Warum der Zölibat dem Gottesreich dient

Von Dr. Josef Bordat

Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Mariendonk, Dr. Christiana Reemts OSB, schreibt am 10. März 2021 in ihrem Blog:

In den aktuellen Diskussionen ist immer wieder von „Zwangszölibat“ die Rede und es wird gefordert, diese unmenschliche Bedingung für das Priestertum endlich aufzugeben. Bei vielen Beiträgen, die ich lese, fühle ich mich persönlich angegriffen, denn ich lebe selbst in dieser Lebensform und empfinde sie nicht als ein Joch, sondern als ein Geschenk, für das ich Gott danke. Manchmal vermisse ich allerdings, dass unsere Priester sich zu dieser Lebensform bekennen und von ihrer Schönheit sprechen.

Wir müssen in unserer Kirche neu den Mut haben, davon zu sprechen, dass man auch auf ganz vitale Interessen und Begierden verzichten kann. Dazu brauchen wir ein neues Verhältnis zur Sexualität, nicht im Sinn immer weiterer Liberalisierung, sondern im Sinn tieferer Humanisierung.

Kein Mensch hat ein Recht darauf, seine sexuellen Wünsche jederzeit befriedigen zu können, egal auf wen sich sein Begehren richtet. Bei Pädophilen ist uns das klar, aber es gilt für jede Lebensform, dass Liebe immer auch den Verzicht auf das Ausleben eigener Wünsche fordert.

In unserer Kirche gibt es Menschen wie meine Mitschwestern und mich, die, um Gott und die Menschen freier lieben zu können, auf Ehe, Familie und Geschlechtsverkehr verzichten. Wir wollen damit leiblich sichtbar machen, dass wir Christus nichts vorziehen. Dieser Verzicht schenkt uns Zeit für Gebet und Bibelstudium, Zeit für andere Menschen. Wir sind dadurch keine besseren Christen als Eheleute, aber wir sind von Christus wie die Priester zu einer anderen Aufgabe berufen worden. Was ärgert unsere Gesellschaft eigentlich so maßlos daran?

Höchst eindrucksvolle Worte einer Ordensfrau, Worte, die man nicht einfach vom Tisch wischen kann in der aktuellen Debatte um Sexualmoral, Priesteramt und Zölibat. Worte, die glaubwürdig verdeutlichen: Der Zölibat ist wertvoll.

Der Zölibat ist kein Zwang, denn niemand ist gezwungen, in einen Orden einzutreten oder Priester zu werden. Einfach aufgeben sollte man den Zölibat nicht. Schon gar nicht aus den falschen Gründen.

Nachfolgend möchte ich an acht Aspekte erinnern, die für den Erhalt dieser katholischen Einrichtung sprechen – bezogen auf das Priesteramt, doch selbstredend grundsätzlich auch übertragbar auf Ordensleute. Vielleicht hilft auch die Erinnerung an diese Argumente, eine andere Perspektive auf den Zölibat einzunehmen, der dem Lebensgefühl der Äbtissin (und anderer Frauen und Männer in Ordensgemeinschaften und dem priesterlichen Dienst) eher gerecht wird.

1. Bibel

Der Zölibat lässt sich zunächst biblisch begründen. Man findet im NT die Empfehlung des Apostels Paulus, ehelos zu bleiben, wenn man die Nachfolge Christi ernsthaft antreten will (vgl. 1 Kor 7, 32-35).

Allerdings lassen sich auch Ausnahmen vom Zölibat biblisch begründen. Der erste Papst war verheiratet. Zumindest ist von einer Schwiegermutter des Simon Petrus die Rede, die von Jesus geheilt wird (vgl. Mk 1, 29-31; Lk 4, 38-39; Mt 8, 14-15). Auch andere Stellen deuten darauf hin (vgl. 1 Tim 3, 2 und 12; Tit 1, 6).

Unter Umständen waren auch weitere Apostel verheiratet, schließlich schreibt Paulus der Gemeinde von Korinth: „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“ (1 Kor 9, 5).

Dagegen wiederum kann man einwenden, dass die Ehen vor der Berufung zur Nachfolge geschlossen wurden. Auch heute darf ein zum Katholizismus konvertierter Priester einer anderen christlichen Gemeinschaft verheiratet bleiben (Zölibatsdispens nach Kanon 1049, CIC).

Der Zölibat wird von Paulus vorgeschlagen, um „in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen“ zu können (1 Kor 7, 35). Grundsätzlich gilt für die Nachfolge Christi das Prinzip der Bindungslosigkeit gegenüber weltlichen Dingen: Das Loslassen, das Verlassen weltlicher Bezugssysteme (Familie, Arbeit, Heimat) steht am Beginn der Berufung (vgl. Mt 4, 18-22).

Nach kirchlicher Interpretation der Schrift hat Jesus selbst zölibatär gelebt; die Evangelien berichten nichts über eine Ehe Jesu (was sie aufgrund der Bedeutung der Ehe im Judentum mit Sicherheit getan hätten, wäre Jesus verheiratet gewesen).

2. Theologie

Es gibt darüber hinaus gewichtige theologische Argumente in der Debatte um die Bedeutung von Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit der Priester und Ordensleute. Zeichen, Charisma und Nachfolge sind die drei theologischen Hauptgründe für den Zölibat. Zunächst wird der Zölibat als Hinweis auf das Himmelreich angesehen, wo es ebenfalls keine Ehe gibt (vgl. Mk 12, 25).

Sodann wird die Ehelosigkeit als Gnadengabe betrachtet, die den Priester in besonderer Weise auszeichnet. Schließlich stehen Priester in der Nachfolge Jesu und sollen ihre Berufung durch eine möglichst enge Orientierung an Jesu Leben und Lehre zum Ausdruck bringen. Zum Leben Jesu gehört die Ehelosigkeit ebenso wie zu seiner Lehre: Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ ist einer der Evangelischen Räte (vgl. Mt 19, 12).

3. Pastoral

Es gibt darüber hinaus aber auch pastorale Gründe für den Zölibat. Ehelose Priester können sich ganz auf die Arbeit in ihrer Gemeinde konzentrieren und brauchen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit keine Rücksicht auf eine Familie zu nehmen. Sie sind unabhängig, flexibel und – in antiklerikalen Systemen – weniger leicht erpressbar.

Das ist heute in vielen Teilen der Welt höchst relevant. Ganz pragmatisch betrachtet ist es auch materiell einfacher, allein zu leben. Man braucht nur für sich zu sorgen und hat außerdem die Möglichkeit, einem Armutsideal zu folgen, das man einer Familie (insbesondere auch Kindern) nicht zumuten kann.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://jobosblog.wordpress.com/2021/03/13/der-zoelibat-kein-joch-sondern-geschenk/

Dr. Bordat verfaßte mehrere Bücher, darunter Ewiges im Provisorium (2019)
Würde, Freiheit, Selbstbestimmung. Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand (2020)


Warnung an Privatoffenbarungsgläubige

Von Stefan Vucina

Erscheinungsfixiertheit ist sehr gefährlich – also eine Haltung, die Privatoffenbarungen über alles stellt und von ihnen her alles betrachtet und bewertet. Das bedeutet ein Abrücken von der katholischen Kirche, ihrer Lehre und von Christus gestifteten Ordnung.

Nach katholischer Lehre steht nämlich jede Privatoffenbarung – welchen Ursprungs auch immer – unter kirchlicher Aufsicht und Beurteilung.

Das bezeugt schon Gal 2,2, wonach Paulus, der 14 Jahre lang im Alleingang gepredigt hatte, in einer persönlichen Offenbarung von Gott aufgefordert wurde, seine Verkündigung den Aposteln, insbesondere den „Säulen“ der Urgemeinde (Petrus, Jakobus und Johannes) zur Überprüfung vorzulegen.

Daher wird der Himmel niemandem eine Botschaft zukommen lassen, die gegen die kirchliche Lehre, Ordnung oder den Papst gerichtet ist. Dennoch sind Erscheinungsgläubige bereit, solch irrige Lehren anzunehmen, da sie meinen, diese stammen von Gott.

Ein mir persönlich bekannter Katholik, der es nun leider nicht mehr ist, empfängt seit 2009 Privatoffenbarungen, wobei er vollkommen überzeugt ist, dass sie von Gott seien.

Doch diese Botschaften hatten schon in der ersten Zeit einen Haken: Sie bestätigten zwar einzelne katholische Lehren und Dogmen als richtig, ebenso den Ortsbischof als gültig geweiht und erklärten, dass in unserer Kirche Christus in der Hostie real präsent sei.

Aber damit fing es schon an: Als ob wir Katholiken Privatoffenbarungen benötigen, die uns mitteilen, dass unsere Glaubensinhalte richtig, unsere Bischöfe gültig geweiht sind usw.

Diese „Botschaften“ haben meinen Bekannten dann zu der Ansicht geführt, dass Gott nicht durch unsere Kirche lehre, sondern durch ihn und seine Sonderlehren.

Danach kam eins nach dem anderen: Einzelne katholische Dogmen wurden in den Einsprechungen plötzlich als falsch präsentiert, die Priester der Piusbruderschaft seien Verbrecher und ich ein Judenhasser, hieß es, wovon ich jedoch nicht einmal alpträumen würde.

Ähnliches geschah vor Jahrzehnten in aller Öffentlichkeit: Ein Katholik namens Clemente Dominguez y Gomez erhielt angeblich an Händen, Füßen, an der Seite und an der Stirn Stigmata und erhielt Auditionen und Erscheinungen, die sich ihm als Jesus und Maria vorstellten, und von denen er apokalyptische Prophetien mit Aufrufen zu Gebet und Buße empfing.

Gleichzeitig richteten sich seine Botschaften gegen diverse Irrlehren, den Progressismus und andere verderbliche Sitten mancher Katholiken, wodurch die Kirche zerstört worden sei. Nachdem Clemente 1976 zum Priester und schließlich zum Bischof geweiht worden war, wurde er 1978 von „Jesus“ persönlich zum „Papst“ gekrönt, der von nun an als „Papst Gregor XVII.“ die Palmarianische Kirche als Ersatz zur angeblich zerstörten römisch-katholischen Kirche regieren sollte.

Aufgrund seiner Erscheinungsfixiertheit übernahm er diese „Aufgabe“ und leitete seither die Palmarianische Kirche als Gegenorganisation zur katholischen Kirche. Heute wird die Palmarianische „Kirche“ von einem „Papst Petrus III.“ regiert.
(Weitere Hinweise zur Palmarianischen Sekte siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/07/17/warum-die-verheissungen-des-bussrosenkranzes-theologisch-irrefuehrend-bis-magisch-sind/)

In unseren Tagen läuft etwas Ähnliches mit dem sog. „Buch der Wahrheit“. Diese Botschaften werden von vielen Privatoffenbarungsgläubigen über die Kirche und ihre von Christus gestiftete Ordnung gestellt. In ihnen wird behauptet, Papst Franziskus sei der Antipapst, der „falsche Prophet“ der Endzeit, der dem Antichristen den Weg bahne. Damit ist auch hier ein Schisma vollzogen!

Wir sehen anhand dieser Beispiele, wie wichtig es ist, auf die Lehre unserer Kirche zu hören, jede Privatoffenbarung unter ihre Ordnung zu stellen und alle Erscheinungen und Visionen abzulehnen, die diese kirchliche Ordnung stören oder ihr sonstwie entgegenwirken.

Mit solchen Privatoffenbarungen wollen Betrüger bzw. der Satan so viele gläubige Katholiken wie möglich gegen die Kirche positionieren und sie damit zu Fall bringen. Selbst ein frommes Glaubensleben mit regelmäßiger Beichte nützt diesen Contra-Katholiken dann letztlich nichts mehr; denn sie befinden sich bereits außerhalb der Ordnung Gottes.

Deshalb müssen wir vorsichtig und wachsam sein!


Apostel Paulus: Wir sind Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Kor 4,1-5:

Brüder! Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
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Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst.
Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der HERR ist es, der mich zur Rechenschaft zieht.
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Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der HERR kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.
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Paulus ermahnt zu einem ordentlichen und arbeitssamen Lebenswandel

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Thess 3,6-10.16:

Im Namen Jesu Christi, des HERRN, gebieten wir euch, Brüder:
Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt.
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Ihr selbst wisst, wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen.
Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt.
Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt:
Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
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Der HERR des Friedens aber schenke euch den Frieden zu jeder Zeit und auf jede Weise.
 

Münster: Wie der katholische Theologe Ulrich Lüke den Apostel Paulus mißversteht

Von Felizitas Küble

Prof. Dr. Ulrich Lüke, der früher an der Technischen Universität in Aachen lehrte, ist nach seiner Emeritierung Krankenhauspfarrer in Münster geworden. Als Seelsorger im Franziskushospital hält er es offenbar für seine Aufgabe, die wohl meist kranken Meßbesucher durch provokative Predigten zu behelligen. 

Seine in flapsigem Ton gehaltenen Ausführungen legt er schriftlich zum Nachlesen aus, so daß auch unsere Redaktion in den „Genuß“ von etlichen seiner Predigten kam.

So sprach er z.B. am 29. und 20. Juni dieses Jahres über den „Mut zur Praxis“. Gemeint war aber kein Heldentum in puncto Nächstenliebe oder Bekennertum, sondern seine spezielle Auslegung eines Briefabschnitts von Paulus.

Der Völkermissionar schrieb bekanntlich an die Galater, es gäbe „nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr seid alle einer in Christus“.

Ein in der heutigen Zeit gern zitierter Satz, bei dem freilich zu bedenken ist, daß direkt davor von der Taufe die Rede ist – und darin besteht kein Zweifel: Dieses Grundsakrament schenkt allen Menschen unhängig von Geschlecht, Status oder Herkunft genau dasselbe, nämlich die überreiche Gnade des Höchsten: Gotteskindschaft, Befreiung von der universalen Erbschuld und Eingliederung in die Kirche.

Doch der Prediger beläßt es nicht dabei, sondern macht aus Paulus – so wörtlich – einen „Revolutionär“. 

Schon im nächsten Satz ist von der Forderung nach dem Frauen-Diakonat die Rede, wobei er sich auf die Würzburger Synode beruft, die aber kein Regionalkonzil war und daher auch keine verbindlichen Beschlüsse fassen konnte.

Mehrfach bezeichnet Professor Lüke die eher konservativ Denkenden unter den deutschen Bischöfe als „Angsthasen unter den Mitra-Trägern“ und unterstellt ihnen „Panik“ gegenüber den Forderungen der modernistischen Aktion „Maria 2.0“.

Der Prediger mahnt bei diesen vorwärtsstürmenden Damen zwar ein gemächlicheres Tempo an, will aber im Grunde dasselbe in grün: 

„Warum fängt man nicht mal mit dem Diakonat für Frauen an, stellt denn vermutlich fest, dass die Kirche weder untergegangen ist noch die Botschaft Jesu verraten hat und schaut dann ruhigen Auges, ohne Angstschweiß auf der Stirn und ohne Schaum vor dem Maul (!) weiter in die Zukunft Gottes.“

Das Diakonat erscheint hier lediglich als Etappenziel für weitere Planspiele.

Am Schluß erinnert der Geistliche erneut an die Worte des heiligen Paulus, wonach alle „eins in Christus“ seien.

Was der Prediger aber nicht berücksichtigt, ist die schlichte Tatsache, daß es dem Apostel hier ausdrücklich um die Taufe geht – nicht um die „Amtsfrage“. Immerhin ist es derselbe Paulus, der in seinem Brief an Timotheus schreibt: „Entfache die Gnadengabe, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.“ (2 Tim 1,6)

Somit ist keineswegs alles, was „aus der Taufe gekrochen ist (Luther), bereits Priester im sakramentalen Sinne, wobei es natürlich sehr wohl ein allgemeines Priestertum der Gläubigen gibt, das durch die Firmung noch befestigt wird.

Auch die „Diakoninnen“ in der frühen Kirche hatten kein sakramentales Amt inne, ebensowenig wie die Witwen, die damals auch eine eigene Segnung bzw. „Witwenweihe“ erhielten. Beide Stände in der Kirche waren nicht im Altarraum tätig, sondern dienten den „Tischen“ (Armenspeisung), dem Gebet und der Katechese (Glaubensunterweisung) außerhalb des Gotteshauses, vor allem beim Unterricht von Katechumenen (Taufkandidaten).

Das sind genau jene Aufgaben (sogar weniger), die längst auch jede Gemeindereferentin und Pastoralassistentin ausüben kann.

Zum Thema Frauenpriestertum siehe hier ein Grundsatzartikel: https://charismatismus.wordpress.com/2019/08/19/warum-keine-priesterweihe-fuer-frauen/


Pfarrer Spätling fordert Bischof Genn auf, nicht an der Jugendsynode in Rom teilzunehmen

Von Felizitas Küble

Der katholische Geistliche Paul Spätling aus Emmerich hat seinen Bischof Dr. Felix Genn (Münster) in einer öffentlichen Stellungnahme aufgefordert, nicht  – wie geplant – an

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der Jugendsynode teilzunehmen, die im Oktober 2018 in Rom durchgeführt wird, sondern bewußt hierauf zu verzichten.

FOTO: Pfr. Spätling (Dritter von rechts) beim Lebensrechts-Gebetszug 2015 in Münster

Der theologisch konservative Pfarrer, in dessen Familie sich selber ein Opfer sexuellen Mißbrauchs durch einen Priester befindet, erinnert den Oberhirten des Bistums Münster an den „Mut“ des US-amerikanischen Kardinals Tobin und des niederländischen Weihbischofs Musaerts, die eine Einladung zu dieser Synode abgesagt hatten:

„Die Begründung: Bei soviel Mißbrauch von Jungen bis hin zu Bischöfen und Kardinälen verbiete sich zu diesem Zeitpunkt eine Teilnahme.“

Der Priester bemängelt, daß „Papst Franziskus für solche Begründungen leider gänzlich unempfänglich“ sei.

Pfarrer Spätling übt sodann deutliche Kritik an einigen Vorgängen in der Diözese Münster: Aus seiner Sicht laufen die vor vier Jahren von Bischof Genn (siehe Foto) angeordneten Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Kindern „ins Leere“:

Er erinnert zum Beispiel an den Fall des Pastors Norbert Happe in Beelen, der pro-homosexuelle Romane in die Pfarrbücherei seiner Gemeinde eingestellt und sie Jugendlichen ausdrücklich empfohlen hat: „Der Bischof verweigert dazu jede Stellungnahme. Und der Pfarrer macht fröhlich weiter“, beklagt Pfr. Spätling. (Näheres über diese Causa in unserem CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/17/pfarrer-happe-schenkte-katholischer-buecherei-schwule-sexromane-zum-verleihen/)

Der Autor stellt daher grundsätzlich die Frage:

„Was bewirken des Bischofs Präventionsmaßnahmen? Sind sie nur Show? So habe ich es damals empfunden, als Genn mit viel Presseaufwand Priester und bezahlte Laienkräfte der Diözese in die große „Halle Münsterland“ zusammentrommelte. Wollte er der beste unter den deutschen Bischöfen in dieser Angelegenheit sein? Eine Kampagne fürs Image?“

Im Bistum Münster seien, so Pfr. Spätling weiter, „Klamaukmessen  mit Nebel- und Lichtwerfern“ in Mode, nicht jedoch das biblisch orientierte Predigen über Sexualität und Gottes Gebote, z.B über 1 Kor 6,9, wo der Apostel Paulus schreibt: „Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habgierige, nicht Säufer, nicht Lästerer, nicht Räuber werden das Reich Gottes erben.“

Der Verfasser übt außerdem Kritik an Bischof  Genns Schlagwort vom „Klerikalismus“, der angeblich die Ursache für die Mißbrauchskrise in der Kirche sei. 

Pfarrer Spätling schreibt dazu wörtlich: „Stattdessen gibt Bischof Genn vor, daß für diesen Mißbrauch angeblich der Klerikalismus in der Kirche verantwortlich sei – ganz nach Franziskus.“

Er verweist als Kontrapunkt auf Kardinal Gerhard Müller, „den zwangsemeritierten Präfekten der Glaubenskongregation“. Der vatikanische Würdenträger (siehe Foto) habe der Ablenkungs-Floskel „Klerikalismus“ am 15.9.2018 in Rom eine klare Absage erteilt:

„Nicht der Klerikalismus, „was immer das sein mag“, sondern die Abkehr von der Wahrheit und die moralische Zügellosigkeit seien die Wurzel des Übels. Die Korruption der Lehre ziehe immer die Korruption der Moral nach sich und manifestiere sich in ihr: „Die schwere Versündigung an der Heiligkeit der Kirche ohne Gewissensbisse ist die Folge der Relativierung des dogmatischen Fundaments der Kirche.“

Pfr. Spätling fügt hinzu: „Das heißt im Klartext: Die Ursache für alle diese sittlichen Verfehlungen ist der Glaubensverlust.“

Abschließend äußert sich der Geistliche skeptisch über Werbefeldzüge des Bistums, über „großangelegte Pressekampagnen unseres Bischofs von Münster – Stichwort: „Markenentwicklung – Marketing“ – so diese Millionen an Geldern verschlingende Kampagne. Unser Glaube wird nicht „vermarktet“…

Der Glaube hat ein Fundament. Aber gerade diese Grundlagen des Glaubens werden seit mindestens 50 Jahren von den deutschen Bischöfen sträflich vernachlässigt.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet hauptamtlich den KOMM-MIT-Verlag in Münster sowie ehrenamtlich das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Ergänzender und aktueller Artikel zu Kardinal Müller: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/30/wurde-mueller-als-glaubenspraefekt-entlassen-weil-er-die-weiche-welle-verweigerte/


Von Bischof Kamphaus bis Papst Franziskus: Soll der Staat die Häftlinge begnadigen?

Warum eine falsche Gnade gnadenlos ist

Wie die „Vorarlberger Nachrichten“ vom 7.11.2016 berichten, hat Papst Franziskus bei einem Treffen mit rd. 1000 Häftlingen im Petersdom die Regierungen in aller Welt zu einer Amnestie bzw. einem allgemeinen Straferlaß für Gefangene aufgerufen. (Quelle: http://www.vorarlbergernachrichten.at/welt/2016/11/06/papst-feiert-messe-mit-ueber-1000-gefangenen.vn)

Das paßt zu seinem Zauberwort von der „Barmherzigkeit“. Aber wie gnadenlos ist in Wirklichkeit eine solche Gnadenpolitik? Foto Michaela Koller

Oder macht sich der Pontifex nicht klar, was es bedeutet, Mörder, Vergewaltiger, Einbrecher, Drogendealer, Kinderschänder etc. zu amnestieren und auf die Menschheit loszulassen?! Sind dann nicht gerade die Schwächsten am meisten gefährdet, die sich am wenigsten gegen Verbrecher schützen und wehren können?

Der hl. Paulus schreibt in seinem „Brief an die Römer“ bzw. die römische Christengemeinde: Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn die Obrigkeit trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.“ (Röm 13,4) 

Dabei ging es Paulus nicht konkret um die Todesstrafe, sondern grundsätzlich um das sog. „Gewaltmonopol“ des Staates, um seine ureigene Aufgabe, für Recht und Ordnung zu sorgen, Unrecht zu ahnden, Verbrechen zu bestrafen und die Gesellschaft vor Übeltätern zu schützen, weil nur so ein geregeltes Zusammenleben der Menschen möglich ist.

Etwas ganz Anderes, nämlich echt Mutiges wäre es gewesen, wenn der Papst islamische, kommunistische oder sonstige Diktaturen aufgefordert hätte, die politischen Gefangenen und inhaftierten verfolgten Christen freizulassen. Auf solch einen Appell warten wir schon lange!

Aber diese bestenfalls weltfremde, eigentlich direkt gefährliche Begnadigungs-Idee von Franziskus ist nicht neu. Es gibt dazu ein ähnliches Beispiel, das zwar älter, aber sehr aufschlußreich ist:

Bischof Kamphaus und die RAF-Terroristin Möller

Der Limburger Oberhirte Franz Kamphaus, bundesweit bekannt für seine links-katholischen und theologisch liberalen Ansichten, forderte im Herbst 1994 öffentlichkeitswirksam die Begnadigung der RAF-Terroristin Irmgard Möller, die wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt war. Der Staat solle „ein Zeichen der Friedfertigkeit setzen“. Der Bundespräsident kam diesem Ruf aus Limburg tatsächlich nach. 039_36A - Kopie

Doch die vorzeitig haftentlassene Frau Möller setzte genau das entgegengesetzte „Zeichen“ und erklärte frank und frei in Interviews, ihr damaliger Mordanschlag in Heidelberg sei „legitim“ gewesen: „Aber ja, gar keine Frage!“

Dem Staat wurde seine weiche Welle sogar als eigensüchtige Taktik ausgelegt, denn die nach wie vor verblendete Begnadigte erklärte: „Ich glaube nicht, daß der Staat humanitär sein kann. Er hat einfach abgewogen: Wo bin ich ihm lästiger? Drinnen oder draußen?“   –  Dazu paßt das Sprichwort: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Doch Bischof Kamphaus beließ es damals nicht bei seinem Appell für Irmgard Möller, sondern erklärte in einem KNA-Interview, lebenslange Haftstrafen seien sowieso abzulehnen. Er gab zu bedenken, „daß viele Menschen durch eine Gefängnisstrafe erst richtig in ein kriminelles Milieu geführt werden“.

Seltsame Logik allerdings: Wenn „viele Menschen“ im Knast erst so richtig kriminell werden, wie kann man sie dann vorzeitig freilassen?!  Dann wäre „lebenslänglich“ erst recht nötig, um weitere Verbrechen zu verhindern.

Wie wir sehen, hat der Limburger Oberhirte im römischen Pontifex nun einen würdigen Nachbeter für seine „gnädigen“ Ansichten gefunden.

Foto: Michaela Koller


Ein christliches Kinderbuch, das positiv aus dem Rahmen fällt

Besprechung von Felizitas Küble

Fromme Kinderbücher gibt es wie Sand am Meer, aber vielfach bieten sie auch verschickene Macken. Diese Erzählung „Die Jungen von Nain“ von Günter Mayer vermeidet die oft anzutreffenden Nachteile vieler typischer Kinderbücher aus dem religiösen Spektrum. Es hat zum Beispiel den Vorteil, daß es eine allzu kindliche, naive Sprache vermeidet und doch komplett verständlich verfaßt ist.  index

Zudem fehlt gottlob jener betuliche, „tantenhafte“ Stil, mit dem Autoren bisweilen glauben, den „Ton“ der kleinen Leser zu treffen. Wieder andere Verfasser flüchten sich in reichlich fantasievolle, „fabel-hafte“ Geschichten in der Meinung, das entspräche genau der Denkweise   – genauer: der Fabulierweise  – von Kindern.

Natürlich ist diese Vermutung nicht unbedingt falsch, doch gerade der christliche Glaube sollte nicht ins Märchen- und Wolkenhafte verschoben werden, erst recht nicht, wenn es um biblische Geschichte(n) geht.

Aber gerade dies ist  – neben dem flüssigen und anschaulichen Stil – der große Vorteil dieser Erzählung, die das Evangelium, aber auch Abschnitte aus der Apostelgeschichte lebendig werden läßt: „Die Jungen von Nain“ bringt dem jungen Leser die Heilige Schrift nahe, aber auch das kulturelle und politische Umfeld, in dem Christus lebte und wirkte. Viele Besonderheiten, zB. jüdische Bräuche, Rituale und Begriffe sind im Buch zur Kenntlichmachung kursiv gesetzt und werden im Anhang des Buches erläutert.

Außerdem nennt diese spannende Geschichte um die beiden Jungen von Nain, die miteinander befreundet sind und die Christus mehrfach persönlich begegnen, am Seitenrand die jeweiligen Bibelstellen, die in die Geschichte hineinverwoben sind.

Es ist dem Autor prima gelungen, aus zahlreichen Ereignissen des Evangeliums eine einheitliche, in sich stimmige Erzählung zu entwickeln, die mehrere Höhepunkte aufweist, zB. die Totenerweckung des jungen Kleopas durch Christus; später erlebt Eutychus ein ähnliches Wunder durch den Apostel Paulus.  IMG_1061

Eine wichtige Rolle spielt auch die Geschichte von der Brotvermehrung Jesu, dann natürlich seine Verurteilung, Hinrichtung und Auferstehung, aber auch die beginnende Predigttätigkeit der Apostel und Jünger, wobei Eutychus den Evangelisten Markus näher kennenlernt und mit ihm zusammen als Märtyrer stirbt.

So dient das Neue Testament in geschickter Weise als Hintergrund für einen ebenso fesselnden wie fundierten Kinder- und Jugendroman, der neben spannender Dramatik auch viele Kenntnisse vermittelt; er will die Kinder dazu anregen, selber in der Bibel zu lesen, um ihren Glauben besser kennenzulernen; deshalb auch die Randvermerke, die häufig im Buch vorkommen.

Daß sich der Autor jahrzehntelang ehrenamtlich in der katholischen Jugendarbeit eingesetzt hat, macht sich in dieser Geschichte positiv bemerkbar, vor allem in der frischen Sprache und der bodenständigen, anschaulichen Erzählweise.

So eignet sich das Buch nicht allein zum Selberlesen ab 8 Jahren, sondern auch zum Vorlesen in Elternhaus und Gruppe. Es ist nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant, sondern auch eine lehrreiche Lektüre für Erwachsene, die ihr biblisches Wissen und ihre Allgemeinbildung vertiefen wollen.

Der Autor hat sein Erzählbuch ausdrücklich Günter Stiff gewidmet, dem jugendbewegten katholischen Schriftsteller und Gründer des KOMM-MIT-Verlages sowie des Christoferuswerks in Münster.

Das lesenswerte Buch eignet sich ideal als Geschenk vor allem zur Erstkommunion und kann portofrei für 9,90 € bei uns bestellt werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)


Neue Irrtümer der „Madonna“ von Medjugorje

Von Felizitas Küble

Allmonatlich verbreitet die Medjugorje-Bewegung per Newsletter eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes“ an Mirjana Dragicevic-Soldo. Die „Seherin“ erhält schon seit Jahrzehnten stets am 2. Tag jedes Monats eine Offenbarung des Himmels, die recht häufig merkwürdige theologische Aussagen enthält – so auch diesmal in der „Botschaft“ vom 2. März 2015, die wir hier im vollen Wortlaut wiedergeben (die Linien stammen zwecks Hervorhebung von uns): media-372515-2

„Liebe Kinder! Ihr seid meine Stärke, ihr, meine Apostel, die ihr durch eure Liebe, Demut und stilles Gebet es möglich macht, dass mein Sohn kennen gelernt wird. Ihr lebt in mir. Ihr tragt mich in eurem Herzen. Ihr wisst, dass ihr eine Mutter habt, die euch liebt und die gekommen ist, um euch die Liebe zu bringen.

Ich schaue euch im himmlischen Vater an – eure Gedanken, eure Schmerzen, eure Leiden – und ich bringe sie meinem Sohn dar. Fürchtet euch nicht, verliert die Hoffnung nicht, weil mein Sohn auf Seine Mutter hört.

Seitdem Er geboren wurde, liebt Er, und ich möchte, dass diese Liebe alle meine Kinder kennen lernen, damit jene zu Ihm zurückkehren, die Ihn wegen ihrer Schmerzen und ihres Nichtverstehens verlassen haben, und Ihn all jene, die Ihn nie gekannt haben, kennen lernen.

Deshalb seid ihr da, meine Apostel, und ich als Mutter mit euch. Betet für die Festigkeit des Glaubens, denn aus dem festen Glauben kommen Liebe und Barmherzigkeit. Durch Liebe und Barmherzigkeit werdet ihr all jenen helfen, denen nicht bewusst ist, dass sie die Finsternis anstelle des Lichtes wählen. Betet für eure Hirten, denn sie sind die Stärke der Kirche, die euch mein Sohn hinterlassen hat. Durch meinen Sohn sind sie die Hirten der Seelen. Ich danke euch.“

Hierzu stellen wir fest:

1. Die mehrfache Würdigung der „Seherkinder“ (die übrigens längst erwachsen sind) als „meine Apostel“ ist zumindest mißverständlich, denn der Ausdruck „Apostel“ gilt in der Kirche regulär für die 12 Apostel sowie den Apostel Paulus. Missionarisch aktive Weltchristen (Nicht-Priester) bezeichnet die Kirche mitunter als „Laienapostel“.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

2. Maria erscheint angeblich in Medjugorje, „um euch die Liebe zu bringen“.  – Ist hierfür eine Privatoffenbarung nötig? – Christus selbst ist in seiner Person Gottes Liebe, ER hat sie uns verkündet und vorgelebt; in seiner Kirche und den sieben Sakramenten erfahren wir die Güte des HERRN. Weshalb sollte es hierzu eines Erscheinungsphänomens bedürfen?

3. Der Aufruf, sich nicht zu fürchten und die Hoffnung nicht zu verlieren, weil „mein Sohn auf seine Mutter hört“, ist theologisch völlig irreführend. Würde Christus nicht auf Maria hören, hätten wir dann etwa Anlaß zur Furcht und Hoffnungslosigkeit? – Eine völlig absurde Vorstellung!

4. Geradezu hanebüchen, ja gotteslästerlich ist die Behauptung der Medju-„Madonna“ über unseren Erlöser: „Seitdem Er geboren wurde, liebt Er“.  – Hat Christus etwa in den 9 Monaten vor seiner Geburt bzw. nach seiner Empfängnis nicht geliebt? – Zudem ist der Heiland präexistent: ER lebte als GOTT bzw. Gottes Sohn schon vor seiner Menschwerdung  – und ER hat selbstverständlich vor seiner Inkarnation schon geliebt: sowohl Gott-Vater und den Heiligen Geist  – wie auch seine Geschöpfe. Aus Liebe zu ihnen ist ER Mensch geworden, also liebte ER uns schon vorher.

5. Aus dem „festen Glauben“ kommen nicht nur „Liebe und Barmherzigkeit“, sondern alles weitere, was für das ewige Heil ebenfalls erforderlich ist: Vor allem die Einhaltung der göttlichen Gebote, die Nachfolge Christi und die guten Werke.

 


Warum die Kirche seit jeher mit Erscheinungen und Visionen vorsichtig ist

Alle großen Heiligen warnen vor Erscheinungen. Sie wissen, dass die gefallenen Geister dem Menschen um ein Vielfaches überlegen sind, und ihnen ohne jede Schwierigkeit etwas vorgaukeln können.

Eine gewichtige Stelle findet sich im 2. Korintherbrief des hl. Apostels Paulus: „Denn diese Leute sind Lügenapostel, hinterlistige Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben. Und das ist kein Wunder  –   selbst der Satan erscheint als Engel des Lichtes.“ slider3-640x360

Auf diese Stelle nimmt der hl. Ignatius Bezug, wenn er vom Teufel in der Lichtgestalt spricht:

„Dem bösen Engel, der sich in einen Engel des Lichtes umwandelt, ist es eigen, mit der frommen Seele einzutreten und mit sich selbst wieder auszutreten, das heißt, er pflegt erst gute und heilige Gedanken, die einer solchen gerechten Seele entsprechen, einzuflößen, und dann versucht er langsam beim Weggehen, die Seele in seine versteckten Trügereien und schlechten Absichten hineinzuziehen.“ (Zweite Woche, Regel 4).

Hier ist die ganze Diabolität des teuflischen Wirkens noch einmal zusammengefasst:

Der Teufel tritt mit der frommen Seele ein, das heißt er sagt und bekennt das, was auch der frommen Seele zusagt und sie anzunehmen bereit ist, er tritt aber mit sich selbst wieder aus. Wenn er geht, hat er das Augenmerk der Seele ganz auf sich gerichtet und zwar so, dass es der Mensch in der ganzen Zeit nicht gemerkt hat.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Zur Frage, ob es sich nur um Phantasie oder um dämonisches Einwirken handelt, soll M. E. Grialou zur Sprache kommen:

„Meistens handelt es sich (…) nur um ein gewisses Einwirken des Satans auf die überreizte Phantasie, auf die durch Krankheit geschwächten Sinne oder auf Personen mit Veranlagung zur Schwermut. In diesen Fällen bemüht sich der Satan, Phantasiegebilde vorzugaukeln.

Anfangs nutzt er die körperliche Schwäche der betreffenden Personen oder ihr Verlangen nach außerordentlichen Gnaden aus und verleitet sie zu Abtötungen, die sie total erschöpfen.

Durch zunehmende physische Schwäche findet er in den Sinneskräften eine größere Empfänglichkeit für die von ihm bewirkten Vorspiegelungen und Sinneseindrücke. Der Teufel kann seine Macht umso besser ausüben, je weniger sich diese Menschen von der Vernunft leiten lassen.“

Theresia von Avila äußert sich in derselben Weise:

„Manchmal, ja oft kann es Einbildung sein, besonders bei Leuten mit kranker Phantasie oder bei Melancholikern – ich meine solche, die an besonders starker Schwermut leiden. Bei Menschen dieser beiden Gruppen darf man dem meiner Meinung nach kein Gewicht beimessen, auch wenn sie sagen, dass sie es sehen und hören und verstehen.

Man sollte sie aber nicht dadurch beunruhigen, dass man sagt, es sei der Satan; sondern sie anhören, wie man Kranke anhört. (…) Es ist freilich unumgänglich, die Sache insofern zu beachten, als man der betreffenden Person das innere Gebet untersagt und mit allen Kräften darauf hinwirkt, dass sie dem ganzen kein Gewicht beimisst; denn der Satan pflegt kranke Seelen dieser Art zu seinem Vorteil zu gebrauchen  –  wenn nicht zu ihrem eigenen Schaden, so doch zu dem von anderen.“ media-375643-2

Es stellt sich die Frage, wie weit der Teufel himmlische Erscheinungen nachäffen darf. Grialou gibt hier klare Antwort:

„Die übernatürlichen Gnadenerweise Gottes nachzuahmen, ist ein schwierigeres Kunststück. Doch auch daran wagt sich der Satan. Es gibt nicht viele außerordentliche Gnaden, die nicht ihr trügerisches Gegenbild fänden. Sobald sie der Satan beobachtet, scheut er keine Mühe, deren fühlbare Wirkungen zu reproduzieren.

Selbst wenn der Betrug sofort entdeckt wird, hinterlässt er bei seinem Opfer das Gefühl des Unbehagens. (…) Wird der Trug nicht bemerkt, kann er den Menschen in Irrtümer stürzen, die für ihn und seine ganze Umgebung gravierende Auswirkungen haben!“

Dies bestätigt auch Johannes vom Kreuz, der die Meinung vertritt, dass es keine außerordentliche Gnade gibt, die der Satan nicht nachahmen dürfte:

Wenn (die Seele) etwa durch einen guten Engel echte Visionen erhält (…), so gibt Gott doch auch dem bösen Geist Erlaubnis, ihr entsprechende falsche Visionen vorzuspiegeln, die, wie es häufig geschieht, eine unvorsichtige Seele zu täuschen vermögen.“ (Nacht, II 23,7)

Wer immer also von irgendwelchen Erscheinungen hört, muss um dieses Wirken des Satans Bescheid wissen, sonst wird er Opfer der größten Leichtgläubigkeit. (…)

Man muss man immer wieder an die Worte Christi denken: „Es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und Scheinwunder wirken!“

Auszüge aus einem Beitrag von Pater Andreas Steiner FSSPX im „Mitteilungsblatt“ der Piusbruderschaft vom April 2008  – Pius-Webseite: http://pius.info/