Erinnerungen eines deutschen Juden zum 8. Mai 1945: „Was ich damals erlebte“

Von Klaus Moshe Pülz

Es ist beschämend, daß am heutigen Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 lediglich der Fernsehkanal RBB über „Berlin 1945“ berichten wird. Es ist auch müßig, wenn junge Historiker wie Neitzel &Co. ihr Buchwissen über den 2. Weltkrieg zur Schau stellen, anstatt die Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen.

Ich selbst wurde von einem US-Soldaten mißbraucht. Ich erlebte mit 10 Jahren die Bombennächte in Berlin, als ich in der Pragerstraße 2 lebte. Ich sah, wie Menschen in der Spichernstraße lebendig verbrannten. Ich hörte das Klicken von Granatsplittern der Flakbatterien vom Bahnhofzoo auf dem Asphalt, ich sah drei gehängte Soldaten wegen angeblicher Fahnenflucht.

Ich beobachtete den Untergang Dresdens von Rahden aus, nachdem wir am 13.2.1945 keine Unterkunft in Dresden fanden.

Die US-Armee wurde damals als „Uhren sammelnde Armee“ (USA) bezeichnet, weil die GI’s sämtliche Wohnungen und Keller mit Detektoren nach Schmuck absuchten, während sich die Bewohner im Luftschutzkeller aufhielten.

Mit Süßigkeiten und Kaugummi wurden junge Mädchen geködert, auf den Knien der GI’s Platz zu nehmen. Manchmal gab es in Berlin vier Angriffswellen der Briten und Amerikaner. Wir schliefen in Etagenbette  im Keller, während der Kalk von den Wänden herunterrieselte. Die Angst vor dem Einsturz der Keller war immens, nachdem diese schwankten wie auf einem Schiff bei hohem Seegang. Als Kind wunderte ich mich, wie starre Wände eine solche Flexibilität aufweisen konnten.

Es war zweifellos ein Kriegsverbrechen, Frauen, Kinder und alte Menschen in dieser umfassenden Weise durch Bombenhagel wahllos zu töten. Selbst der Straßenasphalt brannte  – und die Luft nahm einem den Atem.

In Coburg/Bayern verfolgte mich ein Tiefflieger am Anger. Ich warf mich auf eine Böschung, so daß die Maschinengewehre mich verfehlten.

In Mainz ging ich ins Gymnasium durch die zerstörte Stadt. Hin und wieder stürzten ganze Häuserwände ein, wenn es windig war. Wir Kinder suchten nach Gußeisen und Kupferleitungen in den Ruinen, um diese bei Schrotthändlern zu Geld zu machen und gefährdeten uns selbst, dabei verschüttet zu werden.

Dieser ganze Horror ist der heutigen Jugend erspart geblieben, aber all jene Menschen, die eine solche Zeit erlebten, werden diese schrecklichen Erfahrungen niemals vergessen.

Leider wird darüber in deutschen Medien im Detail nicht berichtet.

Es war der Lohn dafür, daß das einstige „Volk der Dichter und Denker“ einem arbeitslosen Psychopathen aus Österreich zum „Heiland“ (Heil Hitler) hochstilisierten und diesem bis in den Tod folgten – ja bis zum Untergang der deutschen Nation.

Obrigkeitshörigkeit und Kadavergehorsam machte dies alles möglich. Und heute wird die Menschheit erneut bedroht von einem nuklearen Krieg zwischen den Großmächten, wobei auch der Schiitenstaat Iran sich anschickt, Atomwaffen herzustellen, um damit den jüdischen Staat Israel zu vernichten.

Ich wünschte mir, daß ein deutsches Medium die Courage besäße, die Überlebenden eines modernen Krieges zu Wort kommen zu lassen, anstatt die Menschen mit immer den gleichen primitiven „Unterhaltungsprogrammen“ abzuspeisen.

Der deutsch-israelische Judenchrist Klaus Moshe Pülz leitet das „Institut für Israels universale Berufung“. Weitere Artikel und Infos hier: www.zelem.de


Israel begrüßt Trump-Entscheidung zum Iran

Der israelische Ministerpräsident Netanyahu begrüßte beim wöchentlichen Treffen des Kabinetts die Entscheidung von US-Präsident Trump, das Atomabkommen mit dem Iran nicht zu bestätigen:

US-Präsident Trump und Israels Ministerpräsident Netanyahu

„Es ist klar, wenn man das Abkommen untersucht, dass der Iran, falls sich nichts ändert, in wenigen Jahren ein Arsenal nuklearer Waffen haben wird. Dieses Abkommen verhindert das nicht.

Es schafft einen sicheren Weg zur Herstellung eines Anreicherungssystems, das dem Iran schnell dutzende Atombomben und mehr bringen könnte. 

Die Entscheidung von Präsident Trump schafft eine Möglichkeit, das Nuklearabkommen in Ordnung zu bringen und die zunehmende Aggression Irans in der Region aufzuhalten. Ich glaube, dass jede verantwortungsvolle Regierung, und jeder, der nach für Frieden und Sicherheit auf der Welt strebt, diese Gelegenheit nutzen sollte.

Die Entscheidung von Präsident Trump hat die Möglichkeit geschaffen, das Abkommen zu verbessern oder es auszusetzen und natürlich, die iranische Aggression zu stoppen.

Es ist selbstverständlich, dass die Entscheidung des Präsidenten, die Revolutionsgarden mit Sanktionen zu belegen, unterstützt werden sollte. Die Revolutionsgarden sind das hauptsächliche Mittel des Iran, um Terror weltweit zu verbreiten und natürlich für seine Aggressionen im Nahen Osten.“

Quelle: Amt des Ministerpräsidenten / israel. Botschaft


NEIN zum Al-Quds-Tag – NEIN zur israelfeindlichen Demo am 2. Juli in Berlin

Im Jahr 1979 rief Ayatollah Khomeini dazu auf, am letzten Freitag im Ramadan für die „Befreiung“ Jerusalems („Al-Quds“) und die Vernichtung Israels zu demonstrieren.

Am 2. Juli werden einmal mehr Menschen dem weltweiten Aufruf zur „Qudstag-Demonstration am internationalen Qudstag“ folgen und über den Kurfürstendamm in Berlin marschieren. Teilnehmer sind insbesondere Anhänger der islamistischen Terrororganisation Hisbollah, des verlängerten Arms des Iran, aber auch andere Extremisten bis hin zum ordinären Israelhasser.   DSC_0405

BILD: Arabisch geprägte Anti-Israel-Demo 2014 in Berlin (Foto: Michael Leh)

Der „Al-Quds-Tag“- hat sich zu einer pan-muslimischen Veranstaltung entwickelt, bei der das palästinensische Anliegen propagandistisch und mit Mitteln, die alles andere als dialogbereit und sachlich sind, instrumentalisiert wird.

Weltweit wird in Moscheen und bei den „Al-Quds“-Demonstrationen gegen Israel gehetzt und mobilisiert und der Zionismus, das Grundrecht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, diffamiert.

Ein zivilgeselschaftliches Bündnis gegen den Al-Quds-Tag (http://no-al-quds-tag.de/) will sich nicht damit abfinden, dass alljährlich zur „Al-Quds“-Demonstration anti-israelische Hassparolen skandiert und Terror verherrlicht wird.

Das American Jewish Comitee (AJC) hat sogar ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um die Debatte über Handlungsschritte gegen den Islamistenaufmarsch anzustoßen.

Erste Erfolge sind nun ein Verbot von Symbolen der Terrororganisation Hisbollah und des Verlaufs der Route an Synagogen vorbei. Dies sind gute erste Maßnahmen, doch können sie nur ein Anfang sein. Den Demonstranten bleibt weiterhin erlaubt, ihre Ideologie auf die Straße zu tragen und ihren Hass auf Israel, den Zionismus und Juden zu zelebrieren. deutschland-israel-flag

Wann hat die deutsche Gesellschaft genug davon, dass es ein jährliches Ritual gibt, welches einem einzigen Staat den Tod wünscht, bei dem dem notdürftig getarnten Antisemitismus freier Lauf gelassen wird, der Zionismus als Urquell aller Konflikte dämonisiert wird und sich Gegendemonstranten, bis sie wieder zuhause sind, ihres Lebens nicht sicher sein können, sofern ihre Adresse nicht herausgefunden wird?

Wir leben in einer Zeit, in der Iran seine Nuklearbestrebungen vorantreibt, die Hisbollah mit über 130.000 Raketen aufgerüstet hat und sich Antisemiten aller Couleur im Schulterschluss einig sind, dass Israel kein Existenzrecht hat. In solch einer Zeit braucht es nicht viel Phantasie, um nachzuvollziehen, dass mein Leben, das meiner Familie und das von 8 Millionen Israelis  –  darunter übrigens 25 Prozent muslimische, drusische, christliche Israelis –  bedroht ist.

In diesem Jahr drohte Hisbollah-Führer Nasrallah gegenüber Israel: „Es ist einfache Mathematik. Einige gezielte Raketen auf einige Ammonium-Fabriken bringt die gleiche Effektivität des Todes wie eine Atombombe.“

Israels Position ist: Nie wieder werden wir den Antisemiten erlauben, über unsere Existenz zu entscheiden und wir werden ihre Bestrebungen, uns zu vernichten, unterbinden.

Um zu verhindern, dass sich diese Hassideologie weiter ausbreitet, müssen sich Gesellschaften geschlossen dagegen wehren.  Die Konsequenz muss sein, dass es erst gar keine Veranstaltung wie den „Al-Quds-Marsch“ geben darf.

Bis dahin danke ich jedem, der am kommenden Samstag die moralische Entscheidung trifft, sich den Demonstrationen gegen dieses Schauspiel anzuschließen.

Der Autor dieses Beitrags, Rogel Rachmanm, ist seit Sommer 2014 Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel in Berlin.