Können wir aus der Klimageschichte lernen?

Erkenntnisse, wie sich Gesellschaften in früheren Zeiten an klimatische Veränderungen anpassten, können bei den aktuellen Herausforderungen helfen.

Klimaveränderungen im Laufe der Geschichte, wie die Kleine Eiszeit während des 13. bis 19. Jahrhunderts, werden häufig mit Hungersnöten, Krisen und Kriegen in Verbindung gebracht. Doch es gibt auch viele Beispiele, wie Bevölkerung und Politik die veränderten Bedingungen zu ihrem Vorteil nutzen oder zumindest Stabilität wahren konnten.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte hat einen neuen Ansatz entwickelt, der die gesellschaftliche Resilienz in den Mittelpunkt stellt und dabei einen sorgfältigeren Umgang mit Klimadaten und historischen Fakten sicherstellt, als das bisher oft der Fall war.

Mithilfe ihres neuen Ansatzes führte das Team exemplarisch Fallstudien an zwei der am häufigsten untersuchten Perioden klimatischer Veränderungen durch: der spätantiken Kälteperiode im 6. Jahrhundert nach Christus und der sogenannten Kleinen Eiszeit im 13. bis 19. Jahrhundert.

Obwohl in beiden Phasen der Geschichte viele Gesellschaften unter Druck kamen, zeigen die Fallstudien doch, dass sich die Bevölkerungen anpassen konnten.

Ein Beispiel ist die Reaktion der Gesellschaft in der Spätantike auf den Klimawandel im östlichen Mittelmeerraum. Eine Rekonstruktion des dortigen Klimas anhand von See-Sedimenten, Mineralablagerungen etwa in Höhlen und weiteren relevanten Daten belegen erhöhte Winterniederschläge, die im fünften Jahrhundert begannen und bis in die Kälteperiode im 6. Jahrhundert andauerten.

Pollendaten und archäologische Geländeuntersuchungen zeigen, dass Getreideanbau und Weideviehhaltung infolge der vermehrten Niederschläge florierten, wobei viele Siedlungen an Dichte und Fläche zunahmen. Das Besteuerungssystem des Oströmischen Reichs ermöglichte einen einfachen Warenaustausch zwischen feuchten und trockeneren Regionen, sodass die Verbraucher von den Vorteilen der erhöhten landwirtschaftlichen Produktion profitierten.

Währenddessen investierten die Eliten in eine marktorientierte Landwirtschaft und finanzierten in eher trockenen Gebieten wie der Wüste Negev den Bau von Dämmen und anderer Infrastruktur, die den Landwirten ein effizientes Wassermanagement ermöglichten.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.mpg.de/16615581/0323-wisy-0323-wisy-izdebski-societal-responses-to-climate-change-9347732-x-9347732-x


Israel: Ältester Symbol-Tierknochen gefunden

Obwohl Wissenschaftler lange vermutet haben, dass Radierungen auf Steinen und Knochen bereits im Mittelpaläolithikum (250.000 – 45.000 v. Chr.) als Symbol verwendet wurden, sind Funde, die diese Theorie stützen, äußerst selten.

Vor kurzem haben Archäologen der Hebräischen Universität und der Universität von Haifa zusammen mit einem Team aus Frankreich eine Entdeckung gemacht, die Hinweise auf die möglicherweise früheste bekannte Verwendung von Symbolen ergeben hat.

Die Symbole wurden auf einem Knochenfragment in der Ramle-Region in Zentral-Israel gefunden und sind vermutlich etwa 120.000 Jahre alt.

Bemerkenswerterweise blieb das Fragment weitgehend intakt und die Forscher konnten sechs ähnliche Radierungen auf einer Seite des Knochens entdecken, was sie zu der Annahme führte, dass sie im Besitz von etwas waren, das symbolische oder spirituelle Bedeutung hatte.

Der Fund wurde in einer Fundgrube von Feuersteinwerkzeugen und Tierknochen entdeckt, die bei archäologischen Ausgrabungen an einer Stelle freigelegt wurden.

Dr. Yossi Zaidner sagt, dass der Ort wahrscheinlich als Lager oder Treffpunkt für paläolithische Jäger genutzt wurde, die dann die Tiere schlachteten, die sie an diesem Ort gefangen hatten.

Es wird angenommen, dass der identifizierte Knochen von einem ausgestorbenen großen Wildvieh stammt, einer Art, die zu dieser Zeit im Nahen Osten sehr verbreitet war.

Quelle und FORTSETZUNG hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/%C3%84lteste-menschliche-Verwendung-von-Symbolen.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+11.02.2021

Foto oben: Marion Prévost


Israel: tausend Jahre alte Münzen entdeckt

Bei archäologischen Ausgrabungen in Israel wurde ein kleines Keramikgefäß mit vier reinen Goldmünzen vor mehr als tausend Jahren entdeckt.

Keramikgefäß und Goldmünzen

Das Gefäß wurde von der Inspektorin der Israelischen Altertumsbehörde, Yevgenia Kapil, bei Ausgrabungen im letzten Monat gefunden. Einige Wochen später, als Ausgrabungsleiter David Gellman die Funde untersuchte, leerte er den Inhalt des Keramikgefäßes.

„Zu meiner großen Überraschung“, sagt Gellman, „fielen mir zusammen mit Erde vier glänzende Goldmünzen in die Hand. Dies ist das erste Mal in meiner Karriere als Archäologe, dass ich Gold entdeckt habe, und es ist unglaublich aufregend.“

Der Münzexperte der Israelischen Altertumsbehörde, Dr. Robert Kool, erklärte:

„Die Münzen waren ausgezeichnet konserviert und auch ohne Reinigung sofort identifizierbar; sie stammen aus den späten 940er bis zu den 970er Jahren. Dies war eine Zeit radikaler politischer Veränderungen, als die Kontrolle über das Land Israel vom sunnitisch-abbasidischen Kalifat, dessen Hauptstadt Bagdad im Irak war, in die Hände seiner schiitischen Rivalen überging – der Fatimiden-Dynastie Nordafrikas, die Ägypten, Syrien und das Land Israel in diesen Jahren eroberte.“

Quelle (Text/Foto) und vollständige Meldung hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Keramikgef%C3%A4%C3%9F-mit-vier-1000-Jahre-alten-Goldm%C3%BCnzen-in-Jerusalem-ausgegraben.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+12.11.2020


Israel/Galiläa: Uraltes Ritualbad entdeckt

​Vor dem Bau eines großen Verkehrsknotenpunkts an der Kreuzung Hamovil in Niedergaliläa enthüllte eine von der Israelischen

Die Siedlung mit dem Ritualbad (unten rechts)

Altertumsbehörde durchgeführte archäologische Bergungsgrabung die Überreste eines jüdischen landwirtschaftlichen Gehöfts aus der Zeit des Zweiten Tempels (vor 2000 Jahren) einschließlich einer prächtigen Mikwe (Ritualbad).

Abd Elghani Ibrahim und Dr. Walid Atrash, Direktoren der Ausgrabung im Auftrag der Israelischen Altertumsbehörde sagten:

„Die Existenz einer Mikwe, eines Ortes zur Einhaltung der Reinheitsgebote, zeigt eindeutig, dass die Bewohner des alten Bauernhofs Juden waren, die eine religiöse und traditionelle Lebensweise führten und Reinheit als ein Torah-Gebot bewahrten. Ritualbäder werden seit der Zeit des Zweiten Tempels und bis heute von Juden im täglichen Leben verwendet.“

Laut Ibrahim und Dr. Atrash „ändert die Entdeckung der Mikwe auf dem Bauernhof das, was wir über den Lebensstil der Juden in der Zeit des Zweiten Tempels wussten. Bis jetzt hatten wir keine jüdischen Bauernhöfe in Galiläa entdeckt.

Es wurde angenommen, dass Juden in der Römerzeit nicht auf Bauernhöfen außerhalb der Dörfer oder Städte lebten. Die Entdeckung des Gehöfts in einiger Entfernung vom Dorf Shikhin und der großen jüdischen Stadt Sepphoris zeigt, dass sich Juden auch auf Bauernhöfen niederließen, die vielleicht als das ländliche Hinterland von Sepphoris fungierten.“ 

Ca. 1700 Jahre sind vergangen, seitdem der Bauernhof bei einem Erdbeben zerstört wurde, und ungefähr 1400 Jahre, seitdem der Standort endgültig aufgegeben wurde.

Quelle und vollständiger Text hier: https://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/2000-Jahre-altes-Ritualbad-entdeckt.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+05.10.2020


Archäologie: Milchverträglichkeit verbreitete sich in wenigen tausend Jahren in Europa

Die menschliche Fähigkeit, auch nach dem Säuglingsalter Milch verdauen zu können, hat sich in Mitteleuropa in nur wenigen Tausend Jahren verbreitet. Das zeigen Ergebnisse eines internationalen Forschungsteams unter Leitung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Wie die Wissenschaftler heute in der Zeitschrift Current Biology berichten, hatten sie das Erbgut in Knochen von Menschen untersucht, die cirka 1200 v. Chr. in der „Schlacht an der Tollense“, einem Fluss im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, gefallen waren.

Dadurch stellten sie fest, dass unter den vermeintlichen Kriegern nur etwa jeder achte eine Genvariante hatte, die es ihm ermöglichte, Laktose zu spalten und damit Milch zu verdauen. „Von der heutigen Bevölkerung desselben Gebiets verfügen 90 Prozent über dieses Merkmal, die sogenannte Laktasepersistenz“, sagt der Erstautor der Studie, der Populationsgenetiker Prof. Dr. Joachim Burger von der JGU:

BILD: Fund eines Unterkiefers in der Tollense (Foto/©: Ronald Borgwardt/Tollensetal-Projekt)

„Dieser Unterschied ist enorm, wenn man bedenkt, dass nicht viel mehr als 120 Menschengenerationen dazwischenliegen.“

Bis auf die seltenere Ausprägung der Genvariante sei das Erbgut der Tollenseleute ähnlich dem heutiger Bewohner Norddeutschlands und des Ostseeraums.

„Die einzige Möglichkeit, den Unterschied zwischen Bronzezeit und heute zu erklären, ist starke Selektion“, sagt der Biologe Prof. Dr. Daniel Wegmann von der Université de Fribourg in der Schweiz, der ebenfalls federführend an der Studie beteiligt war: „Wir schließen daraus, dass laktasepersistente Individuen im Verlauf der letzten 3.000 Jahre mehr Kinder bekommen haben beziehungsweise dass diese Kinder bessere Überlebenschancen hatten als jene ohne dieses Merkmal.“

Die Forscher errechnen einen erstaunlichen Selektionsvorteil: „Auf 100 Nachkommen ohne kommen in jeder Generation 106 Nachkommen mit Laktasepersistenz, damit ist das entsprechende Gen das am stärksten positiv selektierte im ganzen menschlichen Genom“, sagt Joachim Burger.

Burger und sein Team hatten bereits 2007 nachgewiesen, dass nahezu keiner der ersten sesshaften Bauern Europas laktasepersistent war. „Und es ist erstaunlich, dass zur Zeit des Konflikts an der Tollense, mehr als 4.000 Jahre nach der Einführung der Landwirtschaft in Europa, die Milchverträglichkeit bei Erwachsenen immer noch so selten war“, sagt Burger. Es bleibe außerdem die Frage, welchen evolutiven Vorteil es hatte, auch nach dem Säuglingsalter Milch trinken zu können.

BILD: Seit gut zehn Jahren suchen Archäologen einen Abschnitt entlang der Tollense systematisch ab. (Foto/©: Stefan Sauer/Tollensetal-Projekt

Hierauf gebe es noch keine eindeutige Antwort. „Jedoch könnte Milch als energiereiche, unkontaminierte Flüssigkeit in Zeiten von Nahrungsmangel oder verseuchtem Trinkwasser höhere Überlebenschancen geboten haben. Gerade in der frühen Kindheit, also in den Jahren nach dem Abstillen, mag das in prähistorischen Populationen immer wieder entscheidend gewesen sein“, so Burger weiter.

Für die Studie haben die Wissenschaftler zum Vergleich auch das Erbgut in bronzezeitlichen Knochen aus Ost- und Südosteuropa analysiert. Auch dort fanden sie ähnlich selten Hinweise auf Laktasepersistenz.

In den untersuchten Knochen von Individuen aus den osteuropäischen Steppen, wo frühere Studien den Ursprung der adulten Laktasepersistenz vermutet hatten, fehlt das Merkmal sogar völlig.

Der Konflikt an der Tollense gilt als älteste bekannte Schlacht Europas. Schon in den 1990er-Jahren wurden Überreste davon entdeckt. Seit gut zehn Jahren suchen Archäologen einen kilometerlangen Abschnitt entlang des Flusses systematisch ab. Bisher wurden Knochen von mehr als hundert Gefallenen entdeckt, viele davon zeigen Spuren des Kampfes: In einigen stecken immer noch Pfeilspitzen, manche Schädel sind durch Keulenschläge eingedrückt. Es wird geschätzt, dass mehrere tausend Männer, von denen möglicherweise einige beritten waren, an dem Konflikt teilnahmen.

Quelle: Universität Mainz (Pressemeldung)


Israel: Spätantike Kirche ausgegraben

Eine 1.300 Jahre alte Kirche mit reich verzierten Mosaikböden (siehe Foto) wurde kürzlich bei einer Ausgrabung der Israelischen Altertumsbehörde in Zusammenarbeit mit dem Kinneret Academic College und Freiwilligen vor Ort in Kfar Kama in der Nähe von Berg Tabor entdeckt.

Mosaikboden der antiken Kirche

Der katholische Erzbischof Dr. Youssef Matta, Leiter der griechisch-katholischen Kirche in Israel, besuchte die Stätte persönlich und ließ sich von den antiken Überresten inspirieren.

Eine weitere Reihe von Räumen wurde teilweise neben der Kirche freigelegt. Es gibt zusätzliche Räume auf dem Gelände, die noch ausgegraben werden müssen. Laut den Forschern „ist es durchaus möglich, dass dieser große Komplex ein Kloster war.“

Prof. Moti Aviam meint, dies „war wahrscheinlich die Dorfkirche, während die jetzt entdeckte Kirche wahrscheinlich Teil eines zeitgenössischen Klosters am Rande des Dorfes war.“

Die Entdeckung der Kirche in Kfar Kama wird zu dem umfangreichen Forschungsprojekt über die christliche Besiedlung in Galiläa beitragen, das von Prof. Moti Aviam und Dr. Jacob Ashkenazi vom Kinneret Institute of Galilean Archaeology am Kinneret Academic College geleitet wird.

Die neue Entdeckung weist auf die offensichtliche Bedeutung des christlichen Dorfes hin, das in der byzantinischen Zeit in der Nähe des Berges Tabor angesiedelt war, einem Ort von primärer religiöser Bedeutung für das Christentum, der als Ort der Verklärung Jesu verehrt wurde.

In den frühen 1960er Jahren wurde im Dorf Kfar Kama eine kleinere Kirche mit zwei Kapellen ausgegraben, die auf die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert wurde.

Nurit Feig: „Die 12 × 36 m große Kirche umfasst einen großen Innenhof, ein Narthex-Foyer und eine zentrale Halle. Besonders für diese Kirche ist die Existenz von drei Apsiden (Gebetsnischen), während die meisten Kirchen durch eine einzige Apsis gekennzeichnet waren.

Das Kirchenschiff und die Gänge waren mit Mosaiken gepflastert, die teilweise überlebten. Ihre farbenfrohe Dekoration zeichnet sich durch geometrische Muster sowie blaue, schwarze und rote Blumenmuster aus. Eine besondere Entdeckung war das kleine Reliquiar, eine Steinkiste, in der heilige Relikte aufbewahrt wurden.“

Text: Israelische Botschaft – Foto: Alex Wiegmann / Israelische Altertumsbehörde


Sensationeller antiker Kreuz-Fund belegt uralte Präsenz von Christen in Pakistan

„Das Steinkreuz in den Bergen von Skardu-Baltistan ist ein Beweis für die tausendjährige Präsenz des Christentums in Nordpakistan. Es ist eine wichtige historische Entdeckung und erfordert weitere Ausgrabungen in diesem Berggebiet, in dem es heute keine Christen gibt“, erklärt Pfarrer Bonnie Mendes gegenüber dem Nachrichtendienst Fides zu dem archäologischen Fund, der ein neues Licht auf die Geschichte der christlichen Wirksamkeit in Pakistan wirft.

Ein Team der Universität Baltistan stieß auf Spuren einer alten christlichen Präsenz in Skardu. Ein Forschungsteam unter Leitung von Muhammad Naeem Khan war in der Umgebung der Fundstätte tätig und stieß auf ein antikes Kreuz.

Der Vizekanzler der Universität, Muhammad Naeem Khan, berichtete: „Das riesige Kreuz aus Marmor wiegt etwa 4 Tonnen und ist sechs Meter lang. Es wurde zwei Kilometer von unseren Basislagern in den Bergen rund um das Kardardo-Dorf Skardu in der Region Baltistan gefunden“.

„Nach der anfänglichen Einschätzung“, fügt er hinzu, “könnte dieses Kreuz zwischen 1.000 und 1.200 Jahre alt sein. Es ist die erste Entdeckung eines solchen Fundes in Baltistan, die die Verbindung dieses Landes mit dem Christentum unter Beweis stellt“.

Der Forscher teilt mit, dass „das Dorf Kavardo vor 1500 Jahren entstanden ist und die Möglichkeit besteht, dass der Marmorstein, aus dem dieses Kreuz hergestellt wurde, älter ist”.

“Die Universität wird europäische und nordamerikanische Universitäten und Historiker kontaktieren das genaue Datum des aus dem Gestein gemeißelten Kreuzes mit wissenschaftlichen Methoden bestimmen“, betont er abschließend.

Gulshan Barkat OMI, der als Professor für Kirchengeschichte in Pakistan lehrt, erinnert an die Geschichte des Christentums in Zentralasien an und fügt hinzu: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich nestorianische Missionare, die seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. im Iran, in Afghanistan und China unterwegs waren, auch in dieser Region niedergelassen und hier Spuren ihrer Anwesenheit hinterließen“.

Quelle: Fidesdienst


Israel: Uralter Tempel der Kanaaniter entdeckt

Das biblische Buch Joshua erzählt die Geschichte des Einzugs der Israeliten ins Heilige Land, nachdem sie 40 Jahre durch die Wüste gewandert waren. 

Jetzt hat ein Archäologen-Team unter der Leitung von Prof. Yosef Garfinkel in Jerusalem und Prof. Michael Hasel in Tennessee einen Blick auf die Gesellschaft der Kanaaniter freigelegt, die das Land während dieser Ära bewohnte.

In einer Studie, die im letzten Monat in Levant publiziert wurde, enthüllten Garfinkel und seine Kollegen erstmalig großflächige Ruinen eines kanaanitischen Tempels, der ins 12. Jahrhundert v. Chr. datiert wird und im Nationalpark Tel Lachish entdeckt wurde. Die große Siedlung der Bronzezeit befindet sich neben der heutigen israelischen Stadt Kiryat Gat.

Lachish war eine der wichtigsten kanaanitischen Städte des Landes Israel während der mittleren und späten Bronzezeit. Die Bevölkerung der Stadt kontrollierte einen Großteil der Tiefebene Judäas.

Die Stadt wurde ungefähr 1800 v. Chr. gebaut und später um ca. 1550 n. Chr. von den Ägyptern zerstört. Sie wurde zweimal wieder aufgebaut und erneut zerstört, bis sie ca. 1150 v. Chr. endgültig zerstört wurde. Die Siedlung wird in der Bibel sowie in verschiedenen ägyptischen Quellen genannt und war eine der wenigen kanaanitischen Städte, die bis ins 12. Jahrhundert v. Chr.  überlebte.

Der Grundriss des Tempels ist ähnlich wie andere kanaanitische Tempel im Norden Israels. Die Vorderseite der Anlage ist durch zwei Säulen und zwei Türme markiert, die in eine große Halle führen. Der Innenteil hat vier Stützsäulen und verschiedene unbehauene Hinkelsteine, die als Repräsentationen von Tempelgöttern gedient haben könnten. Die Form des Lachish-Tempelsist eher quadratisch und hat verschiedene Seitenräume, die denen späterer Tempel ähneln.

Neben den archäologischen Ruinen entdeckte das Team Artefakte wie Bronzekessel, Hathor-inspirierter Schmuck, Dolche und Axtköpfe mit Vogelbildern bestückt, Skarabäen und ein goldene Flasche mit der Aufschrift Ramses II – Ägyptens Pharao. Neben dem Allerheiligsten des Tempels wurden zwei Bronzefiguren gefunden. Anders als die beflügelten Cherubim in Solomons Tempel waren die Lachish-Figuren mit „schlagenden Göttern“ ausgerüstet.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Die längste Salzgrotte der Welt ist in Israel

Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha […] und seine Frau [Lots] sah hinter sich und ward zur Salzsäule“ (Genesis 19:24-25)

Neben der biblischen Geschichte über Lots Frau, welche zu einer Salzsäule erstarrte, ist Israels Tote-Meer-Region nun für ein weiteres Salzphänomen bekannt:  Die Malham-Grotte, die weltweit längste Salzgrotte (siehe Foto).

Über 13 Jahre lang galt die iranische Salzgrotte auf Qeshm als die längste der Welt. Doch die Messungen einer internationalen Expedition kartographierten die Grotte am Toten Meer, die sich im Berg Sodom befindet, und vermassen die Grotte neu. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Die Grotte ist ganze zehn Kilometer lang und somit die erste bekannte Grotte, die eine Länge im zweistelligen Bereich aufweisen kann. Sie befindet sich 170 Meter unter dem Meeresspiegel und wird aufgrund des Wüstenklimas in der Negev-Wüste erhalten. 

Bereits 1980 war die Grotte von einer Expeditionsgruppe des Höhlenforschungszentrums der Hebräischen Universität entdeckt worden. Doch erst heute ist es mit Hilfe von neuster Technik einer neuen Expeditionsgruppe gelungen, den tatsächlichen Umfang der Grotte zu erfassen. 

Die internationale Forschungsgruppe wird von dem Höhlenforschungszentrum der Hebräischen Universität, dem „Israel Cave Explorers Club“ und dem bulgarischem „Sofia Speleo Club“ geleitet. Die Expeditionsgruppe setzt sich aus 80 Höhlenforschern aus insgesamt neun Ländern zusammen. Momentan werden die gesammelten Daten analysiert, um die Ergebnisse in einer elektronischen Karte der Öffentlichkeit zu präsentieren.  

Quelle: Hebräische Universität Jerusalem  – Foto: Ruslan Paul / Hebrew University Jerusalem


Ausstellung in Hildesheim über Fehler und Fälschungen in der Archäologie

Stammen die fossilen Knochen aus dem Harz tatsächlich von einem Einhorn? Grub Heinrich Schliemann in Troja den Schatz des Priamos aus und warum fiel der Louvre auf eine Fälschung herein? Jeder Mensch irrt täglich, schätzt Sachverhalte falsch ein, fällt auf Täuschungen herein. Davon bleiben auch renommierte Wissenschaftler nicht verschont.

Anhand von über 220 Exponaten deckt die vom 24.11.2018 bis zum 26.5.2019 im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim zu sehende Sonderausstellung „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ spektakuläre Fehlurteile und Betrugsfälle in ganz Europa, Ägypten und dem Nahen Osten auf.

Die Besucher erfahren nicht nur, warum ein Irrtum oder eine Fälschung anfangs durchaus überzeugen konnte, sondern auch, mit welchen wissenschaftlichen Methoden die Klärung der Fälle gelang.

Quelle und weitere Infos hier: http://www.rpmuseum.de/ausstellungen/irrtuemer-und-faelschungen.html