Ehe, Priestertum und Schöpfungsordnung im Lichte des Evangeliums

PREDIGT von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Oberhirte von Regensburg) zur Eröffnung des Kongresses „Freude am Glauben“ am 14. Juni in Ingolstadt:

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN!

Das Messformular „Maria, Mutter der Schönen Liebe“ sieht als Evangelium die Verkündigungsperikope vor, die uns der Herr Diakon gerade wieder neu vorgetragen hat.

Es ist uns aus dem Ave-Maria und dem Angelus-Gebet zutiefst vertraut.

Dieses Evangelium ist nicht nur, zusammen mit der entsprechenden Überlieferung des Matthäus-Evangelisten, der biblische Beleg für die jungfräuliche, geist-gewirkte Empfängnis des messianischen Gottessohnes, es ist auch das ideale Evangelium für die Eröffnung des Kongresses „Freude am Glauben“ und es führt uns hinein in die Mitte auch des Kirchenverständnisses und der sakramentalen Struktur der Kirche.

Der Gruß des Engels, den wir im Deutschen –  gemäß dem lateinischen „Ave Maria“  – mit „Gegrüßet seist du Maria“ zu sprechen gewohnt sind, heißt im griechischen Original „chaire“, wörtlich: „Freue Dich“, „Freue Dich, Maria!“

Das ist nicht unwichtig, sondern verbindet die Berufung der Gottesmutter mit der Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel.

Freue dich, Tochter Zion, denn der HERR ist mit dir

Der Engel Gabriel grüßt nämlich Maria mit denselben Worten, mit denen einst der Prophet Zefanja das als „Tochter Zion“ personifizierte Israel aufgemuntert und zur Freude aufgerufen hatte: „Freue dich, Tochter Zion… der HERR ist in deiner Mitte.“

Die Bible de Jérusalem, die vielleicht beste Übersetzung der Bibel in die Landessprachen, empfiehlt denn auch diese wörtliche Übertragung: „Freue Dich, Maria.“

Und in manchen französischen Gemeinschaften wird das Ave Maria gebetet als „Réjouie-toi Marie“. Auch im Englischen übersetzt die Jerusalemer Bibel: „Rejoice, Marie.“ Freue Dich, Maria.

Unser Evangelium will uns damit sagen: Maria, die Frau aus Nazareth, ist der heilige Rest Israels in Person, die Tochter Zion. Sie ist der wahre Tempel, der Ort, den Gott sich zur Wohnstatt gemacht hat. Auf sie schaut der große und heilige Gott, dem doch alles gehört und der trotzdem angewiesen sein will auf ein gläubiges Herz, das sich ihm öffnet und zur Verfügung stellt.

Im Dom zu Regensburg, meiner Kathedrale, haben wir, wie Sie vielleicht wissen, eine mittelalterliche Verkündigungsgruppe, und der Engel Gabriel, der seine Botschaft auf einem schwungvollen Spruchband bei sich hat, strahlt über das ganze Gesicht; viele Besucher kommen eigens in den Dom, um ihn zu sehen, den „lachenden Engel“, den Inbegriff der Freude und frohmachenden Botschaft.

„Chaire!“  – Freue dich Maria  –  und an Ostern singen wir: Freue dich mit ihr, erlöste Christenheit. Freut Euch im Glauben, auch ihr Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses, die wir alle wie Maria mitwirken dürfen am Heil und an der Erlösung; freut euch, denn der Glaube ist nicht eine Last, sondern Quelle des Trostes und der Freude!

Diese gesamtbiblische Einordnung der Verkündigungsperikope führt uns freilich noch tiefer in die Zusammenhänge unseres Glaubens hinein.

MARIA führt zu einer „Theologie der Frau“

Mit dem Thema „Tochter Zion“ ist nämlich ein wesentliches Element der biblischen Überlieferung angesprochen, eine Theologie der Frau, ohne die das Alte und auch das Neue Testament nicht zu verstehen sind.

Die Offenbarung Gottes, sie zeichnet sich nämlich nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift ein in die geschöpfliche Beziehung des Gegenübers von Mann und Frau.

Das Hohelied der Liebe ist nur der Höhepunkt der Glaubensüberzeugung, dass in der ehelichen Gemeinschaft von Mann und Frau die angemessenste Analogie für das Verhältnis Gottes zu seinem Volk Israel gegeben ist.

Die natürliche und unvertauschbare Zuordnung und Komplementarität von Mann und Frau wird im Zusammenhang des Glaubens gnadenhaft überhöht und zur Darstellung der Heilswirklichkeit erhoben.

Jesus stellt sich in diese aus dem Glauben Israels herkommende Tradition und offenbart sich selbst als der Bräutigam des Volkes, bei dessen Anwesenheit doch nicht gefastet werden darf (vgl. Mk 2, 19).

Die Theologie des Ehesakramentes beruht auf dieser Glaubenseinsicht, ist doch die Ehe von einem getauften Mann und einer getauften Frau Sakrament, heiliges Zeichen, Darstellung der Liebe Christi zu seiner Kirche (vgl. Eph 4, 24).

Und auch die Zuordnung des Weihesakramentes zum männlichen Geschlecht beruht auf dieser ins Licht des Glaubens erhobenen natürlichen Zeichenhaftigkeit. Der Priester repräsentiert in seiner ganzen Person Christus als „Bräutigam“ der Kirche.

Hier geht es nicht um die Darstellung der naturalen Fruchtbarkeit der stetig sich abwechselnden Jahreszeiten.

CHRISTUS hat Männer als Apostel berufen

Jesus hat bewusst nur Männer als Apostel berufen, als Stammväter des neuen Israel, die ihn dann zu vergegenwärtigen hatten auch im christlichen Kult.

Das hat nichts zu tun damit, dass man sich in der Antike weibliches Priestertum nicht vorstellen konnte. Im Gegenteil: Die Religionen und Kulte Griechenlands und Roms kannten vor allem ein weibliches Priestertum. Ihr Dienst war oft verbunden mit der Tempelprostitution als Darstellung der Fruchtbarkeit der Erde im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Davon setzt sich gerade die in der Bibel bezeugte Offenbarung ab mit ihrem Verweis auf die Geschichtsmächtigkeit Gottes, der nicht durch die naturale Fruchtbarkeit wirkt, sondern durch Menschen, die auf ihn hören, durch ein Volk, das er sich als Eigentum erwählt hat und das in der gesamten biblischen Überlieferung weiblich konnotiert ist, als Tochter Zion, die in Maria eine individuelle, von Gott in besonderer Weise begnadete Person wird.

Die Glaubensüberzeugung von der Schöpfung des Menschen im Gegenüber von Mann und Frau, Geschlechterpolarität und ihre Positivität, ist somit so etwas wie die Grammatik der heilsgeschichtlichen Offenbarung.

Sie ist nicht nur Ausdruck des Wesens des Menschen, sondern auch die Bildseite der Sakramentalität der Kirche. Das schließt selbstverständlich nicht aus, dass die Kirche und alle ihre Glieder jedem Menschen mit Hochachtung begegnen, ganz gleich, welche biologischen oder psychischen Besonderheiten er hinsichtlich seines Geschlechtes aufweist. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes.

Die grundsätzliche Infragestellung der in der Schöpfung gegebenen Bezogenheit von Mann und Frau aufeinander hat aber nicht nur erhebliche anthropologische Folgen, sondern auch theologische, insbesondere sakramenten-theologische.

„Als MANN und FRAU schuf ER sie“

Deshalb ist das letzte Woche veröffentlichte Schreiben der römischen Bildungskongregation mit dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs über die Genderfrage“ so außerordentlich wichtig.

Es war ja seit langem angekündigt gewesen und fasst die wichtigsten Lehraussagen von Papst Franziskus zu dieser für das Menschenbild wichtigen Frage zusammen. Ich hoffe, dass es bald auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Dass es die Bildungskongregation ist, die das erste der angekündigten Dokumente zu dieser Frage veröffentlicht, hängt mit der von Papst Franziskus schon oft kritisierten „ideologischen Kolonisierung“ zusammen, durch die gerade über den Weg der Erziehung der Kinder und Jugendlichen die Schöpfungswirklichkeit untergraben wird.

Wörtlich heißt es in diesem Dokument mit Papst Franziskus:

Die Gender-Ideologie „fördert Erziehungspläne und eine Ausrichtung der Gesetzgebung, welche eine persönliche Identität und affektive Intimität fördern, die von der biologischen Verschiedenheit zwischen Mann und Frau radikal abgekoppelt sind. Die menschliche Identität wird einer individualistischen Wahlfreiheit ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auch ändern kann.“

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Münster in Ingolstadt ist der Gottesmutter der Schönen Liebe geweiht.

Auch dieses Patrozinium verbindet Altes und Neues Testament. Denn das Wort von der Mutter der schönen Liebe stammt aus dem Buch Jesus Sirach und ist dort der Sophia, der göttlichen Weisheit in den Mund gelegt (vgl. Sirach, 24, 18).

In Maria, so hat es die christliche Tradition erkannt, ist die Mutter der schönen Liebe als unsere Schwester und Mutter geschichtliche Realität geworden.

Ihrer Fürsprache vertrauen wir auch diese Tage des Kongresses Freude am Glauben 2019 an. Dreimal wunderbare Gottesmutter! Bitte für uns!

Quelle: Bistum Regensburg


Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellt aus aktuellem Anlaß zum Thema Priesterweihe für Frauen fest:

„Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.

Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.

Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute und das galt zu allen Zeiten. Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“

Außerdem erklärt der Oberhirte von Regensburg (siehe Foto) Folgendes zur Berufung der Laien und zum Begriff des Weltchristen:

„Die Weltchristen sind berufen, sich als Christen prägend und gestaltend einzubringen in die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Medienwelt oder die Kunst. Als getaufte und gefirmte Christen sind sie befähigt, diesen Dienst in eigener Verantwortung auszuüben.

Das sind die Elemente weltchristlicher Berufung und sie zu leben, schenkt den Christen und der Kirche Ausstrahlung und missionarische Kraft.

Es war das Zweite Vatikanische Konzil, das sowohl die Christen im Weiheamt als auch die Laien in ihrer jeweils spezifischen Berufung gestärkt hat. Als Ort der spezifischen Berufung der Laien wurde der ‚Weltdienst‘ formuliert. Deshalb spreche ich auch lieber von Weltchristen als von Laien. Der Begriff des Laien ist in unserem Sprachgebrauch negativ besetzt. Man denkt an Menschen mit geringer Kompetenz. Das führt auf eine völlig falsche Fährte.

Ich warne erneut vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-um-heiligkeit-bischof-rudolf-voderholzer-zur-lage-der-kirche-und-zur-berufung-der-weltchristen-6725/


Die Apostel wurden vom Volk hochgeschätzt

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 5,12-16:

Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. Alle kamen einmütig in der Halle Salomos zusammen. Von den übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch.
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Immer mehr wurden im Glauben zum HERRN geführt, Scharen von Männern und Frauen.
Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Bahren, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.
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Auch aus den Nachbarstädten Jerusalems strömten die Leute zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte mit  – und alle wurden geheilt.

Regensburg: Taufe in der Osternacht – Bischof Voderholzer: „Mit Zwölfen fing es an!“

In der Feier der Osternacht im Regensburger Dom hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagabend zwölf Personen getauft. Die Gläubigen, die sich in den vergangenen Monaten intensiv auf ihre Aufnahme in die Kirche vorbereitet hatten, kommen aus Pfarreien in der ganzen Diözese Regensburg.

Die Kathedrale war stark gefüllt mit zahlreichen Gläubigen, die Osterspeisen zur Segnung mitgebracht hatten.

Dass gerade zwölf Gläubige getauft werden, erinnert an den Ursprung des Christseins und der Kirche. „Mit Zwölfen fing es an“, erklärte der Bischof und bezog sich dabei auf die zwölf Apostel als die Stammväter des neuen Israel. Ihnen war der auferstandene HERR mehrfach erschienen und sie bezeugten ihn mit ihrer Verkündigung und Hingabe.

Von Beginn der Kirche an waren ganze Hauswesen als Familien zum Glauben gekommen. „Das zeigt, dass der Glaube durch die Familie weitergegeben wird.“

Das zeige aber auch, sagte Bischof Voderholzer weiter, dass die Neugetauften in die eine neue große Familie der Kirche aufgenommen werden. 

Die erwachsenen Neugetauften erhielten außerdem die Sakramente der Firmung sowie die heilige Kommunion aus der Hand von Bischof Voderholzer.

Der Regensburger Bischof erklärte, die Wirkung der Taufe lässt sich nicht an den Äußerlichkeiten des menschlichen Körpers sehen. Vielmehr wird dem Herzen das Siegel Christi eingeprägt.  

Der Bischof dankte den neuaufgenommenen Gliedern der Kirche für ihre Bereitschaft, die Taufe in der Öffentlichkeit von Regensburg zu empfangen.

Im Anschluss an die Feier der Osternacht gab Bischof Dr. Voderholzer im Restaurant Bischofshof einen Empfang für die Neugetauften, ihre Paten und Patinnen sowie für zahlreiche Angehörige. Die Freude stand den Versammelten ins Gesicht geschrieben.

Auch in zahlreichen weiteren Pfarreien der Diözese Regensburg wurden Erwachsene und Kleinkinder durch die Taufe in die Kirche aufgenommen.


Seid keine unmündige Kinder, kein Spiel der Wellen, hin und her getrieben

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Eph 4,10-16:

Christus gab den einen das Apostelamt, andere setzte ER als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.
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So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.
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Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt.
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Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir IHN erreicht haben. ER, Christus, ist das Haupt.
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Durch IHN wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.

Generalverdacht gegen die Priesterschaft?

Von Felizitas Küble

Auf Kath.net erschien heute ein Artikel des katholischen Verlegers Bernhard Meuser, wobei es teils um den von ihm mitherausgebrachten „YOUCAT for kids“ (siehe Foto) geht, teils um die kirchlichen Skandale in den USA: http://www.kath.net/news/64853

Zum einen frage ich mich schon lange, warum auch katholische Kreise zunehmend die deutsche Sprache vermeiden und aufs Englische ausweichen – und das noch dazu oft nicht einmal korrekt.

YOUCAT steht für Jugend-Katechismus – und „for Kids“ bezieht sich auf die Kinder-Ausgabe des Youcat. Allerdings heißt Kinder auf englisch „children“ und nicht „Kids“ (was vielmehr Kitzlein bzw. junge Geiß bedeutet). Also kein einziges deutsches Wort im Titel – bei einem deutschen Kinder-Katechismus erscheint mir das schon recht merkwürdig.

Sodann meldet sich Meuser zur aktuellen Mißbrauchskrise zu Wort und zieht eine grundsätzliche Schlußfolgerung: „Die Dinge müssen neu justiert werden. Die Laien müssen endlich aus ihrer religiösen Konsumentenhaltung herausspringen. Die Laien müssen übernehmen. Sonst ist es zu Ende mit katholisch.“

Zwar räumt er danach ein, auf dem Weltfamilientreffen in Dublin sei er positiven Priestergestalten begegnet, doch das ändert nichts an seiner prinzipiellen These, die ich für überzogen halte.

Sicher ist es richtig, daß die Laien aus ihrer „religiösen Konsumentenhaltung“ herausspringen sollten – wer erzählt mir das? Ich bin seit vierzig Jahren apostolatisch zugange, teils hauptamtlich (durch den KOMM-MIT-Verlag), teils ehrenamtlich (im Christoferuswerk), zudem war ich schon vorher in meiner Jugendzeit kirchlich aktiv.

Unsinnig ist aber aus meiner Sicht Meusers Aufforderung: „Die Laien müssen übernehmen. Sonst ist es zu Ende mit katholisch.“

Genau das behaupten reformkatholische Initiativen wie „Kirche von unten“ oder „Wir sind Kirche“ schon lange, indem sie ständig mehr Laien-Beteiligung forden und die Priesterstellung bzw. das „Amtspriestertum“ relativieren. 

Plötzlich kommt ein solcher Aufruf aus der sonst konservativen Kath.net-Ecke.

Doch eine derartige Reaktion auf den Mißbrauchsskandal erscheint mir überzogen. Warum? Weil damit indirekt die Priesterschaft als solche unter Generalverdacht gerät („Die Laien müssen übernehmen“).

Hat denn die Geistlichkeit allgemein versagt?

Nicht daß ich wüßte. Es handelt sich erstens bei den Kinderschändern um eine marginale Minderheit unter den Priestern, zweitens waren es überwiegend Kleriker aus homosexuellen Seilschaften, die sich schuldig machten.

Folglich geht es vor allem darum, den päderastischen Sumpf auszutrocken, auch  mit den Strafmaßnahmen des Kirchenrechts. Das hat Kardinal Leo R. Burke unlängst klargestellt: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/17/kardinal-burke-zu-sex-skandalen-diese-schwere-krise-trifft-das-herz-der-kirche/

Zudem liegt letztlich das Hauptversagen bei den Hirten, den Bistumshirten, Oberhirten, auch beim Obersten Hirten, dem Papst, der soeben eine Stellungnahme zur Mißbrauchskrise veröffentlicht, die nicht nur unzureichend ist, sondern das Hauptproblem verschweigt, nämlich das Treiben der Päderastenclique innerhalb des schwulen Klerus. (Es geht also um den Teil eines Teils der Geistlichkeit.)
Hieran hat ganz zu Recht der mutige US-amerikanische Bischof Robert Morlino erinnert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Abgesehen davon hat Christus seine Kirche auf die Apostel gegründet („apostolische Kirche“) und ihr ein sakramentales Wesen verliehen, folglich beruht sie vor allem auf dem Bischofsamt und der Priesterweihe: „Wer euch hört, der hört mich!“ – Und der Völkermissionar Paulus schrieb: „Wir ermahnen euch an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!“

Auch die sicherlich verheerende Mißbrauchskrise rechtfertigt es daher nicht, dieses Grundgesetz der Kirche und ihrer Priesterschaft direkt oder indirekt an den Rand zu drängen.

Kleriker aus der Hierarchie haben in der Kirchengeschichte schon oft versagt, gerade leitende Vertreter, trotzdem wurde – zu Recht – nie die „amtliche Ordnung“ infrage gestellt. Daran sollten glaubenstreue Katholiken mit guten Grund auch weiter festhalten.

 


Die Priesterweihe bleibt Männern vorbehalten

Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Luis Ladaria, hat in einem aktuellen Artikel bestätigt, dass das Nein zur Ordination von Frauen „endgültige Lehre“ sei.

In seinem Schreiben „Die Endgültigkeit der Lehre von Ordinatio sacerdotalis in Bezug auf einige Zweifel“ schreibt der künftige Kardinal: Die Kirche wisse, dass die Unmöglichkeit der Frauenweihe zum Wesen des Weihesakramentes gehöre.

„Die Kirche hat nicht die Vollmacht, diese Substanz zu ändern, denn durch die von Christus eingesetzten Sakramente wird sie als Kirche aufgebaut. Es geht hier nicht nur um eine Frage der Disziplin, sondern der Lehre, weil die Struktur der Sakramente betroffen ist, der ursprünglichen Orte der Begegnung mit Christus und der Weitergabe des Glaubens“, erläutert Ladaria in einem Artikel der amtlichen Vatikanzeitung Osservatore Romano.

Der Glaubenspräfekt erinnert daran, dass „Christus dieses Sakrament den zwölf Aposteln verleihen wollte, die alle Männer waren, und diese haben es ihrerseits anderen Männern übertragen. Die Kirche wusste sich immer an diese Entscheidung des Herrn gebunden, die es ausschließt, das Amtsriestertum gültig Frauen zu spenden.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/vatikan-bestatigt-nein-zu-priesterweihe-von-frauen-es-ist-definitiv-3245

Foto: Bistum Regensburg