Evangelikaler ABC kritisiert Beihilfe zur Selbsttötung: Kirche soll Klarheit schaffen

Der bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel hat dafür geworben, das christliche Verständnis der Würde des Menschen auch in die Debatte um Beihilfe zur Selbsttötung einzubringen.

Maßgeblich sei für ihn das so genannte „Kronenkreuz“ der Diakonie, also die Verbindung von Kreuz und Krone: Auch in Menschen, die schweres Leid tragen, leuchte durch Christus der Glanz Gottes.

Kein Leben sei daher wertlos: „Deshalb können wir als Diakonie auch nicht Herr über Leben und Tod spielen“, betonte Bammessel (siehe Foto) bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) im mittelfränkischen Gunzenhausen.

Gerade auch im größten Leid gehe es darum, die Würde des Menschen zum Leuchten zu bringen. Vor diesem Hintergrund sei es für ihn undenkbar, dass diakonische Einrichtungen Beihilfe zur Selbsttötung anböten.

Eine Debatte dazu hatten mehrere evangelische Theologien, darunter der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, angestoßen. Bammessel äußerte Verständnis für die aufgeworfenen Fragen, da in diakonischen Einrichtungen auch Menschen mit Einstellungen betreut würden, die er selbst nicht teile: „Auch sie verdienen unseren Respekt und unsere Begleitung.“

Er könne sich beispielsweise nicht vorstellen, einem Suizid-Willigen ein Gebet zu verweigern. Es wäre auch fatal, so Bammessel, wenn Menschen den Eindruck gewönnen, man könne über das Thema Sterben nicht mit Kirchenvertretern reden, weil sie kein Verständnis für die Angst vor einem womöglich qualvollen Sterben hätten.

Auch Professor Ralf Frisch (siehe Foto) von der Evangelischen Hochschule Nürnberg warnte vor einer Art Besserwisserei, die den Gesprächsfaden zu schnell abreißen lasse. Damit sei aber nicht der Verzicht auf eine dezidiert christliche Position gemeint, so Frisch, der den Selbstbestimmungsbegriff des Sterbehilfe-Urteils des Bundesverfassungsgerichts einer deutlichen Kritik unterzog:

„Christen können nicht für eine Selbstbestimmung stehen, die den Menschen nicht vor seiner Selbstzerstörung schützt. Christen stehen vielmehr für einen ‚Paternalismus‘ im besten Sinn des Wortes. Unsere Selbstbestimmung steht letztlich nicht in unseren Händen, sondern in den Händen Gottes, des Vaters. Wenn Gott in den Raum des Sterben-Wollens und des Um-das-Leben-Ringens eintritt, dann verändert sich etwas, vielleicht sogar alles.“

Evangelische Ethik und Seelsorge sollten gerade beim Thema des assistierten Suizids den Mut haben, Gott zur Sprache zu bringen. Beim Gedanken, dass der assistierte Suizid – wie von einzelnen Theologen vorgeschlagen – zu einer Art Kasualie (kirchlichem Ritual) werde, grusele ihn hingegen.

Uwe Heimowski (siehe Foto), der Politik-Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, erinnerte an die Ernsthaftigkeit der Debatte im Bundestag, als dieser 2015 gewerbsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellte.

Er hoffe, dass in der kommenden Legislaturperiode genauso intensiv über eine Neuregelung diskutiert werde, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gesetz im Februar 2020 unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht für verfassungswidrig erklärt hatte: Das Recht auf selbstbestimmtes Leben beinhalte, so die Karlsruher Richter, auch das Recht auf Sterbehilfe.

Diese Entscheidung sei ein klarer Bruch mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, kritisierte ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger (siehe Foto).

Karlsruhe habe eine Art Grundrecht zum Suizid postuliert, das nicht einmal auf schwere oder unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- und Krankheitsphasen beschränkt sei. Hier werde Autonomie zum Maßstab aller Dinge gemacht: „Da dürfen wir als Kirche nicht mal den kleinen Finger reichen“, so Vieweger.

Auch der ABC-Vorsitzende Till Roth riet zu Klarheit. Man könne nicht aus Sorge, wie kirchliches Handeln in einer säkularen Gesellschaft ankomme, auf biblische Wahrheit verzichten. Sowohl das Evangelium als auch die Gebote Gottes seien zu predigen – und damit auch die göttlichen Maßstäbe für ein gutes und gottgefälliges Leben.

Text und Fotos: Pressemitteilung des ABC


Bayern: Evangelikaler ABC wählt erneut Dekan Till Roth als Vorsitzenden

Pressemeldung des Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) wird auch in den kommenden vier Jahren von Dekan Till Roth (Lohr) geführt.

Roth (siehe Foto), der den ABC bereits seit September 2010 leitet, wurde bei der Mitgliederversammlung des ABC am 26. Juni im mittelfränkischen Gunzenhausen einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Zweiter Vorsitzender bleibt der Journalist und langjährige Landessynodale Hans-Joachim Vieweger aus München (siehe 2. Foto).

Neue dritte Vorsitzende ist Pfarrerin Ingrid Braun aus Weiltingen (siehe 3. Foto).

Dem Vorstand gehören außerdem an:

Professor Christoph Adt (Nürnberg), Reinhard Haagen (Neudrossenfeld), Daniel Kalkus (Lichtenfels), Pfarrer Dr. Jonathan Kühn (Holzkirchen), der Landessynodale Dr. Martin Seibold (Wilhelmsdorf) und der Religionspädagoge Andreas Späth (Windsbach)

Drei bisherige Vorstandsmitglieder kandidierten nicht erneut: die langjährige Landessynodale Herta Küßwetter (Ehingen), Pfarrer Dieter Kuller (München) und Doris Schlichting (Regensburg). Dekan Till Roth dankte ihnen für ihr großes Engagement für den ABC.

Deutliche Kritik an Matic-Resolution des EU-Parlaments

In verschiedenen Beiträgen wurde heftige Kritik am jüngsten Beschluss des EU-Parlaments zum so genannten „Matic-Report“ geäußert, der u.a. ein Recht auf Abtreibung postuliert. Sie könne nicht verstehen, dass das EU-Parlament die Tötung menschlichen Lebens als Teil der Gesundheitsfürsorge definiere, so die neue dritte ABC-Vorsitzende Ingrid Braun.

Besonders fatal sei, dass in dem entsprechenden Entschließungsantrag der Gewissensschutz von Ärzten hinterfragt werde, wenn diese sich weigerten, an Abtreibungen mitzuwirken. „Es ist eine Verkehrung der Welt, wenn das Lebensrecht ungeborener Kinder überhaupt keine Rolle mehr spielt“, so Pfarrerin Braun (siehe Foto).

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) besteht seit 1989. In ihm haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen – u.a. vom CVJM Bayern, der Geistlichen Gemeindeerneuerung und den pietistischen Gemeinschaftsverbänden. Sie vertreten bekenntnislutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische und pietistische Prägungen innerhalb der bayerischen Landeskirche.

www.abc-bayern.de

www.christustag-bayern.de


Bayern: Evangelikale Christustage des ABC-Arbeitskreises am 3. Oktober 2020

Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)

An fünf Orten live und im Internet:

Christustag Bayern am 3. Oktober 2020 (Tag der deutschen Einheit)

Thema: „Wahrheit, die trägt: Christus“

Zum sechsten Mal findet am 3. Oktober an ver­schiedenen Orten in Bayern ein Christustag statt. Wegen der Corona-Beschränkun­gen wird der Christustag darüber hinaus online angeboten.

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC), der zusammen mit evangelischen Kirchengemeinden und Gemeinschaften zu dem Tag einlädt, will damit die Einzigartigkeit von Jesus Christus in den Mittelpunkt stellen.

Zum Programm des Christustags, an dem auch an 30 Jahre Deutsche Einheit gedacht wird, gehören Gottesdienste, Vorträge und Diskus­sionen. Beteiligt sind u.a. der ehe­malige sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (siehe Foto), der Wittenberger Pfarrer Alexander Garth, der mittelfränkische Bezirkstagspräsident Armin Kroder sowie die Theologinnen Prof. Dr. Hanna Stettler und Franziska Stocker-Schwarz.

Der Christus­tag findet live in Berg (Dekanat Hof), Gunzenhausen, Lauf an der Pegnitz, München und Regensburg statt. Das Online-Programm von 10 bis 15 Uhr enthält u.a. einen Gottesdienst aus dem ober­fränkischen Neudrossenfeld, eigens aufgezeichnete Bibel­arbeiten zum Thema sowie ein Kinderprogramm mit „Radieschenfieber“: Matthias Jungermann stellt biblische Geschichten mit Hilfe von Obst und Gemüse dar. Zum Teil wird auch das Programm der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt“ aufgegriffen.

Mit dem Christustag Bayern knüpfen die Organisatoren an ein ähnliches Modell in Baden-Württemberg an; dort werden bereits seit mehr als 50 Jahren Bibel- und Glaubenskonferenzen unter diesem Titel veranstaltet. Zu den fünf bayerischen Christustagen 2012, 2014, 2015, 2017 und 2018 kamen jeweils zwischen 1.500 und 2.000 Besucher.

Internet-Adresse: www.christustag-bayern.de

Hier einige Details zum Online-Programm und dem Programm an den verschiedenen Orten:

Online von 10 – 15 Uhr unter www.christustag-bayern.de
u.a. mit einem Gottesdienst aus Neudrossenfeld mit Rainer Dick, Bibelarbeiten von Marcus Dresel, Ulrich Parzany, Dr. Carsten Rentzing und Prof. Dr. Hanna Stettler sowie Impulsen von den weiteren Veranstaltungsorten

Berg (Dekanat Hof), St. Jakobus-Kirche (Hofer Str. 8, 95180 Berg)
14 – 16.30 Uhr Gottesdienst mit Dekan Andreas Maar und Dekan Günter Saalfrank, Vortrag von Dr. Benjamin Hasselhorn

Gunzenhausen, Stiftung Hensoltshöhe (Hensoltstr. 58, 91710 Gunzenhausen)
10 – 12.30 Uhr Gottesdienst mit Prof. Dr. Rolf Hille, Podiumsgespräch u.a. mit Dekan Klaus Schlicker

Lauf an der Pegnitz, Evangelische Christuskirche (Martin-Luther-Straße 17)
10 – 12.30 Uhr Andacht, Vortrag mit der Theologin Gabriele Braun, Podiumsgespräch mit dem Dirigenten Prof. Christoph Adt, Bezirkstagspräsident Armin Kroder und dem mittelfränkischen Polizeipräsidenten Roman Fertinger

München, Evangelische Paul-Gerhardt-Kirche Laim (Mathunistraße 23-27)
10 – 12.15 Uhr Gottesdienst mit Pfr. Alexander Garth und Vortrag mit Pfrin. Franziska Stocker-Schwarz, Kinderprogramm mit „Radieschenfieber“

Regensburg, St. Matthäus-Kirche (Graf-Spee-Str. 1, 93053 Regensburg)
10 – 12 Uhr Gottesdienst mit Rainer Dick und Prof. Dr. Hans Schwarz und Vortrag mit Marcus Dresel

Vor Ort sind die jeweils gültigen Hygienebestimmungen zu beachten.

In Gunzenhausen wird bis 27. September um Anmeldung unter christustag@hensoltshoehe.de gebeten.

Sprecher des ABC: Hans-Joachim Vieweger, Tel. 089 – 7000 9188


ABC in Bayern: Verzicht auf öffentliche Gottesdienstfeiern geht an die Substanz

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Dekan Till Roth, bittet die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sich gegenüber der Politik für die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste und Andachten einzusetzen. Dies müsse selbstverständlich mit Bedacht und unter Berücksichtigung der staatlichen Abstandsgebote geschehen, so Roth.

Bei allem Verständnis für die strengen Maßnahmen der Politik angesichts der Gefährlichkeit von COVID-19 und der Lebensgefahr für viele Menschen müsse deutlich werden, dass das Aussetzen aller öffentlichen Gottesdienste einschließlich Abendmahls- und Tauffeiern nicht nur schmerzlich sei, sondern an die geistliche Substanz gehe:

„Dabei geht es aus meiner Sicht jetzt weder darum, als Kirche einen bestimmten Machtanspruch oder Vorrang im Gemeinwesen zu beanspruchen noch formal auf das Recht freier Religionsausübung zu pochen. Sondern es geht um das Wesen des christlichen Glaubens, der aus Wort und Sakrament lebt, die der im Namen Gottes versammelten Gemeinde gegeben werden.“

Darüber hinaus spende der gemeinsam gefeierte Gottesdienst dem Einzelnen Trost und vermittle Mut und die Liebe, die sich auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Krise dem Nächsten zuwende: „Mit anderen Worten: hundert- und tausendfach gefeierte Gottesdienste sind auch ein wesentlicher Beitrag für den sozialen Zusammenhalt und die Krisenfestigkeit unserer Gesellschaft.“

Evangelische Kirche in Augsburg

ABC-Nachrichten thematisieren Verbot öffentlicher Gottesdienste

In den aktuellen ABC-Nachrichten zum Thema „Corona und die Kirchen“ kritisiert Roth, dass über die theologische Systemrelevanz des Gottesdienstes und der Sakramente bislang kaum gesprochen werde.

Der Nürnberger Pfarrer Dr. Matthias Dreher erläutert in einer „Pastoralen Erklärung“, dass der durch die Corona-Pandemie veranlasste Gottesdienst-Abbruch die christliche Kirche in ihrem Wesen angreife: 

„Deshalb hat mich erschreckt, wie selbstverständlich, unproblematisiert und teils vorauslaufend Kirchenleitungen den Gemeinden empfahlen, die vom Staat erlassenen Versammlungsverbote auch hinsichtlich der Gottesdienste umzusetzen.“

Der für Gemeinde-, Kirchensteuer- und Verfassungsfragen zuständige Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner erläutert dagegen in den ABC-Nachrichten, warum er den zeitlich begrenzten Gottesdienstverzicht für richtig hält: „um der Liebe zu den der Kirche anvertrauten Menschen willen, deren Gesundheit und Leben sonst (…) gefährdet würde.“

Der Staat müsse selbstverständlich den hohen Stellenwert der Religionsfreiheit als Ausdruck der Menschenwürde beachten; angesichts der Gefahren für Leben und körperliche Unversehrtheit der Bürger durch COVID-19 könne die Abwägung der Grundrechte aber dazu führen, dass staatliche Verbote auch das Recht der Kirche, öffentliche Gottesdienste anzubieten, vorübergehend einschränken können.

Die aktuellen ABC-Nachrichten im Internet: www.abc-bayern.de/publikationen


Evangelikaler ABC in Bayern kritisiert „theologische Schieflage“ in der Klimadebatte

Pressemitteilung des Arbeitskreises bekennender Christen (ABC) in Bayern:

Der Vorsitzende des ABC in Bayern, Dekan Till Roth, griff in seinem Bericht bei der Ratssitzung vor den Vertretern der rund 20 ABC-Mitgliedsgemeinschaften die aktuelle Klimadebatte auf.

Die Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung durch große Teile der evangelischen Kirche führe zu ihrer weiteren Politisierun.

BILD: Grünes Wahlplakat für den „Klimaschutz“

Dabei komme es zu einer theologischen Schieflage: „Auch wenn die Bewahrung der Schöpfung wichtig ist – zentral bleiben die Christologie und die Heilslehre.“

Hier liege die spezifische Aufgabe der Kirche, die nicht zugunsten des politischen Engagements vernachlässigt werden dürfe, so Dekan Roth.

Weiteres Thema bei der Ratssitzung des ABC Bayern war der innerkirchliche Reformprozess „Profil und Konzentration“ (PuK).

Es sei positiv, dass der Kernauftrag der Kirche, Christus zu verkündigen, ganz an den Anfang gestellt worden sei. Zugleich sei erstaunlich, dass PuK nicht von Sünde und Schuld und damit auch nicht von der Notwendigkeit der Buße spreche.

Kirchliche Erneuerung könne es aber ohne Buße nicht geben, so die gemeinsame Feststellung des ABC-Rats.

Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, die bekenntnis­lutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische, hochkirchliche und pietistische Prägungen innerhalb der evangelischen Landeskirche vertreten. Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.


Evangelikaler ABC in Bayern bedauert Rücktrittsankündigung von Bischof Rentzing

Pressemitteilung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern e.V. (ABC):

Mit großem Bedauern hat der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) die Rücktrittsankündigung des sächsischen Landesbischofs Dr. Carsten Rentzing aufgenommen.

Evangelische Kirche in Augsburg

Mit Rentzing verliere die EKD einen der wenigen Repräsentanten des theologisch konservativen Spektrums, so ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger.

Diejenigen, die von Anfang an nicht verkraftet hätten, dass ein konservativer Lutheraner Bischof geworden sei, hätten seit 2015 nichts unversucht gelassen, um Rentzing mürbe zu mache.

Vor der Sitzung des ABC-Rats im mittel­fränkischen Puschendorf sagte Vieweger, er sei erschüttert, wie Menschen aus der Kirche, zum Teil Pfarrer, mit Rentzing umgegangen seien und wie hier eine regel­rechte Kampagne organisiert worden sei.

„Auch wenn Rentzing vor 30 Jahren Sätze geschrieben hat, die er heute für falsch hält – es ist einfach unevangelisch, einen Menschen auf Fehler der Vergangenheit festzunageln. Ich bin so froh, dass Jesus das nicht tut, dass er uns noch nicht einmal auf die Fehler von heute festnagelt, sondern all unsere Schuld ans Kreuz getragen hat, wo Er sich für unsere Schuld hat festnageln lassen.“

Er rief dazu auf, für Carsten Rentzing und seine Familie zu beten.

Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, die bekenntnis­lutherische, bruderschaftlich-kommunitäre, charismatische, hochkirchliche und pietistische Prägungen innerhalb der evangelischen Landeskirche vertreten. Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.


Evangelikaler ABC-Kreis lehnt Homo-Segnungen/“Trauungen“ grundsätzlich ab

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) ermutigt Kirchenvorstände, ihre geistliche Verantwortung mit Blick auf die öffentliche Segnung von gleichge­schlechtlichen Paaren wahrzunehmen. 

Die bayerische Landessynode hatte vor gut einem Jahr in Schwabach beschlossen, dass künftig solche Segnungen möglich sein sollen. Derzeit wird dazu eine kirchliche Ordnung erarbeitet, die voraussichtlich bei der Herbsttagung der Landessynode vorgestellt werden soll.

Der Synodenbeschluss sieht nur einen Gewissensschutz für Pfarrerinnen und Pfarrer vor; Kirchenvorstände sollen allenfalls gehört werden.

Diese Regelung setze voraus, dass eine solche öffentliche Segnung wie eine Taufe, Trauung oder Beerdigung zu sehen und an sich völlig unproblematisch und schriftgemäß sei, so der ABC-Vorsitzende Till Roth: „Da wir im ABC die Schriftgemäßheit aber grundsätzlich in Frage stellen bzw. nicht gegeben sehen, betonen wir in unserer Handreichung die Verantwortung des Kirchenvorstands für die rechte Lehre gemäß der Kirchengemeindeordnung.“

In der Handreichung erinnert der ABC daran, dass über eine Frage, die das Verständnis der Heiligen Schrift und damit das Bekenntnis der Kirche betreffe, nicht per Mehrheitsbeschluss abgestimmt werden könne. Form und Inhalt des Synoden­beschlusses seien nicht geeignet, das kirchliche Leben zu ordnen.

Ungeklärt sei beispielsweise, „inwieweit sich auch Mesner, Musiker, Kirchenvorsteher oder Pfarramtsmitarbeiter verweigern können, wenn ihre Dienste im Rahmen von Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare in Anspruch genommen werden sollen.“

Vor diesem Hintergrund schlägt der ABC den Kirchenvorständen vor, unter Berufung auf die in § 21 der Kirchengemeindeordnung festgelegte Aufgabe zur Gestaltung von Gottesdiensten einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Der Textvorschlag, der in der neuen Ausgabe der ABC-Nachrichten abgedruckt ist, lautet:

1. Der Kirchenvorstandfindet in der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments keine Begründung der öffentlichen Segnung oder Trauung von Paaren gleichen Geschlechts und verweist darauf, „… dass es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil.“ (EKD-Schrift „Mit Spannungen leben“, 1996). Daher lehnt er entsprechende Segnungsakte in seinen Kirchenräumen oder sonstigen Gemeinderäumen entschieden ab, unabhängig davon, wer diese durchführt.

2. Für den Kirchenvorstand steht die Wertschätzung eines Menschen nicht im Widerspruch zu einer kritischen oder ablehnenden Haltung seinem Verhalten gegenüber. Als Christen wollen wir jedem Menschen mit der Liebe begegnen, die uns durch Christus aufgetragen ist.


Evangelikaler ABC: Kasualien dürfen nicht von der Ortsgemeinde getrennt werdem

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) sieht den von den Nürnberger Regionalbischöfen ins Gespräch gebrachten Plan einer kirchlichen Agentur für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen kritisch.

Die Überlegung, die sog. Kasualien von den Ortsgemeinden zu lösen, sei aus theologischen Gründen problematisch. Kirchliche Bestattungen und Trauungen seien genauso wie Taufen und Konfirmationen öffentliche Gottesdienste der Gemeinde.

„Mir ist bewusst, dass wir in der Praxis mit Menschen zu tun haben, denen das nicht mehr bewusst ist. Und ich weiß aus eigener Erfahrung gut, dass wir uns in unserer hochindividualisierten Zeit zu sehr speziellen Wünschen bei der Ausgestaltung der Gottesdienste verhalten müssen“, so der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth.

Dennoch dürfe man das evangelische Verständnis von Kirche, wie es etwa das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) beschreibt, nicht aufgeben. So wird in Artikel 7 der Confessio Augustana die Kirche beschrieben als „Versammlung aller Gläubigen (…), bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden.“

Dieses Kirchenverständnis müsse sich auch in der Sprache widerspiegeln. Wenn man plötzlich von Agenturen, Kunden und Rundum-Paketen und nicht mehr von Kirche, Sakramenten und Glaubensgemeinschaft spreche, sei das eine Sackgasse. Kirche dürfe nicht zum religiösen Dienstleister degradiert werden, so Roth: „Nach meiner Überzeugung fördern wir so die Entkirchlichung mehr, als dass wir vermeintlichen Boden gewinnen.“

Vorstellbar sei, dass eine Anlaufstelle für Kirchenferne mit den Kirchengemeinden zusammenarbeite, ähnlich wie das von den überregionalen Kircheneintrittsstellen in der Regel praktiziert werde. Auch konkrete Unterstützung zum Beispiel bei Beerdigungen, die aus familiären Gründen nicht in der Heimatgemeinde des Verstorbenen stattfinden, sei denkbar. „Warum aber eine Taufe nicht über das Pfarramt und eine Ortsgemeinde laufen sollte, ist für mich nicht erklärbar.“

Die Begründung, dass Menschen in der Stadt heutzutage ‚nicht mehr den Weg in unsere Pfarrämter‘ finden würden, sei nicht stichhaltig. „Mir leuchtet nicht ein, warum die Menschen eine Kasualagentur in der Nürnberger City besser finden sollten als ein Pfarramt. Schließlich haben wir in den letzten Jahren viel dafür getan, dass die Kirche im Internet präsent ist“, erklärt der ABC-Vorsitzende.

Der ABC im Internet: http://www.abc-bayern.de


Bayern: Evangelikaler ABC-Kreis bedauert Segnung von Homo-Partnerschaften

Christus rechtfertigt den Sünder, aber nicht die Sünde

Der Arbeitskreis bekennender Christen in Bayern (ABC) bedauert das mehrheitliche Votum der Landessynode für die Einführung einer gottesdienstlichen Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften.

Evangelische Kirche in Augsburg

Der Vorsitzende des ABC, der evangelische Dekan Till Roth, erklärte dazu:

„Es ist für mich in mehrfacher Hinsicht ein schwarzer Tag. Zuallererst bedaure ich diese Entscheidung um der Mitchristen willen, die homosexuell empfinden und nun von der evangelischen Kirche nicht bestärkt werden, nach Gottes Gebot und Verheißung zu leben.“

Er kritisierte, dass die Kirche den Menschen nicht in Treue das Wort Gottes sage: „Als Kirche haben wir Orientierung vom Wort Gottes her zu geben.“  

So empfinde er große Trauer und Besorgnis im Blick auf die Zerrissenheit im Verständnis der Heiligen Schrift.

Im Unterschied zur Darstellung in der Synode sei bei dieser Entscheidung sehr wohl das Evangelium tangiert: „Wenn man die Unterscheidung zwischen der Rechtfertigung des Sünders und der Rechtfertigung der Sünde aufgibt, geht das an die Substanz des Evangeliums.“

Dass die Fürther Erklärung, die bereits einen hart errungenen Kompromiss dargestellt habe, an diesem Punkt inhaltlich aufgehoben worden sei, verschärfe den Dissens erheblich.

Der ABC würdigt allerdings das klare Votum der Synode für den wechselseitigen Gewissensschutz. Nun komme es darauf an, dass dieser Gewissensschutz auch in der Praxis gelebt wird, erklärt der ABC-Sprecher und Landessynodale Hans-Joachim Vieweger:

„Entscheidend wird dabei auch sein, dass die Bedenken von Kirchenvorständen und anderen Mitarbeitenden in den Gemeinden ernst genommen werden, um Konflikte in den Kirchengemeinden zu vermeiden.“

Angesichts der möglichen Belastungen des Beschlusses bittet der ABC seine Mitglieder und Freunde um Gebet für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und alle Verantwortungsträger.

Der ABC im Internet: www.abc-bayern.de


Evangelikaler ABC gegen kirchliche Segnung bzw. Trauung von Homo-Partnerschaften

Der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) hält öffentliche Trau- und Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare aus biblischen, theologischen, kirchenrechtlichen und ökumenischen Gesichtspunkten für ausgeschlossen.

In einer Stellungnahme erinnert der ABC daran, dass Segnungen bzw. Trauungen homosexueller Paare noch vor wenigen Jahren innerhalb der evangelischen Kirche prinzipiell ausgeschlossen waren. Mit den Entscheidungen der jüngeren Zeit werde das traditionell geltende Verständnis von Ehe und Trauung auf der Grundlage von Schrift und Bekenntnis aufgegeben.

Nach Einschätzung des ABC geht es bei der Frage nach der Einführung gottesdienstlicher Segenshandlungen für homosexuelle Paare, die nach der Einführung der sog. „Ehe für alle“ neu diskutiert wird, ganz wesentlich um das Verständnis und die Auslegung der Heiligen Schrift und des kirchlichen Bekenntnisses.

Eine Bekenntnisfrage lasse sich aber nicht durch synodale Mehrheitsbeschlüsse entscheiden.

In diesem Zusammenhang verweist der ABC auf eine Stellungnahme des Erlanger Kirchenrechtlers Heinrich de Wall, der zu dieser Thematik geschrieben hat, dass selbst im Fall, „in dem die einen, möglicherweise sogar eine große Mehrheit in der Kirche, davon ausgehen, dass eine Neuregelung das Bekenntnis nicht betrifft, andere aber aus der Schrift nachvollziehbar begründeten Widerspruch dagegen erheben, (…) das Ganze als Bekenntnisfrage behandelt werden (muss): Denn ein Konsens darüber, was Schrift und Bekenntnis aussagen, lässt sich in diesem Fall gerade nicht feststellen.“

Der Versuch, diese Problematik dadurch zu umgehen, dass Gegnern möglicher Segnungs- und Traugottesdienste für homosexuelle Paare eine Art Gewissensschutz zugebilligt wird, ist nach Einschätzung des ABC ebenso wenig statthaft wie die Verlagerung der Entscheidung in die Gemeinden vor Ort: dies verschiebe den Streit um diese Bekenntnisfrage lediglich auf eine andere Ebene.

Es werde sogar erst erhebliche Konflikte in Kirchengemeinden erzeugen und sei darum als Weg der Bewahrung der Einheit gerade ungeeignet.

Der ABC hat seine Stellungnahme dem Ausschuss aus Mitgliedern des Landeskirchenrats und der Landessynode zur Verfügung gestellt, der seit kurzem über die Frage möglicher Segnungs- bzw. Traugottesdienste für homosexuelle Paare berät.

Der vollständige Text ist hier zu lesen: www.abc-bayern.de/stellungnahmen