Jerusalem: Israelische Akademie würdigt deutschen Bibelwissenschaftler

Der Bibelwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Schorch von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist als erster Deutscher zum Ehrenmitglied der israelischen Akademie für hebräische Sprache  in Jerusalem gewählt worden. 

Mit der Ernennung werden Schorchs Beiträge zur Erforschung der hebräischen Sprache gewürdigt. Die israelische Akademie ist die höchste Institution für die Erforschung und Weiterentwicklung des Hebräischen.

Dr. Schorch (siehe Foto) wurde vom Vorstand der Akademie als Ehrenmitglied vorgeschlagen und zum Oktober 2016 in geheimer Wahl von den Mitgliedern gewählt. Diese Ernennung empfindet er als besondere Ehre:

„Ich verstehe die Aufnahme als hohe Anerkennung für die in der Bundesrepublik und in Halle heute geleistete wissenschaftliche Arbeit bei der Erforschung des Hebräischen. Diese steht bei uns ja immer auch vor dem belasteten Hintergrund der Vergangenheit, denn viele der hervorragendsten Kenner der hebräischen Sprache mussten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft akademische und persönliche Diskriminierungen, Verfolgung und sogar Tod erleiden.“

Prof. Schorch ist Professor für Bibelwissenschaften an der MLU und Spezialist für samaritanisches Hebräisch, das heute nur noch von einer kleinen Gruppe von 800 Personen im Gottesdienst gesprochen wird, vor 2000 Jahren aber ein weit verbreiteter hebräischer Dialekt war.

In seinen Forschungen kooperiert er bereits seit Jahren mit Mitgliedern der Akademie, vor allem im Rahmen eines Editionsprojektes zur Samaritanischen Tora, bei der Erarbeitung eines Samaritanisch-Hebräischen Wörterbuchs sowie bei der Erforschung der hebräischen Alltagssprache. „Wir suchen nach Schreibfehlern in den alten Handschriften, weil die uns verraten, wie damals gesprochen wurde. Viele dieser sogenannten Schreibfehler gehen nämlich gar nicht auf Versehen zurück, sondern auf den Dialekt der Schreiber.“

Die Akademie der Hebräischen Sprache, im hebräischen Ha’Akademia LaLashon Ha’Ivrit, ist die höchste Institution für die Erforschung und Weiterentwicklung der hebräischen Sprache und als solche in Israel gesetzlich verankert. Ihr Auftrag ist es, das Hebräische in allen Epochen zu untersuchen und seinen Wortschatz, auch den der Dialekte, zu sammeln.

Quellen: Israelische Botschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg / Foto: Markus Scholz


Syrien: Haftbefehl gegen Nonnen-Entführer

Am 20. Juli 2016 wurde ein Haftbefehl gegen drei verdächtige Syrer erlassen, die an der Entführung der drei Ordensschwestern aus dem Kloster „Santa Tekla“ in Maalula beteiligt gewesen sein sollen. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Saer und Aman Skaf und Mustafa Ezzedin sollen einer radikal-islamischen Bewegung angehören und gegen sie wurde in der Vergangenheit bereits wegen Waffenhandel und terroristischen Aktivitäten ermittelt.

Die Entführung der 13 Ordensfrauen aus dem Kloster “Santa Tekla” stand seit dem Dezember 2013 monatelang im Mittelpunkt des Interesses internationaler Medien. Die Nonnen waren am 2. Dezember von Rebellen aus dem Kloster verschleppt worden, nachdem diese die Stadt erobert hatten, die mehrheitlich von Christen bewohnt war und in aller Welt bekannt ist, weil hier noch Aramäisch, die Sprache Jesu, gesprochen wird.

Die Schwestern wurden schließlich am 9. März 2014 in der Stadt Arsal im Nordosten des Libanon freigelassen.

Quelle: Fidesdienst