein gemeinsames Schicksal und Menschenrechte:

„Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies ist eine heilige Pflicht, der sich das jüdische Volk nicht entziehen kann und will. Immer. In jeder Lage. Deshalb können wir auch nicht schweigen angesichts der Schrecken, die sich in weiter Ferne ereignen und ganz sicher nicht derer, die auf der anderen Seite des Zauns stattfinden.“

Heute morgen, um 10 Uhr Ortszeit ertönte, wie in jedem Jahr, im ganzen Land die Sirene zur Erinnerung an die Opfer der Shoah. Während der zwei Minuten, die der Sirenenton anhält, kommt das Leben in Israel zum Stillstand.

Auch die Botschaft des Staates Israel in Deutschland hat eine Zeremonie zum Yom ha-Shoah veranstaltet. Angehörige der Botschaft reisten in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, wo der Gesandte der Botschaft, Avi Nir-Feldklein, einen Kranz niederlegte.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Islam-Experte Prof. Bassam Tibi warnt vor muslimischer Judenfeindschaft in Europa

Von Felizitas Küble

Der aus Syrien stammende, in Deutschland lebende und in den USA lehrende Professor Bassam Tibi hat sich in dutzenden fundierter Sachbücher kritisch mit dem zunehmenden Islamismus befaßt und dabei auch den Judenhaß thematisiert, der einen fester Bestandteil des islamischen Weltbildes darstellt.

Die ideologischen Ursachen hierfür sind weitaus älter als der Nahostkonflikt, weshalb es naiv und leichtfertig wäre, muslimischen Antisemitismus auf den Israel-Palästinenser-Konflikt reduzieren oder ihn damit rechtfertigen zu wollen.

Prof. Tibi ist selber Muslim, freilich vertritt er eine aufgeklärte Version seiner Religion. Zugleich räumte er schon vor Jahren ein, seine Idee, ein gemäßigter Euro-Islam könne sich allmählich etablieren, sei weitgehend gescheitert.

Ihm geht es um die Verteidigung der humanistischen Werte Europas vor der neuen totalitären Gefahr, die aus dem politischen Islam stammt, der überdies stets mit Judenfeindlichkeit verknüpft ist.

Jetzt hat der Islamkenner in der „Basler Zeitung“ dem Mainstream deutscher Medien und Politiker vorgehalten, die Gefahr des muslimischen Antisemitismus auszublenden, um dadurch eine wachsende Kritik an der Asylpolitik der letzten Jahre zu dämpfen.
Unter dem Titel „Die Rückkehr des Judenhasses“ veröffentlichte diese Schweizer Tageszeitung am 13. März 2017 seinen aufrüttelnden Artikel über diese Tabuzone in der deutschen Presselandschaft. 
Der Autor stellt gleich eingangs klar, daß die Menschen in Nahost in einer antisemitischen Ideologie aufwachsen, daher würde die aus dieser Region nach Europa kommenden Flüchtlnge eine „antiwestliche und judenfeindliche Kultur“ mit sich bringen.
 
Prof. Tibi befaßt sich kritisch mit deutschen Politikern, die sich „wie ein Elefant im Porzellanladen“ benehmen, wenn sie die „Trump-Administration über den Respekt vor dem Islam und Religionsfreiheit“ belehren und vor „Islamophobie“ warnen.

Er schreibt dazu: „Deutsche Politiker, die die Welt vor Islamophobie schützen wollen, übersehen geflissentlich, wie im eigenen Land der Antisemitismus ungeahndet in der Islamgemeinde gedeiht. Während des Gazakrieges 2014 wurden 1596 antisemitische Straftaten von Muslimen verübt. In diesem Zeitraum hat kein einziger Jude einem Araber etwas angetan.

Und wie reagiert die ansonsten belehrende Politik hierauf? Die „Zeit“ vom 9. Februar 2017 schrieb: «Antisemitische Taten werden, wenn sie von Zuwanderern begangen werden, als politisch motivierte Ausländerkriminalität verbucht und tauchen in der Antisemitismusstatistik gar nicht auf.“

Auf die Frage, warum dies so sei, antwortet der Autor: „Weil die Täter Araber und keine deutschen Nazis sind….Arabischer Antisemi­tismus wird nicht nur verdeckt, sondern als solcher statistisch gar nicht erfasst, auch strafrechtlich nicht verfolgt.“

Quelle für die Zitate: http://mobile2.bazonline.ch/articles/58c64782ab5c375831000001

 

 


Vom weltweit wachsenden Judenhaß unter dem Mantel des Anti-Israelismus

Fachleute über die „Israelisierung des Antisemitismus“

In der englischsprachigen israelischen Tagreszeitung „Jerusalem-Post“ wurde am 16. Februar ein Beitrag über den zunehmenden Judenhaß unter dem Vorwand der Israelkritik veröffentlicht, den es seit Jahrzehnten in rechtsradikalen Gruppen sowie im ultralinken Spektrum gibt, darüber hinaus aber durchaus auch in bürgerlichen und gebildeten Kreisen. israel

Die Autoren des Artikels, aus dem wir hier wesentliche Abschnitte in deutscher Übersetzung zitieren, sind Prof. Monika Schwarz-Friesel aus Berlin und Prof. Jehuda Reinharz aus den USA:

Im 21. Jahrhundert ist die im antisemitischen Denken begründete und auf Juden ausgerichtete Kritik an Israel die dominante verbale Form geworden, in der anti-jüdische Ideen artikuliert und verbreitet werden.

Zwischen 2002 und 2012 erhielten die israelische Botschaft in Berlin und der Zentralrat der Juden in Deutschland über 14.000 E-Mails, Briefe, Postkarten und Faxe aus allen Regionen Deutschlands.   Klagemauer

Da wir dachten, daß uns dieses Material ein Fenster in den modernen deutschen Geist gegenüber Israel liefern könnte, führten wir eine Untersuchung dieser Zuschriften durch und stellten fest, dass die überwiegende Mehrheit mit Kritik an der Politik Israels begann, sich aber sofort zu antisemitischen Angriffen verschlechterte. Wir nennen dieses Phänomen die „Israelisierung des Antisemitismus“.  

BILD: Die jüdische Klagemauer in Jerusalem

Wir fanden ein ähnliches Muster in einer kleineren Studie von über 2000 E-Mails, die von Bürgern aus acht europäischen Ländern an die israelischen Botschaften in jenen Ländern versandt wurden. Wir glauben, dass die Ergebnisse repräsentativ für vergleichbare Untersuchungen weltweit sind. Wie eine jüngste ADL-Untersuchung ergab, wurden zwischen August 2015 und Juli 2016 auf Twitter 2.6 Millionen antisemitische Mitteilungen gepostet. 

Ein weiterer überraschender Schluss unserer Studie war, dass es im Gegensatz zu den populären Annahmen nicht ausschließlich Alt-Nazis, Neonazis und/oder extreme Linke sind, die so denken. blog1-205x130

Im Gegenteil, die Sprache des heutigen Antisemitismus wird, wie in der Vergangenheit, ebenso durch den gebildeten Mainstream wie durch Randgruppen verankert und verbreitet. In den Köpfen dieser Antisemiten ist Israel der kollektive Jude geworden und sollte zerstört werden.

Betrachtet man die Zuschriften als Ganzes, gibt es nur wenige Unterschiede zwischen den verschiedenen Jahren, abgesehen von den Höhepunkten, die wir während Zeiten eines militärischen Konflikts, wie dem Krieg in Gaza 2014, bemerkt haben. Dieses Ereignis löste einen Sturm von anti-israelischen und anti-jüdischen Kommentaren in Europa und den Vereinigten Staaten aus, die bis zum heutigen Tag – zumeist online – verbreitet werden.

Es ist auch interessant, dass diese Hetzstürme immer Israel als einzigen Aggressor definierten. Dieser einseitige Rahmen gilt nicht nur für den militärischen Konflikt Israels mit den Palästinensern und den arabischen Staaten, sondern auch für die Verurteilung Israels im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen. Moderne Antisemiten haben das „jüdische Problem“ in das „Israel-Problem“ verwandelt.

Quelle: Jerusalem-Post, Übersetzung: israelische Botschaft


Unionsfraktion verlangt von DITIB klare Distanzierung von Christen- und Judenhaß

Laut einem Medienbericht des Fernsehmagazins defacto (Hessischer Rundfunk) hetzen Gemeindemitglieder des türkischen Islamverbandes DITIB gegen Juden und Christen.

Dazu erklärt die Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Cemile Giousouf, Antisemitismus sei unislamisch und richte sich gegen das Selbstverständnis deutscher Muslime; sie fährt fort:

„Türkische Imame säen Hass und gefährden unseren Zusammenhalt. Deutsche Muslime verurteilen Antisemitismus und Christenfeindlichkeit auf das Schärfste. Köln-MoscheeDSC_0596_ShiftN

Es ist eine Schande, wenn Muslime für sich in Deutschland Minderheitenrechte einfordern und diese anderen nicht gewähren. Wer hier in Deutschland lebt, muss die Rechte von Andersgläubigen und Nichtgläubigen genauso respektieren, wie er dies für sich beansprucht.

BILD: Große Moschee mit Minarett in Köln

Der Holocaust ist ein wichtiger Teil deutscher Geschichte. Das gilt auch für Menschen, die in dieses Land eingewandert sind. Sie haben genauso die Verantwortung, gegen Antisemitismus aufzustehen. Besonders die junge Generation muss vor Hetzer-Imamen geschützt werden.

Sollten sich die Recherchen des Hessischen Rundfunks erhärten, muss der größte Islamverband DITIB in Deutschland unmissverständlich klarstellen, welche Konsequenzen er zu ziehen gedenkt. Allein ein Verweis auf bedauerliche Einzelfälle reicht nicht. DITIB muss Hausverbote für Imame aussprechen und rechtliche Konsequenzen ziehen. Sonst kann DITIB nicht länger Dialog- und Kooperationspartner sein. Nach der Bespitzelungsaffäre und Fällen politischer Agitation im Sinne der türkischen Regierung bringen diese Entwicklungen das Fass zum Überlaufen.

DITIB wäre gut beraten nicht lediglich abzuwiegeln, sondern präventiv gegen Antisemitismus und Christenfeindlichkeit vorzugehen. Dazu bedarf es allerdings einer weitaus größeren Sensibilität und Kritikfähigkeit als bislang. Auch müssen Programme und Aufklärungskampagnen in die Wege geleitet werden. Die jüngsten Entwicklungen zeigen erneut, dass der Emanzipationsprozess von der türkischen Religionsbehörde Diyanet noch in den Kinderschuhen steckt.“

Siehe hierzu als ergänzende Info die Erklärung von DITIP: http://www.ditib.de/detail1.php?id=563&lang=de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz