Kritischer Aschermittwoch-Rückblick auf das Ende des Karnevals – und der Toleranz?

Von Peter Helmes

Heute ist Aschermittwoch. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Normalerweise bedeutet der Aschermittwoch auch das Ende des Faschings und der Beginn der Fastenzeit.

Aber in diesem Jahr wurde der unbeschwerte, beschwingte, fröhliche und Seitenhiebe verteilende Karneval schon am Freitag vor Fastnachtsonntag zu Grabe getragen. Und dafür gibt es keine Entschuldigung! Karneval ist uns heilig – und nur Ignoranten und Fremdlinge meinen, Karneval habe etwas mit Alkohol zu tun. peter-helmes-227x300

Ein ebenso weit verbreitetes Vorurteil ist, im Rheinland sei „das ganze Jahr Karneval“. Quatsch! Konrad Adenauer war Karnevalist und   – wie die Geschichte lehrt – ein höchst ernstzunehmender Staatsmann. In aller Bescheidenheit: Auch ich bin Karnevalist – durch und durch.

Das virus carnevalis wurde mir buchstäblich mit der Muttermilch eingegeben:

Meine Mutter war vor 100 Jahren Mitbegründerin des „Damenkomitees Mokkakännchen“  und deren erste Präsidentin, was im Rheinland einer Erhebung in den Adelsstand gleicht. Mein Vater war ein halbes Leben lang Mitglied des „Elferrates“, mein Bruder war  – trotz seines Priesterberufes  –  begeisternder Büttenredner.

Aber die Verblödung der Gesellschaft nimmt so stark zu, daß sogar zum Blödeln verpflichtete Büttenredner jedes Maß verloren haben.

Von der geistreichen Kritik zur hirnlosen Diffamierung

„Karneval“ – das waren eigentlich Tage der Fröhlichkeit, der Unbekümmertheit und der Verkleidung, ein alter germanischer Brauch.
Durch die französische Besatzung kam noch eine Komponente hinzu: An Karneval war es den Bürgern erlaubt, mit den „Oberen“ Tacheles zu reden, ihnen einen Spiegel vorzuhalten und sie zu kritisieren – straffrei.  pc_pi
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Aber das alles lief mit Anstand ab. Heute wird Kritisieren ersetzt durch hirnloses Polemisieren, es wird brutal gepoltert, statt mit dem Florett des geschliffenen Geistes zu kämpfen.
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Es siegte der geistlose Zeitgeist, die Inkarnation des Neuen Menschen  –  und gab den Blick frei auf die neue gleichgeschaltete Gesellschaft.In diesem Jahr wirkten die Reden wie von einem Lehrer inhaltlich vorgegebene Aufsätze oder Gedichte – ohne jede Variation. Nicht einer fiel aus der Rolle, alle waren „politisch korrekt“ – das definitive Aus für den Ur-Karneval!

Trauriger „Höhepunkt“ der diesjährigen Fastnachtsveranstaltungen waren die Sitzung „Mainz, wie es singt und lacht“ sowie die Rosenmontagszüge in Düsseldorf und Mainz – Tiefpunkte rheinischen Frohsinns. Beleidigung schien den Karnevalisten das höchste geistige Niveau – auf unterirdischem Niveau, wie das Folgende zeigt:

Mainz, wie es stinkt und kracht!

Ein Redner versicherte: „Die AfD ist die Bremsspur in der Unterhose Deutschlands” und fluchte, einmal in Sportpalaststimmung gekommen, über die „braunen populistischen Kanalratten”. Ein anderer, Lars Reichow, drohte: „In dem Europa, was wir uns wünschen, habt ihr keinen Platz. Packt Eure Koffer, ihr Geschichtsfälscher, ihr Kleingartenfaschisten, und macht euch auf die Reise.”logo-afd-small

Das ist Pogromverdächtig und riecht nach Volksverhetzung. In einem Rechtsstaat würde jetzt zumindest wegen des Anfangsverdachtes der Volksverhetzung ermittelt. In dem ‘BRD’-Staat hingegen ist mit einer Belobigung des möglichen Straftäters zu rechnen.

„Die Mainzer Narren reden Klartext“ schrieb denn auch die Mainzer Zeitung und jubelte: „Der Saal dankt mit donnernden Ovationen dem Narren für die klaren Worte”.

Man solle sich nicht „durch den Dreck ziehen lassen“, sagt Lars Reichow, „nicht von der ranzigen Faschisten-Braut Marine Le Pen und nicht vom verwesten Säugling Geert Wilders und auch nicht von der verwelkten Kräuterhexe Frauke Petry“.

„Nicht durch den Dreck ziehen lassen“? Das gilt wohl nicht für den feinen Herrn Reichow selbst.

Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter inklusive

Hier eine Kostprobe: „Selbst gewähltes Pech hatten auch unsere Nachbarn in Polen – ich weiß nicht, was die vorher genommen hatten, Wodka umsonst in der Wahlkabine oder was – jetzt sind sie aufgewacht mit einer Regierung, angeführt von der nationalkonservativen PiS-Partei, die Abgeordneten nennen sich vermutlich PiSser. Der mächtigste Mann in Polen ist Jaroslaw Kaczynski, ein eineiiger Zwilling – das andere Ei ist vor ein paar Jahren abgestürzt.“ img_2243

Die diesjährigen Karnevalsveranstaltungen in den Hochburgen Düsseldorf und Mainz schienen nur zwei Themen zu kennen: AfD und Trump. Da konnten sich alle so richtig abarbeiten – und merkten nicht, wie armselig die Darbietungen waren. 

Der Präsident der USA wird auf unglaubliche Weise verhöhnt: Trump als Papp-Arschgesicht mit Blondhaar oder Wagen: „Arsch mit Ohren” als Donald Trump – der auch als lächerlich torkelnder faselnder Dummkopf dargestellt wurde, einem Affen ähnlicher als einem Menschen!

Völlig aus der Rolle fiel im Rosenmontagszug von Düsseldorf ein Motivwagen, auf dem die Freiheitsstatue den abgetrennten Kopf Donald Trumps hält. Auf einem anderen Motivwagen sah man eine Darstellung des US-Staatsoberhaupts, wie er versucht, die New Yorker Freiheitsstatue zu vergewaltigen. Das war allerunterstes Niveau und wäre nicht einmal im Iran oder einem radikalislamischen Land vorstellbar.

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist, Schriftsteller, Politikberater und Leiter der liberal-konservativen Webseite www.conservo.wordpress.com

Ergänzend dazu ein Bericht von Dr. Berger: https://philosophia-perennis.com/2017/03/01/karnevalsfeldzug-gegen-polen-oder-die-wiederentdeckung-der-meinungsfreiheit/

Hierzu auch ein israelischer Autor: https://charismatismus.wordpress.com/2017/02/25/deutsch-israelischer-publizist-kritisiert-polemische-mainzer-karnevals-sendung/


Regensburg: Pontifikalamt am Aschermittwoch mit Bischof Voderholzer

Am Aschermittwoch beginnt im Kirchenjahr die 40-tägige Fastenzeit bis zu Ostern, dem Fest der Auferstehung des HERRN.

Als Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen zeichnet der Priester mit den Worten „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn. Auflegung Aschenkreuz

Aus diesem Anlass feiert Bischof Rudolf Voderholzer mit den Regensburgern am Aschermittwoch, 5. März, um 18.30 Uhr ein Pontifikalamt in der Niedermünsterkirche. Alle Gläubigen sind zur Mitfeier herzlich eingeladen.

Neben dem Karfreitag ist der Aschermittwoch in christlicher Tradition ein strenger Fastentag, bei dem sich nur einmal am Tag satt gegessen und dabei auf Fleisch verzichtet werden soll. Damit stellt er auch den Beginn der Bußzeit dar.

Nicht nur für die Katechumenen, die sich in dieser Zeit in besonders intensiver Weise auf ihren Weg zur Taufe in der Osternacht begeben, ist es der Beginn einer Vorbereitungszeit, einer Phase der Buße, des Fastens, aber vor allem der Erneuerung des eigenen Lebens und des Glaubens.

Wie das Matthäusevangelium berichtet, fastete auch Jesus, der vom Hl. Geist in die Wüste hinausgeführt wurde, um dort den Versuchungen des Teufels zu widerstehen, vierzig Tage lang.

Christi Worte „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4) zeigen die Ausrichtung der Fastenzeit auf: Ein Sich-Besinnen auf Gott, auf die wirklich wichtigen Dinge, die in unserem Leben oft von Nebensächlichkeiten, alten Gewohnheiten und Lasten überprägt werden.

Die christliche Bußgesinnung drückt auch das Segensgebet über der Asche aus: „Verzeih uns unsere Sünden und erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes.“

Quelle: Bistum Regensburg, Dr. Veit Neumann


Regensburg: Bischof Voderholzer bei der Aschermittwochspredigt: „Auch für den Papst gilt: Wer glaubt, ist nie allein!“

Den Gläubigen, die am Aschermittwoch-Abend in der Niedermünsterkirche zusammen mit Bischof Rudolf Voderholzer den Beginn der Fastenzeit feierten, standen noch die Fragen zur Rücktrittsankündigung Papst Benedikts ins Gesicht geschrieben.

„Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück. Der Herr aber wird Dich auferwecken!“   – Die Erinnerung daran, dass alles auf dieser Erde ein Ende hat  –  auch das eigene Leben –  bringen die Katholiken zum Ausdruck, wenn sie sich ein Kreuz aus geweihter Asche auf die Stirn streichen lassen. Die Grenzen, in denen der Mensch gefangen ist, sind heute die Brücke zum Heiligen Vater, der erste Papst seit 800 Jahren, der von seinem Amt zurücktritt.

Foto: Bistum Regensburg

Foto: Bistum Regensburg

Bischof Rudolf erklärte hierzu in seiner Predigt:

„Es gibt wohl kaum jemanden unter uns, der für diese Entscheidung nicht größtes Verständnis aufbringt. Man bedenke, dass der Heilige Vater am 16. April diesen Jahres sein 86. Lebensjahr vollenden wird. Dabei bewältigt er seit der Übernahme des Papstamtes ein Arbeitspensum, das die Belastbarkeitsgrenze schon eines jungen Menschen weit überschreitet, von der Last der Verantwortung und der Komplexität der Aufgabenstellungen ganz zu schweigen.

Und dennoch dürfen wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Heilige Vater diesen Schritt von höchster Tragweite und noch kaum absehbaren Folgen getan hat nicht ohne intensivste Prüfung seines Gewissens; und dies wiederum lässt vermuten, dass sein Gesundheitszustand weit ernster ist, als wir wissen, auch wenn dies in den letzten Tagen verschiedentlich dementiert wurde.

Welch ein Zeichen, welche Anerkennung der Wahrheit auch seines Lebens ist dieser Schritt: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“

Der Bischof sprach mit seiner Bitte „unserem Papst Benedikt schon jetzt aufrichtig zu danken“ den Menschen aus dem Herzen. Er lud zu einem Dankgottesdienst am 28. Februar in den Regensburger Dom  –  an jenem Tag, an dem Papst Benedikt sein Pontifikat beenden wird:

„Papst Benedikt wird in die Kirchengeschichte eingehen als der Theologenpapst. Es ist ihm gegeben, die guten und richtigen Erkenntnisse der modernen Theologie mit großer synthetischer Kraft aufzunehmen und für die zeitgemäße Verkündigung fruchtbar zu machen. Seine Theologie ist von geistlicher Tiefe, und seine Predigten von theologischer Kraft geprägt.

Man beginnt schon jetzt, seinen Namen neben denen von Papst Leo dem Großen oder Papst Gregor dem Großen zu nennen, deren Predigten noch nach Jahrhunderten geistig-geistliche Nahrung bieten. Der Heilige Vater gebietet über eine Sprache, deren Poesie und Bilderwelt nicht nur zu denken geben, sondern sich auch nachhaltig einprägen.

Und als Regensburger sind wir stolz, dass er hier an der Theologischen Fakultät der Universität fast acht Jahre gewirkt hat, dass wir mit dem Institut Papst Benedikt XVI. am Bismarckplatz an der Herausgabe seines Theologischen Werkes mitwirken und mit der Betreuung seines Privathauses in Pentling auch Einblick in das Leben seiner Familie, seinen bescheidenen und einfachen Lebensstil geben dürfen.“

Am Ende der Bischofspredigt stand ein Versprechen an den Papst:

„In jedem „Vater unser“, das wir beten, ist das „Wir“ der großen und weltweiten Gemeinschaft der Schwester und Brüder mit dabei. Jeder und jede ist getragen von einem großen Netz stellvertretenden und fürbittenden Gebetes.

So rufen wir in dieser Stunde unserem Heiligen Vater Papst Benedikt zu, wenn es bald ruhig und vergleichsweise einsam werden sollte um ihn:

Heiliger Vater, Sie sind nicht allein. Danke, dass Sie uns im Glauben gestärkt haben und stärken; danke, dass Sie uns die Wahrheit und Schönheit des Glaubens immer wieder erschlossen haben und weiter erschließen.

Auch und gerade für Sie gilt: ‚Wer glaubt, ist nie allein‘.   –  Amen.“

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Papst Benedikt heute: „Ich habe die Kraft des Gebetes und die Liebe der Kirche gespürt.“

Benedikt XVI. hat am heutigen Aschermittwoch, den 13. Februar, seine vorletzte Generalaudienz geleitet. In der vollständig gefüllten Audienzhalle hatte sich ein buntes Meer an Pilgern und Besuchern versammelt, die sich vom Papst verabschieden wollten.

Foto: Radio VatikanOhne Stock trat das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken vor das Kirchenvolk, das ihm zujubelte und jedes seiner Worte gespannt verfolgte. Neue Erklärungen zu seinem Amtsverzicht gab er bei der Generalaudienz nicht ab; er bekräftigte allerdings seine Worte vom vergangenen Montag:

Nachlassende Kräfte seien der Grund für die Rücktrittsentscheidung gewesen. Die Pilger würdigten seine Worte mit Applaus. „Danke für eure Zuneigung”, sagte dazu der Papst, der sichtlich gerührt war.  Er erklärte weiter:

„Ich habe dies in voller Freiheit zum Wohl der Kirche getan, nachdem ich lange gebetet und vor Gott mein Gewissen erforscht habe, im Bewusstsein um den Ernst dieses Aktes, aber zugleich bewusst darum, nicht mehr in der Lage dazu zu sein, das Petrusamt mit der Kraft auszuführen, die es erfordert.

Mich unterstützt und erleuchtet die Sicherheit, dass die Kirche die Kirche Christi ist, der ihr nie seine Führung und Sorge fehlen lassen wird. Ich danke allen für die Liebe und das Gebet, mit dem ihr mich begleitet habt.

Danke, ich habe fast physisch in diesen für mich nicht einfachen Tagen die Kraft des Gebetes und die Liebe der Kirche gespürt, euer Gebet trägt mich. Betet weiter für mich, für die Kirche, für den zukünftigen Papst, möge der HERR uns führen.” 

„Was zählt wirklich in unserem Leben?“, fragte der Papst danach in seiner Katechese bzw. Glaubensunterweisung, die ganz im Zeichen der Fastenzeit stand, die am heutigen Aschermittwoch beginnt.  Benedikt ging auf die Versuchung Christi in der Wüste ein:

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

„Zunächst redet er Jesus ein, er möge befehlen, dass aus Steinen Brot werde. Dann verspricht er Macht auf dieser Erde. Und schließlich schlägt er vor, der Herr solle sich von der Zinne des Tempels stürzen und dabei die Leute ins Staunen bringen.”   

Der Kern dieser drei Versuchungen sei die Vereinnahmung Gottes für die Interessen des Menschen, der sich letztlich selbst an die Stelle Gottes setzen wolle.

Jesus habe diese Versuchungen auf sich genommen, „um so das Böse zu besiegen und uns den Weg zu Gott hin zu öffnen“, sagte der Papst:

„Umkehr bedeutet, die rechte Ordnung anzuerkennen, Gott den richtigen, das heißt den ersten Platz zu geben. Dann kehren wir uns zu Gott hin, zu unserem Schöpfer und der Quelle aller Liebe. Diese innere Bekehrung, diese Hinkehr zu Gott, verlangt unsere ganze Entschiedenheit gerade in unserer Zeit, in der so vieles den Werten des Glaubens entgegensteht. Und erst in dieser Hinwendung zu Gott wird unser Leben recht und finden wir unseren Frieden.“

Im italienischen Redetext unterstrich der Papst, Christen stünden heute vor zahlreichen Herausforderungen; er zählte hier u.a. die Gefährdung der christlichen Ehe und des Lebensschutzes auf sowie die Aufweichung des Glaubens infolge der Verweltlichung.

Quelle: Radio Vatikan


Aschermittwochs-Bitte: „Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz!“

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Psalm 51 (50),3-4.5-6a.12-13.14.17:

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!              Apollinaris-DSC_0408-2-4 - Kopie
Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir mißfällt.
So behältst du recht mit deinem Urteil,
rein stehst du da als Richter.
 
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
Mach mich wieder froh mit deinem Heil;
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Herr, öffne mir die Lippen,
und mein Mund soll Dein Lob verkünden.