Brasilien: Bischof Rifans Brief an die Gläubigen

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Der katholische Bischof Fernando Areas Rifan leitet die Apostolische Personaladministratur St. Johannes Maria Vianney in Campos, Brasilien, für die altrituellen Gemeinden und Gläubigen.
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Instruktion und Hinweise
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Allen Priestern und Gläubigen unserer Apostolischen Administratur Gruß, Frieden und Segen in Jesus Christus, unserem HERRN!
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In Anbetracht der Bundes-, Landes- und Kommunalverordnungen gegen die Corona-Epidemie,
aufgrund des Dekretes Sr. Eminenz Orani Joao Tempesta, Kardinalerzbischofs von Sao Sebastiao do Rio de Janeiro, sowie der Richtlinien der anderen Bischöfe unserer Region; 
in Anbetracht dessen, daß ich als Bischof dieses kirchlichen Zuständigkeitsbereichs (Can. 368, gemäß Can. 87, § 1 des Kirchenrechts) die meiner Gerichtsbarkeit unterstehenden Gläubigen von der Einhaltung allgemeiner oder partikularer Disziplinargesetze dispensieren (freisprechen) kann;
in Anbetracht der großen Ansteckungsgefahr im Falle großer Menschenansammlungen; in Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden sowie in Ergänzung zu unseren „Normen für die Gemeinschaft der Gläubigen“ vom 3. März 2020
verfügen wir bis auf weiteres Folgendes:
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1. Alle Gläubigen sind von der in Canon 1247 des Kirchenrechts (Kodex des Kanonischen Rechtes) vorgesehenen Verpflichtung zur Teilnahme an Messen an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen dispensiert. Wir empfehlen insbesondere älteren Menschen, zuhause zu bleiben.
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2. Denjenigen, die sich dafür entscheiden, nicht an der Feier der Messe teilzunehmen, wird dringend empfohlen, sie über die katholischen Medien zu verfolgen, und dabei die Geistliche Kommunion zu üben, die ein wichtiges Mittel kirchlicher Einheit und persönlicher Frömmigkeit ist. 
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3. Die Gläubigen, die an der Messe teilnehmen, müssen gemäß den Richtlinien des Gesundheitsbehörden sorgfältig einen Abstand voneinander einhalten, um eine Ansteckung zu verhindern.
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4. Trotz eventueller Abwesenheit der Gläubigen bitten wir die Priester, täglich die heilige Messe zu feiern, gemäß Canon 904 des Kodex des Kanonischen Rechtes, der uns an den Wert dieser Feier als einer Handlung Christi und der Kirche erinnert. Sie ist der Mittelpunkt des priesterlichen Lebens. Diese Messen werden, wenn möglich, über die Medien übertragen.
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5. Die Priester stehen weiterhin zur Verfügung, um die Beichten der Gläubigen zu hören und den Kranken beizustehen, wobei sie die notwendige Vorsicht walten lassen.
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6. Alle, Priester und Gläubige, mögen um das Ende dieser Pandemie beten, und für alle Leidenden.
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7. Nachhaltig wird jetzt das persönliche Gebet und das Gebet in den Familien empfohlen, vor allem der Rosenkranz, sowie das Lesen der Heiligen Schrift.
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Wir nehmen unsere Zuflucht zu den heiligen Schutzpatronen gegen solche Epidemien, wie dem hl. Rochus und dem hl. Sebastian.
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Möge Gott alle, die arbeiten, um die Schmerzen der Leidenden zu lindern, und alle, die eine Lösung für diese ernste Situation suchen, belohnen und segnen.
Insbesondere beten wir für die Verstorbenen, die Kranken und ihre Familien.
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Campos dos Goytacazes, den 16. März 2020
+ Bischof Fernando Areas Rifan
Übersetzung: Paolo D’Angona, Priester der Diözese Roermond

HINWEIS: Inzwischen gibt es eine weitere Erklärung des Bischofs mit restriktiveren Vorgaben: https://www.adapostolica.org/comunicado-aos-sacerdotes-e-ao-povo-de-deus/


Regensburg: Bischof Voderholzer kritisiert den Missbrauch des Missbrauchs

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden“

Anlässlich der Weihe von Dr. Rudolf Voderholzer zum Bischof vor sechs Jahren ist am Sonntagnachmittag im Dom St. Peter eine Pontifikalvesper gefeiert worden, die der Regensburger Bischof zelebrierte.

Dr. Voderholzer war am 26. Januar 2013 im Regensburger Dom zum Bischof geweiht worden. Er erinnerte daran, dass Hauptkonsekrator Kardinal Reinhard Marx damals erst die Weihehandlung komplett vollzogen habe, nachdem er versprach, als Bischof das Evangelium unverfälscht weiterzugeben.

In seiner Predigt wies Bischof Dr. Voderholzer  in diesem Sinne die öffentlich vorgetragene Aufforderung zurück, die Kirche solle sich angesichts der Erschütterungen in jüngster Zeit „neu erfinden“:

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden und sie kann es nicht. Schon die alte Kirche hat sich nicht neu erfunden. Die Kirche ist keine Erfindung der Menschen“, stellte der Regensburger Oberhirte fest.

Die Kirche sei ein Projekt Gottes wegen und trotz der Sündhaftigkeit der Menschen. Gott selbst findet und beruft den Menschen, nicht der Mensch Gott. Statt Kirche neu erfinden zu wollen, gehe es jetzt  darum, neue Wege der Verkündigung, der Seelsorge und der Nächstenliebe zu finden.

Die Vorstellung, die Kirche müsse sich neu erfinden, sei reißerisch. Die Rede, die Kirche befinde sich in einer Zeitenwende, sei gefährlich. Gemäß der christlichen Glaubenssauffassung gibt es nur eine Zeitenwende: die Zeitenwende, die Christus heraufgeführt hat.

Bischof Dr. Voderholzer warnte davor, den apostolischen Ursprung der Kirche zu verdunkeln. Die Kirche auf den Aspekt ihrer Organisation zu verkürzen, führe über kurz oder lang zur Spaltung.

Ob man sich in einer Epochenwende befindet, könne immer erst in der Rückschau festgestellt werden. So sei der hl. Franziskus angetreten, um treu dem Evangelium zu leben. Dem heiligen Ignatius sei es darum gegangen, alles zur größeren Ehre Gottes zu tun. Die Folgewirkungen davon seien allerdings epochal gewesen.

Mit Blick auf eine Veröffentlichung dieser Tage sagte der Bischof: „Es kann nicht angehen, dass der ganze Klerus unter Generalverdacht gestellt wird.“

Auch sprach sich Dr. Voderholzer vehement gegen die Aussage aus, dass das Problem „hausgemacht“ sei. Das sei eine doppelte Unterstellung. Außerdem stehe dies in einem offensichtlichen Widerspruch zu den gültigen Rechtsgrundsätzen. Denn es gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils. Die pauschale Verdächtigung sei Ausdruck dafür, dass der Missbrauch dazu instrumentalisiert werde, um eine andere Kirche zu konstruieren.

Bischof Voderholzer erklärte sich als „absolut angewiesen auf das Mitdenken und Mitfühlen“ der Menschen in der Diözese. Allein in einer Woche oder auch nur an einem einzigen Tag erlebe der Bischof seine Ohnmacht und gleichzeitig das Angewiesensein auf seine „wunderbaren Mitarbeiter“. „Ich komme immer wieder gerne zurück nach Regensburg, wenn ich weit außerhalb unterwegs war“, versicherte er mehrmals.

Quelle: Bistum Regensburg